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2.7.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 153

Erscheint täglich außer Sonnlag-.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfijchen Landwirt die Glehener Kamillen» blätter viermal in der

Woche betßelegL NolallonSdruck u. Ver­lag der Brü h l'sehen Untvers.-Buch- u. Stein» brudetei (Pretsch (&rben) Redaktton, Lrvedttto« und Drucrerel:

Vchulstratze 7.

Adresse Mr Depeschenr Anzeiger Gießen.

Fernlprechanlchluß Nr. 51. gWTOMKwwrang

Erstes Blatt.

153. Jahrgang

Donnerstag 2. Juli 1903

GietzenerAnzeiger

** Eeneral-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

vezngspreis» monamch7öPl., otertel» jährlid) Mk. 2L0, durch Abhole- u. ZwetgsteÜen monatlich 6o Pf.; durch drePoft Mt.2. viert eb> jährl. auöschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» ür dte Tagesnummer ji8 vormittag« 10 Uhr. ^eilenpreiS: lokal ISPsd auswärts 20 Vig.

Verantwortlich tüt den poltt and allgem. Teil: P. Wittko: Mr »Stadt und Üanb* und -GenchtSsaalE. August Gütz- Mr den An» zeigenteU: Hans Beck.

Z>te neue deutsche AotKs-Kertretung »ach Stand und Beruf.

Die Namen der Abgeordneten, die den neuen Deutschen Reichstag bilden, sind nunmehr bekannt, auch ihre Partei- Zugehörigkeit und ihre Titel, soweit sie im parlamentari­schen Leben berücksichtigt zu werden pflegen. Das ist nur der Fall bei den verschiedenc* Adelsprädikaten und bei dem Doktorittel. Alle anderen Titel, wie Kommerzienrat, Professor, Landgerichtsrat, Bürgermeister, Zimurermeister, ?Zräj ident usw. fallen im parlamentarischen Sprachgebrauch ort. Es wird aber von Interesse sein, -u erfahren, welchen Berussärteu die neugewählten oeuLsch,en Volksvertreter an- gehören.

Was zunächst den Adelsstand anlangt, so gehören ihm in den verschiedenen Absrirfungen vom Herzog, Prrnzen, Fürsten, Grasen bis zum Freiherrn und einfachenvon" herab im neuen Reichstage 71 an, gegen 83 im bisherigen, 102 im Reichstage von 1893 und 126 im Reichstage von 1890. Man sieht, es vollzieht sich eine anscheinend syste­matische Verringerung des adligen Elemen ts in der deutschen Vollsvertretung. Unter diesen 71 Adligen befinden sich 1 Herzog (Christtan Kraft Fürst zu Hohen- lohe-Oehringen, Herzog vou lljest), 2 Prinzen (Prinz Schön- aich-Carolaty und Prinz Arenberg), 4 Fürsten, 14 Grasen, 1 Baron, 4 Freiherren. Die meisten Adligen fitzen aus der Rechten. Die 54 Mitglieder umfassende deurjchtonserva- tive Partei zählt in chren Reihen 3a Adlige; also fast die Hälfte aller im Reichstage vorhandenen. Unter den 19 Mit­gliedern der deutschen Reichspartei befinden sich nur 5 Adelige. Im Zentrum sitzen 1U Adlige, unter den Stational- liberalen 3, unter den 16 Polen sind nicht weniger als 12 adlig, unter den 5 Welsen sogar 4, unter den Antisemiten 2, ebenso viele unter den Wilden und 2 Sozialdemokraten (v. Elm und v. Vollmar).

Was die Berufsarten anlangt, so sind im neuen Reichs­tage wiederum weitaus am meisten vertreten die Landwirte. Der deutschkonservativen Partei gehören: Majoratsherren oder Ftdeitommißbesitzer 8, Ritterguts­besitzer 19, Gutsbesitzer 4, Hofbesitzer 2, zusammen 33 Grund­besitzer. Doch, ist deren eigenlliche Zahl hiermit wohl noch nicht erschöpft, da verschiedene Abgeordnete, die als Land­rat a. D., Domänenrat usw., auch gelegentlich einmal als Kommerzienrat (wie z. B. Frhr. v. Hey l bei den Rational- liberalen) auftreten, ebenfalls Grohgrund- oder doch Grund­besitzer sind. Die deutsche Reichspartei zählt 1 RiajoratS- herrn, 4 Rittergutsbesitzer, 1 Gutsbesitzer, 1 Hofbesitzer, 1 Domänenpächter, zusammen 8 Landwirte in ihren Reihen. Im Zentrum finden wir: 1 Major als Herrn (Grasen Balle­strem), 4 Rittergutsbesitzer, 10 Gutsbesitzer, 1 Weinguts- besitzer, 3 Oekonomen, zusammen also 19 Landwirte. Die Nationallibera len weisen auf: 1 DiajoratsHerrn (den Prinzen Schönaich-Carolath), 3 Rittergutsbesitzer, 4 Gutsbesitzer, 2 Hofbesitzer, 1 Rittcrgutspächter, 1 W^inguts- besitzer, zusammen 12 Landwirte. Die Polen haben in ihrer Fraktion 1 Majoratsherrn, 7 Rittergutsbesitzer, zu­sammen 8 Landwirte, also gcuan die Hälfte dec Fraktion. In der Gruppe der Welsen befinden sich lautet Ritterguts­besitzer, nämlich 5, u-rter den Antisemiten 1 Ritterguts­besitzer, unter den Lothringern 1 Gutsbesitzer, unter den Bauernbündlern 1 Gutsbesitzer und 1 Oekonom, in der Frei­sinnigen Volkspartei 1 Weingutsbesitzer, 1 Besitzer,, und unter den Wilden 1 Rittergutsbesitzer, zusammen also im ganzen Reichstage 9 2 Gutsbesitzer und Land­wirte gegen 112 im alten Reichstage. Nur in den Reihen der Sozialdemokraten, der Freisinnigen Vereinigung, der Deutschen Volkspartei und der Elsässer finden wir keinen Landwirt.

Von Juristen befinden sich in den Reihen der deutsch- konservativen Partei: 1 Amtsgerichtsrat und 1 Rechts­anwalt, zusammen 2; der Deutschen Reichspartei 0, des Zentrums: 1 Reichsgerichtsrat (Spahn), 1 Kammergerichts­rat (Rintelen), 2 berlandesgertchtsräte, 1 Landgerichts­direktor, 3 Landgerichtsräte, 7 Amtsgerichtsrate, 7 Rechts­anwälte, 1 Landrichter, 1 Amtsrichter, 1 Oberamtsrichter, zusammen 25 Juristen. Unter den Nationallibe­ralen: 2 Amtsgerichisräte und 2 Rechtsanwälte, zu­sammen 4.^ (Die Zahl der Juristen in dieser Partei ist ganz auffallend zurück gegangen. Im alten Reichstage besaß sie noch 14 Juristen.- In der Freisinnigen Volkspartei sitzen 1 Landgerichtsrat, 1 Oberamtsrichter, 4 Rechtsanwälte," zusammen 6 Juristen; in der Freisinnigen Vereinigung 1 Rechtsanwalt; in der Deutschen Volkspartei 3 Rechtsanwälte, in der sozialdemokratischen Partei 3 Rechtsanwälte, unter den Elsässern 4 Rechtsanwälte, unter den Polen 1 Rechtsanwalt, unter den Wilden 1 Landgerichts- Präsident und 1 Rechtsanwalt. Cs sind demnach im ganzen rm neuen Reichstage 51 Juristen vorhanden gegen 111 im alten. Hier ist der Rückgang alf» noch stärker als unter den Landwirten.

Dem geistlichen Stande gehören an im Zentrum: 1 Domdekan, 1 Domvikar, 3 Erzpriester, 7 Pfarrer, 3 Stadtpsarrer, 1 Dekan, zusammen 16, wie im alten Reichs­tage; den Elsässern 3 Pfarrer, den Polen 1 Prälat, den Wilden 1 Hofprediger a. D. (Stöcker), der Freisinnigen Ver­einigung 1 Pastor a. D. und den Sozialdemokraten 1 Pastor a. D. (Göhre), int ganzer 22 Geistliche wie im alten Reichstage. *

Groß ist wieder die Zahl der Redakteure und Schriftsteller. Es gehören an den Deutschkonserva­tiven: 1 Chefredakteur, der deutschen 9ieichSpartei 1 Schriftsteller, oen Sozialdemokraten 18 Redakteure, 15 Scyrifisteller, zusammen 33 gegen 24 im alters Reichstage, der Freisinnigen Vollspartei i Redakteur, 1. Schriftsteller, dem Zentrum 4 Redakteure, den Nationalliveralen 2 Schriftsteller, den Polen 2 Redakteure, der Freisinnigen Ver­

einigung 1 Schriftsteller, oen Antisemiten und Wilden je 2 Redatteure, den Dänen 1 Redakteur, zusammen also &) Redakteure und 20 Sch.lststeller, zusammen 50 bei der Tages­presse beschäftigte Abgeordnete, gegen 15 Redakteure und 25 Schriftsteller, zusammen 40 im alten Reichstage.

Politische Tagesschau.

Die Stunde deS Dreiklassenwahlrechts in Sachsen hat geschlagen: Das ist die Konsequenz des sozialistischen Wahlsieges im Königreich Sachsen. Von liberaler und kon- servallver Seite wird der Ruf desVaterland" nach dem Manne mit der eisernen Faust, dem sich auch diePost" und dieHamb. Nachr." anschließen, entweder als pvlp- llsche Rückständigkeit verwunderlichster Art verspottet oder ernst und energisch zurückgewiesen, und den führenden konservativenDresdner Nachrichten" sekundieren die libe­ralenDresd. Neuest. Nachr.", der nationalliberaleDresd. Anzeiger", dieChemn. Allg. Ztg.", gleichfalls national- liberal, und andere Blätter gleicher oder ähnlicher Partei­richtung und verlangen auf das dringendste entschlossenes Verlassen der alten Bahnen. So schreibt derDresd. Anz.", das Blatt der hauv-städtischen Behörden, in einem, leb­haften Widerhall findenden, Artikel:

Völlige Neuorganisation der nationa­len Parteien auf monarchisch-sozialer Grundlage und nachdrücklichste Betonung der großen weltwirtschaftlichen Ausgaben, Beseitigung aller einseitigen Kl a s s e n po lit i k, ausgleichende Berücksichtigung aller Erwerbs- und Be­rufsklassen, tunlichste Beseitiguna aller kon­fessionellen Gegensätze und Reform des Dreiklassenwahlrechts.

Cs ist Zeit, daß dte sächsische Regierung diesen mah­nenden Stimmen ein offenes Ohr leiht, und einen Gesetz­entwurf aus Abänderung des Wahlrechts ankündigt, denn die sozialdemokratischen Blätter zeigen bereits an, die So­zialdemokratie werde sich an den bevorstehenden Land­tagswahlen unter der Parole: Gegen das Dreiklassenwahl­recht für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht mit aller Energie auf der ganzen Linie be­teiligen. Die Sozialdemokratie hofft, mit Recht, auf über­raschenden Erfolg.

Heer und Flotte.

Gestern, am 1. Juli, waren es 60 Jahre, daß der General der Inf. z. D. Paul Westerwetler von An- thoni, der lang^yrige Adjutant unseres ver­storbenen Großherzogs Ludwig IV., in den hessi­schen Militärdienst eintrat. Nachdem er 1846 zum Leutnant im 2. Ins.-Regt, befördert worden war, wurde er 1848 in den Genecalquarllermeisterstab kommandiert, dem er später wiederholt längere oder kürzere Zeit angehört hat. 1859 kam er zum Generalstab des 8. Bundesarmeekorps und im Spätherbst 1860 als Ordonnanzoffizier zu dem damaligen Prinzen Ludwig von Hessen, den er im folgenden Jahre auf seiner Brautfahrt nach England begleitete, und zu dessen persönlichem Mjutanten er im August 1864 er­nannt wurde. In diesem Verhältnis nahm er teil an den Feldzügen von 1866 und 1870)71, erwarb sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde am 1. Januar 1872 mit den hessischen Truppen in den Verband der preußischen Armee mitübernommen. Nach der Thronbesteigung des Prinzen im Juni 1877 wurde Oberst Westerweller v. Anthoni Erster Flügeladjutant des nunmehrigen Großherzogs und im fol­genden Jahre mit den Geschäften des Geueraladjntauten beauftragt. 1882 rückte er zum Gen.-Major und Gcncral- adjutanten und am 22. März 1887 zum Gen.-Leutnant auf. Am 5. Mai 1889 wurde er auf sein Abschiedsgesuch pen­sioniert, wenige Tage darauf ober ä la suite der hessischen Infanterie gestellt und erhielt am 27. April 1890 den Charakter als General der Infanterie.

TasMarineverordnungsbiatt" veröffcntlich-t eine kai­serliche Ordre betreffend die Bildung der aktiven Schl acht flotte. Danach werden nach der Auflösung der diesjährigen Herb st üb mrgs flotte die Reservedivisionen der Ost- und Nordsee vorübergehend aufgelöst. Llus den Stammschiffen dieser Reservedivisionen wlld das zweite aktive Gesckstvader gebildet. Aus beiden aktiven Geschwa­dern und den zugeteilten Aufklärungsschiffen wird die ak­tive Schlachtflotte gebildet. Der Chef des ersten Geschwa­ders ist gleichzeitig der Chef der aktiven Schlachtflotte. Der Ches des zlveiten Geschwaders erhält zunächst den Stab eines Geschwaders von Küstenpattzerschiffen. An der Organisation und der Urtterstellung der Torpcdoboots- flottille wird nichts geändert.

Metz, 1. Juli. Der bisherige Kommandeur des 16. Armeekorps, Gras Häse ler, richtete an den Dezirkspräsi- d ent en von Elsaß-Lotbringen, Grafen Zeppelin-Äschhausen, anläßlich seines Scheidens von hier folgendes vom 1. Juli datiertes Schreiben: Bei meinem Scheiden von Lothringen, wo ich mich 13 Jahre heimisch fühlte, nröcklle ich Cw. Hochwohlgeboren und dem schönen Loth^ ngec Lande einen von Herzen kommenderl Abichiedsgruß zurufen und hiermtt meine besten, ausrichtigen Wünsche für dre Loth­ringer zum Ausdruck bringen.

Kolouialpost.

DieNaLionalzeitnng" stellt fest, daß über die von den Blättern gemeldete Bildung eines Syndikats für den Eisenbahnbau in Kamerun von Gtunra am Benne nach einer geeigneten Stelle am Lagvne, dem großen Unten Nebenflug des Chai an unterrichteter Stelle nichts bekannt ist.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. Juli 1903.

w Gießener Volksbad. Im Juni wurden 11376 Bäder verabreicht gegen 11759 im Mai 1903 und 10773 im Juni 1902 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 410 Bäder gegen 413 im Mai 1903 und 390 im Juni 1902. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt:

Schwimmbad 5207 Männer, darunter 707 zu 10 Pfg^

, 1858 Frauen, , 323 , 10 ,

Wannenbäder 1. Klasse 273 Männer, 135 Frauen, r 2. , 787 , 561

Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zu­sammen 105 Männer und 24 Frauen, Brausebäder 2022 Männer und 404 Frauen. Die Personenwage wurde von 240 Personen benutzt, das Bad von 18 Per­sonen besichtigt.

* Oefsentliche Lesehalle. Im Juni wurden 1672 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 836, Zeitschriften 355, Jugendschriften 186, Litteraturgeschichte 17, Dichtungen 49, Länder- und Völker­kunde 41, Kulturgeschichte 13, Geschichte und Biographien 62, Kunstgeschichte 9, Naturwissenschaft und Technologie 74, Seewesen 9, Hauswirtschaft 4, Philosophie und Religion 6, Siaatswtssenschaft 4, Sprachwisienschaft 4, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 33 Bände.

" Das 4. Abonnements-Konzert unserer Regi- mentsmusik findet heute abend im Gatten des Neuen Saal­baues statt. Der Spielplan bringt wieder sehr interessante Musik. Wir heben besonders hervor: Gens: Ouvetture Der Geiger aus Tyrol^; Schubett: Ouvett.Rosamunde^ und Lied an die Musik; Ullttchr Finale aus der Sintonie triumphala; Rich. Wagner: Fantasie ausLohengrin^ und das berühmte Quintett a. d. Op.Die Meistersinger von Nürnberg", eine jener Wagner'schen Perlen dramatischer Musik, welche unseres Wisiens hier noch nie zu Gehör ge­bracht wurde. Die gewohnte feine Durchführung unseres geschätzten Meisters Krauße bürgt für einen genußreiche» Abend.

* Ein neues Verzeichnis der Fernsprech­stellen in Gießen und den angeschlossenen Ottschaften ist soeben bei Emst Balser hier erschienen. Es kostet 60 Psg. und ist vom Juli d. I. ab in Gebrauch zu nehmen. Viele Aenderungen und neue Anschlüsse sind darin verzeichnet.

* * Vakanzen. Die Stelle eines Registrators bei der Gerichtsschrerberei des Großh. Amtsgettchts Offenbach, Abteilung für freiwillige 'Gerichtsbarkeit, sowie die Stelle eines Registrators bei dem Großh. Amtsgericht Langen ist zu besetzen. Der Anfangsgehalt beträgt 1400 Mk., der Höchst­gehalt von 2600 Mk. wird nach 21 Dienstjahren erreicht. Bewerbungen sind unter Anschluß der Zeugnisse durch die Vermittelung der dem Bewerber vorgesetzten Dienststelle bei dem Großh. Ministerium der Justiz einzureichen. Nur solche Bewerber können Berücksichtigung finden, die das 25. Lebens­jahr vollendet haben und mmdestens 5 Jahre lang als Schreibgehilfe bei einem hessischen Amtsgettcht, inSbesonde« im Registraturdienste tätig gewesen sind.

c. Wieseck, 1. Juli. Am Sonntag errang der,Rad­fahr-Verein Wieseck 1900" gelegentlich des Gau-Sommer- festes in Gelnhausen im Preiskorso unter ansehnlicher Kon­kurrenz den 3. Preis, einen Ehrenpreis, geftiftet vom Turnverein Gelnhausen.

k. Nauheim, 30. Juni. Bei der heutigen Sitzung der Stadtverordneten erfolgte die durch die Städteordnung bedingte Wahl zweier unbesoldeten Beigeordneten. Zum ersten Beigeordneten wurde unser langjähriger Beigeordneter Heinrich Langsdorf im ersten Wahlgange, und zum zweiten Beigeordneten im zweiten Wahlgange Reinhard Knieriem gewählt. Dieses Resultat wird allgemein mit Befriedigung aufgenommen.

Grünberg, 1. Juli. Ein auswärtiger Schüler der hiesigen Bürgerschule machte in den Zwischenpausen Turn­übungen an dem neben dem Spielplätze stehenden Kletter­gerüst. Dabei löste sich eine Querstange, der Junge fiel herab und brach den linken Arm unmittelbar über der Handwurzel.

y. Bad Salzhausen, 30. Juni. Während im Mai gegen das Vorjahr 200 Bäder mehr verabreicht worden sind, bleibt der Juni gegen seinen letztjährigen Vorgänger hinsichtlich der Bäderzahl etwas zurück. Der Grund hiervon ist wohl in den unfreundlicheren, rauhen Tagen zu suchen, die uns in der Mitte des verflossenen Monats beschieden waren. Das Plus im Mai wurde hauptsächlich von Badenden aus der Umgegend herbeigeführt, da die Zahl der ansässigen Kurfremden im Kurbaus sowohl als auch in den übrigen neu errichteten Hotelv nnd Pensionen leider immer noch klein ist, trotzdem die Badedirektion alles mögliche zur Hebung unseres Badeortes tut.

+ Mücke, 1. Juli. Wer z. Z. der Landstraße Mücke Ruppertenrod Ulrich st ei n ein wenig Be­achtung schenkt, dem kann die Ausdehnung deS auf ihr sich abwickelnden Verkehrs nicht entgehen. Zweifellos ist dies« Straße die verkehrsreichste des ganzen Vogelsberges. lag und Nacht gehen auf ihr die Fuhrwerke, meist schwer be­laden mit Baumaterialien. Trotz des Holzreichtums des