Ausgabe 
2.10.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Bersarmnlung bebauerl, da > uuf t>em Wcitofl persönlich« gen

1 ' ...... $Y?niim i'hinnTmien SITC1I

1903

(&ru|t Di o m m c l, Theodor F ahr, (tioltiricb Büscherhoff Heinrich Rendjchmidt Richard Sartorius, Zum Dr. p h 11.:

nahmen das vorher bestellte Frühstück daselbst ein.

L. U. Promotionen. Im Monat September wurden an der Landes-Universität promoviert:

Yeues vom AalKan.

DerFrkf. Ztg." wird aus Sofia telegraphiert: Von /der Grenze bei Küstendil wird gemeldet, daß fünf vereinigte Kommandos der i)lusständigen gegen 8000 Mann türkischer Truppen bei Lukowo, etwa 30 5Ülometer von der bulgarischen Grenze kämpfen. Die Ausständigen schlugen mehrere An­griffe ab und warfen 160 Bomben. Die türkischen Verluste betragen mehrere Offiziere und 300 Mann. Daö Gefecht dauert noch fort. Lukowo ist abgebrannt.

Auö Konstantinopel meldet die ,Frkf. Ztg.": Der ^utzomalachische Delegierte in dem dem General-Inspekteur Hilmi Pascha beizugebenden Nationalitätenrate wurde nu: Wunsch des rumänischen Gesandten durch Dr. Pandeli Maschu auö VeleS ersetzt. Die Delegierten erhielten Auftrag, sich nach Monastir zu begeben. Ihre Bezüge sind aus 30 Pfund nronatlich festgesetzt. DaS Gerücht, dag Griechenland gegen die Anerkennung der anderen Nchionalitäten protestiert habe, wird von den griechischen Diplomaten für unbegründet er­klärt. Griechenland habe nur gegen eine eventuelle Bevor- zugimg Bulgariens im Mttionalitätenrate protestiert. Eine Jrcrde deL Sultans bestimmt, daß der Vorschuß aus die neue Anleihe, der sich aus eine Million Psimd beläuft, ausschließ­lich für Kriegsanschassungen Verwendung finden dürfe.

worben haben. Es sind dies der in der Stadt Gießen noch in sehr guter Erinnerung stehende Polizeirat Nover, der sich schon vor dem Jahre 18<8 um die Stadt sehr Oer- biciit gemacht hat, und weiter Pvlizeirat Fresenius, unter dem. die Reorganisation der Polizei un Fahre 1878 sich voll­zog. Bis dahin bestand die Gießener Schutz Mannschaft aus 8 Polizeidienern und 3 Hilsspoiizeidnuern (Nachtwachtern). Im Jahre 1878 wurde das Korps vermehrt, sodaß es einen Wachtmeister und 14 Schutzleute zählte. Tie Stadt Ivar damals in 13 Patrouillen ein geteilt. Im Xicutfe der Zeit trat dann durch die weitere Ausdehnung der Stadt und nehrung

sodaß wir jetzt 1 Wachtmeister, 26 Schutzleute und 6 Hilfs- schutzleute haben. Statt zusammen 15 Schutzleute im Jahre 1878 haben wir jetzt 32; damals hatte die Stadt laum 14 000 Einwohner, jetzt zählt sie mehr als 26 000,

Nachdem Polizeiamtmann .vechler in seinem Rückblick aus die Geschichte der Schutzmannschast tonstatiert hatte, daß in den 2.» Fahren keine Klagen über Ilebergriffe u. dgl. der Polizei sich erhoben hätten, überreichte Provinzial- direltvr Dr. Breid er t mit einer ehrenden A«sprache den

Zum Dr. med.

Foses Oertgen, approbierter Arzt auö Katernberg, Theodor Goldenberg,

wieder eingestürzt.

R.D. Dar m st ad t, 1. Ott. Die Kaiser in von Ruß­land, der Groß her zog und die übrigen Fürstlichkeiten unternahmen gestern nachmittag noch einen Ausflug nach dem reizend gelegenen Schlosse zu Seeheim. Seilte früh begab sich der Großherzog zur Jagd in den Großh. Wild- parl bei Einsiedel und von dort zurückgekehrt, besuchte er mit der Kaiserin mehrere hiesige BerkaufsgeschLste. Heute nachmittag unternahmen die Kaiserin, der Groß­herzog und die anderen fürstlichen Herrschaften zu Wagen einen Ausflug nach Jagdschloß Wolfsgarten, wo auch der Tee eingenommen wurde. .

Offenbach, 1. Ott. Die heutige Sitzung der Stadt­verordneten stand unter dem Zeichen der Amtsein­führung des neuen besoldeten Beigeordneten Zopfs. Ter Vorsitzende richtete hierbei Worte der Anerkennung und des Tankes an Beigeordneten Gerhäuser, welcher li/2 Jahre vertretungsweise, die umfangreichen Geschäfte zur größten Zufriedenheit führte. Beig. Zopfs sprach die Hoff­nung aus, daß seine Tätigkeit der ^tadt zum Segen ge­reichen werde. Es besteht mit einer Theater-Ge­sellschaft ein Vertrag mit der Stadt, der vom 1. Ott. ab bis 31. März 1904 weitere Gültigkeit haben sott und nach welchem die Stadt etwaige Fehlbeträge in der Tages- tasse bei den einzelnen Theatervorstellungen bis zur Höhe von 50 Mk. auf die Stadt lasse übernehmen soll. Tie Ver­sammlung nahm den Vertrag an. .

Marburg, 30. Sept. Ter hiesige national- soziale Verein beschloß als selbständiger Verein unter seinem bisherigen Namen und in seiner bisherigen Weise fortzuarbeiten.

Marburg, 1. Okt. Vor einem halben Jahre nahm das Projekt der neuen Pferdebahn greifbare Gestalt an unb heute ist es schon verwirklicht. Der erste geschmückte Wagen verkehrte heute aus der Strecke zwischen Nordbahnhos unb Universitätsstraße, fortwährend dicht besetzt mit Fahr­gästen. Gestern mittag wurde der Bahnarbciter Vorname von Unterrespe bei Güttingen aus der Strecke MarburgCölbe von dem von Kassel kommenden Schnellzuge überfahren. Der 60jährige Manu wollte einem von Marburg abgegangenen Güterzuge aus dem Wege gehen, wurde aber in dem anderen Geleise von dem beranbrausenden Schnellzuge ergriffen und

Uteimtr äußerte sich in einer Erbitterung gegen Bebel. Es wurde ein Beschluß angenommen, in dem die

Gießen, Ernstthal, Pirmasens, Voljiic, Bereut, Gießen.

hiesigen Regiments aus seinem Zimmer in der Stadtkaserne. Das Geschoß drang ihm durch den Kopf, sodaß der Tod so­fort eintrat. Die Beweggründe sind in der vorschriftswidrigen Behandlung eines Untergebenen zu suchen; der Vizefeldwebel sollte heute deswegen vernommen werden. Ueberspanntes Ehrgefühl hat ihn zu dieser Tat veranlaßt. Siebert war ein guter und tüchtiger Soldat, nur leicht erregbar.

** Ein alter Spruch- In einem Orte Oberhessens ließ, wie man uns mitteilt, jemand das Dach seines Houses reparieren. Tie alten Dachziegel wurden entfernt und durch neue ersetzt. Auf einem Ziegel sand inan die Notier­ung der Jahreszahl 1786 vor und ferner folgendes Spruck)- lein:Gib Gott allein die Ehr, sonst keinem Nicht mehr. ES ist kein Vöglein so klein,'es will sein Nest haben altern. Aus Leimen der Erde bist Du gestaltet, und zu leimen der Erde sollst Tu werden." Es ist ein Hohlziegel und noch gut erhatten.

u. Grünberg, 1. Okt. Gestern weilte hier der In- genieur einer Eifenbahn-Baugesellschaft und besichtigte in Be­gleitung einiger hiesigen Herren das für das Bahn Projekt Grün berg Li ch in Vorschlag gebrachte Gelände bis nach Ettingshausen, von wo sich bis hierher über Queckborn eine Steigung von 1: 50 ergeben wird.

0. Mücke, 30. Sept. Heute fand die feierliche Eröff­nung der sertiggestellten Bahnlinie Mücke-Laubach statt, aus welchem Anlaß heute nachmittag um 3 Uhr ein Sonder­zug von hier abgelassen wurde, welcher schon auf der hiesigen Station von einer großen Anzahl Jestgäste besetzt wurde. Als Vertreter der Großh. Regierung war der Finanzmimster Exz. Gnauth erschienen, außerdem Se. Erl. Graf Solms- Laubach, Provinzialdireltor Dr. Breidert, Eisenbahndirektwns- präsident Thonw-Franksurt, Geheimrat Schönfeld-Schotten, Obcrfinanzrat Rothe-Darmstadt sowie eine Anzahl von Ge­meinde- und Bahnbeamten. Ueberall wurde der mit Fähnchen und Guirlanden geschmückte Zug von der Bevölkerung, den Schulen u. s. w. mit jubelnden Hurrarufen begrüßt. Auf der Station Stockhausen hielten Lehrer Dirlamm, in Weickartshain Pfarrer Weinberger von Lardenbach Be­grüßungsansprachen; in Weickartshain wurde auch noch dem Eisenbahndircltionspräsidenten durch das Töchterchen des Herrn Stendal ein prächtiger Blumenstrauß überreicht. Besondere Freude über den Bahnbau bekundete Freienseen, wo der erste Zug unter den Klängen einer Musikkapelle und freudigem Hurra emlief. Pfarrer Röschen sprach namens der Gemeinde allen denen, die sich um das Zustandekommen der Bahn verdient gemacht, innigen Dank aus und schloß seine An­sprache mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog, worauf die Anwesenden die Fürstenhymne anstimmten. Nachdem den eingangs genannten Herren von hiesigen Damen Blumen­sträuße überreicht worden und der Gesangverein ein flottes Lied gesungen hatte, wurde das Stationsgebäude m Augen­schein genommen und darauf unter fröhlichen Zurufen der Bewohner die Fahrt nach Laubach fortgesetzt. In Freienseen selbst ivurde das heutige Ereignis abends noch durch eine Ortsfeier bei Musik und Gesang in fröhlichster Weise be­gangen und den Schulkindern die üblichen Festbretzeln oer* teilt. Rach Passieren der Station Laubach-Wald, wo die Festgäste mit einer Gewehrsalve der Forstwarte begrüßt wurden, lief der Sonderzug gegen * 1/i 5 Uhr in den festlich geschmückten Bahnhof Laubach ein, woraus sich die Teil­nehmer unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Festessen in den Schützenhof begaben, wobei die animierteste Stimmung . herrschte. Die bei solchen Anlässen üblichen Toaste wurden ausgebracht von Exz. Gnauth, dem Grafen zu Solms-Lau- bach, dem Präsidenten Thoms, dem Bürgermeister Jochen und Kaufmann Ritter, beide von Laubach. Abends um 3/4 8 Uhr fuhr der Extrazug mit den Festgästen wieder zurück

1 über Mücke nach Gießen. Möge die nun dem öffentlichen' ' Verkehr übergebene neue Bahnlinie die von den beteiligten Gemeinden gehegten Hoffnungen in vollstem Maße erfüllen und ein Mittel zur Hebung der gegenseitigen wirtschaftlichen

( Interessen sein und bleiben.

0. Ak ücke, 1. Okt. Ein seltener Transport traf gestern von Gießen hier ein; es war ein Wasserzug, der zur Speisung der Lokomotive des heute hier zur Einweihung der Bahn MückeLaubach beförderten Sonderzuges dienen sollte. Wie wir hören, war der für diesen Zweck gegrabene Brunnen

Mugelmeier, Bärrn und Rühl.

Daraus ergriff Oberamksrichter Gebhard das Wort und stellte als langjüh-riger hiesiger Richter ebensalls mtt Genugtuung fest, daß ihm kein Fall vorgekommen sei, tn dem etwa von der Schutzmannschaft fahrlässige Anzeigen erhoben worden seien. Auch Oberstaatsanwalt Theobald gedachte in lobender Weise der Polizei; insbesondere hob er die Tätigkeit der Kriminalpolizei hervor.

Oberbürgermeister Mecum, der mit mehreren anderen Zerren vom Stadtvorstaude erschienen war, stellte dar, wie Polizei und Bürgerschaft im besten Einvernehmen stunden, beglüclwiiuschte die Schutzmannschast und überreichte im Namen der Stadt Gießen den Jubrlaren je ein ansehn­liches Geldgeschenk. r

ytach diesen Ansprachen dankte Wackftmeister Kaspar im Namen der Jubilare für die ihncm gewordenen Aus­zeichnungen und sür die ehrende Anerkennung, die Provin- zialdirettor Dr. Breidert und Amtmann Hechler ausge- prochen hatten, und Oberbürgermeister Mecum und den Vertretern der Stadt sür die Gratisikationen. Er gelobte, daß die Polizeimannschaften auch sernerlsiu als Wächter der Gesetze und zum Schutze von Eigen­tum und Leben treu tätig sein wollten und wüiisclfte, daß die jüngere schutzmannschast an biefem Tage sich vornehmen möge, treu ihre Pflicht zu erfüllen. Ec schloß eine Ansprache nut einem Hoch aus Se. K. H. den Groß-

die Feier in der Turnhalle beendet war, harrte im Schulhos schon der Photograph, um von der Schutz- mannschajt nut ihrem Ches und dem Bureaupersonyl ein Bild auszunehmen. ~ c c. .

Am Abend sand sich din großer Teil der dienstfreien Mannschaft zu ►tfner privaten Feier im Cafo Ebel ein, wobei auch von den eiiigeladenen Herren Provinzial- direttor Dr. Breidert, Regierungsrat Dr. Wagner und Amt mann Hechler awvesend warcm. Mehrere Ailsprachen wurden gehalten; Provinzialdirektor Dr. Breidert dracksie ein Hoch aus den Großherzog aus, Regierungsrat Dr. Wagner feierte in humorvoller Rede die Schutzmannssrauen. Bis spät in die Nacht tyinein blieb man in fröhlicher Unter* Haltung zusammen.

Wachtmeister Kaspar feierte, was man erst nachträglich vcriiahm, am selben Tage noch ein Jubiläum; gestern waren iiämlich 40 Jahre verstossen, daß er als 18jahriger Frei­williger in das damalige Großh. .Hess. Ehevauxleger-Regi- inent in Butzbach, das nachmalige Garde-Dragoner-Negi- ment Nr. 23, eintrat.

Kcer und Alottc.

Strenge Strafe. In Heidelberg ist cs an­läßlich eines kriegsgerichtlichen Urteils zu Skandal- sieuen gekommen. Es handelte sich um vier Gr en a- diere der 6. Kompagnie des in H<'ä)elberg garnisoniereil- den Balaitlons vom 2. badischen Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm 1. Nr. 110, die wahrend des Manövers in Zivil- ficiberu Unteroffiziere überfallen unb miß* bandelt hatten. Sie wurdeir ^n 10, 6 und 3 Jahren 9 Monaten verurteilt. Als das kriegsgerichtliche Urteil be­sannt wurde, rottete sich eine starte Masse zusammen, die die Militärrichter mit Pfeifen, Johlen und Sdjjreien eui- pfiug. Spöttische Hochrufe aus Hüssener wurden laut. ES kam zwar nicht zu Tätlichkeiten, aber der Skandal spottete aller Beschreibung. Nur langsani und widersttcbend zerstreute sich die Menge.

Ausland.

London, 1. Ott. Ein englisches Syndikat erklärt, daß das (Gebiet, aus dem Lebaudy sein Saöara-Reich errichten wolle, betn Syndikat gehört. Falls Lebaudy dieses Ctebict (ui sich ziehen wolle, so werde es eine Klage wegen Piraterei gegeii Lebaridy anstrengeu.

Madrid, 1. Ott. Ter Oberst de Bourbon ist tvegen einer Zwisttgkeit mit dem Gouverneur vom Kriegs gericht zu zwei M o naten Festung verurteilt worden.

Mürz ft eg, 1. Ott. Tie heutige Hofjagd lieferte ein oen Vorbereitungen wenig eichprechendes Ergebnis. Von sämtlichen 21 Jägern wurden bei 300 Schüssen 63 Gemsen und ein Hirsch erlegt nick) mehrere Stücke angeschossen. Ter Zar bewährte sich als guter SckKtze, da er 9 Elemsen er­legte. Kaiser Franz Joses erlegte Mei Böcke und eine Geis, Erzherzog Fran^ Ferdinand 15 Gemsen. Die Po li­tt s che n Konferenzen begannen heute. Nach der Nück- kchr von der Jagd hatte der russische Botschafter Kapnist mit LamSdorss eine Zusammenkunft. Nach dem Tiner konse- rirrten GoluchowStt und LamSdorss bis jpät abends. Nach Besichtigung der Strecke zogen sich auch der Kaiser und der Zar in die Appartements zu einer längeren Besprcchiurg zurück.

drei Jubilaren, die vam Jahre 1878 an noch jetzt tätig sind, die ihnen vmn Ewoßherzog perliehenen Auszcichnun- uv.i, nämlich dem Wachtmeister Kaspar das Srlberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen, den Schutzleuten Göbel und Pfeffer das allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür langjälirige treue Dienste." Von den älteren Polizeidienern imiroen übrigens im Jahre 1878 übernommen die Schutzleute Heim, Mulchs Gemmecker,

Aus Stüdt uuü Kani».

Gießen, 2. Oktober 1903.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Oberleherer an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt Dr. Wilhelm Büchner den Charakter als Prosessor erteilt. Durch Entschließung Großh Ministeriums des Innern vom 1. Oktober d. I. wurden die Lehramtsaccessisten Dr. Bruno Beutler zu Rimbach i. O., Max Halm zu Die­burg, Heinrich Michel zu Friedberg, Olftied Pr ät orrus zu Friedberg, Dr. Johannes Schroder zu Gießen, Dr. Reinhard Strecker zu Butzbach, Friedrich U b l zu Offen* baty, Wilhelm Wagner zu Lauterback) und Ludwig Wers- bar t zu Laubach zu Lehramtsassessoren ernannt.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Hojreitknecht Konrad Jox das Dienstehren­zeichen sür 25 Hosdienstjahre verliehen.

'* Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen passierten heute srüh 7 Uhr 57 Min. nut dem Schnellzug 76 von Kiel kommend im Salonwagen die hiesige Station und

Jas 2üjäl)nge Jubiläum der Gießener SchuH- mannschast.

Gießen, 2. Okt.

Gestern beging die Gießener Schutzmannschast, ohne vorher viel Auswand und Okrebe zu machen, die Feier ihres 25jährigen Bestehens fast nur im Kreise ihrer Bearnteuschast und besonders gelodeicer Gäste. 25 Jahre in einer auf* blüljenbeii Stadt mit so verschiedenartigen Strömungen, Universität und Militär und einer wachsenden Industrie, die ässentliche Ordnung aufrecht zu erhatten, ohne daß es zu harten Maßnahmen und Unzusriedenheiten führt, ist eine schwierige Ausgabe. Unsere städtische Polizei hat sie zu aller Zufriedenheit vollbracht. In dem sreudigen Bewußt­sein, ihre Pflicht stets gewissenhaft erfüllt zu haben, tonnte sie gestern mit ihren Gästen zusammen eine Feier begehen, der diese Erfolge unb die gerechte Freude darüber den Stempel ausdrückten. Gestern vormittag uni 11 Uhr war eine offizielle Feier in der Turnhalle der höheren Mädchen­schule, wobei die Scnutzmanuschast bis aus einige, welche Wache hatten, vollzählig vertreten war. Auch die Spitzen der Behörden und andere eingeladene Gäste hatten fich eingesunden. Viele der früheren Chefs der Polizei, die jetzt auswärts tätig sind, hatten Glückwunschschreiben ge­sandt. In der Turnhalle der INädchenschule hielt zunächst der jetzige Ehef der hiesigen Polizei, Amtmann Hechler, eine Ansprache, in der er die Verhältnisse der hiesigen Po­lizei früher nnd jetzt beleuchtete. Besonders wies er aus die Verdienste hin, die zwei Herren sich um die Reorganisation der hiesigen Polizei er-

mals sei in letzter Stunde aus die heutige Premiere von Stobitzers liebenswürdigem LustspielLiselvtt" mit Frl. Hohl in der Titelrolle hingewiesen. Arn Sonntag geht zum ersten MaleTer blinoe Passagier", Luitjpiel von Blumenthal und Kadelburg, in Szene. Tie Verfasser von Im weißen Röhl" haben mit dieser Novität wieder em Stück geschaffen, das überall einen durchschlagenden Heiler- l'eitserfotg erzielt hat und schon ourü)i das originelle Mitteu die Handlung spielt teils auf einem modernen Vergnüg­ungsdampfer, teils an einem norwegischen Touristenort lebhaftestes Interesse erregen dürste.

** Soiree Fly und Sl ade.Zwei .Stunden tm Reiche der vierten Dimension" betitelt sich, wie uns ge-^ schrieben wird, eine Vorstellung, welche am 8. Oktober tm Neuen Sa alb an (Steins Garten) von dem Künstlerpaare Fty und Slade gegeben wird. Es sei jedoch schon heute bemerkt, daß es sich bei den Soireen von Fly und Stade, welche das Gebiet des Ottnttismns, Somnambulismus, psychologischer Studien betreten, nicht um solche Darbiet­ungen handelt, wobei Personen in einen willenlosen, schtasähniichen Zustand ' versetzt werden. Fly nnd Slade, die schon vor Jahren in Berlin, in Kroll's Theater austraten, haben dort in* der letzten Wintersaison Vorstell­ungen unter .g.'oßem Andrange des Publikums gegeben. Tie Künstler -roten am 6. und 7. Oktober in Frankfurt am Main auf.

I nb 1 täe n. Pfandmeister Mn Ich und Ratsdiener Ochs feierten gestern ihr 25 jähriges Dienstjnbiläum. Ihre Dienstzeit beginnt ebenfalls mit der Gründung der Schug- inannfchast.

** Selbstmord. Gegen 9 Uhr gestern abend erschoß sich der Vizefeldwebel Siebert von der 2. Kompagnie des

'ludeinanber efriutflcu einen so breiten Raum einnahmen unb eneraiscl» neuen die Diorionrse Protesteerl, bie gegen die M.ünci>ener Pnrpngenossen erhoben ivuiben. Der Renchstags- abgeordnete n. Bollnlar Ivar rn der Versaänmlnng antoefenb, nnlpn aber nicht das Wort.

Nothirvan G u s fa s p , cand. forcst. aud Curat (Indien), Otto K e 1) in, HandetSkanunersetrelär aus Höß lins wart h, Heinrich Doll, caud. phil. aus Homberg a. O., Hermann H c r m annsdörier, cand. ehom. aus Weißenburg 1. E. Robert I 0 l l e n i u 2, cand. ehern, aus Dnrmstadl, Heinrich B a ch, caud. uiatli. aus Sprendlingen, Kurt W 1 a i c r , caud. phil. aus Gießen.

; Ausd e in B u r e audesStadtt Heater s. Noch