baten erhalten dafür ober sollen erhalten außer den ^normalen Gebühren eine Prämie für jedes erbeutete Stuck Vieh. Bescheinigungen werden den Eigentümer!: des Brey es nicht gegeben und auch neutrales Eigentum toiro nicht respektiert. Tiefe Aushungerungsmethooe ist nach Ansicht des Berichterstatters des ungarischen Blattes zwecklos, da die Engländer gar nicht so viel Leute haben, um das erbeutete Vieh genügend zu bewachen, und so holen es srch die Buren wieder. ,
13 kriegsgefangene Buren sind in Dordrecht als Rebellen zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt worden und fünf werden nächste Woche in Kenhardt hingerrchtet werden.
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Telegramm deS Gießener Anzeigers.
London, 26. Juli, Eine Depesche Kitcheners aus Pretoria vom 25. meldet: Berittene Truppen von Garattes Abteilung überfielen am 21. einen Eonvoi der Buren in der Nähe von Reitzburg, machten 25 Gefangene und erbeuteten mehrere Wagen. Aus Seite der Engländer wurden 2 Offiziere und 6 Mann verwundet.
Deutsches Keich.
Berlin, 25. Juli. Zum Kaiserbesuch in Brun s- büttel gelegentlich der Abschiedsfeier der Süd-Polar- Expedition am 11. August wird aus Hamburg gemeldet, daß mit dieser Feierlichkeit ein größeres Diner verbunden ist, das der Kaiser zu Ehren der Expeditions-Mitglieder an Bord seiner Dacht „Hohenzollern" veranstaltet. Das! Sül^Polarschiff „Gauß" liegt gegenwärtig zur Vervollständigung der Ausrüstung im Hafen von Bremerhaven, wird aber schon in den nächsten Tagen durchs den Kaiser Wilhelm-Kanal nach Kiel gehen, um dort die Mitglieder der Expedition an Bord zu nehmen. Am 10. August tritt bann bas Schiff von dort seine Reise an, und zwar wirb es, den Kaiser Wilhelm-Kanal passierend, zunächst bei Brunsbüttel vor Anker gehen. Nachdem am 11. August der Kaiser sich persönlich von den Mitgliedern verabschiedet hat, wird die Expedition nach dem Südpol in See gehen.
— Eine neue Schießauszeichnung für seine sieben Leib-Jnfanterie-Regimenter hat der Kaiser in.Form einer am Bande zu tragenden Medaille gestiftet. Die Regimentsschießen Haden bereits daraufhin stattgefunden. Beim 1. Garde-Regiment zu Fuß hatten die 6. und 12. Kompagnie abzustechen, wobei die erstere die beste wurde. Nunmehr treten die sieben besten Kompagnien der betreffenden Regimenter in engeren Wettbewerb darum, welcher von ihnen die Medaillen zu verleihen sind. Diese dürfen die Mannschaften bei ihrer Entlassung mitnehmen.
— Aus New-Dork wird gemeldet: An den deutschen katholischen Zentralverein, der seine Generalversammlung rm September in Bridgepoort (Konnektikut) abhält, hat Bischof Horstmann von Kleveland das Ersuchen gerichtet, die Frage der Bildung einer allgemeinen katholischen Vereinigung ohne Rücksicht auf die Nationalität in Erwägung Zu ziehen, und auf der (Generalversammlung zur Beratung zu stellen. Unter den deutschen Katholiken findet dieser Vorschlag günstige Aufnahme. Botschafter Dr. von Holleben und zwei dem Zentrum angehörende Mitglieder des Reichstags werden für die Generalversammlung des Zentralvereins als Gäste erwartet.
P i l l a u, 25. Juli. Handelsminister Möller traf heute nachmittag hier ein, und besichtigte die Hafenanlagen. Dann erfolgte die Weiterfahrt nach Neuhäuser, wo im Kurhause ein Diner zu Ehren des Ministers stattfand.
E m d e n , 25. Juli. Ein Telegramm des Ministers der öffentlichen Arbeiten an den Oberbürgermeister Fürbringer besagt, die Einweihung des Emdener Hafens werde wahrscheinlich am 7. Augüst stattfinden.
Hamburg, 25. Juli. Der „Hamb. Korr." erfährt, daß die Publikation des Zolltarifs besttmmt in acht bis zehn Tagen erfolgt.
Duisburg, 25. Juli. Das vorläufige Ergebnis der heutigen Reichstagserfatzwahl ist: Beumer (nl.) 25 368, Rintelen (Ztr.) 20 000, Hengstbach (Soz.) 14 312, Renck- hoff (freis.) 1089, Czarlinski (Pole) 2717 Stimmen. Stichwahl zwischen Beumer und Rintelen.
Davm:stadt, 25. Juli. Das Justizministerium beschleunigt die Anlegung der neuen Grundbücher in den einzelnen Gemarkungen. Mit dieser Aufgabe sind die Amtsrichter bettaut, ihre Respiziate werden während dieser Zeit von Assessoren verwaltet. In einer Zuschrift an die ,'Frkf. Ztg." wird bezweifelt, ob das im Interesse der Rechtspflege liege. Es wird behauptet, es fehle diesen Assessoren (die bis vor kurzem Amtsänwaltsgeschäfte meist besorgt haben) die nötige Erfahrung für längere Wahrnehmung des Richteramts. Es wäre deshalb zu wünschen, daß das Justizministerium sich darüber schlüssig machte, ob nicht im Interesse der Rechtspflege weitere richterliche Kräfte behufs ordnungsmäßiger Abwickelung der Amts- geschäste heranzuziehen wären.
Stuttgart, 25. Juli. Der Präsident der Generaldirektion der Posten und Telegraphen v. Weizsäcker ist in den Ruhestand versetzt, und der Abteilungsdirektor von Böltz zum Präsidenten der Generalbirektion der Postent und Telegraphen ernannt worden.
Ausland.
Christiauia, 25. Juli. „Mvrgenbladef erklärt die Nach richt, König Oskar werde den Manöver« bei Danzig beiwohnen, für unrichtig.
Loudon, 25. Juli. Unterhaus. Im Laufe der Sitzung äußerte der Präsident der Lokalverwaltung, Long, die Theorie
Professors Robert Koch von der Nichtidentität der Schwindsucht bei Menschen und Rindern könne gegenwärtig nicht als von der wissenschaftlichen Welt allgemein angenommen gelten. Die Frage werde sehr sorgfältige Erwägung erfordern, aber er könne nicht versprechen, auf Grund der treffen^ ÜOn ®c*tcn der Regierung Maßnahmen zu
— Bei den Leutnants ift bet Säbel als Kriegs ab geschafft worden. Diese wichtige Verordnung, die für nichtberittene Offiziere der Infanterie erlassen worden ist, und die m kontinentalen Armeen jedenfalls unter den Leutnants und wohl noch mehr unter den Degenfähnrichen großes Herzzerbrechen verursachen würde, jedoch als weniger rabtlaler Eingich empfuuben wirb, weil man Ossiziere in llnisorm außer Dienst wenig aber gar nicht zu sehen be- tommt bestimmt daß in Zukunft «urbilduug im Jusauterie säbel-Fechten nicht mehr statlfinben wirb, da di- aenauntcn Ossiziere künftig bei Manävern utib im Krieg statt ber
Zabel Karabiner zu tragen haben, Nur bie zu Ehren- bezeugungen nötigen Griffe werden beigebracht.
Brüssel, 25. Juli. Die sozialdemokratischen Abgeordneten brachten in ber Kammer einen militärischen Gesetzentwurf ein, nach dem die Milizsoldaten in drei Klaffen geteilt werden sollen. Jede Klaffe hätte ein Drittel des jährlichen Kontingents zu liefern.
— Das Journal „Le Soir" meldet, daß die Verhandlungen zwischen England und dem Kongostaate über das Gebiet Bahrel Ghazal durch ein Uebereinkommen beendet worden seien. In dem letzteren werde festgesetzt, daß ein Teil des bezeichneten Gebiets, ausgenommen die Enklave Lado an den Kongostaat überlaffen wird, über nur während der Lebzeiten des Königs Leopold. Später sollen die Gebietsteile wieder in englisck-egyptischen Besitz zurückkommen.
Paris, 25. Juli. „Eclair" veröffentlicht ein Interview mit dem sozialistischen Deputierten Biviani, der erklärte, für ihn sei es unzweifelhaft, daß der Ministerpräsident Waldeck- Rouffeau Annäherung an die gemäßigten Republikaner suche und eine Konzentration der Parteien anstrebe, von der die Sozialisten ausgeschloffen fein sollen. Gleichzeitig giebt dasselbe Blatt eine Unterredung mit einem gemäßigten republikanischen Deputierten wieder, welcher sagte, daß seine Partei eine Verständigung mit Waldeck Rousseau nicht zurück weisen würde, wenn dieser den von ihm begangenen Irrtum eiusähe und den Kampf gegen den Kollektivismus aufnähme.
— In der Budgetkommission stellte ber Sozialist Meillet den Antrag, daß in den Gefängnis.Hospitälern keine geistlichen Krankenpflegerinnen verwendet und die Bezüge, die Pfarrer für ihre Thätigkeit als Gefängnisgeistliche erhielten, gestrichen werden sollten.
Budapest, 25. Juli. Von gutunterrichteter Seite wird gemeldet, daß zwischen Oesterreich und Ungarn darüber Einigkeit herrsche, daß ein freihändlerischer Zolltarif unmöglich sei, und daß den Agrarprodukten ausreichender Schutz gewährt werden müffe, ebenso wie der Industrie. Ngrarzölle fordert insbesondere die ungarische Regierung, um sich den österreichischen Markt zu sichern, sie weist aber gleichzeitig Prohibitivzölle für die Industrie zurück, weil dies den ungarischen Markt zu stark belasten würde. — Ungarn wünscht jedenfalls ohne Rücksicht auf den Zolltarif anderer Staaten die Aufstellung eines solchen Tarifs, der die Erneuerung der Handelsverträge ermöglicht.
Konstantinopel, 25. Juli. Die kürzlich erfolgte Verbannung der Favoritin des Sultans wegen des von ihr angeblich herbeigeführten Zimmerbrandes hat noch weitere Opfer gefordert. ES wurden sowohl der Ober-Eunuch Abdul Gani als auch 10 Eunuchen gewöhnlichen Ranges als der Mitschuld verdächtig nach verschiedenen Teilen Arabiens zu ebenSlänglicher Verbannung mit Zwangsarbeit geschickt.
Petersburg, 24. Juli. Nachdem sich Prinz Adalbert heute Vormittag beim Kaiser als mit dem AndreaSorden dekoriert gemeldet und dem deutschen Botschafter Grafen v. AlvenS- ebeu und Gemahlin einen Besuch abgestattet hatte, lichtete das Schulschiff „Charlotte" um 11 Uhr unter den Klängen der russischen Nationalhymne die Anker.
Washingtou, 25 Juli Präsident Mac Kinley erließ eine Proklamation, wonach Freihandel zwischen Amerika und Portorico besteht und eine Zivilregierung in Porto- rico eingerichtet wird.
Toronto, 25. Juli. DaS hiesige Handelsamt hat an die Regierung Kanadas eine Denkschrift gerichtet, in welcher baß bringenbe Ersuchen ausgesprochen ist, gemeinschaftlich mit Großbritannien bie Beseitigung ber von Deutschlanb auf kanabischeS Getreide gelegten Sonderzölle zu betreiben.
Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist «Ur unter genauer Quellenangabe: „Gieß, tttlfc* gestattet.)
LU. Bon der Landesuniverfitat. Der ordentliche Professor )er Landwirtschaft, Geh. Hofrat Dr. Albr. Thaer, ist auf ein Ansuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste unter Verleihung »es KomthurkreuzeS 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit dem 1. Oktober in den Ruhestand versetzt worden.
• * Das Amtsblatt deS Ministeriums der Justiz Nr. 13 vorn 3. Juli 1901 enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justiz behörden, betreffend das BeurkundungSwesen bei dem Amtsgerichten und Notaren. — Nr. 14 desselben Amtsblatts »ringt ein Ausschreiben an die Amtsgerichte betreffs Prüfung ber Geschäftsführung bei ben Amtsgerichten für 1900.
(!) Diebstahle. AuS einem Hausgarten in ber Westanlage wurden die noch unreifen Pfirsiche gestohlen. Einer ber Diebe wurde in dem Augenblick, als er über die Mauer kletterte, erwischt. Verschiedene in letzter Zeit gestohlene Wäschegegen- tänbe sind wieder zur Stelle geschafft worden, wodurch es möglich wurde, die Diebe zu finden.
• • Mänuer-Xuruvereiu. Am nächsten Sonntag veran- taltet der hiesige Männer-Turnverein sein Wald fest am LudwigSbrunneu. Für Unterhaltung durch Spiele rc. ist bestens gesorgt und es dürfte den Teilnehmern ein gevnß. reicher Nachmittag in Aussicht stehen. Bei ungünstiger Witterung findet eine kleine Festlichkeit im Cafe Leib statt.
* * Der bekannte Gedankenleser und Hypnotffeur Cumberland und die Gedankenleserin Frl. Emmy Fey werden am nächsten Montag im Theater-Saale des Casv Leib eine Vorstellung geben. Heber die Erfolge, die das Paar auswärts zu verzeichnen hatte, lesen wir in einem Blatte folgendes:
„Fräulein Fey leistete auf dem Gebiete des Gedankenlesens wirklich Erstaunliches. Mit verbundenen Augen auf der Bühne stehend, erklärte sie jeden Gegenstand aus dem Saale, vom Publikum gegebene Sachen bis in die kleinsten Details. Ebenso bewies Herr Cumberland, daß er Meister im Hypnotisieren ist und daß ihm der Wille des Menschen in diesem traumhaften Zustande unterthänig ist. Eine spiritistische Sitzung erregte durch ihre Komik die Heiterkeit des Publikums. Zum Schluffe führte Herr Cumberland den Besuchern einige Taschenspielerkünste vor."
• * Regenbogen bei Mondschein. Von einem Leser wird uns freundlichst folgendes geschrieben: Gestern abend gegen 10% Uhr konnte man eine äußerst seltene HimmelSerschetnung wahrnehmen, nämlich einen Regenbogen bei Mondschein. Farben waren nicht zu erkennen. Man sah ben Bogen nur als mattweißleuchtenden Streifen sich an dem trüben Nachthimmel abheben. Er war ungefähr 5 Minuten über der
mittleren Stadt sichtbar. Als ber Mond hinter Wolken verschwand, verlor ber Bogen sich Ziemlich rasch.
T. Trohe, 25. Juli. Am vorigen Sonntag und Montag fand hier in der Wirtschaft „zum Burgkeller", vom schönsten Wetter begünstigt, baß Kirchweihfest statt. Eine große Anzahl von Festgästen auß ben umliegenden Ortschaften und auß Gießen hatte sich eingefunben, um.hier einige vergnügte Stunden zu verbringen.
M Beuern, 25. Juli. Am Montag geriet hier eine Frau beim Mähen mit einem Fuß so unglücklich in bie Sense, daß sie sich die Flechsen durchschnitt und wahrschein- lich einen lahmen Fuß behalten wird.
Bad-Nauheim, 26. Juli. Arn Dienßtag feierte Herr Carl Machtß sein 25jährigeß Jubiläum als Musikdirektor beß Badeß Nauheim. Während des Tageß erschienen mehrere Deputationen, um dem Jubilar ihre Glückwünsche auszu- sprechen. Den Glanzpunkt beß Tageß bildete baß Jubiläums- Konzert, welches trotz ber unsicheren Witterung von mehr als 1500 Personen besucht war. Als der Jubilar baß Orchester betrat, würbe er mit einem breifachen Tusch vom Orchester uub einem förmlichen Beifallssturm seitens beß Publikums empfangen. Das Geschenk ber Kurkapelle an Den Jubilar ist ein prachtvoller silberner Pokal. — Wie gemeldet wird, sollen bei der am 15. ds. Mtß. stattgehabten Submissions-Eröffnung auf die Kurhaus - Restauration Offerten von 6000 Mk. biß zum Höchstbetrage von 20,000 Mk. abgegeben worden sein. Von hiesigen Reflek- tanten wurden Angebote von 6000, 8000, 12,000 und 12,500 Mk. gemacht.
Schotten, 25. Juli. Daß dreitägige Fest beß oberhessischen Musikbundes erreichte am 22 Juli sein Ende. ES wurde eingeleitet durch ein Konzert auf dem Fest- platze „Bockzahl" unweit bet Stabt; außerdem wirkte der „Bereinigte Turn- und Gesangverein" durch Stellen von Marmorgruppen und Vortrag von Chorliedern mit. Am Sonntag trafen mit allen Zügen Bundesvereine ein. Gegen lf/2 Uhr nachmittags fetzte sich der Festzug in Bewegung und unter ben Donnerschlägen eines nahenben Gewitters kam man zum Festplatze. Hier begrüßte Geh. Regierungßrat Schönfelb-Schotten bie Festgäste und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und ben Großherzog. Dann sprach der Bundespräsident Kriegk-Gettenau. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterlande. Hieran reihte sich ber Vortrag ber Gesamtchöre und ber Einzelchöre eines jeden Vereins. Die Vereine zeigten gute Schulung und brachten die Stücke exakt zum Vortrag. Der Besuch auß Nah und Fern war überauß zahlreich; bie brei Festhallen waren vollständig besetzt. Gegen abend wurde ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt. Der nächste Tag war nur von Schotten und der nächsten Umgebung besucht.
Mainz, 25. Juli. Die „Mainzer Neuesten Nachrichten", daß theateroffiziöse Organ ober „Steinbachblatt", wie man eß hier auch nennt, war gestern in der Lage, dem Publikum bekannt zu geben, daß eine Verlängerung ber hiesigen Theatersaison auf acht Monate beabsichtigt sei. Angesichts bieser Vertrautheit mit ben internsten Theater- Angelegenheiten muß es auffallen, baß baß Blatt von bem augenblicklich schwebenben Prozeß gegen bie Hanßwirtin ber Heroine des Theaters, Frl. Dora Pflüger, keine Vormerkung nimmt, obwohl bie fatale Angelegenheit baß Tageßgespräch in allen Kreises unserer Stadt bildet. Kein Wunder auch! denn nicht allein Theaterdirektor Steinbach und daß Mitglied ber Theater- deputation Stadtv. W. Usinger, fonbern auch ein j»aut»t* altionär ber „M. N. N." find als Zeugen in bieser Knp» peleiafsaire vernommen worben. — Großes Aussehen macht hier bie Verhaftung ber Frau beß Oberleutnant Richter von bem 88. Infanterieregiment. Die Frau ist beschuldigt und hat auch bereitß eingeftanben, bei einer anderen Offiziersfamilie einen Brillantring im Werte von über 500 Mk. entwendet zu haben. Bekanntlich war die Verhaftete bie Veranlassung zu einem Duell ihres Gatten mit einem Husaren-Offizier.
Wiesbaden, 25. Juli. Zur Verleihung ber Auszeichnung an baß Infanterie-Regiment von Gerßborff (Hesfischeß Nr. 80) ist noch zu bemerken, baß ber Kaiser Dem Wunsche feiner Mutter, ber Kaiserin Friedrich, nachkornmeud dem Regiment die Erlaubniß zum Tragen einer Stickerei am Kragen und auf ben Armaufschlägen erteilte, welche daß Regiment Hessen- Kassel zur Regierungszeit Friedrichs des Großen getragen. Eß sind dies also nicht die eigentlichen Gardelitzen, bie eine Eigentümlichkeit ber Garberegimenter sinb. Das kaiserliche Telegramm von ber „Hohenzollern", worin ber Monarch bem Regiment die erwähnte Auszeichnung bekannt giebt, wurde bei dem vorgestern abend stattgehabten Appell der beiden hiesigen Bataillone vom Kdmmandeur Oberst von Jacoby mit einer Ansprache bekannt gegeben.
Frankfurt a. M., 25. Juli. Bon dem deutschen Afrika- reisenden Freiherrn Carlo v. Erlanger ist die Nachricht hier eingelaufen, daß er mit seiner Expedition durch Süd« somalih und Einah in Mornbassa angefommen und Die Ex- pedition sehr erfolgreich gewesen sei.
Wetzlar, 26. Juli. Den „Wetzl. Nachr." zufolge find seit bem letzten Sonntag aus hessischem Gebiete abwärts Gießen fast sämtliche in der Lahn befindlichen Fische zu Grunde gegangen. In den Buchten der Lahn zwischen Dorlar und Atzbach sah man in den letzten Tagen nur eine weiße Fläche von toten Fischen, bie augenblicklich bort abgefahren werben. Es sollen 6—8 Kubikmeter Fische abgestorben sein. Die Todesursache ift noch nicht genügend aufgeklärt. Teils wird behauptet, das Absterben sei durch die schlechten Abwässer der Stadt Gießen, bie ber letzte Gewitterregen in baß fast ausgetrocknete Lahnbett gebracht habe, verursacht, andererseits wird erzählt, daß in einer Chemischen Fabrik in ober bei Gießen ein Rohr geplatzt sei, wodurch das Wasser der Lahn verseucht worden sei. Wie weit diese unkontrollierbaren Gerüchte auf Wahrheit beruhen, muß dahingestellt bleiben.
** Kleine Mitteilungen tuB Hessen und den Nachbarstaat«. In Lauterbach waren am vergangenen Samstag an einem Gebäude der Riedesel'schen Ziegelei Spengler mit bem An- bringen eines DachkaudelS beschäftigt. Die Arbeit galt alß beendet. Der Spengler Stein wollte noch die Ziegel beß Daches, die er zum Zwecke feiner Arbeit hochgezogen hatte, wieder in die alte Lage bringen, als er von einem Blitzstrahl getroffen wurde. Er stürzte auf ben Dachboden des Hauses


