worden wären. Daß Zeuge mit den Dienstmädchen im Armenhause unsittlich verkehrt habe, stellt er entschieden in Abrede, verweigert jedoch auf verschiedene Fragen des Beigeordneten Wolff die Aussage. Staatsanwalt, Mtnille- rialrat W. Weber fragt, oa Wolff alle Angaben des Schiff, die ihn belasten, als unwahr erkläre, wie es wohl möglich sein sollte, daß letzterer alle diese Aussagen wider besseres Wissen machen könnte. Wolfs erwidert, es möge au all den vorgebrachten Dingen eine Spur von Wahrheit enthalten sein, Schiff verstehe es aber, jede Sache zu einer Verdächtigung gegen ihn umzuarbeiten. Es liege in den Offenbacher Verhältnissen, daß jede Spitze gegen ihn gekehrt werde, es sei das ja auch Wasser auf der Mühle des Oberbürgermeisters. Die Tätigkeit des Schiff habe er stets anerkannt; erst als er fortgesetzt die Schwestern verdächtigte, habe er gegen chn auftreten müssen. Pfarrer Deggau, Vorsteher des Elisabethstifts zu Darmstadt, sagt ans, er habe den Beigeordneten Wolff bei öfteren Verbandlungen wegen Hergabe von Schwestern an die Offenbarer Verwaltung kennen gelernt und ihn als einen durchaus gewissenhaften und ehrlichen Charakter erkannt. ES gab zwischen dem Verwalter Schiss und den Schwestern viel Konflikte, und vieles sei dort nicht in Ordnung gewesen. Es wurde namentlich Über die Verpflegung geklagt und ein Arzt habe z. B. konstatiert, daß infolge schlechter Nahrung ein Kind erkrankt sei usw. Schiff habe auch die evangelischen Schwestern bei den Andachten gestört. Wolff habe in dem Streit zwischen Schiff und den Schwestern durchaus unparteiisch gehandelt, dieselben hätten unter letzterem gelitten und sich auch bei ihm beschwert. Er habe infolgedessen eine Disziplinär - untersuchung gegen Schiss beantragen wollen, dies aber schließlich unterlassen und statt deren im Juli 1902 die Schwestern aus der Anstalt ganz zurückgezogen. Der Verwalter habe in einem von ihm abgefaßten Bericht auch ganz unqualifizierbare Anschuldigungen gegen die Schwestern erhoben. Zeugin Schwester Agnes (Wegener) zurzeit in Vilbel, war längere Zeit in der Offenbacher Anstalt tätig und sagt über Schift ebenfalls wenig günstig aus. Er sei zwar sehr eifrig, aber auch sehr barsch und schroff gewesen, habe sie sehr oft in beleidigendem Tone „Betschwester" genannt, von „jesuitischen Lügnerinnen" gesprochen usw. Stach dem von Schiff verfaßten Protokoll, in welchem er eine Reihe von Angaben machte, die mit den Tatsachen niclft übereinstimmten, habe sie allen Grund, an seiner Wahrheitsliebe zu zweifeln; auch bezüglich anderer Punkte erscheine Schiff wenig wahrheitsliebend. Diese in Gegenwart des letzteren erfolgten Aussagen führten noch zu einer erregten Kontroverse zwischen Wolff und Schiff. Die 17 jährige Zeugin Amanda Bitterling, die nur 14 Tage als Dienstmädchen un Armen Hause beschäftigt war, bekundet, daß sich Schiff ihr gegenüber unsittliche Handlungen erlaubt habe, die sie zurückwies. Der Vater der Zeugin bekundet lebhaft deren Wahrheitsliebe. Zeugin Strack, die im Armenhause wohnt, sagt aus, das Dienstmädchen Marie Kratz habe chr geklagt, daß der Verwalter sie unsittlich anzufassen versucht habe; das glaube sie aber nicht. Sie habe nur gesehen, daß er mit ihr zehn Minuten allein im Keller geioesen sei!
In der Nachmittagssitzung, die sich bis abends 8 Uhr ausdehnte, sagte Bürgermeistereisekrctär Reitz-Offenbach aus, der die beiden Dienstmädchen Bitterling und Kratz vernommen hat, die letztere sei zuerst zurückhaltend gewesen, sie habe aber alsdann bestimmt behauptet, daß ihr Schiff unsittliche Anträge gestellt und sie auf den Boden und in den Keller verfolgt habe; auch nach Amerika habe er mit chr gehen wollen. Ganz ähnlich bekundet die Bitterling. Schiff habe ihm, dem Zeugen, auch aus freien Stücken erklärt, daß er zu Gregor Müller gehen wolle und nicht, daß dies auf Veranlassung Wolffs geschehe. Tie Nähfrau Wolf, die lange Jahre zur vollsten Zufriedenheit des früheren Verwalters in der Anstalt tätig war, sei von Schiff plötzlich ohne weiteres entlassen worden. Zeuge gibt auf Befragen weiter an, daß er ebenfalls Naturalien von Schiff bezogen, trotz häufiger Aufforderung aber nie eine Rechnung bekommen habe. Derselbe habe dem Zeugen auch sieben Zentner Kartoffeln ins Haus geschickt, die dieser abgelehnt und berat Annahme verweigert habe. Als er dann Schiff darüber befragte, habe ihm dieser erwidert: Tie hätten Sie nur ruhig behalten sollen, es kommt doch auf ein paar Scheffel Kartoffeln nicht an! Dem Zeugen gegenüber schimpfte Schiss vrel über das Kliquenwesen in Offenbach. Den Krankenhansdircktor Köhler nannte er einen Bauern. Dem Wolff hätten alle selbständigen Beamten der Stadt die größte Hochachtung entgegengebracht. Die Gatttn des Zeugen bestätigte im wesentlichen die Angaben chres Älannes. Die Zeugen Bürgermcistereisekretär Holzmann nnd Bauamtsgehilfe Schill wissen nichts wesentliches zu bekunden, dagegen bestätigt Armenaufsel>er Rohr mann, er habe oft gehört, daß Wolfs seine Rechnung für die Naturalienlieserungen verlangt habe. Sctsäff leugne jetzt auch, den Hüber geschlagen zu haben, er lsabe aber dem Zeugen gatiz unzwetdenttg erklärt, ,cher Schlauch hat bei dem Hüber seine Schuldigkeit getan". Frau Schiff, dte nahe an 60 Jahre zähle, sei sehr eifersückstig gewesen und der Sohn Otto Schiss habe sich gerühmt, den Vater geschlagen zu haben, wett er feine Frau wegen des Vorwurfs seiner Beziehungen zu den Dienstmädchen mißhandelt habe. Schif habe auch bei einer Gelegenheit gesagt: Man müsse sich nur heraushelfen, auf die Wahrheit komme es dabei so genau nicht an. — Kaufmann Georg Wi nter hat eine Stieftochter Schiffs zur Frau und bekundet, daß .hm Schiff von der Aufforderung Wolffs zum Besuch einer Animier kneipe und auch davon Mitteilung genta ctst habe, daß er von diesem kein Geld für die ')taturaiien-
licfcrungcn bekommen könne, derselbe auch Zumuttingen gestellt ljabe, die sich ein Vorgesetzter gegen seinen Untergebenen nicht erlauben dürfe. Zeuge gibt zu, daß er sich bei Wolff um die freigewordene Spa.kasscnrechnerstelle beworben, aber eine wenigstens indirekte Ablehnung erfahren habe. — Zeuge Schneidermeister Crede hat in Ausübung seiner städtischen Aemter und als Geweibegenchtsbeisttzer nie irgend welchen An stand gegen WolfsS Amtsführung gehabt. — Zeuge Jakob Port ist Stadtverordneter in Offenbach und gibt nähere Auskunft über die Verhandlungen uu Kollegium wegen der Dispensierung resp. Entlassung Wolffs. Ur sei gegen diesen '.Intrag gewesen, habe aber schließlich dafür gcjtininu, nacUöein Stadto. Ulrich denselben dahin utotiviert habe, daß man damit gewissermaßen eine höhere Instanz, das Verwaltungsgericht, zur Entscl-cib- ung veranlasse.
Letzter Zeuge ist Oberbürgermeister Brink- Offenbach. Er verbreitet sich in sehr ausführlickier Weise über die ganze Situation ui Ljcnbad), wobei er im wesenl lichen bic^ Behauptung der Anklage wiederholt, und wird morgen noch weiter vernommen werden. Die Sitzung wurde
jegen 8 Uhr abgebrochen und wird morgen früh 9 Uhr ortgesetzt.
Ans Ztndt inii) Land.
Gießen, 2. Mai 1903.
- Personalien. Ter Großherzog haben dem Oberstleutnant a. D. Cullmann, seither Kommandeur des Genbarmerie-DistriktS Rheinhessen, den Charakter als Cber|t verliehen; dem char. CberfUeutnnnt Freiherrn von Nor - mann, Kommandeur des Gendarmerie-Distrikts Rheinhessen, und dem char. Major Zahn, Kommandeur des Gendarmerie- DistrittS Oberhessen, Patente chres Dienstgrades erteilt; den Major a. D. Schmidt ä la saite des Großh. Gendarmerie* orpS gestellt und dem seitherigen unberittenen Oberwachtmeister in diesem Korps Müller den Charakter als Leutnant verliehen. — Dem Pfarrer Hermann Bernbeck zu Staden wurde die evangelische Psarrstelle zu Okarben, Dekanat Rodheim, und dem Pfarroermalter Peter Schweickert zu Schwickartshausen, Dekanat Nidda, die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen.
** Gießener Volksbad. Im April wurden 7140 Bäder verabreicht gegen 7921 im März 1903 und 7366 im April 1902 oder un Durchschnitt auf den ganzen Badetag 286 Bader gegen 278 im März 1903 und 272 im April 1902. Ter Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Das Schwimmbad benutzten 3112 Männer, darunter 722 für 10 Pfg., und 770 Frauen, darunter 189 für 10 Pfg. Wannenbäder 1. Klasse nahmen 222 Männer und 77 Frauen, Wannenbäder 2. Klasse 638 Männer und 425 Frauen. Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage benutzten zusammen 112 Männer und 20 Frauen, Brausebäder 1527 Männer und 237 Frauen. Der Personenwage redienten sich 180 Personen. Das Bad wurde von 9 Per- onen besichtigt.
*♦ Die hessis che Infanterie begeht am 1. Juni neses Jahres einen Gedenktag. Dor 100 Jahren wurde it in drei Feldbrigaden zu drei Bataillonen und drei ieservebrigaden zu zwei Bataillonen eingeteilt. Ferner wurde aus den Stämmen des aufgelösten Leibgrenadier- bataillons das jetzige Zwecke Bataillon als Füsilierbataillon der Brigade vom Ätndgraf errichtet. Zu dieser Brigade gehörte noch das Regiment Landgraf (jetzt Nr. 117) mit der Garnison Gießen.
** Gemälde-Ausstellung am Brand. Morgen Sonntag sind die Gemälde der Karlsruher Kunstgenossen- chaft, sowie die 35 Gemälde, welche erst feit Mittwoch ich in der Ausstellung befinden, zum letztenmale ausgestellt. Es sei daher der baldige Besuch der diesmaligen Ausstellung nochmals aufs Angelegentlichste empfohlen. Kommende Woche wird eine aus 114 Gemälden bestehende kollektiv - Ausstellung des Malers Robert Buechtger- München, in unseren Räumen zu sehen sein. Von Montag ab bleibt die Ausstellung einige Tage geschlossen.
** Besitzwechsel. Das Anwesen Marktstraße 19, either dem Messerschmied Georg Schwan gehörig, wurde ür den Preis von 26 500 Mark von dem Schirmmacher Heinrich Sack gekauft.
(!) Großen-Buseck, 1. Mai. In der Mittelstmühle bei Trohe ist eine Schuhfabrik errichtet worden, in der etwa 25 Arbeiter beschäftigt sind.
-Lollar, 1. Mai. In den Gemarkungen Lollar, Daub- ringen und Mainzlar soll der Lauf der Lumda reguliert werden, wobei über 30000 cbm Erde zu bewegen find.
Grünberg, 1. Mai. Zur Warnung vor unbekannten Hausierern diene folgender Vorfall: Einer hiesigen Frau wurde ein Artikel um die Hälfte des geforderten Preises gelassen. Einige Sekunden, nachdem die Summe mit einem Fünsinarkslück an die Hausiererin bezahlt war, wurde die Käuferin von letzterer angesprochen: , Sie haben mir ja einen Taler gegeben. Obgleich ziemlich fest vom Gegenteil überzeugt, wollte die Frau in chrer Kaste nachsehen, da sie bestimmt wußte, nur zwei Fünfmarkstücke zu besitzen. Das kleine Töchterchen des Hauses hatte aber bemerkt, »daß die fremde Frau den großen Taler der Mutter in die Tasche gesteckt und einen anderen auf den Tisch gelegt hatte". Nachdem die Hausiererin nun Bekanntschaft mit der Polizei machen sollte, zog sie es vor, Reißaus zu nehmen. (Gründ. Anz.)
(:) Alsfeld, 1. Mai. Hier wurde ein Geflügel- Zuchtverein gegründet. Lehrer Fmk in Zell wurde zum ersten Vorsitzenden erwählt.
Alsfeld, 1. Mai. Die von Architekt L. Hofmann in Herborn gelieferten Pläne zur Wiederherstellung der Walpurgiskirche haben dem Ministerium, dem Tenl- malspfleger für die Provinz Oberhesten, Prof. Walbe in Darmstadt, sowie dem Großh. Oberkonsiftoriimi zur Genehmigung vorgelegen und sind nunmehr wieder an den Kirchenvorstand zurückgelangt.
R. B. Darmstadt, 1. Mai. Die Beisetzung der Leick)e des auf so traurige Weife durch den Unfall auf der elektrischen Bahn ums Leben gekommenen Obermeoizinalrctts Tr. Krau ße r fand heute mittag in feierlicher Weise und unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung statt. 2lu: dem Friedhof waren viele Vertreter oer G<oßh. Regierung, Rektor, Senat und Professorenschast der Technischen Hoch- schule, sowie sämtliche Korporationen der letzteren mit ihren umflorten Fahnen erschienen. 9leben der Andacht des Geistlichen hielt auch der derzeittge Rektor, Geh. Rat Pros. Tr. Pfarr, eine ergreifende Gedächtnisrede, um daran im Namen des Senats und der Professorenschaft einen kostbaren Lorbeerkranz am Sarge niederzulegen. Auch die Abordnungen der studenttschen Korporationen widmeten dem beliebten Lehrer mit kurzen Gedächtmsworlen eine große Zahl von Lorbeerkränzen.
Darmstadt, 1. Mai. Der Maler Johann Vincenz Cissarz aus Dresden ist laut am 29. v. Mts. mit der Großh. KadinnettS.Direktion abgeschlostenen Vertrages m die DarmstädterKün stier-Kolonie emgetecien. Seine Uebersicdelung hierher wird im Laufe des Sommers erfolgen. Herr Cissarz wird in der Künstler-Kolonie das Gebiet der Flachenkunft ^Buchschmuck, Plakatkunst, dekorative Malerei, Entwürfe für Stickerei, Weberei, iieberarbciten :c.) vertreten. Besonders die von ihm herrührenden ausgezeichneten Buchschmuckarbeiten und vorttestllchen Plakate haben Cissarz, der übrigens auch aus dem Gebiet frei künstlerischen Schaffens berechtigtes Am'-, .n genießt, den Namen eines hochbegabten Künstlers iv.^afst. Im Sommer oder Herbst d. J§. wird un Ernst - L u dmig-HauL eine Ausstellung Cistarzjcher Arbeiten ftattfuiben. (D. Z.)
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. JnBad-Nauheim war für die Bade- «aison alles vorbereitet worden, sodaß am 1. Mai der Betrieb in den Badehäusern re. wieder vollständig ausgenommen werden konnte. Auch die neue Knrkapelle hat mit den Konjetten schon begonnen. — In Frankf urt kamen 2 selbst- mordfälle am 1. Mai vor. Ter 52 jährige Tienstmann Thomas Beiz erschoß sich und die 33 jährige Köchin Helene Ulbrich, die em Gallenstemleiden hatte, stürzte sich auS einem 5. Stock.
Vermischtes.
• Salzburg, 1. Mai. Tie Großherzogin Alice von ToScana wurde heute telegraphisch nach Lmdau berufen und ist heute vormittag dotthm abgereist. Alan schließt daraus, daß die Niederkunft der Prinzessin Luise nahe bevorsteht.
'Die Katastrophe in Kanada. Der .Morning Leader' meldet aus Montreal: Der HilfSzug nach Frank mußte zwei englische Meilen vor der Stadt halten. Es muß eine neue Zweigbahn gebaut werden, da die alte mit Fels- trümmem bedeckt ist. Tie Ueberlebenben in Frank behaupten noch immer, das Unglück rühre von einem Vulkanausbruch her. Die Eisenbahningenieure sagen aber, es war ein Berg- r u tsch. Der Berg hat einen 4000 Fuß langen Spalt. Der Fluß ist eine Meile weit ganz verschüttet. Ein neuer Waster- weg muß gebahnt iverben, um Überschwemmung zu verhüten. 12 Leichen sind gefunden; die anderen liegen unter den FelStrümmern begraben. Tie Zahl der Getöteten ist unbekannt, 83 Personen werden vermißt. Hilfszüge werden eiligst abgeschickt, da die halbe Stadt zerstört ist und die Bewohner ohne Nahrung und Kleidung sind. Tie ganze Katastrophe spielte sich in ungefähr einer Minute ab.
Eingesandt
(Für Form und Inhalt alter unter dieser Ztttbrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Es steht ein Baum — in der Grün berg er- st r a ß e, der hat gar viele Aeste. Aber einer von diesen Aesten ist vom Sturme geknickt und wird bald zu Boden lallen. Wenn dies geschieht und ein Vorübergehender dadurch verletzt wird, wen trifft in biejein Falle die Schuld? Ten Baum? Wohl nicht! Tenn ihm ist gewissermaßen Immunität gewährt, die Freiheit, zu fallen und zu treffen wo und wen er will. Den Menschen, der die (ßrün- bergerstraße passiert? Doch auch nicht; es sei denn, daß ein ausdrückliches Verbot für diese Paffanten erlaffen ist. rr.
Tas Eingesandt eines Herrn in Nr. 101 bezüglich der schlechten Beschaffenheit vonSpazierwegen außerhalb der Stadt hat in mir verwandte Saiten berührt. Wie jedes Ding in der Welt, fo hat auch unsere A t i c e st r a ß e ihre zwei Seiten, eine wunderschöne mit Zementtrottoir, die namentlich bei schlechtem Wetter sehr frequentiert ist, und eine zweite, die einfacher gehalten ist. Leider ist nun das Trottoir schon seit Wochen durch eine seine ganze Breite e i n n e h m e n d e Schutzwand für einen Neubau neben Nr. 26 in einem Teile gesperrt, und wehe dem Ahnungslosen, der bei dem in den letzten Tagen so »roeifel- hasten Wetter, froh seines noch relativ sauberen SchuhwerkeS, bi8 zu dieser Barrisre kam; entweder zurück und auf die andere Straßenseite oder durch den bis an die Knöchel reichendeii Morast um das Verkehrshindernis herum. Wäre es da nicht angebracht, so lange die chauffierte Straße wegen Schmutzes noch <o unpassierbar ist, durch einen schmalen Bretterbelag eine em .^matzen notdürftige Passage herzustellen? So viel mir bekannt, existieren hierüber in anderen Städten baupolizeiliche Vorschriften. Jedenfalls wäre eine Abhilfe im Interesse der Paffanten sehr erwünscht.
Einer für Viele.
Allösllg bw deu LllUldesBwtsrrgister» der Stail Gietzr».
Aufgebote.
Ten 26. April. Bernhard Albert Ferdinand Kasten, Musiklehrer dahier mit Johanna Magdalene Kasper dahier. — Konrad Pfeiffer, Bahiiardeiter dahier mit Johanna Hedwig Nickel dahier. Den 28. April. Heinrich Feyh, Sergeant dahier mit Auguste Büchler in Wersau. — Heinrich Wilke, Fuhrmann dahier mit Emma Feujer in Krosdors. — Karl Theodor Johann Appel, Fuhrunternehmer dahier mit Anna Luise Wilhelmine Heuser m Burg bei Herborn. Ten 29. April. Ludwig Reinhardt, Mühlenbesitzer in Bernsburg mit Anna Maria Bertha Heppner dahier. Den 30. April. Wilhelm Hamel, Installateur dahier mit Anna Maria Seusert dahier. — Ten 1. Mai. Jean Schmidt, Fuhrmann dahier mit Katharina Heizenröder dahier. — Ludwig Müller, Viehtreiber dahier mit Eli- sabethe Pfeiffer dahier. — Ludwig Wilhelm Eich, Schneidenneister dahier, mit Christina Müller dahier. — Friedrich schweizer, Postillon in Lützellinden, mit Karoline Simon dahier. — Friedrich Ebetth, prakt. Arzt dahier mit Thekla Louise Emma Müller dahier.
Ehcfchließuugeu.
Ten 25. April. Johann Leonhard Törflein, Küfer und Witt dahier mit Karoline Fleischhauer dahier. — Franz Joseph Roth, Referendar in Karlsruhe mit Bertha Hartmann dahier. — Johannes Knobeloch, Sergeant dahier nut Katharine Keil in Nieder- Ohmen. — Heinrich Prang, Dachdecker dahier mit Anna Müller, genannt Jost, dahier. Ten 27. April. Richard Elias Cochn, Kaufmann in Dresden, mit Rosa Weiyenkorn dahier. — SuSmann, genannt Sally Rothschild, Kaufmann in Kassel, mit Tora Rosenthal dahier. Ten 28. April. Philipp Jakob Racke, Zapfer dahier nut Marie Juliane Muhl dahier. Ten 1. Mai. Johann Karl Eduard Ludivig Schönhuth, Kaufmann in Hartem i. d. Niederlanden mit Anna Marie Euler dahier.
Geborene.
Ten 21. April. Dem Versicherungsbeamten Herniann Friedrich Wilhelm Statz eine Tochter, Susanna Johanna Franziska Ra** tharma. Ten 22. April. Tem Rüfermeifter Julius Wellhöfer em Sohn, Karl. Ten 23. April. Dem Buchhändler Andreas Braun eine Töchter, Katharina Anna Karolina. Ten 24. April. Dem. Wagenmeister Heinrich Keil ein Sohn, Wilhelm Rudolf. Ten- 25. April. Dem Taglöhner Reinhold Winter ein Sohn, Reinhold. Den 26. April. Dem Uiiiversitätsprof. Tr. Fnedrich Wilhelm Pfeiffer ein Sohn, Hans Joachim Eugen. — Ten 27. April. Dem Vorarbeiter Wilhelm Bayer enie Tochter, Marie. Teti 28. April. Dem Ingenieur Peter Thoms ein Sohn, Waldemar Karl HanS Heinrich.
ttestorbene.
Ten 25. April. EriistLHemrich Helmers, 57 Jahre 5 Mt. alt, Stationskaffenrendant dahier. — Heinrich Hermann, 61 Jahre 1 Monat alt, Pflegling in der Provinzialsiechenanstalt dahier. Ten 27. April. Heinrich Balser, 53 afon arbeit er dahier, 52 Qabre 2 Monate alt. — Johanna Rühl, geborene Ferber, Ehefrau des Rentners Ehristian Rnnl, 58 Jahre 9 Monate alt. — Wilhelmine Brandes, geb. Aiüller, 61 Jahre 4 Monate alt, Witwe des MaschinentechnikerS Karl Brandes. — Den 29. April. Elisabeth-Christine Walpurga Rödel, 9 Monate 13 Tage alt, Tochter des Fuhrknechts Aiichael Rödell
©mdjtslaaL
Riel, 1. Mai. Ta5 MarinekriegSgericht verurteilte den Leutnant Gleiß, weil er schuldig befunden wurde, den turzlich auf dem e» 11 f c" ausqcbrochenen Brand verlchutdet zu tzabeu, zu einem Monat Festungshaft.
Eisenach, 1. Mau Oberbürgermeister Tr. von Fewjon wurde wegen Vergehens gegen § 346 (Vergehen tm 21 mte)


