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Rotationsdruck tu Verlag der Brüh lachen Untverf,-Buch- u. Stetn- brudetet (Pietsch Erden)
Zweites Blatt« 153. Jahrgang Freitag 2. Oktober 1903
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monatlich 7b Pt^ viertel-
Gießener Anzeigers
General-Anzeiger v ** aSf-Hfe
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Are heutige Wummer umfaßt 10 Seiten.
AenKmalsfeierkichKetten in Köln.
Köln a. Rh., L Oktober.
Zur Enthüllimg der Denkmäler für die Kaiserin 'Augusta und den Kaiser Friedrich trafen heute mittag der Großherzog und die Großherzogin sowie der Erbgroßherzog von Baden hier ein. Um 2 Uhr 4ö Minuten langte der Kronprinz von Bonn hier au. Nach der Festrede des Oberbürgermeisters Becker fiel die Hülle des Kaiserin Augusta-Denkmals. Der Kronprinz leate einen Kranz des Kaisers am Denkmale nieder. Auch die badischen Herrschaften brachten Blumenspenden dar. Der K ronpri nz hatte eine lan gere Unterredung mit dem Kardinal-Erzbischof Fischer. An verschiedene Persönlichkeiten wurden Orden verliehen. Das rheinische Kürassier-Regiment von Geßler stellte die Ehren-Eskorte.
Nach der Enthüllung des Kaiserin Augusta-Denkmals begaben sich die Herrschaften nach dem Kaiser Friedrich- Ufer zur Enthüllung des Denkmals Kaiser Friedrichs. An der Feier nahmen il a. teil: der Bonner Universitätsrektor Zitelmann und Kardinal Fischer, den der Kronprinz einlud, im Fürstenzelt Platz zu nehmen. Nach dem Vortrag des Kölner Männergesangvereins „Die Himmel rühmen des ewigen Ehre" hielt Oberbürgermeister die Festrede. Hieraus siel auf ein vom Kronprinzen gegebenes Zeichen die Hülle. Tie Musik intonierte die Nationalhymne, der Kronprinz salutierte, Oberbürgermeister Becker brachte ein dreimaliges Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Der Kronprinz legte im Auftrage des Kaisers einen Kranz von MarschaU Niel- Rosen nieder, ebenso das Großherzogvaar und der Erbgroßherzog von Baden, sowie verschiedene Korporationen. Tie Herrschaften besichtigten darauf -eingehend das Denkmal, das Kaiser Wilhelm im Sattel sitzend darsteUt, der: Blick nach dem Rheinstrom gerichtet. Ter Kronprinz und das Großherzogpaar zogen ins Gespräch den Bildhauer Breuer, den Schöpfer des Denkmals, und den Regierungsbaumeister Moritz, der den Rundbau gefertigt hat. ML dem Vortrag des „Niederländischen Dankgebets" durch den Männeraesangverein schloß die Feier.
Nach der Enthüllung fand ein Festmahl im Gürzenich -statt. Oberbürgermeister Becker begrüßte den Großherzog, den treuen großen Mitkämpfer Kaiser Wilhelms L um die Einheit und Grüße Deutschlands. Die heutige Feier weihe 'das neue Ratssilber ein, nachdem das alte im dreißigjährigen Kriege verloren gegangen. Der Redner schloß mit einem Hoch aus den Kronprinzen und die fürstlichen Gäste.
Ter Kron Prinz erwiderte, er sei sich der großen Auszeichnung wohl bewußt, die ihm durch den Auftrag seines Vaters, der ihn zur Vertretung hierher gesandt, zuteil geworden. Andererseits erfülle ihn mit aufrichtiger Genugtuung und herzlicher Freude der Gedanke, an der Stätte wieder wellen zu dürfen, wo er als fröhlicher: Student in der Mitte der Bürger geweseu Tie ganzen Gefühle, die er in diesem Augenblicke für die Stadt Köln und den Oberbürgermeister persönlich hege, fasse er zusammen in dem Rus: alaaf Köln!
Sodann hiell der Großherzog von Baden eine A usprache, worin er zunächst in seinem und der Großherzogin Namen den Dank für die Einladung zu der Feier und die Begrüßung aussprach, die ihnen beiden bei ihren
innigen Beziehungen zu den heute Geehrten sehr wohlgetan habe. Wir betrachteten und bewunderten die Denkmäler mit pietätvoller Empfindung und schließen uns dem Danke dafilr au, daß die beiden hohen Persönlichkeiten in dieser Weise richtig erkannt und geehrt worden sind. Der Großherzog erinnerte daran, was Kaiser Wilhelm in der Zell, da er in der Rheinprovinz tätig war, Bedeutungsvolles geschaffen habe. Tie Erinnerung daran werde in der Provinz stets sorlleben. In Koblenz habe er die erste Grundlage zu der Reorganisation der Armee gelegt, die er, als er -ur Negierung kam, aussührte. Ihm seien hauptsächlich die Erfolge des Jahres 1870 zu verdanken, und in seiner Tätigkeit habe chn die Kaiserin Augusta unterstützt, und was die Kaiserin Augusta für die Rheinprovinz getan, welchen Tank ihr die Provinz für ihr wohltätiges Wirken und alles, was sie zum Wohle des Vaterlandes unternommen, schulde, sei heute am Denkmal in schönster Weise hervorgehoben worden. Nicht allen aber sei bekannt, in welchem Maße sie ihre ganzen Geisteskräfte zur Mitwirkung an der Lösung der nationalen Fragen eingesetzt habe. Tie Kaiserin darüber haben hör.n. und ihre Dlligk^llin ti.fer Richtung haben verfolgen können, sei dem Großherzogpaare in unauslöschlicher Erinnerung. Das von der Stadt Köln ihr gesetzte Denkmal sei nach seiner Meinung ein Tank für ihre nationale Gesinnung und alles, was sie in dieser Hinsicht späterhin als Kaiserin gewirll habe. Im gleichen Geiste aber sei Kaiser Friedrich in Koblenz erzogen und von Kaiser Wllhelm geleitet worden. Und was wir Kaiser Friedrich verdanken, so etwa ftchr der Groß- Herzog d arnach fort, das, meine Herren, haben Sie ja auch mit so schönen Worten ausgesprochen. Es ist unvergleichlich, aber auch vorbildlich gewesen, vorbildlich in jeder Beziehung. Auch ihm diesen Dank zu bringen, ist eine schöne herrliche Gabe der Stadt Köln. Aber, meine Herren, wenn wir einen Rückblick auf die Vergangenhell getan haben, so wollen wir auch einen Hinausblick nehmen in die Zukunft. Mr haben den Vertreter des Kaisers hier vor uns und wir blicken auf ihn mit der Hoffnung, daß er einer g lücklich en Zutun ft entgegen gehe und noch lange an der Seite des Vaters das kennen lernen werde, was notwendig ist, um in der Zukunft tätig sein zu können. (Beifall.) Wll alle aber müssen uns das Wort geben, daß wir helfen wollen, das was geschaffen in den Jahren 1870 bis 1871, aufrecht zu erhallen, und wll können es nur aufrecht erhalten, wenn unsere Gesinnung tadellos und aufrichtig ist und wll rückhaltlos und mullg aus die Bahnen gehen, die notwendig sind, um, ich sage es noch ausdrückliche heutzutage Herr und Meister zu bleiben, stark zu werden, daß das Reich gedeihe und immer kräftiger werde, immer mehr Ansehen erwerbe. (Lebhafter Beifall.) In dieser Empfindung bitte ich Euere kaiserliche Hoheit um die gütige Erlaubnis, hier ein Hoch auszubringen auf das Teutsche Reich. Das Deutsche Reich lebe hoch! Die Versammlung stimmte begeistert ein und sang stehend die Nationalhymne. Gegen 7 llhr wurde die Tafel aufgehoben.
KtttyülluNg des Richard Wagner-Aenkmals in Z^rliu.
Berlin, 1. Okt.
Die feierliche Enthüllung des Richard Wagner-Denkmals fand heute mlltäg statt. Das prachtvolle Sommerwetter
nut dem Aussehen, das der Sllell um die Denkmalsweche erregt hatte, der bekannllich alle Künsller von Ruf und namentllch alle namhaften Musiker der Gegenwart von der Feierlichkeit fern gehallen hat, lockte Tausende von Neugierigen heran. Der ausgezeichnet gewählte Platz am Tiergarten war im weiten Umkreis dicht belagert. Auf der linken Tribüne standen die vereinigten Kapellen der Gardetruppen, aus der rechten gegenüber der Berliner Sängerbund unter Leitung des Prof. Schmidt vom Lehrergesang- verein. In einem mit der Kaiserllone geschmückten Pavillon an der Vorderfront des Denkmals erwartete man den Vertreter des Kaisers, Prinz Eitel Fritz, und den Ehrenpräsidenten des Komitees, Prinz Friedrich Heinrich von Preußen. Kurz nach 12 Uhr fuhren chre Wagen vor und Minister Studt, Gras Hochberg und Intendant v. Hülsen waren zum Empfang da. Das Festprogramm begann mit dem von den Regimentskapellen gespielten Wagnerschen Kaisermarsch, in dessen Ende der Männerchor mit dem von Wagner gedichteten, darin eingeflochtenen Lied einsiel. Die große Entfernung von Orchester und Chor blieb dabei, was den Gesamteindruck bellaf, leider nicht ohne Einfluß. Darauf folgte der Chorgesang: „Ehret euren deutschen Meister", gleichfalls von Milltärmusik begleitet. Dann hiell Kommerzienrat Leichner, der Vorsitzende des Komitees, ein Berliner Puder- und Schminkesabrllant, die Festrede. Er pries mit weichintönenden Worten den „nationalen Meister", betonte das Internationale der Festversammlung und feierte zum Schluß das von dem braven Pros. Eber lein schlecht und recht geschaffene Denkmal „als den Ausdruck des lebendigen Willen des deutschen Volkes". Nach seiner Rede, die in einem Kaiserhoch endete und von den beiden Prinzen stehend angehört wurde, fiel die Hülle des Denkmals. Das Mllitär spielte „Hell Dll im Siegerkrauz". Es folgte nvch der Chor aus den Meistersingern: „Wachet auf" usw. Während des Gesanges wurden den kaislllichen Prinzen die Vertreter auswärtiger Verbände und Regierungen vorgestellt. Mit der Niederlegung von Kränzen durch Deputierte und einer sehr kurzen Besichtigung des Denkmals schloß die Feier.
Der offiziellen Einladung zufolge waren „die Herren vom Zivil im schwarzen resp. blauen Frack" befohlen worden, sagt die ,^reis. Ztg.". Ursprünglich war die Anlage in einem well größeren Umfange geplant. Der Kaiser bestimmte jedoch daß der Rahmen der im Tiergarten vorhandenen Monumente, besonders ber_ von Goethe und Lessing, nicht überschritten würde. Es fand zuerst ein allgemeiner Wettbewerb mit internationaler Jury und unter Ausschluß der Ausländer statt. Bei dem letzten Wettbewerb erhielt Eberlein, ein Künstler ohne Bedeutung, der einem Klinger nicht das Wasser reicht, den ersten Preis; auch: wurde ihm die Aussührung des Denkmals übertragen, doch mußte er seinen Entwurf nach Anordnungen des Kaisers vollständig umarbeiten. Die Figur Magners, die ursprünglich vor dem Postament thronte, wurde hinaufgesetzt und trat hier an die Stelle einer Muse.
Tas Denkmal, ganz aus griechischem Marmor gemeißelt, erhebt sich auf einem zweistufigen Granllplateau von 14 Metern im Quadrat. Em breller Stufenunterbau führt zu drei welleren Marmorsmfen, und auf einen Sockel gründet sich dann das viereckige, an der Rückselle abgerundete Postament in gedrungener Form und von romanischem Charatter; es ist mit Ziersäuleu, Bogen und Qrna-
FemUeton.
Der bekannte Wetterprophet Rudolf Falb ist, wie wir bereits gestern kurz meldeten, in Schöneberg bei Berlin an einer Lungenentzündung gestorben. Falb .ist 65 Jahre alt geworden. Er wurde in Steyermark geboren und zum katholischen Geistlichen geweiht. Nachdem ser einige Zeit lang Seelsorger gewesen war, trat er aus dem geistlichen Stand aus, wurde Protestant und legte sich .auf Astronomie, Physik unb ähnliche Zweige der Wissenschaft, um die Welt mit seinen Wetterprognosen zu beglücken. Vorhersagungen Falls sanden in Larenkreisen mancherlei Beachtung, da sie wegen ihrer Elastizität in Charatter und Ausdehnung scheinbar nicht selten zutrafen. In Wirttichteit hätte jeder Schäfer ebenso gut prophezeien können; derrn war das Wetter hier nicht so, wre Fall vorhergesagt hatte, so gab es doch irgend einen Winkel, wo die Prophezeiung zutraf; und war Erdbeben in Aussicht gestellt mit achttägiger Wartefrist vor und nach dem Termin, so konnte man sich bestimmt darauf verlast en, daß in diesen vierzehn Tagen von irgendwo her, jedenfalls aber aus Peru, ein Erdstoß gemeldet wurde. Fall hatte also wieder einmal recht gehabt. Als der erste Eindruck der Fallschen Prognosen verflogen war, da ist es dem inzwischen alt und krank gewordenen Manne mitunter recht schlecht ergangen. Zu seinem 60. Geburtstage wurden für ihn von guten Leuten in deutschen Landen 000 Mark gesammelt. In den letzten Jahren hat Falb still in Schöneberg gelebt und »raßer der Herausgabe seiner Prognosen nichts mehr unternommen. Seine Wetterprophezeiungen werden auch von den Anhängern Falls nicht mehr recht ernst genommen; es gibt Spötter, die vergnügt sind, wenn Fall während der Ferienzeit Regen und Unwetter bereit hat. Dann wird das Wetter gewiß gut, sagen sie, — und gewöhnlich haben sie recht. Es ist Überhaupt eine eigene Sache mit dem Wetterräten, und mehr als einer hat sich schon vor Fall damit in die Nesseln gesetzt. In Mitteldeutschland sehr bekannt war Stannebein, der auf der Esels- miefe des „Leivziger Tageblatts" in der Mitte des vorigen Srbunberi§ 1an3e Zeil grafte. Stannebein hatte sich Schichten im Luftraum zurechtgelegt, uiid wenn er an- kündigte: Wolken in der fünften und sechsten Schrcht, so war das Wetter banüch. einzuriel)ten. Met vrelem Behagen
EST.
haben die Sachsen jahrelang Stannebeins Wettermacherei über sich ergehen lassen. Bekannt war auch Professor Klinkerfues in Göttingen als Wettermacher, der sich anfangs der achtziger Jahre erschoß. Klinkerfues mar von der Wichtigkeit und Richngkell seiner Wetternachrichten so überzeugt, daß ihn einmal der unlautere Wetllewerb eines Bauern in der goldenen Aue so in Rage setzte, daß er selbst zu dem Manne fuhr, um mit ihm abzurechnen. Nach stundenlanger Fahrt traf er bei dem unwissenschaftlichen Kollegen auf dem Torfe ein. Er wollte sich zunächst nicht zu erkennen geben, um nachher den „dummen Bauern" desto gehöriger abtrumpfen zu können. Er redete denn auch den leutseligen Laiidmann an, wie er es gemacht habe, um in den Ruf als unfehlbarer Wetterprophet zu kommen. „Ja", erwiderte unser Bauer in schönstem hannöverschem Platt, „das ist ganz einfach. Ta ist in Wtttngen so ein verrückter Professor, der auch Wetter macht. Wenn der nun in die Zeitung druckt, daß es schlecht werden soll, so sage ich: es wird gut; sagt er gut, so sage ich schlecht. Das ist gewöhnlich richtig." Klinkerfues soll sich sacht saldiert haben; an seine Reise hat ihn später niemand erinnern dürfen. — So kann es einem beim Wettermachen ergehen, und so ist auch Fall in der Zeit der schönsten, sonnigen 5^erbsttage hingeschieden, für die er Regen und nochmals Regen prophezeit hatte.
Ein unver brenn bares T Heater will C o q u e- lin, der berühmte Pariser Schauspieler, erfunden haben. Es soll nach seinen Angaben 300 Plätze enthalten. „Es wird in diesem Theater alles verkehrt sein" — so teilt Coquelin mit — „die Logen unten, das Parterre oben und die Orchestersitze zwischen beiden. Tie Bühne wird zum Teil so eingerichtet werden, wie die des antiken Theaters; man wird von allen Plätzen aus gleich gut sehen und hören, und es wird sich kein Mensch den .Hals zu verrenken brauchen, um die Bühne zu sehen. Für den Saal nehme ich mir das antike Theater zum Muster, aber nur im Prinzip; ich werde ihn also nicht stufenförmig aufbaucn, denn es wäre besonders für die heutige Damenwelt unangenehm, wenn die Beine der oben sitzenden Herrschaften die Köpfe der unten sitzenden berühren würden. Ten Zugang zu dem Saale soll eine rechtwinklige Säulenhalle bilden. Rechts und links befinden sich die Kassen. Man tritt durch zwei
große gewöllte Türöffnungen ein und gelangt in einen Vorraum, der gewissermaßen eine Ergänzung der Säulenhalle bildet. Atan findet sich sieben Türen gegenüber, die zu den Salons der Logen führen, denn alle Logen sollen Salons haben. Daneben sind stufenförmig die Orchestersitze angelegt, und über ihnen befinden sich die Balkonsi mit den Plätzen, die man früher im Parterre fand. Der Horizontalschnitt des Saales wlld ein Trapez bilden, und fast alle Zuschauer werden der Bühne gegenüber sitzen. Die Bühne selbst wird gewissermaßen unabhängig vom Saale sein, und der Schauspieler wird sich dort bequem bewegen! können wie im antiken Theater. Die Dekorationen sollen sehr einfach fein. Fortuny hat eine elektrische Lampe erfunden, die die Dewrationen sozusagen durch Projektion auf die Bühne verpflantt. Sie verbreitet ein helles, aber unendlich mildes Licht, das vortresiliche Perspektiven gibt. Es werden mit diesem Licht alle Phasen der Nacht und des Tages dargestellt werden können: die Morgenröte, die erlöschenden Sterne, der fahle Lichtschein, der dem. Sonnenausgang vorangeht, die Wolken am Horizont, die Sonnenscheibe, die Dämmerung, des Mondes Silberschein am blauen Nachthimmel. Wenn das Theater fertig fein wird, werden wir irgend ein Stück geben. Zwischen dem ersten und dem zweiten Atte trete ich vor und halte etwa folgende Ansprache: „Meine Damen und Herren, bitte, räumen Sie den Saal und gehen Sie in die Vorhalle, wo Ihnen Er- ftischungen gereicht werden sollen. Mein Freund Binet (der Erbauer des Theaters) wird inzwischen das Theater an- zünden!" Balo darauf wird das Publikum konstatteren können, daß das Theater unverbrennbar ist. Auch für den Rauchabzug wird gesorgt fein, denn die Fenster werden sich bald nach dem Ausbruch des Feuers autvmcllisch offnen und den Rauch hinausziehen lassen..." — Das sieht nun allerdings wie eine Erfindung aus, aber wie die einer wirksamen grotesken Erzählung für einen neuen Schwank.
Paris, 1. Ott. Unter den Freunden Zolas ist beschlossen worden, eine internationale Subskription zu organisieren, deren Erträgnis zum Ankauf der Zolaschen Be^ sitzung. in Medan Verwendung finden soll. Daselbst soll ein Vif 1)1 für obdachlos e«D ich ter und Schriftsteller errichtet werden.


