Ausgabe 
30.7.1901 Erstes Blatt
 
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mehl hingewiesen werden. Namentlich das Fischfuttermehl wird in Schweden seit längerer Zeit als billige Eiweißquelle geschätzt. Es mag daran erinnert werden, daß der Fisch- reichtum der Meere außerordentlich ist, und daß beim (Z-isch sang viele Tiere, als für die Ernährung nicht beliebt, wieder in den Ozean geworfen werden, welche aus FisckMtter- mehl würden verarbeitet werden können.

Ans Stabt und Kandi

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Perfoual-Nachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrverwalter Konrad Schlunk zu Dornheim die evan­gelische Pfarrstelle zu Engelstadt, Dekanat Mainz, übertragen. Der Großherzog hat den Oberförster der Ober- försterei Groß-Steinheim, Forstmeister August Supp es zu Seligenstadt auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d. IS. in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen'verliehen. In den Ruhestand versetzt wurde ferner der Pfandmeister des BeitreibungS- beztrks Michelstadt, Wilhelm Heusing zu Michelstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers an und ihm aus diesem Anlaß daS Silberne Kreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Dem Hauptmann dec Landw.-Jnf. 1. Aufgebots (Gießen) Eule- feld wurde mit der Landw.-Armee-Uniform der Abschied bewilligt.

* Für die kleinen goldenen Fünfmarkstücke läuft mit dem 30. September die Frist ab, bis zu der sie bei den Reichs- und LandeSkaffen zu ihrem gesetzlichen Werte in Zahlung genommen und gegen Reichsmünze umgetauscht wer­ben können. Noch im Umlaufe befindliche Münzen der ge­nannten Art sind daher bis zum 30. September einschließlich eiuzulösen.

Der deutsche Uhrmachertag, der vom 18. bis 20 August in Berlin stattfiadet, wird eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen haben. Es stehen u. a. zur Verhandlung: Anträge der Handwerkskammer Berlin betr. die Lehrlingsprüfung und den Vorschlag eines geeigneten Meisterstückes für das Uhr­machergewerbe. Einführung einer einheitlichen Frist für das Aufbewahren von Reparaturen, Bekämpfung des Uhren- Hausierhandels, der schwindelhaften Ausverkäufe und Ver­steigerungen, endlich Erlaß eines Preisausschreibens für ein­fache schöne Zimmeruhreu. Mit dem VerbandStag ist auch eine Ausstellung deutscher Chronometer verbunden.

Flugfeuer durch Lokomotive». Angesichts der anhal­tenden Trockenheit hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten die Eisenbahndirektionen veranlaßt, die Vorkehrungen, die zum Schutze von der Entzündung durch Flugfeuer der Lokomotiven besonders ausgesetzten Waldstrecken und Frucht- feldern getroffen find, aufs sorgfältigste zu prüfen und zu überwachen. Besonders ist für Unterhaltung der Schutzstreifen und Schutzgräben und für ausreichende Bewachung gefähr­deter Stellen mit Nachdruck zu sorgen. Dies-Eisenbahn-Corn- miffäre sind vom Minister ersucht.worden, auf die ihrer Auf­sicht unterstellten Privatbahneu in gleichem Sinne zu wirken.

Bad-Nauheim, 29. Juli. Unterhaltungen. Früh- kouzert der Kurkapelle vom 28. Juli bis 3. August täglich von 78 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Dienstag, 30. J»li, nachmittags von 4i/a bis 6% Uhr und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung:Der Zigeuuerbaron". Mittwoch, 31. Juli, nachmittags von 41/,6y2 und abends von 810 auf der Terrasse Konzert der Kapelle des In­fanterie Regiments Nr. 137 aus Hagenau. Abends 8 Uhr im Saale Tanz. Donnerstag, 1. August, nachmittags von 46*/, und abends von 810 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Weber- und Rubinstein-Konzert. Nachmittags Zi/z Uhr Theatervorstellung für Kinder und ErwachseneSchneewittchen"; abends 8 Uhr:Charleys Tante". Freitag, 2. August, nachm. von 41/,6i/2 und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Knrkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mit­wirkung der Kurkapelle:GaSparone". SamStag, 3. August, nachm. von 41/,61/, und abends von 810 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Zaubervorstellung des HofzauberküuflerS Bellachini aus Mar­burg. Vorläufige Anzeige: Sonntag, 4. August, Konzert der Kapelle des Heff. Jnf..(Leib-Garde-)RegtS. Nr. 115 aus Darmstadt.

Darmstadt, 27. Juli. Der Großherzog wird sich anfang dieser Woche nach Koburg begeben.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Vor dem Kriegsgericht in Mainz sollte sich am vergangenen Donnerstag der Kanonier Koch aus Wiesbaden vom 3. Fuß- Artillerie-Regiment wegen Thätlichkeiten gegen einen Unter­offizier, ebenso der letztere selbst verantworten. Der Unter­offizier war erschienen, während K. sich inzwischen vom Regst ment entfernt hat. Der Unglückliche, dessen Anklage nach Versicherung von juristischer Seite jedenfalls mit Freisprechung geendet hätte, hat die Sache, wie es scheint, sich so zu Herzen genommen, daß er freiwillig in den Tod gegangen ist. Am Donnerstag wurde am Rheinufer bei Mombach die Kopf­bedeckung eines Artilleristen aufgefunden, die aller Wahr­scheinlichkeit nach Koch gehört haben dürfte. Es wird ver- mutet, daß K. den Tod im Rhein gesucht. Der Vater des 8. ist Beamter in Wiesbaden. - Der Katholische Gesellen­verein in Mainz feiert kommenden Sonntag den 4. August daS Fest seines fünfzigjährigen Bestehens. Nicht allein aus einer größeren Zahl von Städten Deutschlands, sondern auch aus dem Auslande werden Deputationen zu dieser Feier ein treffen, so aus London, Brüffel, Wien, Budapest usw. Dem Oberstleutnant v. Derschau zu Auerbach wurde für seine langjährige Thätigkeit als Vorsitzender des Fischervereins fLr den Regierungsbezirk Wiesbaden der Rote Adlerorden 3. Klaffe mit Schleife verliehen. Die Obstruktion im Stadtparlament zu Bingen war nicht von langer Dauer. Die Stadtverordneten haben sich aus einen anderen Kandidaten geeinigt und heute einstimmig den Weinhändler Earl Geßner als ersten Beigeordneten gewählt. Das entspricht auch den Wünschen der Mehrheit der Bürgerschaft.

Vermischtes.

Gut gewahrtes Inkognito. Prinz Rupprecht, der bayerische Thronfolger, kam auf einer Reise in das Hammelburger Lager auch durch den Ort Gräfendorf, wo die ganze Einwohnerschaft zur Begrüßung am Bahnhof auf- Marschiert war. Die Mädchen festlich gekleidet, mit Blumen­sträußchen in der Hand, die Schuljungen, offenbar nur das Zeichen des Herrn Lehrers erwartend, um in ein donnerndes Hoch auSzubrechen. Auch vaS erwachsene Publikum war, wie dieNeue Bayerische LandeSzeitung" berichtet, in ge- hobener Stimmung, alles war gespannt, den Prinzen zu sehen und zu begrüßen. Als der Zug, welcher den Erwarteten bringen sollte, einlief, sahen sich die Leute beinahe die Augen aus, aber im ganzen Zuge war niemand zu erblicken, von dem man annehmen konnte, es sei der Prinz. Keine glän­zende Uniform, kein Federbusch, kein Leibjäger. In einem Abteil erster Klasse saß ein Herr im unscheinbaren grauen Ueberzieher. Der war eS sicher nicht. Als auch noch ein Wortführer erklärte, der Prinz sei ganz gewiß nicht im Zuge, er kenne ihn noch von deffen Leutnantszeit her, zog das Publikum betrübt ab, und Prinz Rupprecht, er war es wirklich, der Herr im grauen Anzug, fuhr unerkannt vvn dannen gen Hammelburg. Dort wiederholte sich die ganze Szene noch- mals, nur daß der Empfang sich noch feierlicher hätte ge­stalten sollen, weil der Prinz an der Station den Zug ver­lassen mußte, um eine Equipage zu benutzen. Auch hier spielte dasGraue" das unsichtbar machende Zauberkäppchen, und die Bedenken eines Zweifelnden wurden durch den Wahr­spruch eines Eingeweihten zerstreut:Der raucht doch Ci­garetten! Wenn's der Prinz wär, der könnt' sich auch Ci­garren kaufen!" Und der Prinz zog auch hier Cigaretten rauchend und unerkannt durch die Menge. Im Lager werden ihn die Soldaten schon beffer gekannt haben.

* Rom, 28. Juli. Die drei belgischen Bankiers Ge­brüder Ludwig, Josef und Johannes Roest wurden in Brindisi verhaftet, während sie sich nach Griechenland ein» schiffen wollten, nm sich der gegen sie wegen Unterschlagung von 700 000 Franks eingeleiteten strafrechtlichen Untersuchung zu entziehen.

* Bist Du der Kaiser?" Von dem Besuche des Kaisers Franz Joseph im Erzherzogin Marie Valerie-Kin- derspital in Salzburg wird eine hübsche kleine Episode mitgeteilt. Ein dreijähriger, netter Knabe fragte den Kaiser: Bist Du der Kaiser?" Der Monarch antwortete:Ja! freilich." Nun zeigte aber der kleine Knirps, der recht kouragiert war, auf das Kaiserbildnis der Kriegsmedaille, die der Kaiser trug, und sagte:Und wer ist nachher der da?" Der Kaiser lachte herzlich über den kleinen Exa­minator.

* Einen grauenhaften Gattenmord hat die Frau des wohlhabenden Landwirts Martin Schließ! in der Gemeinde Pomazueweit von Budapest begangen. Die beiden Eheleute lebten seit langer Zeit nicht glücklich miteinander. Als vor 26 Jahren Schließls erste Frau starb, hieß es, sie habe sich aus Gram über die Untreue ihres Gatten vergiftet. Diese Annahme verstärkte sich, als der Wittwer, der drei Kinder hatte, nach Ablauf des Trauerjahres seine Dienstmagd Juliaune Stampf, ein armes aber hübsches Mädchen, zum Traualtar führte. Die junge Frau fand in der Ehe nicht, was sie davon erhofft hatte, da Schließ! keine Lust zeigte, Geld auszugeben, damit sie ihre Eitelkeit und Genußsucht befriedigen könne. DaS Verhältnis trübte sich noch mehr, als der Frau während der Ehe unverhofft eine beträchtliche Erbschaft zufiel. Denn während Schließ! auch jetzt für die Frau und die sieben Kinder, die sie ihm schenkte, nur sehr wenig hergab, war ihm für den ältesten Sohn aus seiner ersten Ehe, der studieren durfte und heute StaatSbahabeamter ist, kein Opfer zu groß, Es kam häufig zu erregten Szenen, die einen besonders heftigen Charakter annahmen, seit Frau Schließ! zu ihrem Kutscher Ignatz Engel iu unerlaubte Be­ziehungen getreten war. Als nun vor einigen Tagen die Leiche des alten Schließ! in einem Brunnen seines Gehöftes gefunden wurde, raunte man sich sofort im Orte zu, daß er von seiner Frau mit Hilfe des Engel ermordet worden sei. Zwar erstattete Frau Schließ! selbst auf dem Gemeindeamte die Anzeige, daß an dem Greise ein Verbrechen begangen worden wäre, aber der Versuch, auf diese Weise den Verdacht von sich abzuwälzen, blieb vergeblich. Die 21 Jahre alte taubstumme Tochter der Gattenmörderin deckte die Mordthat auf. Als die Gendarmen das Gehöft betraten, um Unter« suchungen anzustellen, trat ihnen die unglückliche Marie Schließ! mit verstörten Mienen entgegen und winkte ihnen, ihr zu folgen. DaS Mädchen führte die Gendarmen iuS Schlafgemach der Eltern, wies auf das Bett des Vaters und suchte unter Ausbrüchen tiefen Schmerzes den Beamten durch Gebärden klar zu machen, daß der Greis hier erwürgt worden fei. Dann führte sie die Männer zum Bette der Mutter und zeigte mit dem Ausdruck der tiefsten Entrüstung auf das darüber an der Wand hängende Bild, in dieser Weise die Mutter der That anklagend. Die Gendarmen wußten nun genug, es wurde nach dem Untersuchungsrichter telegraphiert, und dieser brachte sowohl die Schließ! als auch den Enge! nach scharfem Verhör zu einem umfassenden Ge- ständuis. Danach haben die beiden den alten Schließ! zuerst in seinem Bette gewürgt und bann den noch zuckenden Körper in den Brunnen geworfen. Während Enge! nach dem Ge­ständnis, von Reue ergriffen, in Thränen ausbrach, trug die Schließ! eine cynifche Gleichgiltigkeit zur Schau. Nur diese Gleichgiltigkeit erklärte auch, daß sie das Verbrechen vollendet hat. Denn sie wurde bei ihrer schrecklichen Arbeit von der taubstummen Marie überrascht. Aber anstatt nun von ihrem Opfer abzulassen, trieb sie die Tochter mit Prügeln in ihr Zimmer zurück, nm dann den Gatten vollends zu töten.

Laibach, 26. Juli. Auf Alpe Stob in den Steirer Alpen fanden Touristen die Leiche des abgestürzten Alpen- blumensammlers Simon Kraly.

Sebastopol, 26. Juli. Auf dem auf der Rhede von Eupatoria liegenden DampferOlga" der russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft entstand gestern durch die Un­vorsichtigkeit eines Matrosen in der Maschinenabteilung Feuer. D4e ganze Ladung sowie die Schisfskasse im Be­trage von 20000 Rubel wurden ein Raub der Flam­men. Menschen sind nicht verunglückt.

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Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Das Geschäft war auch int Laufe der Berichtswoche sehr ruhig, und es fanden nur wenig Umsätze statt. Allgemein wird jetzt mit der Empfangnahme der von den Händlern bei der Spelulation gekauften Tabake, sowie die Verpackung der an die Fabritantcn verkauften Tabake begonnen. In alten Ta.baken wurden einige Zentner 1898 er nnd 1899 er zu Anfang Mk. 40 gehandelt. Nach guter entrippter Ein­lage besteht immer lebhafte Nachfrage, doch ist hierin wenig vorhanden. Für neue Einlage wird Mark 90 bis J(t. 100 gefordert. In den Hardtorten wurde mit den ^och nicht eingeheimsten Sandgrumpen und Sandblättern ^i offenen Preisen begonnen, .und da das! Geschäft durch diese Handlungsweise in den früheren Zähren bedeutend gelitten hat, so dürfte wohl einmal eine vernünftigere Ansicht Platz greifen, um ein derartiges Gebahrcn fürbie Folge vollständig auszumerzen. In losen Pfalzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 9 bis 9,50, gebündelte Mk. 11 bis 11,50.

Kohlen.

Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung! I und II Mk. 225 bts Mk. 235; Nußschmiedekohlen Mk. 190 bis Mk. 200: Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 330 bis 340; Englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 370 bis Mk. 380; Rnhrflammnuß Körnung I und II Mk. 210 bis 220; Ruhrflammnußkohlen III Mk. 195 bis Mk. 205; Fettschrot Mk. 160 bis Mk. 170; Ruhr-Bruchcoks Mk. 305 bis Mk. 310; Aussiebaries Mk- 140 bis Mk. 150. Alles per 10 Tonnen ab Mannheim-

Die Marktlage ist seit der Vorwoche unverändert.

Die Nachfrage nach gewaschenen Kohlen bleibt andau­ernd rege, Brechcoks für Hausbrandzwecke beginnt, wenn auch 'langsam, stärker begehrt zu werden; in Förderkohlen will sich aber immer noch kein Leben entwickeln.

Mit einem Schlage befinden wir uns mitten in der Erntebewegung. Tage von 50 000 Sack Zufuhren in San­tos war man sonst nur in den Hauptmonaten August- September zu sehen gewohnt. Heuer haben wir sie jetzt schon. Aber es wäre der Mehrheit entgegengetreten, wenn man sagen wollte, daß die Riesenziffern sonderlich Effekt gemacht hätten. Man war seit Langem darauf gefaßt. Ueberhaupt beginnt der Handel, sich die Sachss nach eigener Empfindung zurecht zu legen, ohne viel mehr auf Meld­ungen und Voraussagungen von drüben Gewicht zu legen. Ist doch schließlich alles anders gekommen, als wie es prophezeit war und erwartet werden durfte. Tie Vorgänge mit dem Kurs, der fällt, statt zu steigen, haben jeden Maßstab zur Beurteilung weggenommen. Man sagt sich einfach, Kaffee ist ungemein billig geworden und um allen Eventualitäten in Ruhe entgegensehen zu können, sieht man sich um, Kaffee so billig als möglich einzuthun. Sollten Notierungen noch weiter weichen, wird man von allen Seiten Käufer aufstehen sehen. Havre notierte am 25. Juli: 33.75 September, 34.25 Dezember, 34.75 März, 35.25 Mai, Knrs 9 15 Sechzehntel gegen 34 September, 34.50 Dezember, 35.25 Mürz, 35.75 Mai, Kurs 10 7 Achtel.

«etreide.

Die Stimmung im Getreidegeschäft war während der Berichtswochie fest, nachdem auch die amerikanischen Ernte­ergebnisse, speziell von Sommerweizen und Mais hinter den gehegten Erwartungen zurückbleiben, was auf die enorme Hitze zurückzuführen ist. Die Forderungen Amerikas für Weizen sind heute 34 Mk., die der anderen Länder 2 bis 3 Mk. höher als vergangene Woche.

Roggen bleibt fest.

Gerste. Braugerste. Die ersten Ankünfte in Ungarn wurden zu hohen Preisen aus dem Markt genommen; das Geschäft hat sich jedoch noch picht entwickelt.

Futtergerste höher.

Hafer gut gefragt und höher.

Mais: Von Amerika liegen nur vereinzelt Offerten vor; Argentinien ist ebenfalls zurückhaltend und höher.

Die heutigen Notierungen sind: Redwinter 2 1*29 bis 130.50 Mk. Kansas 2 130 bis 131.50 Mk. Südruss. Weizen 129 bis 146 Mk. Laplata Weizen 127 bis 137 Mk. Rufs. Roggen 104 bis 106 Mk. Rufs. Futtergerste 103 Mk. Rufs. Hafer 111 bis 128 Mk. Amerik. Hafer. Mixed Mais 102 Mark. Laplata Mais rye tcrms 96 Mk. cif Rotterdam.

Arbeiterbewegung.

Bayreuth, 27 Juli. Eine Arbeiterversammlung beschloß, die streikenden Bäckergesellen dadurch -u unterstützen, daß die Arbeiter von den Bäckermeistern, welche die Forderungen der Gesellen ablehulea weder Brot noch Bier beziehen.

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D. R. P. 76 912 von

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