Dunkle Farben absorbieren Gerüche aller Art und geben sie weit mehr wieder als Helle; aus diesem Grunde sollten Krankenpslegerinnen auch keine schwarzen Kleider tragen. Man sagt, daß für Krankenpflegerinnen schwarze Baumwolle schlecht, schwarze Wolle schlechter und schwarze Seide am schädlichsten sei. Einige Aerzte tragen aus demselben Grund bei ihren Krankenbesuchen keine schwarze Kleidung. Bekanntlich werden auch die Körperwärme und das Wohlbefinden von der Farbe der Kleider beeinflußt.
* Ter ungek!üßte Professor. Aus Chicago wird berichtet: Professor Crook von der North-Western Universität in Chicago hat aus eine höchst merkwürdige Art die Erfahrung, gemacht, wie man in Amerika ganA unversehens über Nacht ein berühmter Mann werden kann. Vor einigen Tagen sprach der Professor zu seinem Auditorium und bemerkte gelegentlich, daß ein erfolgreiches Betreiben eines wissenschaftlichen Studiums das Opfer vieler menschlichen Schwächen verlangte, und fügte, hinzu: „Ich für meine Person habe.niemals geschworen oder berauschende Getränke getrunken, niemals geraucht, niemals ein Weib geküßt oder umarmt." Tiefe erstaunliche Erklärung Professor Crooks wurde in allen Zeitungen Chicagos berichtet, und am folgenden Tage nach allen Himmelsrichtungen telegraphiert. Jetzt gehört er zu den am meisten besprochenen Männern Amerikas. Seine Unerfahrenheit in Kußangelegenheiten erregt allenthalben die größte Sensation. Tie Zeitungen widmen dem merkwürdigen Manne ganze Spalten, und bringen Interviews mit bekannten Männern wie Chauncey Tepew zum Abdruck, in denen die besonderen charakteristische Eigenschaften des Professors ernstlich erörtert werden. Die meisten drücken ihre Sympathie mit ihm aus! Mr. Crook ist 37 Jahre alt, von hübschem Aeußern, und hat viel im Ausland, besonders in Paris gelebt. Ter bescheidene Professor ist höchst überrascht durch den Erfolg, den seine Erklärung gehabt hat, und er fühlt sich nichts weniger" als angenehm berührt. Er wird mit Briefen aus dem/ ganzen Lande überschwemmt, in denen ihn die einen loben, die andern lächerlich machen. Aber was das Schönste ist, unter den Briefen sind sehr viele von — Frauen, die ihm einen Heiratsantrag machen. Offenbar finden sie so einen ungeküßten Professor — „rein zum Küssen".
Universitäts-Nachrichten.
— Man schreibt auS Marburg: Für das Etatsjahr 1901 ist die königl. Wissenschaftliche Prüfungskommission an dec hiesigen Hochschule für die Provinz Hessen.Nassau wie folgt zusammen - lisseht: Direktor: Prov.-Schulrat Dr. Lahmeyer, stellvertretender Direktor: Gymnasialdirektor Prof. Dr. Aly. Mitglieder: für evangelische Religion: Prof. Mtrbt und Gymnasialdircktor Dr. Paulus in Weilburg, für katholische Religionslehre: Pfarrer Dr. Weber, für philosophische Propädeutik: die Profesioren Dr. Natorp und Dr. Kühn"- mann, für Deutsch: die Professoren Dr. Schröder und Dr. Joseph, für Latein i>nb Griechisch: die Professoren Dr. Maaß, Dr. Birt und Gymnasialdirektor Prof. Dr. Aly, für Hebräisch: Prof. Dr. Budde,
für Französisch: Prof. Dr. Koschwitz, für Englisch: Prof. Dr. Vietor für Geschichte: die Profesioren Freiherr n. d. Ropp, Dr. Niese und Prof. Stoll in Kassel, für Erdkunde: Prof. Fischer, für Mathematik: Prof. Dr. Schotlky, für Physik: Prof. Dr. Rtcharz, für Chemie nebst Mineralogie: die Profesioren Gey. R. Dr. Ztncke und Dr. Baurr, für Botanik und Zoologie: noch unbefetzt. — Aus Straßburg schreibt man: Wie wir erfahren, find die PromottonS-Ord ■ nungen bei der medizinischen und bei der mathematischen und natur wissenschaftlichen Fakultär der hiestgm Universität vor Kurzem in wesentlichen Punkten abgeändert und zwar erschwert worden. Bei den Medizinern werden Inländer nur mehr zugrlasim, wenn sie zuvor die Approbation für das Reichsgebiet erlangt haben; für Ausnahmen ist ein einstimmiger Beschluß der Fakultät erforderlich, und wlchr AuSnahmm sind überhaupt nur möalich, wenn die Reife für daS Real girnnaftum vorliegt und wenn btnt Kandidaten aus gewichtigen Gründen daS vorauLgehende Bestehen der ärztlichen Staatsprüfung nicht zuzumuten ist. Bei den regelmäßigen Fällen besteht das Examen in einem Colloquium von drei Mitgliedern der FakuUät, bei dm Aus nahmen aber sind es mindestens sieben Examinatorm außer dem Vor sitzenden. Die Prüfungen sind insofern öffentlich, als jedem medt- zinischm Lehrer an einer deutschen llniverfiiät und jedem für datz deutsche Reich apvrobirten Arzte der Zutritt freisteht. Ausländei müssen Uestntge VorbUdung nachweism, die in ihrer Heimat für dm medizinischen Doktor oder die ärztliche Prüfung vorgeschrieben ist, eventuell eine VorbUdung, die mindestens der Reife des deutschen Realgymnasiums entspricht. Bei der mathemstischm und naturwlffen- schafllichea Fakultät können Immaturi fortan nur mehr durch ein- stimmtgm Beschluß der Fakultät zur Promotion zugelasien roerben 9hir bei solchen Pharmazeuten, die ihr Staatsexamen mit der erster. Note bestanden habm, genügt eine einfache Mehrheit für die Zulassung — Aus Weimar berichtet man: Wie verlautet, gedenkt der Direktor der hiesigen Kunstschule, Profesior Graf Görtz, feine Stellung auf« zugeb-n und die Stadt Weimar zu verlassen.
— Dem Studium der Philosophie (im weitesten Sinne) widmeten sich während des verflossenen Wintersemesters 1900/1901 an 22 reichsdeutschen Universitäten, bezw.» Akademien 12 712 von 34 412 Studierenden, d. s. 36.94 Proz, und zwar zählte Berlin (mit einer Ge- samtfrequenz von 6673 Studierenden) 2636, Bonn (1917) 802, Braunsberg (49) 18, Breslau (1638) 535, Erlangen (967) 283, Freiburg (1218) 317, Gießen (§47)314, Göttingen (1817) 584, Greifswald (726) 156, Halle (1731) 719, Heidelberg (1280) 614, Jena (681) 296, Kiel (780) 234, Königsberg (874) 277, Leipzig (3586) 1529, Marburg (1053) 409, München (4184) 1430, Münster (733) 375, Rostock (512) 258, Straßburg (1132) 420, Tübingen (1350) 198 und Würzburg (1164) 384 Philosophie- Studierende, deren absolut größten Bestand demnach Berlin aufzuweisen hat; es folgen Leipzig, München, Bonn, Halle, Heidelberg, Göttingen, Breslau, Straßburg, Marburg, Münster, Freiburg, Gießen, Würzburg, Jena, Erlangen, Königsberg, Rostock, Kiel, Tübingen und Braunsberg. Relativ weist Münster die größte Zahl Studierender der Philosophie mit bl.16 Proz. der Gesamtfrequenz auf; es folgen Rostock (50.39 Proz.), Heidelberg (47.97 Proz.), Göttingen (44.34 Proz.), Jena (43 47 Proz.), Leipzig (42.64 Proz). Bonn (41.83 Proz.), Halle (41.54 Proz.), Berlin -39.50 Proz.), Marburg (38.84 Proz.), Sttaßburg (37.10 Proz.), Gieß en (37 07 Proz.), Braunvberg (36.73 Proz.), München (34.18 Proz), Breslau (32.66 Proz.), Königsberg (31.70 Proz.), Kiel (30.00 Proz.), Erlangen (29.27 Proz ), Würzburg (26.46 Proz.), Freiburg (26.03 Proz.), Greifswald (21.49 Proz und Tübingen (14 67 Pro;.).
Sport.
Von dem bekannten Mittelbach'schen Karten- V er lag in Leipzig geht uns die soeben ganz neu
ausgegebene prächtige R a d f a h r e r k a r t e vom Mittet-- Rhein-Gebiet, umfassend das ganze Gebiet von Tüssel- dorf im Norden, bis Trier—Tarmstadt im Süden, von Ver- viers im Westen bis Marburg—Frankfurt im Osten zur Besprechung zu. Diese nach dem neuesten amtlichen Materiale und mit vielseitiger Unterstützung in Landkartenmanier, und im Maßstabe 1:300 000 bearbeitete Karte enthält alles, was für den Radtouristen von Wert ist. Nicht nur die fahrbaren Wege, die wesentlichen Steigungen, die Entfernungen von Ort zu Ort, die nur irgendwie nennenswerten Orte, die Eisenbahnen, Flüsse ufw. sind auf der Karte deutlich angegeben, sondern sie zeigt auch auf den ersten Blick das für den Radfahrer Wichtigste: die Art (Güte) der Straßen, sowie gefährliche Stellen. Tie sehr sauber gedruckte Karte, die ein sehr großes Gebiet umfaßt, kostet 2,50 Mark. Sie sei jedem Radfahrer bestens empfohlen. Zu beziehen ist sie durch jede Buchhandlung.
Wöchentliche lleberfichl der Todesfälle in Gießen
18. Woche. Vom 28. April btS 4. Mai 1901.
Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (incl. 1600 Mann Militär) Sterb'.ichk-tttSziffer: 16,06, nach Abzug der OrtSftemden 10,04°/«. Kinder
TL sterben an:
Zusammen: Erwachsen^:
tm vom
iebeuSjahr: L—1b. Jahrt
Lungenentzündung
1
—
1 —
Tuberkulose d. GehirnS 1
1 (1)
- —
Pflegmone
1
1
— —
Nierenentzündung
1 (1)
1 (1)
- —
Altersschwäche
1
1
— —
Äbzehrung
1
—
1 —
Darmverschlingung
1
—
1 —
Verunglückung
1 (1)
1 (1)
— -
Summa: 8 (3) 5 (3) 3 —
Anm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie x*d er Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von MSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke komme».
Spazierstöcke
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Katalog und Vorführung durch die
Brühl’sche Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7.
Bekanntmachung»
Die Heberolle über die Beiträge zur land« und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Jahr 1900 für die Gemeinde Gießen liegt von heute an während 14 Tagen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Offenlegung-sr'st, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genosienschaft Einspruch erheben (f. § 21 der Verordnung vom 11. Juli 1888, Regierungsblatt S. 83).
Gießen, den 8. Mat 1901. 3479
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum.
UWißWNltz
Vergebung voll Erd' lllld ChausßttlMgs- arbeitm.
Die zur Korrektion des sog. Pfiu^ftkopfs an der KreiSftraße Maiuzlar- Treis unö zur Herstellung des Lumdadurchstichs daselbst in der Gemarkung Treis erforderlich werdenden Arbeiten und zwar:
Erdarbeiten (der Straße), veranschlagt zu 798,29 Mk. Erdarbeiten (des Lumdadurchstichs), veranschlagt zu
1140,- Mk. Chaussierungsarbeiten, veran- schlagt zu 1243,30 Mk. sollen am Dienstag den 21. Mai l. Js., uachmitt. 31/, Uhr, im Wege des schriftlichen Angebots im Gemeindehause zu Treis vergeben werden. Voranschläge und Bedingungen liegen auf Großherzgl. Bürger- meisterei Treis zur Einsicht offen, und sind die Angebote dortselbst abzugebrn.
Gießen, den 7. Mai 1901. Der Großh. Kreisbauinspektor.
Stahl. 3491
INflllstttstemiicfttMZ
Zur Herstellung von Fahr- öahnpflaster in hiesiger Gemeinde soll die Lieferung von 165,00 obm gerichteter Basaltpflastersteinen (Hartbasalt) in öffentlicher Submission vergeben werden.
Termin ist anberaumt auf Dienstag deu 14. Mai d. I., vormittags 9 Uhr.
Die entsprechenden Offertformulare mit Bedingungen können von uns gegen Einsendung von 40 Pfennigen (in Briefmarken) bezogen werden.
Kl.-Krotzenburg,
am 28. April 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Kl.-Krotzenburg.
________Schwab. 3371
Versteigerung.
Montag den 13. Mai l. I., nachmittags 8 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal, Seltersweg 11, gegen Barzahlung:
1 Pferd, 1 Partie Eisenbahnschwellen, 1 Kaffaschrank, 1 Pia- nino, 1 Schreibsekretär, 1 Hobelbank, SopbaS, Kommoden, Kleiderschränke, 1 Regulateur u. a. m.
Gießen, 4>cn 29. April 1901.
3275 Mulch, Pfandmeister.
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