Ausgabe 
2.6.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Stadt imb der SLllrrve den Kaiser und die Kaiserin er­warteten. Während sich die Prozession zur Jsaakskathe- orale begab, sand im Beisein des Kaiserpaares die feierliche (Sröffnung der neuen Troiskikirche statt. Nach der Feier Lchr das Kniserpaar direkt nod) dem vor dem Denkmal Peters des Großen errichteten L'aiserzelt, woselbst nach Ein- treffen der Llirchenprozession ein feierliches Tedenm statt- sand und das Stadthaupt dem Kaiserpaare die Jubiläums­medaillen überreichte. Hierauf begaben sich dasselbe, nach­dem es vor dem Kaiserzelt eine Parade über dre vorüber- ziehenden Truppen abgenommen yatten, und inzwischen die Stadtvertreter in der Peter Pauls-Kathedrale am ty-rabe Peters des Großen die zu diesem Zweck geprägte Denk­münze niedergelegt hatten, unter begeisterten Kundgebungen des Publikums rrach dem Winterpatais.

Am Samstagabend fand ein von der Stadtvertretung Petersburgs gegebenes Festmahl statt, an dem il a. der Minister des Innern von Plehwe, der Gehilfe des Mi­nisters des Innern Durnowo, sämtliche hier weilenden Ver­treter ausländischer Städte, im ganzen etwa 1200 Per­sonen, teilnahmen. Nach den offiziellen Toasten sprachen unter starkem Beifall zunächst Tcville-Paris, sodann Kirsch. ner-Berlin. Nach Schluß des Festmahls wurden den von Peter dem Großen errichteten Regimentern sowie den anderen militärischen Abordnungen von der Sladwerttet- ung Petersburgs wertvolle Geschenke überreicht.

Ter deutsche Botschafter Graf v. Alvensleben gab am Pfingstsonntag ein Frühstück, zu welchem der bayerische Gesandte Frhr. v. Ganser, die Oberbürgermeister von Berlin, München, Königsberg, Posen, Danzig und Thorn, sowie die Herren der deutschen Botschaft geladen waren. Sämtliche Oberbürgermeister sprachen sich außerordentlich herzlich über die gastfreie und liebevolle Aufnahme aus, welche sie von feiten des Oberbürgermeisters Leljauow sowie desssen Ge- hllfen Taraszow und der gesamten Petersburger Stadtver­tretung gefunden haben.

Zum Petersburger Stadtjublläum telegraphierte Prä­sident Loubet an den russischen Kaiser:In dem Augen­blick, wo die Hauptstadt des befreundeten und verbündeten Reiches die Feier iyrer Gründung begeht, erinnere ich mich mit Dankbarkeit des warmen Empfanges, den mir die Be­völkerung Petersburgs im Jahre 1902 bereitet hat, wäh­rend ich Gast Euer Majestät war. Auch richte ich mit ganzem Herzen an Euer Majestät mit den aufrichtigsten Wünschen für das Gedeihen der herrlichen Hauptstadt den erneuten Ausdruck meiner unwandelbaren, sehr lebhaftes: Freundschaft". Ter Kaiser antwortete: ,Lshr Tele­gramm hat mich lebhaft gerührt. Petersburg bewahrt von Ihrem Derweilen unter uns eine tief sympathische Er­innerung. Ter Besuch des Oberhauptes des befreundelten und verbündeten Staates bewahrt alle Zeit seinen in den geschichtlichen Annalen besonders gelennzeichnetem Ehrerr- platz. Indem ich Ihnen von Herzen für die guten Wünsche danke, bitte ick) Sie, stets an meine Gefühle lebhafter und sympathischer Freundschaft zu glauben."

Parlamentarisches aus Hessen.

Die Abgg. Wolf und Genossen haben soeben folgenden Antrag bei der Zweiten Kammer eingebracht:

Hohe Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, von dem Erwerb weiterer erstklassiger Weinberge vwglichst abzusehen, dagegen an etwa sechs bis zehn Plätzen innerhalb Rheinhessens Weirrberge mittlerer und geringerer Lagen anzukausen und muftergiltig bewirtschaften zu lassen.

Der Antrag wird im wesenllichen durch folgende Wotte begründet:Erfahrene praktische Landwitte wissen, daß die Landwirtschaft technisch durch nichts besser geför­dert werden kann als durch landwirtschaftliche Muster­betriebe. Der Landwitt kann bei den heutigen wirtschaft­lichen Verhältnissen, wenn er seine Familie mit dem land­wirtschaftlichen Berufe ernähren und solchen schuldenfrei er­halten will, nicht viele und besonders keine Geld kostenden Versuche in der Bewittschaftung seines Gutes machen. Dies können nur einzelne reiche Besitzer, die zum Teil die Land­wirtschaft als Nebenbetrieb oder aus Liebe zu ihr betreiben, tun und der Staat. Was hier von der Landwittfchaft im allgemeinen gesagt wird, gilt noch im Besonderen von dem Weinbau.- In weiteren Ausführungen werden dann nähere Gründe angegeben.

Der Erste Ausschuß hat sich mit der Vorstellung der KreiöamtSdiener des Großherzogtums Hessen, betreffend Regelung ihrer Gehaltsverhältniffe, beschäftigt und ist auf Grund von Auskünften von Seilen der Regierung zu dem Entschluß gekommen, bei der Kammer zu beantragen: Hohe Kammer wolle die Großh. Regierung ermächtigen, den Kreis­dienern je 2 00 Mk. Einkommen aus Gebühren und sonstigen nicht pensionS fähigen Bezügen als penslonSfählg anzurechnen.

Die Negierung hat der Kammer eine summarische Ucber- sicht der Einnahmen und Ausgaben der Staats­schuldenverwaltung in den Rechnungsjahren 1894 95, 1895/96 und 1896/97 vorgelegt. Die Uebersichten haben eine wesentliche Veränderung dadurch erfahren, daß darin

auch die Resultate der StaatSrenterrablöfungs- und der Landes» kulturrentenkaffe enthalten sind, über die seit der Finanz- periode seit 1894/97 keine besondere Rechnung mehr gestellt wird, deren Ergebniffe vielmehr einem auf dem 27. Landtag (1891/94) geäußerten landständischen Wunsche entsprechend in der Veranschlagung und Verrechnung der allgemeinen Staats­schuld mit ausgenommen sind.

Kolorrialpost-

London, 28. Mai. Dem Reuter'schen Bureau aus Pola in Nordnigeria vom 9. April zugegangenen Nachrichten zufolge, traf die englisch-deutsche Grenzkommission daselbst am 4. April ein. DaS Land ist sehr troefen und wegen schlechter Ernte arm an Nahrungsmitteln. Nachrichten von der deutschen Eskotte liegen noch nicht vor.

Brüssel, 29. Mai.Soir- teilt aus amtlicher Quelle mit, daß die belgische Regierung jetzt geneigt sei, den Options­termin der Kongo-Bahn verfallen zu lassen, obgleich sie 1900 einen Antrag auf Verlängerung jener Frist einbrachte.

Aus Ktadt und Land.

Gießen, am 2. Juni 1903.

18031903. Bei dem Festesten im Kasino deS Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm brachten S. K. H. der Groß- herzog, wie wir bereits mitteilten, zunächst ein Hoch auf den allerhöchsten Kriegsherrn und Regimentschef, S. M. den Kaiser, aus und hielten demnächst folgenden Toast:

Ein kurzer Rückblick auf die ruhmreiche Vergangenheit des heute sein hundertjähriges Bestehen feiernden Bataillons sei ge­stattet. Die Gründung erfolgte in trüber Zeit; die Macht der Ver­hältnisse zwang das Bataillon, seine Kraft in die Dienste eines reniden Eroberers zu stellen; diese Zeiten werden nicht wiederkehren. Toppell anzuerkennen bleiben die Pflichttreue und der Opfermut des Bataillons, welches auch unter diesen chwierigen Verhältnissen seine Fahnenehre unbefleckt zu erhalten wußte. An der Befreiung Deutschlands vom ftemden Joch in den Jahren 1814 und 1815, wie an der Niederwerfung des badischen Aufstandes 1848 und 1849 war das Bataillon ruhmreich beteiligt; es hat im Jahr 1866 seine volle Schuldigkeit getan und in dem großen deickschen Einigungskampf der Jahre 187071 von neuem sich unverwelklichen Lorbeer um die kampferprobten Feldzeichen gewunden. Die Treue, die das Regiment Meinem Haus und un­serem Heffenlande, wie dem großen deutschen Vaterlande stets ge­halten, soll Mir unvergeffen bleiben. Ich leere Mein Glas auf das Wohl des Regiments Kaiser Wilhelm und seines Jubelbataillons.

Vermischtes.

'Berlin, 30. Mai. In der letzten Nacht wurde in der Siegesallee die linke Ecke des Sockels des Denkmals des Kurfürsten Joachim Friedrich durch Herausschlagen eines etwa 10 Zentimeter großen Stückes Marmor beschä­digt. Als Täter wurde em Student der technischen Hoch­schule in Charlottenburg festgenommen. Stud. W der früher in Stuttgart studierte und sich im ersten Semester in Berlin aufhält, ging am Mittwoch Abend schwer betrunken durch die Siegesallee nach feiner Wohnung. Am Denkmal des Kur­fürsten Joachim Friedrich hakte er die Schutzkette los, um sich auf die Bank zu setzen. Dabei warf er die Kette gegen den Sockel des Denkmals. Eine Schutzmannspatrouille brachte den jungen Mann nach der Wache, wo er wieder entlasten wurde, nachdem er sich legitimiert hatte. Er be­hauptet, daß es nicht seine Absicht gewesen sei, etwas be­schädigen zu wollen. Am Sockel des Denkmals zeigt sich auch nur eine unbedeutende Beschädigung, die von dem Werfen mit der Kette herrühren kann.

Berlin, 29. Mai. Der Falschmünzer Mikulla, der in Amsterdam vor einiger Zeit verhaftet wurde und der mit seinem in Rixdorf festgenommenen Bruder zu jener großen ui Posen und Berlin dingfest gemachten Bande gehötte, die in großem Maßstabe preußische Zinsscheine fälschte und in den östlichen und westlichen Provinzen an den Mann zu bringen suchten, ist jetzt ausgeliefert und nach dem Moabiter Untersuchungsgefängnis gebracht worden. Die 52 jährige Witwe eines schwedischen Großkaufmanns namens H y l s d o r f, Tochter des Geh. Oberpostrats Radke, die seit vier Jahren mit ihrer Mutter zusammen hier wohnte, hat sich aus Gram über den kürzlich erfolgten Tod der Letzteren in der Havel erträn ft.

Pa ris, 1. Juni. In Cherbourg wäre der deutsche DampferFürst Bismarck" beinahe in die Luft ge­sprengt worden durch die durch Einschlagen eines Blitzes verursachte Explosion mehrerer Unterfecminen. Es entstand an Bord des Dampfers eine große Erregung, die sich indesten rasch legte, als man sich davon überzeugte, daß | fein Schaden angerichtet worden war.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redattion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 30. Mai 1903.

Nur noch zwei Wochen trennen uns von dem Tage, d« die Entscheidung trepen soll, welcher der Kandidaten uns sür die nächste fünfjährige Wahlperiode im Reichstage vertreten |oU. Jtoaj immer lahmt der Handwerkerstand in seiner wirychasts- politischen Tätigkeit, und sieht ruhig, mit den Händen im Schoße, zu, wie die Sozialdemokraten ihr vernichtendem ^ptel gegen den die kräftigsten Stutzen des Staates bildenden Handwerker- und den Mittelstand treiben. Weder der Kandidat der Bauern, noch der der Sozialdemokraten ist geeignet, eine wirksame Vertretung der tn unserem Wahlkreise wirtschaftlich tätigen Bevölkerung auszuuben. Vertritt ersterer seine besonderen Ltaudesinteresten, io roirO^ wohl fein vernünftig denkender Handwerker annehmen, daß der Sozial­demokrat, eine den Mittelstand berührende Frage zu dessen Vorteil unterstützend, eintreten wird. Es ist deshalb um so mehr zu be­dauern, daß nicht ein den kleinen Diittelstand schützender Kandidat aus öemjelben heraus nominal worden ist für die nächsten Retchs- tagswahlen, da mit demselben schon seit einer Reihe von Jahren frivoles Spiel getrieben wird. Außerdem haben Staat und Regierung durch Einführung der steuerfreien Konsumvereine und Genoffenschasten die Waffe gegen den stärksten Staatsbürger^ sowie gegen sich selbst gerichtet, indem der Kleinhandel m seiner Steuer­kraft geschwächt wird unb somit der Staat sich selbst seiner besten Stützen beraubt Das Ende der Strömung wird dahm fuhren, daß Konsum-Genossenschastsvereinigungen, welche doch irnt der Zeit auch nichts anderes darstellen als emen Kapitalismus der Gesamtheit, die roemgen existenzfähigen bürgerlichen erwerbstätigen Betriebe noch auffaugen. Tie so vernichteten schließen sich dem Proletariat an, und mit Riesenschritten gehen wir dem nach sozialdemokratischer Schablone prognostizirten Umsturz entgegen.

Jeder, der dem geroerbtätigen Mittelstand angehört und für die Folge einen seinen Standesmteressen würdigeren Vertreter im Reichstage wiffen will, trete ein für denKandidaten der freisinnigen und nationalliberalen Partei, falls es nicht mehr möglich sein sollte, einen geeigneten Kandidaten aus dem kleineren Mittelstände zu proklamieren, denn als selbst­ständiger Handwerker oder Geschäftsmann einen Sozialdemokraten wählen, hieße direkt gegen s i ch arbeiten. Nur d e r j ä u m c t e i n e r f e i n e 1) e i l i g ft e Pflicht, welche ihm als Staatsbürger obliegt, und eile am Wahl­tage zur Wahlurne!

Luszug MS örn Slaußksarutsrktzlllklll irr Stehl (Mthtn.

Aufgebote.

Ten 27. Mai. Heinrich Reuel, Fuhrknecht dahier, mit Sophie Wingenfeld dahier. Justus Reinhard August Wilhelm Schmitt, Glasermeister dahier, mit Anna Elisabet Mank dahier. 28. Mai. Johann Otto Möller, Lokomottvhilfsheizer m Bebra, mit Karoline Katharine Noll dahier. 29. 3)1 ai. Eli Neufeld, Kaufmann in Nordhausen, mit Johanna Rosenthal dahier.

Eheschließungeu.

Den 23. Mai. Ludwig Henß, Lokomotivheizer dahier, mft Luise Wilhelmine Elisabethe Euler dahier. Ludwig Wilhelm Eich, Schneidermeister dahier, mit Christina Müller dahier. Georg Peter Martin Schalch, Eisenbahnbureaugehilfe dahier, mit Barbara Fischer dahier. Heinrich Peter Schmidt, Cementarbeiter dahier, mit Katharine Schneider dahier. Hermann Walldorf, Schausteller dahier, mit Ida Häusler dahier. Konrad Pfeiffer, Bahnarbeiter dahier, mit Johanna Hedwig Stickel dahier.- Bern Hard Albert Ferdinand Kasten, Musiklehrer dahier, mit Johanna Magdalene Kasper dahier. Georg Eissenbrandt, Fabrikarbeiter dahier, mit Anna Etting, genannt Schäser dahier. Jean Schmidt, Fuhrmann dahier, mit Kcttharine Hetzenroder dahier. 25. Mai. Friedrich Eberth, praktischer Arzt dahier, mit Thekla Luise Emma Müller dahier. 26. Mai. Levi Katzenstem, Kaufmann in Hamburg, mit Elotllde Marcus dahier. Heinrich Emil Gottfried Ludwig Philipp Jughardt, Kaufmann dahier, mit Pauline Margarete Stein dahier. 27. QJlau Jakob Best, Wirt dahier, mit Lina Elisabeths Musch in Stammheim.

Geborene.

17. Mai. Dem Taglohner Friedrich Jeschke ein Sohn Philipp. 21. Mai. Dem Bäcker Wilhelm Edel ein Sohn. Demselben eine Tochter Johanna Luise. Dem Schreiner Heinrich Frebel eine Tochter Elisabethe. 24. Mai. Dem Schlaffer Otto Willy Müller ein Sohn Wilhelm Friedrich Paul. 25. Mai. Dem Fabrikant Adolf Noll em Sohn. xem Heizer bei der Main- Weser-Bahn Wilhelm Hirdes eine Tochter Else Luise. 26. 3Hai. Dem Packer Gerhard Jahres eine Tochter Marie Katharine.

Gestorbene.

23. Mai. Ein Kftid männlichen Geschlechts, noch ohne Vor- nameit, 1 Tag 22 Stunden alt, Sohn des Bäckers Wilhelm Edel dahier. Clara Voigt, 19 Jahre 5 Monate alt, Tochter des ver­storbenen Kaufmanns August Voigt dahier. Katharine Marie Sommer, geborene Momberger, 87 Jahre 11 Monate alt, Pflegling in der Provinzial-Siechenanstalt dahter. 9)larie Schmidt, geborene Weigandt, dahier, 27 Jahre 9 Monate alt, Ehefrau des Führers Wilhelm Schmidt zu Wiesbaden. Wilhelm Nikolaus, 2 Monate 28 Tage alt, Sohn des Welßbindermeisters Karl Nikolaus dahier. Kathanne Heffel, 7 Monate alt, Tochter des Hausierers Julius Hessel dahier. 24. Friederike Bauer, geborene Höcke, 71 Jahre 6 Monate alt, Prwatin dahter. August Römer, 66 Jahre alt. Lehrer in Pension dahier. 26. Mai. Mar Larigzettel, 28 Jahre 6 Monate alt, Metzger dahier. 28. Mai. Ludwig Wilhelm Weinrich, 1 Monat 26 Tage alt, Sohn des KüferS Wilhelm Wemrich dahier.

Für Hebammen! Ä-, ding. Arzt des Kinderkranken- ---------------------------------- hauseS schreibt: .Mit Cbcr- meyers perba-oene habe ich in mehreren Fallen von chronischen Ausschlägen und Wundsem bei Kindern gute Resultate erzielt. Z. h. in all. Apotheken, Drogerien und Parf. 1262

nt.

Auch für tye Sänger ist bestens gesorgt. Ihre Ein- quartierung ist bis nach Homburg ausgedeh

am 1. Pfingstfeiertage die Sänger der Lper und das ganze Theaterorchester minvirften, das Thema der Hauptpredigt: Bibel und Babel. Ter Geistliche führte aus, das; man diese Worte cinsctzen könne für icnes andere Losungswort: Gott und Welt. Xxiii in den Berichten der Bibel der Criginai Inhalt stecke, erhelle deut'ich aus der Tatsache, daß Adam

M. A u s D r e s d e n wird uns vom 1. Juni geschrieben: In der Hofkirche war vor dem Hochamt, bei welchem

Trassierungen und vielfach hängen schon kostbare Teppiche von den Balkons herab. Ileberall find schon umfafsenoere Vorbereitungen zur Festbeleuchtung am Mittwochabend getroffen, nur die Schaufensterdekorationen sind durch die Pfingstfeiertagsruhe den Blicken des neugierigen Ehro- niften entzogen.

Auf dem Festplatz fanden an den beiden Festtagen schon große Triple-Konzerte statt. Tie schmale Passage auf der Wilhelmsbrücke entlang schob sich an betben Tagen vom frühen Morgen ab bis in die späten Abendstunden hinein ein schier endloser Menschenstrom, langsam, Schritt jur Schritt, im Schweiße seines Angesichts, vorwärts, dem Festplatz zu. Gerade dieser Teil der Feststraßc bot aber mit den vielen, schon in prächttger Flaggengala prangenden Fahrzeugen aus dem Dkain den herrlichsten Anblick.

vornehm wirkt. Zu beiden Seiten des Empfangssalons schließen sich in ähnlicher Ausstattung, nur in anderem Kolorit, die Privatgemächer des Kaisers und der Kaiserin und die Salons für die Ehrengäste, das Gefolge und die Preisrichter an. Ein großräumiges Treppenhaus, zu dessen Fenster das Prof. Linnemann sche GlasgemaldeAlt- frantfiirt" venvaiivc ist, vermittelt den besonderen Aufgang zu diesen Gemälden. Tie innere Ausstattung der Halle und der Kaisergemächer ist das Werk des Architekten Stadt ratS Hanau, die Gesamtanordnung der Festhalle nach Skizzen des Stadtrats Behnke ausgearbeitet.

Von den auf dem Fcftplotz errichteten Restaurants ist dasZur Wartburg" zu erwähnen, das eine Straße von Eisenach mit Ausblick auf die Wartburg darstellt.

Ehrenpreife, wahre Perlen der Goldschmicdetunst, haben gestiftet ber Landgraf von Hessen, die Stadt Frankfurt siUvei), Herr Albrecht PagenstectM in Rewyork, Freifrau Willy von Rothschild, Herr Kommerzienrat Hugo Bock- Berlin, der Sängerbund Frankfurt a. M. und die Frank­

furter Sängervereinignng, der Frankfurter Rennklub, der Regattaverein, die Frankfurter Turnerschaft und der Schützenverein.

Auch Frankfurt selbst hat bereits sein Festkleid ange­legt. Schon seit Wochen wurden Straßen ausgebessert, Häuser neu gestrichen oder gereinigt, Neubauten beschleu­nigt, letztere verkleidet. Auch der altehrwürdige Römor , ______

hat seine Festtoilette beendet. Bis in h«e entferntesten I ja der erste von Gott direkt eingesellte Priester gewesen Vorstadtstraßen hinein traget: die Hause bereits Mir-1 fei, der die Offenbarung genau in derselben Form wie landen- und F<chnenichmuck oder sousttge geschmackvolle! er sie empfangen, auf die Nachkommen, auf Seth, Joel,

Methusalem, Lantech, Sem übertragen und auch persönlich zu überwachen iyistande gewesen ist, da er neunhundert Jahre alt geworden sei. Auch Sem habe noch 500 Jahre nach der großen Flut gelebt. Das hohe Alter jener Menschen fei gar nicht so verwunderlich, einmal seien sie abgehärteter gewesen und bann habe auch der unmittelbare Verkehr mit Gott den Organismus gestärkt. Die Kette der göttlichen Tradition sei bis guf den egyptischen Joses nie gelockert worden. 9tur diejenigen könnten an diesem Tatbestände zweifeln, die statt mit der Vernunft mit Vorurteilen an die heiligen Tinge herantreten unddas Tenkgesetz vom zureichenden Grunde" nicht ausgenommen hätten. 'Erst wo Menscl)en zuerst an die Erklärung des heiligen Wortes hcrantreten, ergäbe sich die Verunstaltung, wie jic die baby­lonische Ucbcrliejerung zeige und in unserer Zeit alle die -ehren und religiösen Sekten, die sich nicht auf dem Boden der katholischen Kirche mehr befänden. Diese Predigt wurde vor einigen Tausenden gehalten, unter welchen sich auch viele Protestanten befanden, namentlich auch die Teil­nehmerinnen am Allgemeinen Lehrerinncntage, welchen man anempfohlcn hatte, die prachtvolle Musik in der Hof- firefje bei der Gelegenheit mitzunehmen. Ter Lehrer­in n e n t a g ist von etwa 600 Personen besucht Am frühesten tu die geschäftlichen Bcratui-gen ist die jung-.. Lehrerinnen« ... ikgruppe, einactrcteii. Wegen der in Sachsen beste Yen den Organisation können zwar Theater und Konzerte am 1. Feiertag st alt finden, aber teinr sjJL famm langen.