Ausgabe 
16.5.1901 Zweites Blatt
 
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Mr. 114 Zweites Blatt

1kl. Jahrgang.

DonnerStag 16. Mai 1901

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vezsgrprelr Ditrtdjifri Wt 2/20, monaN. 76 P«y. mit SBvmgtrlo^n; durch fcw Abd^tkßcklen öiertdjeNrl Mk. 1.90, monatl. 65

8« Postbezug viertelftchrl.

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Tchmick wiederhergestellt werden. In dem Saalburg. Kastel ist man durch Zufall auf den schon lange gesuchten lecksten Bronnen im Kastel gestoßen.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 15. Mai.

we DaS Regierungsblatt, Beilage Nr. 6, ausgegeben Darmstadt, 11. Mai, hat folgenden Inhalt: Ordens Verleihungen. NamenSverLndernng. Dienstnackrichteu. Dienst­entlassungen. Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines SirchenamtS. Tharaktererteilungen. RuhestandSver. letzungen. Koukurrenreröffnunqen.

** Kvn kurrenzerö ffnun gen. Erledigt sind: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freiensteinau, mit der Stelle ist Organistendienst verbunden, eine Lehrerstelle an der evan­gelischen Schule zu Gimbsheim, mit der Stelle kann Orga­nistendienst verbunden werden, die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hebstahl, dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, die mit einem evan­gelischen Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Klein-Karben, mit der Stelle ist Orga- ' uistendienst verbunden, dem Herrn Freiherrn von Leon- l«ardi in Groß-Karben steht das Präsentationsrecht zu der­selben zu, eine mit einem katholiscl)en Lehrer zu besetzende ».'ehrerstelle an der Gemeindeschule zu Horchheim, sämtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Dehalt.

** T i e goldenen Fünf mark stücke, die seit 1. Oktober vorigen Jahres nid)t mehr als gesetzliches Zahl­ungsmittel gelten und infolgedessen kein Geschäftsmann anzunehmen braucht, werden noch bis zuin 30. September . bei den Reichs- und ^andeskassen zu ihrem gesetzlichen Werte sowohl in Zahlung genommen, als auch gegen andere Heichsrniinzen umgetauscht. Wer also noch im Besitze eines derartigen Geldstückes ist, kann solches bis zum gedachten Zeitpunkte umwechseln.

i- Garbeuleich, 12. Mai. Im Laufe des Jahres wird unser Dorf telephonischen Anschluß erhalten. Somit wird einem längst gehegten Wunsche endlich Abhilfe geschaffen. - Die Feldbereinigung in unserer Gemarkung, an der schon seit einigen Jahren gearbeitet wird, geht 'jetzt ihrem Ende entgegen. Die größere Hälfte des bereinigten Landes, bestehend aus dem Gelände rechts der Straße Dorfgill Hausen, wird bereits im kommenden Herbst benutzt werden lonncn. In Verbindung mit der Bereinigung wurden auch «rinige Drainierungsarbeiten vorgenommen, die bis jetzt ein ausgezeichnetes Resultat geliefert haben, indem sie Gelände, taS schon nach den geringsten Niederschlägen schwer zu be arbeiten war, in bestes Ackerland verwandelt haben.

W. Reichelsheim i. d. W., 12. Mu. Der vorgestern

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aate Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

ft em neuer Zog ein- nds S Uhr 14 Miuut. i abgeht. Diese- meinen fioiaditunQeooü

J. F. Sorgen,

Vermischtes.

* DerHerzv g Antonio von Siano, Mark­graf von Sabino", der sich in Berlin auf dem schon lange nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Zeitungs­anzeige eine Frau suchen wollte, außerdem aber eineir Privatsekretär, der zugleich sein Schloß und seine Güter verwalten sollte, ist in Charlottenburg verhaftet wiorden« Der Herzog versprach dem Privatsekretär und Verwalter ein Anfangsgebalt von 4000 Mk. und dazu noch Tantiemen vom Ertrage der von ihm verwalteten Güter. Das klang gar nicht so übel, und man kann es einem Herrn K. nid)t verdenken, daß er sich um diesen Posten bewarb. Auch das Verlangen desHerzoas", eine Bürgschaft von 10 00Ö Mark zu stellen, erschien nicht unberechtigt. Nachdem der Herzog sich nach den Verhältnissen des Bewerbers sorg­fältig erkundigt hatte, lud er ihn durch ein eigenhändiges Schreiben zu einer persönlichen Vorstellung ein. Sein Ein­druck übertraf seine Erwartung. Der Herzog nxir die Liebenswürdigkeit selbst und legte auch nach kurzer Unter­haltung gleich den Vertrag zur Unterschrift vor. Ter begann höchst feierlich: Wir Antonio, Herzog von Siano, Markgraf von Sabino, geruhen hiermit, den Privatsekretär usw. an- zustellen. Daß der Vertrag gleich in Kraft treten sollte, war Herrn K. ganz recht, aber die Frage des Herzogs, ob er auch seine Bürgschaft gleiche mitgebrackft habe, machte ihn doch etwas stutzig. Für den Herzog war aber die Unter­lassung auch nicht weiter schlimm. Er brauchte keineswegs sofort die ganze Summe, nur tüusend Mark hätte er gern auf ein paar Tage gehabt, bis sein Onkel, der mit ihm nach Berlin gekommen sei, von einem kleinen Ausflug zurück kehre. Tausend Mark waren auch. für Herrn K. eine Kleinig­keit, die wollte er, wie er zur Freude und Beruhigung beä Herzogs erklärte, gleich geben. Statt nach Hause, ging er jedoch auf die nächste Wache und die Revierpolizei lud den Herzog Antonio zu einem Gang nach dem Dienstgebäude- der Kriminalpolizei ein. Hier blieb er einstweilen, aber nicht als Herzog Antonio von Siano usw., sondern als, Badewärter Antonio Flieger. Bei einer Durchsuchung ber Wohnung Antonios, der noch- im vergangenen Jahre im Kaiser Friedrich-Bad zu Charlottenburg als Wärter be­schäftigt war, fand man eine bare Summe von 1,05 Mk, einen Similiring, eine Uhrkette mit einem Schlüssel statt der Uhr und eine Menge Briefe. Es stellte sich nun auch heraus, daß der Herzog schon einen Privatsekretär angestellt hatte. Dieser hatte auch schon für ihn gearbeitet, und zwar nach Diktat einen Brief an den italienischen Botschafter Grafen Lanza geschrieben, den derHerzog" aber schwerlich abgeschickt gaben wird. Auch eine Dame, die gern Frau Herzogin und Markgräfin werden wollte, hatte sich bereits gemeldet.

zu verzeichnen, in Aepfeln hatten namentlich Württem­berg und Baden eine ausgezeichnete Ernte aufzuweisen. Tas Angebot bei ber Zentralstelle betrug im verflossenen Jahre 14 532 264 Kilogr., bie Zahl ber Anbieter 954, bar- unter viele Gemeinben, Obst- unb Gartenbauvereine, lanb- wirtschaftlick)e Vereine, sowie bie meisten größeren Obst- züchter Deutschlanbs. Die Nachfrage belief sich auf 15 811625 Kilogr. Die Nachfragenben waren meistens Konserven- unb Geleefabriken, Aepfelwein- und Beeremveinkeltereien, Obst­händler und eine große Zahl Private. Hierbei war auch das Ausland stark Der treten. Ter durch Vermittelung ber Zentralstelle sie ist sowohl für ben Käufer als auch! den Verkäufer kostenlos erzielte Umsatz betrug, soweit er bekannt geworben ist, im vorigen Jahre 8315 385 Kilogr. Auf dem am 27. September abgehaltenen Obstmarkte waren von 213 Verkäufern angeboten: Aepfel 2180 045, Birnen 205 200, Zwetschen 75 705, Nüsse 10 370, Quitten 4116, zu­sammen 2 475 436 Kilogr., ferner größere Quantitäten Obst- unb Beerenweine, Obstgestelle unb Verpackungsmaterial. Verkäufe würben 457 abgeschlossen, und zwar: Aepfel 809 200, Birnen 93015, Nüsse 3000, Zwetschen 31250, Quitten 1450, zusammen 937 915 Kilogr. Obstproben waren auf dem Markt 796 ausgestellt. Im letzten Jahre wurden von ber Zentral­stelle für Obstverwertung unb dem Obstmarktkomitee von vielen Behörben, Korporationen und Vereinen Gutachten und Auskünfte über alle in die Obstverwertung ein­schlagende Angelegenheiten erbckten.

Homburg, 13. Mai. Das hiesige köuigl. Schloß hat in seinem nordwestlichen Flügel eine bauliche Verschönerung er­halten, welche gleichzeitig als bleibende Sehenswürdigkeit gelten darf. Auf zwölf romanischen Säulen reinsten, edelsten St'leS, mit wunderbaren Kapitälen geziert, die einst in Brau­weiler bei Köln gefunden und von der Frau General v. Peters dem Kaiser zur Beifügung gestellt wurden, ist im Schloßhof des weißen Turmes vor dem die Bibliothek enthaltenden Flügel eine Säulenhalle im romanischen Stil erbaut. Eine schmale Seitentreppe führt zum Dach derselben, zu welchem sich oben zwei Flügelthüren öffnen, und von welchem man einen entzückenden Rundblick auf das Taunusgebirge genießt. Oben ziert die Rückwand das Wappen des Kaisers Friedrich und seiner Gemahlin, welche auf Befehl Kaiser Wilhelms II. hier zur Erinnerung angebracht wurden, wo Kaiser Friedrich so gerne weilte. Die Wappen der Laudgrafeu zieren bekannt­lich die Wände des geräumigen Schloßhofes in historischer Reihenfolge. Im übrigen hat das Schloß auch ein neues Schieferdach anstelle des bisherigen, nur zu oft reparatur - bedürftigen Ziegeldaches erhalten. Auch die alte Oberstedter ' Schloß-Wafferleitung, welche vomalten Hof" das Waffer i lieferte, soll nach den Plänen des Frankfurter Oberingenieurs ?

hier im Gasthaus3ur Post" abgehaltenen Sitzung des vom hiesigen Bezirksverein für das Jmkerfest des Oberhesfischeu BlenenzüchtervereinS gewählten Komitees wohnte auch der Präsident dieses Vereins, Pfarrer Ellenberger in Ortenberg bei. Das Fest findet hier am 15. und 16. September statt. Die Einnahmen beziffern fich auf 1440 Mk. Man hofft mit dieser Summe auszukommen.

§ Wunscheu-Mso» (Kreis Lauterbach), 12. Mai. Hier soll demnächst eine Dampfmolkerei errichtet worden. Ein Herr Lange aus Oldenburg, ber zurzeit Aufseher und Verwalter in einer Molkerei im Odenwald ist, war dieser Tage hier, um eine außer Betrieb befindliche Mühlenhof« raithe in unserem Orte käuflich zu erwerben. Der gefor­mte Preis ist 7000 Mk. Ein Kauf ist bis jetzt nicht zu- stände gekommen.

W. Glauberg (Kr. Büdingen), 12. Mai. Heute fand hier die Delegirtenversammlung der Kriegervereine des Be­zirks Altenstadt statt, die der Bezirkspräsident, Wagner von Altenstadt, mit begrüßenden Worten einleitete. Es wurde beschlossen, in diesem Jahr kein Bezirksfest abzuhalten. Der Kriegerverein Himbach, mit 32 Mitgliedern wurde in den Bezirksverband ausgenommen. Lehrer Stork von Altenstadt hielt nach der Rechnungsablage einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über den Bauernkrieg.

Neu-Isenburg, 11. Mai. Ein mysteriöser Fall, ber einer Aufklärung bringend bebarf, wozu vielleicht bie ein­geleitete Untersuchung führt, ereignete sich kürzlich am hell­lichten Tage in einem Hause ber Offenbacherstraße. Des Morgens um bie Frühstückszeit, als sämtliche Bewohner des genannten Hauses anwesenb waren, ereignete sich Folgen­des: Unterröcke, Hosen, Strümpfe unb sonstige Kleibungs- stücke würben durch unzählige Schnitte unbrauchbar ge­macht, an Schuhen unb Stiefeln die Nähte aufgetrennt unb bie Spitzen abgeschnitten usw. Im Keller wurden außerdem die Weinflaschen durcheinander gebracht usw. Von einem Unbekannten, ber bas Haus unbemerkt betreten haben könnte, haben bie bis jetzt angestellten Nachforschungen noch nichts ergeben. Die Aufklärung desSpuks" wirb hoffent­lich! nicht lange auf sich warten lassen!

Frankfurt a. M., 13. Mai. Die seit einigen Jahren hier bestehende Zentralstelle fürOb st Verwertung und Obstmärkte erweist sich als eine praktische Einrichtung. Nach dem Geschäftsbericht für das Jahr 1900 war die Obst­ernte im Jahre 1900 im gesamten Deutschland zufrieden­stellend, sowohl in Beeren-, wie in Stein- und Kernobst. In einzelnen Sorten, wie Mirabellen, Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen unb Zwetschen war fast überall eine volle Ernte

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger

VEIsche Tagesschau.

Außer ben Berichten ber hessischen Gew er be i n sp ek- Er on en sind nun auch bie bayerischen erschienen. Bekanntlich war vor einiger Zeit bie Rede davon, Taß in diesem ^ahre sämtliche einzelstaatlichen Berichte der Ge­werbeinspektionen gemeinschaftlich in Berlin in gekürzter Form erscheinen würden. Das ist nun nicht aesckiehen unb wir meinen es ist gnt, daß es beim Men geblieben ist , , nebenher noch .eine erheblich gekürzte ter-

gleichende Zusammenstellung irgendwo ausgearbeibet werden wurde, so wäre ein solches Vorhaben nur zu unter» fiu^en. Zur Zeit lassen bie übrigen Bundesstaaten auch auf ihre Berichte warten. Selbst die badischen, die früher ÄT ?? . ^sden erschienen, sind diesmal noch im

Rückstände. Einige badische Blätter haben unlängst über bie angeblich zu arbeiterfteundliche Haltung der badischen ir re<? geklagt unb es besonders getadelt, daß ein badischer Inspektor in einer von einem Sozialdemokraten geleiteten Arbeiterversammlung einen Vortrag'gehalten habe.

notwendig, daß die Instruktion der Inspektoren« einer Revision unterzogen werde. Wie bie hessischen reifen glich die bayerischen Berichte beträchtliche Abkürz- r^Urt'M?8^uer ist u. E. nichts einzuwenden, zumal ber ozialpolittsche Geist ber alte geblieben ist. Auch in Bayern tne Arbeiter die Aufsichtsbeamten häufiger auf als

2r?eiter v/rkehren mit den Inspektoren meist durch Vermittelung ihrer Gewerkschaftskartelle oder Ar- beiterfeFretariate. Was bie Assistentinnen betrifft, so wirb Deren Thattgkeit im bayerischen Bericht als ersprießlich ^ez^ch^et. Die beiben bayerischen Funktionärinnen sind zu Assistentinnen aufgerückt. In unserem hessischen Bericht äußern sich, tote toir bereits mitteilten, die Aufsichtsbe» ^.mten für Offenbach, unb Darmstabt 'günstig über bie Thätigkett der Assistentinnen, während die Beamten von Gießen und Mainz weniger günftig berichten. Im Gegen- tatz zu uns wirb aus Bayern berichtet, baß das Interesse der Arbeiterinnen unb damit auch' deren Vertrauen gegen» weiblichen Inspektion im Steigen begriffen sei. plürben auch die Sprechstunben ber Beamtinnen selten be» »"chk, so sei in den Betriebsstellen ber Verkehr häufig unJ?^y,u?9ener- Dem oberbayerischen Gewerve-Jn- spettor Pollath ist bie Chefinfpektton für das ganze König­reich übertragen worben. Die Einrichtung der Chefinspektion hat sich, in Englanb und Oesterreich gut bewährt, hoffentlich bekunden die nock) ausstehenden Berichte ber' anberen Staaten ebenfalls eine gute Weiterentwickelung ber Ge­werbeaufsicht.

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Tie Frage nach ber Herkunft von De Wet, benr Unüberwinblichen ober Aalglatten, wie ihn bie Englänber 1 nennen, hat schon mandjen geplagt. Jean ßarrere, Korre­spondent französischer Blätter in Südafrika, bringt darüber ' in seinem eben erschienenen Buche: En pleine Epopee foG= gende Taten:Turch den überaus liebenswürdigen italien- ' ischen Konsul Frhrn. v. Morpurgo, einen allbekannten Herrn, den man hier kurzden Baron" nennt, lernte ich in Pre­toria viele Italiener kennen. Jck> sitze mit einem im Cafe, als er mir plötzlich sagt:Wissen Sie übrigens, daß auch Christian Te Wet ein Italiener ist?" ? ? '?....Ja­wohl, Italiener. Oder sicher Korse."Nanu!"Nein, wirk­lich, da ist nichts zu lachen. Sein eigentlicher Name ist nämlich Christiani. Tas ist ein Name, der in Sardinien und Korsika häufig ist. Er ist vor Jahren mit vielen Lands­leuten nach Amerika ausgewandert. Später hat er in Vene­zuela gelebt. Tort ist er die Seele vieler Revolutionen ge­wesen. Turch seine Kühnheit und Kaltblütigkeit hat er sich vielfach ausgezeichnet unb ber siegreiche Präsibent mackste ihn zum General ber Kavallerie. Er ist and) Ritter des Bolivar-Orbens. Spater ist er bann mit ben ersten Gold­suchern, die nach Johannesburg strömten, aus Amerika herübergekommen. Bald gab er bas Bergwerk auf und ging ins freie Feld, wo er nach. Lust Herumreiten konnte. Sv wurde Christiani einer ber ersten Pferbezüchter bes Laubes. Natürlich trat er, als ber Krieg ausbrach, sofort in die Reihen, na, und man weiß ja, daß er feinem alten Rufe Ehre gemacht hat. Er ist der Bonaparte der Buren." Mein Italiener versetzte mir die Geschichte seines Christtani mit der ernstesten Miene und trank seinen Kaffee aus, während der meine vor Schreck kalt geworben ist. Ich drücke mich, sonst erzählt er mir, daß Botha ein Eskimo ist, ben Nansen vom Norbpol geholt hat. Aus ber Straße sehe ich Herrn Charrier kommen, ben belgischen Konsul. Ich mache mich> bünn am Ende erzählt ber mir, baß Christian Te Wet General ber Brüsseler Garde civique war und bei Waterloo den Napoleon geschlagen hat"

Hmdel und Uerkehr. UolksuMschast.

New-Noek, 18. Mai. Der heute bekannt gewordene Ankauf der Liverpooler AUaslinie durch die .Hamburg-Amerika-Linie" erregt hier großes Aufsehen, da die Atlaslinie die einzige Gesellschaft war, welche eine regelmäßige Dampfschiffsverbindung zwischen Rew-?)ork und den west­indischen Häfen unter englischer Flagge unterhielt. DieHamburg- Amerika-Linie^ beabsichtigt, den Dienst durch Einstellung neuer Schiffe zu verbeffern.