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Dienstag 17. Dezember 1901
l'kr. 296
Drittes Blatt.
151. Jahrgang
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Herr erwartete es flehende Ordnung « Mesopotamien oindj von Westen
die gottfeindlichen Mächte, welche die be- zertrümmern sollten. Das fällt auf, weil viele Juden glücklich wohnten, und weil viel Verderben über Palästina gekommen
Als Arbeiter; die vom An-
Baimhofstr.54. Ob & IlOs Bahnhofstr.54.
und die Räumlichkeiten für die Bürgermeisterei den oberen Stock einnehmen. — Auch einige gewöhnliche Gebäude und Scheuern sind in ihrem ursprünglichen Zustand gut erhalten und geben Zeugnis von dem Wohlstand und der kunsthand-- werklichen Technik der früheren Bürgerschaft.
Darmstadt, 15. Dez. Der Großherzog empfing den Fabrikanten Ranft, Vorsitzenden des Kriegervereinsbezirks Grünberg, den Kreisrat Frey von Friedberg, Forstmeister Weigand von Gießen, den Oberlehrer Schuster von Viernheim, den Regierungsassessor Löh lein von Lich, den Pros. Schwally von Gießen.
Frankfurt a. M., 14. Dez. In Begleitung des Baumeisters Seeling besichtigten dieser Tage Mitglieder des Hochbauamts, der Stadtkämmerei und des Bauausschusses der Stadtverordneten-Versammlung den Neubau des Schauspielhauses, um Kenntnis von dem Fortgang der Arbeiten zu nehmen. Man ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß der für die betriebsfähige Fertigstellung vertraglich vorgesehene Termin, 1. Oktober 1902, eingehakten werden kann. — Freifrau W. v. Rothschild hat das Rothschild'sche Palais an der Zeil für die Zwecke eines jüdischen Damenstifts nach Art des Augusta Viktoria-Stifts in Heddernheim, bestimmt imd zugleich einen entsprechenden Fonds gegeben.
Wiesbaden, 14. Dez. Bei der heutigen Landtagswahl für den Stadtkreis Wiesbaden und den Obertaunus- Kreis wurde an Stelle des verstorbenen Abg. Wintermeyer der freisinnige Abg. Dr. Müller-Sagan mit 231 Stimmen gewählt. 107 Stimmen fielen auf den konservativen Oberstleutnant a. D. Wilhelmi. Für den letzteren stimmten auch die Nationallibcralen. — Bei den gestern stattgehabten Stichwahlen für die dritte Abteilung der Stadtverordneten siegte die Liste der vereinigten Handwerker, Konservativen und Nationalliberalen gegen die Liste der Sozialdemokraten. Für die Handwerkerliste stimmten auch die freisinnigen Parteien.
das Gesetz umgehen. Die Schristgelehrten wirken auf das Volk durch ihre Partei, die Pharisäer, die sich als Muster- juden von den anderen absondern, um von ihnen nachgeahmt zu werden. Al^.r die Schriftgelehrten pflegen auch die geschichtlichen Erinnerungen der Juden, und besonders gern schildern sie die Zeit des Messias. Vom Aufstand der Makkabäer bis zur Erhebung unter Hadrian wird immer wieder die Nähe des Gottesreiches verkündigt: Das hat jedesmal in der augenblicklichen Lage des Volkes oder des Weltreiches, in dem man lebt, seinen Grund. Doch treten eigentlich politische Hoffnungen zurück: Gottes Reich hat himmlische Art, die Kämpfe der Welt sind in ihm überwunden. Um die Wende unserer Zeitrechnung sind die Vorbedingungen einer aus dem Judentum erwachsenden Weltreligion gegeben. Aber das Judentum selbst bedarf noch einer Umgestaltung im Sinn der Propheten. So wartet die damalige Welt auf den kommenden Mann.
k- Bad-Nauheim, 15. Dez. Herr Hch. Kniese hat sein bisheriges Besitztum, das „Gasthaus zum Jagdschlößchen", an einen Gießener Herrn verkauft zum Preise von 47 000 Mk. Die Uebernahnre erfolgt am 1. Januar.
ach. Wallenrod, 15. Dez. Nachdem'in dem benachbarten kleinen Reuters voriges Jahr die Feldbereinigung beschlossen worden, ist dieses Jahr die hiesige Gemeinde dem guten Beispiel gefolgt. Diesen Winter soll noch die Parzellenvermessung vorgenommen werden, sodaß bte Zusammenlegung der Grundstücke bald vor sich gehen kann. Die hiesigen Bürger versprechen sich einen großen Nutzen davon, das geht schon daraus hervor, daß sie trotz den veranschlagten recht bedeutenden Unkosten — man spricht von 60,000 Mk. nach Abzug des zu erlösenden Betrages für verkaufte Grundstücke — bis auf zwei dafür gestimmt haben.
el. Schotten, 15. Dez. Der hiesige Marktplatz bietet, besonders von Nordosten aus gesehen, ein malerisches Bild dar. Sein reizvolles Centrum bildet die in edlen gothischen Formen gehaltene Chorseite der imposanten Kirche. Der Platz ist an seinen Langseiten von einer Anzahl stattlicher Gebäude umgeben, deren größtes und bedeutendstes das Rathaus ist. Leider war das, wie auch die übrigen, mit einer Putzhülle überzogen, die den Bau maskierte und seine Schönheit nicht zur Geltung kommen ließ. Gegenwärtg wird das interessante Bauwerk restauriert nach den Entwürfen des verdienstvollen Regierungsbaumeisters Jost, und ihm, wie dies z. B. mit ähnlichen Bauten in Gießen und Alsfeld geschehen ist, sein Aeußeres wiedergegeben, wie es vor zwei Jahrhunderten zur Ehre und Zier der Stadt geschaffen wurde. Die Kosten betragen etwa 25 000 Mk. Der ganze Bau zeigt jetzt, nachdem die Putzhülle entfernt ist, sein ursprüngliches Aeußere. Die Balkenköpfe der überstehenden Stockwerke, Schwellen und Pfetten sind schön und wirksam profiliert. Das kräftig gehaltene Holzwerk aus Eichenholz war rotbraun angestrichen, die Fachwerksfelder mit Linien eingefaßt. Baufällig war nur das untere Stockwerk des an der Rückseite angebauten Treppenhauses. Der kleine, schmucklose Anbau, der als Wachtlokal diente, ist durch einen dem Stil entsprechenden größeren ersetzt worden, wodurch die schöne und malerische Wirkung dieser Partie erhöht worden ist. Im unteren Gescyoß wird die seitherige Halle wieder eingerichtet, wahrend der Sitzungssaal
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Änchrtchten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden augemeffe» honoriert.
Gießen, 16. Dezember 1901.
Persimalnachrichtrn. Der Großherzog hat mittelst Erschließung vom 11. Dezember mit Wirkung vom 1. Ja- 'nituir 1902 den Hofgärtner Wilhelm Nau nach Auerbach versieht und demselben die dortigen Anlagen und die Anlagen im Fürstenlager Seeheim unterstellt, sowie den Hauswärter sD.chard Schäfer zum Hoflakai ernannt und am 14. De- zerirber dem Oberkonsistorialassessor Franz Merck zu Darm- sra-dt den Charakter als Oberkonsistorialrat erteilt. — Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz ist der Gerichts- üß'effor Neurath in Darmstadt mit Wirkung vom 16. Dezember mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amts- ndhters bei dem Amtsgericht Offenbach beauftragt.
** Religionsgeschichtliche Vorträge. Gestern abend sprach Professor Dr. Holtzmann über das Jahrhundert J«su Christi. Anknüpfend an die Zeitbestimmung des W>eihnachtsevangeliums zeigte er, wie der Blick des jüdischen Volkes zurzeit Jesu über die Welt des Kaisers Augustus, das rö«mische Reich, int Osten hinausreichte, aber vom Euphrat
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Kolouialpost.
S<r M io a. In diesem Jahre ist zum ersten Male aus fast ollen Gebieten Samocrs die durch die Samva-Akte vom 14. ftinni 1889 eingeführte Steuer von 1 Sch. auf den Kopf der Bevölkerung, welche wegen der untergeordneten Verhält- vtjsse, die vor der deutschen Besitzergreifung auf den Samoainseln bestanden, bisher nicht durchweg zur Erhebung hatte gelangen können, eingegaugen. Um die Einziehung dieser M-pfsteuer, deren Hebung im Interesse der Herbeiführung verordneter Verhältnisse, insbesondere der Gewöhnung der vcanoaner an Beitragsleistungen zu den Verwaltungswsten lao,, ohne Anwendung von Zwangsmitteln zu ermöglichen, hätte der Gouverneur die Zusicherung gegeben, daß der
im rbuugsort in China bezw. Java nach Herbertsböhe ge- 6 nacht werden sollen. Zur Kontrolle der zur Unterdrückung Volkes neigenden eingeborenen Beamten, zur Vornahme einzelner richterlicher Geschäfte, Aufsichlt der Küstenschiff- schirt, Ueberwachung der Ausführung der Waffenordnung vorn L August 1900 und zur Vornahme verschiedener Ver- wLiltungshandlungen — in Aleipata (Upolu) insbesondere zm Verhütung des Schmuggels von Tutuila her — berichtigt das Gouvernement anstatt ständiger Polizei- Le: unten Ansiedler mit polizeilichen Funktionen zu be-
Ho^aöo^^thische Anstalt
FRANKFURT A. M., Töngesgasse 33/35 ,
spec. für Harnröhr-, Blasen!., Syphilis, Oueckfilber-
mitzbr.,HalS- u.Hautkrankh.Folg, jugendl. Berirrung, Neurastenie, Nerven!., Schwäche der Männer u. mit aachweiSl. grohem (frfolfi. " ■
Broschüre mit Dankschreiben gegen 70 Pf. in Briefmarken. Briefliche Behandlung.
eil ju pachten geeiten unter 05^7 m. b. Nl erbet.
Ertrag für Zwecke der Eingeborenen verwendet werden vürde. Die in Samoa angelegten Pflanzungen haben unter dem Mangel an farbigen Arbeitern schwer zu leiden. Da die Eingeborenen des Landes erst allmählich zu geregelter Li beit erzogen werden können, famt jenem Uebelstand, dessen Brseitigung die Vorbedingung für die wirtschaftliche Ent- tmockelung des Schutzgebietes ist, nur durch Einfuhruna fcrmber Arbeiter ab geholfen werden. Da nur mittlere urrd Mine Unternehmungen, deren Bedarf an Arbeitskräften sich im einzelnen in engen Grenzen hält, in Betracht fo:innen, können die Interessenten sich nicht selbst helfen. Sie haben deshalb die Vermittelung des Gouvernements! erbeten, wie eine solche in derselben Frage in der eng- llichen NachbarLolonie Fiji Jahre lang bestanden hat. Es vtcd deshalb vom Gouvernement beabsichtigt, die Arbeiter- §üuverbung zu übernehmen und die entstehenden Kosten dem den Interessenten wieder einzuziehen, tarnen Chinesen oder Javaner in Betrach
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in Zirkeln erleih
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•Strasse 89,1.
einem jungen 'Her. hm Unterricht h d doppelter Nach inerten unter M >iiion d. Bl.
nxar. Aber Pompejus und Cäsar hatten im Orient thatsächlich nach großen Wirren Frieden geschaffen. Rom führte in seinem großen Ländergebiet geordnete Verwaltung ein, so viele Mängel sie im einzelnen auch hatte. Es förderte den Ver- ie hr: seine Beamte, seine Heere wurden verschickt; Hand- V-erker und Kaufleute, deren Handel fteilich durch viele Zoll- grmzen gehemmt war, auch lernbegierige Leute reiften von Ort zu Ort. Die griechische Bildung bürgerte sich über- üll ein, am jüdischen Volk sieht man, wie sie einen schwer zugänglichen Boden sich erobert. Die Weltanschauung lemnzeichnet ein Schwanken zwischen den philosophischen Systemen; einzelne philosophische Gedanken sind Gemeingut.
der Religion sucht man das Fremde und das Alte, io«il man beides für wirksamer hält als die heimatlichen Gebräuche. Das Judentum liebt man als aufklärerische Kieligion, da es durch Ablehnung des Bilder- und Opfer- dümstes einem höheren Gottesgedanken entspricht; auch seine oft! verspotteten fremdartigen Gebräuche machten es anziehend, nme seine hohen sittlichen Forderungen und glänzenden pooffnungsbilder. So breitet sich das Judentum überall aus, bau die Juden überall für ihren Glauben warben, wo sie in to römischen Welt ihre Handelsniederlassungen hatten. Der ei;ne Tempel war das Sinnbild ihrer Einheit; aber die Piiriester und ihr Anhang, die Sadducäer, bildeten die jüdische Religion nicht fort: der Untergang des Tempels schadete dem Zulldentum wenig. Dagegen wirkten die Schriftgelehrten ibceraß; sie sammelten die heilige Schrift für die überall zevstreute Judenschaft; die Verlesung der Schrift war der einzige feste Bestandteil des SabbatgolteSdienstes. Die Elmprägung des Gesetzes galt am wichtigsten; dariü en alCe ubereinftimmen. Aber die Casuistik schadet: sie lehrt
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Litterarische Neuerscheinungen.
(Besprechung vorbehalten.)
Decken, Richard, Manuia Samoa. Samoanische ReiseskMen und Beobachtungen, (226 S.) Oldenburg, Gerhard Stalling 4 Mk, Grimm, Marie, „Unseren Söhnen", Ratschläge für chr äußeres Leben daheim und in der Fremde. Medizmisches von Dr. K. Karl in Wien (248 S.) Stuttgart, Schwabacher'sche Verlags-- buchhdlg. 3 Mk.
Freytag, Guflkkv, Vermischte AuffaM aus den Jahren 1848 bis 1894. Hrsg. v. Ernst (Aster I. Bd. (480 S.) Leipzrg, S. Hirzel. 6 Mk.
I u g e n d g r u ß. Ein buntes Jahrbuch. Hrsg. v. E. Ebeling. (34 S.) Berlin SW. Adolf Engel 1 Mk.
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Heines, Buch der Lieder. 4. Aufl. (332 S.) Ebda. eleg. geb. 3 All.
Sie, Bernd, „Zauber". Novelle. Einzig berechtigte Heber- setzung von Claire Mjöen. (175 S.) Ebenda. 1.50 Mr.
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