hat
Wahl-Bewegung.
Marburg, 30. April. Für den Wahlkreis Marburg ,wurde Geheimrat Professor Lehmann als liberaler Kandidat aufgestellt. — Ein Inserat der „Hess. Landesztg." lautet: Um nicht durch zu große Stimmenzersplitterung für uns ganz unannehmbaren Kandidaten zur Stichwahl zu ver- ihelfen, hat der Vorstand des hiesigen nationalliberalen Vereins beschlossen, von der Aufstellung eines nationalliberalen Kandidaten abzusehen. Im Auftrag: H. Lehmann.
korps um eine Garnison nachtzufuchen. Dasselbe verlautet von Grünberg. .....
-t-Langsdorf, 30. April. Hier herrscht seit einigen Wochen die Influenza sehr stark. Ein Mann ist der Krankheit bereits zürn Opfer gesallen.
Aus dem Kreise Offenbach, 29. April. Tie tm Vorjahre gegründete Kreis-Wanderbibliothek har sich im Landkreise vortrefflich bewährt. Aus den zur Disposition gestellten Geldbeträgen von zusammen 1400 Mark wurden 1000 Bände beschafft und zwar drei Fünftel unterhaltender und zwei Fünftel belehrender Namr. Tie 1000 Bücher wurden in 10 Teilbibliotheken geschieden und diese an 10 Gemeinde verteilt. Tie Leselust war allenthalben so lebhaft, daß mitunter die Nachftage über das Angebot hinausging. Unterhaltende Lektüre wurde meist bevorzugt. Ter Kreistag bewilligte neuerdings wiederum 900 Mark und die Gioßh. Regierung leistete abermals einen Zuschuß von 500 Mark, so daß demnächst weitere 1000 Bücher beschafft werden können. (T. Z.)
sc. Boni Odenwald, 29. April. Einen grauenhaften Tod sand der 58 Fahre alte Gemeinderal und Landwirt Karl L a ck f i s ch von Waldkatzenbach. Auf einer Fahrt nach Eberbach wurden die Pferde vor seinem Wägelchen scheu und rannten davon. Backfisch wurde vom Wagen geschleudert und ca. 300 Meter weit geschleift. Tabei wurden ihm vom Gesicht uno dem ganzen Kopf die Fleischteile losgelöst. Außerdem erlitt der Unglüctlichc mehrere Schädelbrüche. Ter Tod trat nach zwei Stunden ein.
Wai-Kloffen-
Der Herste beginnende Mai wird hoffentlich weniger 31t Spott- und Klageliedern als zu poetischen Verherrlichungen Anlaß geben. Einst charakterisierte ihn sattrisch Ludwig Kälisch folgendermaßen:
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Hannover, 1. Mai. Der Kaiser traf mit Sonderzug in der Nacht um 11 Uhr 40 Minuten, von Bückeburg kommend, hier ein. Nachdem der Reichskanzler und Gras Waldersee den Hofzug bestiegen hatten, erfolgte 11 Uhr 50 Minuten die Weiterfahrt nach Rom.
Budapest, 1. Mai. Ungefähr 1000 Studenten veranstalteten gestern abend vor dem Nationalkasino eine Kundgebung. Die Studenten wurden wegen Widersetzlichkeiten gegen die Polizei verhaftet.
Wien, 1. Mai. Die „Neue Freie Presse* meldet and Saloniki: Im Zentralgefängnis brach eine Meuterei aus. Militär drang in das Gefängnis cm und feuerte. Zwei Gefangene wurden getötet und 10 verwundet.
Parlamentarisches.
Berlin, 30. April. Das preuß. Herrenhaus erledigte heute zunächst eine Reihe von Rechnungssachen und alsdann den Gesetzentwurf betreffend die Befähigung zum Höheren Verwaltungsdienst nach den Beschlüs,en des Abgeordnetenhauses mit Ausnahme des § 4, den es in der Fassung der Regierungs-Vorlage wiederherstellte. Alsdann wurden die Gesetz-Entwürfe betreffend Bildung katholischer Gesamt-Verbände und kirchlicher Hilfsfonds für neue kctth. Pforr gemeind en noch den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses angenommen. Schließlich wurden noch Petitionen erledigt.
— Die Petttionskonrmission des preuß. Abgeordnetenhauses hat bezüglich der Petition des bekannten Berliner Journalisten Dr. Friede. Lange aegen Aufhebung des ß 2 des Jesuitengese^s beschlossen, die Petttion zur Verhandlung im Plenum für ungeeignet zu erklären. (Dr. Lange hat, wie wir sernerzett mitteilten, ferne Petttion auch an den Hess. Landtag gerichtet. D. Red.)
-t- Großen-Buseck, 30. April. Die erwachsene Tochter des hiesigen Poschalters Pf. hatte ein kleines Bläschen am Fuße, achtete jedoch nicht darauf, sodaß sie bald an einer schweren Blutvergiftung darniederlag. Anfangs zweifelten die beiden Aerzte, welche die Kranke behandetten, an ihrem Aufkommen; jetzt befindet sie sich aber auf dem Wege der Besserung.
§ Alsfeld, 30. April. Die Stadt beabsichtigt, bei Errichtung eines Jägerbataillons für das 18. Armee-
Vermischtes.
* Vancouver (Britisch-Eolumbia), 30. April. Rach den letzten aus Frank hier eingetroffenen diachrichten wird angenommen, daß die Katastrophe in Frank einem Bergsturz zuzuschreiben ist. Ten vermeintlichen Vulkan- rauch hält man jetzt für Staubwolken, die durch die stürzen- den Massen aufgewirbelt worden sind. Zwei von den 17 unter den Trümmern begrabenen Bergleuten erstickten, die übrigen wurden gerettet. Tie Gesamtzahl der in dem Städtchen getöteten Personen wird auf 96 geschätzt. Ter durch den Ort fließende Fluß wurde durch einen fast 100 Fuß breiten Felsen eingedämmt. Es sind Arbetten im Gange, den Fluß in ein neues Bett zu leiten. Tie meisten Häuser sind infolge der Erschütterung, die durch den Nieber- sturz von Millionen Donnen Gestein verursacht wurde, unbewohnbar. Tie Eisenbahn wurde durch das Gestein gesperrt, die Telegraphenlinien sind unterbrochen.
* Cannes, 30. Aprrl. Gestern wurden auf einen Expreßzug mehrere Revolverschüsse abgegeben. Einer Tarne wurde der Hut durchlöchert.
Durggraben entlang, sei der Raum nur noch in sehr gebückter Haltung zu durchmessen. — Nach diesen Erklärungen grngs auf schwankender Letter nach unten in die Tiefe, nur drei unserer Stadtväter schlossen sich dabei aus. Mehrere mit Laternen versehene Arbeiter beleuchteten den allerdings dunklen, aber recht geräumigen, bequem und auber zu passierenden Weg. Immer nach wenigen Schritten sind rechts und links im Siel Einrichtungen getroffen, welche die später vorzunehmenden Hausanschlüsse ermöglichen ohne daß an dem Mauerwerk gerührt zu werden braucht. Das Siel selbst ist in seinem Inneren vollständig trocken. Ganz besonderes Interesse erregte der Teil des Sieles, unter dem der Ringgraben hinlaufen wird, welcher, wie Herr Braubach mitteilte, auch nach beendeter Kanalisation und zwar als ein Teil desselben (zur Sammlung des Regenwassers) bestehen bleibt. Es war die Ueberlauf-Einrichtung, welche interessierte und >en Stadtverordneten eingehend erklärt wurde. Kurz vor der Schanzenstraße war man am Ziel und einer nach dem anderen unserer Stadtverordneten flieg hier wieder auf chwankender Letter an die Oberfläche, wobei man die Beobachtung machen konnte, welcher von den älteren Herren in der Jugend fleißig geturnt hat, denn diesen wurde das ungewohnte Leitersteigen am leichtesten, ja mancher von ihnen entwickette sogar dabei eine gewisse Eleganz. Ta man einmal zusammen war, wurde auf das gute Werden unserer Kanalisation noch ein gemeinsamer Schoppen im Hotel Schütz genommen. Man war sich einig, daß das chwierige Werk der Durchführung der Kanalisation für msere Stadt in guten Händen sich befindet, und daß bisher wohl jeder, der dabei tätig ist, voll und ganz seine Schuldigkeit getan hat, um ein Werk zu schaffen, welches unserer Stadt in jeder Beziehung zum Segen gereichen wird. Uebrigens wurde uns noch mitgeteilt, daß Gießen nach Fertigstellung der Kanalisation wohl die erste und einzige kanalisierte Stadt in Deutschland sein wird, welche eine Einrichtung in dieser Beziehung besitzt, die nicht einen einzigen sogenannten Notauslauf hat.
** Der hiesige Zweigverein des Allgem. Deutschen Sprachvereins hiett in vergangener Woche seine Hauptversammlung ab. Nach Anhörung des Kassenberichts erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, die die Wiederwahl des seitherigen Vorstands ergab. Vorsitzender ist Geh. Hoftat Dr. Behaghel, Schriftführer Hauptmann Großmann, Stellvertreter des Schriftführers Professor Dr. Horn. Sodann hielt der Vorsitzende einen Vortrag über die Frage der deutschen Sprachakademie, die neuerdings wieder vielfach erörtert wird. Die Ansichten über die Ziele einer Sprachakademie gehen freilich weit auseinander: das zeigen die Antworten von Gelehrten und Schriftsteilem auf eine Umfrage, die eine literarische Zeitschrift vor kurzem veranstaltet hat. Der Redner toanbte ich mit Entschiedenheit gegen eine Akademie nach dem Muster der Academie franyaise, gegen eine Körver- chaft, die ohne Einblick in bas Sprachleben willkürliche Gesetze aufttellt. Dagegen tritt er ein für ein Sprachamt, das ohne Voreingenommenheit den tatsächlichen Sprachgebrauchs in all seinen Schwankungen feststellt und dann die Folgerungen aus den Tatsachen jedem einzelnen überläßt. Die wissenschaftliche Körperschaft, wie Behaghel vor- chlagt, würde der Allgemeinheit Ergebnisse von Forschungen übermitteln, die über die Kräfte eines einzelnen hinausgehen. Es sind zahlreiche und wichttge Aufgaben, die noch der Lösung harren. Die vorhandenen Akademien der Wissenschaften haben die deutsche Sprachwissenschaft ast gar nicht gepflegt. Wenn diese Akademren nicht selber an die großen Fragen der deutschen Sprachwissenschaft herantreteu wollen, so muß eine besondere Reichs an statt für deutsche Sprache die Arbett in die Hand nehmen. An den Vortrag schloß sich eine anregende Be- prechung einiger Fragen des Sprachgebrauchs an. Bei neser Gelegenheit trat es wieder klar zu tage, wie wünschenswert ein Sprachamt wäre, denn ohne ausgedehnte Erhebungen über den tatsächlichen Sprachgebrauch kann man keine Regeln aufstellen.
** An Blutvergiftung starb der 52 Jahre alte Bahnbedienstete Balser. In der Werkstätte tätig, flog ihm ein Messingfunke beim Schmieden an den Hals, was wenig beachtet wurde. Ostern reiste B. noch nach Köln zu seinem Sohn. Dort schwoll die verletzte Stelle an, es trat Blutvergiftung ein, an der B. am Sonntag verstarb. Der treue und gewissenhafte Beamte wurde vorgestern unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet.
Daß sie in Dors und Städten, So grimmig aus mich sah'n? Von jedem bummen Junge», Der klettert auf den Parnaß, Werd' ich gewiß besungen, Und weiß doch nicht, um waSk Ich wollt' es feit langen Zeiten Verhindern mit Gewalt, Und zeigte mich drum den Leuten Beständig naß und kalt.
Ich ließ von meinen Reizen Nicht das geringste seh'n; Ost mußte man noch Heizen Und schier in Pelzen gehn.
Und doch — ist's nicht erschütternd? — Ward nimmer ich verschont, Sie nannten, vor Kälte zitternd, Mich noch den Wonnemond.
O, widerlicher Schwürdel! Rian höhnt sie ins Gesicht, Man maltraUrrt das Gesindel Und sie — sie fühlens nicht l* Hoffentlich macht dieStnal aber der Mai gut, roaS der April bis zu seinen letzten Tagen versäumte.
_ ^Maria von Magdala" wurde am Mittwoch in Frankfurt a. M. trefflich rezitiert und feffelte das Publikum sehr, besonders der zweite Akt übte eine bedeutende Wirkung aus.
Madrid, 30. April. In der heutigen Schlußsitzung des Aerzte-Kongresses wurde Lissabon als nächster Kongreßort gewählt.
♦* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Georg Lamberth in Gießen zum Lehrschmied bei dem Tierspttal der LandessiUniversität mit Wirkung vom 1. Mai 1903 an ernannt.
** In dem tiefsten Bauwerk der Stadt Gießen. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr versammelten sich die Stadtverordneten auf der Brücke an der Kreuzung der Bahnhofstraße über die Wieseck, um von hier aus eine Wanderung tief unter der Eüds in einem Dell des fertig- gestellten Siels der Kanalisation auzutreten. Ehe man aber mittels einer langen Leiter in die Tiefe hinabstieg, verbreitete sich der Letter des städtischen Tiefbauamts, Ingenieur Braubach, über die Anlage, indem er einleitend ausführte, daß für die Kanalisation das Beste gut genug fei und daß es falsch wäre, bet einer solchen Anlage sparen zu wollen, weil sich dieses mit der Zett bitter rächchi würde. Unsere Kanalisation würde so ausgeführt, daß spätere größere Reparaturen daran von vornherein hintenan ae- jjalten würden. Herr Braubach wies darauf hin, daß die Sohle des Siels hohl sei und so als Ableitung für das Grundwasser diene, welches sich durchs die Kanalisation, wie überall, wo man kanalisiert, gesenkt habe, sodaß damtt die tiefer ttegenden Keller vorn Grundwasser nicht mehr zu leiden haben würden. Es wurde bann die unter der Wieseck bergestellte Dückeranlage erklärt und dabei die Berficheriuig abgegeben, daß dieselbe tadellos im Betrieb ihre Schuldigkeit tun werde. Interessant war die Mitteilung darüber, wie man so lange Zeit an der Kreuzung der Westanlage und Bahnhofstraße habe bauen müssen. Hier mußte man den Schoorgraben mittels gemauerter Dückeranlage unter dem Siel der Kanalisation durchletten, eine Arbeit, die ungeheuer kompliziert und schwierig war und zwar umsomehr, weil man gleichzeitig die Einrichtung traf, diesen TÜcker so einzurichten, daß man mittels eines eisernen Verschlusses das Wasser des Schoorgrabens in dem Abfallschacht soweit flauen kann, daß dieses Wasser als lieber- lauf in das Siel läuft und fo mit fortgenommen wird. Man hofft damit z. B. bei Hochwasser der Lahn, bei welchem heute das Wasser des Schporgrabens durch die an der Stadtmädchenschule befindliche Pumpenanlage zur Lahn geschafft würde, die Tätigkeit dieses Pumpwerkes auf ein Minimum zu befchrünken, event. es entbehrlich zu machen oder nur noch als Reserve zur Benutzung berett zu halten. Nach den Mitteilungen sind bisher im ganzen 915 Meter gemauerter \ianal fertiggestellt und jetzt werden pro Woche davon 40 bis 50 Meter geschaffen. Bon den Cementrvhren liegen bereits 2275 Dieter, während 400 Meter Thonröhren verlegt wurden. Hierzu kommen noch 1500 Dieter Rohre, die zur Entwässerung rc. der Siechenanstalt dienen und ebenfalls unter Leitung des Tiefbauamtes verlegt wurden. Ingenieur Braubach verwies darauf, daß der Baugrund für die Kanalisation leider an vielen Stellen schlechter sei als man erwartet habe, und daß daher die Baugrube verhältnismäßig recht tief hergestellt werden müsse, um auf gewachsenem Boden durch gestampften Kc.s c erst sicheres Fundament herzustellen, auf dem das Siel zu ruhen oder die Rohre zu liegen kommen. Tiefer Umstand sei besonders daran Schuld, daß die Wrbeüen an eben solchen Stellen mit chlect'tem Baugrund nur langsam voranschritten. Hierzu komme noch, daß da, wo die getrennte Kanalisation angewendet sei, (wie z. B. augenblicklich in der Walttor- straße), d h. eine Regenwasser und eine Fäkalienlettung in einer Straße zu liegen komme, diese beiden Leitungen nickt zu gleicher Zeit nebeneinander verlegt werden könnten. Es liege dies daran, daß der Regenwasserkanal seine tieffte Lage an seiner Mündung, nämlich am Schoorgraben habe, und man von dort aus die Verlegung der Röhren beginnen müsse. Der Kanal für die Fäkalien aber führe entgegengesetzt in das gemauerte Siel, und habe dort seine tieffte Stelle, weshalb die Verlegung dieser Rohrleitung auch von hier aus begonnen werden mußte. Es lasse sich, so wurde versichert, diese Arbrnt nicht anders madjen und der Laie dürfe sich daher nicht wundern, daß in einer Straße ein doppelter Aufbruch vor- genommen werde, den die Bauleitung gewiß gern vermeiden würde, wenn es sich tun ließe. Betreffs des gemauerten Kanals wird bemerkt, daß er in dem Teil, den man aus eigener Ansck>auung heute kennen lernen werde, 1,95 Meter hoch und 1,56 Meter breit sei, so daß man ihn ungehindert passieren könne. An der tiefsten Stelle der Stadt, am tiefen Weg, liege das Siel immer noch 1V2 Meter unter dem Niveau der Straße. Allerdings nehme die Höhe und Breite des Sieles, je mehr es dem Ende zugehe, immer mefyr cck; schon von der Neustadt unter dem Stadtbach am
Gisindahn Zeitung.
-i- Butzbach-Li ch, 30. April. Vorige Woche haben an dem Bahubau die Erdarbeiten bei Treis Münzenberg begonnen. Tie beiden Pfeiler, die zur Ueberbrückung der Wetter bei Hofgitt Colnhausen nötig find, sind soweit fertiggestellt. ' Bei diesen Fortschrttten steht zu hassen, daß die Bahn dennoch bis zum 1. Oktober d. I. fertig werde, was denn auch namenttich von der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung der von der Bahn durchschnittenen Gegend sehnlichst gewünscht wird. Ta außer Getreide auch Zuckerrüben und Kartoffeln in großen Mengen angebaut werden, die doch meistens im Spätherbst verfrachtet werden, so würden dem Versand durch Fertigstellung der Bahn bis zu obigem Termin ungeheure Vorteile erwachsen, da alsdann stundenweite Fahrten bis zu den jetzigen Stationen Lich und Butzbach wegfielen. Tie Grundbefitzer, die das Gelände dazu stellen mußten, machen keine Schwierigkeiten. Nur die Besitzer der Stadt Lich, mit Ausnahme des Fürst!. Hauses, sind noch nicht recht für den baldigen Verkauf ihrer Grundstücke zu haben. Hoffentlich besinnt man sich in diesen Kreisen noch eines besseren.
.Mehr Regen als Sonne, Mehr Leid als Wonne Und der gestrengen Herti»», die Jeder kennt, Kurzes, doch hartes Regiment — So »st man's von je an mir gewohnt; Drum heiß' ich tn Deutschland: Ter Wonnemond*. Heinrich Heines Lied vom .wunderschönen Monat Mai" vor 25 Jahren Friedrich Stoltze, der Frankfutter Humorist,
Mrche und Schule.
Trier, 30. April. Die paritätische Töchterschule mit Seminar hatte mit 481 Schülerinnen gegen 485 im vorigen Jahre einen Abgang von 24 Katholiken und eine Zunahme von 16 Protestantinnen zu verzeichnen. Der Schulstreit hat hiernach die auf bischöflicher Seite gehegte Ermattung nicht erfüllt.
Airs Stadt und Land.
Gießen, 1. Mai 1903.
parodiett:
.Im wunderschönen Monat Mai,
Da alle Knospen sprangen, Da hab ich meinen Ofen neu Zu heizen angefangen/
Auch das Volkslied ,$Benn’§ Mailiifterl weht' hat eine Umdichtung erfahren:
-Wenn's Mailusterl weht Giebts wiederum Schnee. Tie Blümerl erfrier'»» b'rauS Im Wald auf der Höh.
Und d' Vögerl, die g'sung'n hab'n
So schön im April, Krieg'»» Froslbeul'n im Kröpferi Und wer'n mäuseristill!"
— Rudolf Löwenstein mißt den lobhudelnden Poeten die Schuld bei für die Unfreundlichkeit des Mai. Er läßt den Mai entrüstet schelten:
.Tie Malesizpoeten!
Was hab' ich ihnen getan,


