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2.1.1903 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

J»ie heutige Wummer umfaßt 10 Seiten.

t>on Natal Rauben, auf diese Konferenz werde beinahe unmittelbar die Föderation Südafrikas folgen.

Freitag 2. Januar 1903

ein des

153. Jahrgang

v?zug»pret»r monatlich 7bPf., viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.- durch die Post Pik. 2. viertel» jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen tut die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal I2Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich Kit, den polit. u. aHgem. ieifi t.V.: Fr.Hannemann; für,Stadt u. Land" und »Gerichtssaal-: Lurt Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Kolilische Tugesschau.

Die Neichseinnahmen des Vorjahres.

Tie Jsteinnahme an Zöllen und Verbrauchssteuern hat ln den ersten 8 Neonaten des laufenden Etatsjahres Ö16.1 Millionen Mark oder 1.9 Millionen Mark weniger als im gleichen Zeiträume des Vorjahres betragen. Tie Zucker­steuer weist ein Weniger von 5.7 Millionen, die Brausteuer ein solches von 1.4 Millionen Mark auf, während die Brenn­steuer 2 Millionen, die Maisch b o ttich st euer 0.9 Millionen Mark mehr erbracht haben und die Schaumweinsteuer mit einem Ertrage von 2.4 Millionen Mark erscheint. Bon anderen Einnahmezweigen Haden die Reichsstempelabgaben in den ersten zwei Dritteln des laufenden Etatsicchres 49.9

Ausland.

Wien, 1. Jan. Heute mittag gab Graf Lamsdorff

Chamberlain über die Föderation Südafrikas.

Der jetzt in Maritzburg weilende englische Kolonial­minister Chamberlain hat daselbst am Montag abend eine Rede gehalten, in welcher ec sich mit der Frage der Zukunft der beiden Burenstaaten näher beschäftigt. Er führte in dieser Rede den englischen Blättern zufolge aus:Können Oranje- sluß- und Transvaal-Kolonie allein dastehen, so sind sie Äur Selbstverwaltung reif. Tie eine Grundbedingung dazu, oaß eine Kolonie Selbstverwaltung und ein Parlament er­hält, ist, daß die Kolonie ihre eigene Verteidigung besorgt und daß die Reichstruppen zurückgezogen werden. Ist dies im gegenwärtigen Augenblick möglich!? Transvaal bietet außerdem ein Feld für Kapitalanlagen, wie nie eine Kolonie zuvor. Es sind dort noch unentdectte Goldminen, und Eisen rnd Kohle werden sicher in Zukunft gefunden werden. Auch )er Landbau sieht großer Entwicklung entgegen, aber das hangt von Bewässerungsanlagen ab, die gewaltiges Kapital verlangen. Dieses ganze Kapital wird wahrscheinlich nicht von Privatpersonen vorgestreckt werden und es muß mit Hilfe der Regierung beschafft werden. Zur Entwicklung der Kolonie wird eine ungeheure Anleihe nötig fein. Kann die Kolonie aber vom Geldmärkte eine Anleihe verlangen ohne Garantie seitens der Reichsregierung? Kann man aber von der Reichsregierung verlangen, daß sie die Anleihe einer sich selbst verwaltenden Kolonie garantiert? Ich kenne keinen Präzedenzfall dafür, daß die Regierung darin ein­gewilligt hat, einer sich selbst verwaltenden Kolonie eine Anleihe zu garantieren. Darum müssen diejenigen, welche )er Regierung in Downing Street mißtraut haben, erwägen, ob die Zeit gekommen ist, in der sie Freiheit und Unabhängigteit annehmen können. Man muß be­renten, daß, wenn Kolonieen die Unabhängigkeit erhalten, ie nicht nur selbst Freiheit erhalten, sondern auch der Reichs­regierung ihre Freiheit geben. Wer den Pfeifer bezahlt, muß and) die Melodce an geben dürfen. Das sind die allerdings nicht unüberwindlichen Hindernisse, die der sofortigen Föde­ration im Wege stehen. Briten mögen stets bedenken, daß ras Reiche geeinigt werden soll, und Südafrikaner mögen tet» darüber nachdenken, wie ihre Union möglich ist. Hollän­dische wie englische Kapitalisten und Me Mbeiter beider Rassen mögen alles thun, um die Vereinigung zustande zu bringen ohne elende und schädigende Unterscheidungen, eine Vereinigung, die notwendigerweise vorangehen muß nicht nur im Interesse Südafrikas, sondern auch im Interesse des Reichs.

9?ad), der Meinung des Premierministers von Natal wird die Folge der Vorstellungen des Ministeriums von Natal bei Chamberlain sein, daß nach der Mreise Chamber­lains von Südafrika eine Konferenz der verschiedenen süd­afrikanischen Kolonien einosrufen werden wird. Die Minister

erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck il Ver­lag der Brüh l'schen Unwers.-Buch» u.Dtein- druckeret (Pietsch Erbens Redaktion. Expedition und Druckerei:

Schulstraße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

FrrnsprechanschlußNr 61.

Expreßzuge ab. Er begiebt sich direkt nach Petersburg.

TasDeutsche Bolksblatt" veröffentlicht ein Interview eines seiner Redakteure mit dem Sekretär des Grafen Lamsdorff, Sawinsky. Terselbe erklärte, daß bei den gegen­wärtigen Beratungen es sich lediglich um Macedonien^ nicht aber um Handelspolttische Fragen handle. Tas faktisch erzielte Resultat betreffend die macedonische Frage sei sowohl in Wien als auch in Serbien und Bulgarien ein in jeder Beziehung zufriedenstellendes. Was die Frage des

Frühstück zu 22 Gedecken, an welchem der Minister Auswärttgen, Graf Goluchowski, der Botschafter Graf Kapnist sowie die übrigen Mitglieder der russischen Bot­schaft mit ihren Tarnen teilnahmen. Am .Vormtttag ließ der Kaiser burd) einen Flügeladjutanten dem Grafen Lamsdorff sein Bildnis in prachtvollem Rahmen über­reichen. Am Nachmittag mürbe der Graf vom Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen, welche zwanzig Minuten währte. Gras Lamsdorff, welcher bis spät nachts mit Goluchowsky konferierte, rei scheute abend 9 Uhr mit dem

Millionen Mark Einnahme ergeben, darunter 23.6 Millionen Mark aus der Börsensteuer. ES bedeutet dies ein Mehr Hinüber dem gleichen Zeiträume des Vorjahres von 6.6 Millionen, wovon 6.1 Millionen auf die Börsensteuer £Ü?J?,neiL Tie Post- und Telegraphenverwaltung bat 265.8 Millionen Mark oder 14.2 Millionen Mark mehr und die Reichseisenbahnverwallung 60.8 Millionen oder 3 1 Milli Mark mehr erbracht. DieDerb Pol. Nachr." begleiten diese Mittellungen mtt folgenden Bemerkrmgen:Es ist fraglos, daß der obige Ausweis über die hauptsächlichsten Einnahmequellen des Reichs nicht mehr ein ganz so trühes Bild zeigt, wie es aus früheren Monatsausweisen gewonnen werden mußte. Wenn man es aber an der Hand der EtatS- ansätze nachprüft, findet man nur zwei von den haupt­sächlichsten Einnahmepofittonen, die über diese Ansätze hinaus Ertrage abgeworfen haben, die Branntweinver- brauchsabgabe mit nahezu 8 Millionen und die Eisenbahn- Verwaltung mit 1 Million. Tie Zölle sind mit ihrer Zwei- dritteljahreöeinnahme hinter dem gleichen Teile des Etats­anschlages noch um etwa 10 Millionen zurück, die Post- und Telegraphenverwaltung mit etwa 8 Millionen Mark, die Reichsstempelabgabeln mit 3.3 Millionen und die Zucker­steuer gar mit 20 Millionen Mark. Gewiß sind für daS letzte Drittel des Jahres bei verschiedenen Bosttionen Ein- nahrnebesserungen zu erwarten, fo namentlich bei der Post- und Telegraphenverwaltung, ob aber diese Besserungen aus^- reichen werden, die Ausfälle zu decken, ist doch sehr fraglich, und so kann immer noch nicht damit aerechstet werden, daß die Etatsansätze von allen Haupteinnahmequellen des Reichs am Ende des laufenden Finanzjahres werden erreicht werden."

Die Nnruyen in Marokko.

Zur kritischen Gestaltung der Tinge in Marokko wird heute aus Paris gemeldet, baS einer Nachricht aus Tanger zufolge der Sultan von Marokko eine neue Expedi­tion vorbereitet. Er will die von dem Rebellenführer Bua- mara eroberten 12 Kanonen wiedernehmen, und, wenn dies nicht gelingen sollte, wenigstens die Stadt Fez im Um­kreise von 60 Ätti. gegen Ueberfälle sichern. Die in Fez verbliebenen Europäer, welche noch über LebenMntttel- vorräte verfügen, tragen nach Möglichkeit dazu bei, die allgemeine Notlage zu lindern. Wie das ,^Serl. Tgbl" aus Madrid meldet, steht der Prätendent 20 Km. von Fez- Er hat großen Zulauf, da er sich, dank der erbeuteten Gelder, sehr freigebig zeigt. Der Sultan tut alles-gr liche, um die Bevölkerung zu beruhigen, indem er ihr den endgiltigen Sieg verspricht, aber wenige glauben ihm. Auch dauert der Unwille über feine Freundschaft mit den Euro­päern fort.

Aus Madrid wird noch unterm 1. Januar berichtet: Silvela hatte eine längere Unterredung mtt dem König über den Aufftand in Marokko. Silvela drückte die Ansicht aus, daß der Bürgerkrieg gegen die Dynastie gerichtet sei und fügte hinzu, die Mächte gestanden Spaniern das Stecht der Jnrervention zu. Tie Regierung werde die jetzigen Umstände benützen, um die Zulunst Spaniens in Marokko sicherzustellen. Schließlich teilte Silvela dem Könige mtt, daß von den Mächten Schiffe nach Mywllo entsandt würden.

Aus Paris, 1. Jan., verlautet halbamtlich, ixte Re­gierung verstärkte wegen der Vorgänge in Marokko die Garnisonen an der algerisch-marokkanischenGrenze, um ein Eindringen marokkanischer Banden in Algerien zu verhindern. Der in Dran befindliche KreuzerDu- chayla" hält sich bereit, behufs Schmutzes der Franzosen ge­gebenenfalls nach Tanger abzugehen.

Die Ehettennung am sächsischen Königshofe.

Die Trennung der Ehe des sächsischen Kronprinzen­paares soll sich, wie jetzt als bestimmt gemeldet wird, nur auf Trennung von Tisch und Bett beschränken. Bei Auf­hebung nur der ehelichen Gemeinschaft ist also die Eingehung einer neuen Ehe für beide Teile ausgeschlossen. Damit will der sächsische Hof jedenfalls der Kronprinzessin die Möglich­keit zur Eingehung einer Ehe mit Giron nehmen, während ja der Kronprinz als strenggläubiger Katholik ohnehin bei Lebzeiten feiner Frau eine neue Ehe keinesfalls schließen kann. Allein nach § 1575 des B. G.-B. ist der andere Ehegatte, also hier die Kronprinzessin, berechtigt, zu bean­tragen, daß auf Scheidung erkannt werde, falls die Klage aus Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft begründet ist, und bann muß auch tatsächlich die Scheidung ausgesprochen werden. Zweifellos wird die Kronprinzessin von oiqem ihr zustehenden Recht Gebrauch machen und so eine staatlich giltige Scheidung ihrer Ehe herbeiführen. Dann wird es ihr möglich sein, nach Uebertritt zu einem anderen Glauben eine neue Ehe einzugehen, die allerdings nicht nach kirch­lichem, wohl aber nach dem bürgerlichen Rechte der meisten Länder gültig wäre.

Deutsches Wich.

Berlin, 1. Januar. Nachdem der Kaiser gestern dir Rapporte der Leibregunenter und militärische Meldungen entgegengenommen hatte, kehrte er ins Schloß zurück, wo Frühsrückstasel stattfand, an der die Prinzen-Söhne, die Prinzessin-Tochter, Prinz Arnulf von Bayern, Prinz Hein­rich, sowie die Damen und Herren der Umgebung und vom Dienst tettnahmen.

Berlin, 1. Jan. Ein Reutertelegramm aus Peking berichtet: Tas Denkmal für den ermordeten deutschen Gesandten v. Ketteler ist vollendet und'soll am 18. Januar ein geweiht werden. An der Feierlichkeit wer­den deutsche und chinesische Beamte teilnehmen. Die deutsche Gesandtschaft hatte vorgeschlagen, die Einweihung am Geburtstage des deutschen Kaisers stattfinden zu lassen, China wendete aber ein, daß die Feier an diesem Tage mit der Feier des chinesischen Neujahrstages zusammen­fallen würde. Die Einweihung wurde deshalb auf den 18. Januar festgesetzt. Tas Denkmal besteht in einem impo­santen weißen Bogen, der sick) über die Hauptgeschäfts­straße an dem Punkte spannt, wo der Gesandte einwrbqt wurde. In den Bogen sind Bußinschriften in deutscher, lateinischer und chinesischer Sprache eingemeißell.

Der Generalintendant der Berliner königlichen Theater, GrafHochberg, verabschiedete sich, gestern nach­mittag von den Mitgliedern der königlichen Bühnen und den Beamten der General-Intendantur mit einer kurzen, herzlichen Ansprache.

Dresden, 1. Jan. Bei allen Anzeichen der Befferung bereitet dem König noch immer der infolge der Influenza eingetretene Husten, der namentlich während des Schlafes außerordentlich störend ist, Schmerzen. Die mehrfachen Kon­ferenzen mit den Ministern über die Affäre der Kron­prinzessin haben sehr unheilvoll auf seinen Gesundheits­zustand eingewirkt. Tas Neujahrsfest wird am Hose in vollkommener Zurückgezogenheit und Stille begangen, es finden keinerlei Empfänge statt. Der Kaiser wird über das Befinden des Königs ständig auf telegraphischem Wege in Kenntnis erhallen.

Weimar, 1. Jan. Wie die ZeitungTeuffchländ" von zuverlässiger Seite hört, erfolgt die Vermählung des Großyerzogs mit der Prinzessin Karoline Reuß ä. L. im April 1903 in Bückeburg.

Aer «-leyrstuyt für Yattornlökouomte an der Ilniversttät Hießen.

_ . Tn zweiten hessischen Kammer ist eine Anfrage des Mbä. Koyler-LcmMorf zugeganaen, die sich in sehr eingehen­de: Werse mtt der Besetzung des Lehrstuhles für National­ökonomie an unserer Universität beschäftigt. Die soeben rn den Drucksachen des Landtages erschrenene Anfrage knüpft der Deutschen Agrarzeitung" erschienenen Artikel über das ThemaDer Ackerbau in der National­ökonomie" an, der demSystem der polttischen Oekonomie" von Prof. Ruhland daS Wort redet und mit großer Warme für die bekannten Grundprinzipien von Quesnay über die landwtttschaftliche Produllion (Physiokratisches System) eintritt. An diese Darlegungen knüpft Abg. Köhler folgende Bemerkungen;

Ich bemerke hierzu, daß das in diesen Ausführungen genannte nationalökonomische Werk des Herrn Professors Dr. Ruhland aus de.r Bücherei der zweiten Kammer der Stände der Großherzoglichen Regierung und den Mit- gltedern des Landtags zur Verfügung steht.

Aus chm gehen folgende Lehren hervor:

Zu gegenwärtiger Zeit treten in unserem Lande die Theorien breierteier Wirtschaftssysteme als Parteian­schauungen öffentlich wirksam hervor:

a. in den links-liberalen Parteien Smith-Ricardo, b. in der sozialdemokratischen Partei Ricardo-Adarx (Ricardo und Marx waren Juden),

c. in den bäuerlichen Parteien die Weltanschauung, wie sie zumeist dem physiokrattsd-en System des Fran­cois Quesnah entspricht.

Der Anfragesteller mtt seinen bäuerlichen Freunden muß es infolge dieser Erkenntnis, daß zu den gegen­wärtigen Staatszuständen...........

in ganz hervorragendem Maße die praktische Ein­führung und Verwendung der Smith - Ricardoschen Theorien als höck>ste Staatsmaximen geführt haben, aus das allertiefste bedauern, daß eben diese verderblichen Theorien sett Jahren und besorrders in gegenwärtiger Zett als höchste Staatsweisheit den Studierenden an der Universität Gießen und nachherigen Staatsbeamten durch einen, den Börsen kreisen nahestehenden Professor und einen israelitischen Privatdozenten gelehrt werden.

Der Anfragesteller erachtet es darum als einen un­haltbaren Zustand, daß die Studentenschaft der Universität Gießen infolge des gezeigten Um­standes gezwungen ist, Lehren zu unterliegen, deren Wahrheit von rhnen wohl selbst angezweifelt werden muß, und die den Ansichten her allergrößten Mehrzahl des hessischen Volkes widersprechen. Der Anfragesteller erachtet es hiernach als einzig richttg, wenn die Groß- herzogliche Regierung diese Sadje, die ftüher schon in einer Verhandlung des Landtages durch die Herren Ab­geordneten Brauer und Friedrick) gestreift wurde, sich einmal näher betrachtete und Mhilfe schasste.

Insbesondere erscheint es als eine gerechtfertigte For­derung der bauernfreunMidjen Kreise un­seres hessischen Volkes, also der Mehrheit des­selben, wenn verlangt wird, daß neben der bestehenden ordentlid)en Professur der Nationalökonomie mtt der Smilh-Nicardosd-en Richtung eine gleichgeordnete Pro­fessur mit der oben geschilderten Quesnayschen Richtung (am besten unter Berufung des Herrn Professors Dr. Ruhlano in Berlin selbst) an der Universität Gießen als­bald eingerichtet werde.

Ich frage hierzu:

1. Gedenkt die Großherzogliche Regierung in Anbetracht der geschilderten Verhältnisse an der Universität Gießen eine ordentliche Professur für Nationalökonomie des Physiokratischen Systems einzurichten?

2. Im Verneinungsfalle, was bewegt sie zu der Nicht­beachtung dieser aus den Kreisen der Ntehrhettspar- teien des hessischen Volles gestellten Forderung?

3. Gedenkt oie Großherzogliche Regierung diese Fragen so zeitig zu beantworten, daß über dieselben gelegent­lich der Budgetbcratnng 1903/04 zu Kapitel 36 (Landesuniversitat) im Plenum des Landtags ver­handelt werden kann?

AnmerkungderRedaktion: Me hier behandelle Angelegenheit wird die zweite Kammer voraussichtlich schon in nächster Zeit eingehender beschäftigen. Wir hielten es des­halb für geboten, die Ausführungen des 215g. Köhler in der Sache unter Weglassung einiger verletzender Bemerkungen hier zum Mdruct zu bringen, natürlich aber, ohne damit zu der ftreiugen Frage seloer jetzt schon Stellung zu nehmen. Man wird hier vor allem die Mtwort der Grotzherzoglichen Regierung asbzuwarten Haden.

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger **

Amts-Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen