Nr. 2
Erschein« täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden mt Wechsel mit dem besstschen Landwirt die Siebener Kamtlien- ßlStter viermal in der Woche de,gelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'fche« Univerl.-Buch- u.Steiw- druckeret (Pietsch Erden) Redaktion. Expedition und Druckerei r
Gchalstraße Te
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Erstes Blatt.
153. Jahrgang
Samstag 3. Januar 1903
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Eichener Anzeiger
w Seneral-Anzeiger v
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bekanntmachung.
Betr.; Milzbrand zu Oder-Hörgern.
Der Milzbrand in dem Gehöft des Heinrich Loh in Ober-Hörgern ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben.
Gießen, den 30. Dezember 1902.
Großherzogliches Kreisamt Gießer»
Dr. Breidert. *--—------------------—----------
KeKanntmachung.
In der Zeit vom 27. Dezember 1902 bis S. Januar 1903 wurden in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Zigarrenetui und 1 Damengürtel;
verloren! 1 silberne Zylinderuhr, 1 Kravattennadel und 1 Paar Herrenschuhe.
Angeschwemmt wurde 1 Kahn.
Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.
Gießen, den 8. Januar 1903.
Großherzogttcyes Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Aas ZSirtschajtsjayr 1902.
Dem Wirtschaftsjahre 1902 weinen wir keine Dräne nach. ES ist ja richtig, das jetzt abgelaufene Jahr war nkcht so schlimm, wie das Jahr 1901, daS eine ganze Reihe der allerschwersten Katastrophen gebracht hatte. Im ganzen aoer war 1902 ein ausgesprochenes Krisenja.hr. Merkwürdigerweise jedoch ließ sich d-er Beginn deS Jahres gar nicht so krisenhaft an. In dem ersten Quartal berrschte an der Börse eine sehr rege Tätigkeit. Auch auS den Jr> dustriegebieten lauteten die Nachrichten recht erfreulich. Einzelne Zweige der Eisenindustrie hatten sehr reichlich zu tun, und konnten sich selbst, was sonst nur in guten Zeiten gestattet ist, Preiserhöhungen erlauben. Sanguinische Gemüter wähnten sogar, das Ende der Krisis sei schon da und ein neuer Aufschwung stehe vor der Türe. Wer „es fiel ein Reif in der Früblingsnacht" auf diese vorzeitige Blüte. In der nun wieder hereinbrechenden trüben Stimmung begann man, den auS Südafrika herüberklingenden Meldungen vom bevorstehenden Friedensschlüsse sein Ohr zu leihen. Der Friede kam, aber er brachte nirgends! eine Anregung hervor. Im Gegenteil. Tie dort auftauchen- den Schwierigkeiten in der Beschaffung deS Arbeitermaterials für die Minen-Jndustrre und die Erörterungen über die beste Arh, die neuen Kolonien zur Tragung der Kriegskosten heranzuziehen, rückten den Beginn des sehn- lichst erwünschten Aufschwunges in weite Ferne. Auf der anderen Seite war bei uns inzwischen auch die Kohlen- industrie in den Strudel der KrrsiL gezogen worden.
Tie nach Mitte des Jahres herauskommenden Abschlüsse industrieller Gesellschaften, insbesondere auch der Elektrizitätswerke, lauteten mit wenigen Ausnahmen sehr betrübend. Tividendenlosigkett, Verluste, Unterbilanzen, Reorganisation, diese Stufenfolge in den Abschlüssen war wirklich n icht geeignet, eine hoffnungsvolle Stimmung auf- lommen zu lassen. Unter diesen Umständen konnten auch die fast überall günsttg ausfallenden Ernten an der Ge-
anttlage wertty Ludern. Im Herbst zog dann das Gespenst >er „amerikanischen Gefahr" am Horizonte auf und blieb wrt bis zum Jahresschlüsse stehen. Tie Ueberspekulation, im besonderen die Uebertreibungen in der Gründung von Trusts, in die auch die Bankwelt eng verstrickt war, hatte eine, für unsere Verhältnisse unglaubliche Geldklemme hervorgerufen, der auch der SchatzsekretLr nicht dauernd abzuhelfen vermochte, da das Geldumlaufwefen gerade in kritischen Zetten der dringend erforderlichen Elastizität entbehr!.
Unsere Börsen Wurden durch btefe allgemeine Ungunst der wirtschaftlichen Lage stark in Mitleidenschaft gezogen Nachdem die Cur^e Begeisterung vom Frühjahr verflogen war, lag sie, mtt ganz geringen flüchttgeii Aiomenten der Erregung, in beinahe beängstigender Apathie da. Taran war außer der Fortdauer des Börsengesetzes und seinen Härten auch die Ungewißheit über den AuSgang des Kampfes um den Zolltarif schuld. Der Geldmarkt erfreute sich fast daS ganze Jahr hindurch einer Flüssigkeit, wie man sie nur in den Zeiten vor dem letzten Aufschwünge beobachtet hatte. Erft gegen Ende des Jahres erfuhren die Geldsätze eine leichte Versteifung. Ter flüssige Geldstand gab den Banken die Anregung, mtt einer ganzen Reihe von Emissionen festverzinslicher Anlagewerte herauszukommen, auch an Konversionen hat es nicht gesehll. Und das Publikum nahm diese Werte wttlig auf; ist es doch eine der charakteristischen Erscheinungen einer Krisis, da.ß sich daS Publikum von seinem Besitze an industriellen Tividendenpapieren trennt und in steigendem Maße seine Kapitalien in Staatsfonds aiilegt Tiefe Emissionen, namentlich wenn sie ausländische Werte bettefsen, bringen den Banken ganz hübsche Gewinne. Diese sind ihnen zu gönnen, denn die Krisis verstopft ihnen die besten Quellen des Verdienstes. Bei flüssigem Geldstande ist an Zinsen wenig zu verdienen. Ta der Börsenverkehr stockt, ist auch am Effektengeschäft nichts zu holen. Zu Gründungen gar hat niemand so leicht den Mut. Trotzdem herrschte aus dem Gebiete der Banken eine sehr lebhafte Bewegung. Tiefe war hauptsächlich auf Fusionen gerichtet. Eine ganze Zahl kleinerer Banken hat Anschluß an große Institute gesucht. Kleinere Banken haben sich zu Anstalten mittlerer Größe vereinigt. Ganz besonders auf das industriereiche Rheinland-Westfalen war bad Augenmerk der Banken gerichtet. Tort hat denn auch die Konkurrenz der Bankwelt sehr scharfe Formen angenommen.
Die Eisenindustrie befand sich den größten Teil des Jahres hindurch in sehr mißlicher Lage. Tie Werke hatten während der Hochkonjunktur ihre Anlagen enorm vergrößert und können nun in der Zett der Depression für ihre vergrößerte Produktion im Jnlande keinen Wsatz finden. Sie sahen sich deshalb gezwungen, die Ausfuhr unter Aufbietung aller Ktaft zu fvrzieren. TaS Ausland, namentlich die Bereinigten Staaten, nahmen denn unsere Eisen- und Stahl-Ausfuhr sehr willig auf, jedoch zu Preisen, die den Werken keinen Nutzen ließen. Obendrein hatte diese Ausfuhr die unangenehme Nebenfolge, daß sie das Ausland in den Stand setzte, den deutschen Werken, die mtt Fertigsabrikation aus dem Weltmärkte erscheinen, eine gefährliche Konkurrenz zu machen. Tie deutsche Kohlenindustrie hatte das außerordentliche Glück, durch den amerikanischen und den französischen Kohlenarbeiter
streik von ihren Vorräten und dem Truck ihrer Produktionsj- einschränkung wenigstens teilweise befreit zu werden. Auch die strenge Kälte zum Beginn des Winters verstärkte ihren Absatz. Auch sonst begegnen wir, wenn wir das WirtschustA* leben Revue passieren lassen, noch einzelnen erfreulichen Erscheinungen. So konnten die Hypothekenbanken ihren Wsatz an Pfandbriefen vergrößern, und demzufolge die Bautättgkett alimentteren. In recht günstiger Lage befand sich auch die chemische Industrie, die ja vermöge ihrer Exportnatur weniger von inneren Ktisen abhängt und manche Vorteile beim Einkäufe ihrer Rohmaterialien genießt. Sehr beachtenswerte Anzeichen eines neu einsetzew den Aufschwunges sind bet der Fahrrad- und Textilbranche zu verspüren, die sich beide aus einem Jahre langen Siechtum zu erholen beginnen. Nichtzu vergessen Jini auch die Bemühungen, die in der Elektrizittätsiichustrk gemacht werden, um diese mächttge Branche unseres So werbslebens wieder zu konsolidieren.
Werfen wir zum Scylusse einen Blick auf das <& gelaufene Jahr, so finden wir, daß unser Wirtschaftskörper wohl von dem größten Teil der ungesunden und faulen Elemente, die er in der Periode des Aufschwunges in sich hat aufnehmen müssen, wieder befreit worden ist. Auch die Aera der Entdeckung von Unterschlagungen und Tefrau- dationen dürfte zum größten Teile überwunden sein. Wer noch dürfte es eine Wette dauern, bis sich unser Wirtschaftsleben völlig erholt hat. Immerhin ist mtt der Annahme des Zolltarifes eine Hauptsorge geschwunden. Wir können nur den Wunsch äußjern, daß wrr jetzt zu recht günstigen Handelsverträgen gelangen, und daß unser Wirtschaftsleben die Lehren, die jede KvisiS enthält, recht beherzigt.
Potttische Tagesschau.
Besuch des Kronprinzen in Petersburg.
Die „Nordd. Allg. Ztg." macht die interessante Mitteilung, daß sich der deutsche Kronprinz, einer Einladuna des Zaren folgend, um die Mitte dieses Monats zum Besuch des russischen Hofes nach Petersburg begeben werde. Der Besuch entspricht wohl lediglich dem Wunsche des Zaren, eine politische Bedeutung wird der Reise reicht beigelegt werden können. Für den Träger einer polittschen Mission, wie sie Prinz Heinrich bei seiner Amerika fahrt yatte, ist der Kronerbe noch in zu jugendlichem Alter. Auch hiervon abgesehen, ist kein Grund ersichtlich für eine besondere Entsendung nach Petersburg. Dian könnte vielleicht an den deutsch-russischen Handelsvertrag denken, aber die Fragen, die dabei in Bettacht kommen, sind wohl überhaupt noch nicht spruchreif, und wenn sich Schwierigkeiten ergeben, was bei dem cholerischen Charakter des russischen Finanz- ministers zu erwarten ist, so dürfte Graf Bülow die Fahrt nach Petersburg antreten. Doch das ist Zukunftsmusik. Der Kronprinz, der, wie es heißt, in den Eigen- schäften des Umgangs, in der Gabe, Personen bei der ersten Begegnung richtig aufzu fassen, sehr an seinen Großvater erinnert, wird sicherlich die herzlichste Aufnahme am russischen Hofe finden und in mannigfacher Weise ausgezeichnet werden. In Oesterreich^Ungarn und in England bat der Kronprinz, wie man roei& den sympathischsten Eindruck hinterlassen. Die Beziehungen zu Rußland, wenn
Der Rücktritt des Krafeu Kochöerg.
Ueber den Wechsel der obersten Leitung der Königlichen Hoftheater zu Berlin und den unerwartet schnellen Rücktritt des Grafen Hochberg zirkulieren, wie aus Berlin geschrieben wird, verschiedene Gerüchte, die schwer auf ihre Richtigkeit zu prüfen sind. Während offiziös daran fest- gehalten wird, daß ausschließlich Ruhebedürfnis den Entschluß des Grafen diktiert habe, wird von andererr Sette behauptet, daß für die unvermutete Beschleunigung des Personenwechsels noch andere Gründe bestimmend gewesen seien. Einmal habe man, wie wir schon kurz andeuteten, an maßgebender Stelle Anstoß an dem Libretto zu Richard Strauß' Oper „Feuersnot" genommen, dessen zum Teck etwas derbe Deutlichkeiten als unvereinbar mit den Rücksichten, die eine Hosbühne schulde, bezeichnet wurden. Den eigentlichen Anlaß aber zum Rücktrttt Höchbergs habe ein Besucki gegeben, den die Kaiserin mit den älteren Prinzen einer der letzten Ausführungen von Wildenbruchs ,König Saurin" ab stattete. Der Kaiserin soll der viertte All der Dichtung- der eine hyperrealistische Liebesszene zwischen Justinian und Theodora enthält, so sehr mißfallen haben, daß sie unwillig ihre Loge verließ und noch un Theater äußerte, es wäre bedauerlich^ daß man sich un Kgl. Schauspielhause über den Inhalt der- aufgesührttn Stücke in Zukunft erst würde informieren müssen. Ist diese Ber)ion richtig, so würde eine eigentümliche Ironie der Welt- (oder wenigstens der sie bedeutenden Bretter-) Geschichte darin liegen, daß Graf Hochberg, der Präsident des Tugendbundes und thatkrästigste Förderer aller Sittlichkeitsbesttebungen, über zwei dramatische Werke stolpern mußte, die als unmoralisch beanstandet werden.
Was seinen Nachfolger, Herrn Georg von Hülsen, betrifft, der, wie gemeldet, vorläufig interimistisch mit der Oberleitung der königlick)en Theater betraut worden ist, so rechnet man in unterrichteten Kreisen mit der Annahme, daß Sieir von Hülsen spätestens zum Herbst d. I. zu dauerndem Aufeuthatt nuck) Berttn übersiedeln werde. Zu diesem Zettpuntt (1. Oktober) hat, wie berichtet wird, Herr v. H. eine feste Wohnung in Berlin gemietet. Bis dahm ijat ihm der Kaiser eine Dienstwohnung im Palais des unlängst verstorbenen Prinzen Georg von Preußen zur Ber- jügung gestellt.
Graf Hochberg hat sich inzwischen von den Mitgliedern der Hofbühnen in liebenswürdiger Weise verabschiedet. Einzelne Blätter veröffentlichen die dabei von ihm gehaltene Rede. Ueber den letzten unmittelbaren Anstoß zu seinem Rücktritt pflegt ein so hoher Hosbeamter sich ebensowenig auszusprechen, wie ein Minister. In dieser Beziehung bietet die Abschiedsrede nichts. Interessanter ist ein anderer Tett der Rede des Grafen Hochberg, in der er sagt: Ein alter, verabschiedeter General sagte mir einmal: „Die Feder, die man nimmt, um sein Wschiedsgesuch zu schreiben, taucht man in sein Herzblut ein." Dies kann ich auch auf mich anwenden. Mein Herz hat geblutet und blutet noch diesem Abschied gegenüber; denn mein Herz hat 16 Jahre ganz und gar unserem Institut gehört und uf), war nicht nur dazu bereit, mein Herzblut für dasselbe hinzugeben, ich habe es, das können Sie mir glauben, auch oft wirllich getan. Das mtt Beispielen zu belegen, müssen Sie mir erlassen, aber wenn dies Almt eine Rosenkrone scheinen mag, so ist es vielmehr ein Kranz von Dornen, mit einzelnen, freilich sehr schönen Rosen besetzt, und ich hätte es vielleicht auch nicht so lange getragen, wenn mich nicht auch die allerhöchste Huld des Kaisers, unseres aller- gnädigsten Herrn, die auch in Zeiten bitterster Anfeindungen das Vertrauen zu mir nickt verloren, mit ihrem Schutze bis in die allerneueste Zeit getragen hätte. — So spricht ein Mann, der harte Erfahrungen gemacht haben muß. Die „Zeiten bitterster Anfeindungen" beziehen sich wohl auf gewisse Jntriguen, die sich vor Jahr und Tag abgespielt haben und in intimen Kreisen auch jetzt noch mit großer Zurückhaltung besprochen werden
Tie Berufung des Herrn v. Hülsen ruft die Erinnerung an die eigentümliche Art und Weise wach, wie sein Vater vor mehr als 51 Jahren zu demselben Posten gelangte. Am 1. Juni 1851 übernahm nämlich Boto v. Hülsen, Premierleutnant und Regimentsadjutant beim Regiment Alexander, auf Befehl des Königs anstelle des freiwillig aus dem Amte geschiedenen Herim v. Küster die interimistische Leitung der Kgl. Theater. Wie das geschah, erzählt Helene v Hülsen in den Erinnerungen an ihren Gemahl (Seite 70). In einem kleinen Wendzirkel bei Friedrich Wilhelm IV. wurden u. a. die Bewerber um den Posten des Generalintendanten durchgenommen, ohne daß einer von ihnen besonders geeignet dafür befunden worden wäre. Da lenkte
sich, das Gespräch, auf militärische Vorkommnisse, und der Minister v. Massow tat einer der vortrefflichen Ansprachen Erwähnung, die der Premierleutnant v. Hülsen, der öfter im Kreise seiner Kameraden und auch einmal bei Hofe kleine Theatervorstellungen arrangiert hatte, an seine Untergebenen zu halten pflegte. Bei dem 9Lamen Hülsen schlug sich der König plötzlich vor die Stirn. „Da haben wir ihn!" rief er in seiner lebendigen Mt und Weise. „Der Hülse-n ist ja, wie ich von seinen Aufführungen weiß, ein geradezu geborener Generalintendant. Glauben Sie, daß er dies« Stelle annehmen würde?" Herr o. Massow entgegnete: „Zu Befehl, Eure Majestät!" Ms der itiönig später die Kabinettsordre unterzeichnete, sagte er vergnügt lächelnd: „Was die Leute wohl zu diesem Attus sagen und wie sie sich^ die Köpfe und Zungen darüber zerbrechen werden!^
Aor «nd in Karis.
Aus den Kriegstagen von 1871.
Tie von uns schon angeführten, zettgeschichtlich werd vollen Tenkwürdigketten des Generals und WmttaÜ Albrecht von Stosch, die Herr Hauptmann a. D. Ulrich von Stosch in Mchard Fleischers „Deutscher Revue" veröftend licht, sind nnmnehr bis zu den Friedensverbandlungen und dem Präliminar-Frieden von Versailles gediehen. Wtt teilen aus diesen Tageblättern und Briesen im folgenden mit, was ein mithandelnoer feiner Beobachter zur Beleuchtung der Vorgänge und zur Charakterisierung bei beteiligten Personen ausgezeichnet hat:
^Versailles, ‘24. 1. 71.,
Als ich heut früh auf dem Kalender neben dem Tatuw las: „Geburcstag Friedrichs des Großen", da dachte ich^ den Tag müßten die Pariser doch festlich begehen. _ Und siehe da, der Anfang ist gemacht. Jules Favre erschien gestern abend und erklärt, Paris sei „en ssdition et cnbiaMe" und könne sich nicht länger halten. Ich zweifle nicht daran, daß das den Frieden bedeutet, um so mehr, als gfeicfizeitig die volle Besiegung aller feind« lichen Armeen erfolgt ist.
Eben erst verdüsterte das Ut.bermaß von Gefahr de^ Horizont, jetzt uchtet hellster Sonnenschein unsre gan# Sage. Roch bei dem Ausfall vom 19. gab es hier Deu»


