Ausgabe 
14.9.1901 Erstes Blatt
 
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-nicht beschlußfähig gewesen sei. Stadtv. Dr. Ga^fsky empfiehlt die Errichtung von Holzbaracken wie vorgeschlagen. Der Antrag des Schulvorstandes wird hierauf zum Beschluß erhoben.

Die Vermehrung des Verkehrs an der städtischen L a st- wage am Neustädterthor hat die Anstellung eines Wiegers nötig gemacht. Die Stelle soll dem penfiomerten Eisenbahnbediensteten Konrad Krauß gegen eine monatliche Ver­gütung von 30 Mark übertragen worden. Für bauliche Herstellungen am Wieghaus werden 100 Mark be­willigt, und der Verlegung der Wiegstunden m die Zeit von 7 Uhr morgens bis 12V, Uhr mittags und von 11/ Uhr mittags bis 7^ Uhr abends während der Sommer­monate, sowie von 8 bis 12 Va Uhr bezw. I1/, bis 61/2 Uhr . im Winter mit dem Anfügen zugestimmt, daß an Markttagen die Mittagspause wegfällt. Stadtv. Euler bringt Be­schwerden der Anwohner wegen der fast ununterbrochenen geräuschvollen Veranstaltungen auf Oswalds Garten zur Kenntnis der Versammlung. Der Bürgermeister sagt Er- , Hebungen über Abstellung der angeführten Mißstände zu.

Die Bedürfnis frage bezügl. der Wirtschafts­konzessionsgesuche von Joh. Appel (Schloßgasse 9), Her­mann Hammel (Marburgcrstraße 34), Ludwig Spuck 'Ehefrau (Nordanlage 38), Hans Prottengeier (Neuen­weg 5), Wilh. Petry (Bahnhofstraße31), Joh. Gericher (Bahnhofstraße 43) und H. Elges für ein weiteres Zimmer im Hause Seltersweg 68 wird bejaht, da es sich um be­stehende Betriebe handelt...Das Gesuch von Joh. Marker urp Erlaubnis zum Betrieb einer Cantine bei dem Bauplatz der Universitätsbibliothek wird nicht befürwortet.

Aus Stadt und Sand.

.(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 13. September 1901.

** Die Hauptversammlung der hessischen Anwaltsk«mmer findet am 5. Oktober hier statt. Es sind u. a. Ersatzwahlen für die durch Dod ausgeschiedenen Mitglieder des Vorstandes, Geh. Justizrat Dr. Rein ach in Mainz und Justizrat Schödler in Darmstadt, vor­zunehmen.

* Neue Fahrkarten. Auf den Hauptstationen Mainz, Darmstadt und Worms der Preußisch-Hessischen Eisenbahngememschast sind seit 1. September die sogenann­ten Edmonsonschen Fahrkarten zuv Ausgabe ge­langt, und mit den von den Verkehrsinspektionen ihnen gelieferten, abgeänderten Datumpressen abzustempeln. Diese Karten enthalten oben das Datum des Lösungs- und Ver­falltages! aufgedruckt, soweit sie 45 tägige Giltigkeitsdauer Haven.

** Warnung. Es wird vor den Manövern der Kunstanstalt Schäfer und Dehmel zu Berlin-Char­lottenburg gewarnt, welche Firma durch ihre Kolpor­teure sog. Kimftgegenstände wie Haussegen usw. unter dem Vorgeben, daß der Erlös einem Krüppelheim in Biekenheim zu Gute komme, verkaufen läßt. In der jüngsten Nummer desEvang. Sonntagsblattes" schildert Pfarrer Waldeck das geradezu schwindelhafte Gefahren der genannten Firma und ihrer Geschäftsreisenden. Es wird denen, welche aus Mitleid mit den Krüppelkindern einen Haus­segen bestellt haben, geraten, die Bestellung sofort durch Postkarte zurückzunehmen, da in Biesenheim kein Krüppel­heim sei. Die zu 4 Mk. 50 Pf. abaesetztenHaussegen^ haben höchstens einen Wert von 50 Pf.

* Die Fleischerei - Berufsgenossenschaft fiedelt in den letzten Tagen dieses Monats von Lübeck nach Mainz über und eröffnet Karmelitenplah, 4 am 1. Oktober ihr Zentralverwaltungsbüreau. Da die Thätig- keit genannter Berufsgenossenschaft sich über das ganze Reichsgebiet erstreckt, wird es sich für die mit derselben in Verbindung stehenden Behörden uno Personen empfehlen, vom 1. Oktober an Sendungen, an die Berufsgenossenschaft nach Mainz, Karmelitenplatz 4, zu adressieren, und wäre es sehr zu wünschen, daß diese Notiz durch bie ganze deutsche Tagespresse Verbreitung fände.

** Finanzprüfuug. Bei der diesjährigen Finanzprüfung t. Kategorie bestanden von 36 Kandidaten 2 5. Es sind dies die Herren: 1. Schneider, Mainz; 2. Meyer II., Darm­stadt ; 3. Stock, Groß-Gerau; 4. Bernhard, Darmstadt; 5. Kurtz, Darmstadt; 6. Kolb, Gießen; 7. Maus, Groß- Gerau; 8. Treser, Gießen; 9. Litters, Darmstadt; 10. Keck, Lich; 11. Frank, Darmstadt; 12. Jöckel, Darm­stadt ; 13. Eckhardt, Ulfa; 14. Zulauf, Darmstadt; 15. Dieser, Worms; 16. Meis, Darmstadt; 17. Becker, Worms; 18. Meyer I., Offenbach; 19. Ostermeyer, 20. Weinberg, 21. Schäfer, 22. Menslar, sämtlich in Darmstadt; 23. T au b^e rt, Lyllar; 24. Schmidt, Dieburg; 25. Opfermann, Darm­stadt. Vier Kandidaten traten vor der schriftlichen Prüfung zurück.

** Preise der Lebensmittel- und Verbrauchsgegenstände. Nach den von der Zentralstelle! hür die Landes­statistik veröffentlichten Tabellen über die gewöhnlichen Ver­brauchsgegenstände im Großherzogtum Heffen ergaben sich für den Monat Mai 1901 für Gießen folgende Durchschnitts­preise: Weizen per Doppelzentner Mk. 18.64 (Mittelpreis für Hessen Mk. 17.76), Roggen 16.50 (15.41), Gerste 16.50 (16.29), Hafer 16.50 (15.77), Heu 8.68 (8.81), Stroh 7.50 (6.06), Kartoffeln 6.75 (5.76), Erbsen 29.00 (26.80), Bohnen 31.50 (27.46), Linsen 39.00 (32.14). Ochsenfleisch per Kilogramm mit Beilage 1.44, ohne Beilage 1.60 (1.40 bezw. 1.69), Kuh - oder Rindfleisch mit Beilage 1.26, ohne Beilage 1.40 (1.27 bezw. 1.49), Kälbfleisch mit Beilage 1.28, ohne Beilage 1.32 (1.37 bezw. 1.75), Hammelfleisch mit Beilage 1.20, ohne Beilage 1.40 (1.25 bezw. 1.50), Schaaffleisch mit Beilage 1.06, ohne Beilage 1.20 (1,04 bezw. 1.20), Schweine­fleisch mit Beilage 1.30, ohne Beilage 1.48 (1.27 bezw. 1.58), Weißmehl 0.38 (0.35), Roggenmehl 0.33 (0.25), Brod gemischt 0.24 (0.27), Roggenbrod 0.21 (0.23) Butter 2.38 (2.26), Milch per Liter 0.18 (0.17), Eier 10 Stück 0,53 (0.59), Gebrannter Kaffe per Kilogramm 3.40 (2.96), Petroleum per Liter 0.20 (0.21), Stein­kohlen per Doppelzentner 2.10 (2.64), Braunkohlen 1.50 (1.55). Die höchsten Weizenpreise verzeichnet Büdingen mit 20 Mk. per Doppelzentner, die niedrigsten Lauterbach und Dieburg mit 16.50 Mk., die höchsten Roggenpreise Butz­bach mit 16.75 Mk., die niedrigsten Erbach mit 14,50 Mk.,

die höchsten Gerstenpreste Büdingen mit 18 MN, die niedrigsten Erbach mit 14 Mk., die höchsten Haferpreise Büdingen mit 18 Mk., die niedrigsten Dieburg mit 14.70 Mk., die höchsten Heupreise Butzbach mit 11 Mk., die niedrigsten Lauterbach mit 6.50 Mk. Kartoffeln haben die höchsten Preise in Lauterbach mit 7 Mk., die niedrigsten in Dieburg mit 3.87 Mk. Ochsenfleisch (mit Beilage) ist am teuersten in Darmstadt mit 1,52 Mk., am billigsten in Lauterbach mit 1.28 Mk., Kuh- und Rindfleisch kosten in Darmstadt 1.40, in Dieburg und Offenbach 1.20 Mk., Kalbfleisch in Worms 1.56 Mk., in Lauterbach und Schotten 1.20 Mk., Hammelfleisch in Worms 1.44 Mk., in Mainz 0.93 Mk., Schweinefleisch in Darmstadt, Offenbach, Mainz, Bingen und Worms 1.40 Mk., in Friedberg 1.12 Mk. Der Preis des Weißmehlcs schwank! zwischen 0.51 Mk. (in Bingen) und 0.26 Mk. (in Erbach), des Roggenmehlcs zwischen 6.33 Mk. (in Gießen) und 0.21 Mk. (in Butzbach); das Brod hat den höchsten Preis in Butzbach, Darmstadt, Offenbach, Friedberg, Mainz, Alzey, Bingen und Worms mit 25 bezw. 26 Pfg., den niedrigsten in Dieburg und Erbach mit 20 Pfg. per Kilogramm; Butter ist am teuersten in Bingen (2.51 Mk.), am billigsten in Mainz (1.88 Mk.); Milch ist am teuersten in Offenbach (21 Pfg.), am billigsten in Schotten und Alsfeld (14 Pfg.); Eier (10 Stück) am teuersten in Butzbach (90 Pfg.), am billigsten in Büdingen und Schotten (50 Pfg.). Der Steinkohlenpreis bewegt sich zwischen 3.30 Mk. (in Dieburg) und 1.86 (in Worms) für den Doppelzentner.

sch. Laubach, 11. Sept. Am 8. und 9. September hielt, wie alljährlich, unser Schützenverein sein Hauptschießen ab. Zu diesem Zwecke waren verschiedene benachbarte Schützen­vereine, wie z. B. der Grünberger, Büdingener, Wetzlarer u. s. w., eingeladen worden. Am Sonntag Nachmittag um 3 Uhr begann das Schießen. Es wurde im allgemeinen gut geschaffen. Am Samstag erhielt Aeeessist Kaufmann- Büdingen den vom Verein Laubach gestifteten Ehrenpreis; auch die anderen Büdingener Schützenbrüder leisteten Vorzüg­liches. Am Montag wurde ein zweiter, von Laubach ge­stifteter Ehrenpreis ausgeschossen, der ebenfalls nach Büdingen kam. Es erhielt ihn Herr Fr. Lehning. Die Preisver­teilung findet noch im Laufe dieser Woche statt.

g Ortenberg, 12. Sept. Gestern tagte hier die 27. ordentliche Synode des Dekanats Büdingen. In dem einleitenden Gottesdienst predigte Pfarrer Göbel- Büdingen über Mt. 10, 4245. Danach eröffnete der seit­herige Dekan - Stellvertreter, Pfarrer Ellenberger- Ortenberg die Synode, verlas den Bescheid des Oberkon­sistoriums zur vorigen Synode und den Bericht des Deka­nats-Ausschusses über die kirchlichen und sittlichen Zustände des Dekanats. Erfteulicherweise ist! in dieser Beziehung in einzelnen Mücken eine Besserung zu verzeichnen. So sind z. B. die Gaben für kirchliche und wohlthätige Zwecke im Vergleich mit dem Vorjahr um etwa 3000 Mk. gestiegen. Pfarrer Pabst-Eckartshausen referierte dann über das Thema:Was haben die kirchlichen Organe zu thun, um das Lesebedürfiris des Volkes angemessen zu befriedigen und schädlichen Einflüssen entgegenzuwirken?" Die gründ­lichen Ausführungen, in denen besonders Kolportage, Presse, Volksbibliotheken Berücksichtigung fanden, wuroen ohne Diskussion angenommen. Bei den hierauf stattfindenden Wahlen wurden Pfarrer Elle n b e r g er-Ortenberg (wie wir bereits in unserer letzten Nummer mitteilten) zum Dekan, Pfarrer Göbel-Büdingen zum Dekan-Stellver­treter gewählt. Mit einem von Pfarrer Strack-Usenborn gesprochenen Gebete wurde die Synode geschlossen.

() Aus dem südlichen Ober Hessen, 12. Sept. Schon ziemlich früh ist in diesem Jahre herbstlich kühle Witterung eingetreten, und auch in der Vogelwelt macht sich das bemerklich. Tie Wandervögel sammeln sich be­reits zum bevorstehenden Aufbruch. Eine erfreuliche Er­scheinung für den Naturfreund ist die diesmal vielfach beobachtete, unverkennbare Zunahme einzelner Vogelarten, namentlich her Schwalben, sowohl der Mehl- wie der Rauch,- schwalben. In Ortschaften, in denen ihre Anzahl auf nur wenige Stücke zurückgegangen war, sieht man jetzt wieder große Schwärme ihr munteres Spiel treiben. Es wäre interessant, zu erfahren, ob man auch in anderen Gegenden diese Beobachtung gemacht hat und auf welche Umstände sie wohl zurückgeführt werden darf. Möchten recht viele von den bevorzugten Lieblingen des deutschen Volkes und des deutschen Liedes im nächsten Frühjahre eine glückliche Rückkehr finden!

M a i n z, 2. Sept. In der gestrigen Sitzung der hiesigen Stadtverordnetenversammlung beschäftigte man sich mit der projektierten Aufhebung der Sonntags sah r- f art en. Man beschloß einstimmig, eine Eingabe an das Ministerium zu richten und zwar nicht allein wegen Bei­behaltung der Sonntagsfahrkarten, sondern auch wegen der projektieren Tarifänderung bei den Rundreisekarten. Ter sozialistische Abgeordnete Haas erklärte zwar auch für die Eingabe stimmen zu wollen, obwohl er sich nicht den ge­ringsten Erfolg davon verspreche, denn die Erfahrung habe gelehrt, daß Hessen in der preußisch-hessischen Eisenbahn­gemeinschaft nicht den geringsten Einfluß habe und mit gebundenen Händen allen Anschlägen Preußens folgen müsse. Tie beschlossene Eingabe habe insofern ihr Gutes, daß das Ministerium jetzt offen bekennen müsse, daß es in den Eisenbahnsachen keinerlei Gewalt und Macht mehr habe. Die hiesige Handelskammer hat, wie bereits kurz angedeutet, gleichfalls gegen die Aushebung beziehungs- weise Einschränkung der Ausgabe von Sonntagsfahrkarten Stellung genommen und an das'Darmstädter Finanzmini­sterium eine ausführlich mvtivierte Eingabe gerichtet. Darin wird gleichzeitig gegen die Tarifänderung der Rundreise- Hefte Einspruch erhoben und darauf hingewiesen, daß beide Verkehrbeschränkungen und Erschwerungen mit dem Tenor des zwischen Preußen und Hessen abgeschlossenen Gemein- schastsvertrags nicht vereinbar seien. Auf der Tagesord­nung der den kommerrden Sonntag im Anschluß an die allgemeine deutsche Gartenbauausstellung stier statt­findende Schutzzollversammlung des Verbandes der Handelsgärtner Deutschlands steht: Tie veröffentlichten Zollsätze für gärtnerische Artikel. Referenten sind: v. d. Smissen-Steglitz-Berlin und Krause-Neuhaldensleben. Unter­zeichnet ist die Einladung zu der Versammlung von den Gruppen Baden, bergische Taunus, Lahn, Mittelrhein, Niederrhein, Westfalen- Großherzogtum Hessen und Hessen- Nassau.

Kandwirtschast.

** Landesversammluug des hessischen Bauernstandes. Zur Berichtigung wird uns vom Ausschuß der zur Vorbereitung der am 15. September in Darmstadt stattfindenden Landes­versammlung des ge|amten hessischen Bauernstandes mitgeteut,

vag oxc Myamnuung nicht eine ^cranftarrung der verMcdcnen hessischen landwirtschäftlicben. Körperschaften isl, sondern vielmehr eine freie Versammlung aller hessischen Landwirte, zu der von beit im Aufruf unterzeichneten £>errett in ihrer persönlichen Eigenschaft als Präsidenten, bezw. Vizepräsidenten des Landwirtschaftsrats, der landwirlschaftlichen'Vereine, des Hessischen Bauernbundes, des Hessischen Bauernvereins und der hesitsckpm Provinzraiabteilungen des Bundes der Landwirte einqeladcn worden Ist.

Eine Riesenrcbc befindet sich in den Obstgärten von Monrepos (Geisenheim), welche, obgleich erst 34 Jahre alt. schon einen Umfarm von mehr als 90 Quadratmeter erlangt und 2200 Trauben im Jahre 1896 getragen hat.

Lbstprcisc. Wie die Frankfurter Centrahtelle für Dbfh Verwertung mitteilt, betrugen die Obstdurchschnittspreife am 7 Sep­tember per Zenmer: Tafeläpfel 10 bis 20 Mk., Kochäpfel 8 Mk., Tafelbirnen 10 bis 25 Mk., xochbirncn 8 Mk., Mirabellen 10 Mk., Reineclauden 9.50 Mk., Zwetschen, gepflückte, 4 bis 5 Mk., Trauben 20 bis 25 Mk., Pfirfische 12 Ibis 25 Mk. In den Gemeinden Effolderbach und Eckar'tsborn haben die Firmen Heiland und Freyeisen zu Frankfurt a. M. die höchsten Preise des diesjährigen Kelterobstes, pro Malter 12.50 Mk., angelegt.

Lrtcnbcrg, 12. Sept. In den hiesigen und angrenzenden Gemarkungen herrscht dieses Jahr ein großer Segen an Obst. Die Preise bewegen sich für Kelterobst zwischen 12 bis 13 Mk., für Tafelobst entsprechend höher. Ein Frankfurter Obschändler er­steigerte sämtliches Ortenberger Gemeinde-Obst für den Preis von 3680 Mk., zuvor wurden beim Einzelausgebot 2109 Mk. gelöst. Im nahen Lißberg gibt es einzelne Obstzüchter, die 100 bis 200 Malter Aepfel ernten. Birnen liefern nur geringen Ertrag: sehr reichlich tragen aber die Nußbäume, ebenso auch die Zwctschen- bäume. Brennereien schicken sich zum Masseneinkauf der Zwetschen an; der Preis ist noch unbestimmt, jedoch nicht hoch.

§ Obcr-Hörgcru, 1<?. Sept. Heute fand eine Ortsschau für unseren Simmenthaler Zuchtverein statt, mit Einbeziehimg der Orte: Holzheim, Eberstadt, Lich und Albach. Sämtliches zur Be­sichtigung aufgetriebene Vieh wurde pramiierungswürdig befunden. Ebenso bekamen Bullenhalter für gute Führung der Sprungregister Geldpreise zuerkannt.

he. Aus der südlichen Wettcrau, 12. Sept. Die Grummet« errtc ist in diesem Jahre in hiesiger Gegend sehr ivenig befrtebi= genb ausgefallen. Infolge des trockenen Sommers blieb das Gras nn Wachstum ungemein zurück. Das anhaltende Regenwetter der letzten Zeit hat außerdem auch noch die Qualität des bereits ge­mähten Futters sehr verschlechtert. Gerade der diesjährige trockene Sommer sollte übrigens die Erwägung nahe legen, ob sich nicht auch für Oberhessen noch eine ausgedehntere Anlage der Wiesen­bewässerung empfehlen würde, die häufig ohne große Kosten herzu- stellen wäre. Aus andern Gegenden, auch in Hessen, in denen oie Wiesenbewässerung bereits eingeführt ist, konnte von einem befrlc» digenden, selbst guten Stande oes Futters berichtet werden.

Nidda, 11. Sept. Bei der gestern in Nidda stattgehabten Bullen-, Eber- und Ziegenbockschau kamen folgende Preise zur Verteilung:

A. Für Bullen:

Gemeinde Aulendiebach 1. Preis 120 Mk.

Wallernhausen 1. 120 u

,, Gettenau 2. 90

11 3. 60

Dauernhenn 3. 60

.Kohden Anerkennung 20 u Tauernheim 15

Geiß-Nioda 15

v Echzell 15

Kohden 10

Außerdem wurde den Haltern der Stationsbullen in Dauern- heim und Borsdorf für gute Pflege der Tiere eine Anerkennung von 25 Mk. bezw. 15 Mt. zuerkannt.

B. Für Eber:

Gemeinde Stockheim (Bürgerineister Koch) 1. Preis 60 Mk.

n £*XJ n

Anerkennung 5

n 5

t, 5

n 5 D

H 5

C. Für Ziegenbocke:

Gemeinde Hirzenhain 1. Preis 30 Mk.

Dauernheim Anerkennung 5

Wallernhausen 5

Geiß-Nidda 5

Nidda 5

Wallernbausen

Gutspachter Schuch Getneinde Gettenau

Eckartsborn

Echzell

Tauernheim

u Geiß-Nidda

Bleichenbach

' Nidda

n Ober-Widdersheim

Literarische Neuerscheiuungen.

Mode und Haus", illustriertes Universalblatt für die Fa.- milie, XVir. Jahrg., Heft 18, vierteljährlich 1 Mk., Berlin W., Steglitzer Straße 11.

Das Freie Wort", Fratckfurter Halbmonatsschrift für Fort­schritt auf allen Gebieten oes Geisttgen Lebens. 1. Jahrg. Nr. 12, ü, Nr. 40 Pfg., Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Verlag.

Schiffsnachrichten.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos.

Bremen, 10. Sept. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Postdampfer Königin Luise, Kapt. O. Volger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Red Star Linie" Antwerpen.

Der PostdampferKensington" der Red Star Linie in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 10. September wohlbehalten in New-Pork anaekonnnen.

Der PostdampferSwitzerland" derRed Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 10. September wohlbehalten in Philadelphia angekomnten.

Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmann.

P. Wittko

Redakteur des Giessener Anzeigers

Mia Wittko geb. Herzberg-Schall Vermählte. Giessen Frankfurt a. M.

z. Z. Luzern, September 1901.

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