(Sintmif auf Mittesgröße. Wenn diesse nicht zu haben ist, lasse man sich Proben verabfolgen, um vor Schaden bewahrt M bleiben.
Aus der Pfalz, 10. Okt. Am Dienstag nacht wurde der Friseur Franz Karl Schellenberger in Neustadt in der Nähe des Gesellschaftshauses von 8 jungen Burschen überfallen und schwer mißhandelt. Dann warfen die Rowdies den Schellenberger die hohe Eisenbahnböschung hinab, so daß er mit gebrochenem Arm auf den Schienen liegen blieb. Als er das Herannahen eines Zuges bemerkte, wälzte er seinen Körper neben an die Böschung, wo er besinnungslos liegen blieb, bis ihn ein revidierender Bahnwart fand.
Siegen, 8. Okt. Infolge der ungünstigen Konjunktur chatten verschiedene Gruben sich dazu entschließen müssen, erhebliche Betriebseinschränkungen anzuordnen. In letzter Zeit ist es nun einigen Hütten gelungen, größere Posten Roheisen nach Amerika abzustoßen. Die Lieferung dieser Posten hat eine vermehrte Förderung von Eisenstein zur Folge und dieses hat auf den Grubenbetrieb -günstig eingewirkt, sodaß die Gruben „Storch" und „Schöneberg" ihren Arbeitern mitteilen konnten, daß der Betrieb wieder vollständig ausgenommen werden würde.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurt a. M., 10. Okt. Der Vorstand der New- Yorker Börse hat beschlossen, die im März d. Js. hier zur Zeichnung aufgelegte dreieinhalbprozentige Frankfurter Stadtanleihe von 15 Millionen Mark zur offiziellen Notierung an der New-Yorker Börse zuzulassen.
Essen, 10. Okt. Wie bereits früher gemeldet, erwarb Krupp bei Mengede-Waltrop ein großes Gelände. Laut „Rhein. Wests. Ztg." wird dort rechts vom Dortmund-Ems- kanal ein Eisenwerk, links ein Bergwerk errichtet werden. 'Der Kaufpreis beträgt 1000 Mk. pro Morgen.
Rudolf Virchow.
Morgen, am 13. Oktober, vollendet Professor Virchow sein achtzigstes Lebensjahr, und in allen Kulturstaaten wird dieser Tag in einer den außerordentlichen Verdiensten des Jubilars um die leidende Menschheit entsprechenden Weise gefeiert, ganz besonders natürlich in seinem Vaterlande Deutschland. Als, Begründer der sogen. Cellularpathologie hat Virchow einen nachhaltigen Einfluß auf die Entwickelung der gesamten modernen Medizin geübt, sodaßs alle bedeutenden Mediziner der Jetzzeit mehr oder weniger auf dem fußen, was er geschaffen hat, und als Virchows Schüler oder Jünger bezeichnet werden können, auch wenn einzelne derselben den Genannten nur aus seinen zahlreichen Werken und wissenschaftlichen Abhandlungen her kennen.
Rudolf Virchow ist im Jahre 1821 zu Schivelbein in Pommern geboren und hat in Berlin Medizin studiert. Hier fand er Gelegenheit zu pathologischen Forschungen, die er mit seinem Freunde Reinhard zu eingehenden Untersuchungen krankhafter Vorgänge machte, deren Ergebnisse "beide Forscher in dem von ihnen 1847 begründeten „Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin" niederlegten. 1847 hatte V. fichj an der Berliner Universität habilitiert, nachdem er schon seit Jahresftist Vorlesungen über pathologische Anatomie gehalten hatte. Aus politischen Gründen wurde er
jedoch schon Ostern 1849 seiner Stellung entsetzt und nur auf Ändringen der ärztlichen Vereine auf Widerruf wieder angestellt. Im Herbst jenes Jahres folgte er daher einem Rufe als ordentlicher Professor nach Würzburg, und zählte bald zu den hervorragendsten Lehrern der sogenannten Würzburger Schule, nachdem er noch von Berlin aus in der Schrift „Tie Einheitsbestrebungen in der wissenschaftlichen Medizin" ein förmliches Programm seiner eigenen wissenschaftlichen Tendenzen im Gegensatz zu denen anderer Forscher aufgestellt hatte. Im Herbst 1856 wurde V. dann als ordentlicher Professor und als Tirektor des für ihn neu begründeten Pathologischen Instituts an die Universität in Berlin zurückberufen. Er ist außerdem Mitglied der wissenschaftlichen Teputation für das - Medizinalwesen im Kultusministerium der technischen Teputation für das Veterinärwesen im landwirtschaftlichen Ministerium, der Akademie der Wissenschaften und seit 1874 .Geh- Medizinal
rat. — Hervoragend sind auch V.'s Verdienste um die öffentliche Gesundheitspflege, die ihm zahlreiche bahnbrechende Untersuchungen und große praktische Ausführungen verdankt. Hier sind besonders seine wichtigen Arbeiten über Kanalisation und Städtereinigung, über Desinfektion, Schulhygiene, Lazarettwesen u. a. hervorzuheben. In das Gebiet der Anthropologie und Ethnographie hat V. vielseitig umgeftalteno und fördernd eingegriffen, wie seine Arbeiten über Rassen und Schädelmessung u. a. m. beweisen.
Seit 1859 ist V. Stadtverordneter für Berlin und seit 1862 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Von 1880—1893 war Virchow auch Mitglied des deutschen Reichstages und gehörte zuerst der Fortschrittspartei an, deren Mitbegründer er war, und dann der deutschfteisinnigen Partei.
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Dr, Lewis schreibt in seinem Buch: „Gonorrhoe kann nur durch innere Meoiän einfach, sicher und ohne Folgen geheilt werden. Als das weitaus beste uud zweckmäßigste Mittel zur Heilung genannter Krankheiten hat sich „Antiucou" erwiesen! Die Anwendung des Präparats ist eine bequeme und für jeden Patienten ohne viele Umstände möglich, da die Flüssigkeit in etlvas Wasser leicht eingenommen werden kann. — Die Heilung von Gonorrhoe und Blasenleiden nahm bei Anwendung von „Locher’* Antineon“ einen ungewöhnlich raschen Ber- lauf und konnten Patienten mit acuter (frischer) Gonorrhoe schon nach einigen Tagen als gesnnd entlassen werden?'
Dr. JE. Sommer in Tbayngen berichtet: „Antineon“. Bei verschiedenen Krankheiten der männlichen und weiblichen Blase kain es zur Verwendung und der Erfolg hat mich stets vollauf befriedigt. Es scheint dieses ueuc Medikament auch auf gewisse krankhafte Prozesse des Magens heilkräftigen Einstuß auszuüben rc. rc. 6147
Dr. G. in E. sagt in seiner Abhandllmg, daß nach dem Gebrauch der seitherigen Mittel (Baleamica Cubeben, des Sandelöls rc.) Appetitlosigkeit, Ausstößen, Erbrechen, Durchfälle, nessel- artige Ausschläge rc., nach dem Gebrauch des Sandelöls hauptsächlich Nierenentzündungen entstehen. Derselbe Arzt fährt fort: „Angesichts dieser den bisherigen Behandlungs-Methoden anhaftenden Nachteile glaube ich mit Recht ciu Mittel curpfchlen zu dürfen, welches frei von allen schädlichen Nebenwirkungen, eine vortreffliche Heilwirkung gegen Gonorrhoe besitzt, nämlich Locher’* Antineon, ein flüssiges Präparat u. f. w. u. s. w. An späterer Stelle schreibt derselbe Arzt: „Nach zwei Richtungen hin wirkt „Locher’* Antineon“ außerordentlich günstig: einmal als desinficirendes Mittel, welches die Schleimhaut der Harnorgane rasch und sicher reinigt, und zweitens wirkt cs als ein den Stoffwechsel des Organismus günstig umstimmeudes, krankhafte Absonderungen beförderndes Mittel."
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Man hüte sich vor Nachahmungen und achte aufA. Locher’* Namenszug! Alleiniger Fabrikant: Andreas Locher, z^harmac. Taöorator., Stuttgart. Niederlagen in Gießen: Pelikau-4lpo- theke und Universitäts-Apotheke zum goldueu Engel.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des Art. 23 des Voltsschulgesetzes bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die
Fortbildungsschule
Montag, den 14. Oktober l. F. im Stadtknabenschul- haufe an der Nordanlage beginnt und von genanntem Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird.
Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen wurden und sich hier aufhalten.
Es haben sich einzuftnden:
Montag, den 14. Oktober, nachmittags 2 Uhr: Alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die kaufmännische Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftsetzer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Lithographen, Friseure, Sattler, Schneider, Kellner, Ausläufer, Gärtner, Bäcker.
In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 2 bis 5 Uhr und Donnerstags von 2 bis 4 Uhr statt.
Montag, den 14. Oktober, nachmittags 5 Uhr: Alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbinder, Lackierer, Tapezierer, Mechaniker und alle sonstigen Bauhandwerker.
In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 6 bis 7 Uhr und Donnerstags von 4 bis 7 Uhr statt.
Dienstag, ben 15. Oktober, nachnnttags 5 Uhr: Alle schulpflichtigen Schuhmacher, Wagner, Schmiede, Fabrikarbeiter und alle übrigen Schulpflichtigen, deren Unterricht Dienstags von 5 bis 7 Uhr und Freitags von 4 bis 7 Uhr stattfindet.
Außerdem haben diejenigen Schüler der Nachbargemeinden, welche abends in ihren Heimatsort zurückkehren, aber zum. Besuche der hiesigen Fortbildungsschule angemeldet worden sind, sich Mittwoch, den 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Stadtknabenschulhaus cinzufinden. Der Unterricht in dieser Klasse findet Mittwochs von 4 bis 6 Uhr und Samstags von 3 bis 6 Uhr statt.
Unter Hinweis auf Art. 25 des Volksschulgesetzes, wonach Lehrherren, Dienstherren und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der Fortbildungsschule nötige Zeit bei Meidung polizeilicher Strafen einzuräumen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteiligten Eltern, Vormünder usw., den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntnis geben zu wollen.
Gießen, den 8. Oktober 1901.
Für den Schulvorstand:
Mecum, Hahn,
Bürgermeister. 6701 Oberlehrer.________
in jeder beliebigen Schriftart und Karton« U lllllllllvll f°rtc? sowie mit Zirkeln aller studentischen
I Vereinigungen, liefert zu mähigen preisen
vrühl'sche UniversMs-vruüerei, Schulstratze 1
Bekanntmachung.
Die Stadt Gießen hat aus der von ihr erworbenen Marqarethenhütte noch einige
Lagerplätze und Lagerräume
jU verpachten. Refl.ktanten wollen sich an uns oder an das rtadtbauamt wenden, woselbst auch der Plan und die Beschreibung über die einzelnen Plätze eingesehen werden können.
Gießen, den 14. Juni 1901. 4393
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Sterbekasse
für Mitglieder des Hess. «Landesgerveröevereins. Aever 1400 Mitglieder. Sih der Kaffe Darmstadt. Zleöer 1400 Mitglieder. Zlmsageverfahren. Nissigste Beiträge. 500 Mark Sterbegeld. Reservefonds 12000 Mark. Geeignetste Sparkasse für Die Mitglieder des Landesgewerbevereins. Nähere Auskunft bei den Ortsrechnern der Kasse oder der Verwalmng in Darmstadt. 1712 Aür den Forstand: Kochel, erster Vorsitzender.
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