Ausgabe 
20.10.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 247 Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Sonntag 20. Oktober 1901

Erscheint täglich mit Ausnahme deL Montags.

Die Gießener Familien, blätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit demHess. Landwirt' und denBlättern sür dessische Volkskunde' viermal wöchentlich bei» gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st ratze 7,

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

KcrnsprechanschlußNr.bl.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger **

Amtr- und Anzeigeblatt für den weis Kietzen

Annahme von Anzeigen Aii der für den folgenoen Tag erscheinenden Nr. bis vornüttags 10 Uhr. '2(fie Anzcigen-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

Zeilen preis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l 'scheu UniversitätS - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich sür den allgemeinen Seil: P. Wlttko: für den An­zeigenteil: Hans Beck.

handeln.

teilt wurde. Ist die Thatsache dennoch richtig, so dürfte es sich nur um die Privat - Angelegenheit eines Arztes

Deutsches Deich.

Berlin, 18. Oft. Am heutigen 7 0. Geburtstage deS Kaisers Friedrich erschien der Kais ex bereits um halb 9 Uhr früh in dem Mausoleum neben der Frie­denskirche, legte cun Marmorsarkophag einen mächtigen, aus Veilchen gewundenen Kranz mit den Initialen beider Majestäten nieder. Der Eingang zur Ruhestätte und zum Innern war mit Pflanzen dekoriert, das Marmormonument mit weißen Astern, Erika und einer Fülle anderer Herbst­blumen umschlossen, ebenso die mit einer Marmorplatte bedeckte Grabstätte, wo der Sarg der Kaiserin Friedrich steht. In den ersten Morgenstunden waren Abordnungen

In einem Artikel unter der UeberschriftEin neuer politischer Wunderdoktor" erzählt der Hannov. Kurier", daß Dr. Friedrich Lange die Pro­vinz Hannöver bereist, um die angeblich zerfahrenen Par­teiverhältnisse in die richtigen Bahnen zu lenken, und die verschiedenen nationalen Richtungen zum Heile der ganzen Provinz wieder zusammeln". DerHann. Kurier" charakterisiert Dr. Lange als politischen Kurpfuscher, der sich in Verhältnisse einmische, mit denen er sich nicht vertraut gemacht habe. Lange halte seine Zusammenkünfte, zu denen er auch nationale Herren einladet, in aller Heimlichkeit ab. Die nationalliberale Partei aber bedürfe der Hilfe des Dr. Lange durchaus nicht, um etwa Korn- vronüsse zu schließen. Die ganze Thätigkeit Langes laufe darauf hinaus, von den nationalen Parteien Teile ab­zusplittern. (Dr. Lange wird wohl in erster Linie auf Abonnentenfang für eine schwindsüchtige Zeitung ausge­gangen sein. D. Red.)

Breslau, 18. Oft. Heute nachmittag starb Fürst Karl Lichnowsky auf Schloß Grätz in österr. Schlesien.

Al len stein, 18. Okt. In Anwesenheit des Ober-- Präsidenten Frhrn. v. Richthofen fand heute mittag die Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals statt. Bürgermeister Belian brachte ein Hoch auf den Kaiser­aus, das Militär defilierte im Parademarsch vor dem Denkmal.

Nord hausen, 18. Oft. Heute wurde hier im Bei­sein des Prinzen Friedrich Heinrich das neue Reiter­standbild Kaiser Friedrichs enthüllt. Das Denkmal ist eine Schöpfung des Bildhauers Boermel- Grunewald. Der Enthüllung ging ein imposanter Fest­zug voran.

der Offiziere derjenigen Regimenter erschienen, deren Chef Kaiser Friedrich gewesen ist oder zu denen er in besonderen Beziehungen gestanden hat, um Kränze meist aus weißen Blumen mit Schleifen in den Regimentsfarben zu über­bringen, die an der Wand des Mausoleums ihren Platz fanden, wo noch eine Fülle früherer Kränze ausgebreitet liegt. Es kamen Offiziere des 1. Garde-Regts., des Grena- dier-Regts. Kronprinz lOstpreuß.) Nr. 1, des Grenadier-Re­giments König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 11, des 5. West­fälischen Jnf.-Negts. Nr. 53, des 6. Bad. Infanterie-Regi­ments Kaiser Friedrich IIL Nr. 114, des Drag.-Regts. König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 8; auch die Stadt Potsdam ließ einen Lorbeerkranz niederlegen. In der Mittagsstunde über­brachten die Prinzen Eitel Fritz, August Wilhelm und Oskar ebenfalls Kränze. Unter allen Blumenspenden fiel ein Kranz auf, der erst kürzlich von der britischen Kolonie in Rio eingetvoffen und für den Sarg der Kaiserin Friedrich be­stimmt ist. Auf dem Palais der Kaiserin Friedrich wehte beute die Purpurstandarte der Königin von Preußen auf halbem Mast.

Prinz Friedrich Carl von Hessen ist heute, am Geburtstage Kaiser Friedrichs, zum Major ernannt und in den Generalstab des 18. Armeekorps versetzt worden.

Kaiser Wilhelm hat durch die deutsche Botschaft in London dem dortigen Lordmayor seine Phvto- g aphie überrreichen lassen zum Andenken an feinen Be­such anläßlich der Beisetzung der Königin Viktoria.

Prinz Eitel Friedrich hat sein Offiziers­examen an der Potsdamer Kriegsschule mit dem Prä­dikatvorzüglich" bestanden. Die Offiziere, die den Prinzen unterrichtet hatten, wurden vom Kaiser besonders ausgezeichnet, indem Major Sonntag vom 62. Infanterie- Regiment die Königliche Krone zum Roten Adler-Orden 4. Klasse, Hauptmann Zöller vom Stabe des Pioniev-Ba- taillons Nr. 9 ein silbernes Thee- und Kaffeservice erhielten und zwei weitere Offiziere mit vordatierten Patenten in andere Regimenter versetzt wurden.

Der Fürst Leopold von Hohenzollern be­geht heute sein 50jähriges Militär-Jubiläum. Er wurde 1835 zu Krauchenwies als Sohn des Fürsten Karl Anton geboren und folgte diesem am 2. Juni 1885. Der Fürst, bisher General der Infanterie und Chef des Füs.- Regts. Fürst Karl Anton von Hohenzollern Nr. 40 ä la suite des 1. Garde-Regts. zu Fuß, wurde zum General- Obersten befördert.

Generalfeldmarschall Graf Walderse e ist heute Nachmittag mit Gemahlin von Neckarsickm nach Hannover abgereist. Waldersee leidet immer noch stark unter der Venen­entzündung, die ihm das Gehen erschwert.

Das preußische Staatsministerium trat unter dem Vorsitz des Grafen Bülow heute zu einer Sitzung, zu­sammen.

DieBerl. Korresp." schreibt: Die Revision der Bestimmungen über die Reifeprüfung an höheren Schulen ist im preuß. Kultusministerium jetzt soweit ge­diehen, daß sie voraussichtlich noch vor Beginn des neuen Jahres abgeschlossen ist. Daß die neue Ordnung aber schon zu einem baldigen Termine, wie Ostern 1902, in Kraft treten künnte, wird von keinem Sachverständigen erwartet. Es läßt sich annehmen, daß dieselbe vor 1903 ihre erste Anwendung sind et.

Zu der Nachricht, daß der Kopf des in Peking Hin­gerichteten chinesischen Unterofsiziers Eng Hai, des Mör­ders des Freiherrn v. Ketteler, nach Deutschland ge­bracht und dann nach Berlin geschickt worden sei, wurde festgestellt, daß an den in Frage kommenden amtlichen Stellen nicht das geringste von der ganzen Angelegenheit bekannt ist und daß irgend ein Auftrag in dieser Richtung niemals er-

Aie Triebfeder in der Politik.

Die gegenseitigen Beziehungen zwischen Politik und Volks wirtschaft sind so alt, wie es Staaten giebt. Aber der Grad des beiderseitigen Einflusses auf einander hing stets von der Höhe der volkswirtschaftlichen Entwickelung ab. Bei den Riesenkümpfen des Altertums überwogen die politischen Anstöße. Die gewaltigen Kämpfe zwischen Grie­chen und Persern, zwischen Römern und Kartyagern gingen aus Gründen politischer Vorherrschaft hervor; wirtschaft­liche Motive sprachen nur wenig mit. Dagegen lagen den ersten Anstürmen der Germanen wider das Römische Reich schon volkswirtschaftliche Ursachen zu Grunde; die Ger­manen sanden zu Hause nicht mehr Nahrunasspielraum genug, und zur Rodung der wilden Wälder fehlten ihnen die Werkzeuge, vielleicht auch etwas die Lust, denn sie waren im wirklichen und übertragenen SinneBären­häuter". Die mittelalterlichen Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum entsprangen kirchenpolitifchen Bestrebungen. Je stärker aber die Entwicklung der Volkswirtschaft wurde, um so gewaltiger wurde ihr Einfluß auf die Politik. Dies gilt in ganz besonderem Maße von der neuesten Zeit. Man kann dabei zwei Hauptströmungen unter­scheiden: polittsche Bewegungen mit wirtschaftlichem Unter­gründe und wirtschaftliche Bewegungen mit politischem Un­tergründe.

Bei den politischen Bewegungen mit volkswirtschaft­lichem Untergründe spielen die Engländer eine besondere Rolle. Das 16. und zum Teil das 17. Jahrhundert waren ausgefüllt mit Religionskriegen. Es folgten im Rest des 17. und im 18. Jahrhundert Handelskriege. Wenn Eng­land mit Holland, Frankreich und Spanien Kriege führte, oder führen ließ, so geschah dies, um diesen Ländern ihre Vorrnachtsftellung im Handel und in der Kolonialpolitik zu nehmen. Die endlosen blutigen Kriege Napoleons 1 und Englands, einschließlich ihrer beiderseitigen Bundes­genossen, galten im Grunde auch nur der Stellung als Handelsvormacht. Um Englands wirtschaftliche Macht zu brechen, führte Napoleon dre Kontinentalsperre ein, strebte er immer wieder nach der Besitzergreifung Indiens. Und wenn Englands tonangebender Minister der Gegenwart, wenn Chamberlain eine immer engere Verbindung des Mutterlandes mit den Kolonien, also dasGreater Britain", erstrebt, so will er damit beizetten der englischen Volks­wirtschaft mögttchst viel Absatzmärkte sichern, ehe sich die deutsche und die amerttanische Konkurrenz überall nieder­gelassen haben. Warum führt England den Krieg gegen die Buren so zäh weiter? Doch nur wegen der südafri­kanischen Goldminen, deren Besitz Englands Reichtum und Herrschaft Über den Geldmarkt in£ Unermeßliche vermehren wird. Amerika betreibt seine polttische Expansion nur, um sich neue Absatzmärkte zu sichern. Deshalb hat es den Spaniern Kuba, Portorieo und die Phttippinen abgenom­men, deshalb ist es nach China gegangen, deshalb auch der Panamerikanismus, lleberhaupt beruht alle Kolonial­politik auf wirtschaftlicher Basis. Warum ist Deutschland nach China gegangen? Weshalb treiben wir, Rußland zum Trotze, türkenfreundliche Politik? Wett wtt für unsere Industrie und unser Kapital Absatz und Anlage, für die wachsende Bevölkerung Arbeit suchen. Auch die polttische Haltung Rußlands gegenüber Frankreich ist stark von wirt­schaftspolitischen Einflüssen diktiert. Die wirtschaflliche Lage Rußlands -ist sowohl in der Landwirtschaft wie in der Industrie nicht unbedenklich. Eine Katastrophe kann nur durch eine neue Geldzusuhr vereitelt werden. Der Besuch des Zaren sollte die russenfreundliche Gesinnung in Frank­reich wieder so anfeuern, daß der französische Sparer seinen allezeit gefüllten Spartopf für den bedürftigen russi­schen Bruder aufmackt. Damtt sich aber der Deutsche nicht gekränkt fühlt, oarf er dem Russen ebenfalls borgen.

Um seine politischen Beziehungen zu den Valkanstaaten zu stärken und zu erhalten, hilft Rußland dort mit wirt­schaftlichen Mitteln nach. Um Persien und China an sich zu binden, läßt Rußland es an wtttschaftlichem Kitt nicht fehlen. Französische und ungarische Chauvinisten planen bie Gründung einer Bank, um unter diesem Deckmantel dreibundfeindliche Politik zu treiben.

Das schlagendste Beispiel für wirtschaflliche Bewegungen mit politischem Untergründe bietet Deutschland. Fürst Bis­marck hat den Zollverein an die Freihandelspolitik der Weltstaaten angeschlossen, weil er darin ein Hilfsmittel auf dem Wege zu seinem großen Lebensziel erblickte. Freilich tadelte er später die Vermischung von Politik und Volkswirtschaft, als Caprivi erllärte, die Handelsverträge hätten auch den Zweck, unsere politischen Verbündeten zu stärken, lleberhaupt ist Der Grund ton zu all den Kämpfen um die Erneuerung der Handelsverträge ein politischer. Wie der Mittellandkanal, so ist auch der neue Alltarisentwurf eine Position in dem" großen all­gemeinen Kampfe zweier politischer Strömungen. Im Ge- treidezoll und Zolltarif wird der immer noch gewaltige Einfluß des oftelbischen Großgrundbesitzes im Staate be­kämpft.

Aachen, 18. Okt. Heute wurde in Anwesenheit des Kronprinzen das Denkmal Kaiser Wilhelms ent­hüllt. Das Denkmal ist von Professor Schaper geschaffen und zeigt Kaiser Wilhelm zu Pferde.

Karlsruhe, 18. Okt. Die Enthüllung des Denk­mals des Prinzen Wilhelm von Baden, eines Bruders des Großherzogs, wurde heute in Anwesenheit der großherzoglichen Familie sowie anderer Fürstlichkeiten der Spitzen der Militär- und Zivilbehörden usw. feierlich vollzogen. Bei dem Festbankett forderte der Großher­zog aus, die Vergangenheit zu ehren und auf diese die Jugend hinzuweisen, was besonders Not thue. Jetzt, da wir in einem festen geordneten Zustande uns befinden, sei es mehr denn je nötig, auf die Zeit hinzuweisen, wo das nicht der Fall gewesen. Das Reich sei errungen und ein Kaiser, der das Heer mit diesem Gedanken erfülle, und durch das Heer das Volk auf diesem Wege mitreiße, werde alles erreichen. Jeder gute Deutsche denke heute an Leipzig, wo der erste Anfang zum freien Deutschen Reich geschah, aber daß dies erst jetzt erreicht worden sei, danke man auch Kaiser Friedrich, der nicht geringen Anteil an den 1870 errungenen Siegen habe. Das Kaiserreich habe eine Festigkeit erlangt, die nur durch das Heer, wie es jetzt bestehe, gestützt, verteidigt und erhalten wer­den könne. Der Frieden, in dem wir leben, könne nur er­halten werden durch Macht und Stärke und diese sei das Heer, das die Zukunft des Volkes, die Schule und Erzieh­ung der Nation sein solle. Zu einem Hoch auf den Kaiser fordere er auf, das zugleich ein Eid und Bekenntnis unb1 eine Versicherung fei, denn der Kaiser fei des Landes Hort.

Nürnberg, 18. Okt. Eine Versammlung entlassener arbeitsloser Chinakrieger beschloß einstimmig, an die Staatsregierung um Zivilanstellung, eventuell um Unter­stützung der Eltern und Familien der Arbeitslosen zu pe­titionieren.

Ausland.

Paris, 18. Okt. Dem Blatte Sieele zufolge soll der Zustand des Papstes Anlaß zu ernsten Besorg­nissen geben. Derselbe fei äußerst schwach und könne kaum noch die Lebensmittel' zum Mu»nde führen. Er befinde sich meist in einem schlummerähn- lichen Zustande, der als sehr gefährlich betrachtet werde/ Bei Empfängen werde er nur künstlich aufrecht erhalten.

Wien, 18. Okt. Das Abgeordnetenhaus wählte heute den Obmann der deutschen Volkspartei Professor Kaiser zum ersten Vieepräsidenten. Kaiser erklärte, die Wahl anzunehmen. Als derselbe zu sprechen begann, ver­ließen die Alldeutschen, Polen und Ezechen demonstrativ den Saal. Nach Beendigung der Rebe setzte das Haus die De­batte über den Dringlichkeitsantrag der Jungezechen be­treffend den deutschen Zolltarif fort. Nach einer Rebe des Generalredners Kozlowski wird die Dringlich feit angenommen und der Dringlich keitsantrag Forscht den Ausgleichsausschuß verwiesen. Sämtliche Redner sprachen sich für die Dringlichkeit und für den Abschluß eines Handelsvertrags mit Deutschland aus, jedoch umbsr Berücksichtigung der österreichischen Interessen.

Belgrad, 18. Okt. Wie verlautet, besteht innerhalb des Ausschusses, der das neue Preßgesetz ausarbeiten soll, die Absicht, den nächsten Angehörigen der Kö­nigin als Mitglieder des Königshauses die Unverletzt lichkeit zu gewährleisten.

Manila, 18. Okt. Fünfhundert Boleros griffen ein Detachement amerikanischer Infanterie von 46 Mann bei Bongahan am Gandara-Fluß in der Provinz Samar an. Die Amerikaner hatten zehn Tote und sechs Verwundete. Der Rest der Kompagnie traf indessen noch zur rechten Zeit zur Hilfe ein, um weitere Verluste der Amerikaner zu verhindern. Die Boleros wurden nunmehr zurückgeworfen, wobei über hundert derselben getötet wurden. Man glaubt indessen, daß sie sich nur zurückgezogen haben, um Ver> ftärfungen heranzuziehen. Als die Meldung von diesen Ereignissen in Catbalongan eintraf, wurden zwei Kanonen­boote nach dem Orte abgesandt. General Smith hat sich ebenfalls dorthin begeben.

Newyork, 18. Okt. Das Schatzamt befahl die Ver­haftung und Ausweisung von dreizehn deut­schen Kellnern eines Newyorker Hotels, die kürzlich entgegen den gesetzlichen Bestimmungen unter Kontrakt aus Nau h ei m eingesührt waren.

Vom Burenkriege.

Einer Drahtung derTimes" aus Newcastle vom 17. d. M. zufolge nahm die berittene Infanterie Colvillas unweit der Swaziareuze eine feindliche Proviantkolonne von 15 Wagen weg, deren Bedeckung 400 Buren bildeten, die aber mit tausend Rindern ins Gebirge entkamen. Einer Brüsseler Drahtung desStandard" besagt, in Burenkreisen verlaute, daß das jüngste Auftauchen Bothas in Natal lediglich bezwecke, einen Teil der Streit kräfteKitcheners zu beschäftigen, um den 2500Mann starken Kommandos D'elareys und Kemps zu ermöglichen, unweit der Basuto- landgrenze in Natal einzudringen. Botha soll sich ohne Verlust zurückgezogen haben und gegenwärtig in der Nachbarschaft von Vryheid lagern.

Im österreichischen Abgeordnetenhause richtete der neue Vizepräsident Kaiser eine Interpellation an die Regierung über die Stellungnahme Oesterreich-Ungarns zum Buren- kricge. Kaiser und die anderen Interpellanten richten an den Ministerpräsidenten die dringende Anfrage, ob die Regierung bei dem Minister des Auswärtigen mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken gedenke, daß Oesterreich-Ungarn für den endlichen Abschluß des Raubkrieges mittels Schieds-