Nr. 78
Donnerstag 2. April 1903
(Erstes Blatt.
153. Jahrgang
n.
Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.
Die Rollaufseuche unter dem Echweinebeslonde des Heinrich FriebertShäuser in Marburg ist erloschen, bic Sperrmaßregeln finb ausgehoben.
ich unterlassen: es tonnte die Wirkung die sie im ganze»
Bekanntmachung.
Bei dem ®nneinbebullen, sowie bei ft einer Kuh beS Albert Schultheiß, Heinrich Menz unb Georg RIö6 11. in Beltershain ist der BläSchenauSschlag auSge- krochen. Li« kranken Tiere finb bifl zu chrer voUslänbigen Heilung von ber Begattung ausgeschlossen.
Gießen, ben 1. April 1903.
Groß herzogliche- ureiSamt Gießen.
I. D.: Dr. Kranzbühler.
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen
vczagHpre»»: monoihrti 75*91, oiertel« jfibriid) Alk. 2.20; durch Adbole- u. .groetgfteUee monatlich 6o i?t.; durch die Post Alk. 2.— Dienet- jabrL auolctil Vestellg. Annahme mi Hnjeigei toi tue iagetnummec bi« Dormuiüg* 10 Uhr. SeilenpTeK: total 12*UU ouAioane 2u Big.
Verantwortlich tot ben doUl unb oügem. Teil; U Witiko. tot , otabi und t'anb* unb ,Genchi»taal' iluguft Göy: tot den An- tetnentetl: Pan« Beck.
Lande Hervorrufen wird, nur
Abg. Cramer bleibt dabet, Abg. Bähr fei xu Ihm gekommen und habe unterhandeln wollen. Der äuhhaiidcl ^Redner wird für bas wiederum gebrauchte unparlamen- larifche Wort zur Ordnung geruscn >.
Abg. Dr. David versucht nochmals, die Haltung seiner beiden Genossen zu rechtfertigen, worauf
Abg. Bähr genau noch einmal den Tatbestand feststellt. Er Hube in einer Ausschußsitzung eine Unterredung mit den Herren Cramer und Ulrich gehabt, und da hätte ihm Herr Cramer gesagt: Wenn Sie für die Giltigkeit der Wahl von Orb stimmen, dann können mir auch für Hirsche! stimmen. (Erneute große Bewegung im ganzen Hause.)
Abg. Cramer bleibt dabei, er habe nur mitgeteilt, was Abg. Hirschel in der Sache unternommen und zu ihm gesagt habe.
Abg. Wolf konstatiert, daß Cramer vorhin auSdrück» lich gesagt habe, er werde nach dem, waS er gestern und heute hier erfahren habe, für die UngiltigCeit der Wahl
Ker starke Arm.
Man schreibt uns aus Berlin. L April:
Sehr wenig erbaut ist man in den Kreisen der konservativen Partei darüber, bdy die Regierung keine Miene macht, sich auf den „starten Arm" zu stützen, den die konservativen anbieten. Aus dem Delegiertentag hat eS nicht an allerlei Offenherzigkeiten gegen die laue Haltung zur Sozialdemokratie gi.ji.htt, und G^as Lim b u r g-äußerte als Vermutung „selbst loyaler Kreise", es liege der Regierung daran, daß jetzt ,/tnders" gewählt werde als visher. Der Sinn der Worte ist, daß der Regierung ein „Ruck nach links" nicht unerwünscht tarne bei den Wahlen. Dazu gehört nicht Diel Scharfsinn, um zu solcher Auflassung zu gelangen. Ter hauprnccent der Tätigkeit des neuen Reichstages liegt auf dem Gebiete der Handelsverträge. Tie Regierung müßte entweder blind gegen die Sc^vierigtellen dieser Ausgabe oder unbegreiflich vertrauensselig {ein, wenn sie irgendwie dazu ihre Unterstützung lieye, das die Agrarier womöglich Der* iiärlt aus dem Wahllampi hervorgehen. Wir g.auben darum nicht, dag cs im Sinne des Gra.en Bülow und anderer leitender Männer hegt, würde der amtliche Apparat zu . Gunsten der unechten arbeiten. Im Gründe ist das konfer* oative Begehren nach der Parole „Gegen die Soz.ardemo- kratie'" docy wohl von der fiulcn Erwägung beeinflußt, Die wertvolle hü Leistung seitens der Regierung sich zu sichern, .miängiicy hat die Regierung diese Parole als gant «ucctmäßig benagtet. In der „Rordd. AUg. Ztg." und in anderen osj.zu-sen C.ganen wurden einbrmgliax Dor- stellungen an die „Ordnun...spar:-.en" gerichtet, sich gegen öen „gemeinsamen uCinb" zuiOm^-nzutun. Cs scheinen aber Ledeüken waa) geworden zu sein, ob man dadurch nicht eine bequeme Bruäc errichie, auf der die Handelsvertrags- gegner nocy zaylreicher ais jetzt in den Reichstag einziehen, nur zum, der Sammlungsrus ertönt kaum noch. Was sonst an d.n neuen Reichstag heranttllt: Militärische und Flotten- iorb:iungcn, Reichisf.nauzresorm und osta rttanische Zentral- dahn. das hat ja t.,ne viel tx.terung die Unteriiützung Der Lons er Dativen. Gegen die Ltnlc, aus die in diesem o^lle freilich nicht zu rechnen ist, fallen die Stimmen be
bte Zettelabgabe fast unmöglich gemacht wurde. Solche Ln- ammlungen kämen auch In Offenbach Dor. Redner wendet ich gegen den Abg. v. Brentano und meint, er habe ge- ehen, wie gestern ein Vertreter der gestrigen Mehrheit aus einer Tür in die andere gelaufen und herumgeflogcn ei, wie ein Nachtfalter in der Laterne. (Präsident Haas rügt diesen Ausdruck als ungehörig.)
Adg. D. Brentano fleht nach einigen (Entgegnungen an den Abg. Ulrich fest, daß von einem „Kubhanbel" oder einem Abkommen gestern gar keine Rede sein konnte. Denn einige Abgeordneten zusammenkamen und privatim sich über die Chancen der Wahl besprachen, so fei daS doch kein Bündnis oder gar ein Handel.
Abg. Grak O r i o l a erklärt, er fei nach der Durchlesunß deS AusschußberichteS zu der Ueberzeugung gekommen, dag infolge der Vorgänge in Bieber die Wahl tariert werden muffe. Daß Besprechungen zwischen befreundeten Abgeordneten über die Wahl Heidenreich ftattgesuliden hätten, gebe er zu, aber daS sei doch ganx natürlich und erklärlich, daß man sich über solche Tinge bespreche.
Abg. Dr. Gut fiel sch spricht seine Freude darüber aus, daß die beiden Vorredner eine direkte Abmaä-ung in Abrede stellen. Merkwürdig sei es aber doch, daß vor acht Tagen noch zwei Parteijührer sich gegen die Giltigkeit der Wahl Heidenreich aussprachen unb gestern doch dafür stimmten.
Abg. Weidner meint, es habe nach seiner lleber- zeugung gestern doch ein Handel stattgejunden.
Abg. Dr. David wendet sich gegen die Abgg. v. Brentano und Gras Criola, Abg. Ulrich bemerkt, er Lonne Zeugen dafür nennen, daß ein Handel i'tattgejunöen habe.
Bei der nun folgenden Abstimmung wird der Mehrheitsantrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Freisinnigen abgelehnt und der Minderheitsantrag, der auf UngiltigkeitSerllärung lautet, mit allen gegen 1U Stimmen angenommen. Die zu dieser Wahl eingegangenen Wahlproteste und Vorstellungen werben vom Hanse für erledigt erklärt.
Cs folgt nunmehr die Beratung übet die Dahl im 6. Wahlbezirk (Grünberg-Gießrus, Vertreter Abg. Hirschel. Der Ausschuß beantragt durch den Abg. Datum die Gittig- keitserklärung
Abg. Cramer (Svz.) führt ans, er habe sich zuerst im Ausschuß seine Abstimmung über diese Wahl für sväter vorbehalten. Rach dem aber, was er gestern und heute hier erlebt, werde er für die Ungilligtcil stimmen. Redner verliest bann mehrere Zeugenaussagen, durch welche bewiesen werden soll, daß bei der Wahi HirschelS ebenso viele Unregclinäßigkeiteu (Freibierausschank rc.) rwrgetommen seien, wie bei ber Wahl Orbs.
Abg. Dr. Schmitt (Zentr.): Cs wäre wohl am besten, wenn bei der Prüfung der Mandate die Angehörigen der direkt beteiligten Partei überhaupt nicht das Wort ergriffen. Ls werde jetzt im Hause behauptet, daß die Sozialdemokraten bereit gewesen wären, für die Giltigkeit der Wahl Hirscheis zu stimmen, wenn die Gesinnungsgenossen des Herrn Hirschel auch für Orbs Wahl stimmten. Die Redner dieser Partei hätteu gestern mit so großer sittlicher Lntrüstung der anderen Seite deS Hauses einen „Kuhhandel" vorgewvrsen, aber gerade sie seien es gewesen, die einen solchen in aller Form versucht hätten. (Große Unruhe. Stufe: Namen nennen!) Ich konnte Ihnen auch Namen nennen, aber ich habe es zunächst für meine Pflicht gehalten, die Tatsache selbst hier zur Sprache zu bringen.
Abg. Dr. David: Ich erkläre das eben Gesagte für eine vollständig haltlose Unterstellung, so lange der Vorredner nicht die Beweise dafür oorbruigt Wir sagten uns nur, wir wollten warten, nut welchem Maßstab die Wahl Orbs von den Gegnern gemessen werden würde, und wollten dann mit eben dem Maß auch die Wahl HirschelS messen. 'Jhtdj dem jetzt angewendeten Maßstab tonn auch die Wahl Hirscheis nicht aufrecht erhallen werden. Freibier, Schnaps unb Bein sei dabei in Strömen geflossen, unb diese Tatsache genüge, die Wahl für ungiltig zu erklären.
Abg. Dr. Schmitt: Zch stelle fest, baß zwischen den Abgg. Ulrich unb Cramer einerseits unb dem Abg. Bähr andererseits Verhandlungen fiatigefunben haben.
Abg. Cramer: Bir sind nicht zu ben Antisemiten gekommen, sondern diese zu uns. Abg. hirschel kam und erklärte, er habe mit Orb gesprochen; sie wollten für Orb stimmen unb wir sollten bajür für hirschel stimmen. Line Zusage fei aber nicht gegeben worben. (Zurufe: Ls hanbell sich um Bähr!) Don Verhandlungen, die später zwischen Bähr und mir stattgefunden haben sollen, weiß ich nichts!
Abg. Bähr: Ich muß dem Kollegen Tr. Schmitt in seinen Ausführungen vollständig recht geben. (Rufe: hört, hört, große Bewegung.) Tie Herren Cramer unb Ulrich kamen in einer Ausschußjitzung auf mich zu unb fragten mich: Wie ist Fhre Stellung? Herr Gramer erklärte mir bann, wenn Sie mit 2hren Freunden für unfern Kollegen Orb ft im men, so wollen wir für hirschel eintreten. (Große Bewegung unb Gelächter im Hause.) Lr habe aber erklärt, es habe jeber mit seinem Gewissen abzumachen, wte er |iiinmeu wolle.
Abg. Ulrich: Ich muß Das auf mich Bezügliche ent- schieben zurückweisen. Don irgenb welchen Abmachungen kann gar feine Rede sein. .
Lbg. Tr. Schmitt: Barum finb denn keine Abmachungen getroffen worden? Nur weil das Angebot ber Sozialdemokraten von dem Abg. Bähr unb Getto,fen ab- gcllhnt worben ist. (Lebh. Zustimmung.) Ter Versuch dazu ist von den Sozialbematraten gemalt worden, das ist ber wringende Punkt bei der ganzen Lache. Ich konstatiere deshalb ich begreife die sittliche Entrüstung Nicht, nut ber bic rerren Soz.albemollaten sich über tun angeblichen „handel' bei der Wahl herbenreichs aufgehallen haben, auf die vom Abg. Bähr sestgestellte Tatsache näher einzugehen, will
HirschelS stimmen.
Abg. Tr. David meint, baß das, waS der Abg. Bähr gesagt habe, nicht bewiesen sei.
Abg. Tr. Schmitt: Cs kommt nicht barauf an, was Herr Dr. Davib glaubt, sondern waS bas Land dazu sagt. <Aravo!) Ls wärv mir nicht im Traume eingefallen, bic ganze Sache h er vorzubringen, wenn nicht die Herren von der Gcgeiipartei uns mit solchen Vorwürfen gekommen wären. Bit haben uns nicht so hingestellt, wie jene Herren, in ber Rolle jeneS Mannes im Tempel, ber sich auf bü Brust klopft unb sagt: Herr Gott, ich baute Dir, baß ich nicht bin, wie jene. (Große Heiterkeit.) CS kam nicht darauf an, ob irgend welche Verhandlungen ftattfanben, ondern daß die Lozialdeniokraten hier mit Lntrüstung Dinge bekämpften, deren sie sich selber schuldig gemacht haben. (Lebh. Zustimmung.)
Abg. Ulrich uieuit, derselbe fttonieuge, ben die Herren jetzt für sich in Anspruch nähmen, Abg. Bähr, werde auch betätigen müssen, daß er schon bei ber Verhandlung über daS Amtsgericht Dieburg ben Eindruck gehabt hätte, daß hier wohl irgend welche Abmachungen vorlägen.
Abg. Bähr bestätigt dies.
Die Wahl des Abg. hirschel wird daraus mit allen gegen die fünf sozialdemokratischen (der sechste Abgeord^ nete der Partei, Orb, hatte natürlich das haus verlassen) unb einer freisinnigen Stimme (düoack) 1 ür giltig erklärt.
Ohne Debatte stimmt das HauS alsdann noch der be* antragicn Gilligkeiiserllarung ber Wahlen ber Abgg. Stöhlet (Lanterbach-L chlltz), Belbner (Laubach- Schotten) unb Tr. Frenay (11. Weh b.zirk Scheines,en) zu.
Am Schluß der Sitzung regte Präsident Haas bic Frage an, ob bie svamuiermitglieber auch bic sm al wieder zur „Erholung von den Strapazen" im Monat Mai einen gemeinschaftlichen Ausslug untern.h.ilenwollten, as werde vorgeschlagen, den Ausflug nach Oberhessen und zwar nach dem oberen Vogelsberg zu rüfyicn, und dort eine Besichtigung der Aufforstungen und der Hutweiden vorzunehmen. Abg. Weidner sprach den Wunsch aus, ben Ausflug erst im Zum zu unternehmen. Lin definitiver Beschluß wurde noä> nicht gefaßt.
Damit ist das spruchreife Material des Hauses erledigt und mit dem Wunsche des Präsidenten auf ein „F röh- 1 iches Osterfest" vertagt sich das Haus.
Nächste Sitzung unbeftimnit.
«Hejstjcher Landtag.
R. B. Darmstadt, 1. April.
Am Ministertisch: Staatsminister Rothe, Ministerial. täte Braun unb Dr. Best.
Nachbem Präsibent Haas um 9y* llhr die Sitzung er- 2flnet, werden zuerst einige Vorstellungen, bett. Baugelände in der Gemarkung Arheilgen und Sttaßcngeländc in ZügcS- heim dem Ausschuß überwiesen.
Zur Beratung kommt Johann die Vorstellung des Adam Sauer 111. in Hamm, Fischcrciberechtigung betreffend. Bekanntlich hatte der Betreffende mit erheblichem Kostenaufwand in Hamm bei Worms im Jahre 1870 eine künstliche Fi cherel angelegt: durch das ün Jahre 1882 erlassene Fi chcreigesetz wurde Sauet nach feiner Behauptung sehr ge chädigt. CS hanbell sich hierbei Haupt ächlich um_ die Frage, ob diese Fischereianlage alS ein offenes Gewässer ober als eine künstliche Anlage anzusehen fei. Die Großh Regierung hat das erstere ajigenonuncn unb deshalb das Gesuch des Petenten auf Gewährung einet Entschädigung abgelehnt.
Abg. Schill trägt die strellige Angelegenhell dem Hause vor unb ersucht, ben Wünschen des Petenten entgegenzukommen.
Ministerialrat Braun bestreuet, daß dem Petenten irgenb ein Nrecht Denveigert worden fei. Ihm eine besondere Cntschädigung zu zahlen, wäre ungerechtfertigt, bie Verwaltung könne nicht anders entscheiden, als bas Gericht eS getan habe.
Adg. Häufel bemerkt, die ganze Angelegenheit sei nicht spruchreif und beantragt, sie an den Ausichuß zutückzu- verwcisen.
Adg. M o l t h a n widerspricht diesem Antrag, der jedoch Dom Hause angenommen wird.
Die Vorstellung deS Gendarmen G a n ß auf Gewährung bet Dienstentschäbigungszulage wird Dom Berichterstatter, Adg. Schill, befünvortet, nach einigen Bemerkungen dcS MinisierialratS Dr. Best ebenfalls an den Ausschuß zutückverwicsen.
Das HauS setzt nun die Beratung übet die Wahl des Lbg. Orb im Wahlkreis Lfsenbach-Seligenstadt fort.
Abg. Dr. David wendet sich gegen bie Ausführungen Des Berichterstatters der Minderheit. Wenn er auch die hallung des Adg. Pennrich selber als eine konsequente anerkenne, so fei doch der Standpunkt feiner Parteigenossen ein verkehrter. Abg. Pennrich habe mit dem Ausdruck graue Gesetzesverletzung" sich geirrt, et, Redner, verstehe unter einer foldxm eine bewußte, schwere CA-setzeSverletzung, und in Bieder seien nicht solche, sondern nur formale ©erflöge vorgekommen, bie zubem auf daS GeiamtergcbniS ber Wahl keinen beftimmenben Einfluß aus üben konnten. Rebnet gehl nun auf bie einzelnen Vorkommnisse bei der Wahl noch näher ein.
2lbg. Cramer meint, Herr v. Brentano habe bic Freisinnigen gelobt wegen ihrer Unparteilichkeit unb eine Mahnung an bie Parteigenossen deS Rebners gerichtet, ilbg v. Brentano hatte sich mit seiner Mahnung an eine anbere Adresse wenden müssen, dkachdem bie Wahl heideureich für giltig ertlärt würbe, müsse auch bie Wahl beS Abg Orb gutgeheißen werben, beim die Verstöße seien bei der ersteren Wahl mindestens ebenso fd)!immer Natur gerne,en, wie in Bubet.
Slbg. haaS - Mainz wendet sich gegen einige Aeutzer- Lngen beä Abg. Schiengcr in der gestrigen Sitzung.
Abg. Tr. Gut fleisch betont, er unb feine Partei fei bet Meinung, daß bie Entscheidung über bie Glltigkell ober Ungiltigkeit einer Wahl eine ernste, heilige Pflicht bes Hauses sei unb lebiglich auf Grunb ber vorhandenen Tatsachen getroffen werden müsse. Et sei auf Grund der Sachlage zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Wahl ber Abg. Tr. Heiden reich hätte für ungütig erklärt werden müssen, ebenso wie bie Wahl Des Abg. Hllschel, wahrend bie Wahl des Abg. Orb als gütig erklärt werden mutzte. Es sei \a kein Zweifel, daß bei der letzteren Wahl &em- lussungen stattgesunden hätten, namentlich durch Verab- rciajung von Freigetränken re., aber dre deeinfluflung sei doch nicht so groß gewesen, baß sie auf bas ^^^L^onis hatte wesentlich einwirken können. 6s ser deshalb nicht richtig, bie S, Dotierung noch einmal durch bee ^ornahnie einer^Neuwahl in Erregung zu bringen, ba sie boch laum Cih gestern Präsidenten
rur Lronung gerufen wurde, so war berseloe in seM'.m KSßt benn ber Ausdruck ,Fuhhonde^ war nicht parl^ mentarifd), aber er war eine richtige Dezeidjnung für bas bezüglich ber Wahl .heidenreich gcnehcnc Ab lammen. Redner geht bann auf ixe Abstimmung in Ächer naher ein und bestreitet, daß sich am Wahlnsche m Dreher eine Sr. chinesische Mauer geblldet hatte, durch welche ben anderen
außer Sonntag«.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessische» tanbwlrt die »icfcener jai»ille»> WUlet viermal tn der Woche beigelegL
Rotaiu>n<$örud u. Verlag der Brüh l'lchen Unroet1.-ibud>- u. Stein- brudettl (Pteksch lirben) Reval non, (trpeömoe und Druckerei:
EchUlftrat« T.
Adresse tot Depeschen: «azetger Gießen.
FernIpreLantldlußAr dl.


