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Summa: 6 (1)
Tendenz: schwach.
Biscaya unter
im Golf von
Der Präsident
30. Dez.
verübte Selbstmord.
6317
des Landesgerichts/
Als Ursache wird
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hiesigen Raday auf die
37«°/°
3%
37,°/°
3%
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während eines Orkans gegangen ist.
3% Mexikaner . . 47« /o Chinesen . , Electric. Sebuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdiner Bank . Ber-iner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . , Harponer . . .
4% Griech. Monopol-Anl. 47,% äussere Argentiner
. 101.10
99.30 . 100.10 . 100.10 . 39.40 . 27.25 . 26.90 . 101.80 . 42.05
Wien,
Holtzinger,
37«°/o Hessen . . . 3-6 Hessen . . . .
4-6 Oesterr. Goldrente 47r-6 Oesterr. Silberrente 4-6 Ungar. Goldrente . 4°/j Italien. Rente . . 47,-6 Portugiesen . . 80/. Portugiesen . . .
1-6 C. Türken . . . Türkenlose . . . . .
Reichsanleihe do.
Konsole do. . .
Li. Weinhardt
ausgeüU-ete Lehrerin.
Diphtheritis Lungenschwindfucht Schlagfluß Leberentartung Altersschwäche Erfrieren
drohende Erblindung angegeben.
Newyork, 30. Dez. Ter deutsche Gesandte soll au- geblich Caracas nach einem heftigen Wortwechsel mit dem Präsidenten Castro verlassen haben. Die venezulanischeu Rebellen sollen vielfach Erfolge erringen. Präsident Castro ver- hinderte die Landung des französischen Dampfers „Lasayette", der den Rebellen-Chef Matos befördert hatte.
Shanghai, 29. Dez. Die Verhandlungen betr. Revi» sion der Handelsverträge haben noch nicht begonnen, da Schang noch immer krank ist.
Anmeldungen weiten entgegen genommen Bismarckstraße Ecke der Stephanstraße.
Auf Wunsch Eintritt jede Woche.
Den fernsten Kaffee
machen Sie, wenn Sie als Zusatz eine Kleinigkeit von der sehr ergiebigen Linde'schen Essenz nehmen. Ueberall zu haben!
Seidenstoffe bäjä
von Eiten & Keussen, NLL Krefeld.
Vermischtes.
* Breslau, 28. Dez. In Sokal an der galizischen Grenze wurde der Gastwirt, dessen Frau und vierzehnjährige Tochter erm ordet und beraubt. Die Thäter, 3 Bauern, darunter der reichste des Dorfes sind verhaftet worden.
• Kiel, 28. Dez. Der wegen Diebstählen in den Uni- vcrsitätsinstituten fortgcwicsenc frühere Student, nunmehrige Assistenzarzt Dr. Kleimerz ist unter dem dringenden Verdachte, nut dem Messerstecher identisch zu sein, in Euskirchen in der Rheinprovinz verhaftet und in das Kieler Untnrsuchungsgefängms cingeliefert worden.
* Hamburg, 29. Dez. Der während des Oststurmes bei Sandhamm gesunkene Dampfer ist der schwedische Dampfer „Polstjaernar", der mit Kohlen nach Sandhamm bestimmt mar. Die ganze Besatzung, 22 Pers onen, darunter zwei Frauen, ist e rtrunken. — Der nach London bestimmte Schooner „Matine", mit Weizenladung an Bord, ist im Kanal mit sechs Mann Besatzung untergegangen. — Der Passagierdampfer „Lun" geriet auf der Fahrt nach Nerv-Pott in Brand, von 15 Passagieren sind drei verbra nnt.
* London, 28. Dez. Nach Meldungen aus Goa sank der Dampfer „Goa" auf dem Mandaoyflusse. Von 130 an Bord befindlichen Matrosen sind 75 ertrunken. Viele aus den Fluten gerettete Personen starben vor Erschöpfung.
* Paris, 30. Dez. Die Hafenstadt Saffi, Marokko, wurde von einer Wasserhose heimgesucht. 200 Eingeborene
Strafgerichts wurde in Zürich Graf Andreas v erhaftet und hierher gebracht. Derselbe hat Namen Baron Desider Pronay und Graf Gedeon Raday
. 100.80
. 90.50
. 100.60
. 90.20
. 98.70
. 87.80 . 104Jj0 . 201.90 . 180.30 . 125.50 . 128.00 . 139.50 . 140.60 . 19.30 . 164.50 . 186.00 . 172.50 . 159.00
hiermit jedermann, meine Frau, die mir vor einigen Wochen entlaufen ist, wiederzubringen. Wicderbrmgcr ist strafbar. Ebenso warne ich jedermann, derselben etwas zu leihen oder zu borgen, da ich für nichts hafte. Rödgen. Karl Hoffmann, Wirt."
Universitäts-Nachrichten.
Berlin, 29. Dez. Wie die „Krzztg." mitteilt, hat Professor Mommsen, der uHprünglich an dem Ltebesmahl, das zu Ehren
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
sind ertrunken. Die Zollgebäude und viele Warenlager worden.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kircherrplatz.
Bremen, 28. Dezember. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Reichspostdamvser „Darmstadt", Kapitän C. Dewers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Schisssnachrichten.
„R e d Star Linie" Antwerpen.
Der Postdampfer „Haversord" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 27. Dezember wohlbehalten in New-Pork angekommen.
sind zerstört und die Waren ins Meer fortgetragen Europäer kamen nicht um.
' Budapest, 28. Dez. Auf Ersuchen des
Spirlplau der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus.
Dienstag den 31. Dezember, nachmittags 372 Uhr: „Aschenbrödel". Abends 7 Uhr: „Der Postillon von Lonjumeau".
Schauspielhaus.
Dienstag den 31. Dezember, abends 7 Uhr: „Im weißen
Rößl".
Dmil-JWkide-ZchuIe
Der nächste Kursus beginnt am
Mölhkntlichc steberWim Todrsfille in der Stadt Gießen.
51. Woche. Vom 15. bis 21. Dezember 1901. Sterblichkeitsziffer: 12,05, nach Abzug von 1 Ortsfremden 10,04%°. (Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (inkl. 1600 Mann MLlitär). Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr
Wechsel im Betrage von 14000 Kronen gefälscht.
* Die Harmlosen vom Wiener Jockeyklub. lieber den Millionen-Spielverlnst im Wiener Jockeyklub, von dem wir schon berichteten, wird von wohlunterrichteter Seite gemeldet: Es wurde Baccarat gespielt und die Bank wurde a rouant gehalten — sie ging von Hand zu Hand. Bis zu einer ziemlich vorgerückten Nachtstunde wurde allerdings maßvoll pointiert — wenigstens nach den im Jockeyklub herrschenden Anschauungen. Es kamen Pointierungen von „höchstens" 20000 bis 25000 Kronen vor. Aber auch bei diesem Spiel hatte der polnische Aristokrat bereits Mischen 300 000 und 400 000 Kronen verloren. Nun kam an den ungarischen Sportsman die Reihe, txie Bank zu halten. Da machte der polnische Aristokrat einen Einsatz von 100 000 Str. Der Ungar erhob Vorstellungen gegen ein so hohes Spiel, der Pole beharrte aber auf seinem Einsatz und verlor ihn. Nun verdreifachte er den früheren Einsatz und pointierte 300000 Kr. Der ungarische Bankhalter sprach abermals seine Bedenken aus und warnte den Partner vor einem so hohen Einsatz. Man sprach darüber hin und her, die Mitspieler beteiligten sich an den Verhandlungen, und endlich wurde ein Einsatz von 200 000 Kr. vereinbart und vom Bankhalter angenommen. Aber auch dieses Spiel verlor der polnische Aristokrat; trotzdem wiederholte er den gleichen Einsatz noch mehrmals rasch nacheinander und hatte binnen wenigen Minuten sieben Pointierungen zu 200 000 Kr., also 1400000 Kr. verloren. Der ungarische Sportsman hatte im ganzen 2 075 000 Kronen gewonnen, darunter 1500 000 Kronen von dem polnischen Aristokraten.
Trotz dem Hazardspielverbot im Jockeyklub wird in diesen vornehmen Räumen doch recht hoch gejeut, besonders in einem Salon, in dem man das Baccarat bevorzugt. In diesem Salon, von dessen grüner Tapete sich, wie in den übrigen Spielräumen, das Plakat abhebt: „Nach § 522 St. G- darf nicht hazardiert werden", ist auch der jetzt so Aufsehen erregende große Spielverlust vorgefallen. Die Verluste und Gewinne sind im allgemeinen, absolut betrachtet, hoch genug. Gleichwohl wird auch hier nur selten bis zu Einsätzen gegangen, die man selbst im Verhältnis zu der Situation der Spieler als abnorm hohe bezeichnen könnte. Bares klingendes Geld oder auch Papier sind nach internationalem Klubbrauch auf den Spieltischen im Jockeyklub nie zu sehen. Jeder Spieler — es ist wohl überflüssig, zu sagen, daß die Herren im Frack mit weißer Kravatte erscheinen — ist mit Marken aus gestattet, die mit Ziffern bedruckt, im einzelnen bis zu tausend Kronen wert und ans schneeigweißer Perlmutter fabriziert sind. Der Gewinner, ber die Marken übernimmt, folgt diese nach Aufhebung bes Spiels bem Klub gegen einen roten Bon aus, der im Sinne der Spielnormen binnen achtundvierzig Stunden von dem Verlustträger bar eingelöst werden muß. Hat ber verlierenbe Spieler ein Depot im Klub, so regelt dieser barau§ bie Schuld. Die meisten Mitglieder haben aus Bequemlichkeitsgründen im Klub Spieldepots. Spieldepots von hunderttausend und mehreren hunderttausend Kronen ftnt) sehr zahlreich; von einem Klubmitglied ist bekannt, baß sein Spieldepot mindestens 1 Million, oft aber zwei Millionen Kronen beträgt. Mitgliedern, die kein Spiel- bepot besitzen, räumt der Klub für einen Spielabend einen K-redit bis zu 10000 Kronen ein. Nach seinem ungeheuren Spielverlust ersuchte der polnische Graf um eine längere Zahlungsfrist, die der ungarische Sportsman ohne werteres wnzedierte. Wäre er auf der Regelung binnen 48 Stunden bestanden — die 2 Millionen hätten ihm selbstverständlich in dieser Frist bezahlt werden müssen. Nach dem Spiel zog sich der Graf zur Lektüre der Zeitungen in den Lesesalon zurück Dies war durchaus keine affektierte Ruhe, denn ber Verlierer ber höchsten im Jockeyklub je in wenigen Spielen verspielten Summe ist ein sehr reicher Mann, und man erzählt sich übrigens, daß er vor einiger Zeit in Paris 400000 Franks gewonnen habe. . . . Das Unangenehmste für den polnischen Kavalier und seine Mitspieler werden somit die Folgen sein, die sich an anderer Stelle absprelen sollen' vor bem Strafrichter. Und zwar geschieht dies, wie schon kurz mitgeteilt, auf direktes Eingreifen des öfter» r^chischen Kaisers. Wien wird also demnächst auch seinen Harmlosenprozeß haben.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Märkte.
Hanau, 28. Dez. Mit Rücksicht auf den Umfang und die bösartige Form, in welcher die Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Wacheubuchcn, Mittelbuchen und Kilianstädten aufgetreten ist, wurde um der Gefahr einer Seucheiwerschleppung vorzubeugen, die einstweilige Abhaltung von Viehmärkten sowie das Beschicken der Wochenmärkte mit Läuferschweinen und Absatzferkeln für den Umfang des Stadt- und Landkreises Hanau verboten.
fo. Frankfurt a. M., 30. Dezember. (Telegr.Oria.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- ireise. Zum Verkaufe standen 389 Ochsen, darunter 132 aus Oesterreich, 21 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 744 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 751 Kälber, 359 Schafe und Hümmel, 955 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslümmer. Bezahlt wurde ür 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 65—67 Mk., 2. Qual. 58—61 NU., 3. Qual. 53—57 'Dlt; Bullen 1. Qual. 54 bis 56 Mk., 2. Qual. 50—52 Mk.; Kühe 1. Qual. 59—61 Alk., 2. Qual. 55—57 Mk., 3. Qual. 42—45 All, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 30—31 Mk. Kälber: 1. Qualität78—80 Pfg., Lebendgewicht 46 —48 Pf., 2. Qual. 72—74 Pfg., Lebendgewicht 43—45 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 62—67 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., 2. Qual. 46—48 Pig., 3. Qual. 40—44 Pfg.; Schweine 1. Qual. 40—44 Pfg., Lebendgewicht 68 Pfg., 2. Qual. 54 Pfg., Lebendgewicht 67 Pfg., 3. Qual. 53 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 58—60 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gedrückt. Bei Kleinvieh gut Markt geräumt.
fo. Frankfurt a. M., 30. Dez. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen All. 16.75—00.00, Kurhessischer Mk. 17.00—00.00, La Plata M. 17.50—17.75, Kansas All. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14.00—14.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.75, Kleie Mk. 16.50—16.75, Hafer ML. 15.00—15.50, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.00—25.50, 2. Qualität Mk. 23.00 bis Mk. 23.50, 3. Qualität All. 21.00—21.50, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—22.50, 1. Qualität All. 20.75—21.00, Weizenkkeie All. 8.50 bis Mk. 00.00, Roggeickleie Mk. 9.50—0.00, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hrer.
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Hamburg, 30. Dez- Das Schiff „Skiathos" ist auf ber Fahrt von Swansea nach Neapel unweit Figueira an ber Küste Portugals untergegangen. Wrackstücke sinb bereits ans Land getrieben.
Katto witz, 30. Dez- Im Melzer Bezirk sind mächtige Gyps lager erschlossen worden. Der „Katt- Ztg." zufolge werden sich an ihrer Ausbeutung deutsche FimmK- krei.se beteiligen.
Jnowrazlaw, 30. Dez. Arbeiter haben auf einen Kohlenzug der Strecke Jnowrazlaw-Kruschwitz einen frechen Ueb-erfall ausgeführt. Als der Zug vor der großen Brücke wegen einer scharfen Kurve sehr langsam fuhr, sprangen sie auf denselben und brachten ihn zum stehen,
Dr. Althoffs stattfinden soll, teilzunehmen gedachte, nachträglich abgesagt. Das gleiche gilt auch von Professor Virchow.
— In Wicu ist der Dekan der chemischen Schule an dem hiesigen Technikum, Hofrat Berger, in Freiburg i. B. der Hofrat Prof, der Theologie, Kraus, der namentlich durch feine »Geschichte der christlichen Kunst" in weiteren Kreisen bekannt geworden ist, gestorben.
— Der Professor der Volkswirtschaft an der Karlsruher technischen Hochschule, Tr. Troelsch hat den an ihn ergangenen Ruf an die Uuwersität Marburg angenommen.
Telephonischer Kursbericht,
Frankfurt a. JUL., 30. Dezember.
um eine große Menge Kohlen z-u stehlen. Erst dann gestatteten sie dem Zugpersonal die Wetter fahrt.
London, 30. Dez. Tas Krregsamt veröffentlicht etn Telegramm Lord Kitchencrs vom 29. d. Mts., worin es hnU, die Offizier und Soldaten der Kolonne Ftrman, die bei Tweefontein in Gefangenschaft geraten iporen, sind von den Buren in Fr eiheit gesetzt worden mü» gestern in Bethlehem eingetroffen. — Die heutigen äuüiier legen dem Gefecht bei Tweefontein keine allzu große Bedeutung bei, kritisieren aber scharf die augenblickliche Lage in Südafrika. . . _
London, 30. Dez. Wie mitgetellt wird, hatte Dr. Olar, Exkonsul in London und intimer Freund Krügers^ vor einigen Tagen eine Unterredung mit Chamber lain. Dr. Clar wird nach dem Kontinent reisen und sich^eintge Tage in Bilversum und im Haag aufhalten. — Die „Dimes" berichtet aus Valparaiso: Die Aufregung hat sich gelegt nachdem bekannt geworden, daß der argentinische Ministerpräsident nicht beabsichtigt, das Protokoll zu kündigen.
London, 30. Dez. Aus Shanghai wird gemeldet: Man wartet zur WudererSsinung der Unterhandlungen, betreffend die Revision der Handelsverträge die Genesung Shengs ab. .
Paris, 30. Dez. Wie aus Port Said gemeldet wird, ist Cicil Rhodes, begleitet von Jameson, gestern nach England abgereist.
Madrid, 30. Dez. Sagasta versicherte in einer Unter- rcdnng mit Führern der Opposition, daß die Wiedereröffnung; der Cortes am 20. Januar erfolgen werde.
Rom, 30. Dez. Schwere Unruhen haben bei der Ankunft des sozialistischen Abg. Prof. Ferri in Neapel stattgefunden. Die erregte Menge wollte Ferri lynchen, der unter militärischer Bedeckung nach der Redaktion des soz. Blattes „Propaganda/' in Sicherheit gebracht werden mußte. Als Ferri vom Fenster aus eine Ansprache zu halten versuchte, bewarf ihn die Menge mit Steinen. — Nach detaillierten Depeschen der Blätter hatten die Neapeler Kundgebungen einen ganz anderen Charakter, nämlich für und nicht gegen Ferrt. Schon auf dem Perron; bereitete ihm eine große Volksmenge Ovationen, die außerhalb des Bahnhofs so sehr anschwollen, daß Militär einschreiten mußte. Ferri versuchte, die Menge vott einer Droschke aus anzusprechen, wurde aber daran von der Polizei gehindert. Eine große Anzahl von Verhaftungen wurden vorgenommen. Ferris Gegner beschränkten sich darauf, aus den Fenstern zu pfeifen.
Mailand, 30. Dez. Bei der gestrigen Ersatzwahl eines Deputierten wurde der Soziallst Tarati mit 2657 von 2860 Stimmen zum Deputierten wiedergewählt.
Wien, 30. Dez. Nach einer offiziösen Mitteilung sieht die Regierung der am 26. Januar erfolgenden Wiedereröfs^ nung des Reichsrats mit großer Zuversicht entgegen. Man glaubt, daß die Regierung entschlossen ist, falls einzelne! Parlaments-Parteien versuchen sollten, durch Dringlichkeits-Anträge die Debatte über die Tagesordnung zu stören, das Parlament aufzulösen und daß keine Fraktion für die Auflösung des Hauses die Verantwortung auf sich nehmen werde.
Wien, 30. Dez. Die Montagsrevue meldet: Der Kaisejr hat dem Dr. Ofenheim die zweimonatliche Kerker^ st rase wegen Duellvergehen und alle Rechtsnach- olgen erlassen.
Konstantinopel, 30. Dez. Nachdem in Smyruq amtlich ein Pestfall konstatiert worden, wurde über die Provenienzen aus Smyrna die Quarantäne verhängt.
Peking, 29. Dez. Reuter-Meldung. 2000 Mann chinesischer Truppen sind am letzten Freitag in Peking eingezogen. Alle Schichwachen für die Gesandtschaften, mit Ausnahme der amerikanischen, haben jetzt Artillerie. Das' Programm des Eintreffens des kaiserlichen Hofes bestimmt, daß der Kaiser von Paotingfu mit Sonderzug eintreffen wird. Ein zweiter Zug bringt die Kaiserin-Witwe nach Peking, wo sie vom Unser am Bahnhof mit großen Ehren empfangen wird.
Newyork, 30. Dez. Aus Santiago wird gemeldet, Ministerpräsident Portela ist heute a6 gereift.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Swiuemünde, 30. Dez. Der einer hiesigen Rhederei gehörende Dampfer „Borussia", der am 11. Dezember von Bilbao nach hier abgegangen ist, ist heute noch nicht eiugetroffeu. Mau befürchtet, daß das Schiff mit 20 Manu Besatzung


