Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
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Wetter
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September Oktober 1903.
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14,4
12,6
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. per Stück 7 Pfennig. [04652 Pr. Laudbutter per Pfund 1.10 empfiehlt W.Ullrich^Schloßgaße7.
Dieses Recht, das kein Vorrecht, keinen Grngriff in Anderer Rechte und Befugnisse in sich schließt, habe ich uns auch gewahrt bei meiner letzten persönlichen Verhandlung mit Großh. Kreisamt, zu der ich nebst zwei anderen Herren am vorigen Samstag vormittag gebeten wurde.
Dennoch willigte ich schließlich in die Verlegung der Weihe ein, als vom Kreisamt aus der Vermittlungs-Vorschlag gemacht wurde: ich solle auf Abhaltung der Weihe am 27. September verzichten, und dafür solle alsbald öffentlich bekannt gemacht werden, daß die Friedhofsweihe auf genau acht Tage verschoben, daß sie bestimmt und sicher am Sonntag, dem4.Okt oberd. I., nachmittags 4 Uhr, stattfindeu werde.
Die Art, wie das Kreisamt dieses versicherte, und wie besonders auf mein Anfragen auch der Herr Provinzial- direktor persönlich diesen Vorschlag annahm, mußte mir als eine Versicherung auf Manneswort gelten. Hätte ich trotzdem den Wunsch des Kreisamts zurückweiseu wollen, dann hätten wir am 27. September die Weihe ohne Zustimmung dieser Behörde gehalten, was immerhin schmerzlich gewesen wäre; während wir für den 4. Oktober zum voraus die iVcrsicherung erlangten, daß seitens des Kreisamts und selbstverständlich auch seitens der Herren, die zu jener Besprechung zugezogen worden waren, nichts der Vornahme unserer Fried- hossweihe entgegenstehe, uns demnach auch der Schutz der obersten Polizeigewalt gewiß sei. Ich wäre beim Beharren auf dem 27. September doch mich als einer erschienen, der in das Wort der Herren Kreisamtsbeamten Zweifel setzte, was ich jedenfalls vermeiden wollte. Da zudem der 4. Oktober auch noch als ein geeigneter Sonntag gelten konnte, so willigte ich in die Verschiebung ein.
Ich hoffe, daß die Gemeinde nach diesen Darlegungen mein Nachgederi, oas viel Befremden und Unwillen erregte, doch als wohl begründet beurteilen wird, wie es auch der Kirchenvorstand tat.
Wir wollen nun frohen, getrosten Sinnes der Friedhofs
weihe am nächsten Sonntag den 4. Oktober entgegensetzen! Möge nur der Gott, der Wollen, Lust und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, uns einen rechten Sonnensonntag schenken, wie der vorige es war. Für jeden Fall aber, auch unter Sturm und Regen, bitten wir um Gottes Segen zu der ernsten, von Todes- und Grabeslust umwehten Friedhofsweihe einer ttefbewegten evangelischen Gemeinde!
Zum Schluß noch eine kurze Antwort für alle die Evangelischen, die nach der Verschiebung unserer Friedhoss- weihe gewünscht, beantragt, gefordert haben, daß zur Besprechung der ganzen Angelegenhett und zu einer allgemeinen Kundgebung noch in dieser Woche eine öffenttiche Versammlung der evangelischen Bürgerschaft veranstaltet werde. Meine Antwort sei, in Uebereinstimmung mit anderen, die Bitte, mit einer solchen Versammlung bis nach geschehener Einweihung des Friedhofs warten zu wollen. Dann soll, wenn es irgendwie wünschenswert oder nöüg erscheint, vielleicht schon in nächster Woche, für Erfüllung der genannten Wünsche und Forderungen Sorge getragen werden.
Gießen, den 1. Oktober 1903.
Dr. Naumann, Pfarrer.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
30.
30.
1.
Mit sanfter Ileöerredung
sollte jede Hausstau darauf hinwstken, daß namentlich de^ Gatte, der ost außer dem Hause gezwungen ist, für Magen und Nerven schädliche Gettänke zu genießen, wemgstens daheim naturgemäß lebt und nur gesunde Speisen und Getränke zu sich nimmt. Sie sollte z. B. unbeirrt jeden Tag immer und immer wieder Kathreiner s Malzkaffee auf fr n Tisch bringen, anfangs eventuell nur als Zusatz zuL« Bohnenkaffee, etwa im Mischungsverhältmsse von halb zu halb, dann allmähllch zu immer größeren Quantitäten Malzkaffee übergehend, bis endlich dieses bekömmliche, mild und angenehm schmeckende Getränk in unvermischter und reiner Form allen Familienmitgliedern ausnahmslos ein unentbehrlicher Bestandteil des täglichen Früh-- stücks und Vesperbrotes geworden ist. 7083
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2. Oktober-, abends 8 Ubr,
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Sonntag den 4. Oktober,
pünktlich nachmittags 7 Uhr in der Turnhalle.
Vorstchrung von Lichtbildern nach Richter'schen Zeichnungen« Dazu Gesänge und Deklainationen von ca. 100 Kindern und dem gemischten S)or des Vereins. Dirigent: Wigand Gernhardt. Harmonium: Albert Küsten.
Eintrittskarten für Nichtrnttglreder A 20 Psg. nn Zigarren» geschäft von Wilh. Möser, Seltersweg 63. Karren für Mrtgtteüer üxi) nur zu haben bei der Trägerin des Volksboten sowie bet den Vorstmtdömitgtiedern Carl Beck, Erednerstraße 40, Konr. Granli«^ Schtffertbergerweg 58, Jac. Ritsert, Landmannstt. 6, PH. Wagner, ^"^Die Ivritglieder seien iwch hierdurch benachrichtigt, daß der Anfang aus 7 Uhr verschoben werden mußte, mit Rückficht auf ine am gleichen Tage stattfindende Friedhofs-Einweihung.[7332
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Versiche-ungsb°st°nd am 1. September 1903 : 835 Mt.
Versicherungssummen, ausgezahlt seit 1829: 414 „ / „
Die höchsten Versicherungsalter (einfach auf ^ebeitszert, gemischtes Dwldendenspslem) sind tatsächlich bereits pranytenf ret und erhallen sogar eine jährliche Rente. . j L1U
Heinrich Hochereuther, Stein str. 9^.
Türkenwerte. In der letztert Zeit haben die türkischen Staatspapiere fortgesetzt Kursavaneen zu verzeichnen gehabt. Namentlich sind dte Iprozent., obwohl viele Stücke, dte aus früheren Käufen herrühren, an den Diarkt kamen, werter gestregen. Das . Publikum ist eben der Meinung, daß die Hausse ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. In den neuen 4prozentrgen Schuldverschreibmrgen entwickelt sich bei aufsteigender Bewegrmg (der Kurs stieg vorr 84.40 bis über 86 pEt. rm freien Verkehr) ein ziemlich lebhaftes Geschäft. Wer es mitmachen kann, der kann bei der herrschenden Strömung möglicherweise noch weitere Gewrnne er- zrelen, zumal anzunehmen ist, daß durch die Zusammenkunft des rufst- schon und österreichischen Katsers in Wien die Frredensausftchten eine weitere Kräftigung erfahren. ,
Stadteanleihen. Während sich für dte deutschen Slaats- anlechen in der letzteir Zeit einige Besserung geltend machte und es nicht mehr ausgeschlossen erscheint, daß bald eine vollständige Erholung kommen' dürfte, srnd die Städteanleihen nach wie , vor recht gedrückt. Es wird dies hauptsächlich darauf zurückgefuhrt, daß sich von diesen Wertpapieren noch große Bestände in den Händen der Uebernehmer der verschiedenen Anleihen befinden. Das Publikum hat offenbar keine Lust zum Ankauf der 3V,prozen- tigen Stadtobligationen, wenn es dem Zinsfuß nach gleichwertige Staatspapiere für dasselbe Geld erhallen kann. Ueberhaupt geht das Bestreben des anlagesuchenden Publikums gegenwärtig ausgesprochen dahin, seine Kapitalien zu möglichst hohem Zins unter- zubringen, selbst auf die Gefahr hin, daß die Sicherhell der er- ivorbenen Werte nicht über jeden Zweifel erhaben ist.
Baumwolltnditstric. Auf dem Gebiete der Baumwoll- industrie ist dte Marktlage im Ausland wesentlich krllischer wie bei rms. Die Preisbewegung der Baumwolle hat in den Textilbezirken durchaus nicht zu so krittschen Zuständen geführt, rote in Englartd und zum Teil auch in Frankreich und Belgien Im Gegenteil, in den niederrheinifchen Bezirken ist man recht :iwer- sichtlich, errichtet Neubauten und stellt neue Alaschinen auf. Man hofft auch auf eine Preissteigerung in Gertre- und Web war en und glaubt nicht an einen Rückgang der Baumroollpreise. Allerdings, die Kammgarnspinnereien sind schwach beschäftigt, und eine Besserung ist fürs erste nicht zu erroarten. l m
Köln, 30. Sept. In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der beteiligten Werke wurde die Gründung
MiverMts-Nachrichten.
— An der Landwirtschaftlichen Hochschule m 23 er li n werden mm auch Damen zum ordentlichen Studium zugelafsen. Sie müssen sich bei dem Rektor hinsichtlich ihrer Vorbildung ausweisen, falls sie minderjährig sind, die fd)rift- liche Genehmigung des Vaters ober Vormundes vorlegen und die Zustimmung derjenigen Dozenten einholen, deren Vorlesungen sie zu hören wünschen. -Wie das Leipziger Tagebl. meldet, wurde Dr; jur. I. N a a l e r aus Reichenbach von der juristischen Fakultät'der 'Universität in Le i p z i g die venia legendi verliehen. — Zn a. o. Professoren in der medizinischen Fakultät der Universität in Wien wurden die Privatdozenten Dr. F. F r ü h w a l d für Kinderheilkunde, Dr. I. Rllter v. Metnitz für Zahntechnik und Dr. I. Tandler für Anatomie ernannt.
— Der „Reichsanz." veröffentlicht die Bewilligung der nachgesuchten Entlassung des Professors Dr. Schulte-Bonn aus dem Amte als Direktor des preußischen historischen Instituts m
*— Der Professor der Augenhellkunde an der Universität Bern, Ernst Pfüger, ist g estorb en
— Das Komturkrenz zweller Klasse des Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen wurde dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität m Halle, Geh. Regierungsrat Dr. V o l h a r d , verliehen.
— Straßburg, 30. Sept. Professor Schäfer, der erste Dekan der neuen Straßburger theologischen Fakultät, wurde voni P a p st e zum Hausprälaten ernannt.
eines neuen Roheisens yndikats unter Beitritt d^ Georg Marien-Bergweks- und Hüttenvereius sowie der Mathtldenhutte in Neustadt-Harzburg auf drei Jahre beschlofsen.
Märtte.
— Ulrichstein, 30. Sept. Vom schönsten Spätsommerroetter. begünstigt, nahm unser heutiger und gestriger Michaelimarkt einen ungleich besseren Verlauf als der vorausgeganaene verregnete Jakobimarkt. Der gestiige Rindviehmarkt war verhaltntsmatzta gut befahren. Die Preise sind für das Rindvieh zurzeit hoch; die durch das prächtige Wetter noch recht gut gewordene Grummet ernte befestigt die seitherige Preisstisie. Begehrt war fettes -kieb. x)er Schweinemarkt war überfahren, sodaß das 2lnaebot die Nachfrage übertraf. Ter Handel ging dessenungeachtet flott bet allerdings etwas gedrückten Preisen, die iiidessen immerhin noch keineswegs billig genannt werden können. Für das Paar Jiingschweme ornter Güte bezahlte man bis zu 40 Mk., zweller Güte bis zu 50 All. und erster bis 60 und 65 Mk. Einlegeschweine, die weniger tm Angebot standen, kosteten per Paar 90—100 Mk. und 100 bis 120 Mk. Der heutige Krämermarkt wurde ersichtlich durch bie m voller Arbeit stehende Kartoffelernte beeinflußt.__
Plakat-5ahrplan enthattenb die Fahrzetten der auf den Stationen Giehev, Mnismt a. M., Lasiel, Marbma. Zriedberg, Lollar, Londorf, Konhauseu, Wetzlar, LoLlenz, Löln, Znlda, AlLfeld, Grürrberg, Gelnhausen, ULdda, Schotten, Hungen, LMdach, Lich, ZLockhettn und Gedern ankornmendeu und abgehenden Lisenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der
zum Preise von 20 pfg. in der Expedition der Giehener Anzeigers vorrätig. — Der Fahrplan kann auch durch die Ans träger des Gießener Anzeigers bezogen werden.
2 i Sonnenschein
2 [Sero. Himmel
1 Bero. Himmel
Sport.
— Wie der „Radtourist" meldet, wird eine Verschmelzung der deutschen Radfahrer verbände nicht erfolgen, da, wie die jeijigen amtlichen Mitteilungen des deutschen Radfahrer- buiides an die allgemeine Radiahrerunion ergeben, auf dem Bundestage in Hamburg die grundlegenden Bedingungen der 23e_r- schmelzung, die die Siebener-Kommission in Kassel seiner Zell feft- gelegl, und die auf dem Unionskongresse gut geheißen wurden, nicht angenommen roorden sind.
In Gemäßhell des Art. 28 des Volksschulgesetzes und der Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangeleaentzellen, vom 26. November 1901 bringen roir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die
Fortbildnngss d)i$k
Montag den L. Oktober l. Js. tut StadtknabeuschrtlhMtS an der Nordanlage begturrt und vom genannten Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird.
Zum Besuche derselben find alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen wurden, sowie die Schüler der Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bürgerschuleli, welche nach Mlauf des achten Schuljahres austreten ohne mindestens em Jahr lang der Obertertia curgehört zu haben und sich hier aufhatten.
Es haben sich einzufiirden: ___
Montag den 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr: alle schulpflichtigen Kauflerlle, soweit dieselben Nicht die kausmarmrfche Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Lllhographeii,ALechaniker,Mgler, Lackierer, Friseure, Aietzger, Kellner, Ausläufer, Gärtner.
In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 2 bts 5 Uhr und Donnerstags von 2 bis 4 Uhr statt.
Montag den 5. Oktober, nachmittags 5 Uhr: alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, ZunmeAeute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbmder und alle sonstigen Bauhandrverker. . ,, „ ___ , ...
In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 5 bts 7 Uhr und Donnerstags von 4 bis 7 Uhr statt.
Dienstag den 6. Oktober, nachmittags 5 Uhr: alle schulpflichtigen Bäcker, Schneider, Schuhmacher, Sattler, T^)e- zierer, Wagner, Schmiede, Fabrikarbeiter und alle übrigen Schulpflichtigen, deren Unterricht Dienstags von 5 bts 7 Uhr und Freitags von 4 bis 7 Uhr stattfindet.
Außerdem haben diejenigen Schuler der NachbargemeMdmy welche abends in ihren Heimatsort zuruckkchren ab^ zum Besuche
'6"‘«SS*u ““
4. ß tthr uni) Samstags von «> bis b Uhr stau.
Unter Hinweis auf Art. 25 des Dottsfchulgefetzes, wonach Lehrherren, Dienscherren und Arbeitgeber ihren ^ehrlmgen, Dienerii und Arbeitern die zum Besuche der FoUbildungSichule notige Zett bei Meidung polizeilicher Strafen einzuraumeu Haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteiligten Ettern, Vormünder u. f. ro., Öen Schulpflichtigen von vorstehender Bekaiintmachung rechtzettig Kemitnis zu geben.
Gießen, den 28. September 1903.
Für den Schulvorstand:
Höchste Temperatirr am 29.—30. Sept. 22,4® C.
Niärigfte „ „ 29.—30. u 11,1 C.
Me Schulhof
Telephon 119.
Vroowler Versandt nach auSw.
la. lebendfrifch eingetroffen:
Cabliau i . mit
X I. »ir ; uns obu»
Scheiliäsch I
Portionsfisch 734i
Rotzungen.
Kedrüäer Lsrällr.
Durch Zwetschenhonig- Knlsäuerungs- (Sewürzpulver
spart man Zucker. Pottion für einen Kessel voll 50 Pfg. 7321 Adler-Drogerie, Seltersweg 39.
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