Ausgabe 
1.10.1903 Drittes Blatt
 
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Werkmeister.

4% Oesterr. Goldrente

4^6% Oesterr. Silberrente 100.45

Staatskonunissar.

99.50

102.90

50.80

30.90

36.20

133.40

43.50

41.70

87s% 8/o 3V,% a°/o 872% 37,%

. 101.60

. 90.10

. 101.60

. 90.10

. 100.-

. 99.20

. 101.60

Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen Oberhessen

. 27.20 . 91.80 . 96.60 . 102J.0 . 202.50 . 187.60 . 136.90 . 148.00 . 154.50 . 139.50 . 16.30 . 191.70 . 226.50 . 181.40 . 185.80

zwischen streikenden Kutschern und der Polizei wurden vier Streikende erschossen und über 60 verwundet. 45 Per­sonen wurden verhaftet. Es werden weitere Demonstrationen befürchtet.

Belgrad, 1. Oktober. In dem Feldlager bei Top- schidcr gab des nachts ein unbekannter Täter auf das Zelt des Hauptanführers der Verschwörer gegen König Alexander, Major Lazarewüsch mehrere Schüsse ab, welche die Zeltleinwand zerstörten. Da der Major zufällig abwesend war, entging er dem Anschlag.

Odessa, 1. Ott. Ein englischer Taucher, der für Rechnung der hiesigen Hafenverwaltung arbeitet, ist er­trunken, weil dec Luftzuführungsschlauch riß.

4% Ungar. Goldrente , . 4% Italien. Bente . . , 47,% Portugiesen . . , 8% Portugiesen. . . .

1% C. Türken . . .

Türkenlose.....

4% Griech. Monopol.-Anl. 47,96 äussere Argentiner

Do» wirklich sozialer Bedeutung sind Diagg i's be­währte Produkte. Denn sie ermöglichen es, die Kosten der Er­nährung ganz erheblich zu verringern. Die moderne Wissenschaft und Technik haben in dieser Beziehung viel geleistet, aber Ntaggis Produkte dürfen eine der allerersten Stellen beanspruchen. Sie ver­einigen mit ausgezeichneter Qualität alle Vorzüge praktischer und bequemer Verwendbarkeit, der Ausgiebigkeit und Billigkeit.

3ü/q Mexikaner . . 4%% Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diakonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . , . . Harpener ....

Tendenz: fest

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Petersburg, 30. Sept. DieHandels- und Jndnstrie-Ztg." meldet, das Finanzministerium bringe zur allgemeinen Kenntnis, daß über die nachgesüchte Ermäßigung desZolls aus importierte Baumwolle nicht früher als im Herbst 1904 entschieden werden könne.

Lenox (Massachusetts), 30. September. Die Vereinigung der Baum Wollefabrikanten hat in ihrer Halbjahresversamm­lung einen Befchlußantrag angenommen, in dem das Staats­departement ersucht wird, der Vereinigung jede mögliche In­formation über die Bedürfnisse des ausländischen Baumwollmarttes zukommen zu lassen. Dies wird als Anzeichen dafür erachtet, daß der Ausfuhr von Baumwollwaren mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden soll.

Deutsche Reichsbank. Berliner Meldungen zufolge waren die Ansprüche bei der Reichsbank zu Ultimo relativ mäßig; wenigstens bis jetzt, so weit sich dies übersehen läßt, da seitens der Bankwelt wegen Befürchtung einer eventl. Diskonterhöhung früh­zeitig Vorsorge getroffen war. Die Goldzuflüsse dauern an. Tie Ansprüche, die die Provinz macht, sind noch nicht zu beurteilen.

Gerichtssaal.

Hüffen er. Nach einer Kieler Depesche hat Hüssener sich am Mittwoch dem Kriegsgerichtsrat vvrsühren lassen und einen formellen Antrag aus Haftentlassung gestellt.

Beuthen, 30. Sept. Im zweiten Laur ahütter Wachlkrawallprozeß wurde der Hauptangeklagte Guinz zu sechs Jahren Zuchth aus, sechs Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeianfsrcht, der zweite Hmrptangeklagte (Äraikzarek zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust, die übrigen Angeklagten zu zwei bis vier Jahren Gefängnis und entsprechenden Nebenstrafen verurteilt.

Neueste Meldungen.

Origttlaldrahtrncldungerr des Gießener Anzeigers.

Berl in, 1. Ott. DerVolksztg." zufolge ist auf Ver­anlassung der Nieder-Barnimer Landratsamtes gegen den verantwortlichen Redakteur der Pankower Zeitung, Salis, ein Zeugnis-Zwangs-Verfahren eröffnet worden. In einer der letzten Nummern des Blattes war eine Lokal-Notiz enthalten, wonach irrtümlicherweise an 15 000 Mk. Steuer­gelder von der Gemeindekasse zu Pankow zu viel an die Kreiskasse abgeführt worden seien.

L. Danzig, 1. Okt. Der Husar Kooks vom 1. Leib­husarenregiment wurde vom Kriegsgericht wegen Majestäts­beleidigung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Auch wurde auf Versetzung in die 2. Klasse des Soldaten­standes erkannt.

Körrigsgrätz, 1. Oktober. Die Verwaltung des Schloßes Ratiborric bei Nachod, welches dem Prinzen Wilhelm von Schaumburg-Lippe gehört, erhielt anonyme Briefe, in denen die Ermordung der auf der Besitzung weilenden Königin Charlotte von Württemberg angedroht wird. Die Polizei vermutet einen anarchistischen Plan und hat eine strenge Untersuchung eingeleitet.

London, 1. Okt. Lord George Hamilt on gestattete, daß der Brief, in dem er seine En'tl assung aus dem Amte des Staatssekretärs für Indien nachsucht, gleichzeitig mit dem Schreiben veröffentlicht werde, in welchem er Aufklärung zu

TeSephomsolher Kursbericht.

l'rankturt ». wi., 1. Oktober iJU3.

II« «rri.mi n Tnurl21g"lscne3 I i i llll rr um i

«B ra en enri Elektro-u. Masohinen-

Techmom JlmeataM -Techniker

Streikenden RrS Frachtemncrgahin am Westbahnhof, wobei auf die einschreitende Polizei geschossen wurde. Tie Polizei erwiderte das Feuer, wobei es beiderseits etwa 60 Verwund ete gab, darunter mehrere schwer. Nach diesem Zusammenstoß wurde Militär requiriert, welches das Streiklager zernierte und nach heftigem Kampf sprengte, wobei sehr viele Verhaftungen erfolgten. Nachmittags ist es gelungen, zwischen den Fuhrwerksbesitzern und Kutschern eine Einigung zu erzielen, wodurch der Streik in der Hauptsache beigelegt ist. Den Streikenden wurde eine Er­höhung ' des Wochenbohnes um zwei Kronen, eine Krone nr Ueb erstund en und achttätige Kündigung bewilligt.

ersten befindet sich ein Plan der weiteren Umgebung von Paris mit Angabe sämtlich,er Befestigungen. Erne Pracht- Leistung verspricht die neue Karte vom Europäischen Ruß­land und Nordskandinavren in 1:3 700000 zu werden, von welcher die beiden erster: Blätter, die das nördliche Skan­dinavien, Finnland und das nördliche Rußland enthalten, vorliegen. Die Aufgabe, den Gegensatz zwischen den tief einschneidenden Fjorden und der Hochgebirgswelt des nördlichen Norwegen mit ihren Gletschermassen, zwischen den tausenden von Seen und Inseln Finnlands und den einförmigen Tundren und Sumpf flächen des nördlichen Rußland zur bildlichen Darstellung zu bringen, ist von den Kartographen H. Kehnert und H. Hab erricht trefflich gelöst worden.

Neue Sunftliteratur. Anselm Feuerbachs Vermächt­nis, das fesselnd geschriebene, weit verbreitete kleine Buch galt bis­her als historische Quelle und wurde als solche benutzt. Diese Le­gende wird von H. Werner nunmehr endgültig zerstört, der im Oktoberheft derK u n st" (München, Bruckmann, vierteljährlich 6 M.) in einem interessanten Artikel nach eingehendem Studium der Originalhandschriften nachweist, wieviel Umgestaltungen und willkürliche Erweiterungen und Kürzungen darin enthüllen sind. Aus dem übrigen Inhalt dieses Heftes, das als erstes des 5. Jahrganges besonders glänzend ausgestattet ist, sei hervorgehoben: Franz Stuck, eine reich illustrierte Monographie von F. v. Üstini; Oskar Bie: Ueber den Genuß alter Kunst; B. Zuckerkandl. Joses Hoffmann und seine Architektur; »Aus dem Hohenzollern-Knnstge- werbehaus Berlin"; »Die Porzellanfabrik Bing u. Gröndahl Kopen­hagen"; R. v. Schneider-Florenz:Zuerst der Hof und dann das Haus."

Arbeiterbewegung.

Berlin, 30. Sept. Die Allgmeine Berliner Omni­bus-Gesellschaft erläßt an den Anschlagsäulen eine Erklärung, daß sie von den ausständigen Angestellten die­jenigen, die über 10 Jahre in ihren Diensten waren, sofort, die über fünf Jahre nach Bedarf wieder einzustellen be­reit sei.

Berlin, 30. Sept. Die Masserkaus sperrung der Metallarbeiter erfolgte nicht in dem erwarteten Umfange. Während mit der sofortigen Entlassung von 12 000 bis 15000 Arbeitern gerechnet wurde, beträgt die Zahl der Ausgesperrten bis gestern abend nur gegen 800. Von den maßgebenden Großfirmen der Metallbranche erfolgten über­haupt keine Entlassungen.

Budapest, 30. Sept. Der Streik der Lohnfuhr­werkskutscher hat im Verlaufe des Tages überaus gefahrdrohende Dimensionen angenommen. Die Polizei war genötigt, mit den Streikenden, welche nun etwa 2000 zählen, veritable Straßenkämpfe zu führen, wobei die Attacken der Polizei trotz Gebrauches von Sabel und Revolver wieder­holt zurückgeschlagen wurden, sodaß militärische Hilfe requi­riert werden mutzte. Die aufgeregte Menge widersetzte sich auch energisch den eiufchr eiten den Husaren, und es mußten in einzelnen Stratzen halbstündige Gefechte ge­liefert werden, bis es gelang, die Merrge auseinander zu sprengen. Die Rettungsges ellfchaft errichtete im Streiklager ein Lazarett, da es unmöglich war, die vielen Ver­wund eten sofort zu transportieren. Die Kämpfe be­gannen bneits am frühen Morgen, da die Streikenden bei den verschiedenen Stallungen den Auszug der Arbeits­willigen mit Gewalt verhinderten. Die Streikenden durch­schnitten die Telephondrahte, sodaß die Polizei keinen Sukkurs erhielt. Die Stallungen der Firma Hoffmann wur­den von etwa 1000 Streikenden gestürmt und förmlich demoliert. Die einsckfteitende Polizei wurde in die Flucht gejagt. Nach dem Eintreffen von Verstärkung gelang es einigermaßen, Ordnung zu machen. Später stürmten die

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dreser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 30. September 1903.

Sie haben wiederholt die Spalten Ihres Blattes zur Ver­fügung gestellt, wenn es galt, Mißstände zu beseitigen. Ein solch geradezu unerträglicher Mißstand besteht darin, daß in nächster Nähe der Stadt das Kartoffelkraut verbrannt und hier­durch die Luft und Atmosphäre verpestet wird. Nicht nur die Spaziergänger nach der Marburgerstraße und dem Philosophen­wald leiden unter dieser Unsitte, nein, am gestrigen Abend war auch die Südanlage und Umgebung von diesem Qualm und Rauch gefüllt. Ich glaube mich zu entsinnen, daß vor einigen Jahren dieserhalb em Polizeiverbot erlassen wurde; vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, dem zuständigen Aufsichtspersonal die Polizei­verordnung in Erinnerung zu bringen und so für Abhilfe zu sorgen.

Einer für Viele.

seinem Entlassungsgesuche giebt. In seinem Entlassungs­gesuche sagt Lord Hamilton, er könne nicht einsehen, wie Schutzzölle und Wiedervergeltungszölle dem Handel Großbritanniens zum Vorteil gereichen fömücn, es sei denn auf Kosten der einheimischen Konsumenten. Er könne sich nicht daran beteiligen, die Grundsätze der Fiskalpolitik, auf denen das Gebäude der britischen Wohlfahrt beruhe, umzustoßen.

Madrid, 1. Okt. Der spanische Botschafter in Paris erklärte alle Lesarten über ein französisch-spanisches Abkommen in der Marokko-Frage für falsch. Die­selben entbehrten jeder Grundlage. Bon anderer Seite verlautet, daß die Verhandlungen sich um die Ausdehnung des spanischen Gebietes bei Ceuta und Melilla sowie um Rechte der in Marokko ansässigen Spanier handelten. Gestern fand in Valadolid ein Studenten-Krawall statt. Die Studenten^ die mit dem Prüfungs-Modus nicht zufrieden sind, schlugen sich mit den Professoren h er u m und warfen einige Fensterscheiben ein. Mehrere Personen wurden verwundet.

Wien, 1. Oktober. Die in Schönbrunn gehaltenen Trinksprüche werden von der gesamten hiesigen Presse als Kundgebungen von höchster politischer Bedeutung bezeichnet, da sie eine Friedensbotschaft ersten Ranges ver­künden von zwei mächtigen Herrschern, welche in ihrer Ge­meinschaft stark genug sind, ihren Willen durchzusetzen.

Mürzsteg, 1. Ott. Die heutige Hofjagd begann um 11 Uhr vormittags und dauert bis 3 Uhr nachmittags. Um y27 Uhr findet im Jagdschloß Galatasel statt.

Mürz sieg, 1. Oktober. Gendarmen patrouillieren im ganzen Park auf allen Wegen und Stegen, halten alle Dörfer besetzt und versperren die Eingänge zum Schloßpark. Zwei Leute, die man für Italiener hielt, wurden siistiert, aber wieder freigelassen, nachdem sich herausstellte, daß sie ganz harmlos waren.

Budapest, 1. Oktober. Bei dem Zusammenstoß

Bekanntmachung.

Betr.: Die Bildung der Schöffengerichte und Schwurgerichte.

Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Freitag den 2. bis einschließlich Freitag den 9. Oktober d. Js. auf dem Bürgermeisterei-Bureau Zimmer Nr. 15 zu Jedermcums Einsicht offen. Innerhalb iener Offenlegungsfrist kann gegen die Richtigkeit und Vollständig­keit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache erhoben werden.

Gießen, den 30. September 1903. _ 7386

GrotzyerzogUche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Rohrverlegungen auf dem Kreuz­platz muß am Freitag den 2. Oktober d. I. das Wasser auf dem Kreuzplatz, sowie in folgenden Straßen: Mäusburg bis zur Schulstraße, Wettergasse, Neuenweg, Weidengasse, Seltcrsweg zwischen Kreuzplatz und Volksbadweg, Plockstraße, Johannesstraße, Löwengasse, Katharinengasse, Teuselslust- gärtchen und Kaplansgasse von 7 Uhr morgens bis gegen 2 Uhr nachmittags abgestellt werden.

Wir empfehlen den Anwohnern genannter Straßen, sich vorher für diese Zeit mit Wasser zu versehen.

Gießen, den 30. September 1903. 7366

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.

Otto Bergen.

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gewichst, denn dasselbe giebt am 7363 schnellsten wunderbaren Glanz.

Vergebung wn Sauarbeiten.

Die für den Rohbau eines neuen Schulhauses, Her­stellen von Einfriedigungen und Hofanlagen in Annerod erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Dienstag den 13. Oktober l. I., nachmittags 3 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Annerod, woselbst Pläne, Vor­anschläge und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, porto­frei einzureichen.

Die Arbeiten und Liefer­ungen sind wie folgt veran­

schlagt:

Erd- und Maurer- <X arbeiten 14735.96

Steinmetzarbeiten 5038.50

Zimmerarbeiten 4661.30

Dachdeckerarbeiten 2611.52

Spenglerarbeiten 443.65

Schlosserarbeiten 948.80

Schreinerarbeiten 725.04

Weißbinderarbeiten 126.40

Chaussierungsarbeiten 375.

Pflasterarbeiten 720.

Eisenlieferung 1669.61

Kieslieferung 70.

Gießen, 29. Septbr. 1903. Der Großh. Kreisbauinspektor

Diehm, Baurat. 7378

Bekanntmachung.

Aus der Gemeinde-Sand­grube llrsulum kann bis auf weiteres für Auswärtige kein Sand abgegeben werden.

Wieseck, 1. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei.

Sommerlad. 7377

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