Ausgabe 
19.11.1901 Erstes Blatt
 
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**1-A 272

Dienstag 19, November 1901

Erstes Blatt.

151. Jahrgang

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Der Herr Senator.

Von Schönthan und Kadelburg.

Karl William Büller, der Allbeliebte, hat uns nach dreimaligem Gastspiel wieder verlassen. Am Sonntag ist der reiselustige Künstler zum letztenmale für dieses Mal bei uns als Herr Senator aufgetreten, und die herzliche Aufnahme, die ihin üoii dem aufs höchste belustigten Publikum wiederum Lereitet wurde, wird ihm auch an diesem letzten Abend be­wiesen haben, wie gern er hier in Gießen gesehen ist.Der Herr Senator" ist ein Stück ganz und gar von Büllers Gnaden, es gehört zu den Bühnenzverken, die der künst­lerischen Vollkraft, der mitreißenden Komik dieses Darstellers chren Erfolg verdanken. Gerade hier hat er bewiesen, wie -man einer matten Schablone Farbe, einer farblosen Przppe Leben und Lebenskraft verleihen kann. Und deshalb war es klug und geschickt von ihm, gerade in dieser Rolle seine Abschiedsvisite zu machen, so behält man ihn bei uns im -allerbesten Andenken, obwohl man keineswegs nrit seiner Darstellung einverstanden zu sein braucht. Daß nach der charakteristischen Seite Herr B. die Figur aufs reichste aus­gestaltete, versteht sich von selbst. Zunächst snakte er ein ganz famoses Hamburgisch, selbstverständlich, denn Herr B. ist geborener Hamburger, der Sohn eines Rechtsanwalts der Weltstadt azi der Elbemündung. Aber es ist doch ein gar wunderlicher Heiliger, dieser gezvaltige Senator! Das dichtende und trachtende Dioskurenpaar Schönthan und Kadelburg hat

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Figur angelegt war, so natürlich wirkte sie doch infolge ihrer bis zum kleinsten konsequenten Durchführung. Dieser von seiner ganzenFemilie" mit zitternder Ehrfurcht um* winselte Senator war aus einem Guß geschaffen, kein Tüpfelchen siel aus dem mit der größten Subtilität ge­schaffenen, an peinlichstem Kleinwerk überaus reichen Bilde heraus. In dem Gespräche mit Sophie Petzoldt fand Herr B. seine lustigsten Nuancen. Die Figur hat etwas von marlitterarischer Rührseligkeit, sie ist ganz und gar verlogen; Herr B. machte sie zu der wirkungskräftigsten des ganzen Abends. Wie gesagt, Herr B. gab einen ganz anderen Senator, als man ihn je in Hamburg wird angetroffen haben und je antreffen wird, aber er schuf mit seiner unoergleich- lichezz vis coroica eine Figur, über die man noch nach Wochen in Gießen lachen wird.

Der alte Schwank ist im übrigen eine Kopie des vor­trefflichen kleinen Björnson'schen BühnengemäldesDie Neu- verznählten". Die Grundlinien der^Vorlage sind durchgepaust und von den beiden geschickten deutschen Bühnenindustriellen zu einemneuen Muster" verarbeitet worden. Für bic: Purzelbäume der Psychologie, die man mit in den Kauf nehmen muß, wird man einigermaßen entschädigt durch eine Reihe wirklich trefflicher komischer Szenen, die allerdings aus dem Gegensätze zwischen tyrannischer Etikette einerseits und rebellischer Jugendlust und ungenierter Frohnatur andererseits unter den Händen eines echten Dichters unendlich viel frischer und köstlicher herausspringen würden. Vorläufig wartet das dickschädliche, spinöse Patriziertum Hamburgs, das übrigens bezeichnenderweise das Stück nur unter dem TitelDer

da einen Mann aus der vornehmsten Haznburger Gesellschaft auf die Beine gestellt, der, nach seiner ganz flüchtigen Eharakterisierung, bei aller Bärbeißigkeit doch eine gewisse Bonhommie hat, eine behäbige Liebenswürdigkeit, ohne die er eigentlich unausstehlich sein müßte. Herr Büller machte ja nun einen ganz anderen daraus, er schuf eine komische Figur allerersten Ranges, allerdings auf Kosten aller Wahrschein­lichkeit. Ein Wcltkaufmann, ein Mitglied des Hamburgischen Senats kann nie und nimznermehr so gänzlich ohne jedes Taktgefühl sein, er kann unmöglich eine so imposante Borniert­heit besitzen, wie sie uns Herr Büller glauben machen wollte. Der Herr Senator Büllers war obendrein bisweilen geradezu gallig und misanthropisch und verschob dadurch die Grund­linien der Figur nicht unerheblich. Auch die Maske hatte etwas bleichsüchtig Verbittertes, etwas schulzneisterlich Pedantisches, kleinbürgerlich Philiströses, nichs vornehm steif und kühl Reserviertes, das den hochmütigen und strengen Hamburger erst kennzeichnet. Mit den dünn geschnittenen Lippen verriet dieser Herr Senator doch gar nicht die Vorliebe für den Rotfpohn und auch nicht für die Damen, die Senator Andersen so offen und so oft bekennt. Dafür aber gab Herr Büller eine von ihm selber zurcchtgeschnittene Possensigur von ganz außerordentlicher Wirkung. Da war wieder jede Geste, jeder Blick so komisch, da verzog sichseine lederne Miene oft zu so kurioser Grimaffe, da war jede Einzelheit so sehr nach des Publikums Lachbedürfnis gedreht, das schon Laube, der kluge Thcaterkenner, alsganz immens" abschätzte, daß die Heiter­keit ihre gewöhnliche Grenze überschreiten mußte. Und was das merkwürdigste dabei war: so unwahrscheinlich die ganze

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iitung: le von Cesar Cc. tto von J. Seb. B» 3 Pietä, Sigwi; UlessandroStru- Jahro 166L) süsser Tod* a von J- Seb. !' is ans Ende betr itorium ,EJjas* irgel und Orchi mdelssobn-Bartlx uir . Oratorium ,r- ndebsohn-ßart^ rVmlnncellm-W'

Kekannlmachmzg.

Vom 20. November ab können bei dezn Postamte 2 sSchulstraße) an den Werktagen Telegramme auch nach Schalterschluß bis abends 9 Uhr aufgeliefert werden.

Die Auflieferung erfolgt in der Packkaznmer, Eingang im Posthof.

Gießen, 16. November 1901.

Kaiserliches Postamt 2.

Bernh ard.

laßte furchtbare Sterblichkeit unter den dort zusammen­gepferchten Frauen und Kindern der Buren. Tas britische Kricgsamt hat nun zu dieser Angelegenheit ein 400 Seiten starkes Blaubuch veröffentlicht, das die amtlichen Berichte der Militärärzte und Offiziere über die Konzentrations- lager enthält. In diesen wird die Hauptschuld an ben bedauerlichen Gesundheitszuständen den Gewohnheiten der Internierte:: selbst zugeschrieben, doch geht auch an­dererseits daraus hervor, daß die Maßregeln der englischen Behörden wenigstens anfänglich sehr viel zu wünschen übrig ließen. In den Meldungen über den Inhalt des Blau- buches heißt cs:Der Kern der Berichte ist der, daß sie die hohe Sterblichkcitsziffer iiz den Lagern den schmutzigen Gewohnheiten der Buren, ihrer Jgzwranz, ihren Bor- urteilen, ihrer Quacksalberei und ihren: Mißtrauen gegen die englischen .Hospitäler und Aerzte zuschreiben. Für alle diese Tinge wird eine große Zahl vozz Fällen angeführt. Weiter geht aus den Berichten hervor, daß die Sterblichkeit in hohem Maße dem geschwächten körperlichen Zustande zu- Luschrciben ist, iz: welchem die Mehrheit der Flüchtlinge in oezz Lagern eintraf, andererseits aber lassen die Berichte auch erkennen, daß die Lager in der ersten Zeit in vieler: wichtiger: Punkten mangelhaft eingerichtet zoaren, nament­lich hmsichtlich der Ausstattung für den Fall des Auftretens! ansteckender Krankheiten; an einigen Plätzen war die Wasserversorgung rlnzureichend, azi anderer: war das Wasser verunreinigt. Die Nahrungsmittel luarcz: eine Zeit lang unzureichend und zum Genüsse ungeeignet. Diese Mängel waren jedoch in allen Fällen nur zeitweilig, und, die Ausbreitrmg der Krankheiten war überall hauptsächlich dem körperlichen Zustande und den Lebensgewohnheiten der Flüchtlinge zuzuschreiben." Das, was hier zugestanden wird, ist denn doch mehr als hinreichend, iüc britische Verwaltung stark zu belasten.

Frankreich hat seiner: Konflikt mit der Türkei schnell zum Abschluß gebracht; es hat erreicht, was es! wollte, und den Sultan zur Nachgiebigkeit gezwungen. Die geheimsten Wünsche aber, die darauf hinauslaufeu, festen Fuß am Bosporus zu fassen, hat es zurückdrängen müssen, weil Rußland trotz seiner Bundesgenossenschaft davon nichts wissen wollte, und auch England trotz seiner Ohnmacht Miene machte, zu protestieren. Fast hätte sich daraus wieder eine kleine Hetze der französischen Press« gegen Deutschland entwickelt, aber der wahre Sachverhalt wurde zeitig genug offenbar, um diese Absicht in ihren ersten Anfängen zu ersticken. Aber ausgeschoben ist nichch aufgehoben, dürfte man auch in Paris hinsichtlich der klein, asiatischen Pläne denken- und einstweilen froh fern, das erlangt zu haben, was zu fordern man zunächst berechtigt war. Der Grvßtürke dürste freilich auch, als er die ver­langten Entschädigungen anwies, geseufzt haben:Geld' ist viel, sehr viel; je weniger man davon hat, desto mehr spürt man, wie viel es ift".

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ungen, zu denen der Bundesrat sich herbeigelassen hat, wenig erbaut. Maz: hat nun abzuwarten, was der binnen ttnzen: zusammentretende Reichstag dazu wie zu dezn Tarif überhaupt sagen wird; wir glauben, es werden noch Monate darüber vergehen, bis auf beiden Selten die Ungeduld und die Sorge gewichen sein wird und volle Gewißheit herrscht über die weitere Gestaltung der Verhältnisse von Handel und Landwirtschaft in Deutschland.

Im Auslande, besonders in Ungarn, verfolgt man die deutsche Zollpolitik mit größter Aufmerksamkeit. Der frühere ungarische Minister des Innern Hieronymi kam dieser Tage im Abgeordnetenhause auf den deutschen Zoll­tarif zu sprechen. Er sagte u .a.:Deutschlands Handels­politik war uns nie freundlich gesinnt, und sie ist es jetzt noch weniger. Leider haben wir dagegen keine Waffe; sie würde Deutschlcnll) wehe thun, uns aber auch. Es bleibt uns nur die Hoffnung, daß Deutschland sich noch eines Bessern besinnen wird." 'Tie Budapester Handels- und Ge­werbekammer erklärt in ihrem Kammerbericht, daß schon der bisherige Handelsvertrag die seitens Ungarn daran geknüpften Hoffnungen nicht erfüllt habe, weil er den ungarischen Export nicht gehoben habe, daß aber die Grund­lage des neuen Tarises alle Hoffnungen auf den Abschluß eines für Ungarn billigen Handelsvertrages zerstöre. Die Debatte über den Bericht ergab eine große Meinungsver­schiedenheit. Ein Teil erklärte, der Tarif werde die ungarische Agrarausfuhr nicht schädigen, da Deutschland kaum, zumal in den ersten Jahren, iz: der Lage sein werde, die innere landwirtschaftliche Produktion für die Deckung des Konsums genügend zu steigern, es werde also impor­tieren müssen, und die Hochzölle selber bezahlen, weshalb die Lage zu keinen Befürchtungen Anlaß gebe. Ein anderer Teil war gegenteiliger Meinung, und forderte Retorsionen gegen die deutsche Industrie. Drmit aber hierdurch Ungarn nicht gänzlich der österreichischen Jndusttie ausgeliefert werde, seien hierfür wenigstens von Oesterreich Konzessionen zu fordern.

Tie En g län d er, die demnächst als neuen deutschen Botschafter ai: Stelle des in den Ruhestand getretenen Grafen Hatzfeldt den Grafen Wolff-Metternich zu begrüßen haben werden, hatten das Vergnügen, aus einigen Reden ihrer leitenden Staatsmänner neue Zuversicht über den Aus­gang des Krieges in Südafrika schöpfen zu können, wenngleich der Optimismus, mit dem Lord Salisbury so­wohl wie Brvdrick zu Werke gingen, sich schwerlich bewahr­heiten dürfte. Der Entschluß der englischen Regierung, neue Truppen auf den Kriegsschauplatz zu entsenden, be- iveift deutlicher denn alles andere, daß an eine Beendig­ung, und vor allem an eine siegreiche Beendigung des Feldzuges noch bei weitem nicht zu o en Een ist, und so wenig sich die Nachrichten über die Einleitung von Frie­densverhandlungen bestätigt haben, so wenig wird die Zu-- versicht der englischen Staatsmänner jemals gerechtfertigt werden. Die niederländische Regierung erklärt neuer­dings, sie wünsche in der südafrikanischen Frage für den Augenblick die Politik der Neuttalität zu wahren, die, wie sie glaube, ihr gegenüber den Krieg führenden uzcerbitt­lich durch die Notwendigkeit vorgezeichnet sei. Sie sei dementsprechend verpflichtet, den durch das Völkerrecht im Falle eines Krieges den neutralen Mächten auferlegten Verpflichtungen in peinlichster Weise nachzukommen. Me- mand könne indes von der Regierung verlangen, daß sie deswegen die blutsverwandte Bevölkerung in Südafrika aus den Augen verliere. Tie Regierung werde daher immer auf dem Posten fein, und keine gute Gelegenheit versäumen, die sich ihr biete, um für die Aufrechterhaltung des Völker­rechts und die Wiederherstellung des Friedens einzutteten. Zu den schwersten Anklagen, die gegen die englische Kriegführung nicht nur von einerübelwollenden" Aus­landspresse, sondern von Engländern selbst erhoben worden sind, gehört die unzulängliche Art der Einrichtungen in den sogenannten Konzentrationslagern und die dadurch veran-

Politische Wochenschau.

Geld ist viel, sehr viel; je weniger man davon hat, befho mehr spürt man, wie viel es ist!" Diese goldne Weis­heit gilt nicht nur für den einzelnen, nicht blos für den Geschäftsmann, sie hat ihre Geltung auch für die Regier- zmgen, trotzdem diese aus dem großen Beutel der Steuer­zahler ihre Bedürfnisse decken und die Möglichkeit in Hän­den haben, bei ihren Bürgern Ausflucht aus allen Nöten zu suchen. Die lebhaften finanziellen Klagen, die in diese:: Tagen aus allen Ecken des Reiches kamen, lieferten davon Beweis. Trotz der fetten Jahre, in denen der Steuersiskus sich weidlich erholen konnte an dem goldenen Zufluß, den Handel und Wandel den Lande:: brachte, fehlt es allent­halben unb die Fmanzminifter sind in heller Verzweiflung, woher sie die Mittel nehmen sollen, welche die Bedürfnisse des Landes von ihnen erfordern. In der bayerischen Lämmer der Abgeordneten klagte man über die schwere Not der Zeit in eben denselben beweglichen Tönen, wie im s ä ch s i s ch e n Landtag über die schwere Zeit der finan­ziellen Not, und auch aus der preußischen und Reichs- Zentrale wurden fortgesetzt Stimmen laut, welche die Kunde von Millionen-Defizits ins Land trugen, gewisser­maßen als Vorbeugungsmittel gegen die immer offen­kundiger werdende Absicht der Einzelstaaten, an einer ober, wenn's nicht ausreicht, gleich an mehreren neuen Reichs­steuern Erholung zu suchen. Dem Fmanzexpvse unseres Herrn Präsidenten Gnauth sehen wir mit großer Spann­ung entgegen. Die Neigung, noch höhere Matrikularbei- iräge als bisher zu zahlen, ist ganz außerordentlich gering, andererseits aber besteht auch bei der Neichsregierung durch­aus keine Meinung dafür, eine neue Steuerquelle auf- zuthun, wohl weil man sich nicht verhehlt, daß es ein eigen Ding damit ist, in einer Zeit, wo alles Streben sich auf dem Punkte einer allgemeinen Lebensmittelverteuerung vereint und andererseits die Erwerbsgelegenheiten ganz «außerordentlich darniederliegen, das Volk auch noch durch neue Abgabe:: zu belasten.

Es würde wenigstens ein Widerspruch, wie er gleich groß und gleich auffallend nicht oft vorkommt, sein, wenn «Graf Bülow, der als preußischer Ministerpräsident eben noch allgemeine Erhebungen über den Umfang der in Preußen herrschenden Arbeitslosigkeit angeordnet hat, also der Ansicht ist, daß ein wirtschaftlicher Notstand vorhanden ist oder sich bor bereitet, dessenungeachtet neue Sten er quellen erschließen wollte, die in Anbetracht der Schien, die an den maßgebenden Stellen vor einer direkten Steuer besteht, doch nur wieder aus Verbrauchsgegenftände:: fließen würde. Man liebäugelt viel zu lange schon mit Tabak und Bier, als daß nicht zu befürchte:: stände, man werde diese Artikel des Volkskonsums ei::es schönen Tages doch vielleicht dazu benutzen, um die Ebbe in: Reichssäckel zur Flut zu gestalten. Wir wollen, ganz speziell im Interesse der Gießener Zi- .garrenindustrie, hoffen, daß zum wenigsten der Tabak in Ruhe gelassen wird.

In diesen Tagen hat der Bundesrat den Zoll- -tcrif en t m ur f faft unverändert angenommen. Daß darob in landwirtschaftlichen Kreisen eine gewisse Genugthuung herrscht, läßt sich denken: die Organe des Bundes der Landwirte sind allerdings über die spärlichen Zollermäßig-

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Mts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Hesfische Nebenbahnen.

Der Zweiten hessischen Kammer ist soeben eineRegier­ungsvorlage betreffend den Entwurf eines Gesetzes, den fünften Nachtrag zum Gesetz vom 15. November 1890, die Herstellung weiterer Nebenbahnen betreffend", zugegangen. Sie enthält 5 Artikel, von denen die wesentlichsten lauten

Unsere Negierung ist ermächtigt, zum Bau der Bahnen Grebenhain-Gedern und Oberroden-Sprend- tingen und zur Beschaffung der erforderlichen Betriebs­mittel 3 397 000 Mk. aus Staatsmitteln zu verwenden, und zwar

a) zum Bau der Eisenbahn

GrebenhainGedern 1886 000 Mk.

OberrodenSprendlingen 1205 000 Mk.

b) zur Beschaffung von Betriebsmitteln

für beide Bahnen zusammen 306 000 Mk.

Summe 3 397 000 Mk.