•Junten. TS liegt jedenfalls Raubmord vor, da Ne Ermordete kurz vor der Tat die Zinsen eines sehr bedeutenden Kapitals erhoben hatte. Vom Thäter fehlt jede Spur.
• Petersburg, L Jan. Nach Meldungen aus Bach- Mut verloren bei einem Brande im Annaschacht 68 Menschen daS Leben; elf wurden gerettet, nachdem sie 60 Stunden, und 21, nachdem sie fünf Tage unter der Erde zugebracht hatten.
* Ein furchtbares Verbrechen wurde in dem nnweit London in der Grafschaft Essex belegenen Orte Leyton entdeckt. Ein Mann von 34 Jahren NamenS Edgar Edwards, der vor einem Monate in ein Haus in Leyton allein eingezogen war, hatte vor einer Woche einen älteren Herrn, der ihn besuchte, namens Garland, so mit einer eisernen Stange geschlagen, daß dieser nun schwer verletzt in einem Hospitale darnieder liegt. Edwards wurde alsbald verhaftet und die Polizei stellte inzwischen Nachforschungen über ihn an. Sie fand, daß Edwards früher mit einem jungen Ehepaar zusammengewohnt hatte, das seit einem Monate verschwunden war. Nun erinnerte man sich, daß Edwards verschiedene große Kisten bei sich hatte, als er in das Haus in Leyton einzog und daß er auch den Garten hinter dem Hause hatte umgraben lassen. Die Polizei ließ im Garten nachgraben und man stieß 5 Fuß tief auf einen Sack, der einen zerstückelten menschlichen Körper enthielt. Dann wurde noch ein zweiter und ein dritter solcher Sack gefunden. Die Leichen waren die eines Mannes von 25 Jahren, einer Frau desselben Alters und eines Kindes von drei Monaten. Köpfe und Gliedmaßen von Mann und Frau waren vom Körper getrennt und die Schädel waren mit einem schweren Instrument eingeschlagen. Um den Hals des Kindes war ein Taschentuch geschnürt. Die Leichen können nur einige Wochen in der Erde gelegen haben.
Neujahrswünsche.
Zum neuen Jahr vor allen Dingen Gnt's beste Wünsche darzubringen, Nach guter, alter, deutscher Weise Dem lieben treuen Leserkreise. Mög Neunzehnhundertdrei bescheeren All ihnen das, was sie begehren. Dem Streber bring es neue Titel, Dem Apotheker teure Mittel, Dem Bühnendichter volle Häuser, Dem Skater Wenzel stets und Däuser, Dem Rentner Zins und Zinseszinsen, Dem Clown der Menge Beifallsgrinsen, Dem Gärtner früchteschwere Aesle, Dem Gastwirt ungezählte Gäste, Dem Studio pumpbereite Schneider, Der Gattin neue Hüt und Kleider, Dem hübschen Backfisch viel Verehrer, Dem Schüler nachsichtsvolle Lehrer, Dem Hilfsbedürftgen manchen „Dreier", Dem Mägdlein einen reichen Freier, Dem Redner treffliches Gedächtnis, Dem Erb-Neveu ein hoch Vermächtnis, Dem Kaufmann lohnende Geschäfte, Dem Ringer wahre Riesenkräfte, Dem Schlemmer einen guten Magen, Dem Rechtsanwalt recht viele Klagen, Der jungen Maid unzähl'ge Bälle, Dem Zechkumpan ein gut Gefälle, Dem Schwerenöter viele Flämmchen, Dem Gutsbesitzer feiste Lämmchen, Dem Bücherfreunde Folianten, Der Diva blitzende Brillanten, Dem Kandidaten eine Pfarre. Dem Raucher stets ’ne Bock-Cigarre! Dies wünscht ganz ohne Spott und Hohn Zum neuen Jahr
D i e Redaktion.
Kunst und Wissenschaft.
— Der Almanach des Frankfurter Opern- und Schan- fpielhauses für das Jahr 1903 ist erschienen. Er enthält wie bisher die Repertoire des letzten Jahres, die Adressen der Künstler, Personalnachrichten und sonstige Mitteilungen aus der Theaterwelt.
— Aus Mainz schreibt man: Nach einem Anschlag an der Tafel des Standesamts hat sich Frl.Hedwig Materna, die Primadonna unserer Oper, mit dem Redakteur der „Mainzer Nachr/, Herrn Heinrich Hirsch, verlobt.
Ein fürstlicher Polarfahrer. Der Herzog der Abruz- jen, Ludwig Amadeus von Savoyen, Vetter des Königs von Italien, hat in den Jahren 1899 und 1900 mit seinem Schiffe „Stella Polare" eine höchst erfolgreiche Polarreise unternommen, aus welcher es geglückt ist, die von Nansen erreichte höchste Breite noch zu überschreiten, sodaß nur noch 3 Grad 26 Minuten die kühnen Reisenden vom Nordpol trennten! Seine und seiner Gefährten abenteuerreiche Erlebnisse und die für die Geographie wichtigen Entdeckungen sind in einem reich illustrierten, interessanten Werke niedergelegt, welches unter dem Titel „Die Stella Polare im Eismeer" Anfangs Januar im Verlage von F. A. Vrockhaus erscheint. Wir werden dann Näheres aus dein spannenden Inhalt des Werkes mittcilen. Jeden Leser von Nansens „In Nacht und Eis" wird die Erzählung des Schiffbruchs, der entsetzlichen Schlitten- reife, der Tod des Grasen Querini und zweier Gefährten und die schließliche glückliche Heimkehr der Expedition lebhaft interessieren.
Meralur.
Der Kun st wart, Halbmonatsschau über Dichtung, Theater, Musik und angewandte Künste, Herausgeber: Ferdinand Avenarius (begründet 1887), hat nun wohl eine größere Verbreitung als jemals im deutschen Sprachgebiete ein Blatt seiner Art, obgleich er kein „leichtes" Blatt ist. Es muß doch noch viel freudiger Ernst bei uns Deutschen sein, viel Sehnen über leeres Spielen hinaus nach einem Austausch von Lebenskräften! Der Kunslwart ist als ein ernstfroher Hausfreund zu den Gebildeten gekommen, um ihnen und den ihrigen Erhebung und Freude ins Heim zu bringen, indem er sie wirklich beteiligte am Wollen und Schaffen der deutschen Kunst. Gleichviel, ob sich das mit Wort oder Ton bethätigte oder mit Linie, Form und Farbe. Er wußte aber: das Reden darüber thut's nicht allein. Deshalb 'zeigte er auch was Gutes er zeigen formte. Schöpfungen der besten deutschen Dichter, Tonsetzer und bildenden Künstler dürfte er den Lesern mit seinen losen Blättern, seinen Bildern und seinen Noten auf den Tisch legen, uni) daneben solche, die irgend eine Erscheinung im Kunstleben erläutern oder kennzeichnen. So machte er's, und so macht er's noch. Und wer die deutsche Presse zu verfolgen Gelegenheit hat, kann die seltsame Tatsache lon- statieren, daß wohl kein Blatt irgend einer Partei, weder einer politischen von den hochkonservativen über liberale und Zentrumsblätter hinweg bis zu den sozialdemokratischen, noch einer litterarischen oder künstlerischen über den Kunst- wart anders als mit warmem Lobe geurteilt hat, innerhalb fünfzehn Jahren. Dem Mustwart-Leser waren früh, sehr
früh schön, jedenfalls Ian« bevor die meisten anderen Blätter mit ähnlicher Tendenz dahinter kamen, Böcklin, Klinaer, Thoma liebe und vertraute Freunde. In Bezug auf die moderne Litteratur nahm der Kunstwart von Anfang an die Stellung ein, die sich heute als gefestigt erweist: er wurde Ibsen gerecht, ermunterte Gerhart Hauptmann mit liebevollem, anerkennendem Zurufe, er hielt sich vom Sudermann-Rummel fern. Daneben wies er hin auf die ungehobenen Schätze deutscher Lyrik, Epik und Dramatik, die uns aus der verlästerten, nachgoetheschen Zeit vererbt waren; er nannte Mörike, Keller und Hebbel immer wieder. Die fröhlichen Vorstöße im Kunstgewerbe waren für den Kunstwart-Leser nur notwendige Erfüllungen lang gehegter und fleißig durchgesvrochener, durchgeprobter WünsHe. Ja, selbst für eine Veredelung der Varistss trat der Kunstwart ein zu einer Zeit, da Wolzogcn an fein Ueberbrettl ist och nicht dachte. Eine Hochburg für ästhetische Kultur, eine Schule des Geschmacks, das ist der Kunstwart für alle die gewesen, die offenen Auges und warmen Herzens sich jeden halben Monat einmal an das Heftchen machten, das cm sich auch eine Schule durchging: vom ungeschickten Format mit beschränktem Text zum handlichen, schön geschmückten Büchlein mit reichem, vielgestaltigem Inhalte an Aufsätzen, Dichtungen, Bildern und Roten.
E. A. Seemanns Lieferungswerk,^HundertMeister d e r G e g e n w a r t" schreitet rüstig vorwärts. Das uns vorgelegte dritte und vierte Heft enthält'wieder eine Anzahl Blätter, bei denen man zunächst den bestimmten Eindruck hat, ein Original und keine Reproduktion vor sich zu sehen. So ist man z. B bei einer Skizze von Schönleber förmlich versucht, mit dem Finger nachzufühlen, ob dieses pastose Relief des Farbenaustrages wirklich nur scheinbar existiert. Unter den farbigen Wiedergaben im dritten Hefte fesselt uns besonders ein „Kinderreigen" von Hans Thoma, den wir den edelsten zeitgenössischen Leistungen deutscher Kunst zurechnen müssen. Aus dem sonstigen Inhalte der beiden Hefte seien genannt: „Das Aiärchen von der gefangenen Prinzessin" von Franz Hein, eine hochdramatische, glühend- farbige „Kreuzigung" von Wilhelm Trübner, „Weib und Musik" von Ferd. Keller, „£ucretiu" von Gabriel Max, ein ungemein liebliches Bild „Traum der heiligen Cäeilie" von Wilhelm Volz, ,,Aus 3iothenburg" von Artur Langhammer, eine „Gewttterstimmung" von Ludwig Dill und schließlich ein mit fabelhafter Keckheit aus die Leinwand gesetztes „Damenporträt" von H. von Habermann. Alle diese Bilder geben die vollständige Farbenerscheinung der Originale wieder. Der Wonnementspreis für die Lieferung ist 2 Mark. Die Texte hat Fritz von Ostini geschrieben.
Kandel und Verkehr. Uolkswittschafl.
— Rene deutsche Reichsanleihe. Gegenüber der Meldung eines Blattes, daß die Ernifsion der neuen deutschen Reichsanleihe „schon sehr bald" erfolgen werde, macht der ,A. B.-E." wieder- hott daraus aufmerksam, daß die offenen Kredite für das Reich nur 113 Millionen Mark betragen, während sich der Besitz der Reichsbank an Reichsschatzscheinen nach der Wochenübersicht der Reichs- bank vom 23. Dezember aus ca. 172 Millronen Mark beziffert. Schon aus der Höhe der bei der Reichsbauk diskontierten Reichs- schatzscheine ergibt sich, daß der Anleihebedarf des Reichs die Summe der offenen Kredite wesentlich übersteigen wird. Da es aber ausgeschloffen ist, daß das Reich eine neue Anleihe emittiert, bevor die Bewilligung derselben etatsmäßig erfolgt ist, so ist unter der Voraussetzung, daß der gesamte diesmalige Geldbedarf des Reiches mit einem Male gedeckt werden soll, mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die diesjährige Neuemission zu einem spätere»l Termin als im abgelaufenen Jahre (22. Januar) erfolgen wird.
— Mk. 789000 Aktie« der „Schloßbrauerei" Kiel. Wie auL der in unserer heutigen Nummer veröffenllichten Be- kannttnachung ersichtlich ist, gelangt am 8. Januar d. Js. der noch in Höhe von Mark 789 000 zur Verfügung fteherlde Restbetrag des sich auf Mark 1 500 000 belaufenden Aktienkapitals zum Kurse voll 130 Prozent durch die Bartt für Harldel und Industrie in Berlin und das Bankhaus Gebr. Arnhold in Dresden und zwar außer bei ebellgenannten EmissionSfirmennoch beielner Anzahl anderer Firmen zur Auflage. Anmeldlmgen auf obige Aktien werden bereits jetzt am hiesigen Platze von der Bank für Handel und Industrie Teposirenkasse Gießen entgegengenommen. Aus dem Prospekt erwähnen wir, daß die Gesellschaft in den letzten drei Geschäftsjahren bei einem Absatz von 78 941 bezw. 83 838 und 82 610 Hektoliter zweimal 8 Prozent Dividende auf Mark 1300 000 Aktienkapital und zuletzt 9 Prozent auf Mark 1500 000 Aktienkapital zahlte. Für die Chancen der Brauerei dürste auch der Umstand mit ins Gewicht fallen, daß Kiel und zwar in erster Reihe zu detljenigen Städten Deutschlands gehört, welche m kürzester Zett die größte Bevölkerungszunahme aufzuiveisen haben.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
In der Stadlkirche.
Sonntag nach Neujahr, den 4. Januar.
Vormittags 9«/i Uhr: Pfarrassistent Vogt.
Vorrnlltags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Markusgemeiirde.
Pfarrer Scheunemann.
Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johannestirche.
Donnerstag den 8. Januar.
Abends 8 Uhr int unteren Konfirmandensaal, Kirchstr. 9, Bibelstunde, Mare. 2.
Pfarrer Scheunemann.
Ju der Johauncskirche.
Vormittags 9'/- Uhr: Pfarrer Euler.
Vormtttags 11 Uhr: Kindergottesdienft für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Euler.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Ludwrg Naumann aus Siefersheim.
Am Sonntag, dein 4. Januar, abends 8 Uhr: Versammlung und biblische Besprechung im Konsirmandensaal der Johannestirche.
Montag den ö. Januar, abends 8 Uhr: Bibel stunde im Konfirmandensaale der Johannestirche. Text Psalm 115.
Nächstkünftigen Sonntag den 11. Januar: Feier des Landes- miffionssestes. An bleiern Tage wird in beiben Kirchen eine Kollekte für die Heidenmlffion erhoben werden.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 3. Januar:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 4. Januar.
Sonlltag nach Neujahr.
Vormittags von 6‘/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kom- munion.
Vormittags um 8 Uhr: Tie zwette heil. Messe.
„ 91, 2 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachnlittags um 27, Uhr: Andacht.
HotLrsdirnst drr israelitischen KeligionsgrseÜschast.
Sabdathseier am 3. Januar 190 3.
Freilagavend 4.10 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbalhausgang 5.20 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 7,10 Uhr, abertds 4.00 Uhr.
Gerichtssaal.
Wegen eines annonymc« Briefes, den er angeblich an den erstell Offizier des Schiffes „Irene" geschrieben haben sollte, wurde seinerzeit der Feuerwerksmaat Gehle gu 17, Fahre Gefängnis und zur Degradation verurteilt. Er hatte von Der Strafe bereits 10 Monate verbüßt, ist aber nunmehr, wie man auS Köln meldet, im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen und seinem Truppenteil wieder zugewiesen worden. Die Verurteilung erfolgte auf Grund der Feststellungen zweier Schreibsackverständiger. Währeild der Verbüßung der Strafe setzte Gehle beim Reichsmilttär> gericht die Wiederalifnahme des Verfahrens burd). Ein Gutachten des Schulrats Grabow, Berlin-Wilmersdorf, fiel zu Gunsten deS Angeklaaten aus, und auf Grund dieses Gutachtens erfolgte in erneuter Verhandlung die Freisprechung.
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Schisssnachrichtcn.
,Red Star Linie" Antwerpen.
Der Postdanlpfer „Zeeland" der „Red Star Linie" in Ant- werpeil ist laut Telegramm am 29. Dezember wohlbehalten in New-York angekommen.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.
London, 2. Jan. Wie mitgetcilt wird, hat die Schlacht bei Bartisimito nicht zu einem Siege Castros, sondern zu eurem solchen der Insurgenten geführt, welche den Regierungstruppen einen Verlust von 300 Mann bei- brachten. £
Toulon, 2. Jan. Ern aus den Lrnrenschrffen „Samt Louis", „Charlemagne", „GauloiS" und den Kreuzern „Chanzy" und „Lrnois" bestehendes Geschwader hält sich zur Entsendung nach Marokko bereit. , Die Schiffe er- ganzen bereits die Vorräte an Lebensmitteln, Kohlen und Munition.
Rom, 2. Jan. In vatikanischen Kreisen wird bestä» tigt, daß der Papst den Prinzen Max von Sachsen bannt betraut habe, eine Versöhnung des Kronprinzen von Sachsen mit seiner Gemahlin herbeizuführen. Prinz Max habe dem Kardinal Rampolla telegraphiert, er gehorche dem Auftrage des Papstes, habe aber nicht die leiseste Aussicht auf Erfolg.
Genf, 2. Jan. Die Kronprinzessin von Sachsen Hut ihren Anwalt Lachonel ersucht, ein Memorandum abziusassen, welches sie unte^eichnen wird und worin die wahre Geschichte über ihre Lage am Dresdener Hofe dargestellt werden soll. Tie Kronprinzessin und Giron haben für 6 Monate erne kleine Villa in Genf gemietet.
Bukarest, 2. Jan. Die Kammer nahm das Budget in der Generaldebatte an und erledigte die Budgets der Justiz und des Krieges in der Spezialdebatte. Im Laufe der Generaldebatte wies der Finanzminister auf den ungeheuren Unterschied zwischen der finanziellen Lage vor zwei Jahren und der heutigen hin. Das von den Liberalen aufgestellte Budget reiche für die normalen Bedürfnisse des Staates aus. Der Ministerpräsident führte aus, das unter den Konservativen bestandene Defizit veranlaßte ihn, eine solide Grundlage für die Finanzpolitik des Landes zu finden. DaS Land müsse die Ausgaben einschränken, bis die Krisiö überwunden sei. (Lebhafter Beifall.)
Washington, 2. Jan. Die Antwort Castrvtz auf den SchiedsgerichtZ^Vvrschlag soll, wie behauptet wird, eine Bedingung enthalten, welche bei der amerikanischen Regierung einen Mtßton hervorgerufen hat. Jedoch soll diese Bedingung nicht bedeutend genüge sein, um ein tern der Verhandlungen herbeizusühren.
Caracas, 2. Jan. Der amerikanische Gesandte Bowen hatte eine einstündige Unterredung mit Castro. — Der italienische Kreuzer „Carlo Alberto" ist in La Guaira eingetrossen. Ein früheres venezolanisches Kanonenboot ist unter französischer Flagge in den Hasen von La Guaira eingebracht worden. Die Bevölkerung ist hierüber sehr entrüstet.
Telephonischer Kursbericht«
Frankfurt a. A., 2. Januar 1908.
87«% Reicheanleihe . . 102.40 30/0 do. ... 91.75 3V,% Konaols .... 102.20 8% do......91.75
37s% Hessen .... 100.90 3% Oberhessen . . . 99.60 4% Oesterr. Goldrente . . 103.10 47, % Oesterr. Silberrente 101.65 4% Ungar. Goldrente, . . 101.55 4% Italien. Rente . . . 108.15 47,96 Portugiesen . . . —.— 8% Portugiesen 30.85 1% C. Türken .... 29.70 Türkenlose 125.00
4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 44.60
47,56 äussere Argentiner —.—
8% Mexikaner .... 24.90 4%% Chinesen .... 914.0 Electric, bohuckert ... 80.00 Nordd. Lloyd . . . . 96JJ5
Kreditaktien .... 218.00 Diskonto-Kommandit. . . 191.75 Darmstädter Bank . . . 136.90 Dresdener Bank . . . . 146.90 Berliner Handelsges. , . 159.30 Oesterr. Staatsbahn . , . 149.20 Lombarden .... 16.50 Gottbardbahn .... 179.00 Laurahütte ..... 218.90 Bochum ...... 181.90 Harpener 170.50 Tendenz: fest.
Da die Ziehung 8. Klasse der 1. Hessisch- Thüringischen Staatslo11erre bereits arn6.Januar 19 0 3 beginnt, sei hiermit an die sofortige Loos-Erneuerung zu dieser Klasse erinnert. Tie Gewinnaussichterr steigen zwar von Klasse zu Klasse ganz erheblich, dafür müffen aber für im Laufe der Lotterie erworbene Loose die Vorklaffen mitbezahtt werden. Es empfiehlt sich daher, sich spätestens jetzt noch von der 3. Klaffe ab an dem Spiel zu beteiligen.
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Ein nahrhaftes,belebendes Getränk, welches einen wohltbuenden Einfluss auf die Nerven ausübt.
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