Nr. 112 Drittes Blatt.
151. Jahrgang.
Dienstag 14 Mai 1901
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Städtebundtheater.
Schluß.
Aber was dabei bedenklick) ist, das ist — nach, dem Worte von Goethe „Tie Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen" — die Buntscheckiakeit des Repertoires. Von dem indischen Drama aus uralter, vorchristlicher Zeit Vasau* tasena über Lessing bis zu Ibsen und Björnson, vow I Teil und Maria Stuart bis zu Mosers „Bureaukrctt", von „Wenn wir Toten erwachen" bis zum „jüngsten Leutnant", für alles das soll die Direktion, die „der Menge zu behagen" wünscht, die passenden Kostüme und Kräfte hab^n, : des ungeachtet, „wie wenig das den echten Mnstlex ziere".
Gestreift sei nur die viel besprochene Frage, wie es an i solchen Bühnen, die ihren ersten weiblichen Fächern Gagen von 90 bis allerhöchstens 200 Mark im Maximum zahlen, die Damen ermöglichen sollen, sich moderne und historische : Kostüme zu all diesen Stücken zu beschaffen, die Reisespesen zu tragen, und die engagementlosen Monate zu überstehen. Eine Preisfrage — leider mit trauriger Auflösung.
Unb nun das Rezept — wie hebt man ein kleines Stadttheater künstlerisch! und ökonomisch auf eine höhere Stufe? Ersteres ist ohne das Zweite, ohne eine gesunde finanzielle ! Basis natürlich! nicht möglich. Staats- unb Stadt - Ver- ! Waldung müssen sich, ihrer idealen Pflichten erinnern. Der | vom Landtage alljährlich etatsmäßig der Regierung bewilligte Fonds für Kunst und Wissenschaft sollte zum Teil । auch zur Unterstützung der kleineren Theater im Lande verwendet werden, wie das z. B. in Preußen hier und da geschieht. Diese finanzielle Beihilfe, wie sie Hof- und zu- ! weilen auch große Stadttheater genießen, braucht nur klein zu sein unb würde vielleicht bgld ettierg Ueberschuß weichen, wenn das Prinzip bet wandernden Bühnen angewandt wird.
Der Theaterbund kann nun helfend eingreifend. Vier bis sechS Städte, in unserer Gegend etwa außer Gießen, Marburg, Bad-Nauheim und Friedberg, eventuell noch Metzlar und Weilburg, vereinigen sich zu einem solchen Verbände, der eine gemeinsame Truppe unter* | hält. Schauspieler, Garderobe, Dekorationen und Bibliothek, alles müßte gemeinsam sein, um an den Kosten zu [paren, der Direktor, „ein Mann, der recht zu wirken denkt", nur artistischer Leiter mit Fixum (damit die eben» 1 falls gemeinsame Subvention nicht in seine Tasche fließt) und mit Tantiemenanteil, um ihn anzuspornen.
Tas Ensemble ist natürlich! ständig, wie an den größten * Bühnen, und spielt abwechselnd einige Monate oder Wochen [ (je nach der Größe des Ortes) in jeder der vereinigten Städte. Unter einem guten Regisseur — und wir haben heute mehr, als man gewöhnlich glaubt — könnte eine solchc Bühne (cum grano salis) ein kleines Musterinstitut ? herben, das selbst die Sommermonate ohne oder mit I leicht zu ertragendem, geringen Schaden überstehen würde.
Mit derselben Ruhe und Stetigkeit wie an den größten f Bühnen könnten fast noch, mehr Proben abgehalten roer* i den als dort. Tenn ein Bundestheater braucht seine Zeit nicht an nutzlose Experimente und durchfallende Stücke in verschwenden. Tas Beste, das Bewährteste könnte es liebevoll einftubieren im festgefügten, feingestimmten Ensemble. Es bleibt dann für die Tauer in seinem Besitze und kann durchs die Wiederholung in jeder der Städte nur gewinnen. Solche künstlerischen Darbietungen werden aber eine ganz andere Anziehungskraft auf das Publikum ausüben, was wiederum die finanzielle und künstlerische Kraft dieser Bühne stärkt. Es bildet sich bann auch ein Stammpublikum, das die meisten und besten Plätze des Hauses schon vorher abonniert hat. Der circulus tiuin Besseren. . „ _ .
Daß sich die ökonomische und soziale Lage ständig |engagierter Mimen heben muß, die zu Lieblingen ihres Stammpublikums werden, die keine Reisespesen, keine brot- |lokn Zeiten mehr haben und besser bezahlt werden können, fei'r selbstverständlich. Auch könnten dann den weiblichen Mitgliedern die historischen Kostüme geliefert werden, tote la- heute schon mit dem männlichen geschieht; es könnten Fonds zur Beisteuer für die moderne Garderobe gegründet Ererben (ober die zurückgelegten Toiletten der vornehmen Delt gesammelt, wie das bereits mehrfach in großen Aädten geschieht.)
Za, wenn wir in wettere Zukunft schauen, selbst auf ben Genuß einer guten Oper brauchten wir dann nicht qaiu zu verzichten. Ein besonderes Opernensemble, das den vermehrten Kosten entsprechend einen weiteren Städtekreis seltener und auf kürzere Zett besuchen wurde vielleicht mit vorher gesichertem Abonnement), naturluh ' (iiif denselben Prinzipien basiert, ergänzte die schwesterliche Kunst. Auch hier wären im ständigen Ensemble sorgfältiger Mrbereitete, ö s t e r s wiederholte unb baher abgerundetere "Tarbietungen möglich ; auch hier würde das Interesse des Publikums durch die Kürze der Spielzeit nicht abgestumpft,; Mch hier würde sich der Kreis der Theaterbesucher auf Kften des Wirtshausbesuchs erweitern.
Es sind beinahe zehn Jahre, daß Rob. Misch schrieb: Cs ist anzunehmen, daß die Logik der Thatsachen und i'itf Notwendigkeit unsere deutschen Mittelstädte schließlich :U dieser Bühnenresorm führen". Es will uns scheinen, js ob wir hier in Gießen nicht allzu weit von einer solchen kform stehen. Wenn man die Sache am richtigen Ende an- eit die richtigen Leute an die Spitze stellt, unb die .nfänglichen Kosten nickst scheut, dann werden auch wlv liei eine echte Theaterkunst haben. . ,
Heute gilt uns allzu sehr noch Goethes Klage: „Ihr wißt, auf unsem deutschen Bühiien Probiert ein jeder, was er mag."
Eine Probe aber, wie die oben vorgeschlagene, würde sicherlich aufs beste glücken.
Wir halten diese Städtebundtheaterfrage, die mit 6er Frage eines Saalbaues Hand in Jcanb geht, für brennend
Und so wollen wir denn in bester Hoffnung mit den Worten des Gewaltigen von Weimar schließen, die ben eben zitierten vorausgehen:
„Was heute nickst geschieht, ist morgen nicht gethan, Unb. feinen Tag soll man verpassen;
Das Mögliche soll der Entschluß Beherzt sogleich, am Schopfe fassen. Er will es dann nicht fahren lassen Und wirket weiter, weil er muß,"
Universttäts-Ruchrichteu.
— An der Technischen Hochschule in Stuttgart hielt der neu» eingetretene Privatdozent für Geschichte, Dr. E. Marx, gestern seine Antrittsvorlesung über „Egmont und seine Zeit". — Der Germanist Prof. Weinhold von der Berliner Hochschule wurde zur Wiederherstellung seiner Gesundheit für das Sommerhalbjahr beurlaubt. Ein Colleg über „Deutsche Syntax" liest an seiner Stelle Professor Dr. Richard M. Meyer. — An der Technischen Hochschule zu Braunschweig hat sich Freiherr v. Brockdorff als Privaidozent bet der 6 Abteilung habilitiett. — Im Wintersemester 1900/01 Haben an der Universität Leipzig insgesamt 213 Doktorpromotionen flattgefunden. — An der Universitäts'Bibliothek daselbst wurde CustoS Dr. Kühn zum Bibliothekar, Assistent Dr. Stichel zum Custos und Volontär cand. mln. Keßler zum stellvertretenden Asst« stenten ernannt. — Wie berichtet wird, hat sich F. Peterö, Assistent an der Technischen Hochschule in Berlin, an der Bergakademie zu Berlin für Elekttometallurgie und Elektrochemie, Assistent Junghahn an der Technischen Hochschule für Technologie der ProtÄnstoffe habilitiert. — Die Budapester Universität berief den Sektionsrath im Kultus- und Unter- richtsministtrium Professor Dr. E. FtnLczy auf den durch das Ableben August Lubrich'S vakant gewordenen pädagogischen Lehrstuhl. — In St. Petersburg starb am 3. ds , der Professor der Architektur Michael Schtschurupow im Alter von 85 Jahren. AlS Architekt ist er durch seine Pläne bekannt geworden, nach denen zahlreiche russische Kirchen in St. Petersburg sowie in anderen russischen Städten und die russische Kathedrale in Tokio erbaut worden find.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
Darmstadt, 9. Mat. Heute abend gelangte ein vieraktiger, bis« her wohl noch wenig aufgefühlter Schwank .EecileS erste Abenteuer" von Karl Btttmann zur Ausführung. Das ganz im französischen Stil und KonservationSton gehaltene Stück läßt eine gewandte Technik erkennen und ist nicht ohne Geist und Routine geschrieben, in der Pointe aber leider weniger glücklich: Einem jungen Baron, der der Frau eines Anderen nachstellt, wird, nachdem sich beide in dem Atelier eines Zahnarztes ein Rendezvous gegebm, zur Strafe und auf Veranlassung des Ehemanns vom Zahnarzt ein Zahn auSgezogeo. Die Geschichte könnte spaßhaft sei«, wenn sie nicht brutal wäre.
Straßburg, 10. Mai. Am Dienstag findet in den Morgen- stunden eine internationale wissenschaftliche Ballonfahrt statt. Es steigen bemannte und unbemannte BallonS auf in: TrappeS, Paris, Straßburg, Wien, Krakau, Berlin, St. Petersburg, Moskau. Der Finder eines jeden unbemannten BallonS erhält ein« Belohnung, wenn er der jedem Ballon betgegrbenen Instruktion gemäß den vallon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine vorsichtige Behandlung der BallonS und Instrumente wird besonders aufmerksam gemacht.
Die neue Technik in der Glasmalerei. Der Kaiser hat ungeordnet, die Glasmalereien für ben neuen Dom zu Berlin durch die Kunstanstalt für Freilichtglasmalerei „Luce floreo" in Barmen ausführen zu lassen. Die Technik, nach der die Glasmalereien dort ausgeführt werden, ist dem Münchener Maler Dillmann patentiert worben, sie beruht erstens darin, daß der jetzige Glasmaler sich alle möglichen Farbentöne selbst schafft; unb zweitens, daß ihm jetzt Glasflächen von anderthalb Quadratmetern zur Verfügung stehen. Tie Technik geht aus von dem Gedanken der Zerlegung der ganzen Farbenskala in die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau unb der Erzeugung aller Farben aus triefen drei Grundlinien. Tillmann legt drei weiße Bleigläser mit einem lieber fang von Rot, Gelb und Blau in der Flächenausdehnung, bis zu welcher sie die Glashütte zu liefern vermag, d. h. bis zu anderthalb Quadratmeter, übereinander. In bas dadurch erhaltene violette Schwarz, das als Kontur Verwendung finden kann, trägt er sein Bild ein, indem er den roten, gelben und blauen Ueberfang je nach Erfordernis wegätzt: die stehen- bleibenden Ueberfangschichten ergeben jede nur gewünschte Nuance. Das, was also dieser Technik gegenüber der alten Bleiverglasung malerische Ueberlegenheit giebt, ist die Freiheit der Linie, der Form und der Farbe. Der Glas- Waler braucht sich hier nicht mehr ängstlich zu,fragen: läßt sich diese Form, diese Linie, die sein künstlerisches Bedürfnis verlangt, auch ausführen, sind sie praktisch möglich? Jeder malerischen ober auch architektonischen Idee kann hier Rechnung getragen werden. Die Leuchtkraft der Farbe wird bis zum äußersten gesteigert, die zartesten, duftigsten Lufttöne kommen in weicher Abrundung zur Darstellung, ebenso stehen die kräftigsten Farben zu Gebote. Wie gern hätte mancher Glasgemäldemaler das störende Blei vermieden; hier hat der auf angewandter Naturwissenschaft beruhende Fortschritt der Zeit das liebet spielend beseitigt, und der moderne Künstler kann sich den Baumeisterscherz erlauben, das böse Hebel der Bleiverglasung auf seinen Gemälden nachzuahmen. Professor HansChristiansen in T a r m ft a b t hat sofort die Bedeutung der Sache erfaßt. Auf der jetzt zu eröffnenden Kunstausstellung in
Darmstadt stehen Glasfenster, zu denen er die Kartons selbst gezeichnet hat; aber eine wahre Lichtorgie ist seiw in roten Konturen gehaltenes und von glühendem Abend» rot überflutetes Gemälde „Nymphe mit Faun".
Bäder.
Der Verband Deutscher OstseedLder versendet slnrn Führer durch 58 Ostseebäder, der 19t ©eiten stark und mit Karle versehen, genaue Angabm über die Preise für Kurtaxe, Bäder, LogiS rc. enthält und vom Büreau Berlin NW., Neustädttsche Kirchstr. 9, gegen Einsendung von 15 Psg. und 10 Pfg. Porto vrrsandt wird.
Die Seebadedirektion in Westerland dufj Sylt hat die diesjährige Brochnre herausgegeben, bis gegen früher eine nicht unwesentliche Bereicherung in textlicher wie illustrativer Hinsicht erfahren hat. Ganz besonders ist darin auf die nunmehr fertig gestellte Mna- lijation unb Wasserleitung, sowie auf die in diesem Sommer in Betrieb kommende Sylter Südbahn, Westerlands Hörnum hingewiesen, unb kann daher dieses kleine Werkchen als zuverlässiger Wegweiser in allen die Reise und den Aufenthalt auf Sylt betreffenden Angelegenheiten gelten.
BadBrückenau in Unterfranten am südwestliche: Abhänge des Rhöngebirges in reizender Wald* und Gebirgslandschaft gehört auf Grund seiner mächtigen Heik- faktorcn, deren Erkenntnis sich in der gesamten Aerzte- welt immer mehr Bahn bricht, zu ben wirksamsten until beliebtesten Bädern Aüddeutschlcmds. Für Nieren- und Harn- leidende aller Art ist es in ben lebten Jahrzehnten», dank seiner trefflichen Wernarzer Quelle, geradezu eine Spezialität geworden, die in ihrer Art unübertroffen ift| Tie Brückenauer Stahlquelle, welche sich durch ihren Wohl-, geschmack wie durch ihre leichte Verdaulichkeit, auch 6et sehr geschwächtem Organismus auszeichnet, hat die größtes Heilerfolge bei einer Menge von Krankheiten, namentlich Blutarmut, Frauen- und Nervenleiden aufzuweisen. Dass Wasser der Sinnberger Quelle hat sich! vortrefflich bewährt bei chronischen unb. akuten Katarrhen des Nachens, besfc Kehlkopfes und der tieferen Lufttvege. Der verhältnismäßig sehr starke Besuch des Bades hat in den letzten! Jahren mehrfach Verbesserungen und Neubauten notwendig gemacht. Von ben letzteren ist namentlich das neue Kurhaus zu erwähnen, welches zwei Speisesäle, Gesellschaftsräume und ca. 80 Fremdenzimmer enthält und mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet ist. Da die bisherigen Bäder in dex letzten Zeit nicht mehr ganz ben hohen Anforderungen der Neuzeit enffprack)en, hat sich die Regierung veranlaßt gesehen, ein neues Babehaus erbauen zu lassen, welches am 15. Mai eröffnet wirb. Eine neuern Eisen erbaute Wandelhalle wird ebenfalls bis 15, Mar fertiggestellt sein.
Kriefkasten der Redaktion.
a. a. irr WL Für die Person rechnet man 3 bis 4 Kiebitzeier, die man 10 Minuten in siedendem Wasser kocht, woraus man die Eier auf einer S-Izunterlage anrichtet und mit einem Rande von Kresse umgibt. Dazu reicht man in seine Scheiben geschnittenes geröstetes Weißbrod.
Aus dem Geschäftsleben.
Eine der größten Schwierigkeiten der Schneiderkunst bietet bekanntlich das Ausarbeiteo der gewölbten Taillen-Dorderteile, besonders bei den jetzt wieder sehr modernen, eng anliegenden Schneiderkleidern. Während nun bisher ein mühsames Durchnähen, Bügeln rc. der betreffenden Einlagen erforderlich war, hat jüngst die durch die Erfindung der Delourschutzborde und Kragmetnlage bekannte Firma Vorwerk unter der Marke Plastica ein Taillenformfutter h rauö- gebracht, welches, ohne obige Arbeiten zu verursachen, der Taille einen radellosm Sitz verleiht, ben Luftzutritt in keiner Weise abschlteßt uno ta6 Einknicken bei TaillenobertetlS, jmen bei dm heutigen uiedrtgm KorsetS mehr als je austretenben Uebelstand verhinbert.
Humoristisches.
* Höchste Noblesse. Frau Müller: „Gelt, Frau Huber, Sie haben einen noblen Zimmerherrn?" — Fr aut Huber: „Unb ob! Das ist ein feiner Herr, ein sehr feiner Herr! Der hat an’ Namen, ben kann man gar nichtz einmal aussprechen."
* Drohung. JungeFrau(zu ihrem Manne): Ich sehe schon, ich muß energischer mit Dir vorgehen. Kommst Du nochmal so spät nach Hause, so wird bie Köckstw fortgeschickt, unb ich fange an, wieder selbst zu kochen!y
* Die trauernde Witwe. Jane: Nimm Deine» Verlust doch nicht so furchtbar schwer. — Maude (die kürzlich ben Gatten verloren hat, schluchzend): Ach, laß mich dock;. Du kennst ja meine schwachen Nerven, jebe Kleinigkeit regt mich auf.
* Kuriert. „Ob wohl alle Männer solche Narren, sind wie Du?" kneifte Mrs. Enpeck ihrem Gatten zu. — „Oh, bewahre, meine Liebe", wagte Mr. Enpeck schüchterst zu erroibern, „es giebt ja noch, Junggesellen in Menge .
* Abgefallen. Er (etwas schwerhörig): Teuerste Evangelina, wollen Sie meine Frau werben? Sie (verschämt lispelnd): Ja. — Er: Wie? — Sie: Ja. — Cr: Was, ich verstehe Sie nicht? — Sie (laut): Nein!
"Boshaft. Fräulein: „Sind Sie em großer Musikfreund, Herr Professor? — Professor (gutmütig)} „O ja, aber das schadet nichts, deshalb spielen. Sie mir nur ruhig etwas vor!"


