Zweites Blatt«
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Dmmeestag!♦ Oktober- 1W3
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Teil: P. ötttto: für .Stadt and 8onb* and .GerUtztSfaal": August Götz, für den An- zetqentetl: Hand Beck.
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Nr. 330
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Augenblicklich, tagen Mei Kongresse, auf welchen Moderne Krauenbestrebmrgen vertreten werden. Allerdings unterscheidet sich, der Frauentag in Köln recht wesentlich »du dem in Hamburg, auf welchem die Stremen ihr Sprüchlein hersagen. Der Kölner Frauentag stellt sich auf den Boden der tatsächlichen Verhältnisse; er behandelt die Frau unter dem Gesichtspunkte der Familie; währercd für die um Anita Augspurg Ehe und Familie keine notwendige innere Deziehurvg haben müssen.
Frl. Ilka Freudenberg aus München sprach in Köln über moderne SittliWeitspDobleme. Sie fi'chrte dabei ungefähr folgendes aus:
Durch die Entwicklung unseres modernen Lebens sei auch die innerlichste Frage der persönlichen Sittlichkeit, das Verhältnis der Geschlechter zu einander, eine Angelegenheit der Gesamtheit geworden, sodaß man auch! sie in die öffentliche Diskussion hineinzuziehen beginne. Die Frauenbewegung hat ein besonderes Interesse daran, chre .Stimme irr dieser Diskussion zur Geltung zu. bringen; es mich ihr, die nach so mancher Richtung die Frau befreien Will, wichtig fein, zu beweisen, daß die Welt in der beireiten Frmu nicht den Sllaven zu fürchten braucht, der Die Lette bricht, sondern daß sie im besten Sinne das Wort eines unserer großen Dichter anwenden wird: Freiheit ist Verantwortlichreit! Die Beziehungen der Geschlechter in der Gegenwart erhalten chr soziales Gepräge durch die zahllosen Frauen, besonders des Mittelstandes, die nicht zur Ehe gelangen können, einerseits — andererseits durch die ungesunde Hinausschiebung der Heiratsmöglichkeit' der Männer. Die Folge ist, daß sich für viele neben der Ehe Wege zu einem bequemen Sich! ausleben aufgetan haben, -ruf denen die jungen, reinen Lebenskräfte unseres Volkes .siehr und mehr vergiftet werden. Dian hat eine Abwehr in den verschiedensten Richtungen gesucht. In der Frauerrliteratur der Gegenwart tritt vor altem das Vergangen hervor, daß die Frau diesen Verhältnissen gegenüber nicht mehr unwissend erhalten bleibe. Einen Schritt weiter geht die Forderung gleich hoher moralischer Verantwortlichkeit für Mauri und Weib. Wird dieses Ideal auch nicht rn absehbarer Zeit verwirklicht werden, so wären doch die Deutschen ihrer großen Schiker, ihrer sittenreinen Vorfahren unwürdig, wollten sie diesen stärksten sittlichsten Imperativ nicht auf sich wirken lassen. Rednerin spricht sich dann gegen die Ideen des Buchs von Earpenter: Wenn die Menschen reif zur Liebe werden,, aus mit seinem Vorschläge einer freieren Form der Ehe, ebenso gegen den Einfall einer deutschen Schriftstellerin, den diese das Recht Der unverheirateten Frau auf die Mutterschaft nennt. Die deutsche Frau müsse an der dauernden Gemeinschaft der Familie festhalten. Das Schwergewicht der Aufgaben der Mütter in Bezug auf die individuelle Sittlichkeit liege darin, durch Vertiefung aller geistigen Momente im Verkehr der Geschlechter an der Gesundung der Gesellschaft zu arbeiten.
Bei den Damen in Hamburg bläst der Wind anders. Hier steht man auf dem Standpunkt der Gleichberechtigung der Frauen, weil man glaubt, daß die Qualitäten bei Dimin und Frau dieselben feien. Das war auch der Standpunkt, von dem August ^bel bei der "Abfassung seines Buches ,.Die Frau" ausging. Der alte Herr hat mit feinem Instinkt herausgewittert, daß dies ganze Prinzip der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit ferne Wiwzel in dem Dogma von der Unterordnung der Frau gegenüber dem Mann besitzt. Und darum hat er sich ganz folgerichtig daran gemacht, mit diesem tausendjährigen Vorurteil anfzuraumen. Herr Bebel hat rüit seiner Beweisführung Schiffbruch gelitten, weil er sich auf ein Gebiet begab, auf dem auch mit dem leidenschaftlichsten Dllettantismus nichts auszurichten ist. Und das ist die Wurzel der ganzen Frauenfrage, wie sie von den Bewußten und Fortschrittlichen formuliert wird: ist Mann und Frau gleich, bann hat Bebel recht und wir können morgen den sozialistischen Staat einrichten. Der würde freilich den meisten der Frauenrechtlerinnen von heute, die durch ihre soziale Stellung sich zu den Bevorzugten rechnen, nicht passen. Hier hätte man es ganz gern, lvenn die Frau mitwählt, mrtregiert, und ein freies ungebundenes Leben führt, aber Kloaken-I^inigen, am Ambos den Hammer schwingen, die Dächer dellen, als Soldat das Vaterland verteidigen das will man gern den Männern üb er lassen. Man braucht diese Dinge nur anzudeuten, um zu beweisen, daß im Staate mit völliger Gleichberechtigung der Frauen der Mann zum Helotentum verurteilt wäre, Gleichberechtigung der Frau heißt Frauen Herr schuf t. .
Die Natur lugt nie, sagt Schopenhauer und er hat Kecht. Die Natur mit ihrer Geschtichkert, als adaquater Ausdruck der Allweisheit ihres Schöpfers, hat oa^> Prinzip der Arbeitsteilung genial burchgefuhrt: streben wrr doch heute in unserem wirtschaftlichen und sozialen Orga- nismus danach, dies System der Natur aus un,ere Ber° hältnisse zu übertragem Zn diesem Prinzip der Natur ist der Manu auf allen schöpferischen Gebieten der prmmre Faktor. Das muß immer wieder betont werden. Hcer Helsen reine Halbheiten. • _ ,
W. v. Polenz spricht sich in seinem Buche: „Das Land der Zukunft" auch sehr ausführlich über das Kapitel der Gleichberechtigung der Frauen aus, die ja in Nordamerika fast auf allen Gebieten durchgeführt ist,' uuo beyaudelt hierbei auch eingehend die Erfolge der Frauen auf dem Gebiete der Wissenschaft.
In den Ansangsstudien der Wissenschaft wirkt — nach ,einer Angabe — das gemeinsame Studium beider Ge
schlechter anregend auf alle Beteiligten. Sobald jedoch die Wissenschaft zum Selbstzweck erhoben wird, wie es in den älteren Universitäten des Landes mehr und mehr geschieht, scheidet das weibliche Elemertt von selbst aus. Amerikanische Psychologen, welche Erfahrungen mit der „Coedueation" gesammelt haben, erklären, daß die Mädchen anfangs den Knaben weit voraus seien, daß sie, so lange es gelte, nur Missensstvff auf zunehuren, gut mit fortkämeu, daß aber, sobald das selbständige Ürteih oder gar die Kritik, kurz, die eigentliche Forscherarbeit^ beginne, der Jüngling das Mädchen unbedingt übertreffe. Das Weib kommt dann gewissermaßen auf einen toten Punkt, auf dem ihr gesättigter Geist ruhig verharrt, während die männliche Begabung in der härteren Luft der freien Forschung erst ihre Schwingen zu entfalten beginnt.
Im Übrigen sagt Polenz von den studierten und schriftstellernden Frauen der neuen Welt, daß sie den Lehrberuf stark überschwemmt und Kunst und Literatur zu ihrer Domäne gemacht haben. Die amerikanischen Frauen lesen viel und sind über alles Wissenswerte weit besser unterrichtet als die Männer. Bei chnen finket man am ersten das, was sie drüben „Raffinement" nennen, eine Mischung von Geisteskultur, Geschmack und Lebensart. Literarisch sind sie äußerst fruchtbar; das Schrifttum hat durch sie auf manchen Gebieten, so in der Zeittmgslyrik uno in der „Short Story" ein geradezu weibliches Gepräge erhalten. Es verhält sich hier aber ähnlich wie in der Wissenschaft; die Frau besitzt schöne, vielversprechende Gaben, deren Grenzen jedoch schnell erreicht werden. Den Mangel an Originalität und Diese, sowie den Zug zum Dilettantismus, der. an der modernen amerikanischen Uuterhaltungsliteratur so auffällt, führt Polenz mit darauf zurück, daß sie zum großen Teil für Frauen und zum nicht geringen Teil von Frauen geschrieben wird.
Daß es die Frauen in der reinen Kunst — dort, wo nur das Talent in Frage kommt — den Männern schließlich gleichtun werden, hallen wir für sehr möglich; gibt es doch Schauspielerinnen, die an Bedeutung keineswegs hinter Männern zurückstehen; auch in der Musik, Malerei, Schriftstellerei ist es sehr wohl möglich, daß die Frau das Höchste erreicht. Anders aber auf jenen Gebieten, wo die Herrschaft der reinen uno schöpferischen Intelligenz beginnt: Wissenschaft, Philosophie, Politik. Hier wird die Frau stets versagen, wie ja auch, die Erfahrungen in Nordamerika offensichtlich beweisen. Hier sind denn auch die Hinweise darauf enthallen, wie man die Grenzen von Fcauentättg- kett, Frauerlstudium und Strebungen auf Gleichberechtigung abzustellen hat.
Kavptvcrsammluug des Kvarrgettscheu ILundcs.
Ulm, 29. Sept.
Tie Zahl der Teilnehmer beläuft sich auf etwa 600. Von ihnen seien besonders hervorgehoben: Professor D Arnold-Breslau, Professor v. Kircheicheim-Heidelberg, Hos- prediger T. Liogge-Potsdam, Landeskonsistorialrat D. Teutsch-Hermannstad^ Siebenbürgen.
Die Begrüßungsversammlung im Saalbau war außerordentlich stark besucht. Stadtpfarrer Lic. Dr. Holzrngev- Ulm rief der Versammlung ein herzliches Glückauf zu im Namen der Ulmer Ortsgruppe und Der evangelischen Bürgerschaft. Von der konfessionellen Lage in Deutschland heute zu reden, ist etwas mißlich; die Feinheit darin ist so groß geworden, daß mau als gewöhnlicher Mensch schon nicht mehr rnittomutt! (Heiterkeit.) Indessen, wir leben in einem demokratischen Zeitalter und wir sind der unbequemen Ansicht, daß auch wir deutschen Protestanten so gut wie andere das Recht haben, zu sagen, was uns gefällt und was nicht. (Bravo!) Daß uns im Deutschen Reiche dies und das nicht gefällt, leugnen wir gar nicht! (Sehr richtig!) Wenn vor kurzem gewarnt ivorDen ifü den Graben zmischen den Konfessionen zu vertiefen, so sind wir damit einverstanden. Wir haben nur eine Bitte dabei: sich darüber zu üußerit, wer diesen Graben so überaus tief gemacht hat! (Sehr wahr!) Die römischje Not hat mrs Protestanten gezwungen, zu sehen, daß wir in der Hauptsache doch alle auf einem gemeinsamen Boden stehen, und wenn wir über dies und jenes anders denken, so ist das wie die Verschiedenhett der Dialekte. Wenn wir von römischer Not reden, so heißt das aber noch uicfjit, der andern Konfession die Existenzberechtigung avsprech-en. Wir nehmen in aller Ehrlichkeit den Standpunkt vollkommener Gleichberechtigung der Konfessionen ein. (Beifall.) Es ist uns zuwider, daß heute alles und jedes unter den Gesichtspunkt der Konfession gestellt wird und alles nach einer Paritätsmathematik berechnet werden soll, obwohl wir Protestanten, genau zugesehen, dabei immer im Vorteil wären, wenn man genau danach verfahren würde. (Sehr richtig!) Aber leider, was tut man auf der andern Seite? Man redet an der leitenden Stelle der Kirche in einer Weise von uns, die, gelinde gesagt, nicht mehr zettgemäß ist (lebhafte Zu-, stimmung), in Ausdrücken, Die den Staatsanwalt interessieren würden, wenn wir sie auf dortige Einrichtungen anwenden wollten. (Sehr richtig!) Es' kann uns kein Mensch verdenken, wenn wir finden, daß die Grenzen der Konfesfionen nicht mehr ganz in Ordnung gehalten werden. (Sehr richtig!) Der moderne weltliche Staat liefert sich seinen entschlossensten Gegnern aus, wenn er um die Gunst des priesterlichen römischen Imperators sich bemüht, und es ist zu befürchten, daß uns dafür eine bitterböse Rechnung präsentiert werden wird. (Beifall.)
Aog. Dr. Hieber-Stuttgart sprach namens des würt- tembergischen Hauptvereins des Ev. Bundes: Solange Luther als Unruhestifter und Revolutionär gestempelt, evangelisches Bekenntnis als vötterzerstörendes Gift bezeichnet, die sittlichen Zustände im Protestantismus als
verdorben und verabscheuungswürdig hingestellt werden, solange man evangelisch! getraute Mischehen als sündige Verbindung charakterisiert, solange das geschieht von den ofsizielleu Stellen der katholisck),en Kirche, solange sind wir berechtigt und verpflichtet, mit Hellem Klange das hohe Lied von Luther und der Reformation zu singen. Das tun wir nicht aus Haß, sondern aus ehrlichem, protestantischem Selbstbewußffein! (Stürmischer Beifall.)
Ulm, 30. Sept.
Geftern abend fand eine öffentliche Versammlung statt, die vom Reichstagsabgeordneten Hieber geleitet und mit einer Ansprache eröffnet wnrde. Professor Fikenscher-Fürth sprach über: Zeichen der Zeit im Lichte des Proteftantts- mus; Dr. Arnold-Breslau über: Protestantismus in Nordamerika; * Superintendent Meyer-Zwickau stellle den Jesuitenorden und die deutsche Vollsseele nebeneinander.
Tie überaus stark besuchte heutige öffentliche Hauptversammlung des deutschen evangelischen Bundes wurde von dem Grasen Wintzingerode eröffnet. Er sprach inÄ- besondere der württ.eMb er gischen Ziegierung den Dank des Burides aus, daß sie durch ihre Stellung dazu geholfen habe, daß Die beabsichtigte Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes unausgeführt geblieben sei. Nach zahlreichen Begrüßungen, darunter auch einer solchen des Präsidenten Frhrn. v. Gemmingen im Namen des württem- bergischen Konsistoriums, sprach Prof. Dr. Kolde-Erlangen über den ,^>taatsgedankeu der Reformation und die römische Kirche." Schliehllch wurden zwei Resolutionen einmütig angenommen, von denen die eine Wider sprach erhebt gegen Die Beseitigung des Jesuitengesetzes, während die andere ihre Freude über die Einsetzung des deutschen evangelischen KirchMiausschusses ausspricht und die Hoffnung zum Ausdruck bringt, daß die Kirchenregierungen durch diesen Zusammenschluß die Kraft gewinnen werden, die gemeinsamen Aufgaben des Protestantismus im Reic^ und im Auslande wirksam zu vertreten.
Deutschlands Ketreideausfußr.
Als Kuriosum erwähnte in einer seiner letzten Nummern der von Pros. Dr. R u h l a n d herausgegebene , (betreibe* markt" den Verkauf einer Partie Roggen von Thorn nach Warschau zu etwa 86 Mk. Das Blatt bemerkte dabei, daß die Frachten auf der Weichsel gegenwärtig niedrig seien und Rußland keinen Emfuhrzoü erhebe, während von den deutschen Zollbehörden 35 Mk. pro 1000 Kg. bei der Ausfuhr aus dem Reiche vergütet würden. Da nach den amtlichen Erhebungen im Monate August Roggen in Königsberg 125,85 Mark kostete, so blieb der Erlös aus dem nach Rußland verkauften Sioggen nur wenig unter dem Königsberger Durchschnitt. Da die Umstände, unter denen der Verkauf abgeschloffen wurde, nicht wecker bekannt find, so wollen wir naheliegende Folgerungen über den Einstich des deutschen Zolles auf den Inlandspreis nicht ziehen.
Eine Ausfuhr deutschen RoggenS nach Ruß>. land kommt übrigens nicht so vereinzell vor, wie die Mitteilung des obengenannten Blattes vermuten lafferr könnte. Nach dem August-Hefte der Monatlichen Nachweise über den auswärtigen Harcdel des deutschen Zollgebietes" (amtlich) find in den ersten acht Monaten 1903 24 912 Dz. nach Rußland ausgesührt worden; in dem entsprechenden Zeitraum 1902 wurden 46 667 Dz., 1901 25 950 Dz. Roggen aus Deutschland nach Rußland ausgeführt. Im ganzen Jahr 1902 gingen 65 385, i. I. 1901 sogar 70 532., i. I. 1900 aber nur 17 252 Dz. Roggen nach Rußland. Die Ausfuhr nach Finland ist darin nicht enthalten. Sie rvar 1900 und 1901 nur gering (9664 und 12 996 Dz.), belief sich 1902 aber auf 57 594 Dz. und in den ersten acht Monaten ds. Js. schon auf 73 740 Dz. Gewiß ist die Ausfuhr an Roggen nach Rußland gegenüber der Einfuhr von dort (8 419 886 Dz. i. I. 1902 und 5 315 476 Dz. in den ersten acht Monaten 1903) nur sehr gering, immerhin sind aber auch die kleinen Ziffern der Ausfuhr nicht ohne Bedeutung für Unter- suchrmgen über den internationalen Warenaustausch.
Die Ausfuhr von Roggen aus Deutschland Hat überhaupt in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Während sie sich 1900 auf 760 916 Dz. belief, betrug sie 1901 schon 920 631 Dz. und 1902 bereits 1 046 008 Dz.; 1903 ist sie in den ersten acht Dkonaten mit 1 088 893 Dz. schon höher, als im ganzen vorigen Jahre. Bon der Ausfuhr gingen in Dz. nach
1900 1901 1902 Jam-Aug. 1903
Dänemark 153 151 319 114 286 811 320 445
Norwegen 114 708 137 049 73 557 110 602
Schweden 337 547 86 560 283 795 250 547
Mit Ausnahme verschwindend geringer Posten ging die gesamte Ausfuhr gegen Einfuhrscheine, also mit Rückvergütung des Zolles von 3,50 Mk. pro Dz., vor sich.
Die Weizenausfuhr, die ebenfalls fast ausschließlich gegen Einsuhrscheine erfolgt, weist große Schwankungen auf. Sie belief sich 1900 auf 2 950 796, 1901 auf 928 316, 1902 auf 821 788 Dz., ist aber in den ersten acht Monaten 1903 wieder auf 920 246 Dz. gestiegen. Nach Rußland gehen davon mir geringe Mengen, auch Norwegen nimmt nur sehr wenig auf, die Hauptabnehmer sind Schweden (mit 450 100 Dz. im Januar-August 1903 und 388 19.8 Dz. i. I. 1902) und Dänemark (mit 158 350 und 158 625 Dz.).


