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1.10.1903 Drittes Blatt
 
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ISS Jahrgang

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Sch«kstratzs t. totcfie für fcepefäem Nuzeiger Gtetze«. Aerusprrchmrschlatz Nr. 5L

Letlr V. ©ittto: für , Stobt and £ontr und JBericbtejaaF; Auaust D2tz; für den An- -etgentellr Hand Beck.

GießenerAnzeiger

Semral-Anzeiger "

Amt§- md Anzeigeblatt flr den Kreis Siehen

Donnerstag l.Ottover 1W3

BerngSpretS»

Mr. »30

Mr-chsLvt tLgr^ch «cher SomrtagS.

SV^Gtetzener Anzeiger werden Wechsel mit dem yMschen Landwirt dre Lietzener Zamiüen' matter viermal in der Woche deigelogt.

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monatlich7b Pt, cuertel» säkrkich ML. 2L0, durch A oho le- u. Zweigslellen monatlich 6o Pf.» durch diePost Mk.2«cterrel- jährt, ausichl. Bestellg. Annabme von Anzeige« iür die Lagesnummer bis vormtturgS 10 Uhr. Zettenpvetsr lokal 12Pl^ auSroärl< 20 Ph^.

Gießen, den 80. September 1903.

Das Großherzogliche Kreisamt Meßm

ea die Grohh. Bürgermeisterei«, deS BttHrf,

Wir sehen bis längstens 5. L iöits. Ihrem ^richtüa- rüber entgegen, ob und welchen Teldbetrng Ihre Gemeinden für an Truppen während der letzte» Manöver gelieferte, von diesen aber nicht bezahlte Marsch.Fourage aufgewendet haben

Dr. ö reift er t

3>er Zar i» Hesterreich.

Wien, 30. Gept.

Soffer MollmS von Rußland traf heule vormittag mit Gefolge, darunter der Minister des Aeußeren, Gras von Lams-dorff, auf dem prachtvoll geschmückten Westbahnhos em mrd wurde vom Kaiser Franz Josef, den Mi­nistern, dem russischen Botschafter in Wien, Grafen Kapnist, dem östreüch-uugarischen Botschafter in Petersburg, Grafen Aebrenthal,rc. empfangen. Die Begrüßung zwischen dem Kaiser Franz Josef, der die Uniform seines russischen Kex- holmregiments trug, mrd dem Kaiser Nikolaus, der die Uniform seines östreichisch-ungarisch en Ulanen re ginr ents an­gelegt hatte, war überaus herzlich. Beide Dtonarcheu schüttelten einander die Hande und küßten sich zweimal. Nachdem sie dann die Front der EhrenLourpagnie abgeschrit-- ten hatten, folgte die Vorstellung der Erzherzöge und der der beidersertigeu Gefolge. Darauf fuhren die Monarchen unter Kauonensallck und stürmischen Ovationen der zahl­reichen Menge nach dem Schönorumler Schloß. Auf dem ganzes Wege bildeten Truppeu Spalier. 'An mehreren Stellen waren prächtig Triurnphbogeu errichtet. Im Schlosse wurde Kaiser Nikolaus von den Erzherzoginnen und den obersten Würdenträgern empfangen. Die Mon­archen zogen sich barm auf kurze Zeit in ihre Gemächer zurück. Um 11 Uhr 15 Minuten fand in der großen Galerie oeS Schlofft Frühstücks täfel statt, an der bäde Kaiser, die ErzherKae und Erzherzoginnen, die Grafen Gvluchowski, Lamsdorff, Kapnist, Aehrenthal, Fürst Franz Lichtenstein, das Gefolge des Kaisers Molaus, sowie die Mitglieder der russischen Botschaft tellnahmeu. Um 2 Uhr 15 Minuten erfolgte die Abreise der beiden Monarchen nach Mürzsteg.

Beim Dejeuner brachte Kaiser Franz Josef nach- suchenden Doast aus:

Indem Eure Majestät der Einllwung zu den Jagden in Steiermark, welche ich so glücklich war, an Sir zu richten, Folge leisten, haben <Äe mir einen neuen Beweis Ihrer Freundschaft geliefert, die ich hoch anschlage und die bei mir stets ein ebenso lebhaftes als aufrichtiges Echo findet. Die Herzlichkeit, welche sich daraus für unser Verhältnis ergibt, hat schon wiederholt ihre wohl­tätigen Wirkungen auf die politr/cheu Be­ziehungen unserer Staaten ousaeübt und ich schmeichle mir mit der Hoffnung, daß die vollkommene lleberein- stimmung der Zluschauungeu und Auffassun­gen, welche zwischen "uns angesichts der bedauerlichen Ereignisse, deren Schauplatzi gegenwärtig die Balkan- halbinsel ist, besteht, zu dem Erfolge der Aktion, welche wir dort einverständlich im Interesse des europäffch'en Friedens durchführen, hervorrageird beitragen werde. Bon diesen Empfindungen erfüllt, trinke ich, aus das Wohl meines lieben und treuen Freundes, Sr. Majestät Kaiser Molaus.

Kaiser Nikolaus erwiderte hierauf:

Die Worte, mit welchen mich Euere Majestät bewill­kommnet haben, berühren mich lebhaft und ich danke Ihnen dafür aus vollem Herzen. Mit ganz besonderem Ver­gnügen habe ich oie freundliche Einladung Suerr Majestät ausgenommen und bin glücklich Ihnen N^söullch den Aus­druck der Gefühle, die mich beseelen, wiederholen zu Efcmen. Unser herzliches Einvernehmen^ und voll­kommene Harmonie, die sich daraus für die Aktion unsererRegierungen ergibt, sind, wie Euere Majestät sagen, ein wertvolles Unterpfand fick den Ersiolg des großen pazisikatorischen Werkes, welches wck im gemeinsamen Ein­verständnis unternommen haben. Ter humanckäre Zweck, welchen wir verfolgen, schließt jede Parteilichkeit aus mrd nmß mit Festigkeit und Ausdauer durch die zu einer wckk- lichen und dauerhaften Beruhigung geeignetsten Mittel er­reicht werden. Unsere Bemühungen werden zugleich, hoffe ich, zur Befestigung des allge meinen Friedens beitragen. Ich trinke auf das Wohl meines lieben und verehrten Freundes, des Kaisers Franz Joses.

Ursprünglich war beabsichtigt, keine längeren Toaste auszubringen. Vorstehende Trinksprüche wurden erst mittags vereinbart.

Mürzsteg, 30. Sept.

Der Zar, der Kaiser Franz Josef und Erzherzog Franz Ferdinand trafen um 6 Uhr in Neuberg ein und setzten ohne Aufenthalt die Wagenfahrt nach Mürzsteg fort. Auf der Straße postierten sich zahlreiche Gendarmen und sorgten für Sicherheit und Ordnung. Da der Aufenthalt der Monarchen den Charakter eines einfachen Ja-g^aus- fluges trägt, unterblieb eine offizielle Begrüßung. Am Waldessaum ausgestellte Bläser der Wiener Hofoper be­grüßten den Zaren mit einer russischen Fanfare. Außer dem Kaiser und dem Zaren wohnt auch Erzherzog Franz Ferdinand im Jagdschloß, währerrd die Minister Lamsdorfs und Goluchowsti in der Villa Schönauer Quartier nahmen. Nach der Ankunft war im Schlosse ein Tiner mit 18 Ge­decken, worauf die Monarchen Cercle hielten. Die Bläser trugen Jagdlieder vor. An den Cercle schloß sich ein Tee­aveno. Wenn das Wetter günstig ist, werden morgen im Revier Burggraben Gemsen gejagt, wozu große Vor­bereitungen getroffen sind. An den Jagden nehmen am

ersten Jagd tag auch Goluchowski und die Botschafter Aehren­thal und Kapnist teil, während'Freitag und Samstag poli­tischen Konferenzen Vorbehalten sind. Im Auftrag des Kaisers wurden auch zwei mächtige mit Jagdemblemen in russischen Farben und mit dem Jagergruß: Weidmanns­hell! geschmückte Trinmphpforten beim Eingang und Aus­gang des Ortes errichtet.

Auf besondere Eülladung des Kaisers Franz Josef nehmen an den Jagden muh die Prinzen Arnulf und Heinrich von Bayern teil.

Abends fand ein Diner zu 18 Gedecken statt, an dem beide Kaiser und Erzherzog Franz Ferdinand teilnahmeu. Das Diner, welches einen intimen Charakter trug, verlief in angeregter Süwmmvg.

Soweit der offiziöse Telegraph. Privat wird ge- nieföef, daß das ungeheuere Aufgebot von Truppen, das die Straßen Wiens, durch die der Zar fuhr, besetzt hielt, großes Aufschen erregte*- Das Publikum wurde in die Seitenstraßen zurückgedrängt, sodaß es absolut nichts zu sehen bekam. Am Bahnhofe waren große Vorsichtsmaßregeln getroffen wor­den, wie man sie in Wien noch nicht gesehen Hai. Privai- depeschen der Berliner Blätter' sagen ferner, die Begrüßung sei mehr kühl als herzlich gewesen, rechte Begeisterung wollte bei der Menge nicht aufiommeu. Beiläufig, bei dem ungeheuren Aufgebot von Spalier bildenden unb den Blick versperrenden Truppen ist das kaum zu verwundern. Die Verschiedenheit der Auffassung, gleich zu Beginn, erscheint uns symptomattsch für tue Beurteilung des politischen prab- ttscheu Werts dieser Kaiserzusammeniuuft. Auf dem Balkan glaubeu die Mchtüetelligten, glauberr weder die Türken, noch die Bulgaren oder die Ltaeedonier an einen Um­schwung. Wenn das ,,Reformpck>graunu" für Makedonien noch so emeiiert wird, den Aufständischen genügt kein noch so gefülltes Maß von Zugestündnifsen. Diese unruhigen Ele­mente führen Kriegtzum des Krieges willen, sie haben Ge­schmack gefunden am Sengen und Morden, an dem In die Luft Sprengen, und der Ettelkett der Führer schmeichett es, durch, ihreSpäten" die Welt in Atem ju hallen. In den Wiener Begrüßun-gsarttkeln wckd behauptet, das energische Auftreten der beiden Kaiserreiche habe bewirkt, daß Bul­garien den Frieden bewahrte. Auch eine Illusion. Einen drastischen Vergleich zu gebrauchen: hier liegt der Knüttel beiur Hunde. Bulgarien brennt dacaiff, loszuschlagen hätte es die Munition und das Geld dazu, emen Angriffskrieg nur auf die Dauer von ein paar Wochen durchzuführen. Die Türkei beschrärttt sich, solange es ckgend angeht, im Ernstfall auf die Berteidigungsstellung. Wck möchten gern helfen, wenn wir nur könnten, ohne die Inter­essen und die Sicherheit Bulgariens zu gefährden, das ist die Quintessenz der schönerc Toastrede, ine der bulgarische Ministerprä[ident Petrow vor der Abordnung der mace- donischen Kolonie in Sofia jüngst gehalten hat. Aber, ist vorläufig die bulgartsch-ttcktische Kriegsgefahr gebannt, das schwelende Feuer im Orient ist, weil die Wiederkehr nor­maler 3u{taube sich gar nicht absehen läßt, kaum minder be- denllich als ein "offener Brand. Die obigen Triuffprüche haben zwar den Wert, die Geschlosienhett der russischen und östteichischerr Polttik zum Ausdruck zu bringen und dadurch" Qüertreibckreien zu erMveren, wie sie noch, bis vor kurzem von eugLischer unb französischer Sette versucht wurden. An der Sache selbst ändern die Kundgebungen kauur etwas; ihr Eindruck auf die Friedensstörer ist dahin, noch bevor der Zar seinen Besuch beendet hat. Und schließ­lich, man müßte nicht die China-Wirren mtteüebt haben, um nicht zu wissen, auf tote sctzvcmLn Säulen das Emvernehmeu der Mächte ruht, unb wie es nut eines kleinen Anlasses bedarf,, um ine ck^flichsteu Aburachwrgeu in Frage zu stellen. Die poüttMe Bedeutung deS^Zaven- besmhes värd gewiß hoch zu veranWagen fein, nur wird man nicht einen Umschwung auf bem BalLrn, eine ent­schiedene Taner versprechende Weildung zum Besseren er­warten dürfen.

Erne von der Partelleittmg der östreichischen Sozial- demokraten gestern abend ab^ehülteue Protestver- sammlung der Wiener Arbetterschaft gegen den Zaren besuch konnte die von Dr. Ellenoogen eingebrachte Resolution nicht annehmen, da die Versammlung durch den anwesenden Regierungsvercketer aufgelöst wurde.

KsMische Tagesschau.

Mommsen über Süßland.

Nach einer Meldung aus Lorckon wird die heute er­scheinende erste Nummer einer neuenThe independent Review" betitelten Monatsschrift einen Artikel aus der Feder Theodor Mommsens enthalten, der die Heberschrist Ein Deutscher an die Englärrder" trägt In dem Artikel wird ausgeführt, daß man vor einer ernsten Gefahr stehe, wenn es so wettergehe mit dem gegenseitigen Miß­trauen, dem Aufb au schen geringfügiger Meiu- ungs Verschiedenheit en und Kollisionen zu Staatshändeln in den unverantwortlichen Verhetzungen der englischen wie der deutschen Presse. Der Grund zu diesem Völkerhasse liege in dem nun beendigten Burenkriege. Derselbe habe diese Wendung herbeigeführt, demi diese Auf­nahme, die er in Wort und Tat bei der deutschen Nation gefunden, habe bei der großen Masse der Engländer als Ausbruch des Englünderhasses der Deutschen gegolten. Vielleicht aber werde jetzt auch eine ruhigere Auffassung auch.jenseits des itemafo sicy einstelten. Nachdem der Ge­lehrte sich noch des näheren über den Burenkrieg aus­gelassen,' bernertt er, die Deutschen hätten wohl einen ein­zigen Akt der e'N glisch en Nat wn mißbilligt, nämlich den Burenkrieg, ihr selbst aber sich näher verwandt und in

jeder Beziehung inniger verbu^rden gefühll als jeder an­deren. Auch dem neuen engllschen Jrnperialisrnus stehe Deutschland keineswegs feindlich gegenüber. Man dürfe wohl an der Hofftnrng festhalten, daß in den schweren Krisen, denen vermutlich unsere Zivilisation entgegengehe, Errgland und Deutschland ebenso zusammenfteHeu werden, wie sie einstmals bei der ^Schönen Bereinig­ung" die französische Uebermacht verbündet in ihre Schranken zurückgedrängt haben. Den Deutschen und den Englanderu sei bestimmt, ihre Wege Hand tu Hand' zu gehen.

Dou den sechs sostardeMokratischev BerslUQMlmrgru, die am Dienstag abend in Berlin shattstnrden, war die de- 2. Wahlkreises, in der Bebel, Fischer, Auer, Wurm, Stadt­hagen und Bernhardt anwesend waren, die bemerkens­werteste. Die Referenten für den Parteitagsbericht traten lebhaft fick Bebel ein.und wandten sich scharf gegen die Revisionisten, insbesondere gegen Dr. Braun. In der Debatte ergingen sich die meisten Redner in den jchärfiten Angriffen gegen bic Revisionisten. Stadthagen stellte in Aussicht, daß Dr. Brauns Reichstags- Mandat von der Partei entzogen werden müsse, wenn er es nicht freiwillig niederlege. Einen breiten Raum nahmen die Angriffe gegen Fischer ein. Es wurde ihm vorgeworfen, die Berliner Parteigenossen diskredi­tiert zu haben durch die Verbreitung der Nachricht, biß Berliner suchten die ^Wiederwahl Auers zu hintertreiben, wofick er Abbitte zu leisten habe. Fischer erklärte, daß er eine Diskreditierung der Berliner rncht beabsichtigt habe und den ganzen Vorfall bedauere. Die Versammlung wurde erst um. 1 Uhr nachts geschlossen.

In der Versmnmlung im 3. Wahlkreise hat der Abg. Heine sein Reichstagsmaudat seinen Wähler» zur Verfügung gestellt. Der Abg. Zubell und der Stadtv. Schulz hatten Resolutionen eingebracht, tu denen Heine seines Mandats fick unwürdig erklärt wurde. Heine verteidigte in längerer Rede seine Haltung; als er dabei von der ,Majestat Bebek^ sprach, entstand ein furchtbarer Lärm, der nach geraumer Zett nur not­dürftig beigelegt werden konnte. Unter steter Unruhe gab dann der Redrrer eine Abrechnung mit Bebel. Als der Abg. Zubeil in einer persönllchen Bemerkung erklärte, er fei der von Heine als Schuft und Denunziant gekenuzecchnete Mann, entstand abermals ein großer Lärm, ein Teil' der Versammlung rief Zubell Beleidigungen aller Art zu. SMießlich wurde mit Zweidrittelm ehr heck ein Ver­trauensvotum für Heine angenommen, in dem die Verfanmv- lung die Angriffe gegen Heine mißbilligt und ihm ihre Sympathie ausspricht.

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Sept. Ein Besuch des Kaisers in Stettin steht für AnSgcmg Oktober bevor. Er gedentt am 3L Oktober dort einzutreffen, um bem an diesem Tage auf der Werft des ^Vulkan" stattfmbeuden Spapellanfe eines neuen Linienschiffes beizuwohnen. Während der Tafel wird der Monarch dem Qjstzierkorps ein von Professor Röchling gemaltes Bild überreichen, das die Erstürmung des Kirchhofes von Planchenoit bei Waterloo am 18. Juni 1815 darstellt.

Wie dasB. T." ans Londmr berichtet, find b« englisch-deutschen HaudelsverLrags-B erhand­ln« gen völlig ms Stocken geraten. Von beiden Seiten wird die Lnsicherheit der politischen Verhältnisse in England geltend gemacht.

Wie dieStüt Zig." erfährt, handelt es sich bei den Verhandlungen zwischen deutschen unb schweizer Kom­missaren um vorbereitende Besprechungen über einen neuen Handelsvertrag. Der Auffassung gegenüber, daß es sich nur mn eine Revision des bestehenden Handelsvertrages handle, weist das Blatt darauf hin, daß von beiden Seiten der neue autonome Zolltarif den Vorverhandllmgen zu Grunde gelegt werden muß.

Die »Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Regierung von Neuseeland legte einen Gesetzentwurf vor, der nach Zeitungsmeldungen Deutschland unb Amerika durch Ausschluß ihres SchiffsoerkehrL von den Küsten Neuseelands dafür bestrafen soll, daß sie angeblich den Neuseeländer Handel zwischen Neuseeland und Honolulu und Samoa und den Phillppmen ruinieren. Bei Einbringung soll Premierminister Seddon nach dem ^Nerv-Seeland Herold^ erllatt haben, als Samoa unter der oereinigten Kontrolle Englands, Deutschlands unb Amerikas stand, fanden daselbst die Neuseeländer Dampfer einen offenen Hasen. Von dem Augenblicke aber an, als England seine Rechte an Deutsch­land und Amerika abtrat, wurde Pagopago durch em ame­rikanisches Gesetz, für Neuseeländer Boote geschloffen, ebenso Apia von Deutschland. Wir können hierzu feststellen, daß die Behauptung von der Ausschließung Neuseeländer Schiffe von 9lpia völlig unbegründet ist, wie man sich durch einen Blick ins Reichskursbuch ober in den Annoncenteil der ^Samoanischen Ztg." leicht überzeugen kann. Es verkehren die Schiffe der Neuseeländer Union Steamship Company heute genau so wie zur Zeit der Dreiherrschaft in vier- wöchentlichem Turnus in Apia.

DieMtionallib. Korr." schreibt: Dem Reichs­tage wird in der neuen Gesetzgebungsperiode ein neuer Vorschlag zur Entlastung des Reichsgerichts zugehen. In diesem werden die Einwendungen, die gegen den früheren Antrag einer Hinaussetzung der Revisionssumme genracht