Ausgabe 
22.9.1901 Drittes Blatt
 
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Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittman n.

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Kräftigend für Blutarme Bleichsfichtige Schwache Kinder und Kranke.

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Tötet sicher alle Jnsecten sammt Brut.

______ T11. amam (besonders auch in 81&11- WegGH * liegen, ungen), Flöhe, Schnacken, Russen u. s. w. ist dieWirkung des Dalma geradezu überraschend und wird von keinem anderen Mittel erreicht. In 10 Minuten lebt kein Stück mehr. Garantiert giftfrei. Fabrikant: Apotheker E. Lahr Würzburg. In Giessen zu haben in d. Hirsch-Apotheke und bei Aug. Noll, Drogerie zum roten Kreuz.

Vanity Fair ob sie wahr ist, bleibt allerdings die Frage. 2er Zug, in dem der Kronprinz fuhr, wurde lange ehe er erwartet wurde, auf der Station signalisiert. 2er Stationsvorsteher drahtete daher eine eilige Botschaft nach dem Schloß. Lord Lonsdale, der sah, daß er unmöglich die Station zu der Zeit erreichen konnte, die der ängft- liche Beamte angegeben hatte, war anfangs ratlos, dann aber faßte er sich und drahtete zurück:Schiebt den Zug auf ein Nebengleis" ein glücklicher Einfall, der sofort befolgt wurde. 2er nichtsahnende Prinz wurde von einem Nebengleis auf ein anderes geschoben und fuhr erst in die hübsche kleine Station ein, als der Wagen aus Lowther mit seinen berühmten Postillonen und Vorreitern draußen vorgefahren war, während Lord Lonsdale ruhig auf dem Bahnsteig wartete, als ob er schion lange da wäre. Der Prinz erfuhr nichts von dieser gutgemeinten kleinen List. List.

Die Redner des Reichstags. Im Folgenden ei eine Zusammenstellung der im letzten Tagungsabschnitte )es Reichstags gehaltenen Reden gegeben, wobei zu be­merken ist, daß daraus bindende Schlüsse auf die Intensität der Arbeit der einzelnen Reichstagsabgeordneten nicht ge­zogen werden können, weil nicht nur ivirkliche und aus­führliche Reden, sondern auch persönliche und sonstige kleinere Bemerkungen mitgezählt werden mußten. 2en Reigen der Redner eröffnet, wie schon ftüher so oft, der Abgeordnete Richter, der 87mal das Wort ergriffen hat. Es folgen dann: Dr. Müller-Sagan (freisinnige Volks- Partei) mit 62, 2t. Paasche (nationallib.) mit 54, Prinz von Arenberg (Zentr.) mit 49, 2t. Atendt (freikons.) mit 45, Singer (Sozialdem.) mit 41, 2t. Oettel (kons.) und 2t. Spahn (Zentr.) mit je 40, Bebel (Sozialdem.) mit 35, Freiherr von Hertling (Zentr.) und von Kardorff (fteikons. mit je 34, Graf Roon (kons.) und Bassermann (nationallib.) mit je 31 Reden. Mehr als zehnmal haben außerdem das Wort ergriffen die Konservativen Schrempf 19, Gras zu Stolberg 13, Graf Kanitz 11;die Freikonservativen Gamp 29 und von Tiedemann 26; die Zentrumsabgeordneten

* Ein Studentenstreichl Wir lesen in derTi Wochenzeitung in den Niederl.": In den Reichshallen in der Warmoesstrat zu Amsterdam trat jüngst ein Taschen- pieler auf, der sich erbot, im Zylinder eines der An­wesenden eine Omelette anzurühren und zu backen. Er empsing einen Hut, schlug die Eier hinein, fügte Mehl hinzu und begann zu rühren.Tas kann id> auch", rief ein Student und bestieg unter ermunterndem Gelächter der Anwesenden das Podium. Er erbat sich ebenfalls einen funkelnden Zylinder, schlug die Eier hinein und rührte eifrig mit dem Kochlöffel um. Plötzlich hielt er inne, kraute sich hinter den Ohren, und gab den Hut an den Eigentümer zurück mit den Worten: ,,Nehmen Sie's nicht übel, aber ich habe faktisch mein Kochbuch vergessen." Sprach's und entfernte sich unter brüllendem Gelächter des Publikums. Der Mann mit dem Zylinder machte wirk­lich kein gescheidtes Gesicht.

metnberaf eingeladen werden, sollen bei dieser Gelegen--1 heit stattfinden. Es wird allerdings noch zwei Jahre dauern, bis Petersburg das Alter von zweihundert Jahren erreicht hat; aber unr die Feier möglichst großartig ge-I stallen zu können, macht man sich jetzt bereits an die Vor­bereitungen. Petersburg verdankt bekanntlich ferne Grün­dung Peter dem Großen, der keinesweas ursprünglich die Absicht hatte, den Grund zu einer Stadt zu legen, als er im Jahre 1703 an den Ufern der Newa erne Festung bauen jie& __

* Anekdoten von Mac Kinley werden in der englischen WochenschriftM. A. P." erzählt. Tie eine spielt während seines Lebens zu Hause. Er wurde gebeten, für seinen Bruder David, der zu einem Tanze auf dem Lande fahren wollte, den leichten Wagen anzuspannen.Tante Martha", sagte er, indem er sich zu seiner Tante Mrs. I Waller wendete,meinst Du nicht, daß es für einen Metho­disten und Studierten demütigend ist, für seinen Bruder, der zum Tanze fahren will, das Pferd einspannen zu müssen?" Dabei hatte er sicher nicht die Absicht, Spaß zu machen. Sein Einspruch wurde in allem Ernst erhoben. 1 Mac Änley genoß im allgemeinen nicht den Ruf als Er­zähler, wie etwa ehemals Präsident Lincoln; aber eine sehr spaßhafte Geschichte wird ihm in New-Pork nacherzählt. Bor seiner Präsidentenzeit in seinen Anwaltjahren ging er sehr häufig auf seinem Wege nacfy und von dem Bureau bei dem Laden eines Schweineschlächters vorbei. Nborgens bemerkte er gewöhnlich!, daß das Pfund Wurst 20 Cents kostete; abends kostete es manchmal auch 20, häufiger jedoch 12, manchmal sogar auch nur 10 Cents. Die Sache quälte ihn sehr, meinte er. Würste verderben doch nicht so leicht, daß sie sich nicht bis zum nächsten Tage halten würden. Daher blieb er eines Tages bei dem Laden stehen, sagte, daß es nach! Regen aussähe und fragte nach dem Preise der Wurst.Zehn Cents", sagte der Ladenbesitzer.Aber heule früh kostete sie zwanzig Cents", sagte Mac Kinley.Gewiß, Mr.'Mac Kinley", erwiderte der Wurstverkäufer ohne das geringste Zeichen von Verlegenheit, ,,soviel kostete sie. Heute früh hatte ich welche, jetzt habe ich keine. Sehen Sie, diese Wurst zu zehn Cents soll mir einfach den Ruf der Billig­keit verschaffen. Verstehen Sie?" Der künftige Präsident sah das 'ein, und hatte seitdem die Gewohnheit, zu sagen, dich so mancher Ruf auf dieselbe Weise gewonnen werde.

* Kant-Anekdoten. In dem soeben erschienenen Heft derKantstudien" werden einige zeitgenössische No­tizen über Kant abgedruckt, die ein paar interessante Anek­doten von dem großen Königsberger Philosophen enthalten. Ein hübsches Urteil Kants über die Frauen wurde in Berlin oder der Preußissche Hausfreund" von 1810 mit­geteilt. In einer Gesellschaft, in der von dem schönen Ge- schlecht die Rede war, sagte der Philosoph einmal:Eine Frau muß sein wie eine Turmuhr, pünktlich!, und auch nicht wie eine Turmuhr, nicht alle Geheimnisse laut ausplaudern; sie muß sein wie eine Schnecke, nicht alles, was sie hat, an ihrem Leibe tragen". ImPreußischen Vaterlandsfreund" von 1811 wird erzählt: In einer Gesellschaft, in der sich auch Kant befand, kam das Gespräch auf die Fortdauer in einer anderen Welt. Einer von der Gesellschaft sagte zu Kant:

gebogenen Knien, den Hut in der Hand. Botha fragt: Was kann ich für Euch thun? Nichts. Wir haben zwei Engländer gefangen genommen, zwei Spione. Wo habt Ihr sie erwischt? Auf der anderen Seite von Eolenso, General. Wir waren heute morgen ausgeritten, um ein wenig zu spionieren. Zuerst gingen wir durch Colenso, um zu sehen, ob irgendwo vielleicht Engländer versteckt seien. Dann haben wir den Ort verlassen und sind der Eisenbahn gefolgt in der Richtung von Chiveley. Kaum waren wir unterwegs, als wir zwei Männer auf der andern Seite der Bahn sahen, die auch naa) Chieveley gingen. Um wahr zu sein, wir achteten nicht besonders auf sie, da wir sie für Unsrige hielten, denn sie waren genau gekleidet wie wir, trugen weiche Filzhüte und saßen auf Pferden mit langen Schwänzen. Nachdem wir eine Zeit lang parallel mit ihnen galoppiert waren, setzte der eine über das Ge­leise, kam ibiicePl' auf uns zu und sagte: fine morning to' day. (Schöner Morgen heute.) Kaum hatte er dieses ge­sagt, als mein Kamerad auf ihn anlegt und ruft: Hands up! (Hände hoch.) Der Engländer war so erschrocken, daß er sich sogleich ergab. Der andere jedoch! gab seinem Pferd die Sporen und entfloh. Ich stieg nun ab und wollte ihn durch einen Schuß nieoerstrecken. Und ich hätte ihn leicht töten können, denn ich bin ein alter Jäger. Aber ich sagte mir, wozu oslstl Du den armen Kerl treffen, er ist ein Mensch wie ich, wenn er auch! Engländer ist, in diesem Augen­blick will er nur sein Leben retten und kann sich nicht verteidigen. Ich zielte darauf auf sein Pferd und traf ! direkt aufs Blatt. Ein schöner Schuß! Das Tier war tot,

Sie wird man da wohl wenig habhaft werden können, wenn Sie in der Gesellschaft aller Weisen alter und neuer Zeit einen himmlischen Klub schließen werden?"Ach Freund, bleiben Sie mir weg mit den Gelehrten!" versetzte Kant;,^«.^-w- -.....,

wenn ich in der änderen Welt meinem Lampe (so hieß sein der Mann dagegen unversehrt, aber mein Gefangener Wenn Bedienter) begegne, so werde ich froh sein und ausrufen: ich eine Dummheit gemacht habe, mußt Ihr entschuldigen, , Gott Lob, ich bin in guter Gesellschaft!" General. Während der Schlacht am Spionskop, einer der

* Ein Kellner als Tenor. Nichts scheint heut- blutigsten Les Sieges uls der Kampf am heißesten tobte, hitfün für die Entdecknna berböraener Talente fanden einige Buren die Leichen von zwei engli chen SSor- Ver wart bei posten, die dort wahrscheinlich schon seit zwei Tagen lagen.

nur für ^ün^t^er Sa3 ist eine Schande, schrie ein Leutnant der So^nne^ Politie, daß die Engländer nicht ihre Solen be^ ^itentna^u tierSnen mtibem berühmten Tenor des graben! Seht, die armen Teufel sind schon am Verwesen! w^Nnrker OveZÄf^ das Mer kommt mit? Zwei Mann genügen. Wir wollen sie

Ve^i^nst^di^erb^neuen ^Jdee ^Cw veranstaltete ein ^Preis-1 fregretben. Und gleich daraus verließen der Leutnant und WeTrfinfte Stimm^ die sich unter den Mei Mann den sicheren Hinterhalt, machten sich daran, Anzahl von F^ ^Kugelregen eine Grub, zu graben und betteten die Mtmtttprrt fnfffp Preisrichter funaieren Der au5ae)cKte I Seicfjeii der beiden Engländer, welche ihre eigenen Waffen- Preis ist nun einstimmig einem Kellner des fashionablen brüder im Stiche gelassen hatten, in das einfache Grab.

bet Monico^Cafes", Guillaume Duchxsne, zuerkannt war- * Von den jün g sten Kin d e rn un s e r c s Kars e r- den. In diesem Glücklichen soll eine Stimme entdeckt wor- Paares und von ihrem Aufenthalt in Cadmen giebt Die den fein, wie sie seit lange nicht gehört worden,dieElbinger Ztg." eine hübscbe Schilderung. Wir lesen da verlorene italienische Stimme", von einem Timbre, weich folgendes: Von kaiserlichen Kindern macht man sich! un und süß, wie sie einstmals in früheren Generationen zu allgemeinen eine ganz falsche Vorstellung. Man meint, finden war und [b(a&. jEntzücken aller Welt bildete. Der Prinzen und Prinzessinnen werden schon von früh an in neu entdeckte Tenor hat daraufhin sofort sein Kellneramt eine Art Zwangsjacke gesteckt zur Erlernung all der For- niedergelegt und wird sich! nunmehr an die Ausbildung men, die bei Hofe gang und gäbe sind. Ein Prinz oder seines wundervollen Organs machen. eine Prinzessin, ganz gleich!, ob jung oder alt, ist für das

* Von einem Kleinbahn-Idyll entwirft das Publikum die Verkörperung desSteifen", des Formvollen -Säckinger Volksblatt" folgende Schilderung: Sechs Sinn- In reiferem Alter mag das ö)ltrefsen, ^er im übrigen gilt den auf und ab und seitwärts fahren im Markgräflerland |im Kaiserhause der Grundsatz, daß die ^ugend austoben gar viele Bahnen. Aber unter dem Bähnle versteht man I muß, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder hierorts nur die Great Castern Railway, die von Müll-«Geist erzeugt werden kann. Und wie konnte em gesunder heirn-Zentralbahnhof, Müllheim-Turnhalle, Mülleim-Amts-1 Körper bess^ gefordert werden als durchAustoben /durch aericht, Müllheim-Rathaus usw. bis zum vielbesuchten Kur- ausgiebige Bewegung .iw Freien! Die kaiserlichen Kinder iort Badenweiler fährt und umgekehrt. Dieser umge- geben sich ebenso natürlich wie alle anderen Kinder ihres kehrte Weg scheint der weniger harmlose zu sein wegen der «Alters, sie zerren sich gern mit einem £uni)e, sie jagen großen Biegungen des Bahngeleises, die an die Gelenkig- einemKarnickel" nach, wenn auch dabei die Haare schier im feit des Bähnchens große Anforderungen stellen. Glückt Busch hängen bleiben, und sie können recht unglücklich es einmal nicht, die Biegung zu gewinnen, sodaß das Bähn- sein, wenn sie das Karnickel Nicht bekommen. EmeSchar­lein aus dem Geleise hüpft, so ist das immer werksmarjell" sah gestern (Montag) nachmittag, wie ine blos ein komisches Intermezzo. So wird folgender Fall er- kleine Prinzessin sehnsüchtig nach emem Kaninchen aus- iählt: Pustend und schnaubend lärmt eines Tages das! lugte, das sich hinter emem hohen Zaun befand. Fa Bahnlein seinen Weg herunter, und statt die Gelegenheit für schien es, als wollte die Prinzessin den Zaunnehmen eine graziöse Wendung zu benützen, sprang es brutal in|Da kam ihr dieMariell" zur Hilfe; un Nu hatte sie sich die breite Straße hinein zum höchst überflüssigen Entsetzen über den Zaun geschwungen und ebenso schnell kehrte sie der Passagiere, die alsbald heraus eilten und sich! die aus demselben Wege mit dem Kaninchen zurück Nun war Situation besahen. Das war aber nichits Besonderes, da alles gut. Auch einen kühnen Versuch, zur Nackmhmung für solche Fälle vorgesehen war und Hebeisen, Krähnchen, des Entengeschnatters unternahm die Printe)sin. Kurz und Stangen usw. stets kriegsbereit lagen. So ging man denn gut, sie .hatte, wie jeder kleme Stadter, der wahrend der unverdrossen ans Werk, das ausgesprungene Bähnlein Schulferien aufs Land kommt, bald mit allem Getier wieder in seine Schranken zu bringen. Da gerade eine Freundschaft geschlossen. Auch darin, daß sie aus ihr Truppe fahrender SNusikanten vorbeizog, hatte einer von weißes Kleidchen gar Nicht so große Rücksicht nahm, sieht den zuschauenden Passagieren die luminöse Idee, in diesem ,ie ihren munteren Altersgenossen sehr ähnlich. Sie ist würdigen Augenblick aidii für die würdige Weihe zu sorgen, reich an Einfällen und plaudert sehr lebhaft Kutschieren 50 Pfennige tijaten es schon! Die Maschine hob sich, aber scheint ihr ein besonderes Vergnügen zu machen; ihr Pony- ihr Aeckizen wurde übertönt durch die liebliche Melodie von gespann lenkt sie mit einer Sicherheit,, die überrascht. Resten derHolzauktion im Grünewald". So floß die Arbeit munter soll sie ebenso sicher. Prinz Joachim ist vielleicht nicht fort.Ho topp'." auf der einen Seite,Ist denn kein ganz so lebhaft, aber immerhin em aufgeweckter Knabe, Stuhl da?" auf der anderen Seite, und bis das klassische der am Spiel und jugendlichen Scherz viel Gefallen findet, und reichhaltige Programm abgewickelt war, konnte das Nun darf man aber nicht annehmen, daß die kaiserlichen rebellische Bähnchen in gewohntem Geleise sich wieder weiter Kinder m (Sabinen von morgens bis abends sich dem siften bewegen unter den Klängen des schönen Liedes:Wem Gott Nichtsthun hingeben dürfen. Durchaus nicht. Die Hous- will rechte Gunst erweisen» den schickt er in die weite ordnung, die täglich so und soviel Lern- und Unterrichts- Welt!" «stunden vorschreibt, muß strikt eingehalten werden. Die

» Südafrikanische Kriegsbilder. Unter dem Prinzessin war am 13. September 9 Jahre alt, Prinz Titel:Südafrikanische Augenblicksbilder" veröffentlicht Joachim befindet sich un 11. Lebensfthre.

Jonkheer C. G. S. Sandberg, vvormals Wbjutant des Gene- * EindrolligesGesch ich t chen vonderEng- Jonkheer C. G. S. Sandberg, vormals Adjutant des Gene-, land reise des deutschen Kronprinzen erzählt

Gits" eine Reihe von Anekdoten, welche besser als umfang­reiche Bücher uns den Burencharakter verstehen lehren. Interessant ist der Bericht über die Gefangennahme von drei bewaffneten Engländern durch einen alten, kranken Buren. Die Sache trug sich folgender­maßen zu: Bei einem Rückzüge konnte ein alter Bur mit feinen steifen Beinen nicht schnell genug fein Pferd besteigen und blieb zurück. Er verbarg sich, so gut es ging, hinter einem Felsstück, als er zwei englische Soldaten unter Führ­ung eines Offiziers ganz vorsichtig den Berg herunter­klettern sah. Als diese ziemlich nahe herangekommen waren, schrie er mit fürchterlicher Stimme:Hands up!" (Tie Hände hoch!) Die überraschten Engländer gehorchten und warfen ihre Gewehre fort. Der Bure, ohne aus seinem Versteck hervorzukommen, befahl ihnen nun, geradeaus zu marschieren und kletterte, als dieses geschehen, nicht ohne Mühe auf sein Pferd. Zu spät bemerkte der Offizier, daß er sich einem halbgelähmten Feinde ergeben habe. In aller Gelassenheit führte nun der Bur die Gefangenen zum General und meldete ihm den Vorfall. Dieser fragte: Und wieviel war't ihr? Ich ganz allein! Wie zum Teufel hast Du denn das gemacht? Du kannst ja kaum stehen? Das ist wahr, General. Maer ek het huttie eers vmsingelt generael, en toe gebet. (Ich habe sie zuerstum­zingelt" und dann gefangen genommen.) Eines Tages war General Botha mit seinem Sekretär beschäftigt, als er durch zwei Buren unterbrochen wurde, die ins Zelt traten. Guten Morgen, General! Guten Morgen, Freunde! Stumm warten die beiden Männer, daß der General sie nach dem Grunde ihres Besuches fragen soll. Setzt Euch Freunde, es giebt zwar keine Stühle. Ihr werdet aber wohl noch an Der Erde ein trockenes Plätzchen finden. Danke, Ge­neral! Die beiden Männer setzten sich auf die Erde mit

2t. Bachem 24, Gröber 23, Müller-Fulda 21, Trimbom 16, Zehnter 16, Wellstein 14, Kirsch 14, Rintelen 13, Speck 13, Hitze 12; die Antisemiten Werner 25, Raab 13; die Nationalliberalen Moeller 27, Graf Oriola 26, Dr. Hasse 23, 2r. Esche 22, Dr. Sattler 20, Büsing 14, Beck 14, Prinz Carolath 12; die Mitglieder der freisinnigen Vereinigung Dr. Pachnicke 17, Schrader 16, Rickert 13; die freisinnigen Volksparteiler 2r. Müller-Meiningen 25, Beckh 23, Eickhoff 22, Fischbeck 12; der süddeutsche Volksparteiler Haust- mann-Böblingen 13; die Sozialdemokraten Stadthagen 24, Molkenbuhr 22, Wurm 19, von Vollmar 14, Zubeil 13, Ledebour 12, Fischer-Berlin 12, Hoch 10; die keiner Partei angehörigen Abgeordneten Roesicke-Tessau 26, Stöcker 20, Dr. Roesicke-Kaiserslautern 16, Dr. Hahn 14. Von den 397 Abgeordneten des deutschen Reichstages haben 213, J. i. etwa 54 Prozent, das Mort ergriffen. Die Verhält­niszahlen der Redner sind in den einzelnen Parteien recht verschieden. Von den Antisemiten haben 90 Prozent 0er Abgeordneten einmal und öfter gesprochen, von den Mitgliedern der fteisinnigen Vereinigung 77 Prozent, von )en süddeutschen Demokraten 72 Prozent, von den Sozial­demokraten 65 Prozent, von den Nationalliberalen 62 pCt., von den freisinnigen Volksparteilern 55 Prozent, von den Freikonservativen 52 Prozent, von den Polen und Elsässern je 50 Prozent, von den Konservativen 47 Prozent und von dem Zentrum 44 Prozent.

In Giessen vorrätig in der

Pelican- Apotheke, Kreuzplatz 2;

Otto Schaaf, Seltersweg 89; Löwen progerie, ^^bingej Seltersweg; A. & G. Wallenfels. Marktplatz 21; Eberhard Metzger, am Seltersthor; Ph. Herrmann, Seltersweg 83, Gust. Walter, Mäusburg 13; Philipp Schwager Wwe.r Markt 8; Christian Wallenfels, Marktplatz 17.

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