Ausgabe 
16.6.1901 Drittes Blatt
 
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Lungenschwindsucht

schwendung u. dgl. m. vor. Ter hiesige Bankier Benedikt Goldschmidt Hal anläßlich des Ablebens seiner Ge- mahtin 30 000 Mark zur Verabreichung von iDarment und kaltem Frühstück an unbemittelte Schulkinder ge­stiftet. Achilles Wild, der berühmte Frankfurter Alt­meister des Rudersports, wurde das Opfer eines rohen Attentats. Wild ruderte über den Niedermain in seinem Tkiff und wurde von einer Gruppe halbwüchsiger Burschen mit schweren Steinen und H.lzscheiten beworfen. Ein Stein traf Wild so unglücklich am Unterleib, daß er eine schwere Verletzung erlitt, außerdem erlitt er eine Knochenfraktur der Beine und eine Schädelverletzung. Mit Müh und Not tonnte sich der Ueberfallene noch an das nahe Ufer rudern, wo er ohnmächtig und blutüberströmt aus dem Boot ge­hoben wurde. Tie Verletzung im Leib ist ziemlich ernster Natur. Wild ist in Frankfurt eine überaus beliebte und populäre Persönlichkeit, das Attentat erregt die größte Em­pörung.

Kastel, 13. Juni. Tie wegen Verdachts des Raub­mordes inhaftierten beiden Personen, ein Wirt und ein Taglöhner, sind gestern, weil sie ihre volle Unschuld nachweisen konnten, aus der Untersuchungshaft in Mainz entlassen worden. Es handelte sich um einen auf der Amöneburg wohnenden Mann aus Oberursel, der kürzlich, wie berichtet, im Rhein mit zusammengebundenen Füßen als Leiche gcländet wurde. Allen Anzeichen nach liegt kein Verbrechen vor.

Allgem. Tuberkulose Lungenentzündung Schlagfluß Krebtz RhachitiS Skiophulose tm Wochenbett_____

Summ«:

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von «ußwärtS nach Gießen gebrachte Kranke komme«.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

23. Woche. Vom 2. bis 3. Juni 1901.

Einwohnerzahl: angenommen zu 25900 (ivcl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 18,06, nach Abzug der Ortsfremden 10,04"/«.

sehr schweren Arbeit erholen könnte, wenn nicht die In­fekten wären. Es ist traurig, zu sehen, wie Schnauze, Ohren, Augenlider, Schwanz, Hinterbeine, Vorderbeine, Haut ununterbrochen in Bewegung sind, und wie das vielgeplagte Tier, durch das Geschirr in der freien Be­wegung seiner Glieder gehemmt, einen fast erfolglosen Kamps gegen die Quälgeister führt. Viele Kutscher und Fuhrleute sind in dieser schlimmen Zeit besonders rück­sichtsvoll gegen ihre Tiere und darauf bedacht, ihre Not nach Kräften zu mildern. Manche aber nehmen nicht die geringste Rücksicht auf diese Not, verlangen, daß das von allen Setten angegriffene Pferde ruhig dastehe, ge­raten ui Zorn und züchtigen es, wenn es in der Abwehr das Geschirr in Unordnung bringt oder das Gefährt ver- fchiebt. An alle wohlgesinnten Zeugen solcher Grausam­sten richten wir die Bitte, dem nicht gleick>giltig zuzu- frhrn, sondern für das stumme Tier vorsichtig, aber ent- f^reden sofort einzutreten. Ebenso bitten wir die Besitzer, bte Personen, denen sie ihre Pferde anvertrauen, wieder­holt darauf aufmerksam zu machen, daß sie in diesen Sommermonaten besonders viel Geduld mit den Tieren haben müssen. Wir wiederholen die auch im vorigen Sommer gemachte Mitteilung eines demKosmos" ent­nommenen Mittels gegen die Insektenplage mit der Bitte, hiesige P f e r d e b e s i tz e r möchten das Mittel erproben, und den Erfolg dem Vorstand des hiesigen Tier­schutzvereins mitteilen. TerKosmos" schreibt:M a n läßt 5 Minuten langeineguteHandvollLor- 6eer blätter in einem Kilo Schweineschmalz sieden. Es genügt, einen Tuchlappen mit diesem Schmalz cmzusetten und den Körper des Pferdes oder des Ochsen in dem Augenblick, wo man ihn zur Arbeit führt, in der Richtung des Haares einzurciben. Seit langer Zeit benutzt der Graf von Saint-Marfault dieses Mittel zuni großen Vorteil der Arbeitspferde, welche ruhig und von den Ju­ckten unbelästigt ihre tägliche zweimalige Arbeit verrichten. Ebenso werden, wenn er ausfährt, die Pferde, ehe das Ge- djirr aufgelegt wird, mit dem Fettlappen aufgerieben; teilte Fliege, keine Bremse waat es, sie zu stechen. In manchen französischen Städten sollen die Metzger die Wände, Thüren und Fenster ihres Ladens mit demselben Produkt abreiben und keine einzige Fliege ihre Auslage berühren." Auch für die Kettenhunde möchten wir ein gutes Wort ein­legen, die jetzt besonders dura) Flöhe leiden. Es ist deshalb notig, die Hütte sehr naß innerlich und äußerlich oft auszuwaschen, auch die nächste Umgebung der Hütte oft rein zu fegen und den Hund selbst tüchtig zu baden, wobei der Körper mit Ausnahme der Schnauze längere Zeit unter Wasser bleiben sollte. Taß die .Hundehütte im Sommer un Schatten stehen muß, ist selbstverständlich. (Um Nach­druck wird gebeten!)

Frankfurt, 13. Juni. Ter bekannte Oppositions­mann und Vertreter des Groß-Haus- und Grundbesitzes Hett- ler hat zu der Wassermesser-Frage einen Sonderbericht erstattet, in dem er eine Besteuerung der Bäder mit 20 M. verlangt, weilder übermäßige Gebrauch der Bäder nicht nötig sei, und weil der Mensch keine Amplstbie ist, die halb im Wasser, halb auf dem Lande lebt." Ferner schlägt er Strafschließen der Leitung Sei anzunehmender Ver-

Kind er Zusammen: Erwachsens: tm vom 1. LebenSjehr: 2.lb. Jahn

Men Sie schon einen schneidigen Schnurrbart? tivenn nicht, so (icbrmidjeu Lie meinen weltberühmten Bartbcsörderuna-r-BalimuKOMMELIN. Lee Erfolg gnrantirt in wenigen Wochen. Preis p. Tose Stärke I 2 Mk., Starke II 3 Mk., in ungünstigsten Fällen nehme man Stärke in zu 5 Mk. Nein Bartwuchs' schwindel, denn dieses beweisen meine unzähligen Anerkennungsschreiben. Auch wurde mein Präparat in Paris 1900 mit der goldenen Medaille prtimiin. Ver­sandt P. Nachnahme. Porto 40 Pfg. Bei Mchtersolg zahle Geld zurück, daher kein Risiko. Nur zu be- zichen von Nob. Husberg, Neuenrade A 20 (Westfalen).

'Aalgau und jetzt nach Hsuenhuafu mitgenommen hätte. Im übrigen könnte man sich an den gereichten Speisen, die zumeist aus gut zubereitetem Fleisch und Backwerk be standen, ordentlich sattessen. Auch vom Reiswein hatte der Taotai seine besten Sorten, kalt und warm zu genießen, anfahren lassen, und wer nichts von den chinesischen Sachen anrühren mochte, der labte sich wenigstens an dem guten Thee. Rudolf Zabel (in derVoss. Ztg.")

Aus Stadt und Aand.

(2)er Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Oriainal-Nachrichten ist "Ur unter genauer Quellenangabe:Gietz. Anz.- gestattet.)

** Muß man eingeschriebene Briefe an- u e I) m e n ? £ie ^rogc selbst ist zwar zu verneinen:kein Mensch muß müssen", aber für die aus der Nichtannahme entstandenen Folgen ist man selbst haftbar: denn der In­halt eines eingeschriebenen Briefes gilt als dem Adressaten tut dem Tage angeboten, an dem ihm der Brief überreicht touroe. Und das Gericht hat in einer Mietstreitigkeit ent- Weben:Jener Einschreibebrief habe als zur Kenntnis ced Vermieters gekommen zu gelten, da es nur eine Folge vc§ eigenen Verhaltens des Adressaten gewesen sei, daß oer Brief nicht zu seiner Kenntnis gekommen ist. Wenn der Beklagte, wozu er natürlich ein Recht habe, die Au- u<chme verweigerte, so kann er anderseits nicht die That- sache, daß der Brief ihm angeboten wurde, als nicht geschehen behandeln. Er mußte den Brief an dem Tage, nn dem er ihm angeboten wurde, als empfangen gelten lasten. Nach den Grundsätzen von Treue und Glauben Durfte der Absender dies an nehm en und brauchte nicht einen besonderen Boten zum Beklagten schicken, um ihm i)te Mitteilung persönlich zu machen."

... 7 Telegraphistin neu. Ter Bedarf an Personal für den Telegraphendienst soll bei der preußischen Staats- eiseiibahiiverwaltung fortan fast ausschließlich durch ge­ebnetes Weichenstellerpersonal und durch weibliche Per- 1 onen gedeckt werden. Für die Annahme als Telegraphen- gehulfumen mit der Aussicht auf spätere Anstellung als Telegraphistinnen kommen nur unverheiratete weibliche Personen und kinderlose Witwen von 20 bis 30 Jahren tnit guter sittlicher Führung und ausreichender Schul- vudung in Betracht. Tie Telegraphengehülfinnen werden zunächst sechs Monate auf Probe gegen eine Tagesvergüt- ung beschäftigt. Nach abgelegter Prüfung werden sie als diatarische Telegraphistinnen in das Staatsbeamtenverhält ms unter Gewährung einer diätarischen Jahresbesoldunq mit per Aussicht auf ein späteres Einrücken in eine etat&= mäßige Stelle übernommen.

Tierschutz. In der schönen Jahreszeit sind unsere Zugtiere zwar insofern besser daran, als dann die Fahr­wege nicht so weich und grundlos sind wie im Herbst Und Anfang des Frühlings, dafür kommt aber mit der Sommer­rett leider alljährlich die aeradezu schrecklich Insekten­plage über sie. Buchstäblich den ganzen Tag, vom frühen JDiorgen bis zum späten Abend, kommt das arme Zugtier : nfti)t zur Rübe, nicht einmal in den Arbeitspausen, wo es, während des Auf- und Abladens oder während der : Fütterung im Freien da steht, und sich von seiner meist >

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Lich, den 10- Juni 1901.

Fürstlich Solmsische Rentei. Kreiling.

sogen, unverwüstliche

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Heugras-Versteigerungen

bet Fürstlich Solmstschcn Yentei ^ich?

Das Heugras von den Fürstlichen Wiesen rc. ,?ird versteigert:

Donnerstag den 20. Juni, vormittags präzis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich, oberhalb der Stadt, zusammen 100 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke.

Au demselben Tage, nachmittags präzis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich, zusammen ca. 10 Morgen. Zusammenkunft im Schloßgarten, an der Ecken­bahnbrücke.

Freitag den 21. Juni, vormittag- präzis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Mrder-Beffingen, im Ganzen 126 Morgen. Zu­sammenkunft in Mühlsachsen.

Montag den 24. Juni, vormittags präziS 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zu­sammenkunft in der Mönchwiese.

Bekanntmachung.

Dienstboten b?8 Sparkassebezirk« Nidda, welche un­unterbrochen fünf Jahre lang bei ein und derselben Herrschaft gedient und ihren Sinn für Sparsamkeit durch Einlagen in die Sparkaffe bethätigt haben, erhalten Prämien au« der Sparkaffe.

Auch diejenigen Dienstboten, welche au« triftigen Gründen keine Einlagen in die Sparkasse machen konnten, können Be rückstchtigung finden.

Gesuche um Prämiierung müssen durch bürgermeisteramt- chbeglaubigte Zeugnisse der Dienstherrschaften begründet und bi« zum 20. Juni l. I. bei dem Unterzeichneten eingereicht werden.

Nidda, den 15. Mai 1901.

Der Direktor der Spar- und Leihkasse Nidda. 3714 Erk.

Ernst Challier (Rudolphs Nach!.)

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Bekanntmachung.

Die Grasriutzung von den Schneisen und Wegen im G!eßener Stadtwald soll

Samstag den 22. d. MtS., vormittags 11 Uhr, im Hofe bei dem Bürgermeistereigebäude öffentlich versteigert werden.

Gießen, den 18. Juni 1901. 4211

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum.