richt eines Thüringer Blattes nur mit Vorbehalt wieder. D. Red.)
Ausland.
Haag, 21. März. In feierlicher Sitzung des Staatsrates erfolgte unter Vorsitz der Königin die Zeremonie der Ein sührung des Prinzen Hei nrich in den Staatsrat, worin ihm eine beratende Stimme zusteht.
Madrid, 21. März. Im gestrigen Ministerrat wurde eine Rüge ausgesprochen gegen den Erzbischof vo«n Sevilla. Ter Kriegsminister General Weyler unterbreitete ein Dekret, betreffend die Abschaffung der Feldprediger bei den Regimentern. Ter Unterrichtsminister verlas ein Rundschreiben an die Universitäten, das die völlige Gewissensfreiheit wiederherstellt. Ter Religionsunterricht an den Gymnasien soll fakultativ sein. Alles wurde einstimmig gutgeheißen. Andere Maßnahmen stehen bevor. — Zn Villanueva bei Barcelona hatte der Pfarrer gegen den jüngst verstorbenen liberalen Viktor Balaguer gepredigt; gestern gab es dort eine antiklerikale Kundgebung von 7000 Teilnehmern. Es wurden Pereat-Rufe gegen die Jesuiten ausgestoßen.
W i e n, 21. März. Die Blätter melden, der niederösterreichische Landesschulrat hätte die Entlassung des sozialdemokratischen Abgeordneten, Lehrers Seitz, aus dem Schuldienste beschlossen.
B u d a p e st, 21. März. Die Veranstalter der Kreuz- demonstration an der Universität beschlossen, trotzdem die vorgesetzten Behörden bereits entschieden haben, daß in den Lehrsälen keine Kreuze angebracht werden dürfen, den Kampf fortzusehen. Die Studenten beschlossen, in der Angelegenheit dem Kaiser ein Gesuch zu überreichen.
Aus Stadt und gmriL .
Gießen, den 22. März 1901.
** Realschule. Bei der Prüfung am Mittwoch wurden von 20 Primanern 11 vom mündlichen Examen befreit, 7 bestanden die mündliche Prüfung und 2 fielen durch. — Bei der Prüfung am Donnerstag traten von 28 Primanern 7 freiwillig zurück, 9 wurden von der mündlichen Prüfung befreit und 12 bestanden das Examen.
** Persoualuachricht. In den Ruhestand wurde versetzt der Steueraufseher bei dem Hauptsteueramt Mainz Johann Peter Gölz wegen geschwächter Gesundheit, g
J. Omnibusverkehr Marburgerstraße—Wieseck. Durch die Verlegung des Depots der Omnibus-Gesellschaft nach dem „Pfau" wird auch eine Aenderung der Linie Gießen— Wieseck insofern stattfinden, als vom kommenden Montag ab die Haltestelle der Omnibusse für diese Linie an das neue Depot verlegt wird und die Wagen nicht wie seither von der Jugardt'schen Hofraite, sondern vom Depot ab- und anfahren.
•• Theaterdirektor Kruse hat, wie wir hören, für den nächsten Winter das Stadttheater zu St. Gallen gepachtet. Herr Ramsey er wird ihn dorthin begleiten. — Die Theaterspielzeit nimmt am Tage vor Palmsonntag ihr Ende. Es stehen nur noch Aufführungen von Hartlebens sehr wirkungsvollem Drama „Rosenmontag" und von Gutzkows „Königsleutnant" bevor. — Frl. Kugler soll nach Bremen, Frl. Korn nach Göttingen, Herr Lach mann nach Kreuznach engagiert sein.
** Zu Herrn Ramseyers Benefiz wird am Sonntag in unserem Stadttheater „Zaza" gegeben. Das französische Stück ist unseren Theaterfreunden längst vorteilhaft bekannt, sodaß sich jedes weitere Wort des Hinweises darauf für uns erübrigt. In der Titelrolle wird Frau Sulu Berger, von dem Benefiz des Herrn di Balthyni her bei uns aufs beste angeschrieben, zum zweitenmale in dieser Spielzeit gastieren. Auch über den Benefizianten brauchen wir nicht mehr viele Worte zu machen. Er ist zweifellos eine der tüchtigsten Kräfte unseres Ensembles, der ein ungewöhnlich großes Arbeitspensum in diesem Winter zu bewältigen gehabt hat, zumeist zur vollen Zufriedenheit der Mehrzahl unserer Thraterbesucher. Einzelne seiner Charakterfiguren haben das gewöhnliche Maß, mit dem wir sonst hier darstellerische Lüftungen zu messen uns genötigt sahen, erheblich überragt, so war z. B. die liebenswürdige Kratzbürstigkeit, die ätzende Schärfe und dicht daneben wieder die wohlwollende Wärme seines Schulrats Prell in „Flachsmann als Erzieher" vortrefflich, tüchtige Leistungen auch gab er in Hauptmanns „Webern", in Sudermanns „Johannisfeuer" rc. rc. Seine weitaus beste Leistung war sein Meister Andreas am letzten Triesch Abend. Wir sind gewiß, daß ihm an seinem Ehrenabend die Anerkennung zu teil werden wird, die er verdient, daß ein volles Haus ihm danken wird für alles von ihm nach besten Kräften Geleistete.
P. Ueber die „Gründung von Genossen- schäften im Handwerk" sprach am Donnerstagabend Direktor P a e ch aus Frankfirrt im Hotel Einhorn vor etwa 50 selbständigen Handwerkern Gießens. Tie Handwerks- lammer, so sagte der Redner, sei stets bemüht, den Hand Werkerstand zu heben, ihm Vorteile zuzuführen, die sonst nur Großindustrielle genießen. Der .Handwerkerstand hätte einen schweren Kampf gegen die Großindustrie zu kämpfen. Die Tüchtigkeit eines Meisters käme heutzutage leider sehr wenig in Betracht, Maschinen besorgen die Arbeit, und Kaufleute den Absatz der hergestellten Waren. Die Not- lage des Handwerkerstandes käme aber in erster Linie daher, daß die Handwerker uneinig, unorganisiert seien, es herrsche keine Solidarität wie z. B. im Arbeiterstand, der es deshalb Mon zu bedeutend besserer Lage gebracht habe. Leider erblickt der Handwerker neben sich nur Konkurrenten, keine Kollegen, vielem Uebelstande abhelfen könnten nur Werks- und Wirtlchaltsgeno,senschaften. Wie weit hätten es auch V B. die Landwirte gebracht, allen sei wohl noch der' Sieg der Landwirte vor einigen Jahren über die Kaliwerke und zrunfidungerfabriken erinnerlich Diese Werke Hätten eine Preissteigerung beabsichtigt, wären aber durch das entschlossene Auftreten der organisierten Landwirte gezwungen worden, von diesem Vorhaben abzustehen. In Deutschland gäbe es ungefähr eine Million selbständige Handwerker. Tie Errichtung von Genossensck,aften würde dem Handwerker die Lust und Liebe zu seinem Stand erhöhen und die materielle Lage würde sich verbessern Alsdann ging der Redner zur Erklärung der Genossenschaften
und deren Ziele über. Er sagte, es müßten Handelsgesellschaften gebildet werden, eine Vereinigung der Handwerker, deren Mitgliederzahl unbeschränkt ist, und wo der Ein- nnd Austritt freiuüllig geschehen kann. An der Spitze einer solchen Genossenschaft steht der Vorstand, der mindestens zwei Mitglieder, besser mehr, umfaßt. Zur Kontrollierung der Thätigkeit des Vorstandes ist ein Aufsichtsrat zu bilden, der mindestens drei Mitglieder, besser ebenfalls deren mehr, zählt. Tie Generalversammlung der Genossenschaft hat den Geschäftsgang zu beschließen. Die Betriebsmittel werden durch Geschäftsanteile aufgebracht, die Höhe des einzuzahlenden Kapitals ist unbestimmt, und damit auch den minderbemittelten Handwerkern der Beitritt ermöglicht werde, tonne das Anteil in Monats-Raten von 10 Mk. eingezahlt werden. Eine solche Genossenschaft (m. b. H.) würde alsdann, so sagt der Redner, in das Handelsregister des Amtsgerichts eingetragen werden und die Rechte einer juristischen Person haben. Das Ziel der Handwerksgenossenschaft wäre, gemeinsam Rohstoffe einzukaufen, den Handwerker mit Kreditgewährung zu unterstützen, und die Errichtung von Maschinenhallen für alle Zweige des Handwerksstandes. Die Vorteile, die die schon jetzt bestehenden Genossenschaften erzielten, wären ganz enorm. So hätten die Frankfurter Handwerker, die der dortigen Genossenschaft angehören, z. B. allein beim Rohstoffeinkauf einen Gewinn von 25—30 pCt. Dieser große Vorteil wäre dadurch erzielt, daß die Genossenschaften direkt von der Fabrik in großen Mengen kaufen, was doch der einzelne Handwerker niemals erreichen könne. Auch die Errichtung der Maschinenhallen .hätte sich bewährt, alle Handwerker, die die Maschinen benutzen wollten, meldeten das an und mieteten für eine Stunde oder für einen halhen Tag die benötigte Maschine. Geld gehöre allerdings hierzu. Ter Staat hätte seine Beihilfe schon zugesagt, und wenn einmal die Handwerker- or^anisation so weit gediehen wäre, dann würde Staats- zuschuß ihr gewiß nicht fehlen. Frankfurt hätte vor drei Jahren eine Genossenschaft gegründet, die jetzt in hoher Blüte stände. Damals wären 120 Mitglieder beigetreten mit einem Gesamtgeschäftsanteil von nur 2000 Mk. Ter Preußische Staat hätte alsdann einen Zuschuß von 24 000 Mk. geleistet und im Nu wäre die Genossenschaft aufgeblüht. Jetzt, nach drei Jahren, zählte die Frankfurter Genossenschaft 700 Handwerker verschiedener Zweige mit einem Betriebskapital von 300 000 Mk. Aller Anfang wäre schwer, wäre aber einmal der Anfang gemacht, so würde bald wieder die Zeit kommen, wo der Handwerkerstand, wenn auch nicht den goldenen, so doch wenigstens den silbernen Boden wieder gewinnen würde. (Lebhafter Beifall.) Nach diesem interessanten Vortrag fand eine allgemeine Diskussion statt, die noch lange die Anwesenden zusammenhielt. In Kürze wird eine weitere Versammlung stattfinden, um die Vorberatung auszunehmen.
** In der Angelegenheit des parlamentarischen Abends zu Darmstadt hatten wir eine Meldung der „Wormser Ztg ' wiedergegeben, wonach das Durea i den Sozialdemokraten die Zusicherung gegeben habe, falls sie dem parlamentarischeri Abend anwohnen würden, keine höfischen Ovationen zuzrr- lassen. Ein Abgeordneter teilt jetzt der „Offenb. Ztg." mir, daß diese Meldung falsch ist. Auch der Abg. Reinhart hot unterdessen, wie wir bereits meldeten, als Mitglied des Bureaus der Zweiten Kammer der „Wormser Ztg." gc- chrieben, daß jene Mitteilung ihres Darmstädter Korrespondenten nicht zutreffe. Es wäre auch in der Thal verwunder tich gewesen, wenn sich aus den Kreisen der Abgeordneten eine Stimme gegen eine derartige Abmachung geregt hätte, falls dieselbe in der Kammer zur Mitteilung gelangt wäre. Vie vom „Offenb. Abendblatt" selbst mitgeteilte Thatsache, daß die „Genossen" sich erst dann zur Teilnahme entschlossen -ätten, nachdem ihnen vom Präsidenten Haas versichert worden ei, daß keine monarchischen Ovationen zu erwarten wären, wird rurch die vorgenannten Richtigstellungen allerdings nicht berührt. — (Anderseits meldet uns ein Mainzer Privattele gramm, daß nach der Sitzung am Tage des parlamentarischen Abends der Präsident die Abgeordneten zur Entgegen nähme einer Mitteilung zu bleiben gebeten habe. Die Gale- rieen seien geräumt worden. Sicherlich sei damals über dieses Thema verhandelt worden. Wir werden abzuwarten haben, in wie weit diese Meldung offizielle Bestätigung findet. — Aus Darmstadt wird uns geschrieben, daß der Präsident der Zweiten Kammer im Namen des Bureaus heute eine ausführliche Erklärung über den parlamentarischen Abend abgeben wollte.
•* Für das Großh. Hoftheater zu Darmstadt war von der Regierung an die Zweite Kammer das Ansuchen gerichtet worden, 12000 Mk. zu bewilligen für einen Umbau. Die Gesamtkosten deS Umbaues, wie ec projektiert ist, sollen nach Angabe der bekannten Theaterbau Firma Fellner u. Helmei voraussichtlich betragen:
1. Für den Umbau deS Zuschauerhauses etwa 350 000 Mk.
2. Für den Umbau der Bühne mit Neben- rüumen, einschließlich hydraulischer Bühneu- etnrtchtung, etwa......... 250 000 „
3. Für ZentralhetzungS- und Lüstungsanlage etwa............ 58000 „
zusammen 658 000 Mk.
Hierbei ist angenommen, daß alle brauchbaren alten Bestandteile, wie BeleuchtuugSkörper, Sitze rc. wieder zur Verwendung gelangen.
Ueber diese Angelegenheit ist von dem Finanzministerium eine Denkschrift ausgearbeitet worden, in der zur Frage, von wem die Kosten eines als notwendig anerkannten Theater Umbaues zu tragen sein würden, folgendes bemerkt wird:
w$)ct Zivilliste deS Großherzogs Ludwig II. wurde seinerzeit fü> die Uebernahrne der baulichen Unterhaltung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Hofgebäuden, die dem Großherzog zur Benutzung überlasten wurden, und bezüglich deren dem Staate die Baulaft in vollem Umfang oblag, ein Betrag von 5000 st. zugefügt. Dazu gehörte auch da» neue Hoftbeater. Dieses Verhältnis ist bei Vereinbarung aller folgenden Zivillisten erneuert worden. S. K. H. der Großherzog ist nach dieser Uebereinkunst zur baulichen Unterhaltung des Hoftheatertz verpflichtet, in dem Umfange, wie eine solche dem Nutznießer eines Gebäudes obliegt. Die vorerwähnte» Umbauarbeiten überschreiten zweifellos den Rahmen der Unterhaltungsarbeiten In erheblichem Maße, fallen also der Zivillist« nicht zur Last, wie denn auch die BrandverstcherungSdeiträge seitens der Staatskasse getragen werden. Nach Vorstehendem hätte die Staatskasse für die Koste» eines für notwendig erkannten Umbaues aufzukommen. Zieht man ferner
r2D?9l?n0,t?ra^ 6iefer Umbau nicht allein in erster Linie wegen deS -L-chutzeS der Theaterbesucher für den Fall einer Panik oder eines
Brandes und im Jntereffe erhöhterFeuersicherhrit vorgenommen werden muß, sondern auch zur Hebung der Einnahmen deS Theaters dienen :nd damit wieder dir Erhaltung des Großherzoglichen Hoftheater« in seiner Stellung alS erstes Kunstinstitut deS Lande« und alS eine angesehene Kunststätte unter den Theatern Deutschlands ermöglichen soll, so muß zugegeben werden, daß für die Durchführung deS Um« -aueS auch von diesem Gesichtspunkte aus die Inanspruchnahme de» StaatSkaste behufs Deckung der Kosten gerechtfertigt erscheint.....
Zur vollständigen Klärung der Angelegenheit ist beabfichtigt, zunächst durch die mehrerwähnte Theaterbaufirma ein detailliertes Projekt über sämtliche erforderliche Umbauarbeiten, sowie einen speziellen Voranschlag hierzu ausarbeiten zu lassen, wozu nach vorläufiger Schätzung brr in Hauptvoranschlag 1901/02 eingestellte Betrag von 12,000 Mark gasreichen wird."
Die Kammer hat diese Summe gestern gestrichen und der Regierung anheimgestellt, die Mittel aus dem Domänen Dispositionsfonds zu nehmen.
*♦ Lich, 20. März. Sonntag, 24. März, nachmittags 3 Uhr, wird Regierungsbaumeister Zeller aus Darmstadt im Saale de» Gastwirts Stin „Zur Eisenbahn" im Auftrage des dortigen Ortsgewerbevereins einen Vortrag halten über das Thema „Die Unterhaltung öffentlicher Baudenkmäler, sowie die Rückkehr zum alten Fachwerkbaustyl in ländlichen Bezirken." Jedermann hat, wie man uns mitteilt, freien Zutritt. ES wäre erwünscht, wenn die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden die Interessenten auf diesen Vortrag aufmerksam machen würden.
? Münster bei Gießen, 21. März. Unsere Gemeinde hat in ihrem Basaltsteinbruch am sogen. Steines eine Klopfmaschine (Steinbrecher) aufgestellt, die in aller Kürze fertig und in Thätigkeit sein wird. Die Gemeinde liefert die Steine ium Walzen der Staatsstraße Lich—Laubach und für die Kreisstraße Ettingshausen—Harbach.
?? Ettingshausen, 21. März. Jeden Freitag abend 8 Uhr, während der Passionszeit, hält Pfarrer Wagner einen Gottesdienst ab, der immer stark besucht wird.
§ Von der mittleren Wetterau, 21. März. Dieser Tage durchzog ein junger Franzose, der nicht deutsch sprechen konnte, verschiedene Orte und offerierte Nadeln zum Verkauf. Er zeigte ein Schreiben vor, worin um Abnahme ge« beten wird. Da der arbeitskräftige Ausländer keine Legitimationsausweise bei sich haben soll, dürfte ihm behördlicherseits eventuell eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken sein. — Hie und da wird von Beamten darüber geklagt, daß sie Diäten für das bevorstehende Steuerjahr zur Veranlagung genau deklarieren müssen, die — obwohl schon im Vorjahre entstanden und rechtzeitig liquidiert — jetzt noch nicht ausbezahlt oder angewiesen worden seien.
fo. Friedberg, 21. März. Der Dienstknecht Christian Dörr, geboren 21. Juli 1863 zu Flensungen, Kreis Alsfeld in Oberhessen, der, wie wir meldeten, vor Bad Nauheim das Wagenrad auf die Eiseubahnschienen gelegt, wurde gestern hier in einer Wirtschaft verhaftet. Man nimmt an, ^aß er bei seiner That weniger daran dachte, den Zug zum Entgleisen zu bringen, als das Rad, das er seinem früheren Dienstherrn, einem Wagnermeister, aus Rache für seine Entlassung gestohlen hatte, zermalmen zu lassen. Die Lokomotive hat das Rad zertrümmert und mit bis in die Station geschleift.
Sch. Darmstadt, 21. März. Der Finanz Ausschuß der ersten Kammer der Landstände ist heute zu einer mehrtägigen Beratung zusammengetreten; es steht die Einberufung des Plenums der ersten Kammer für nächsten Donnerstag in Aussicht.
§ Darmstadt, 21. März. Montag 25. März findet im Gebäude der Großh. Centralstelle für die Gewerbe dahier eine Gesamtsitzung des Landwirtschaftsrats statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Festsetzung der Voran« 'chläge des Landwirtschaftsrats pro 1901/1902 und 1902/1903. Festsetzung des Gesamtvoranschlags über die Verwendung der Mittel zur Förderung der Viehzucht, owie des Obst« und Gemüsebaues pro 1901/1902 und und 1902/1903. Rechnungsablage über die LandeSaus« stellung. Beschickung der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Halle 1901. Zoll« larif für Wein, Obst, Gemüse. Aufnahme der Ge« treidepreise deS Mainzer Fruchtmarktes in die Preis« Notierung des LandwirtschaftSralS. Veranstaltung von landwirtschaftlichen Studienreisen. Einführung einer ein« heitlichen landwirtschaftlichen Buchführung. Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche.
Darmstadt, 22. März. Wie verlautet, hat Ministerialrat Braun einen glänzenden Antrag eines großen rheinischen Bankinstituts zur Uebernahme einer leitenden Stellung erhalten. Hoffentlich bleibt der tüchtige und beliebte Beamte unserem Staatsdienst erhalten. (N. H. Vbl.)
Offenbach a. M., 20. März 1901. In unserer Nr. 62 wurde uns gemeldet, daß der Zahntechniker Krämer in Offenbach wegen eines an einem Dienstmädchen während einer Zahnoperation begangenen Sittlichkeitsverbrechens in Untersuchungshaft genommen, aber nach seiner ersten Vernehmung wieder entlassen worden sei. Rechtsanwalt D. Freund teilt uns jetzt namens de» Herrn M. Krämer mit, daß derselbe nicht in Untersuchungshaft war und laut Beschluffes der Staatsanwaltschaft zu Darmstadt vom 15. März 1901 das Verfahren gegen ihn eingestellt worden ist.
Mainz, 21. März. Gestern nachmittag wurde an der Ingelheimer An abermals eine männliche Leiche geländet, die noch nicht lange im Waffer gelegen haben kann. Sie konnte bis jetzt nicht identifiziert werden, doch vermutet man, daß der Verstorbene mit Wiesbaden in engerer Beziehung stand. In seiner Tasche befanden sich Visitenkarten, die den Namen Kuhlemann-WieSbaden trugen, auch trug er noch andere Papiere bei sich, woraus hervorgeht, daß der Tote mit noch anderen in Wiesbaden wohnenden Personen in näherer Beziehung stand. — Die Stadtverordneten-versamm- lung genehmigte den Antrag des Oberbürgermeisters Dr. Äaßner, ihm den Eintritt in die Kommandit-Aktiengesell« schaft Christian Adalbert Kupferberg u. Co. zu gestatten. Mit der Stelle sind 10 bis 12 000 Mk. Gehalt verbunden.
*♦ Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Die Gemeinde Isenburg hat mit Hofbankier Ferdinand
Zander fr ® hfl - Durch SSÖfl s*-* bi! S-Mh«r Srwohnern tit eiufame v scheu ließ- -A and man nur schon zeigende Tod schon vo treten sei.
* Taren 12 Hör erschoß einer Wirtschaft versuchte sodani schießen, traf ab, S-rroanbien, bei atmen unb Bei
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