Ausgabe 
19.2.1901 Zweites Blatt
 
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buch. Eine wesentliche Neuerung liegt in der Hinzufügung von einleitenden Bemerkungen, durch welche das System der Zusammenstellung veranschaulicht und die Bedeutung der einzelnen Zollsätze erläutert wird. Nachdem Mitte vorigen Jahres ein Nachtrag erschienen ist, sollen zwei weitere Nachträge in nächster Zeit herausgegeben werden. Diejenigen Bänoe, bei welchen umfangreichere Veränder­ungen stattgefunden haben, werden neu aufgelegt und als­dann gleichfalls durch Nachträge ergänzt werden. Tie Er­gänzungen in Form von Tekturen werden im Buchhandel zu haben sein. Die Zusammenstellung der Zolltarife zerfällt in folgende fünf Bände: 1) Textilindustrie, 2) Industrie der Metalle, Steine und Erden, 3) Chemische Industrie, 4) Holz- und verwandte Industrien, Papier-, Leder- und nautschuk- industrie, 5) Landwirtschaft, Nahrungs- und Genußmittel.

- Im preuß. Abgeordneten hau se fragte Abg. Dr. Arendt (fk.) den Minister, wie es mit der Gewährung des Ehrens oldes an die Veteranen stehe. Minister des Innern, Frhr. v. Rheinbaben weist darauf hin, daß eine allgemeine Anordnung ergangen sei, in dieser Frage mit dem größten Wohlwollen zu verfahren; es sei seine An­sicht, daß es Ehrenpflicht des Staates sei, hier keine Schwie­rigkeiten zu machen.

Beinahe 700 Schuhwarenhändler laden zu einem Deutschen S ch u h h ä n d l e r t a g e für 25. Februar nach Berlin ein, auf dem die Konstituierung eines Deutschen Schuhhändler Verbandes stattfinden soll.

Weimar, 17. Febr. Der Großberzog Wilhelm Ernst hat eine Amnestie erlassen, durch die allen Per­sonen, die bis zum heutigen Tage inel. wegen Verbrechen odejr Vergehen in Bezug auf die Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte (§ 105 bis 109 des Strafgesetzbuches), wegen Beleidig­ung des Landesfürsten oder eines Mitgliedes des Großh. Hauses durch Erkenntnis eines Großh. Gerichts rechtskräftig verurteilt sind, diese Strafe, soweit sie nicht verbüßt ist, er- tassen wird. Die Amnestie erstreckt sich ferner auf eine Reihe von Vergehen gegen das Strafgesetzbuch, namentlich Vergehen gegen die öffentliche Ordnung, Beleidigungen durch die Presse, Zweikampf, fahrlässige Körperverletzung, sofern die verhängten Strafen die Tauer von zwei Monaten, die Geldstrafen den Betrag von 300 Mark nicht überschreiten.

Der Großherzog hat der Jubiläums-Siiftung für Ge­meindepflege zum dauernden Gedächtnis seines Vaters und zur weiteren Förderung und Kräftigung der Gemeindepflege einenKarl August-Fonds" im Betrage von 100 000 M-ark überwiesen.

Ausland.

Madrid. 17. Febr. Man nimmt an, daß in einem für Mittwoch angpsetzten Ministerrat das Kabinet beschließen wird, selne Entlassung zu geben. Wie aus guter^Quelle verlautet, werde Silvela mit der Neubildung des Ministeriums be­traut werden.

Sofia, 17. Febr. Aus der Bronchitis des Erbprinzen Boris beginnt sich eine Lungenentzündung zu entwickeln. Der Fürst hat deshalb Petrow ersucht, die Geschäfte solange weiter zu führen, bis eine Besserung im Befinden des Erb­prinzen ihm die nötige Ruhe gewährt, um an-'trie Partei­führer wegen der Neubildung des KabinetS heranzutreten.

Karlowitz. 17. Februar. Zum Empfange der Leiche des Königs Milan, die mit Sonderzug hier eingetroffen ist, war auf dem Bahnhofe eine Ehrenkompagnie aufgestellt, welche die militärischen Ehren erwies, während die Musik die, serbische Königshymne spielte. Vom Bahnhofe wurde die Leiche auf einem 6-spännigen Gala Leichenwagen nach der Metropolitankirche überführt, wo die Einsegnung durch den Patriarchen unter Assistenz einer großen Anzahl von Geist licheu und unter dem Geläut aller Glocken stattfand. Nach­mittags 1 Uhr fand die Ueberführung der Leiche nach dem Kloster Kruschedol statt, wo die Beisetzung erfolgte.

Petersburg, 17. Febr. Der Kaiser besuchte mit dem Großherzog von Hessen die Kunstausstellung und erwarb ein Gemälde von Benois.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 18. Februar 1901.

P. Ein großes Maskenkranzchen veranstaltete am Sonntag abend der hiesige Maschinenbauer-Verein in den närrisch dekorierten Lokalitäten deS Lonys Bierkellers. Die Auf führungen waren wohlgelungen und erregten stürmische Heiter­keit. Besonders großen Beifall errangen die Aufführung deschinesischen Fächertanzes- und derBurengeneral De Wet als Fiiedensengel-. Leider wurde die angekündigle Fahrgelegenheit mit der Straßenstampfwalze wenig benutzt, wenigstens sind uns keine Passagiere begegnet.

P. Der Technische Verein veranstaltete am Samstag einen karnevalistischen Abend. Der obere Saal des Cafe Ebel war gut besetzt und bald nach Beginn herrschte luftige Karnevals­stimmung. Nach einigen humoristischen Musikpiäcen trug Herr F. Noll ein Kouplet vor,Der verliebte Rekrut-. Im Laufe des Abends folgten humoristische Aufführungen, d.e vermaßen erheiternd wirkten, daß die Anwesenden kaum aus oem Lachen herauskamen. Besonders großen Beifall errangen die SzenenTante Mollig oder Das Verbrechen des Ritt­meisters",Die gefährliche Pferdebahn oder Dynamit und Blutwurst- u. a. Auf dem Programm standen noch eine Anzahl humoristischer Lieder, t* zur Belebung der Stimmung m hohem Maße beitrugen. Ein Tänzchen bildete den Schlufi des zur allgemeinen Zufriedenheit verlaufenen Abends.

P. Turnverein Gießen. Am Fastnachtsonntag nachmittag 4 Uhr veranstaltete der Turnverein in der Turnhalle ein karnevalistisches Konzert mit humoristischem Programm. Bald herrschte die fidelste Stimmung und die Teilnehmer waren mit dem Verlaufe der Veranstaltung sehr zufrieden. ~ F. Veterauenvereiu. In der Generalversammlung am Samstag wurde der seitherige Vorstand einstimmig wieder gewählt und ihm aus der Versammlung heraus für seine seitherige Thätigkeit Dank gezollt.

* Lich, 16, Febr. Gestern abend hatten wir hier das Vergnügen, einen Geigenkünstler von ausgezeichneter Meister­schaft zu hören. Konzertmeister Soldan von Marburg bot einem zahlreich erschienenen auserlesenen Publikum im Hotel zum Holl. Hofe ein Programm von solch künstlerisch feiner Auswahl, wie es wohl vorher noch nie hier der Fall war. Er verfügt über eine brillante Technik und sein Spiel zeugt von einer tiefempfindenden Seele, kurzum er ist ein Meister seines Instruments. Jedermann war entzückt von dem Spiel Soldans und allgemein wurde der Wunsch geäußert, recht bald noch einmal den Genuß eines Vortrags von ihm haben zu können.

Bad-Nauheim, 17. Febr. Für die diesjährige Saison sind bis jetzt sechs neue Aerzte angemeldet; es ist dies die höchste Zahl in einem Jahre, denn es waren bis jetzt immer nur vier, höchstens fünf neue Aerzte in der Saison. Die Bohrarbeiten neben der alten Gasquelle haben bereits am Montag begonnen. In der Einwohnerschaft ist eine Sympathie für die Bohrarbeiten nicht vorhanden.

ko. Friedberg, 16. Febr. Die Abgangsprüfung der Schulamtskandidaten am hiesigen Lehrerseminar fand vom 11. bis 14. Februar statt. Gestern wurde in der Seminar» turnhalle eine Schlußfeier abgehalten.

ko. Muschenheim, 16. Febr. Unser Dorf wird im Laufe dieses Frühjahrs mit Lich und Butzbach telegraphisch ver Kunden werden.

Z- Daueruheim, 16. Febr. Einem von hier gebürtigten auf dem Hofe Ober - Daueruheim im Dienst befindlichen iungen Manne wurde gestern von einem Pferde das Bein o zerschlagen, daß er in die Klinik nach Gießen ge­wacht werden mußte.

Z- Bellersheim, 16. Febr. Der Knecht der Gebrüder Böckel von hier, ein noch junger Mann, wurde von einem Pferde im Stalle erschlagen.

Z- Geis-Nidda, 16. Febr. Ein in Pflege befindlicher 13jähriger Junge von hier hatte ein Buch entwendet und verbrannt. Seine Pflegemutter machte ihm darüberMor- würfe und sagte:Wenn Du zur Schule kommst, so wird es was ordentliches absetzen." Der Junge hat sich darauf entfernt und ist seit dieser Zeit spurlos verschwunden. Wahrscheinlich hat er sich ein Leids angethan.

P. In den vier Jahreszeiten veranstaltete am Fastnacht sonntag Der Gesangverein Gemütlichkeit ein großes Maskenkränzchen. Die seinerzeit Aufsehen erregendeBären­jagd im Sckiffenberger Walde" gelangte u. a. zur Aufführung. Der Besuch war recht rege.

Frankfurt a.M., 17. Febr. Staatsminister Dr. v. Miquel soll sich, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, für den

Z- Bobenhansen (bei Ortenberg), 16. Febr. Ein hiesiger Einwohner, dessen Frau vor kurzem wegen Einbruchs- Diebstahl verhaftet wurde, hat sich auch von seiner Familie heimlich entfernt und ist seit einigen Tagen spurlos ver­schwunden.

ko. Bleichenbach, 16. Febr. Oberförster Dr. Weber zu KonradSdorf erlegte gestern im Schottener Walde einen Edelhirsch (Zwölfender), der aufgebrochen 350 Pfd. wog.

ko. Darmstadt, 17. Febr. Die Einjährig-Freiwil­ligen - Prüf ungen beginnen am 20. d. M.

Marburg, 16. Febr. Nach der im vorigen Herbste in Elnhausen stattgefundenen Kontrollversammlung wurde der Reservist Weinholz aus Hermershausen so verletzt, daß er bald darauf ftyxrb. AtS Thäter verhaftete man den Re- servisten Ammenhäuser aus Haddamshausen. DaS gegen ihn eingeleitete und bis jetzt schwebende Verfahren ist jedoch ein­gestellt worden, da sich genügend Beweismomente ergaben, daß er in höchster Notwehr gehandelt hat. Die Freilaffung des A. aus der über ihn verhängten Untersuchungshaft ist bereits erfolgt.

ko. Frankfurt a. M., 17. Febr. In der gestrigen wissen­schaftlichen Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft hielt Geh.-Oberbergrat Dr. R. LePsiuS aus Darmstadt einen Vortrag überDie Erbohrung des neuen Soolsprudels in Bad-Nauheim", dem wir folg.ndeS entnehmen: Vor fünf Jahren wurde Prof. LepfiuS von der hessischen Staatsregierung auf gefordert, die geologischen Verhältnisse der Quellen zu Nauheim zu untersuchen und

** Persoual'Nachrichteu. Der Großherzoghat am2. Abr. dem Forstwart der Forstwartei TreiS a. d. Lda. Förster Johs. Stein aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Die Gerichtsaccessisten Friedrich Birnbaum aus Gießen, Dr. Ernst Brill aus Darmstadt, Karl Denk aus Mainz, Heinrich Dietz aus Alzey, Dr. Eckert ans Mainz, Heinrich Engel aus Gießen, Dr. Wilhelm Hetzel aus Mainz, Jakob Keller aus Viernheim, Dr. Paul Krug aus Mainz, Ludwig Leun aus Gießen, Ludwig Neuroth aus Griesheim, Karl Pückel aus Darmstadt, Dr. Anton Schmitt aus Offenbach, Paul Schreiber aus Gießen wurden zu Gerichtsassessoren ernannt. Der Großherzog hat am 12. Februar dem Pfarrverwalter Adolf Korell zu Königstädten, Dekanat Groß-Gerau, und dem Pfarrverwalter Philipp Erckmann zu Maulbach, Dekanat Alsfeld, die evangelischen Pfarrstellen daselbst übertragen.

** Eröffnungsfeier. Heute (MontW) abend findet im ^Kaiser Hof" die Uebernahme des Lokales durch den neuen Wirt statt.

P.Banerscher Gesangverein. Am SamStag abend herrschte _____ 0______H.ö..viev |lK vv

gegen 8 Uhr an der Waüthoistraße reges Treiben. Oft er- 1. Mai d. I. eine Wohnung hier gemietet haben. i«üenbnn^,l,-mSnUt ^Ir-ichen, neugierigen Slraßen. fo. Frankfurt a. M., 17. Febr. Der an der Ermar-

äSWhTbXDae,en um im großen Saale bei bang bei Arbeiter- Schmitt an»Hornau beteiligte 24Jahre Gesanaoerein^inenu^^nstaltete der Bäuerische alte Heinrich Wetteroth ist in Friedberg verhaftet worden, feb n roa? fehl ftnrf fKnbaa^ b,r' toie yorau63u Sein Komplize Jakob Klau» sitzt bekanntlich schon seit einigen

bunter Durchestianber im fc x ®e0cn,9 Uhr herrschte Wochen hinter Schloß und Riegel. Beide sollen bereits Ge buntes Durcheinander hübsch narrisch dekorierten Saale, stündniffe abgelegt haben. Masken jeben Genres wogten durch einander. Die Auffiid 8 0 9

rangen fanden reichen Beifall. Erst gegen Morgen verlieben die Letzten das Festlokal.

auf gründ seiner Studien Vorschläge über eine stärkere Ge­winnung von Therrnalwaffer und Kohlensäure zu machen. Oie in den Jahren 1846 und 1855 erbohrten Soolsprudel reichten bei dem Wachstum des Bades Nauheim nämlich nicht mehr aus, um die Badhäuser und Salinen mit Sool- und Therrnalwaffer zu versorgen. Prof. LepsiuS nun schien es <u gewagt, an den alten Sprudeln irgend etwas vorzunehmen oder zu ändern; deshalb schlug er vor, an.einem Platz 24 Mtr. östlich des großen Sprudels eine neue Tiefdohrung vor- zunehmen. In einer Tiefe von 200 Meter werde man auf die Hauptqucllwafferspalte stoßen. Das trat denn auch ein. Unter ßeitung des Vortragenden wurde die Bohrung von Bohr­unternehmer Thumann in Halle ausgeführt und hatte das be­kannte, allein der geologischen Wiffenschaft zu verdankende Resul­tat: den feit 17. März 1900 springenden mächtigen neuen Sprudel der täglich 800 Kubikmeter Soolwasser von 31,2 Grad Celsius Wärme und ungefähr ebensoviel Kohlensäure täglich auswirft. Die alten 'Sprudel blieben in ihrem Bestände unberührt. Im Anschluß hieran verbreitete sich der Vor­tragende noch eingehend und in allgemein interessierender Weise über die Entstehung der Thermalquellen und der Kohlensäure in Bad Nauheim und der anderen Badeorten am Taunusrande. Bisher hatte die Annahme vorgeherrscht, daß das Salz der Salzquelle von Nauheim, Homburg, Soden, Wiesbaden, Salzhausen u. s. w. ans einer Zechstemforrnation am Taunus, die dort gar nicht vorhanden ist, oder aus den tertiären Ablagerungen stamme. Der Vortragende erst hat festgestellt, daß die Quellen am Taunusrande ihr Waffer, ihre Salze und ihre Kohlensäure aus dem devonischen Schichtensystem des Taunusgebirges selbst erhalten. Das Wasser ist, wie jedes Quellwaffer, ursprünglich Regen- waffer gewesen. Nachdem es auf den Taunus und seine nördliche Abdachung aufgefallen ist, ist eS in die Ge­steine des Untergrundes bis zu einer Tiefe, in der .es durch die Erdwärme Temperaturen bis zu 68 Grad (Wies­baden) erhielt, eingesickert und tritt nun wieder auf den großen Verwerfungsspalten am Südrande des Taunus in den Thermal Quellen wieder zu Tage. Die Salze werden in der Tiefe aus Salz-Lagern im Devon durch das zirkulierende Wasser ausgelaugt. Zum Schluß teilte der Vortragende noch seine Ansicht über die Entstehung der Kohlensäure mit. Danach entsteht dieselbe durch Zersetzung von devonischen Kalksteinen mittelst der Hitze der in der Tiefe lagernden Erdlava. In der Wetterau, in der mächtige Schollen von mitteldevonischen Kalksteinen ab- gesunken und die Basaltmaffen des Bogelsberges ausgebrochen sind, enthalten daher die Quellen die größten Mengen von Kohlensäure. Dasselbe sehen wir in der Eifel mit ihren milteidevonischen Kalksteinen und Basaltlaven. Redner em­pfiehlt, bei allen Neubohrungen usw. die geologischen Ver­hältnisse zu berücksichtigen und die geologische Wissenschaft in ihre Rechte treten zu lassen, damit dem wertvollen Quellen­besitze des Taunus durch Unberufene kein Abbruch geschehe. Der interessante Vortrag erntete reichen Beifall.

* Kleine Mitteilungen aul Hessen und den Nachbarstaaten. In Büdingen feiert am Dienstag Oberförster Kalkhof fein 50jährige» Dienstjubiläum. In Rom beging der Maler Karl Frhr. v. Pidoll, der in Frankfurt a. M. wohnte, Selbstmord. Er war 54 Jahre alt, arbeitete in der Manier von MareeS. Der Grund des Selbstmordes ist hochgradige Neurasthenie.

Uermischles.

Essen a./R., 17. Febr. Durch verfrühtes LoSgehen eines Verschlusses auf der ZechePeterfeld" find zwei Bergleute getötet, drei schwer verwundet worden.

* Dir sch au, 17. Febr. Heute Mittag entgleiste zwischen den Stationen Grunau-Allfelde der Schnellzug zwei, Eydtkuhnen-Berlin. Ein Speise«, ein Personen« und ein Postwagen liefen mehrere hundert Meter neben dem Ge- eife. Personen sind nicht verletzt. Ursache der Entgleisung ist vermutlich Schienenbruch. Ein Sonderzug beförderte die Passagiere des Schnellzuges von Dirschau nach Berlin.

Kiel, 16. Febr. Beim Abbruch der alten Gaardener Gasanstalt wurden durch eine explodierende Dynamit« Patrone vier Arbeiter schwer verletzt.

* Koburg, 16. Febr. Auf der Strecke EiSfeld-Unter- neubrunn entgleiste eine Maschine mit einem Schneepflug, der Lokomotivführer und der Heizer wurden verwundet. Ein Hilfszug ist von Koburg dahin abgegangen.

* Straßburg, 17. Febr. Ein am 7. Febr. vormittags hier aufgelassener Registrier-Ballon ist bisher noch nicht aufgefunden worden. Da die Wahrscheinlichkeit besteht, ) derselbe in einer selten betretenen Gegend liegt, bittet der meteorologische Landesdienst, daß Umschau gehalten wird nach dem Ballon. Derselbe besteht aus gelbem Papier und hat bei sich einen viereckigen mit Silberpapier umgebenen Jnstrumentenkorb.

* Gent, 17. Febr. In Ledeberg entstand gestern abend zwischen Rekruten, die zur Auslosung in die Stadt g kommen waren, eine große Schlägerei. Die OrtSpolizei wandte sich um Hilfe an die GeoSdarmerie, die alsbald ein» schritt, aber von ihren Waffen Gebrauch machen mußte. Ein Gensdarm wurde schwer verletzt und ein Polizist von einer RevolverkugeL getroffen. Mehrere Personen wurden verhaftet.

* Paris, 16. Febr. Die kirchliche Trauung deS Kammerpräsidenten Deschanel mit Fräulein Brice de Ville hat, nachdem die Ziviltrauung bereits am 13. d. M. vorangegangen, heute in der Kirche Saint Germain des PröS stattgefunden. Unter den Anwesenden befanden sich Präsident Loubet, viele Mitglieder des diplomatischen Korps und eine große Anzahl von Vertretern der politischen und litterarischen Welt.

* Zürich, 17. Febr. Hans Böcklin, des kürzlich verstorbenen Arnold Böcklin Sohn, der feit Juli v. I. wegen eines an seiner Geliebten begangenen Mord­versuchs in Gewahrsam genommen ist, wird sich wegen seiner Thal nicht vor dem Gericht zu verantworten haben.