Ausgabe 
3.1.1903 Erstes Blatt
 
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Können erst die Probefahrten smd sechs Lvlinderkrssel, acht er normale llohlenvorrat bt» Zuladung aus 1600 toni ep- M Jon? Wsüges Hehmatenal. iu? vier ^Zentimeter Länge davon zedii in btt Kasematte zwölf SF-Zentimetn Länge (CiMnonen; ferner ^wölf t 8Mllmete»Maschmen- meter-korpedo-AuSstoßrobre, beckohr über Wasser. Der. sitz! im mittleren Teile eine not sich nach dem Ende di­mer ist 140 Millimeter, der & schweren Türme deschm metev-Eeschütze eine solche läuft sich auf 660 Köpfe.'

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Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

Garten straffe 2 (Bürgermeiftereigebäude) Zimmer Nr. 14.

Der Arbeitsnachweis Hal die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern tmb Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.

An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet.

ES können eingestellt werden: 1 Schuhmacher, 1 Bau­schreiner für eine selbständiae Arbeit, 8 landwirtschaftliche Knechte, 8 Fubrknechte, 8 landwirtschaftliche Mägde, 1 Lauffrau, 5 Dienst­mädchen, 1 Flickerin.

Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Schreiner, 1 Sattler, 1 Friseur, 1 Kaufmann.

ES suchen Arbeit: 1 Bäcker, 1 Steinhauer, 1 Sattler, 2 Schlaffer, 1 Schmied, 6 Schreiner, 1 Schweizer, 4 HauSburschen, 5 Taglöhner, 4 Fuhrknechte, 2 Bureaugehilfen, 3 Dienstmädchen, 1 Waschfrau.

Lehrlinge: 2 Kaufleute, 1 Schreiber.

Ilce-Schule.

Zie Schule begmt Montag freu 5. Januar.

Der Unterricht im Bügeln und Kunstwaschen beginnt

Mittwoch den 7. Januar.

Anmeldungen nimmt entgegen 57

L. Moser, Höerleyrerin.

ArchMer WiWmii.

Die auf Montag den 5. l. Mts. angesagte Versamm­lung des Vereins muß wegen Erkrankung des Redners bis auf weiteres verschoben werden. 58

Gießen, 1. Januar 1903. Der Vorstand.

Kunstverein.

Das Kolossal-Gemälde von H. Koberstei«, Berlin: 1793", Szene aus der französischen Revolutions­zeit, bleibt nur noch kurze Zeit ausgestellt. 178 kvtmira« GtsufVtrtii Die auf den 5. Januar angesetzte Probe fällt aus.

Nächste Probe i

Montag den 12. Januar 1903.

186 Der Vorstand.

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Bekanntmachung.

In das Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma .Jacob Friesleben" zu Gießen; Inhaber Kaufmann Jacob Friesleben das. Die FirmaGustav Gerhardt* zu Gießen ist erloschen. 143

Gießen, 24. Dezember 1902.

Großherzogl. Amtsgericht.

Verdingung.

Das Wegfahren von ca. 100 cbm Kehricht von dem alten Viehmarktplatz beim Schlachthaus nach dem neuen Friedhof soll öffentlich ver­geben werden, wozu Termin auf Montag, d. 12. Jan. 1903

vormittags 11 Uhr anberaumt ist.

Angebotformulare sind auf dem städtischen Tiefbauamt (Zimmer Nr. 6 des Bürger- meistereigebäudes) erhältlich, woselbst auch die verschlossenen Angebote abzugeben sind. Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 2. Jan. 1903.

Städtisches Tiefbauamt.

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hat, aber so gut zusammengesetzt ist, daß der Friede gesichert erscheint. Wir sollen gute Grenzen und viel Gelo be­kommen, auch nach Parrs einrücken. Im übrigen sind wir großartig, und es ist uns gleichgiltig, welche Regierungs­form entsteht. Ich würde die Republik für das Wünschens­werteste erachten, weil sie jede Festigung hintanhält. Von anderer Seite wünscht man mehr, Napoleon kehrte zurück, denn er versteht am besten, die Franzosen kurz zu halten und müßte uns ein treuer Bundesgenosse sein. Ich glaube aber nicht an seine Kraft, er ist alt und abgenutzt.

In den allernächsten Tagen sollen die Grundlagen des Friedens sestgestellt und dann der Waffenstillstand ab­geschlossen werden. Einigt man sich nicht, so beginnt der Krieg am 24. wieder. Sie können sich denken, wie in solcher Lage die leiterrden Geister angeregt sind, und daß ich das Glück habe, mit diesen augenblicklich in näherem Ver­kehr zu stehen, genügt schon, die hiesige Existenz angenehm zu machen.

Dazu tritt dann freilich noch der Reiz der Gegend und das prachtvolle Wetter. Das Frühjahr erwacht, wir haben schon eine Reihe von Tagen über mittag 15 Grad im Schatten, und es ist ein wahrer Hochgenuß, die Luft zu atmen. Frankreich! ist ein schönes und reiches Land, es wird rasch die Folgen des Krieges überwinden, wenn das Volk nur in sich wieder zu Kräften kommt. Aber es gibt Stadien, wo das Fällen leichter ist wie das Aufstehen."

Versailles, 26. 2. 7L

Heut in der letzten Stturde wird der Präliminar­frieden unterschrieben. Ich habe gestern die interessante Gelegenheit gehabt, eine ganze Welle den Verhandlungen Bismarcks mit Thiers und Favre beizuwohnen. Er war ganz allein und rief miay dazu, um in mllitärischen Fragen ein Lexikon zur Seite zu haben. Er hat sich ordent­lich geschüttelt. Als er gleich beim Anfang mal hinaus- ging, öffnete Thiers das Fenster. Nur um etwas zu sagen, äußerte ich- daß es sehr heiß sei. Da rief Thiers:Zu­mal, wenn man so bchandelr wird, wie wir."

Tie beiden Franzosen waren ungeheuer wortreich und hielten auf jede Bemerkung oder Proposllion lange Reden. Endlich sagte Bismarck: , , w

Das geht nicht, damit kommen wir nicht vom Fleck. Ich muß Sie bitten, mir mit einfachen Gegenpropojllronen zu anllv orten."

Thiers: ,M>er man muß sie doch begründen."

Bismarck:Nein, das müssen Sie mir schon zutrauen, daß ich die Gründe selbst erkenne. Ueberhauvt muß ich Sie ersuchen, Ihre Worte mehr in der Gewalt zu haben und sich verletzender Reden zu enchalten. Sie sind die Herren von Frankreich, und ganz unumschräntt. Ich dagegen bin an meine Instruktionen gebunden, an Ihnen also ist es, milder zu sein, während ich genöttgt bin, die Befehle meines Machtgebers stritte zu erfüllen. Sie wissen, daß wir Montag zu schießen anfangen, wenn wir bis dahin nicht ferttg sind, und diese Sprache werden Sie wohl ver­stehen. Wir sitzen heut schon sieben Stunden und werden nicht fertig, das verträgt meine Gesundhell nicht."

Me Franzosen wurden dieser Philippika gegenüber ganz Lein, und Zchiers rief ein über das anderemal:Wer, Herr Graf, Herr Graf!" Endlich erklärten sie, sie könnten nicht mehr, und fuhren nach Hause. Heut sind sie wieder da und haben, wie mir mit geteilt wird, die Absicht, zu unterschreiben."

Die armen Leute kommen nicht zum Mschluß, well Bismarck immer mehr Spezialitäten in den Präluninar-- vertrag bringt; er will mit den Franzosen ganz aus­einander sein, ehe andere das Recht haben, die Nase hinein- zuftecken, und es wird ihm auch gelingen. Mese langen Kämpfe ganz allein müssen kolossale Kräfte in Anspruch nehmen, und er wird sich wieder krank machen; es ist aber sicher, daß er allem besser durchkommt."

gilt neues Mittel gegen Epilepsie.

Ter durch seine Organotherapie, das heißt, durch die Verwendung" spezifischer, in den verschiedenen Körper­organen enchaltenen Stoffe als spezifische Arzneimittel, rn wellen Kreisen bekannt gewordene Petersburger Prof. P^>ehl glaubt, in einem aus der Hirnsubstanz gewonnenen Substanz ,Cerebrin" ein Mittel gegen die leider sehr weit verbreitete Fallsucht (Epllepsie) gefunden zu haben. Herr Poehl hat auch neuerdings hierüber in einer Sitzung das,Greins für innere Äiedizin" berichtet. In der soeben aus- gegebenen Nr. 50 derTtsch. Mediz. Wochenschr." berichtet Herr Tr. Lion aus Tomaschow bei Samara (Rußland) über eine Anzahl günstig verlaufener Fälle. Ter Herausgeber der genannten Fachschrift, Herr Geheiurrat Professor Dr.

Eulenburg, macht zu diesen immerhin doch beachtens werten Angaben folgende Bemerkungen:

Zu dem Aufsatze Lions möchte ich mir einige Be­merkungen erlauben, da ich, durch die Freundlichkell des Herrn Professors Dr. A v. Poehl sell etwas über einem .halben Jahre in die Lage gesetzt war, dasCerebrin" bei Behandlung von Eplleptischen kurmähig zu verwerten. Allerdings ist bisher nur eine kleine Zahl (6, worunter 5 weibliche, 1 männlicher Epileptiker, im Mter zwischen 14 und 31 Jahren) lange genug behandett worden, um einigermaßen ein Urteil über die Wirkung des MllteM für diese Fälle wenigstens zu ermöglichen. Es handelt sich dabei durchweg um schwere, veraltete Fälle mit großen, zeitweise besonders gehäuften Msällen, bei denen die verschiedensten Formen der Brombehandlung (auch die Balintsche Bromopankur) aus die Tauer ver­sagten oder wegen der damit verbundenen Unzuträg- lick)ketten wenigstens eine längere Aussetzung erforderlich machten. DasCerebrin" wurde teils innerlich, zu vier bis sechs Tabletten täglich, teils subkutan, zu ein bis zwei Kubikzentimeter auf einmal, an jedem zwellen Tage oder in beiden Darreichungsformen abwechselnd ver­abfolgt. Der allgemeine Eindruck war der, daß wir in demCerebrin" ein Mittel haben, dem anscheinend eine gewisse Bedeutung für die Behandlung der­artiger Epilepsiefälle nicht abzusprechen sein dürste, wenn ich auch weder die überschwenglichen Hoffnungen Lions zu teilen noch mich seinen anderwellig publi­zierten klinischen Anschauungen über Epllepsie (Berl. Kk. Wochenschrift 1901, Nr. 51) anzuschließen vermag. Aller­dings kamen in den von mir behandelten Fällen der Cerebrintherapie" audy salzarme Diät und allgemein roborierende Methoden, hydrotheraveutische Prozeduren,, Gymnastik usw. stets zur Verwenoung. Ueble Mben- erscheinungen wurden bei der vorerwähnten Dosierung und Verabreichung bisher niemals beobachtet."

Ein so erfahrener Kliniker wie Herr Professor (men/* bürg ist naturgemäß in seinen Aeußerungen über dre Wirkung des genannten Mtttels sehr vorsichtig, und mll einer noch gesteigerten Dosis dieser Vorsicht geben wrr von diesem Mtttel öffentliche Kenntnis. Möge es jrch bervahrenl