Ausgabe 
3.2.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Matt.

158. Jahrgang

Dienstag 3. Februar 1903

Feuilleton.

Parlamentarisches.

Eckernförde, 2. Febr. (Amtliche Meldung.) Bei der Neichstagsersatzwahl im Wahlkreise Schleswig- Eckernförde am 29. Januar wurden im ganzen 16 005 Stim­men abgegeben. Davon entfielen auf Spethmann, Re­dakteur in Eckernförde (f r e i s. V P t.) 5 1 2 4, auf Hoffmann, Gastwirt in Hamburg (Svz) 4480, auf Graf Revenllow^ Wulsshagen (Bd. d. Landw.) 3231, auf Hansen, Landes­versicherungsrat, Kiel, 2952, und auf Professor Lehmann- Hohenberg in Kiel 219 Stimmen.

MaroLLo.

Der vollkommene Sieg der Truppen des Sul­tans wird durch weitere amtliche Nachrichten aus Fez bestätigt. Die Gefangennahme des Prätendenten gilt als zweifelhaft; er soll sich durch die Flucht gerettet haben. Der englische Gouverneur von Gibroltm: wurde amllich davon in Kenntnis gesetzt, daß die maurische Armee den Prätendenten am 29. Januar angegriffen und geschlagen habe. Die Niederlage des Prätendenten sei eine voll­ständige, das ganze Lager in die Hände des Siegers ge­fallen und viele Leute des Prätendenten ge^ tötet und gefangen genommen worden. Wie aus den Meldungen über die Einzelheiten von der Niederlage des Prätendenten hervorgeht, verdauten die Truppen des Sul­tans ihren Erfolg teilweise der Mitwirkung des Benioarieu- Stammes, der sich erst am Tag vorher dem Sultan unter­worfen hatte. Die Truppen waren kommandiert von dem marokkanischen Kriegsminister, marschierten um 4 llhr morgens von der Sebubrücke ab und stießen später zu der Vorhut, die unter dem Befehl von Omarel Jusi stand. Sie führten vier Geschütze und acht Maximkanolwn mit sich. Der Angriff begann um 7 llhr morgens. Das Feldlager des Prätendenten wurde zu gleicher Zeit auch im Rücken von dem Benivarien-Stamm angegriffen, wie bereits vor­her verabredet war. Auf beiden Seiten wurde mit großer Entschlossenhell gekämpft, die Schlacht war sehr blutig. Kurz nach 10 Uhr flüchtete der Rest der Aufständischen aus dem Lager und floh in der Richtung auf Tazza. Menelhi rückt auf Tazza vor, um die Rebellion vollends niederzuwerfen.

Maeterlincks, Georgette Leblanc, ist in W-ien interviewt wor­den und hat von einem neuen Werke chres Gatten erzählt. Sie sagte:Das Stück heißt ^Joy zelle" und ist ein Märcyendrama. Es spielt im Fabelland und ist in der­selben lyrischen Prosa geschrieben wieMonna Banna". Fünf Akte uni) nur vier Personen: der Liebhaber, die Geliebte, ein alter Mann, ein junges Mädchen. Tas Stück schildert, wie eine treue große Liebe durch alle Prüfungen siegreich hindurchgeht. So tragisch diese Leidensstationen auch sind, das Drama endet doch gut. Wir werden das Stück gleich nach unserer Heimkehr in Paris stuelen. Und im nächsten Herbst soll dann eine Truppe gebildet werden, die, von meinem Manne geschult, genau nach seinen Ab­sichten ferne Werke in dec ganzen Welt, in Europa und Amerika, spielen wird. Ihr Repertoire wird den ganzen Maeterlinck umfassen:Monna Banna",Joyzelle",Pel- leas und Melisande" usw.

Jetzt ruht sich mein Mann aus. Er arbeitet übrigens sehr regelmäßig. Nur des Vormittags, zwischen 8 und 12 Uhr. Er treibt immer sehr viel Sport, Radfahren und Automobilismus. Und nach dem aufregenden und auf- Trubel des Winters, nach dieser Tournee im

Politische Tagesschau.

DeS Kaisers Dank und ueue Kun stau ftrage.

DerNeichsanzeiger" veröfserlllicht einen Erlaß des Kaisers au den Reichskanzler, worin der Kaiser seinen Dank für die Glückwünsche zu seinem Geburts­tage ausspricht. Es heißt darin:Ich ersah aus diesen Kundgebungen und Meldungen über die allerorten veran­stalteten Festlichkeiten mit Befriedigung, mll welcher freu­digen Teilnahme meiner von allen patriotisch fühlenden Deutschen im Auslände gedacht worden ist. Aeußerungen der Liebe und des Vertrauens, denen ich auch auf meinen Reisen im vergangenen Jahre in allen von mir berührte»! Städten und Ortschaften des Rerches in so reichem Maße begegnet bin, und das Bewußtsein, daß neben lauten Festes- fteuden manch treue Fürbitte für mich aus frommem Herzen in Palast und Hütte zu Gott emporgesandt wurde, beglückten mich wahrhaft am Geburtstage. Es ist mir daher ein Bedürfnis meines Herzens, auf diesem Wege allen Be­teiligten den wärmsten Dank auszusprechen"

Die ^Korrespondenz für Kunst und Wissenschaft meldet: Der Kars er befahr, daß dec im Tiergarten gelegene PlatzGroßer Stern" als Mittelpunkt des Tier­gartens eine einheitliche, durch bildnerische Kunst­werke verschönte Gestaltung erfahren soll. An der einen Seite soll ein Monumentalbrunnen aus Mar­mor entstehen. Der Brunnen soll ein Vdobiv aus der Hu- bertussage behandeln. Professor v. Uechtritz soll mit dem Entwurf betraut werden. Seitlich von dem Monu- mentalbrunnen werden im Halbkreise vier waidmännische Marmorgruppen errichtet werden. Diese Werke wurden drei Bildhauern, darunter Karl Begas, übertragen Der Kaiser empfing am 1. Februar die Bildhauer im Fahnen­aal des Schlosses und übergab ihnen die Aufträge.

Zur Staffelet Zuckerkouveatio«.

Gegenüber dem in agrarischen Preßäußerungen gegen )en Direktor des Auswärtigen Amts, Korner, erhobenen Vorwurf, er habe bei den Verhandlungen des Reichstags über die Brüsseler Zuckerkonvention unrichtige Anga­ben gemacht, stellt die9tordd. Allg. Ztg." fest: Nichtig ist, daß sich über die Verpflichtung Englands zur Erhebung von Ausgleichszöllen von dem prämiierten Zucker seiner Selbstverwaltungskolonien Ateinungsverschiedenhellen er-

pro Mer *m*ben ein ö an Prwate ach tzewich, machst durch den Transport mer Lrinterverdienst. Auch der Holzhändler Cloos auz kun bringen.

. 'N* St. Hkimm "sen worden, um dort in r 8 sprechen. Professor öot. Kurzem in Frachm manischen Ausgrabungen in 'n Bezug aus das Thema 'eren Standpunkt als Pro. indem er die Anschauung aels nichts mit dem Polgthei--

Tie Stadtverordneten^ i ihrer letzten Sitzung mit

Opernhausorchesters, 78 Musiker petitionieren ur Höhe von 20000 3M § >e steht die Anregung, bei tischen. Dieser Sedank in kompetenter Seite eröden hen Behörden bislang feint

In wenigen Jahren witi -rennend, wenn die neu; mehr das Opernorchester den - Mu/ellmskewzer/e zur Ber Zustand ist derartig, daß die aslet sind, in gleicher West? W W dir Wx* nüber, es wurde bereits i Anb die Theater-Miengeitl causwendung von 20000 i: ijialturfi fit (Halft (Obertertia) Md M» Kaffe (Unterfetunba) w > die ADHm bebmgt, m * B bat, ba» fie M binJ* jettet W- * »*>*$ tauSoraft £tl "* :n aus Heft W

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gab an, insofern deutscherseits ebenso wie fettens Hollands und Oesterreich und Ungarns die Verpflichtung Englands ans dem Wortlaut der Konvention abgeleitet wurde, wäh­rend sie von der großbritannischen "Regierung bestrttten wird. Die deutsche Regierung hält auch jetzt noch obige Auslegung für zutteffend, meint jedoch, daß diese Streit­frage nach Lage der Verhältnisse keine praktische Bedeutung besitzt, also kein ausreichender Grund bestand, die Rati- siration der Konvention von deren Entscheidung abhängig zu machen. Ebenso richtig ist, daß nach den hiesigen Reichs­tagsverhandlungen von der russischen Regierung den Kon­ventionsstaaten mitgeteitt wurde, daß rrach der russischen Auffassung die Erhebung von Ausgleichszöllen von russischem Zucker mll der Meistbegünstigung russischer Er­zeugnisse nicht vereinbar sein würde. Diesbezüglich be- schränkte sich Direktor Körner im Reichstage darauf, aus- mführen, daß nach der Haltung Rußlands auf der Lon­doner Konferenz 1888, sowie wichrend der Brüsseler Kon­ferenz von 1901/02 anzunebmen sei, daß die russische Re­gierung zwischen den Ausgleichszöllen und der Meistbegün­stigung leinen Widerspruch sinde. Irgend welche Angaben über Zusicherungen Rußlands machte Körner nicht. Die Frage selbst ist noch in der Erörterung zwischen den Re­gierungen begriffen.

Nr. S8

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fcen D,ebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessische« Landwirt die Siebener Familien« Hättet viermal in der Woche b<igelest

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gsernsprechanschluß Nr. 5L

aukustelleu, damit nicht etwa eine mikroskopische Unter­suchung eines etwaiaen Daumenabdrucks das Wahl­geheimnis" irgend eures Staatsbürgers gefährde. Auch könne man ja gleichmäßig GesichtLIarven verteilen, damit nicht etwa das Geheimnis aus den Mienen entdeckt werden kann. Das leitende Blatt der Agrarier wiederum verlangt, daß für den Aufenthall im Jjolierraum eine Höchstzeit angeordnet wird, weil sonst ein Spaßvogel Viertelstunden lang und noch länger sich darin aufhalle und sich damit entschuldigen tonne, daß er sich die Sache doch überlegen müsse. Wenn dann aber der Wahlvorsteher, um ihn zu entfernen, den Jsolierraum betritt, so könne der Wähler dagegen protestieren, weil sein Geheimnis verletzt wird. Die Neuerung sei, unter welchem Gesichtspunkt man sie auch betrachte, weder würdig noch zweckmäßig.

Solche Witze sind wahrlrch wedar geistreich noch ge­schmackvoll. Mr ersehnen uns das allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht für den Landtag, wie wir es für den Reichstag seit Jahren schwarz auf weiß besitzen, und wollen, daß dieses Recht nicht nur auf dem Papier stehe, sondern auch in Wahrheit geheim sei.

teln nicht ohne Gefahr sei. Teils könnten geistige Stör- migcn eintreten, teils würden zwar einzelne Symptome weg suggeriert, die Krankheit selbst aber wieder gesteigert. Die Gefahr wachse, wenn der Hypnotismus von Laien an- gewendet werde, die nicht in der Lage seien, ungeeignete Fälle von vornherein auszuschließen, oder begonnene Hyp­notisierung abzubrechen. Je bekannter übrigens die Me­thode im Publikum werde, desto geringer seien die Erfolge geworden, da gerade hier das Unbekannte, anscheinend Wunderbare und Uebernatürliche wirke, während der Erfolg mll dem mangelnden Glauben ausbleiben müsse. Nach der allgemeinen Erfahrung sei es daher ganz unzweifel­haft, daß in letzter Zell der Umfang des Hypnotisierens sehr erheblich abgenommen habe.

Ein neues Stück von Maeterlinck. Die Gattin

mandie und leben dort vier Nlonate in absoluter Ruhe, sehen keinen einzigen Menschen."

Mainz, 2. Febr. IvetteGuilbert, die berühmte ftanzösische EhansonnettensLngerin, die sich jüngst in Berlin und Frankfurt für einen Abend Mk. 2000 zahlen ließ, ist auch hier in den Zwischenakten der Sttauß'schen OperetteFledermaus" mit dem Vortrag mehrerer volks­tümlicher Lieder aufgetreten und hat damit großen Beifall geerntet. Es ist dies wohl weniger chrem nicht gerade noch sehr ansprechenden Aeußern oder etwa dem Woblklana ihrer Stimme zuzuschreiben, denn ihr Organ ist raub und schreiend, als vielmehr der ungemein lebhaften und beweglichen Mimik und dem wahrhaft schauspielerischen Talent, womit sie ihre Arien vortrügt. Inhalt und Wert dieser Volks-Balladen sind sehr verschiedenartig, manche, wie dieLa Glu" betitelte, machten einen ergreifenden Ein­druck, zumal beseelt durch verständnisinnige Vortragsweise, manche wllkten durch ehre drastische Komik, wieLe Flögnre", andere dagegen erhoben sich wegen der Banalität und Frivolität ihres Inhalts, begleitet von monotonem Singsang trivialer Melodien, nickt über das Niveau ge­wöhnlichen Bänkelsängerlums, und man würde sie kaum in einem ordürären Eafo Chantant oder Tingeltangel ge­nießen tonnen.

Frankfurt a. M., 1. Febr. Szenen ausGötz von Berlichiugen". Oper in 5 Akten (9 Bildern) von Karl Goldmark. Die erste Aufführung des neuen Gold- marfschen Werkes in Deutschland erfolgte heute abend in der Frankfurter Oper unter Kapellmeister Dr. Kunwald und Besetzung der einzelnen Rollen mit den ersten Kräften des Frankfurter Ensembles. Nachdem Humperdincks Mär­chen-OperDornröschen" ein unbestreitbares Fiasko er- lllten, konzentrierten sich alle künstlerischen und musikali­schen Interessen auf GoldmarksGötz", dem nach sorgfäl­tigster perjonllcher Vorbereitung durch den nahezu 73 jähr. Komponisten eine glänzende Aufführung und pürmischer Betfall zuteil wurde. Abgesehen von den Schwierigkellen des Textbuches, das mit dem Goethe'schen Original herzlich

3>U ganj geheime Wahl.

Man schreibt uns:

Der verstorbene Führer der freisinnigen Bereinigung, der A^. Rickert, hat ost im Reichstage Anklagen er­hoben über die Art und Weise, in der man in Deutschland aix Zett der Reichötaaswahlen die Staatsbürger bei der Ausübung ihres höchsten politischen Rechtes kontrolliere Und nach ihm pflegte Herr Wurm oder ein anderer Oe- noffe mit entsprechend vermehrter Heftigkeit loshudonnem gegen alle, die der persönlichen Freihell des Urwählers Schranken auferlegen und ihn hindern wollen, dem Manne ihres Herzens die Stimme zu geben. Selten oder nie jedoch vernoüm man etwas von dem Terrorismus, den etwa die Sozialdemokratie auf die Arbeiterschaft ausübte, obwohl doch dre zielbewußten Genossen eine Parteidisziplin innezu- hatteu verstehen, wie man sie sonst höchstens mal in Ostelbten nnb in dem allerschwärzesten Deutschland anttesfen kann.

Rickert hat wahrlich nicht viel von dem, was er erstrebte süh in Wirklichkett umsetzen sehen. Er ist gestorben mll dem bitteren Gefühl, daß sein Stteben größteittells eitel ge­wesen sei. Hat doch noch am 22. Januar 1902 Graf Bülow in derselben Rede, in der er sich gegen Reichstagsdiäten aussprach und es ablehrtte, der ^VolksVertretung die Gründe anzugeben, die den Bundesrat bei seinen Beschlüssen be­stimmen, mit nachhaltigem Pathos erklärt, daß nie und »immermebr an eine Durchführung der Rtckertzchen An­träge zu denken sei: Er lehne eS, so versicherte er, auf das Bestimmteste ab, in der strittigen und verwickellen Ma­terie eine Aenderung einzusühreu, er folge wie Bismarck dem Grundsatzquieta non movere", man dürfe das Ruhende nicht in Fluß bringen. Uüberdies könne ja das bestehende Verfahren gar nicht so mangelhaft sein, da es doch einen so stattlichen Reichstag, wie den jetzigen, hervorgebracht habe. Nun ist derselbe Reichstag zwar noch immer am Leben, Bebel ist nicht sanfter und Oertel nicht grimmiger geworden, Mißstände bei den Reichstagswahlen konnten sich nicht zeigeir, well überhaupt keine Wahlen stattgefunden haben, der Wunsch, den ^zialdemokraten oder dem (leinen Häuflein der Hinterbliebenen Zreuude Rickerts einen Liebes­dienst zu erweisen etwa als Gegenleistung für ermiefene Gefälligkeiten, Gönnte auch nicht erwachen. Und doch hat, genau nach einem Jahr, Graf Bülow seine Meinung von Grund aus geändert. Während es sich in den Bundes­staaten allerwärtS regt, das geheime und birette Wahl­recht zu den Landtagswahlen Gesetz werden zu lassen, ver­kündete der Kanzler des Reiches dem Reichstag, daß fortan für die Wähler der Weg zur Urne durch die Dunkelkammer gehen werde. Manche zergrübeln sich ftellich den Kopf darüber, warum Graf Bülow inzwflchen seinen Glauben aeündert und aus einem Saulus ein Paulus geworden fei Aber was soll denn solche Zwnsequenzmeierei? Längst gitt der Satz, daß nichts oauemd ist, als der Wechsel.

Wenn man diese neueste Aktion des Grafen Bülow ver­allgemeinert oder doch aus andere Fälle amuenbet, so wer­den wir in der nächsten Zell Reichstagsdiäten erhallen, die ja auch vom Kanzler stets bekämpft wurden. Das wäre ja an sich auch recht erfreulich, ebenso wie die jetzt versprochene ^anz geheime Wahl". Konservative Organe sind der Mei­nung, daß die neue Einrichtung eine starke Belästigung der Wähler und eine Erschwerung deS Wahlgeschäfts herbei- führen werde, und das amtliche Parteiorgan der Ziechten stelll sogar die höhnische Frage: ,Mie kommen die Wähler dazu, daß sie gezlvungen werden sollen, in die geheimnisvolle Dunkelkammer zu treten, auch wenn sie ihr Wahlgeheimnis auch ohne solche ^Kinkerlitzchen" schon für gesichert hallend Es empfehle sich, auch Waschschüsseln in dem Nebenraum

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DerHypnotismus als Heilungsmitte 1. Die Hypnose-Kommission hat der Aerzte-Kammer in Berlin jetzt Bericht erstattet. Die Kommission, der Professor Mendä, der Direktor Dr. Gock-Landsberg a W, Dr. Munter und Sanllätsrat Tr. Aschenborn angehären, bestreitet im allgemeinen die Bedeutung des Hypnotismus für die Heilung von Krankheiten. Es sei von vorn­herein ausgeschlossen, day der Hypnotismus Krankheiten helle, durch die eine organisch« Veränderung bedingt werde. Auch die Möglichkeit der Heilung der Epilepsie durch Hypno­tismus wird, u. a aus Grund früherer Versuche eines Kom­missionsmitgliedes, bestrttten, und angeblicye Hetterfolge werden auf falsche Diagnose zurückgeführt. Ebenso wlld nach derTägl. Rundsch." in Abrede gestellt, daß die Hyp­nose Hellerfolge bei hysterischen Störungen hervorbringen könne. Hysterie sei nur zu heilen, wenn es gelinge, den Kranken gegen die erhöhte Suggesttbilttüt widerstands­fähig zu machen, und bei einer solchen Krankheit könne ein Mittel, das Suggestion auf Suggestion häufe, nichts nützen. Da endlich auch die funllionellen Geisteskrankheiten der hypnotischen Beyarcklung in der Regel unzugänglich seien, Anne auch da von einem Heilerfolge keine Rede sein. Etwas anderes sei es mit der Anwendung des Hypawtismus als symptomatisches Mtttel, also zur Beseitigung einzelner Symptome einer Krankheit. Kein verständiger Arzt werde atn Krankenbett auf eine suggestive Wirkung verzichten; daß die Machsuggestion und die Hypnose imstande seien, die verschiedenen Krankheitssymptome zum Verschwinden zu bringen ohne aber die Krankheit selbst zu heilen sei nicht zweifelhaft. Der Erfolg werde besttmmt durch das größere oder geringere Geschick des Suggerierenden, durch äußere llmstände und durch die Suggestibilität des ruanken. Gestehe man aber der Hypnotisierung einen Platz in der symptomatischen Therapie zu, so möge man doch reibenden .

nicht außer acht lassen, daß sie im Gegensatz zu anderen Mit- Galopp durch die Welt gehen wir im Sommer in die Nor-

Gießener Anzeiger

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