Ausgabe 
30.4.1901 Zweites Blatt
 
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mutz.

Tr. W. Merck, Tarmstadt. Prof. Tr. W. Oncken, Gießen.

Material sott die Lästerliche Marine sein an dem Tage, an dem auf dem Meere für den Ruhm unseres geliebten Kaisers und den Bestand des Vaterlandes gekämpft werden

Sammlung für eröffnet erkläre, erlaube ich mir. Sie alle herzlichst zu begrüßen und Ihnen den aufrichtigen Tank 9es Vorstandes für Ihr zahlreiches Erscheinen auszudrücken. Ich knüpfe die Hoffnung daran, daß die heutige Versamm­lung zu einem guten Abschluß gelangen und daß sie fördernd und anregend für unsere gemeinsamen Interessen wirken möge, die ja alle in den Zwecken und Zielen des Deutschen Flotten-Vereins Zusammentreffen. Alles, was wir im Teutschen Flott en-Verein erstreben, entspringt ja einer warmen, aufrichtigen Vaterlands­liebe. Sie giebt uns die .^raft und Vaterlandsliebe für das, was wir als nützlich und notwendig für unser großes herrliche deutsche Vaterland erkannt haben. Wir wissen, daß diese unsere Bestrebungen geteilt und gutgeheißen werden von unserem allergnädigstem Landesherren, der ja auch durch die Uebernahme des Protektorates über unseren hessischen Flottenverein dies dem ganzen Lande kund gethan hat. Wir fühlen uns deshalb noch enger mit ihm verbunden und unsere Begeisterung für unsere Sache wächst miti dem Bewußtsein, daß Seine König!. Hoheit der Großherzog und sein hoher Verbündeter Seine Majestät der Deutsche Kaiser, der mächtige Förderer und Schirmherr u^erer deutschen Flotte vereint imsere Bestrebungen teilen, ^ch bitte Sie deshalb, meine Herren, mit mir einzustimmen J - n Ruf: Seine Majestät der deutsche Kaiser und Seine Köingl. Hoheit der Großherzog, sie leben hoch!

Jtan) dem begeistert aufgenommenen Hoch sagte der Redner: ,Jlm diesen unseren Gefühlen Ausdruck zu ver- lcihen, mochte ich cie bitten, mich zu ermächtigen, an Se. Maiestat den Kaiser und an Se. König!. Hoheit den Groß- herzog je ein Telegramm zu senden. Einstimmig wurden die Telegramme genehmigt. Sie lauteten:

An des Kaisers Majestät.

, . Eisenach.

Eurer Kasterlick)en und Königlichen Mcajestät senden die Mitglieder des Teutschen Flottenvereins im Großherzogtum Hessen, die heute in Gießen zur ersten LandeSverfammlung zußimmengctreten sind, ehrfurchtsvollen Gruß.

Freudig mit allen Kräften stehen wir ein für eine macht­volle deutsche Wehr zur See. Erstklassig an Personal wie

Seiner Königlichen Hoheit Großherzog von Hessen, Tarmstadt.

Euerer Königlichen Hoheit bringen die im Großherzog­tum Hessen wohnenden Mitglieder des Teutschen Flotten- Vereins, welche heute in Gießen zur ersten Landesversamm­lung zusammengetreten sind, unterthänigste Huldigung dar und bitten, daß der erhabene Schutzherr dem Vereine auch fernerhin Allerhöchstsein Interesse bewahren möge.

Tr. W. Merck, Tarmstadt. Prof. Tr. W. Oncken, Gießen. Alsdann erstattet Tr. Merck den Tätigkeitsbericht seit Gründung des Vereins in Hessen, dem wir folgendes ent­nehmen:

Ter Deutsche Flotten-Verein wurde von einer Anzahl patriotisch gesinnter Männer aus ganz Teutschland im Frühjahr 1898 in Berlin gegründet. Anfang 1899 traten in Tarmstadt 14 Herren aus allen Kreisen der Stadt zu­sammen, um die Gründung eines Landes-Komites, wie damals die Unterausschüsse genannt wurden, zu beraten. Gerade der Umstand, daß der Flotten-Verein frei von jeg licher politischen Tendenz ist und sein soll, hat ihm Männer sämtlicher politischen Richtungen und aus allen Lebens­stellungen zugeführt. Und so sand denn am 16. April 1899 unter Beteiligung und Zustimmung von ca. 50 Herren die Konstituierung des Teutschen Flotten-Vereins im Großherzogtum Hessen statt. Tie Versammlung wählte einen Ausschuß von 10 Herren und übertrug diesem die Führung Der Geschäfte. Kurz vorher hatte sich schon in Gießen, dank der außerordentlichen Rührigkeit eines dortigen Herrn ein Provinzial-Ausschuß mit einer schon sehr beträchtlichen Mitgliederzahl gebildet.

Ter Oberhessisch^ Provinzial-Ausschuß zählte bei seiner offiziellen Gründung im Mai 1899 schon nahezu 1000 Mit­glieder, während die Gesamtmitgliederzahl des Teutschen Flotten-Vereins mit den Vereinen zu dieser Zeit schon rund 80 000 Mitglieder zählte.

Tank der Thätigkeit der an vielen Plätzen ernannten Vertrauensmänner und dank der Thätigkeit der Hess. Presse, die größtenteils sehr entgegengekommen ist, und infolge der Thätigkeit des Landes-Ausschusses wurde die Zahl der Mitglieder, die bei Gründung des Vereins auf ca. 900 sich beziffert hatte, am Ende des Jahres 1899 auf ca. 2800 erhöht.

An Orts-, Kreis- und Provinzial-Ausschüssen haben sich bis zu Ende des Jahres 1899 gleich 7 gebildet.

Bei der im Januar 1900 abgehaltenen Sitzung des Vorstandes des Teutschen Flotten-Vereins in Berlin wwv der Hess. Landes-Ausschuß durch seinen Vorsitzenden ver­treten. Die Sitzung war insofern von Bedeutung, als endlich einmal definitive Satzungen des Flotten-Vereins zur Be-- ratung und Beschlußfassung kamen.

Schon vorher hatte man von dem Präsidium aus den Vorschlag gemacht, eine große Marine-Ausstell­ung in Tarmstadt zu veranstalten. Daß eine derartige Ausstellung ein Werbemittel in eminentem Sinne sein mußte, war dem Landes-Ausschuß sofort klar.

Tie Ausstellung kam zustande und wurde von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog eröffnet.

Zur, definitiven Regelung der Geschäftsführung und um zu vermeiden, daß immer der gesamte Ausschuß zu- ammengerufen werdeu muß, wurde im August v. I. auf Grund einer dem Ausschuß vorgelegten Thäftgkeitsordnung eine Haupt-Geschäftsstelle von 5 Mitgliedern gewählt. Es wurden gewählt der Vorsitzende des Hessischen Flotten- Vereins und der Schatzmeister, ferner General Menges, Oberkonsistorialsekretär Sonne, Kabinettssekretär Tr. Kranz-

bühler.

Aus Anregung vom Präsidium hin wurde auch em Aufruf zur Sammlung von Geldern für unsere Soldaten in Ehina veröffentlicht, dessen Resultat eine Summe von 2566 Mk. war, di edern Präsidium zur Verfügung gestellt wurde.

Der Flotten-Verein in Tarmstadt beteiligte sich auch an einer zu gleichem Zwecke von mehreren vaterländischen Vereinen veranstalteten Feier, deren Ergebnis zur Hälfte mit 615 Mk. dem Flotten-Verein zur Verfügung gestellt wurde.

Tie Zahl der Mitglieder betrug-Ende 1900 5529; in Starkenburg 1728, in Oberhessen 3157, in Rheinhessen 644. Hierzu kommen noch 16 Vereine mit 2287 Personen als körperschaftliche Mitglieder. Oberhessen marschiert als hin- ichtlich der Mitgliederzahl den übrigen Provinzen wett voraus.

Was nun den Austritt unter der Annahme betrifft, der Verein habe nach Genehmigung des Flotten-Gesetzes durch den Reichstag seinen Zweck erfüllt, so muß betont werden, daß der Verein sich an dem Zustandekommen des Flottengesetzes zwar ein erhebliches Verdienst zuschreiben darf, daß aber damit nur ein Teil unserer Bestrebungen als erledigt anzusehen ist.

Wie viel bleibt in dieser Beziehung noch zu leisten? In der Ausarbeitung befindet sich eine geschmackvoll aus­zustattende Tafel, auf der die Aussichten, die Kriegs- und Handelsmarine bieten, übersichtlich zusammengestellt sind. In Schulen, Vereinslokalen, Wartesälen aufgehängt, soll die Tafel die deutsche Jugend über die Aussichten des Seemannsberufs aufklären. Aber auch die Eltern soll sie auf die Vorteile, die diese Laufbahn filr die Söhne bietet, Hinweisen. Die Tafel zeigt, welche Anforderungen an Körper und Schulbildung für die einzelnen Berusszweijge der Marine gestellt werden, sie giebt also Winke hinsicht­lich des Schulbesuches, sie zeigt die zu beschreitenden Wege, führt die Formalitäten und Papiere auf, die bei Auf­nahme des Jungen zu erbringen sind.

Der Deutsche Flotten-Verein stellt sich die weitere Auf­gabe, auf den durch patriotische Männer begründeten Schul- schifsen der Handelsmarine Freistellen zu erwerben, um diese den Söhnen solcher Mitglieder zu gewähren, denen die Aufbringung der Mittel schwer fällt.

In der kurzen Zeit oes Bestehens konnten für die im Auslande errichteten deutschen Seemannsheime 20000 Mk. bewilligt werden.

Weitere Unterstützungen haben erhalten die Komrnvdore- fonds zur Unterstützung von Hinterbliebenen der auf Renn- vachten verunglückten Seeleute, die Marinefrauenvereine zu Kiel und Wilhelmshaven, der Marinewerft-Frauenvenein zu Kiel.Wir können", so schloß der Redner seinen Bericht,

Die Lage in China.

Aus chinesischer Erde haben neuerdings Gefechte zwischen deutschen Truppen und Cbinesen stattgesunden. Obwohl gemeldet war, daß General Liu dem Befehl des chinesischen Kaisers zufolge, sich hinter die große Mauer zurückgezogen hätte, hat sich doch die Annahme, daß Feindseligkeiten 'in­folgedessen unterbleiben würden, nicht bestätigt, und ein) elfstündiger Kamps hat sich entspannen, der auch den Deutschen einige Verluste gebracht hat.

Tas Bureau Wolfs erfährt amtlich aus Pettng: Am 23. April fänden drei und am 24. April fand ein Gefecht an der chinesischen Mauer zwischen vier Kolonnen Kettlers und den Truppen des Generals Liu statt. Tie Chinesen wurden überall zum Teil nach hartnäckiger Gegenwehr über die Mauer zurückgedrängt und bis Kukuan verfolgt. Vier Offiziere wurden verwundet, drei Mann sind tot und 32 verwundet. Die Franzosen hatten kein Gefecht.

Ferner meldet Graf Waldersee aus Peking vom 27. ds. : Infolge schwieriger Verbindung sind erst letzte Nacht fol­gende Meldungen eingetroffen: Tie verstärkte Brigade Kett­ler hatte in vier Kolonnen gegen die Mauer angesetzt, die rechte Flügelkolonne führte Ledebur, dann kamen Hoff­meister, Mühlenfels und Wallmenich Ledebur erreichte die Mauer gm 24. d. M. nach einem leichten Gefecht bei Hischan- tuan, Hoffmeister warf am 23. d. M. den Feind, wie bereits gemeldet, Mühlenfels stieß am 23. d. M. auf starken Feind, der die Bastion auf der Paßhöhe besetzt hatte. Ter Feind war in besonders starker Stellung und focht hartnäckig, erst nach elfftündigern Kampf wurde die Stellung genommen. Major Mühlenfels und Leutnant Richert sind leicht, Leut­nant Jbewellow ist schwer verwundet. Zwei Mann sind tot, darunter der Fahnenträger, sechs Mann sind schwer und zehn leicht verwundet. Wallmenich griff am 23. ds. Ms. den vielfach überlegenen Feind in starker Stellung an und zersprengte denselben. Nach dem Durch­bruch fand auf dem Gefechtsfeld die Vereinigung mit dem von Tsingling kommenden Bataillon M ü h l m a n n statt, welches die Verfolgung aufnehmend etwas südlich auf eine neue Stellung des Feindes traf, diese nahm und den Feind bis Knluan verfolgte. Wallmenich rückte dorthin nach. Der Feind erlitt schwere Verluste, elf alte und zwei Schnellfeuergeschütze wurden erfreutet. Diesseits ist ein Toter, drei Mann sind schwer und neun leicht ver­wundet. Leutnant Tüsterberg erhielt einen Schuß in den rechten Arm. Tie Franzosen,' die bisher nicht zum Gefecht gekommen sind, besetzen vorläufig Kukuan und sichern die linke Flanke. Tie Brigade Kettler marschiert in kleinen Etappen nach Paotingfu. Tas Bataillon Mühlenfels unter­nahm längs des Gebirges den Fußmarsch nach Peking.

Ter Frühzug Peking-Tientsin ist bei Loka entgleist. Deutsche sind nicht verwundet. Zwei Amerikaner und 40 Chinesen sind verwundet, 11 Chinesen sind tot.

Deutscher Flotten Verein.

ProvinzialAusschuß für die Provinz Oberhefseu.

Gießen, 29. April.

I.

Tie ges chüf tlich e Beratung.

Gestern nachmittag hielt zum erstenmal der seit 3 Jahren m Hessen bestehende Flottenverein in Gießen eine Mit­gliederversammlung afr, in der die geschäftliche Thätig­keit des Vereins den Mitgliedern dargelegt werden sollte und an die sich eine imposante Feier anschloß.

In Stein's Garten, im kleinen Saal, sanden sich nach­mittag 3 Uhr die Vorstands- und Ausschußmitglieder der Ortsgruppe zusammen und der Vorsitzende des Provinzial­ausschusses der Provinz Oberhessen Geheimrat Professor Tr. W. Oncken begrüßte die Erschienenen und dankte be­sonders, daß die Wahl des Versammlungsortes auf unsere Stadt gefallen, die diese Ehre gewiß zu schätzen wissen und alles aufbieten werde, den Verlauf der Feier auf das Angenehmste zu gestalten, damit, wenn die Gäste heute abend die Hallen des Festsaales verlassen würden, sie be- ftiedigt, mit frohem Herzen der Heimat zureisen möchten. Alsdann erteilte Geheimrat Oncken dem Vorsitzenden des Landesausschusses Dr. Merck das Wort, der etwa folgendes aussiihrte:

Hochgeehrte Versammlung!

Indem ich hiermit als Vorsitzender des Landes-Aus­schusses des Teutschen Flotten-Vereins für das Großherzog­tum Hessen die erste allgemeineMitglieder-Ver-

mit Stolz auf diese Thätigkeit unseres Vereins zurück- blicken." Tr. Merk richtete noch die Mahnung an die Anwesenden: Zahlen Sie nicht nur die Mitgliederbeiträge, lesen Sie nicht nur dieFlotte", sondern seien Sie aftifr und werben Sie Mitglieder! Nur Dann, wenn wir eine hohe Zahl Mitglieder -besitzen, bilden wir eine Macht, nur dann.

önnen unsere Bestrebungen für eine gedeihliche Entweck- wicklung der Handelsmarine von Erfolg sein, nur dann können wir zu unserem Teile mitwirken, daß die Ausrüstung unserer Kriegsmarine personell wie materiell eine voll­kommene ist. Seien Sie also für unseren Verein thatitzl und lassen Sie sich auch hier das Wort zur Richtschnur! dienen, das Feldmarschall Molke in das goldene Buch des. Germanischen Museums geschrieben, das Wort:Allezeit treu bereit, für des Reiches Herrlichkeit!^ (Lebhaftes Bravo?)

Hierauf erteilt der Schatzmeister den Rechen- chafts - u n d K a s s e n fr e r i ch t, dem wir folgendes ent­nehmen: Die Einnahme des Vereins an Spenden, Bei­trägen :c. betrug 10 917.72 Mk. Die Aus gäbe an Ab­lieferung an die Hauptkasse Berlin, Trucksachen, Vortrags- kosten 2C. 10 731.39 Mk., sodaß ein Ueberschuß von 186.33 Mk. besteht. Dem Schatzmeister wurde Entlastung erteilt.

lieber die neuen Satzungen des Vereins wurde darnach debattiert und schließlich wurden diese einstimmig ange­nommen. Da sonstige Anträge 2c. nicht Vorlagen, wurde die Sitzung zur Erledigung des geschäftlichen Teils geschlossen.

II.

Tas Fe sh

Während im kleinen Saale in Steins Garten der ge- chäftliche Teil erledigt wurde, füllte sich allmählich bei große Saal mit Gästen. Ein hübscher Anblick bot sich bett Eintretenden dar: Die große Halle war mit Fahnen, Wim- )eln, Kränzen und Emblemen Leschmückt. Das bunte KleiV trug das ©einige zur Erhöhung der Feststimmung bei. Ter Besuch war äußerst rege. Um halb fünf Uhr war der Saal dicht besetzt und vielen Nachzüglern war es unmöglich, Matz zu erhalten. Professoren, Offiziere, Studenten, Be­amte, Kaufleute und Handwerker, selbst viele Tarnen und Kinder saßen beisammen und harrten der kommenden Dinge^ Auf der Empore nahm die Regiments-Kapelle der U6er, die zu Ehren des Festes Marineunifvrm trug, Aufstellung und bald ertönten schmetternde Fanfaren durch den ©aal, den Beginn der Feier ankündigend. Der deutsche Flottcn- marsch eröffnete das Konzert und brachte sofort Stimmung in oic Festteilnehmer. Dann bestieg Geheimrat O ackern die Tribüne und behandelte in dreiviertelstündiger ReH« den Eintritt Deutschlands in die Weltpolitik. Man kennt Oncken als Redner von den Gestaden der Ostsee bis zu den Alpen. Seine Vortragskunst fesselte auch dies­mal die lauschenden Zuhörer in ungewöhnlichem Maße und brausender Beifallssturm legte zum Schluß Zeugnis ab von dem außerordentlichen Eindruck, den der Vortrag hervoraerufen hatte. Oncken versteht es, wie heute kaum ein anderer, für die deutsche Flotte die Menge zu begeistern.

Einst, im Jahre 1848, war's Wilhelm Jordan, der pätere Nibelungendichter und damalige Poet des Franl- ürter Parlaments, der alserster Lovd der deutscher» Flotte", wie er sich selbst in seinem gewaltigen Mysterium Temiurgos" nannte, von Stadt zu Stadt durch die nord­deutschen Lande reiste und Reich und Arm zu Beiträgen für den Bau einer deutschen Flotte als Meister des Wortes? heranzuziehen verstand. Jene Flotte kam bekanntlich über ihre ersten Kinderjahre nicht hinaus, und Hannibal Fischer, der über Gebühr Geschmähte, gab sich dazu her, sie unter den Hammer zu bringen. Heute ist das Deutsche Reich bereits im Besitze einer Achtung gebietenden Seemacht, und wenige sind's, die einer Erweiterung unseres Flotten­bestandes entsprechend den Anforderungen an eine Welt-i macht vom Range des neu erstarkten deutschen Reiches« widerstreben.

Onckens Ausführungerr halten wir für so interessant und esselnd, daß wir einen kurzen Auszug daraus zu veröffent­lichen, nicht für angebracht erachten. Wir werden dal-el. unseren Lesern im Laufe der nächsten Tage den Vorttag in» Wortlaut mitteilen.

Als Oncken geendet hatte, erhob sich der Vorhang und man sah vor sich in bengalischem Lichte erstrahlend die die Büsten des Kaisers und unseres Großherzogs. Genien reichten den beiden Fürsten den Lorbeer dar. Rechts und links präsentterten Armee und Marine vor den Fürstlich' 1 eiten. Dies wirkungsvolle Bild wiederholte sich unter dem Jubel der Menge fort und fort. Die Kapelle intonierte Heil Dir im Siegerkranz", vnd alle Versammelten sttmmter» voller Begeisterung ein.

Nun wechselten in angenehmer Weise der gemeinsame Sang patriotischer Lieder mit hübschen Vorträgen der Kapelle und bunten, geschmackvoll arrangierten lebenden Bildern afr.

Die von Hand zu Hand gehende Mitgliederliste des Vereins erhielt eine stattliche Anzahl neuer Unterschriften.

Ter hervorragenden agitatorischerk .Thätiakeit des Schriftführers des Vereins, Ersenbahusekretärs Blum, ge­dachte Geheimrat Oncken in einer zweiten Ansprache, die mit einem wohlverdienten dreifachen Hoch auf Herrn Hubert Blum schloß. Ter also Gefeierte dankte in beredten Worten. Er forderte gleichzeitig die Anwesenden auf, möglichste Rührigkeit zu Gunsten des Vereins zu entfalten, auf dag dieser immer mehr und mehr erstarke. Ten Mitgliedern des Marine-Vereins, die sich gerne in den Dienst des befreundeten Flotten-Vereins gestellt und die lebenden Bilder so mannigfach zu gestalten gewußt hatten, sprach Herr Blum den Tank der Versammlung aus und brachte dem Marine-Verein ein Hoch dar.

Tas Schlußbild zeigte den Kaiser im Begriff, sich an Bord seiner Nacht Hohenzollern zu begeben.

Erst in vorgerückter Abendstunde nahm die an nach­haltigen Eindrücken reiche und aufs beste verlaufene Ver­sammlung, zu der nicht nur aus zahlreichen Ortschaften Oberhessens, sondern auch aus Tarmstadt werte Gäste er­schienen waren, ihr Ende.

Das Explofions-Uuglück in Griesheim.

Gießen, den 29. April 1901.

Die Katastrophe hat ausgetobt. Im Lauf des gestrigen nachmittags fand Griesheim nach den ooraufgegangeuen schweren Schrecknissen und Sorgen allmählich wieder den notdürftigen Frieden. Die Bewohner des Ortes fassen lang­sam neues Dertranen zu der Lage. Die schlimmste Ver­wirrung ist überstanden, der Umfang des Unglücks läßt sich

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,Die Nachrichten übe einen faweten Schlag für buftrie bedeutet, haben mich Ovfer der Mstrophe, die qnrordenen -rbeittt erfM eignete Hilfeleistung den Hn -rleichterung ihrer Leiden u Seit ium Srbeiteverdienst zu Sie bei allen Schritten, die

Der Kaiser hat den tzrnnal des 18. Armee Gemeinde TüeSheim ut »Elektron* MnhM glück, welches die Gei ium SuSdruck zu bring Bericht zu erstatten. - fessor LepsioS, erklärt werde tdn Arbeiter enl «nSgezahlt werden. - ihren Verwundungen ei stiilichkctt festgeftellt.

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