Ausgabe 
2.4.1903 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 78

rf*eiet tSgktch außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im ©edtlel dem ffesftsche« £anJ®irt dieitfctner Familien blätter oiermal tn der

Woctze beifldegL Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'leben Umoerl.-Buch-u Stem- bruderei cUieddiitrben) SUbafnon, ErvebiNon und Druckerei:

Lchalstr-He 7. tlbrefle für De pichen: «n teigerleben.

$rrn Iprrd>antd)Iuft'Mr. 51.

Donnerstag 2. April 1903

153. Jahrgang

Zweites Blatt.

¥ O O monatli*76'91,üiett*

A- V (X M . läL.hd) »IL 1J0; burx»

GietzenerAnzeiger«

General-Anzeiger v

v *7 den polü. und aQgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MW

ZUe heutige Kummer umfahl 8 Seiten.

yolitifdjr Tagesschau.

Tie neue Reich»a«leihe.

Nachdem das Reich^hauShoitsgcsetz Gesetzeskraft erlangt fiat und die Verabschiedung des preußischen Stoatshaus- I^UsgesetzeS für die nächsten Tage zu erwarten ist, kann mit Sichech.it angenommen werden, Daß dte Aufforderung zur Zeichnung auf die neue Reichsanleihe unmittelbar beoor* ,:eht. Die le^te Zeichnung hat am 22. Januar vorigen Jahres stattgcsunden. vt wurden damals 115 Millionen Mark Relchsanleihe und 185 Millionen Mark preußischer Staatsanleihe zum Ihirfc von 89.80 Prozent aufgelegt wäh­rend der Börsenkurs dieser Werte damals 9u.4O Prozent betrug. S g der vorjährigen Anleche war ganz un» gewöhnlich. Die ^leill-oanleihe wurde 61 fad), die preußische vtaaeranlcihc 4-lsach überzeichnet, das heißt, statt der ge­forderten 3uU Millionen Mark wurden rund 15 Milliarden Mark gezeichnet Bet der 300 Millionen Mark-öleichsanleihe un Zahie 1901 war scl-on die sehr erhebliche rund 15h,saa-e Uebcrzetchnung auf 4621 Millionen Dlarf erfolgt Der Kurs der Reichsaiittihe und preußischen Kvnsols hat sich seitdem in erfreulicher und stetiger Entwicklung wesentlich ver­bessert lir ist zurzeit auf 92.70 Prozent angelangt und all­seitig herrscht die Ueberzcugung, Dag dieser Kurs gegenüber den Mut feil der staatlichen Werte der meisten Übrigenstaaten noch ungemein niedrig ist Im deutschen Publikum beginnt immer nu.br Die Einsicht Pla^ zu gräien, Daß Die beste Kapi­talanlage stets Die sicherste ist und dast je sicherer ein Wert­papier ifti. es- um so geringeren Ertrag abwirft Laß unsere LionsolS an Sicherheit von feinem anderen Wert­papiere übertroffen werden, ist eine Tatsache, über die man (em Wort zu verlieren braucht. Angesichts der großen Flüssigkeit des Geldmarktes ist daher anzunehmen, bau auch die jiu-erlich noch vor Lstern erfolgende amtliche Bekannt­machung der Anleihe Die weiteste Beachtung finden wird. Honeniltch werden diejenigen Zeichner in erster Linie be- rudjichtigt werden, die ihre Ersparnisse dauernd dem Staate aiiDerttaucn wollen. Tenn für das Reich hat bei dem überaus glanzeiiden Lredit den sie im Jnlande wie auf Dem Weltmärkte gemeßen, eine v.elsache Ueberzeichnung Der An­leihe einen sehr geringen Wert Diese gewaltigen lieber* zeichnungen gehen überwiegend von großen und Reinen Spekualnten aus, die im Vertrauen au| den sichern Erfolg der Anttihe einen kleinen Kursgewinn glatt und bequem einzusteden versuchen. Für Reich und Staat ist eS von weit größerem Interesse, daß die Anleihe in ihrem ganzen Be­trage möglichst rasch in feste Hände gelangt und der durch Die Zeichnung unvermeidlich hervorgerufene Druck auf dem Geldmarkt aufs schnellste beseitigt wirk; der Weg, diesen Erfolg durch Sperrerklärungen zu erzielen, hat sich auf die Dauer alS ungangbar bewiesen, da er nicht genügend kon­trolliert werden kann. Staat und Reich haben cm großes Jntercsse daran, daß möglichst viele Staotsgläubilec sich dieser vorzüglichen Einrichtung bebicnen. Nicht minder wird das Interesse aller Konsolsbescher dadurch gefördert, tocil durch ein derartiges Vorgehen entsprechende Lbonsolsbeträge dauernd aus dem Markte genommen werden und dadurch cm weiteres Steigen des Kurses gesichert wird, soweit bad überhaupt möglich ist.

Die Nachrichte« von Gewalttale« in Mazedonien mehren sich jeden Tag. WieW. T. B." heute au8 Kon­stantinopel meldet, ist der r us sische Ko n s ul inMi- trowißa Schtscherbina, der sich durch energisches Auf­treten gegen die Albanesen schon mehrfach bemerkbar ge- mad)t hat, von albonesischcn Soldaten v e r w u n d e t wor­den. Obwohl Einzelheiten noch nicht bekannt sind, darf man als sicher annehmen, daß cd sich um ein politi­sches Attentat, einen Racheakt von Libanesischer Seite handelt.

Nachdem die Libanesen zu offensiven Kundgebungen gegen die Reformen über gegangen sind, da- Dorf Bucrtru bei Mitronnha überfallen, die dortigen christlichen Qfcn- dar men fort geführt und am Montag einen mit schweren Verlusten zuruckgeschlagenen Angriff auf Mttrowitza ge- madyt haben, entsendete die Pforte alle verfüg­baren Gendarmen und Truppen von Saloniki und anderen Städten an Ort und Stelle. Auch sollen acht Bataillone aus dem Wilajet Ätdm bereits unterwegs fein, Denen weitere zwei folgen.

Wie auS Belgrad telegraphiert wird, kompliziert sich Sie Situation in uutserbien dadurch besonders, daß die ein» heimischen türkischen Truppen, Die gleichfalls aus Alba­nesen bestehen, mit ihren aufrüljrenfdjen Stammes-Ge- nosscn gerne infame Sache machen. Falls nicht baldigst anatolischc Truppen auf dem Kampfplätze erscheinen, steht em Ehristengemetzel und Die Ermordung aller fremden Konsuln zu befürchten. Ungefähr 10 000 be­waffnete Albanesen bedrohen stündlich die Ruhe. In Wut- jdmtu Durchzogen Die Albanesen die Stadt und miß­handelten Die Christen auf Der Straße. Ein her­vorragender Serbe wurde tödlich verletzt.

Tie russisch-offiziöseNowvje Wremja" ver- öffemiidd ieiiartdel, Die sich auf Die gründe der Fort- dauer Der Wirren in Maeedonien beziehen. Es heißt in den Artikeln: Tie Führer Der Bewegung und auch einzelne bulgarisch Minister, Die etwa gmubccn, Rußland werde sich von dem Grundprinzip der Wahrung des all­gemeinen Friedens abbringen lassen, täuschten sich bitter. Augenscheinlich gebe sich die englische Presse die größte Mühe, die Lage m Macedonicn möglichst beunruhigend erscheinen zu la|;en; leid« aber be­nehme sich dis französische Presse ganz ebenso. Der selr»

same Versuch, Frankreich als Beschützer der öallau­ft aaten aus treten zu lassen, übte einen sehr ungün Fü­gen Einfluß au». Tie neue Rolle Frankreichs am Bal­kan gab der macedonischen Revvlutionspartei und den mit ihr chmpathisierenden bulgarifd/en Ministern Den Anlaß, auf Die Hilfe Frankreichs unD RußlanD» zu hoffen und anzunehmen, daß RußlanD, da» sich zunächst aktiver Hand­lungen auf eigene Rechnung enthalten wolle, hinter dem verbündeten Frankreich stehe. Abgesehen davon, daß diese Auffassung für Rußland, das nie eine Doppelrolle gespielt hat, beleidigend ist, sei sie auch ge,ährlich, indem sie falsche Hofsnungen einflöße und Rußlands ivahre Absichten DiSlreditiere. Vielleicht seien die französischen Politiker durch den Erfolg der Demonstration vor Mhtilene angefeuert, die dank Rußlands Unterstützung nut glänzen- Dem Siege der franzöfisd-en Diplouiatie geendet habe. Möge eine französisd) e Armada nach den Dar­danellen aufbrechen, Rußland werde den Freunden nicht behilflich sein.

Aus Befehl des SultanS werden in Deutschland übrigens zwölf Mitrailleusen gekauft werden.

gfiilfdjrs ilfidj.

Berlin, 1. April. Der Kaiser trat heute die Reise nach Kopenhagen an.

Ter Kaiser hat befohlen, daß die Yacht Hohknzollern nicht nach dem Mittelmeer gehen soll. Nach dem ,B. L.-A.' beabsichtigt der Monarch, die englische Dampf pacht .Saphir*, auf der die kaiserlichen Prinzen jetzt ihre Reise un Orient unternehmen, zu benutzen.

lieber die Verwendung deS dem Kaiser zugesallenen Vermächtnisses, das aus der Hinlerlasienschaft der Ba­ronin Cohn-Oppenheim stammt und 2 Mill. Mk. be­trägt, wird die Nachricht verbreitet, daß der Monarch den Betrag bereits unter viele verarmte Offiziers- und Beamten, famllien verteilt habe. Diese Nachricht ist unzutreffend. Zu- nächst ist die Erbschaft noch nicht ausgeschüttet. Weller hat der Kaiser die Absicht geäußert, nicht einzelnen Familien, sondern nicht gut dotierten OfflzerkorpS Zuwendungen zu macheiu Bekanntlich sind die neu gegründeten Regimen- ter nicht im Besitz derartiger Fond», wie die allen Truppen- teüc, welche bedürftigen Offizieren damit helfen können.

Der ,Re»chSanz.i veröffentlicht folgende» Bulletin über das Befinden der Kaiserin: Das Befinden Ihrer Majestät ist andauernd gut Der Verlauf deS Hellungspro- zeffeS ist durchaus regelrecht, sodaß von weiterer Bericht­erstattung vor der Hand Abstand genommen wird. Zunkec.

Ter Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich sind heute von Port Said nach Konstantinopel ab» gereist.

Am 28. und 29. März fand in Berlin eine Sitzung deS Geschäftsführenden Ausschüsse» des .Alldeutschen Verbandes* statt, bei der folgende Entschließung gefaßt wurde:

Ter GeschättSsührende Ausschuß dankt den RtichStagSabqa. Dr. Hasie und 6d)rnnpf für ihr warme« Einireien für untere Volksgenossen m Ungarn, und |prid)t die Ueder-eugung au«, daß sie damit gegenüber den unerhörten Beschunpsungen des Deutsch, tum« im ungarischen Abgeordneienhause in würdiger Weise die Ehre de« deutschen Namens gewahrt haben. Er versichert auch bei dieser Gelegenheit den Verbandsoorsiyenden, Prosefsor Dr. Haße, seines unemgeschräillten Vertrauens.

Neben Erledigung einer Reihe von geschäftlichen An­gelegenheiten wurde auch beschloffcn, den diesjährigen Ver­band» tag in der Zell vom 11. bi» 18. September in Plauen L V. abzuhalten.

Hannover, 1. April. Al» der Kaiser zum letzten Male im Januar hier weilte, wurde dem Hauptmann und Kompagnicchef im 1. hannoverschen Infanterie - Regiment Nr. 74. Max v. Feldmann, kurz vor Begum der Parade auf dem Waterlooplatze eine Tochter geboren. Der Kaiser, der davon Nlitleilung erhielt, beglückwünjchte den Offizier und nahm gleichzeitig die Patenstelle an. Bei der kürzlich er- folgten Taufe erhiett das Kmd den Namen Wilhelmine. Der Pate sandte als Angebinde einen kostbaren Becher mit dem Namen deS Kindes und Widmung, den der Oberst und Flügel- aDfutant v. Heyden-Linden überreichte.

Auslanö.

Kopenhagen, 1. April. Das Kov enhagener Blatt .Sozialdemokrat schreibt: Als Haupt unseres großen südlichen Nachbarstaates besucht der Kaiser Kopen­hagen. AIS dänische' Staatsbürger müffen wir ihm einen würdigen und na chbarschaftlich freundlichen Empfang wünschen. Alle vernünfttgen Dänen wünschen nur daS beste nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Dänemark und Deutschland. Wir sehen nur eine Ge­fahr in der auswärtigen Politik für unser Land, nämlich in den Verdacht zu geraten, daß wir Deutschland feindliche Ge­fühle und Pläne hegen. Kaiser Wilhelm repräienhert Die deutsche Nation, vor deren Tüchtigkeit, Fleiß und Wiffen- schaftlichkell wir den tiefsten Respekt haben, und wie wir gern in guter Nachbarschaft zu leben wünschen als kluge fried­liebende Dänen, wünschen wir, daß daS Staatsoberhaupt deS deutschen Reiches eine schöne freundliche Ausnahme in den Tagen, wo er Gust unseres Landes ist, m unserer Hauptstadt finden möge.

London, 1. April. T«iS Unterhaus nahm die dritte Lesung der Vorlage cm, welche die lUmiraluät ermächtigt.

den Mannschaftsbesland der Flottenreserve zu erhöhen und bei verschiedenen Dienstzweigen MarinevolunteerS einzu- reihen, die in KnegSzellen zum Dienst m allen Welttellen ver- pstichtet sein sollen.

Der Londoner GrafschaftSrat erklärte sich bereit, An» Meldungen auf Die neue Emission von 5 Millionen PfunD Sterling Zprozenttger konsolidierter Londoner GrafschaftSanleihe entgegkiizunehmen. Der EmijsionSprei» Der Anleihe ist vom GraffchaftSrat auf 95 Pfund 10 Shilling für je 100 Pfund festgesetzt.

Paris, 1. April. Den Karthäusern wurde amtlich mitgeteilt, daß ihr GenehmigungSgesuch abgelehnt worden sei. Dieselbe SDliltedung wird in nächster Zell auch den anderen Kongregationen gemacht werden. Ta» Gesetz ist auf die Karthäiner schneller angewandt worden, well diese schon Anordnungen für die Räumung des ihnen gehörigen Hoipi- talS m der Nähe der Grande Ehartreuse getroffen hatten. Der Gerichtshof in Grenoble ernannte einen Bevollmächtigten für die Liqidation des Vermögens der Grande Ehartreuse, wodurch der Welterbetrieb gesichert ift

Infolge deS von Kammer und Senat angenommenen Gesetze», welches den Senatoren die Bekleidung eine» anderen Amte» verbietet, müffen verschiedene Senatoren auf ihre Aernter alS solche verzichten, u. a. EombeS, der Flnanzminister Rouvier und der Iuftlzminister Ballß. Damit fallen gleichzeitig die den Letzteren neben ihrem Minister- gehalt von 6UUOO Francs ihnen als Senator bisher ge­währten Gehälter von je 9000 Franc« fort.

Rom, 1. April. DieTrlbuna" will roiffen, König Eduard werde feinen Aufenthalt in Neapel benutzen, um dem König und der Königin zwischen dem 27. und 80. April einen Besuch abzustatten.

Petersburg, 1. April. Infolge Kundgebungen bet Studenten gegen den Rektor der Universität wurde diese von der Obrigkeit geschlossen.___________________________

Parlamentär tjches.

ed. Darmstadt, 1. April. Die Abgg. Häusel und Genoffen haben in der Kammer folgenden Antrag betr. die '.Regelung der Mietentschädigung für Dien st- wohnungen der Staatsbeamten eingebracht: Hohe Kammer wolle beschließen, Gr. Regierung zu ersuchen, alsbald den Landständen eine Gesetzesvorlage zugehen zu taffen, durch welche Art 17 des Gesetzes vom 9. Juni 1898, die Be- folbungen der Staatsbeamten betr., dahin abgeändert, bezw. ergänzt wird, daß für alle diejenigen Beamten, welche nicht schon im Genüsse einer Dienstwohnung stehen: 1. der vor­letzte Absatz de« genannten Artikels außer Wirkung gesetzt wird, und 2. die im zweiten Absatz unter a. b und c fest­gesetzten Werte der Dienstwohnungen auf 16, 12 und 8 pEt. der Besoldung erhöht werden. Von einer näheren Begründ­ung wird im Hinblick auf die in der 10. Sitzung der Zweiten Kammer vom 19. Februar l. I. stattgehabten Verhandlungen abgesehen*. Durch die oorgeschlagenen Ansätze, Die gegen Die seitherigen um 60 pEt. höher sind, glauben wir da» richtige Nlaß getroffen zu haben, um gleichmäßig die In­teressen deS Staates und (einer Beamten zu wahren. 86 Abgeordnete beantragen: Hohe Zweite Kammer wolle an die Großh. Regierung das Ersuchen richten unter Beibe­haltung des dreijährigen juristischen Studiums an der Universität und eine dreijährige Aeceßzeit in das nächstjährige Budget einen Betrag einstellen, der zur weiteren Ausbildung Der jungen Verwaltungs­beamten nach bestandenem Staatsexamen in Landwirt­schaft, Industrie, Handel und Gewerbe, Ge­nossenschaftswesen ic. Verwendung finden soll.

Fte tziöffnui g tus Z'tovtnziaistcchevyauses.

Gießen, 2. April.

Die Eröffnung des Piwvinzialsiechenhauscs fand gestern nachmittag um 2i/a Uhr in feierlicher Weise statt. Vertreter der Regierung, Der Behörden, der Stadt und anderer inter­essierter Kreise hatten stch auf Einladung des Provinzial« ausschusses eingefunden. Geh. Oberbaurat o. Weitzien, von dem bekaniitlich der Entwurf und Die Pläne der vor­trefflichen und wohltätigen Anstalt herrühren, begrüßte die Erschienenen und sagte in kurzer Rede einiges über den Ur­sprung des Projektes und den Verlauf der Verhandlungen bis zur enbailiigen Feststellung. Provinzialdirektor Dr. B r e i b e r t hob die Verdienste des verstorbenen Prooinzial- direktors Geh. Rats v. Bechtold um das Zustandekommen Des Siechenhauses hervor und betonte die Wichtigkeit und die hohen Aufgaben, bie eine solche Anstatt zu erfüllen habe. Er wandte sich dabei an Dr. MaLÜoald, in dessen Hände er die ärztliche Leitung nieberlegte, indem er darauf h.nwies, daß die liebevolle und sorasame Versorgung der Pfleglinge ja hauptsächlich der Tätigkett und Gefchicklichkett des leitenden Arztes überlassen sei. Dr. Martwald et* iDiberte in kurzen Worten, Daß er sich der hohen Aufgaben und der Verantworttichkett feine» Postens recht wohl bewußt sei und daß er seine Kraft mit Freude und Zuversicht in den Dienst feiner Kranken stellen wolle. Als letzter Redner sprach im Namen des Staatsministeriums Ministerialrat Weber. Mtt Znteresse habe man in Darmstadt den Fort­gang der Arbeiten verfolgt, und man sei erfreut, daß Hessen nun eine Anstalt besitze, auf die es stolz fein könne. Se. ftönigL Hoheit der Grv Sher zog habe ebenfalls mit größter Sufmerfjamtcit den Dau dee Ziechenhauses verfolat und sei mit den Leistungen der Urheber und Der Bauleitung