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Dienstag 17. Dezember 1901
Zweites Blatt
151. Jahrgang
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Preußen wollen die Landwirte nun nichts mehr mit deutschen Käufern zu thun haben und geben die Maschinen zurück.
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Aus Ktadt und Zand.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß.Auz." gestattet.) Gießen, den 16. Dezember 1901.
** Weihnachtsschnee. Der Winter hat in der vergangenen Nacht seine Visitenkarte abgegeben und hat sofort mit erheblicher Bravour seine Ouvertüre zum besten gegeben. Wir hatten heute früh 10° Celsius, nachdem in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Erde ihr weißflockiges dickes Wintergewand angelegt hatte. Gießen liegt heute schon im Weihnachtsschnee. Wie schön ist eine Winterlandschaft, und doch kann man nicht mit ungemischten Gefühlen der Freude die weißen Boten des jungen Winters begrüßen. Gerade in dieser Zett, in der so viel über Arbeitslosigkeit geklagt wird, hat man der Angst zu gedenken, die jetzt die Seelen Tausender und Abertausender packt angesichts der Kälte und des kommenden Hungers. Möge jeder nach seinen Kräften dazu bei* steuern, daß diese beiden ärgsten Feinde der Unbemittelten unterdrückt werden. — UebrigenS scheint die plötzliche Kälte aus Nordamerika zu uns herübergekommen zu fein. AuS Newyork wird nämlich vom 15. ds. Mts. gemeldet: Eine sogenannte kalte Welle, die sett 48 Stunden sich über Nord- amerika ausdehnt, ist eine der kältesten, die seit Menschengedenken festgestellt worden ist. In verschiedenen Orten wurden 18 Grad unter Null verzeichnet. In Chicago herrscht eine Kälte, wie sie seit 200 Jahren nicht mehr vorgekommen ist. — Aus Dänemark kommen Meldungen von erheblichen , Schneeverwehungen.
** Ein Samarittrdienst. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag fanden Passanten der Krofdorfer Straße an einem Abhänge einen Mann fast erstarrt liegen. Sie hoben ihn auf und trugen ihn in die nächste Wirtschaft. Da er hier nicht zum Bewußtsein zu bringen war, schafften sie ihn mit Hilfe der Nachtschutzleute in die Klinik, wo er bald nach seiner Ankunft starb. Der Fremde war ein Kolporteur aus Wolfenbüttel mit Namen Robert Dickhaut.
** Einen gemeinen Bubenstreich verübten Rowdies auf Oswalds Garten. Sie entwendeten nicht nur dem gegenwärtig dort Christbäume verkaufenden Manne verschiedene Bäume, sondern schnitten auch' anderen und gerade den chönsten die Krone ab. Tie Polizei wurde benachrichtigt. Es wäre zu wünschen, daß die Tbäter entdeckt und exemplarisch bestraft werden.
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erbeten.
Erscheint tägNch mtt Ausnahme des
Montags.
Siebener Familien, blätter werden dem Anzeiger tm Wechsel mit dem „Hess. Landwirt* nnd den „Blättern für hessische Volkskunde*
PKrmal wöchentlich bet- gelegt.
Redaktion, Erpedttion und Druckerei:
Schnlstratze 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
ssernsprechanschlußNr.51.
Gotha, 15. Dez. Es wurde gemeldet, daß der Staatsminister Hentig den ihm verliehenen erblichen Adel abgelehnt habe. Diese Nachricht war nicht ganz korrekt- Der Minister hat das Gvoßkreuz des Sachsen-Ernestinischen Hausordens erhalten, dessen Inhaber zur Führung des Adelsprädikats berechtigt sind. Hentig hat das Großkreuz angenommen, macht aber von dem Rechte, den Adel für sich und seine Familie zu führen, keinen Gebrauch. Auch der weimarische Staatsminister Dr. Rothe, setzte nicht, als ihm vor länger als einem Jahre der gleiche Orden zu teil wurde, das Wörtchen „von" vor seinen Namen. Ebenso haben die früheren weimarischen Minister bezw. Departementschefs Stichling, Thon und Vollert — ersterer sogar mehrfach — den ihnen angebotenen Adelstitel ausgeschlagen, wohingegen der vormalige, jetzt verstorbene stellvertretende Bevollmächtigte der thüringischen Staaten zum Bundesrat, Wirll. Geh. Rat Dr. v. Herwart, mit dem Groß kreuz auch zugleich den erblichen Adel für sich und seine Familie annahm. (Bekannt ist ja auch, daß Geibel und Gustav Freytag das Adelsprädikat nicht führten, obwohl sie im Much,e von Ordensauszeichnungen sich befanden, die sie dazu 'berechtigten. D. Red. des „Gieß. Anz.")
Wiesbaden, 15. Dez- Das amtlich ermittelte Ergebnis der Reichstags-Stichwahl vom 11. Dezember ist Folgendes: Wahlberechtigte 40 824, abgegebene Stimmen 26 415. Davon waren 167 ungiftig. Giftig waren 26 248. Von den giftigen Stimmen erhielten Dr- C r ü g e r (freis.) 14 902 und Dr. Quarck (Soz.) 11346.
Ausland.
London, 14. Dez. Heute nachmittag fand im Man- sion House ein Frühstück zu Ehren der Delegierten der russischen Gesellschaft für Landwirtschaft statt. Bei demselben trank der Lordmayor auf die Gesundheit des Kaisers von Rußland und auf den brüderlich en Verkehr zwischen England und Rußland. Der Vertreter des russischen Ministeriums der Landwirtschaft Krukoff erklärte in Beantwortung des Trinkspruches, die Herstellung eigener direkter Handelsbeziehungen werde beiden Ländern Nutzen bringen.
Haag, 14. Dez. Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande trafen heute nachmittag hier ein. Sie wurden am Bahn Hofe von den Spitzen der Behörden empfangen und fuhren, von einer großen Menschenmenge lebhaft begrüßt, durch die reichbeflaggten Straßen im offenen Wagen nach dem Palais der Königin- Mutter, von der sie aufs Herzlichste bewillkommt wurden. Dann begaben sich die Königin und Prinz Heinrich nach ihrem Palais.
Paris, 15. Dez. Dem Blatte „Rappell" zufolge hat der Papst den männlick)en und weiblichen Kongregationen die Erlaubnis verweigert, ihre Zentralen nach Rom zu verlegen. Diesen Entschluß soll der Papst damit begründet haben, daß in Rom für wettere derartige Niederlassungen kein Platz sei. Besonders Kardinal Rospighi soll den Papst auf die Unzuträglichkeiten aufmerksam haben, welche dem heiligen Stuhl durch zu große Einwanderungen französischer Kongregationen in Rom erwachsen könnten.
Rom, 15. Dez. In der Kammer kam es gestern während einer Rede des Sozialisten Ferri über die Anträge, betr. die Besserung der Zustände in Neapel und Süditalien zu LKrmscenen. Die Deputierten des Südens erhoben sich wütend gegen Ferri, als dieser ausführte: „Während im Norden die Korruptionszentren die Ausnahme sind, bilden im Süden die Zentren politischerund adminiftra- tiver Redlichkeit die Ausnahme." Nur mit Mühe wurde sie von ihren Freunden von Thätlichkeiten gegen Ferry abgehalten. Als dieser mit lauter Stimme rief: „Ihr seid nur gut zum Brüllen", wurden die berühmten Tischklappen in Bewegung gesetzt. Der Präsident fand schließlich leinen anderen Ausweg, als die Sitzung zu schließen.
Wien, 15. Dez. Im deutschen Heere haben im ablaufenden Jahre überhaupt nur vier Duelle — in der öster - reichisch-ungarischen Armee ein hundertundzwanzig Duelle stattgefunden.
— Die „N. Fr. Pr." meldet aus Semb e,lr g: Auf einer Entrüstungs-Versammlung in Jaroslau wurde gestern die Boykottierung derjenigen Kaufleute und Gewerbetreibenden beschlossen, welche Waren aus Preußen beziehen. Die Krakauer kaufmännische Kor- poratton beschloß gestern, behufs Abbruches der Handelsbeziehungen mit Deutschland Schritte zu thun. Krakauer Blätter berichten, daß die anläßlich des Weihnachtsfeftes von deutschen Geschäftsleuten hierher gesandten Preisverzeichnisse massenhaft zurückgeschickt würden mit dem Vermerk: „Nicht angenommen wegen Wreschen".
— Bei der Audienz, welche der Statthalter von Galizien, Graf Pininski beim Kaiser hatte, sprach sich der Kaiser sehr abfällig über die antideutschen Demonstrationen aus und ordnete eine strenge Unterdrückung an.
— Ter autonome österreichisch-ungarische Zolltarif soll gänzlich unabhängig von der Entscheidung in Deutschland über den dortigen Zolltarif schon zu 2:rginn des nächsten Jahres eingebracht werden und dürfte die denkbar höchsten Zollsätze aufweisen, um entsprechende Kom- pensationsvbjekte zu bieten.
Athen, 14. Dez. Tie Kronprinzessin ist heute von einem Prinzen entbunden worden.
Warschau, 14. Dez. Teutsche Milchhändler hatten einigen russischen Landwirten den Vorschlag gemacht, diese ollten Butter, Quark und Käse nach Deutschland'liefern, und hatten ihnen bereits Maschinen zur Herstellung dieser Produkte geliefert Infolge der jetzigen Agitatton geaen.
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Vom Burenkriege.
In London ist am 14. Dezember ein Blaubuch vev, öffentlicht worden, das die Schr iftw echsel zwischen dem Oberkommissar M i l n e r und Chamberlain enthält und genau die Absichten der Regierung bezüglich der Herabsetzung der Zahl der Flüchtlinge in den großen Konzentrationslagern und der Errichtung kleinerer Lager darlegt. Mttner giebt der Hoffnung Ausdruck, daß diese Maßnahmen die jetzige beklagenswerte Sterblichkeit wesentlich herabmindern würden, wenngleich die Befürchtung weiter bestehe, daß, was auch immer gethan werden möge, die Zahl der Todesfälle immer hoch sein werde. Milner bemerkt gleichzeitig, es wäre nicht zu beftreiten, daß die Zahl der Toten weit größer gewesen sein würde, wenn die Flüchtlinge in dem verwüsteten Lande gelassen wären. (Ja war es denn durchaus nötig, das Land in van- dalischer Weise zu verwüsten?) Viele seien aus freien Stücken in die Lager gekommen, andere, die aus den Lagern entwichen seien, seien halbtot in dieselben zurück- gekehrt. Insgesamt habe die Sterblichkett unter den Weißen m den Konzentrationslagern in Transvaal und im Oranje- staat im Monat Oktober 3156 und im November 2807 betragen, davon seien 4904 Kinder gewesen. In der Zeit von Juni bis November einschließlich seien 12 441 gestorben, davon 10113 Kinder. Die Gesamtzahl der weißen Flüchtlinge in den Lagern betrage 117964.
Eine Depesche Lord Kitcheners aus Pretoria meldet: Bruce Hamilton überfiel Piet Viljoens Lager bei Witkrauns; 16 Buren wurden getötet und 70 gefangen genommen, ein Geschütz, das die Buren feiner Zeit dem Oberst Bensvn abgenommen hatten, wurde erbeutet. Mackenzie, der mit Bruce Hamilton zusammen operierte, machte 6 Gefangene, darunter die Feldkomets Baoenhorst und Swainpoole. — Ferner wurden bei den Operationen der Abteilungen Colen- branders und Dawkin'tz im Norden Transvaals der Kommandant Badenhorst und zwei feiner Adjutanten, sowie der Laager-Kommandant Larose und zehn Mann gefangen genommen, unter denen sich auch der Adjutant Devos befindet, der von Botha mit Remonten aus Ermelo entsandt worden war. Das sind betrsübende Nachrichten.
Wie das „Reutersche Bureau" meldet, habe das englische Kriegsamt das Anerbieten der kanadischen Regierung angenommen, wonach das neue für Südafrika bestimmte Kontingent auf 900 Mann erhöht werden soll.
Cecil Rhodes schlägt, nack) einem Telegramm ans London, in einem von den Zeitungen veröffentlichten Brief an Milner vor, die in Südafrika dienenderiFrei- willigen nach dem Kriege unter Gewährung von Land und einem jährlichen Geldzuschuß in Rhodesia, Transvaal und dem Oranjefreistaate a n z u s i e d e l n, gegen die Verpflichtung des Militärdienstes daselbst.
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Deutsches Reich.
Berlin, 15. Dez. Der Kaiser empfing gestern den ehemal. japanischen Ministerpräsidenten Marquis Ito und lernen Begleiter Davon Tsudzuki, sowie den japanischen Ge- laudten Jnvuye, der ein Dankschreiben seines Souveräns sür die chm verliehene Chinadenkmünze überreichte. Ferner bvlpfing der Kaiser den bisherigen chinesischen Gesandten LL-hai-bwan in Wschiedsaudienz und den Gesandten oer Re- Jjkblif Columbia, Pence, in Antrittsaudienz. Der Kaiser verlieh dem Marquis Ito das Großkreuz des Roten Adler- 0l.dens in Brillanten und dem bisherigen Vertreter Chinas, Lu, den Roten Adlervrden 1. Klasse. Die Unterredung, in Melcher der Kaiser dem scheidenden chinesischen Diplo- mccten eine glückliche Heimreise und alles Wohlergehen au seinem ferneren Lebenswege wünschte, dauerte eine halbe Scunde. Der Empfang des Marquis Ido dauerte auch etwa «ne halbe Stunde und trug den herzlichsten Charakter. Der Laiser gab seiner Genugthunng darüber Ausdruck, Ido wiederzuseheu. Im Laufe des Gesprächs wurden auch die lebten Ereignisse üi Oftasien, an denen bekanntlich Japan ar der Seite der übrigen europäischen Mächte steht, berührt. Baron Tzuckzuti erhielt den Roten Adler-Orden 2. Klasse. — Heute mittag empfing der Kaiser im Neuen Palais die Deputation des russischen 39. Narwaschen Dragoner-Regiments, dessen Chef der Kaiser ist. Darauf em- vjrng der Kaiser den Hof stallmeister Fürsten Galotzin und oevl Obersten ^bozloff, die das von ihnen verfaßte Werk iller die Feldzüge des Generals Suwavoff überreichten.
— Der Großfürft-Thr onfvlger (vgl. auch P^ltt. Wochenschau- traf heute kurz nach 7 Uhr abends avs Bahnhof Friedrichstraße im Sonderzug des Kaisers ein, mitt- ihm als Ehrendienst Generaladjutant Generalleutnant v. Scholl und Oberst v. Schenk vom Alexander-Regiment, die dem Großfürsten entgegengefahren waren, und das Gefolge de^ Großfürsten. Auf dem Bahnhose stand eine Ehrenkom- Pftgnie mit Fahne und Musik vom Alexanderregiment, die dir eiten Vorgesetzten dieses Regiments, ferner die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen, die Herren des kaiser- irfjen Hauptquartiers, die Generalität, der russische Bot- ch«fter, die Herren der russischen Botschaft, die Deputation >es Narwa'schen Dragoner-Regiments und die anderen, heute teim Kaiser empfangenen russtsschen Offiziere. Der Kaiser in russischer Dragoner-Uniform war um 7 Uhr er- schnenen. Beim Einlaufen des Zuges spielte die Musik die russische Hymne. Nach sehr herzlicher Begrüßung durch Küsse uno Händeschütteln und nach Vorstellung der Anwesenden schritten der Kaiser und der Großfürst die Front der Ehren- kollnpagnie ab und begaben sich kurze Zeit in das Fürften- jiinmer. Inzwischen fuhr ein zwetter Sonderzug mit dem Hei inen Salonwagen des Kaisers vor. Während die Ehren- toanbagnie nochmals präsentierte, bestiegen der Kaiser und der Großfürst den Zug, um nach Wildpark zu fahren. Dort nxir der Perron des Bahnhofs mit Wappenschildern und Mahnen in deutschen und russischen Farben geschmückt. Aus tei.ii Perron stand eine kombinierte Kompagnie des 1. Garde- Regiments mit Fahne und MusiKorps. An der Spitze der- sellven befanden sich die direkten Vorgesetzten des Regiments. Ferner waren anwesend: Prinz Eitel Friedrich und Lolizeidirektor Graf Bernstorff. Beim Eintreffen des Ür ges spielte das Musttkorps die russische Nationalhymne. Dec Kaiser und der Großfürst-Thronfolger schritten die Front terr Ehrenkompagnie ab. Sodann folgte Parademarsch. Alsdann bestiegen beide einen offenen Verspänner und fuhren jiirnt Neuen Palais. An der Allee von der Eisenbahn bis zum Palais bildeten Mannschaften des Lehrinfanterie-Ba- mttlons mit brennenden Fackeln Spalier.
— Der Kaiser richtete gestern an den Vorsitzenden des Vorstandes der Schantung-Eisenbahn-Gesell- schaft Wirtl. Geh. Rat Fischer, folgendes Telegramm:
Ich habe aus dem Bortrage des Staatssekretärs des Reichs-Mar in e-Amts anläßlich der Eröffnung des Eisenbahnbetriebes auf der Strecke Tsingtau—T s ch a Kg lin g am ersten dieses ALonats mit Interesse ersehen, daß die Schantung-Eisenbahn-Gesell- ffchaft, nicht beirrt durch die aufgetretenen Schwierigkeiten der letzten beiden Jahre, den Bau der Schantung- Bahn in energischer und umsichtiger Weise planmäßig gefördert hat. Ich spreche Ihnen als dem Vorsitzenden des Vorstandes der Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft hierzu Meinen Glückwunsch und Meine Anertennung aus.
— Die in der ausländischen Presse verbreitete Angabe, bä.® die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland iinb Venezuela abgebrochen seien, ist unbegründet.
— Beim Landwirtschaftsminister von Pvdbielski finden gestern abend Vorträge und Darstellungen auf dem ßelbiete der Moor-Kultur und Torfverwertung ton einer geladenen Gesellschaft statt.
— In den Mehrheitsparteien des Reichstages hält tnain es für ganz ausgeschlossen, daß es möglich sein wende, die Kommissionsberatungen über den o«Htarif vor Ende Mai zu beendigen, zumal zwei jef'ungen, wie bei allen wichtigen Vorlagen üblich, statt- iniöen werden. In diesen Kreisen hofft man, eine Bw- tämbigung mit den verbündeten Regierungen auf der tzmndlage zu stände zu bringen, daß für Roggen, haifer und Gerste 5 Mk., fü*r Weizen 6 Mk- als xttadestzoll festgesetzt werden.
— Der „Reichs-Anz." veroffentticht eine königliche Ver- otbonung vom 12. H»s-, wonach die beiden Häuser des pr-eußischen Landtages auf den 8. Januar 1902 zusomimenberufen werden.
Potsdam, 15. Dez- Ter König und die Königin. von Württemberg sind heute vormittag hier uni getroffen zur Taufe ihres Enkelkindes, des am 31. Oktober geborenen Sohnes des GrLprinzen zu Wied.
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