<3-»e**e< e*|tle<n » tot MtaAUH f6t den W?«*W L«H erscheinenden feuMi m nm i« atze <01» ■ fttotflenl
Sonntag 16. Jnni 1901
181. Jahrgang
Nr. 139 Drittes Blatt
W+ttto« und
24. Juni 1901.
Mit der Pawelschen Expedition.
Peking, im April.
Als wir am 8. Januar von Kiming aufbrachen, merkte
Udreffr für f)eptf4*ir
Fernsprechanschluß fhr.M.
** 190l$1<
Wtk Grotte, den mit
ramm:
« 22. Juvi: Abgeordneten am Bahnhof. !tmtag im Gasthaufe M Trmdr. n Festplatze, dafW ltzornrneii.
tt 23. Juck :
: mivkattgru Aste, lst.
fteiwllligeu Feuerwehr ^URgen. der auswärtigen Teilnehm in
ir bestimmten Gasthäusern, der Festzuges.
es Festzuges nmfi dm Festplatze. Festrede, Dekoiierung der M
für 25 jährige DieaW.
’i, Koozert, Tanz re.
-ermeiL
•tt 24. guni: auf dm Festplatze.
ü Festzuger nach dm Festplatze- st, Konzert, Tanz re.
-uerwerk.
M von den Kapellen Heß M n Singen-^iifeg sö « ein EMM «b«eM jt dem Bemerken, daß'«m® n!9elb h«i« »MS biWM'» * W 42M
; Htoturnen I” * K«> D.,fell tattmhl Wiese?
Sezugrpreir oirrtefffei* Sil. 2.20, monatl. 75 Pfg. m»k Brmgrrlohn; durch Ma Abholestcllen DifHdjä«»* Bit. 1.90, menatl. 6^ Ptz».
v« Psstbrzug virrtelMst. Btt. 2.00 ohne BesteklO^»
ao< «n|«ietn:eeruitttle** ht««n Ntl In- u»»
ndpiwii Äniftacn für Ne •KtK"rr A«M,rr intwt getleiwre« lotet H fl- entwirti -0 (Mg.
und anderem Schund das lesehungrige Volk. Ich glaube, seine vermittelnde TlMigkeit gereicht dem Publikum nicht immer zum Segen. Händlerinnen mit einem ambulanten Milchkram beleben besonders die Parke mit ihren Kinder- spielpläken; dort trifft man auch den Mann mit fernen Kringeln und Brezeln, auf langer Stange neben einander gereiht, und den fahrbaren Mineralwasserstand. Um diese Beit wird auch der Kinderfreund mit der weißen „Schürze" und dito Kappe wieder mobil, der auf Pergamentpapier für 10 Pf. Fruchteis abläßt, damit später die Zahnarzte auch ihr Brot verdienen können. Ich habe schon manchmal, daran gedacht, ob die Zahnärzte diese fliegenden Eishandler nicht vielleicht selber hinausschicken, wenn die Praxis an- fängt, flau zu werden? Trau einer diesen ewig lächelnden, grausamen Wurzelaräbern mit der hinterlistigen Rackerzange in der Hand! . .
Auch mit Stühlen, die man sich aus eine Weile Unter den Linden, im Viktoriaparke usw. leihen kann, wird ein ganz gutes Geschäft gemacht. Vielleicht ist der Tag nicht mehr fern, wo ein unternehmender Berliner die erste Leihbibliothek in irgend einem Park etabliert. Von den vielen Taufenden, die in unserem Tiergarten, im yum- boldthain usw. Herumsitzen, hat gewiß jeder Zweite die Nase in einer Zeitung oder einem Buche, lae Lesewut ist in Deutschland immer vorhanden gewesen; nur Bücher kaufen will sie nicht, die edle Nation der Tenker und Tichter. Wenn also ein gescheidter Kopf, der die richtige Auswahl zu treffen weiß, an die Sache herangeht, wird er sicher bald genug seinen festen Stamm Abonnenten! haben. Auch mit Tageszeitungen wäre wohl auf diesem Wege noch Geld zu holen. Und diese Bücherbenutzung int Freien wäre wohl nicht halb s) gefährlich, als die Wanderung der Schmöker durch Krankenzimmer, Küchen, Burschenstuben usw. von Hand zu Spant) — aus kranken in gesunde, aus schmutzigen in saubere. Norwegen, das uns auf diesem Gebiete um mehr als eine Nasenlänge voraus ist, hat jüngst damit den Anfang gemacht. In Christiania hat man die erste Parkteibibliothek ins Leben gerusen, in der man von früh 11 bis abends 9 Uhr für einen. Lbolus herumschmökern darf. Ter Gedanke ist wirklich nicht übet und in mancher anderen Stadt auch möglich. A. Jt.
4248
man es unseren Pferdchen bod> an, daß sie eine starke Leistung hinter sich hatten. Auch bei dieser Gelegenheit, ßvieder habe ich die Erfahrung gemacht, daß die chinesisckjen Ponies unverhältnismäßig sicherer auf den Beinen sind, «ls die großen Pferde der Reiterei. Wird ein Tier wirklich, schlapp, so ist es schließlich in jedem Dorfe ein Leichtes, dasselbe gegen ein neues einzutauschen. Es bedarf keiner besonderen Pflege, ist genügsam im Fressen, nächtigt selbst Lei großer Kälte unbeschadet seiner Gesundheit im Freien; Lurzum, es ist ein außerordentlich brauchbares Pferdematerial da, wo es darauf ankommt, größere Truppen- lontingentc in beschleunigtem Tempo nach einem entfernteren Erte zu schaffen. Aus diesem Grunde allein schon -ist die Einrichtung einer sogenannten berittenen Infanterie eine den chinesischen Verhältnissen nach gebotene und praktische Einrichtung. Allerdings halte ich es von diesem Gesichtspunkte aus für falsch, die berittene Infanterie zu Meldereitern zu degradieren. Ihre Gefechtsstärke wird durch die zahlreichen Abkommandierungen zu allerhand nebensächlichen Zwecken, insonderheit auch zum Meldereiterdienst, der nach wie vor Aufgabe der Kavallerie bleiben sollte, ge- 1'chwächt. Man sollte meines Erachtens in erster Linie an dem Grundsätze festhalten, daß ein berittenes Jnfanterie- Letachement eben in erster Linie Infanterie bleibt, nur mit dem Unterschiede, daß man sie fcfynell in irgend einer Richtung vorschieben kann. Tie Brauchbarkeit und Not- ßveudigkeit einer berittenen Infanterie in chinesischem 'Terrain konnte kaum eine bessere Illustration finden, als Durch diesen Ritt bis vor die Thore der äußeren Mongolei. "Dazu kommt schließlich! nicht als letztes Moment, daß das Berittenmachen von Infanterie mit Hilfe von chinesischen Ponys, chinesischem Zaumzeug und chinesischen Sätteln dem Staate bisher eigentlich nichts gekostet hat und kosten wird, jo lange man daran festhält, den Pony und Futterbedarf Dem Lande zu entnehmen.
Ten Eindruck von der wirklich großartigen Leistungs- isäbigkeit eines chinesischen Ponys in schwierigstem Terrain de kam ich noch einmal am Morgen des 8. Januar. Ich schloß mich. einem Patrouillenritte des Leutnants v. Frey- foerg an, der von Kiming aus die große Heerstraße von Hsuenhuafu nach Paungantschou aufklären sollte. Wir mußten diese Straße zu gewinnen suchen, indem wir direkt Idie steilen Berghänge hinaufzogen. Die Tiere kletterten bei dieser Gelegenheit trotz ihrer Reiterlast wie die Ziegen. An steilen Hängen gingen sie auf Pfaden von einem halben Fuß Breite schwindelfrei entlang, und unbedingt sicher trat ihr kleiner Huf in das Gestein.
Bei der Ankunft vor Hsuenhuafu wutden die Soldatenlager angeritten. Tie Vernehmung eines in der Nähe aufgefangenen Kulis ergab, daß sich noch, am -tage vorher 2000 Mann regulärer Truppen in den Lagern befunden haben sollten, die sich aber auf die Kunde von unserem Anmarsch zurückgezogen hatten; wohin, konnte nicht eruiert
schöne .Hausherrin hat sich eine kleine Kompagnie Roj en geleistet, die in sinnverwirrender Blütenpracht herunter- nicken und von der Anmut ihrer holden Pflegerin erzählen möchten, und dort gar blühen Margueriten, nichts als Margueriten, eine ganze lange Balkonreihe voll, wohl an die dreißig Töpfe. Kommt zu ihnen allmorgendlich ein zartes Jungfräulein, das ein Erafel braucht: Er liebt mich — Hebt mich nicht — von Herzen — mit Schmerzen? — Auch kleine Orangerien sind hier und da etabliert. Tort blüht Oleander und dort rauscht der Lorbeer; Palmen breiten ihre stolzen Fächer aus, und seltsam bunte Orchideen, für die man in den Läden geradezu fabelhafte Preise bezahlen muß — d. h. wenn man sie durchaus kaufen will! — reden von dem sorglosen Lebensgenuß ihrer Herr- schasten. Bescheidener präsentiert sich der Osten und,Süden der Weltstadt. Aber auch hier wie im Norden offenbart sich überall doch der innige Zusammenhang mit der Natur, oen sich die armen Großstadtiinder inmitten der steinernen Wüste bewahrt haben. Man braucht nur einmal in die Höfe hineinzuschauen und nach den Fenstern emporzusehen. Irgend eine blühende Lenzfreude lacht auch aus dem ärmsten Fenster.
Freilich, es wird den Berlinern auch bequem genug gemacht, sich Blumen zu erwerben. Ganze Wagen voll blühender Geranienstöcke, Phlox, Petunien, Rosen, knospender Nellen usw. werden von früh bis spät durch die Straßen gefahren und die .Händler mit ihren nervenzerreißenden Stimmen vollführen alle drei, vier Häuser weit einen Lärm dazu, der Tote wieder lebendig machen könnte. Weiß der Himmel, wo sie diese dauerhaften Kehlen herhaben. Selbst wenn sie am Abend stockheiser sind: am nächsten Morgen ist alles wieder in Ordnung und der Gesang von den „Töppen" erschallt aufs neue. Tie Preise sind im großen und ganzen mäßig, sobald Pfingsten vorüber ist. Tie großen Gärtnereien um Berlin herum mit ihren Riesenkulturen sind wirklich leistungsfähig! Wie man heuer Blumen umherfährt und feilbietet, so hat der Kamps ums Dasein auch noch manchen anderen Artikel auf die Straße gebracht, den man früher nur in festen Geschäften erhielt. Ter fliegende Buchhändler, der vordem nur im Studentenviertel zu sehen war, zieht seine Kreise weiter und weiter, und versorgt mit seinen alten Ladenhütern
werden. In einem der Lager fanden sich einige Mann in : Uniform, die die Aufschrift Polizeisoldaten trugen. Offenbar waren diese als Schaustücke für uns zurückgelassen worden, denn die hohen Mandarinen, deren wir in Hsuenhuafu nicht weniger denn vier vvrfanden, versicherten uns sofort diensteifrig und gefällig, daß sich in den Soldatenlagern seit dem Borkschen Zuge nur einige wenige Polizeisoldaten befunden hätten. Es sei ihnen seinerzeit durch den Grafen Port erlaubt worden, diese sich zu halten. Auch die bet Thumu überraschten Reiter seien Polizeisoldaten gewesen, die nur unterlassen hätten, sich das Schild mit der Aufschrift Polizeisoldateu aufzunähen. Ich bin heute noch der Ueberzeugung, daß diese Ausrede aller Begründung entbehrt, daß ferner die aus Hsuenhuafu abgezogenen 2000 Mann Truppen, von denen die amtlid>en Meldungen sprechen, dieselben waren, die seinerzeit durch die Porksche Expedition vertrieben und aus Hsuenhuafu entwichen waren. Wir haben China bisher kaum die Haut geritzt, wie ein chinesisches Sprüchwort sagt. Ter Rayon, in dem unsere Truppen auch nur auf vereinzelten Zügen hingekommen sind, ist lächerlich Nein im Verhältnis zu dem gewaltigen
. chinesischen Reiche. Eine Säuberung der Provinz Tschilt von chinesischen Truppen innerhalb der Demarkationslinie ist ohne einen Truppenkordon an dieser Linie überhaupt unmöglich. Was speziell die angeblich aus Hsuenhuafu vertriebenen Truppen, von denen sowohl ich, als auch
■ die anderen Teilnehmer der Expedition übrigens auch nur vom Hörensagen etwas wissen, angeht, so hätte ich es in meinem Laienverstand vielleicht doch für richtiger gehalten, wenn man sie zum Stehen gebracht und ihnen
: thatsächlich die Lektion erteilt hätte, die ihnen rechtmäßiger- ; weise gebührte, als Strafe dafür, daß sie sich innerhalb . der Demarkationslinie aufgehalten. Es wäre ja möglich i daß der Führer des Detculjements zu jener Zeit von der i Maßnahme des Oberkommandos Kenntnis hatte. Tie Demarkationslinie für die chinesischn Truppen war nämlich infolge der Unterzeichnung der Präliminarfriedensnote diirch die chinesische Regierung zurzeit der Anwesenheit dieser Expedition in Hsuenhuafu bis an die südliche große Mauer (über das Nankou-Gebirge) zurückgezogen worden. War aber dem Führer dieses bekannt, dann wäre es nicht ersichtlich, mit welcher Berechtigung er überhaupt chinesischen Truppen nachjagte, die sich gar nicht mehr innerhalb der Temarkationlinie befanden. So aber ließen wir uns in Hsuenhuafu von dem scheuen Tschentungho Honig um die Lippen streichen,, erfreuten uns der warmen und sauberen Quartiere und des guten Tiners und Frühstücks, das uns Tschentungho auf Kosten des Taotai von Hsuenhuafu anbot, und.zogen am anderen Tage vormittags befriedigt wieder nach Kiming zurück, als ausschließlichen Erfolg unseres Rittes die Thatsache verzeichnend, daß wir den Taotai von Hsuenhuafu kontrolliert hatten, ob er den chinesischen Christen einen Raum als Kirche zur Verfügung gestellt und die nötigen Entschädigungssummen gezahlt habe. Letzteres hakte er zwar noch nicht ganz besorgt, aber er versprach, es baldmöglichst nachzuholen, sobald ihm von Li- Hung-Tschang Geld zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt
Kerlmer Kries.
(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)
(Nachdruck verboten.)
Ealkoustudieu. — Fliegende Blumenhändler. — Bücherverleiher in öffentlichen Parken.
Jetz im Juni, wo sie noc., nicht fort sind, unsere Zugvögel, denen Frau Fortuna jene geliebten „blauen Zlügel" nicht vorenthalten hat, die reeller al» bic goldenen Schwingen der Phantasie, ihre Besitzer mit dem ^-Zug Mer Berg und Thal davon nach Berchtesgaden undAbbazia fragen: jetzt lohnt es wirklich, die vornehmen Quartiere von Berlin W. zu durchwandern und zu sehem in wie reizvoller Weise die Kinder Floras die grauen L-andstein- iaenden beleben, wie entzückend die Balkons der gewaltigen Mid doch vornehmen Häuserkolosse geschmückt smd. ^w moderne Architektur thuts heute nicht mehr ohne Balkon» nnd Loggien, und es giebt Häuser tu Berlin, die mit ihren angeklebt oder angehängt erscheinenden Gitter-^oroauen wie eine Wand voll Vogelkäfige erscheinen, xeuen tfjut bie Lelebende Kraft der leuchtenden Blüten besonders gut. Em Gewisses Schema bei diesen Baltonbepflanzungen hat sich Natürlich Iwrausgebildet. Ter wilde Wem der nach dem Herbst bin wenn er in flammendes Rot übergeht, besonders dekorativ wirkt, spielt eine Hauptrolle dabei. Als Prüstungszierde liebt man den grellroten Geranium der iviellach m drei, vier Linien übereinander seine Mutern- 'balle herunterglühen läßt. So schön das an und für sich äst durch die^ ewige Wiederholung dieses einen guten -Gedankens wirkt es zuletzt eintönig, wie eine originelle Melodie die der Leierkasten aus seine grausame Walze -gezwängt hat, und das Auge bleibt als balb lieber an ben 'Abwechslungen hängen, auch »venu sie zunächst dürftig .erscheinen. Manche bizarre Laune der Bewohner kund t -sich da der Außenwelt, aber aud) mmidje sinnige Schwär- •nicrei tritt hier zu tage. Ta grüßt ein Balkonbord mit ;Suter hell violetten Rhododendren oder Alpenrosen, wie •s;e Berliner Blumenhändler sagen, weiterhin smd junge 'Dannen iii Topfen auf den Rand gestellt, ^ren frischgrune 'Triebe gar nicht übel wirken; eine zweifello» jugendlich
tÄßllch mit bei Montag».
L»' »itkwi A,Milien, »erttu dem Än.
Mtz« t* mit „Hess. ÖtUww *M „Blätter |6r ' »kt.
teut betfldtflt.
würde, womit wir uns dann aud) befriedigt erklärten. Zn der That, wir machen uns um die paar chinesischen Christen hochverdient.
Für diejenigen meiner Leser, die sul) besonders dafür interessieren, will ich. noch ganz kurz den Verlauf unseres Tiners beim Regierungspräsidenten des Bezirks Hsuenhuafu, Herrn Ling-Tsung, schildern, das er uns gemeinschaftlich mit Herrn'Tounaigung, löblichem Bürgermeister der Stadt Hsiienhuafu nebst Vorstädten, gegeben hat. Sperr Tschentungho, Vorsteher des Foreign Office of Kalgan and Mon- qolia, that freilich so, als ob er uns eingeladen hatte. Wenigstens als wir vom Tische aufstanden, konnten wir überzeugt sein, daß er der Gastgeber war. Bezahlt haben freilich die Sache die beiden andern. Als wir uns abends gegen 7 Uhr in der Wohnung des Taotai einsanden, sahen wir zunäckvst einen mit weißem Lemenzeug gedeckten Tisch, der reich mit chinesischem Geschirr, mit Eßstäbchen, kleinen Fruchtgabeln und Loffelchen belegt war. Ta es eiiropaajd)e Gäste waren, so hatte man daraus mit den Speisen Rücksicht genommen. Auck) ein eiserner Ofen stand im Zimmer. Ter Taotai war ein wohlbeleibter Mann mit dickem Pra- latengesicht. Heber dem breiten Munde hing ein dünner Schnurrbart mit lang ausgezogenen Haaren, die kleinen geschlitzten Aeugelchen erstrahlten von der Sanftmut einer Taube und der Fröhlichkeit eines Kindes, während feine zarten .Hände (bekanntermaßen hat in China jeder Kuli so zarte 5)ände, daß ihn manch eine unserer heimischen Schönen darum beneiden würde) lebhaft über dem guten Embonpoint herumwirtschafteten, und nicht müde wurden, den anwesenden Gästen den Gebrauch) der kleinen Eßstabcheu zu zeigen. Fröhlich llapperte er damit in der Luft Ijerum und freute sich wie ein Kind, wenn es endlick) einmal einem der ausländischen Gäste gelang, ein Stückchen Genießbares oder Ungenießbares aus den zahlreichen auf den Tisch aufgetragenen Schüsseln bis zujn Munde zu balan zieren, ohne daß ihm der ersehnte Bissen kurz vor dem Munde wieder herunterfiel. Fast wäre es den meisten Herren so ergangen, wie jenem Fuchs, den der Kranick) zum Tiner aus einer engen Flasche eingeladen hatte, und der hungriger als er gekommen wieder abziehen mußte, wenn sie nicht, der chinesischen Sitte freilich entgegen, zum Lojfel, der sonst nur zum Auffangen von Tropfen gebraucht wird, Die beim Ueberholen der einzelnen Stüchchen etwa herabfallen konnten, gegriffen und sich der kleinen zweizinkigen Gabeln, die sonst nur zum Wegnehmen von Fruckst benutzt werden, zum Aufspießen von Fleisch nach europäischer Art bedient hätten. Ten Chinesen mod)te das sehr ungebildet Vorkommen, aber sie amüsierten sich köstlich darüber. Im übrigen war das uns gebotene Tiner fein eigentlich chinesisches, wie man es sonst bei vornehmen Chinesen vorgesetzt bekommt. Tie Speisen waren auch für europäischen Geschmack recht genießbar uibereitet. Man vermißte die charakHrijtijdjen chinesischen faulen Eier, 5paifischflosfen, Ratten-Beefsteaks und andere schöne Sackjen, und Tschentungho, der übrigens ausgezeichnet englisch und einigermaßen deutsch spricht, versicherte, als wir die Speisen lobten, ein über das andere Mal, daß er seinen chinesischen Koch von Wusung nadj
B-'SS ’ **£>■*$ #**«««* JÄJ
"">K"
GicheimAnzeiger
w General-Anzeiger v
Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Olf
^den ist.
Oi*tg 8tailL


