Ausgabe 
13.9.1901 Zweites Blatt
 
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0 Alsferd, 11. Sept. Den Schulsälen des Kreises Alsfeld wird in letzter Zeit eine Aufmerksamkeit in hygieni­scher Hinsicht geschenkt. Die jedermann mit Freuden begrüßen muß. Ein viel gefährlicherer Feind, als, man gemeinhin glaubt, ist der Schurstaub. Zur Bekämpfung dieses, für Schüler wie Lehrer gesundheitsschädlichen Faktors ist be­hördlicherseits überall, soweit es noch nicht geschehen, cm Streich en der Schulböden mit Oel angeordnet wor­den. Daneben wird einer neuen Verfügung zufolge auf die peinlichste Sauberhaltung der Schullokalitäten gesehen. Der edle Zweck: die Gesundheit unserer Kinder zu er­halten, und zu fördern muß die geringfügigen Mittel Überall gerne bewilligen lassen.

f. Wihmar, 11. Sept. Hier kam es am vergangenen Sonntag zwischen drei Burschen im Alter von 18 Jahren in einer Wirtschaft zu einem Streit. Als der Anstifter des Streites den beiden andern später vor einer zweiten Wirt­schaft wieder begegnete, erneuerte er den Streit, und stach den einen mit einem Mester, das er'offen in der Hand trug, in das Bein. Von weiterem Stechen hielten ihn die Um­stehenden ab.

Frankfurt, 11. Sept. Wie in der gestrigen Stadt- derorvncten-Versammlung mitgeteilt wurde, hat Frau The­odor Stern am Todestage ihres Mannes der Stadt die Summe von 500 000 Mk. als Grundstock einerT h e o d o r ,Ste rn-Stiftung" zur Förderung medizinisch er Zwecke überwiesen.

Kandwittschast.

* LandeSversammlnng des hessischen Bauernstandes in Darmstadt. Wie wir erfahren, wird auf der om 15. ftattfmbcnoen Landesversamrnlung des hessischen Bauernstandes die rvrage der Wein-, Ob ft - und Gemüsezollfätzevon Gutsbesitzer Emil Schätze! aus Selzen besonders besprochen werden; im übrigen tvtro die Begründung der landwirtschastlichen Forderungen zum Zolltarisentwurfe Fr. Schade-Altenburg übernehmen, der un Namen des LandwirtschastsratS und der Provinzialvereme sprechen wird. Hirschel-Offenbach spricht im Nmnen des hessischen Bauernbimdes, Pfarrer Mauer-Fehlheim in Vertretuna des^hes­sischen Bauernvereins, Landtagsabgeordnete K o r e l l-Leuscl tm Namen der hessischen Abteilungen des Bundes der Landwirte. Aus dem kleinen Orte Fehl heim bei Bensheim haben sich nicht weniger als 50 Landwirte zur Teilnahme an der Landesversamm­lung angemeldet, aus Arheilgen 70.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frjankfurt- 11. Scht.Die hiesige fiebermelfe erreichte mit dem gestrigen Tage, soweit der Großhandel jin Betracht kommt, ihr Ende. Für das Detailgeschäft, ivird sich der lebhaftere Verkehr noch einige Tage fortsetzen. Man ist mit dem erzielten Resultat im großen und ganzen nicht unzufrieden. Nach dem ruhigen Sommergeschäft zeigte sich wieder allgemeinerer Bedarf, und da die Zw- fuhren nicht sehr bedeutend waren, wickelte sich das Ge­schäft auch prompt ab. Die Preise konnten sich durchschnitt­lich auf ihrem seitherigen Stand behaupten, und auch für die nächste Zeit/steht eine Verschiebung nadji unten nicht zu erwarten. Am'meisten wurden bis zule^t gute Wild- svhlleder gehandelt, worin sowohl Kuh- wie Ochsenleder zum größten Teil geräumt wurden. Auch in norddeutschen schweren Wildsohlledern blieb das Geschäft bis zuletzt leb­haft; eS dürften nur recht bescheidene Reste an den hiesigen Lagern zurückbleiben, fierchtere norddeutsche Leder waren weniger begehrt. Zahmsvhlleder wurden wohl viel gehan­delt, waren aber, weil etwas, reichlicher angeboten, nicht ganz so fest in der Haltung wie Wildsohlleder. Aehnlich war es mit Vacheleder. Schwere Sbrten darin wurden gern genommen, für leichtere Gewichttz blieb das Geschäft ruhiger. Für Oberleder entwickelte sich namentlich in den letzten Tagen ziemlich lebhafter Händel. Bevor­zugt und knapp waren besonders Schaftedcr, die zu hoben Notierungen in ben Verkauf gingen. Auch gute Rindleoer waren mäßig angeboten und fest im Preise. Kipse waren in seinen Sorten am verkäuflichsten. Im Ganzen waren

ien

arte Provision von

Er hat i Künstler

Tendenz: schwach.

9

9

100.65

90.45

100.30

90.45

98.20

98.80

43.40

25.80

26.45

84.50

50/0 Italien. Rente . .

4/o Griech. Monopol-Anl, 8»/0 Portugiesen . .

80/q Mexikaner . , .

4,/2% Chinesen . « .

, 195.70 . 172.00 . 119.05 . 127.50 . 134.70 . 183.50 . 154.00 . 180.00 . 162.50 . 155.80

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgeg. Oesterr. Staatsbahn , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . .

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst m der Synagoge, Südanlage.

Israelttische Religionsgemeinde.

ssSamstag, den 14. und Sonntag, den 15. September 1901: Neui ahrsfest.

1. Tag. Vorabend: 6^Uhr. Morgens: 7'° Uhr. Predigt:

Uhr. Nachmittags 4 Uhr. .. ,

2. Tag. Vorabend: 710 Uhr. Morgens: 7°° Uhr. Predigt:

Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Festesausgang: 780 Uhr.

NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen . ,

Hotte^mrst te israelitischen Aeligionsgesellschast.

Samstag den 14. und Sonntag den 15. September: Neujahrsfest.

1. Tag: Vorabend 6" Predigt. Morgens 6" Predigt. Nachmittags 400.

2. Tag: Vorabend 735. Morgens 6". Nachmittags 4°°. ^^^Woc?^ngottesdienst: morgens 5'°, abends 6°°.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. ML, 12. September.

Neueste Meldungen.

Brüffel, 12. Sept. Die Blätter melden, die Königin war in den letzten Tagen leidend, ohne daß ihr Zustand jedoch Besorgnis erregte. Gegenwärtig scheint sie völlig wiederhergestellt.

Hela, 12. Sept. Kaiser Nikolaus verlieh dem deutschen Kaiser das russische Dragonerregiment Narva" 9h:. 39. Das Regiment ist eines der berühmtesten und hervorragendsten der russischen Armee und hatte früher

87ao/o 8 o/o 3V,% 3% 3*/t%

Me Zuführungen in Oberledern nur bescheiden, sodaß auch darin das meiste geräumt werden konnte. Tie Preise stellten sich etwa wie folgt:

Prima starke Zahmochscn 130140 Mk., prima kräftige Zahm­kalbin 120130 Mk., Wildrübe, feine Trierer, 150165 Mk., Wild- kühe, gute Malmedyer, 130150 Mk., Wildkühe, leichtere rheinische zc. HO120 M., Wildochsen, prima Trierer, 125145 Mk., Wild­ochsen, Luxemburger, Prümcr und .Eifeler, 120130 Mk., Esch- roeger Sohlleder 85115 Mk., Norddeutsche Wildochsen 90 bis 100 Mk., Norddeutsche Wildkühe 90110 Alk., Norddeutsche Brand» ohlleder 8597 Mk., Vacheleder, feine Ware, 135150 Mk., Vache­leder, geringere Ware, 110120 Mk., Geschirrleder, gute Qualität, 1201'30 Mk., Geschirrleder, geringere, 100110, Kipse, leicht, 170190 Mk., Kipse, schwer und sekuiida, 120150 Mk., ^ahlleder, fein und leicht, 150170 Mk., Fahlleder, geringere, 130140 tnlblcdc;, seine Qualität, 3.003.70 Mk. und geringere 2.20-2.80 Mk.

zum Chef den Großadmiral Großfürst Konstantin Nikolaje- witsch. Kaiser Wilhelm verlieh dem russischen Kaiser du Uniform des zweiten Garde-Dragoner-Regiments Kaiserin Alexandra von 9tußland.

Hela, 12. Sept. Nachdem der Zar von derHohem. Kollern" nach demStandart" zurückgekehrt war, begab sich Kaiser Wilhelm auf die russische Kaiseryacht, um den Besuch des Zaren zu erwidern. Beide Kaiser gingen mit dem inzwischen eingetroffenen Prinzen Heinrich m; die Gemächer des Zaren, wo sie eine halbe Stunde ver­weilten. Hierauf kehrten der Kaiser und der Zar an Bord derHohenzollern" zurück, um von dort die SchiffeKur­fürst Friedrich Wllhelm",Viktoria Luise" undKaistr Wil­helm den Großen", sowieKaiser Wilhelm II." zu besuchen. AufKaiser Wilhelm dem Großen" verweilten die Her» chaften längere Zeit bei dem Geschwaderchef Prinzen Hein­rich. Abends 8 Uhr fand Tafel an Bord desStandard" statt. Vor der Tafel wurden die Herren des deutschen Gefolges dekoriert. Der Zar überreichte persönlich dem Reichskanzler den Andreasorden; dieselbe Auszeichnung wurde dem Oderhosmarschall Grafen Eulenburg zu Teil. Die russischen Herren wurden in gleicher Weise durch preu- zische Orden dekoriert. Graf Lambsdorff erhielt den Ver- oienstorden der preußischen Krone. Nach 11 Uhr abends verabschiedete sich Kaiser Wllhelm von dem Zaren auf das Herzlichste und kehrte auf dieHohenzollern" zurück.

Buffalo, 11. Sept. Der Präsident ist andauernd bei gutem Befinden. Die Wunde heilt gut. Die Nahrungs- aufnahme in den Magen wird allmählich gesteigert. Puls 120, Temperatur 100,2.

Chicago, 11. Sept. Emma Goldmann erschien heute vor dem Gerichtshof ohne Rechtsbeistand. Der Staatsanwalt erklärte, der Polizeichef von Buffalo ersuchte darum, die Ge­fangene während der schwebenden Untersuchung möglichst lange in Gewahrsam zu behalten, und verlangt Vertagung bis zum 19. September, wo die anderen in Chicago ver­hafteten Anarchisten vor Gericht erscheinen werden. Der Richter kam dem Wunsche nach. Emma Goldmann wurde ohne Zu­lassung einer Bürgschaft in Haft behalten.

Shanghai, 11. Sept. (Reuter). Die hiesigen britischen Importeure hielten heute hier eine Versammlung ab und besprachen die gemäß dem Friedcnsprotokoll erfolgende Um­wandlung der Wertzölle in spezifische Zölle. Der Vorsitzende führte darüber Klage, daß die Großkaufleute bet der Tarif­frage trotz der gegenteiligen Versprechungen nicht hinzuge­zogen wurden. Es wurde eine Resolution angenommen, worin der Wunsch ausgedrückt wird, daß die spezifischen Zölle auf den Durchschnittswerten aus den Jahren 1896 bis 1900 basiert werden, unter Berechnung der Durchschnittswerte nach den Kosten am Ausschiffungsorte. Ferner wird gewünscht, daß inzwischen ein der Prüfung der interessierten Handcls- lämmern unterliegender Präliminartarif baldigst in Wirksam­keit trete.

Loureozo Marquez, 12. Sept. Bei der Nachforschung, welche auf Veranlassung des hiesigen britischen General­konsuls angestellt wurde, sind in der Umgebung der Stadt größere Vorräte von Munition und andere Kriegskontre- bande aufgefunden und beschlagnahmt worden. Mehrere in die Angelegenheit verwickelte Personen wurden verhaftet.

Gerichtssaal.

8 Darmstadt, 11. Sept. Der Fall Deiters, des Geschäfts­führers der Künstlerkolonie, gegen die Kolonie wegen unrecht­mäßiger Entlassung stand heute vor der Ferienzivilkammer des Gronh. Landgerichts zur Verhandlung und hatte zahlreiche Zu- chauer angezogeu. Klager T. verlangt Zahlung seines monatlich« Gehaltes bis 1. Februar 1902 und die vereinbarte Provision vi den Verkäiifen. Er behält sich weitere Ansprüche vor, wahrend die Beklagten (durch R.-A. Hallwachs vertreten), behaimtm, daß D. durch feine fortgesetzt eigenmächtige Handlungsweise die Kolonie in jeder Weise geschädigt und benachteiligt, zum Schluß seine Stellung als Geschäftsführer mißbraucht und sogar den General­bevollmächtigten aller betelligten Künstler, Prof. Christiansen, trotz wiederholter gütlicher Zusprache ausdrücklich den Gehorsam verweigert habe, sodaß seine Entlassung nut dem 1. September nut vollstem Recht erfolgt sei. Die Vertreter beider Parteien suchen die Ausführungen der Gegner nach Möglichkeit äu entkräften, wo­bei sich über die Vorgänge und Zustände m der Kunstlerkolome ein sehr unerquickliches Bild entwickelte, aus dem hervorgeht, daß aus beiden Seiten gefehlt worden ist. Die Künstler haben m der ersten Beit mit durch ihre Uneinigkeit D. allzuviel Freiheiten gestattet. Er hat aber auch sein Teil dazu beigetragen, die Uneinigkeit der Künstler zu schüren und dabei seinen Vorteil zu wahren. Wieviel er nebenbei verdient bat, kommt vielleicht spater zur Sprache. Trastig ist das Beispiel, in dem er auf dem Ankauf des gotoenen Schmuckes als ersten Preises der Lotterie bestand, charakteristisch, daß er am Tage seiner Entlassung noch von dem Wrrt einen Ehek von 4000 Mk. kassierte, ebenso daß er stets die sinanziellen Re­sultate als glänzende hinstellte, während nach Revision eines sach­verständigen Garantiezeichners sich voraussichtlich em Defizit von 170000 *M. ergeben dürfte, sodaß die Garantiezeichner nut circa 66 pCt. "herangezogen würden. Urteil resp. Beweisbeschluß soll Mittwoch den 18. ds., verkündet werden.

A<mkursveMretl.

Das Konkursverfahren über das Vermögen des Albert Ber-»er in Gießen in Firma ,2L Berger G. Schäfer Nachfl. wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch auf­gehoben. 6112

Gießen, den 10. Sept. 1901. ______Großh. Amtsgericht. Bekanntmachung.

Montag den 16. September L I., vormittags 91/, Uhr an­fangend, soll das der Gemeinde Saasen gehörige

Obst, bestehend in Aepseln, Zwetschen und etwa? Birnen, versteigert wertem Der Anfang ist im Ort.

Saasen, am 11. Sept. 1901.1 Großh. Bürgermeisterei Saasen,

Schmidt. 6108

Mrsteigerungs- Mzeige.

Donnerstag, 19. Sept. 1901, vorm. 12127, Uhr, tonunt in Ilbenstadt

1 Dampfmaschine (Lokomobile) öffentlich meistbietend zwangs­weise gegen Barzahlung zur Ver­steigerung.

Versteigerung findet bestimmt statt. 6116

Nidda, den 11. Sept. 1901.

Betzbcraer, Gerichtsvollzieher.

Hoher Mrtage wegen bleibt mein Geschäft Samstag und Sonntag geschloffen.

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