„Es ist nichts!" ruft der Sekundant A.' Ter Kampf Tann fortgesetzt werden, und alles beginnt in derselben Weise von neuem. Tie Waffe ist unten abgerundet, hat die Form eines Säbels, ist nur bis zur Hälfte geschliffen und darf nur mit größter Geschwindigkeit und Stärke geführt werden.
Tie Kämpfenden bluten inzwischen aus tiefen Wunden. Der Arzt, die Pfeife im Munde, nähert sich, verbindet die Wunden, und der Paukkommandant ruft wieder: „Ter Kampf kann fortgesetzt werden, es ist nichts." Und trotz der tiefen Wunden und des vielen Blutvergießens wird der Kampf wirklich weitergeführt, bis der Unparteiische ruft: „Silentium, meine Herren, 15 Minuten sind verflossen."
Das grausame Spiel ist zu Ende. -Die 15 Minuten, die Pausen nicht mitgerechnet, erscheinen sehr lang. Nun bemächtigen sich die Bekannten der Verwundeten, ent- kleideü sie und übergeben sie dem-Chirurgen, der^die Wunden zunäht. und verbindet.
Jeder kehrt an seinen Tisch zurück, und stillt seinen Turst mit riesigen Massen-Bier, seinen Hunger mit den einfachsten Gerichten, Bockwurst und Sauerkraut oder Kar- tosfelsalat, und läßt es sich in dem von verschiedenen Gerüchen erfüllten Raum von Bier, Tabak, Jodoform und frischem Blut sehr gut schmecken.
Während dieser Vorgänge suchen, so fährt der Erzähler fort, meine Gedanken, abgewendet von dem eben Gesehenen, das mir so barbarisch und unzivilisiert erscheint, ein anderes Bild. Sie kehren nach dem sonnendurchglühten Spanien zurück. Hier die eleganten, hellgekleideten Sennoras, ein berauschendes Parfüm ausströmend, das von üppigen Blumen und Blüten herrührt, den Sieg eines Mannes feiernd, der ein wütendes Tier bekämpft. Und doch scheinen mir die Stierkämpfe weniger unmoralisch und grausam; ebenso erscheinen mir die Verzückungen der Derwische des Orients mit ihren blutigen Zeremonien, die durch religiösen Fanatismus hervorgerufen werden, in einem anderen Lichte gegen die zwecklosen Schlägereien der deutschen Studenten. Was bezwecken diese? Wozu sich gegenseitig das Gesicht zerfleischen und große Narben zeitlebens herumzutragenl? Wozu viele Wochen an Wundfieber und anderen Beschwerden darniederliegen? Den deutschen Damen, dies ist bekannt, gefallen die Wunden und Narben und Universitätshelden sehr gut, und sie hören gern zu, wenn jemand von seinen Händeln als Student einer Verbindung erzählt. Aber der einzige, der bei der ganzen Sache etwas profitiert, ist der Wirt des Lokales, der für jede Mensur 5 Mark erhält und wahre Ozeane von Bier, die dabei getrunken werden, ausschenkt.
Die Mensuren sind eigentlich vom Gesetz verboten, aber von der Polizei geduldet, weil Kaiser Wilhelm II. sie gern sieht, überzeugt, daß sie der Jugend Mut und Kraft geben. Den Fremden aber erscheinen sie als ein Rest von Barbarei; er findet sie zu unbedeutend als wirklichen Kampf und zu blutig, um ein Sport zu sein". —
Man sieht, anders malt sich in diesem französischen Kopf die Welt, als in dem der deutschen.Musensöhne.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 21. Januar.
Bei der fortgesetzten Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wünscht
Abg. Prinz Schön aich-Carolath möglichste Förderung der berechtigten F r au e n b e st r e b u n g e u. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, daß die Frauen nach abgelegtem Abiturientenexamen an der Universität, obwohl als Hospitantinnen zugelassen, von einem Dozenten zum anderen laufen müssen, um sich die Zulassung zu seinem Kolleg zu erbitten. Wie hier abgeholfen werden kann, muß der Zukunft überlassen bleiben. In'mehreren Fällen sind die Frauen zu gewissen, für sie notwendigen Vorlesungen nicht zugelassen worden; sie mußten dann andere Universitäten aufsuchen, um endlich einen freund- licheren Professor, der sie zuläßt, zu ermitteln. Das ist nicht für alle diese Damen gleich ausführbar, denn sie gehören im Durchschnitt nicht zu den Bemittelten. Möchten doch dje Professoren sich die Sache noch einmal überlegen und in Zukunft mehr Entgegenkommen walten lassen! Untrennbar damit verbunden ist die Frage der Immatrikulation; auch hier sind noch manche Schwierigkeiten zu überwinden. Keineswegs ist das medizinische Studium das Karnikel, das sich die Frauen aussuchen; an der Universität Berlin sind im laufenden Wintersemester 371 Frauen zugelassen, davon 253 Deutsche, 118 Ausländerinnen; aus Berlin stammen 111. Von den 371 studieren sechs Theologie, Jura 2, Medizin 25, dagegen sind 338 in der philosophischen Fakultät zugelassen; hier ist besonders Literaturgeschichte, aber auch Nationalökonomie vertreten. In England sind die Frauen neuerdings als Mitglieder der Grafschaftsräte zugelassen. Die Bewegung zur Erweiterung des Bethätigungsgebiets der Frauen ist in allen Kulturstaaten int Fluß und nicht mehr aufzuhalten. Ich will nur die Aufmerksamkeit der Regierring, oes Hauses und des deutschen Volkes auf diese Frage lenken und alle Beteiligten bitten, ihr ihr Wohlwollen zuzuwenden. Der Frau, welche die Absicht und das Streben hat, sich weiter zu bilden, darf die Möglichkeit dazu nicht verschränkt werden. Ich hoffe, daß unsere maßvollen Bestrebungen nach dieser Richtung hin sich auch weiter der Unterstützung der verbündeten Regierungen erfreuen werden; diese Bestrebungen haben mit d^r „Ernan- ztpatton" der Frauen nichts zu thun.
Abg. Tr. Hitze (Ztr.) betont gegenüber den sozial- demokrattschen Angriffen die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums und sucht einen Fuldaer Hirtenbrief zu recht- fertigen.
Abg. Franken (nl.) erhebt die Forderung der Unfall- verftcherung für die Mitglieder der f r e i w i l l'i a e n Feuerwehren. Gefreut habe ich mich über den Beschluß der Brandenburger Provinzialkonferenz sozialer Gemeinde-Vertreter, in der Wohnungsfrage selbst Hand ans Werk legen zu wollen. Tie demonstrative Resolution Fischer, die nur 15 Unterschriften gefunden hat, wird da> Haus ebensowenig kümmern wie die Frage, ob die Winde, die der Sozialdemokratie Briefe und Erlasse zutragen, vom warmen Süden oder vom kalten Norden kommen. (.Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Wir haben die Zuchthausvorlage abgelehnt, weil sie uns unpassend erschien für unsere Arbeiter, die zu den besten aller Industriearbeiter gehören. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Graf Posadowsky wird von der einen Seite für einen Arbeiterfeind, von
der anderen Seite für einen halben Sozialdemokraten gehalten. Tie Wahrheit liegt hier wohl in der Mitte. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Angesichts des Niedergangs der Industrie sollten die Agrier es nicht zu einem Bruch zwischen der Industrie und Landwirtschaft kommen lassen. Kanalvorlage und Getreidezölle gehören zwar ninst zusammen, aber wenn Sie die Kanalvorlage ablehnen, bewillige ich nicht einen Pfennig höhere Getreidepreise. (Heiterkeit.)
Abg. Tr. Pichler (Ztr.) äußert sich über die Fabrikation der Phosphorzündhölzer
Sachsen-Meiningenscher Staatsrat Gill er: Es seien vier Fabriken mit Staatsunterstützung gegründet worden, aber damit habe man dem Uebel nicht sofort steuern können, weil es sich eben um eine Hausindustrie handle. Wandergewerbescheine für Zündhölzer würden nicht mehr ausgestellt. Die Schwierigkeit der Kontrolle durch die Polizei habe die Regierung veranlaßt, das Verbot zu beantragen, doch habe sie sich dazu nur schweren Herzens entschlossen.
Abg. Schwarz-München (wildl.) schildert die Nachteile, die in Bayern die Bäckereiverordnung des Bundesrats für viele Bäckereibetriebe $ur Folge habe.
Abg. Pens (Soz.): Dr. Hitze pries den Zentralverband (Widersp. des Abg. Hitze) wegen seiner Neutralität. Ja, die Unternehmer sind darüber längst hinaus, sie machen keinen Unterschied zwischen Freimaurern und Gläubigen, sie sind einig als Ausbeuter, den Ausgebeuteten aber wollen sie diesen Zusammenschluß verbieten. Die Herren vom Zentrum treiben ein Doppelspiel. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wie die Regierung zu den Arbeiter-^ Organisationen steht7 davon hat uns der neue Bueck- Brief genügend unterrichtet. Alles, was unsere Redner in diesen Tagen gesagt haben, wird durch diesen Brief aufs Neue bestätigt. Herr v. Berlepsch, der sich in seinen Bestrebungen an die Februarerlasse anschloß, zog sich dadurch den Haß des Zentralverbandes zu. Bueck freut sich nun cynifch darüber, daß der Zentralverband Herrn v. Berlepsch klein bekommen und einen Herrn an seine Stelle gebracht habe, der persönlich in angenehmster Freundschaft mit Herrn Bueck lebt. Aus Kegel- und Billardspiel wird sich diese Freundschaft wohl nicht gegründet haben, sondern auf bestimmte politische Ziele. Brefeld hat nun zu Bueck gesagt, die Lage der Arbeiterklasse habe sich außerordentlich gebessert, sie sei vollkommen befriedigend, eine Aenßer- ung, von der ich annehme, daß ihr auch nicht ein Mitglied unseres Hauses zustimmen wird; denn auf der Ueber- zeugung, daß die Lage der Arbeiter nicht befriedigend sei, beruht die Fortführung der Sozialreform, die angeblich von allen Parteien für dringend notwendig gehalten wird. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Herr Brefeld hat dann weiter gemeint, die von gewissen Seiten ausgehenden Klagen über die Lage des Arbeiterstandes seien ein Unfug. Diese Aeußerung setzt allem die Krone auf. Wer die Lage der Arbeiter so gut kennt, wie wir Sozialdemokraten, die wir mitten unter ihnen stehen, wird sich einen gröberen Unfug gar nicht denken können, als eine solche Behauptung. (Sehr richtig! bei den Soz.) Diese Aeußerung wollen wir annageln für alle Zukunft. Aus' ihr werden die Arbeiter sehen, daß sie sich nur auf sich und ihre Vertretung im Reichstage verlassen können. Während Gras Posadowsky behauptet hat, der Widerstand, den er als Sozialpolitiker sinoe, zeige sich im Bundesrat, geht aus dem Bueckbriese hervor, daß die Zentralmacht, nämlich der Kaiser, dieselben Ansichten jetzt habe wie Brefeld. Wir wissen, daß die Anschauungen des Kaisers seit 1890 großen Wandlungen unterworfen gewesen sind. (Sehr richtig! bei den Soz.) Es war ja nicht die erste Wandlung in den Anschauungen, die wir beim Kaiser finden. (Sehr richtig! bei den Soz.) Der Redner klagt schließlich über unzureichenden Arbeitsschutz und über die Parteinahme gegen die Arbeiterorganisationen.
Abg. Fischbeck (Fr. Vp.) wendet sich gegen die neulichen schutzzöllnerischen Ausführungen Kardorffs, die auf weitere Belastung der Arbeiter hinauslaufen, kritisiert die Beitragsleistungen der Berufsgenossenschaften an den Zentralverband und schildert Mängel bei der Rentenfestsetzung.
Abg. Sachse (Soz.) bespricht die Arbeitsverhältnisse in den Bergwerken, wünscht die Verkürzung der Arbeitszeit, Einschränkung der Sonntagsarbeit und Beseitigung der Frauenarbeit.
Abg. Bassermann (ntl.) erklärt sich gegen eine Verquickung der Kanalvorlage mit der Frage des höheren Zollschutzes. Nachdem der Zentralvorstand seiner Partei sich im Juni v. I. für höheren Zollschutz für die Landwirtschaft erklärt, zweifle er nicht, daß auch die Reichstagsfraktion diesen Standpunkt einnehmen werde.
Darauf wird die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr vertagt.
Aus Stadt und Sand.
Gieße», 22. Januar 1901.
Gedenket der hungernden Vögel!
•* Ernennung. Der Großherzog hat am 17. Ja- nuar den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, Amtsgerichtsrat Anton Franz zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim mit Wirkung vom 1. Februar 1901, ernannt.
z- DaS hiesige Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm" unternahm am Samstag einen Felddienstmarsch über Heuchelheim, Kinzenbach, Atzbach, Dorlar, Dutenhofen, Allem Dorf a. d. Lahn und Klein-Linden. Um 21/2 Uhr kehrte das Regiment in die Kasernen zurück. Auch die Rekruten nahmen an dem Marsch teil.
** Zukuuftskrieg und Zukunftsfrieden. Einen sehr interessanten Abend bereitete am Samstag Dr. Viktor Po hl- meyer aus Berlin, Redner der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung, den leider nur sehr wenig zahlreich erschienenen Mitgliedern des Kaufmännischen Vereins und des Ortsgewerbevereins im Kaufmännischen Vereinshause. Der Redner schilderte in seinen Ausführungen u. a. die Motive, die seiner Meinung nach den Zaren bezw. seine Ratgeber zur Einberufung der Haager Friedenskonferenz geführt hätten, unter Bezugnahme auf ein Werk des russischen Staatsrats v. Bloch. Er ist der Ansicht, diese Beweggründe seien darin zu suchen, daß unser östlicher Nachbar eher aus friedlichem wie auf kriegerischem Wege zu seinem Ziele, der Herrschaft über den ganzen Orient (China, Persien, Armenien,
Türkei usw.) zu kommen hoffe, und daß der unvermeidlich Zusammenstoß zwischen den beiden Weltreichen Rußland und England an den Grenzen Vorderindiens für ersteres um so günstiger ausfallen dürfe, je später er statisinde. Der Vortragende untersuchte sodann, wie verheerend und wie blutig im Verhältnis zu den bisherigen Kriegen die Kriegführung der Zukunft mit Rücksicht auf die Vervollkommnung der Mordinstrumente, die Treffsicherheit und Tragweite der Geschosse, das rauchlose Pulver usw. voraussichtlich sein werde. Er gab nach einem französischen Amor ein dramatisches Bild einer derartigen Zukunftsschlacht. Des Weiteren beschäftigte sich P. nach einem kurzen Blick auf die Zusammenkunft der Parlamentarier in Kopenhagen mit dem j tzigen Stand der Kriegsrüstungen der Weltmächte. Er ist der Ansicht, daß namentlich England, Italien und Frankreich an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt seien, daß z. B. auch für Oesterreich Ungarn und Nordamerika aus anderen Gründen eine vermehrte Belastung unerwünscht sei, und so sich wohl jeder Staat scheuen würde, einen europäischen Krieg zu entwickeln. Nach einem Ausblick in die Zukunft und die Aussichten der Weltsprachen, als die englisch, russisch und deutsch genannt wurden, während das Französische neben den übrigen romanischen Sprachen in kommenden Jahrhunderten mehr und mehr an Wert verlieren würde, betonte Dr. P. die Wichtigkeit der Erlernung der russischen Sprache für Kaufleute, Techniker und kam dann zum Schluffe, in welchem er einer sozialen Versöhnung zwischen den einzelnen Klaffen Deutschlands das Wort redete. — Der Redner fesselte während IV2 Stunden durch seine formvollendete Vortragsweise derartig, daß niemand eine Ermüdung spürte; umsomehr bedauern wir den schlechten Besuch.
*• Kaiser-Geburtstagfeier. Die vom Kriegerverein am Samstag veranstaltete Feier von Kaisers Geburtstag darf wohl mit zu den schönsten Festen dieses Winters gerechnet werden. Die Beteiligung der Mitglieder und ihrer Familien war Überaus stark, wollte doch jeder gern Zeuge sein, wenn die von Sr. Majestät dem Kaiser verliehene Fahnenschleife überreicht wurde. Der Leib'sche Saal konnte die Festteilnehmer kaum fassen. Unter den eingeladenen Ehrengästen bemerkten wir Se. Magnisicenz den Herrn Rektor der Landes- nniversität, RegierungSrat Dr. Wagner als Vertreter deS KreiSamts, Bürgermeister Mecum und die Stadtverordneten Kommerzienrat Emmelms, Kirch und Hanau. Das Offizierkorps unseres Regiments war durch eine Deputation, das Bezirkskommando durch den Adjutanten Oberleutnant Stephan vertreten. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden überreichte Regierungsrat Dr. Wagner die dem Verein verliehene kaiserliche Fahnenschleife. In seiner Ansprache erwähnte der RegiernngSvertreter die Voraussetzungen, unter denen die Verleihung erfolge, und hob hervor, daß der Kriegerverein diesen Voraussetzungen in seinem ganzen Verhalten entspreche. Der Vereinsvorsitzende gab dem Dank des Kriegervereins und dem Gelöbnis Ausdruck, daß der Kriegerverein auch ferner den Geist der Vaterlandsliebe und echter Kameradschaft hochhalten und sich des Beweises kaiserlicher Huld würdig zeigen wolle. Er feierte unfern Kaiser als Friedenssürsten, der seine Herrschergabe nur zur Erhaltung des Friedens verwende, erinnerte an den 18. Januar 1871 als den Geburtstag des deutschen Reichs, und beleuchtete die preußische Königskrönung in ihrer Bedeutung für ganz Deutschland. Das Hoch auf Kaiser und Großherzog wurde begeistert aufgenommen. Auch daS von Fräulein Anna BommerSheim sehr hübsch vorgetragene Evers'sche Festgedicht „Kaiser Wilhelm II." fand allgemeinen Beifall. Daran schloß sich die Ueberreichung der Gedenktafeln für 25 jährige Mitgliedschaft an sechs Kameraden des Kriegervereins, die Herren Zugführer i. P. Biedenkapp, Rendant Doering, Bäckermeister Kämmerer, Heinrich Kümmel, Schutzmann Lang und Metzgermeister Schmidt. Den Schluß des offiziellen Teiles bildete das von Mitgliedern unseres Stadttheaters flott gespielte Lustspiel „Ich heirate meine Tochter". ES folgten noch einige kürzere Toaste, dann aber wurde der tanzlustigen Jugend ihr Recht eingeräumt. Auch graubärtige Krieger, geschmückt mit dem eisernen Kreuz, mischten sich unter die Tänzer und hielten bis zuletzt wacker aus.
** Acht-Uhr-Ladenschluß. Zur Besprechung und Stellungnahme gegen den 8 Uhr-Ladenschluß in den Sommermonaten waren die Inhaber der ohne fremdes Personal arbeitenden Detailgeschäfte zu einer auf Montag abend anberaumten Versammlung eingeladen worden. Nach dein Reichsgesetz vom 30. Juni 1900 kann auf Antrag von mindestens zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber für eine Gemeinde durch Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde für alle oder einzelne Geschäftszweige an» geordne twerden, daß die offenen Verkaufsstellen während bestimmter Zeiträume oder während des ganzen Jahres auch in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr abends und zwischen 5 und 7 Uhr morgens für den geschäftlichen Verkehr geschlossen sein müssen. Der auf Grund dieser Bestimmung von einer Anzahl von Geschäftsinhabern gestellte Antrag, für Gießen anzuordnen, daß die Offenhaltung der Verkaufsstellen (mit Ausnahme derjenigen der Bäcker und Metzger) in der Zeit vom 1. April bis Ende September auf die Zeit von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr, in bei Zeit vom 1. Oktober bis Ende März auf die Zeit von morgens 8 Uhr bis abends 9 Uhr zu beschränken sei, hatte den Detaillisten-Verein veranlaßt, eine Liste zur Unterstützung dieses Antrags in Umlauf zu setzen. Herr Buch acker legte der Versammlung ausführlich die Gründe dar, aus. denen gegen den Antrag Stellung genommen werden müsse. Eine weitere Beschränkung der Verkaufszeit im Sinne des vom Detaillisten-Verein befürworteten Antrags gefährde nicht nur die Existenz der Inhaber kleiner Geschäfte, sondern mache es auch dem Publikum, besonders den, den größten Teil des Tages an ihren Berus gebundenen Arbeitern, Beamten usw. unmöglich, den Bedarf an Lebensrnitteln, Getränken, S))ezereiwaren in der ihnen zur freien Verfügung stehenden Zeit zu befriedigen. In der sehr lebhaft geführten Besprechung wurde unter Hinweis aus den frühen Arbeitsbeginn in Werkstätten und Fabriken dargelegt, daß auch gegen eine weitere Einschränkung des Beginns der Verkaufszeit am Morgen Stellung genommen werden müsse. Weiter gab man der Ueberzeugnng Ausdruck, daß ein Teil der Unterschriften, die die Eingabe des Detaillisten-VereiE
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erklärt, HÄ Uhr-Ladens ^strebte» 7 ine be Heine«" N eti(ärt, $ni°*iSnte 'N abends u ^r bicf & Kreisa
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•• Eine FeMesto Freitag dem 25. Janne Briese nnd Postkarten.
§ LanWnS, 20.1 jetzt einen guten Forts' Gasthaus zum Schmal mit Theatervorstellung
§ Wach, 21.. verein, der hauptsc des abgelaufenen Iah reichte, hat im Jahre ausgegebeu. Die Nun 53 Psg,, darunter 3< berw. Borschußverein; 765 Mk. 53 Psg. - richisbezirks, für die in Angriff genommen t ffliniftetium bestimmt,
Hk. Friedberg, J wählte in ihrer letzte; Borgenden, zum Ttr' Sachen wird aus den ein GeschitstSanSs läufe werden zur K dieser Gelegenheit st Kaufmännische F ins Leben getreten sei (Butzbach) erbietet sich ungen ausführlich zu geschiedene Wglied § MM' MM« MMWm 5, ^Männern Ernst B Dann verhandelte ma *8=« fr bit $0 mm"'“83' N «MreSebenttn,
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