legensreichen Wirkens als Bürgermeister das Ehrenbürgerrecht. Friedberg, den 1. Okt. 1901. Beigeordnete und Gemeinderat." — Es folgen sodann die einzelnen Namen der Gemeinderatsmitglieder. Links davon, in halber Mitte, ist eine geschmackvolle Gruppe, zwei kleine Knaben mit einer- weiblichen Figur, zwei Schilde tragend; das einer derselben erinnert an die zuletzt erfolgte Eingemeindung Fauerbachs, das andere an die neu errichtete Gewcrbeakademie. Der eine der Knaben trägt ein mit dem Sinnbild des Bauhandwerks geziertes Sclftld, sehr bezeichnend für Friedberg gerade im Hinblick aus den imposanten Bau der Stadtnrche. Unter dem Ganzen befindet sich als deckendes und abschließendes Längsbild eine Darstellung der ganzen Stadt von Süden, bekannt unter dem Ausdruck „Stadlcrweitcr- ung". Das formvollendete Kunstwerk ist von einem äußerst geschmackvollen, in Eichenholz gearbeiteten Rahmen umgeben. Dieser ist bei der Firma Bindewald hergestellt und nach den Angaben des Herrn Kratz von dem Bildhauer Friese in gefälliger, zugleich wuchtiger Form ausgcarbcitet worden. Oben in der Mitte befindet sich wieder das Wappen Friedbergs, ein mächtiger, formvollendeter Adler. So ist durch das Zusammenwirken zweier Künstler ein präck)tiges Kunstwerk entstanden. Es ist zu wünschen, daß eS eine Zeitlang ausgestellt wird, damit es auch weitere Kreise besichtigen können.
Worms, 21. Sept. Kurz nach 4 Uhr stürzte das Haus der Gebrüder Hartenbach, das bereits unter Dach stand, ein. Fünf Personen wurden verschüttet. Die beiden Brüder Hartenbach, ein Verwandter von ihnen des gleichen Namens sowie der Maurer Junker wurden alsbald mit weniger schweren Verletzungen aus den Trümmern hervorgezogen. Einer der Brüder Hartenbach ist ins Krankenhaus überführt worden, und Maurer I. wurde schwer verletzt aus den Trümmern hervorgczogen und ins Krankenhaus gebracht.
Wetzlar, 21. Sept. In dieser Woche ist unter dem Vorsitze des Landrats Sartorius hier ein Verein gebildet worden, der eS sich zur Aufgabe macht, unseren auf eine mehr als 1000jährige Geschichte zurückblickenden, architektonisch hochinteressanten, aber leider halb verfallenen Dom vor weiterem Untergange zu bewahren und wieder in Stand zu setzen. Zu den über eine Million veranschlagten Erneuerungskosten stehen Beihilfen deS Staates und der Provinz in Aussicht. Exzellenz Nasse, Landeshauptmann Klein und die übrigen Mitglieder des Provinzialausschusses haben im Sommer vorigen Jahres den Dom, der, durch einen hohen Lettner in zwei Teile geschieden, Katholiken und Protestanten als Gotteshaus dient, eingehend besichtigt und ebenso wie eine kürzlich hierher gesandte Ministerialkommission seinen hohen künstlerischen Wert und seine Wiederherstellungswürdigkeit anerkannt.
Marburg, 22. Sept. Zu einer interessanten Verhandlung über die Haftpflicht der Lehrer kam es in der letzten Stadtverordnetensitzung. Das Lehrerkollegium der Mädchenbürgerschule hatte den Antrag gestellt, daß die Stadt die einzelnen Lehrer gegen Haftpflicht versichern möge, und das damit begründet, daß sie ja bestimmungsgemäß verpflichtet seien, am Sedantag mit ihren Klassen Ausflüge zu unternehmen, wobei bei der großen Zahl von Schülern es dem Einzelnen nicht möglich ist, die Klassen so zu beaufsichtigen, daß Unfälle vermieden würden, eventuell könne also der Lehrer auf Grund des Haftpflichtgesetzes belangt werden. Nach längeren Ausführungen des Stadtverordneten-Vorstehers, Rechtsanwalts Dörfsler, der betonte, es handle sich hier um eine Agitation von Versicherungsagenten, die eine Gefahr an die Wand malte, wo gar keine sei, wurde der Antrag abgelehnt. Dagegen wurde einem Antrag zugestimmt, demzufolge die Stadt die Haftpflicht für einen Lehrer über- nimmt, falls dieser bei einem Ausflug einen Unfall zu verzeichnen hat, für den er haftpflichtig gemacht werden soll, unter der Voraussetzung natürlich, daß ihn dabei kein Verschulden trifft.
-h- Kassel, 21. Sept. Die Konferenz deutscher Jünglingsvereine wurde heute in Anwesenheit von 600 Teilnehmern aus Deutschland und dem Auslande feierlichst eröffnet. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt.
Vermischtes.
* Fulda, 22., Sept. Die Landgräfin-Mutter von Hessen, geb." Prinzessin Anna von Preußen, hat sich also der römisch-katholischen Kirche, wie wir bereits meldeten, in aller Stille angeschlossen, lieber ihre gar wechselreichen Schicksale und verschlungenen Lebenswege haben wir bereits vor einigen Wochen einiges berichtet. Neben dem Unglück mit zwei Söhnen — der eine ertrank, der andere ist fast blind — und ihrer jüngsten Tochter, die mit einem unvermögenden Herrn v. Vincke sich verheiratete, gegen den Willen aller ihrer Angehörigen, mit einziger Ausnahme ihrer Mutter, hat die hochgestellte Konvertitin auch politisch so manches durchmachen müssen. Als Tochter des Bruders vom ersten deutschen Kaiser wurde ie, die Prinzessin Anna von Preußen, die zweite Gemahlin tes dänischen Thronerben Landgrafen Friedrich von Hessen; eine erste Frau war die Großfürstin Mexandra, eine Tochter Kaisers Nikolaus I. von Rußland, welche bald (int Jahre 1844) nach kinderloser Ehe starb. Dadurch hatten die verwickelten Erbfolge-Verhältnisse in der vormalig dänisch-holsteinischen Monarchie eine bedeutende Tragweite angenommen. Landgraf Friedrich war zugleich präsumtiver Erbe des Kurfürstentums Hessen und zog diese fette Pfründe der Kopenhagener Zukunfts-Aussicht vor; deshalb schenkte er das Erbrecht seiner Schwester Luise, welche mit dem Prinzen Christian von Holstein-Glücksburg vermählt war und 1898 als Tänen-Königin und „Schwiegermutter Europas" starb. In ihrer Kopenhagener Zeit war die als preußische Prinzessin geborene hessische Landgräfin persönlich sehr beliebt und auch nach der Katastrophe von 1864 hat es in Dänemark noch eine starke Partei für den Landgrafen Friedrich von Hessen, ihren Gemahl, gegeben. Jetzt ist natürlich alles anders geworden; man ist in dieser Sache zur Tagesordnung überaegangen. Auch die Ereinisse von 1866 sind überwunden und, seit König Wilhelm 1868 den jüngsten Sohn seiner Nichte aus der Taufe gehoben, ausgesöhnt; dieser jüngste Prinz ist später der Schwager Kaiser Wilhelms geworoen. Am 18. d. M. waren es gerobe 500 Jahre, daß, das Hohenzollerngeschlecht entstanden ist; am 18. September 1401 schritt der Burggraf von Nürnberg, Friedrich VI., zum Ehebündnis mit Elisabeth von Bayern-Landshut.
* London, 20. Sept. Soweit bisher bekannt, waren neunundsiebig Personen an Bord der „Cobra", sodaß
siebenundsechzig ertrunken sind. An vierzig bis fünfzig Mann stürzten sich in vollständiger Panik in das zweite Boot, das infolgedessen umschlug. Fast alle Jnsaffen ertranken. Der Schiffskommandeur, Leutnant Cosworth Smith, stand bis zuletzt mit gefalteten Armen auf der Kommandobrücke und ging ruhig mit dem Schiffe unter, ohne jeden Versuch, sich zu retten. Das Schiff klappte nach dem Auflaufen so schnell zusammen, daß viele in der zerbrochenen Maschinerie zerquetscht wurden. Kurz nach dem Sinken boten die im Wasser mit dem Ertrinken Kämpfenden einen herzzerreißenden Anblick, doch machte die stürmische See ihren Qualen bald ein Ende. — Die „Cobra" war von der Marinebehörde noch nicht abgenommen und zurzeit gerade auf Probefahrten begriffen. Bemerkenswert war der Typ dieses Schiffes durch die Ausrüstung der Maschinen mit Dampfturbinen und durch die dadurch erzeugte außerordentlich große Geschwindig- kett. Das 350 Tonnen große Schiff wurde vermöge der Parson'schen Turbinen mit einer Maximalgeschwindigkeit von zirka 70 Km. fortbewegt. Die acht Schiffsschrauben befanden sich bei der „Cobra" paarweise auf je einer Schraubenwelle zu beiden Seiten der Mittschiffslinie. Die Turbinen indizierten zusammen 11 000 Pferdekräfte; das ist eine enorme Leistung, wenn man die geringe Größe des Schiffes berücksichtigt. Die „Cobra" besaß nämlich folgende Abmessungen: Länge 65 Meter, Breite 6,5 Meter, Tiefgang 2,8 Meter und ihr Deplacement betrug, wie oben erwähnt, 350 Tonnen. Ein Kardinalfehler war das kleine Kohlenfassungsvermögen von nur 85 Tonnen, was um so schwerer ins Gewicht fiel, als bei äußerster Fahrt der Kohlenverbrauch ein ganz enormer war. Das Schiff besaß zunächst noch keine Armierung, vorgesehen waren aber für seine Verwendung im Kriegsdienst ein 7,5 und fünf 5,7 Schnellfeuergeschütze, sowie zwei Torpedo- lanzierrohre. Erwähnt sei noch, daß die „Cobra" erst im vorigen Jahre vom Stapel gelaufen i|t und somit, gleich der „Viper"; die ein Jahr früher hergestellt worden ist, ein nur kurzes Alter erreicht hat.
* lieber ein Eisenbahnunglück, das sich in der Nacht zum Freitag bei Palota (Rumänien) ereignet hat, wird folgendes gemeldet: Von den 38 Passagieren wurden 3 2 getötet. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß die Bremse eines Petroleumzuges auf scharfem Gefall versagte, der Zug infolgedessen eine Strecke von 48 Minuten in 7 Minuten zurücklegte und in einen Schnellzug hineinfuhr, dessen Führer überdies die Notsignale des nachfahrenden Zuges mißverstand und seinen Zug zum Stehen brachte.
• Barcelona, 22. Sept. Die Provinz Barcelona wurde von Sturm und Ueberschwemmung heimgesucht. Der Fluß Llobregat ist über seine Ufer getreten. Viele Häuser und Felder wurden unter Wasser gesetzt. Der Schaden ist beträchtlich. Ob auch Menschen umgekommen sind, ist noch nicht festgestellt.
* Br em garten (Aargau), 21. Sept. WegenMordes an seiner schwangeren Geliebten hat der verhaftete 26jähr. Metzgermeister Meyenhoser ein Geständnis abgelegt. Er hatte nachts bei einem Spaziergang das Mädchen mit zwei Schüssen zu Boden gestreckt und es für tot liegen lassen. Gegen 4 Uhr Morgens ging der Mörder zum Thatorte zurück, wo er die noch lebende und um Mitleid flehende Geliebte mit dem Messer tödtete.
* Der Hinrichtungsstuhl für den Präsidentenmörder Cz olgosz soll bereits, wie man aus Washington meldet, seines Opfers harren. Es ist ein schwerer, stark gebauter Sessel aus Eichenholz mit Rücken- und Armlehnen und einer Kappe für den Kopf des Delinquenten versehen. Starke Lederriemen an der Rückenlehne, den beiden Seiten und an den unteren Tellen des gabelförmig gestalteten Vorderbeins dieses Stuhls dienen dazu, die hinzurichtende Person ganz festzuschnallen. Die Kappe ist im Innern mit einem Metallstreifen versehen, der sich ganz fest an den Kopf des Verurteilten anschmiegt. Desgleichen ist in demAusschnitt für das rechte Bein ein Metallstreifen so eingelegt, daß derselbe in unmittelbare Berührung mit dem eingeschnallten Bein des Verbrechers kommt. Die beiden Metallstreifen stehen mit den Leitungsdrähten des elektrischen Stromes in Kontakt. Sobald dieser nun geschlossen wird, geht der elektrische Strom vom Kop bis zu den Füßen durch den Körper des Verurteilten hindurch, und tötet ihn momentan. Der Stromschluß selbst wird durch Niederdrücken eines hinter dem Hinrichtungsstuhl befindlichen Kontaktknopfes bewirkt, von dem der Deliquent selbstverständlich nichts sehen kann.
* Kitcheners neueste Depeschen. Montag. Wir griffen mit Erfolg an und bewerkstelligten darauf einen glänzenden Rückzug. — Dienstag. Oberst O'Comror sah sich plötzlich drei Buren gegenüber. Er machte 45 Gefangene und brach hierauf das Gefecht ab, um nicht von der Uebermacht erdrückt zu werden. — Mittwoch. Oberst Ellivt meldet mir, daß er fünf Kilometer von Rhinozerosfontein auf keinen Feind gestoßen sei, und sich in dieser Situation siegreich behauptet habe. — Donnerstag. Zum Beweise, daß die Buren überall fliehen, melde ich, daß von den 45 gefangenen Buren 43 ausgerissen sind. — Freitag. Tie übrigen 2 Buren formierten sich zu acht starken Kolonnen, die den General French bedrohen. Bitte dringend um Verstärkungen, da die hier verfügbaren Mfte zur Bekämpfung des total niedergeworfenen Feindes nicht ausreichen. — Samstag. Ich habe eine neue Proklamation erlassen und einen Trupp Rindvieh erbeutet. Die Ochsen sind nunmehr auf meiner Seite. („Lustige Blätter.")
* Ein Urteil der Mafia. In Pagliarelli, einem Vororte von Palermo, wurde ein schreckliches und mysteriöses Verbrechen begangen. Tie Familie des Bauern Dimarco saß um den Tisch versammelt beim Abendessen, als plötzlich hinter einander drei Schüsse fielen. Tie 50 jährige Mutter Francesca mit ihren beiden Söhnen Giuseppe und Salvatore brachen tot zusammen, die 20 jährige Tochter Francesca wurde schwer verwundet. Tie Polizei hält das Verbrechen für die Ausführung eines Urteilsspruches der Mafia, welche glaubte, daß die Familie Timarco der Königlichen Quüstur Späherdienste leistete. Infolge der 9Nord- thaten ist eine Familie Saitta verhaftet worden, welche schon seit einem Jahre alle möglichen Versuche gemacht hatte, Timarco aus seinem Gütchen zu vertreiben.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Märkte.
Grünbcrg, 21. September. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.40 bis 16.50 Mk., Korn 14.00 bi§ 15.00 M., Gerste 14.00 ins 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 00,00 Mt.,
Erbsen 18.00 bis 00.00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 6.00 21k.
Darmstadt, 21. Sept. In der Generalversammlung der Süddeutschen Ei s e n b a b n-G e s e ll s ch a s t, in der 6263 Aktien mit 1121 Stimmen vertreten waren, wurden sämlliche Anträge einstimmig genehmigt. , c _
— Nachdem der Zusammenbruch der Dresdener Kredrt» anstalt schon so manche industrielle UMernehmuna in Mitleidenschaft gezogen bat, scheint es auch einen argen Skandal m der Dresdener Presse zurFolge baden zu sollen. Schon vor längerer Zeit war gegen die Dresdener Presse der Vorwurf erhoben worden, daß sie die Zustände in der Kreditanstalt beharrlich mit Stillschweigen übergangen hätte. Jetzt haben die „Dresd. Nachttchten" unb das „Dresd. Journal" ihre namentlich genannten Börien- redakteure entlassen und ebenso hat die „Dresd. Ztg." ihren Berliner Börsenvertreter verabschiedet. Die Vorgänge, die zur Entlassung führten, liegen über zwei Jahre zurück. Es handelt sich um eine von der Kreditanstalt siir Industrie und Handel bewirkte Emission von Aktien einer Zigarrettenkistenfabrik, an der die Handelsredakteure von fünf Dresdener Blättern konsortial beteiligt worden sind. An der grundsätzlichen Auffassung wird dadurch nichts geändert. Es giebt nichts Entwürdigenderes für den Journalistenstand als die Käuflichkeit, und ob man durch Hundertmarkscheine oder durch Aktten sich kaufen läßt, das bleibt sich vollkommen gleich.
Gerichtssaal.
Schrrcidemühl, 22. Sept. Wegen Zweikampfes standen der Rittergutsbesitzer Alexander von Hartmann auf Hosstädt und der Rechtsanwalt Karl Bandlow aus Schmicgel vor der hiesigen Strafkammer. Die beiden Angeklagten standen sich am 22. Juni in der Nähe von Deutsch-Krone in einem Pistolen-Duell gegenüber, bei dem Bandlow durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt wurde. Er ist wieder hergestellt. Beide wurden zu je vier Monaten Festungshaft verurteilt.
Altona, 22. Sept. Wegen Kartelltragens hatte sich der Ingenieur Bruhn vor dem hiesigen Landgericht zu verantwortem Eines Tages geriet der Einjährig-Freiwillige M. mit den: hiesigen Rechtsanwalt I. in Differenzen, die dahin führten, daß der Em- jähriq-Freiwillige den Rechtsanwalt durch Bruhn zum Zweikampf auf Pistolen fordern ließ. Der Rechtsanwalt lehnte als Gegner des Duells die Forderung ab. Darauf ist Bruhn tm Auftrage des Einjährig-Freiwilligen au dem Rechtsanwalt gegangen und bat erklärt, daß er, falls er die Forderung nicht annehme, von seinem Gegner geohrfeigt werden würde. Nunmehr erstattete der Rechtsanwalt Anzeige. Der Einjährig-Freiwillige tft inzwischen vom Militärgericht wegen Herausforderung zum Duell zu 14 Tagen Festungshaft verurteilt worden. Tas Landgericht verurteilte den Angeklagten wegen Kartelltragens ebenfalls zu 14 Tagen Festungshaft. Als erschwerend wurde in Betracht gezogen, daß Bruhn zwei Mal zu dem Rechtsanwalt gegangen ist.
GingesanA.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Rodheim tu d. Bieber, den 22. September.
Die hiesige Gemarkung wird von Jahr zu Jahr mehr durch das Rotwild, welches aus dem Königs. Preußischen und Krofdorser Forste nachts auf die Felder tritt, geschädigt. Ganze Aecker mit Dickwurzel und Gemüse liegen verwüstet da, und bei der ohnehin großen Futternot ist der Schaden trotz Entschädigung des Jagd- pächters für die Landleute sehr empfindlich. Die Rotwildbestände nehmen durch den geringen Abschuß immer mehr zu. Die preußische Forstverwaltung hat keinen Wildschaden zu zahlen, nur die umliegenden Gemarkungen resp. Jagdpächter. Der abgegangene Oberförster wollte Alles allein abschießen und hiell keine Treibjagden ab, so daß das Wild ungestört sich vermehren konnte. Die Krofdorser Reviere sind von reichen Herren aus Westfalen erpachtet, die nur selten zur Jagd in oiesc Reviere kommen. Vor allen Dingen müßte die Königl. preuß. Regierung einmal energisch ein» greifen. Den Abschuß des Rotwildes um das zehnfache erhöhen, um so auch durch Thaten zu beweisen, daß sie für die ohnehin not- leidenden Landwirte was übrig hätte. All die schönen Reden bei landwirtschaftlichen Festen rc. für das Wohlwollen, baä gewisse Herren für den Bauer übrig haben, steht im großen Widerspruch damit, daß auf der anderen Seite so wenig gethan wird, um wenigstens den direkten Schaden, der durch Schonung des Rotwildes in den Königl. Forsten entsteht, abzuhalten. In freie Wild- bahn gehört dieses Wild überhaupt nicht mehr. Herr Landrat von Heimburg zu Biedenkopf, der ein wahrer Förderer und Beschützer der Landwirtschaft ist, hat nun auch die Schonzeit für das Rotwild in der so sehr geschädigten Gemarkung Rodheim aufgehoben.
Krieskasten der Redaktion."
E. Ihre Vermutung, das Gedichtchen „D's nau Schulhaus", das wir in unserer Sonntagnummer veröffentlichten und das die wohlmeinende Absicht hatte, den darin geschilderten Bau zu loben, bezieht sich keineswegs auf das neue S ch u l h a us i n K lein- linden. Das geht schon daraus hervor, daß die „Nonn" darin erwähnt wird, bekanntlich eine Anhöhe, die in der Nähe von Großenbuseck liegt
Schiffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos.
Bremen, 21. Sept (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer Köln, Kapt. H. Langreuter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 19. September, 8 Uhr abends, wohlbehalten in Balttmore angekommen.
Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 24. September*): „Mamsell Angot". Mittwoch den 25. September: „Die Hugenotten". Donnerstag den 26. September: „Der Zigeunerbaron . Freitag den 27. September: „Der Freischütz". Samstag den 28. September: „Das Glöckchen des Eremtten". Sonntag den 29. September: „Mignon".
Schauspielhaus.
Dienstag den 24. September*): „Die Räuber". Mittwoch den 25. September: „Die Haubenlerche". Donnerstag den 26. September, i/t8 Uhr: „Das Glück". Freitag den 27. September: „Flachsmann als Erzieher". Samstag den 28. September: „$te Zwillmgsschwester". Sonntag den 29. September, 3 /, Uhr: „Das Glück". 7 Uhr: „Die Zwillingsschwester".
) Wenn nicht anders bemerkt um 7 Uhr.
Die heutige Wummer umfaßt 12 feiten.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.________
September ।
Barometer 1 aus 0° 1 | reduziert 1
L-Z h SZ> -A
Absolute Feuchtigkeit
Relative 1
Feuchtigkeit 1
c
-C
z.
i
Windstärke 1
Wetter
21. 271 1
739,4
+ 24,8
10,4
45
SE.
2
Sonnenschein
21. 9"
739,2
4-
13,4
10,9
96
N.
1
sternh. Himmel
22. 715
740,4
+ 14,6
12,0
97
NW.
1
Sonnenschein
99 2"
738,8
+ 21,4
13,1
69
SE.
1
Sonnenschein
22. 9?s
739,3
+ 15,4
12,7
98.
Still
—
bew. Himmel
23. 7’5 1
741,2
+ 10,7
9,5
99
—
Nebel
Höchs
e Temperatur am
20—2
1. September
+ 28,6° C.
Niedrigste
n
+ 8,8° 0.
Höchste
u
, 21.-22.
o
+ 25,6° C.
Niedrigste
tl
„ 21.-22
f/
+ 8,4° C.


