Nr. 239 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Freitag 11. Oktober 1901
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Nolitische Tagesschau.
Die Petersburger Reife des serbischeu Köuigspaares ist nun endgiltig ins! Wasser gefallen. Der Feldzug, den die Königiw-Mutter Natalie von Biarritz aus gegen Frau Draga Maschin unternommen, hat seinen siegreichen Abschluß gefunden. Die Kaiserin van Rußland weigert sich entschieden, die Gemahlin Alexanders L zu empfangen. Er selbst mag im nächsten Frühjahre kommen, vor ihr verschließen sich die Thüren der Kaisergemächer. Was diesem Entschlüsse des russischen Kaiserpaares vorangegangen, ist, wie versichert wird, so heikler Natur, dckß es öffentlich nicht wiedergegeben werden lann. Vielleicht genügen Andeutungen. Vor einiger Zeit war in französischen Mattern die Rede davon, Königin Natalie habe einem Freunde irr Belgrad einen Brief geschrieben, worin behauptet wurde, „Frau Draga hätte vor einigen Jahren einem französischen Ingenieur dasselbe an- zuthun versuch^, was sie ihrem jetzigen jungen Gemahl angethan tjat". — Der erwähnte Ingenieur lebt irgendwo in Frankreich. Er hat in den achtziger Jahren als Beamter der damals noch in französischen Händen befindlichen serbischen Eisenbahnverwaltung in Nisch gewohnt und dort die Bekanntschaft der begehrenswerten Witwe seines verewigten tschechischen Kollegen Maschin gemacht. Damals soll ihm Frau Draga Maschin „dasselbe anzuthun" versucht daben. Der Franzose war aber älter und erfahrener als der junge Serbenkönig. Ein ärztlicher Befund machte der Freundschaft ein Ende.
Was geht in Konstantinopel vor?
Eine Meldung aus Konstantinopel bestätigt, dast die Pforte den russischen Botschafter in Konstantinopel um Vermittlung in dem Konflikt mit Frankreich ersucht hat. Der russische Botschafter will die Bitte in Petersburg unterbreite. Es.erscheint nicht unbedenklich, die Rolle eines Friedensstifters für" die Pforte zu übernehmen, und man wird in Petersburg kaum sehr erbaut von dem Gesuch sein, weil nachgerade fast jede Großmacht ihre Streitfrage mit der Türkei hat. Der „ehrliche Makler" findet da kein Ende feiner chm anvertrauten Aufgabe.
Immer deutlicher macht insbesondere eine stark ai: China erinnernde Abneigung gegen die Fremden in hohen türkischen Beamtenkreisen sich, geltend.' Und zwar scheint gerade der Sultan am meisten von einer fast abergläubischen Fremdenfurcht erfüllt zu sein. Ausweisungsbefehle Abdul Hamids gegen arme europäische Gouvernanten und Erzieherinnen waren scharr sonderbar genug. Wenn es wahr ist — ein ernsthaftes Blatt wie der Pariser „Temps" hatte die Meldung gebracht —, daß der Sultan in dem europäischen Viertel Grundstücke aufkaufen läßt, um systematisch die Fremden zu verdr ängen, dann kamr man beinahe auf einen nicht ganz normalen Gesundheitszustand des Sultans schließen. Allbekannt sind die ewigen Geldverlegenheiten der Pforte. Erfolgen gleichwohl Ausgaben für derartige Zivecke, die nicht einmal dem Luxus dienen, so kennzeichnet sich! dadurch ein ungewöhnlich hoher Gtad vton Fremdenfurcht und Fremdenhaß. Von den verhältnismäßig harmlosen Mitteln des Aufkaufens bis zu gewaltthätigen Mitteln ist in der Türkei kein großer Schritt. Nach einem brieflichen Bericht aus Konstantinopel hat man in türkischen Kreisen einigen Grund, die Möglichkeit ins Auge zu fassen, daß sich mehrere Mächte zusamme nfinden, um einen von einzelnen derselben au fdie Pforte auszuübenden Druck entweder stillschweigend zuzulassen oder zu unterstützen. Das Richtige wäre ja eine solche Vereinigung der Vertreter bet Mächte, denn die Gahrung kann sich rasch und in höchst bedrohlicher Form entwickeln. Aber wir sind der Meinung, daß sich in Konstantinopel noch schwieriger als in Peking die Mächte zum Zusammenhalten verstehen. Neulich war schüchtern die Rede von einer Botschafterkonferenz wegen der ungünstigen Nachrichten aus den türkischen Provinzen. Fast augenblicklich folgte der Meldung das Dementi . Die Interessen der Mächte liegen noch mehr der Pforte gegenüber in Widerstreit, als es in Ostasien der Fall ist. Um die „fette Erbschaft" des „kranken Mannes", um die Löwenportton des mit Ungeduld erwarteten Nachlasses, wird ein sttller, aber zäher und erbitteter Kampf geführt. Im Mldizkiosk weiß man das sehr gut, und darum -nimmt man sich die erstaunlichsten Freiheiten heraus, mißachtet man ohne weiteres frembe Rechte, kehrt sich nicht an Verträge, verweigert Zahlungen, läßt empörende Ueber- griffe von Beamten ungeahndet hingehen — weil keine Macht den verhängnisvollen Anfang machen will, entschlossen die „Auseinandersetzung" mit ber Pforte zu beginnen.
Die Probe auf die Einigkeit und die Friebensliebe, welche die Mächte wahrend der Cbinawirren zu bestehen hatten, wird ein Spiel sein gegen die Anforderungen der Selbstbezwingung und Mäßigung zu dem kritischen Zeit- punkt, da die „Teilung" unter den Erben des „kranken Mannes" beginnt. Zum Glück kann Deutschland, das nur wirtschaftlich,, nicht Politisch interessiert ist, dabei ein Kaltblütiger Zuschauer sein.
Die Feuerwaffen der Armeen.
Von besonderer Sette wird uns geschxieben:
Ueber die soldatischen Eigenschaften der Truvpen-Kon- ttngente, die vereint gegen China im Felde standen, sind schon einige vergleichende Studien veröffentlicht worden. Dagegen ist, soweit bekannt, eine öffentliche Darlegung der Unterschiede bezw. Vorzüge des einen ober anberen Truppenkontingents hinsichtlich ber Bewaffnung bisher nicht erfolgt. Es darf allerdings angenommen loerben, baß für bas Archiv des deutschen Generalstabes eine entsprechende Denffchrift ausgearbeitet worden ist, denn die Gelegenheit, so verschiedenartig bewaffnete und disziplinierte Truppen im Gefecht zu beobachten, kommt vielleicht so bald nicht wieder.
Deutsches Deich.
Berlin, 9. Okt. Der Kaiser nahm gestern im Jagdschlösse Hubertusstock den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets v. Lueanus entgegen. — Nach den neuesten Dispositionen reift der Kaiser am 14. d. M. morgens von Hubertusstock ab und begiebt sich nach Charlottenburg, wo um 12 Uhr die Enthüllung des Denkmals des Prinzen Albrecht von Preußen tattstndet. Nach der Denkmals-Enthüllung wird der Monarch beim Elisabeth-Regiment das Frühstück einnehmen und gegen 3 Uhr die Fahtt nach Wildpark, resp. dem Neuen Palais nntretcn.
— Für den Besuch des Kronprinzen in Aachen, der am 18. Oktober stattfindet, hat die dortige Polizeiverwaltung chon umfangreiche Sicherheitsoorkehrungen getroffen. Es wurde eine Verordnung erlassen, nach welcher jeder, der in der Zeit vom 8. bis zum 19. Oktober eine nicht orts-
Jndefsen würde es allgemein interessieren und mit der militärisch gebotenen Diskretion auch vereinbar sein, wenn eine kritische Studie über das Funktionieren und dir Wirkung der Feuerwaffen, die ja in verschiedenen Systemen in Aktion traten, aus berufener Feder bekannt gegeben würde. Hat sich beispielsweise die französische Artillerie der deutschen überlegen erwiesen? Bei den kürzlich abgeschlossener: französischen Herbstmanövern stellte ein hoher Offizier in Gegenwart des Zaren die Behauptung auf, daß das deutsche Feldgeschütz an Leistungsfähigkeit hinter dem französischen mrückstehe. Auch das deutsche Jnfanteriegewehr wuroe als durch. das französische überholt bezeichnet. Nun weiß man allerdings, daß die Militärs jenseits der Vogesen stark zum Selbstlob neigen. Und es ist, um die Vortrefflichkeit der deutschen Feuerwaffen im allgemeinen erkennen zu lassen, der Hinweis vielleicht nicht überflüssig, daß die Amerikaner, die doch gewiß leistungsfähige Waffenfabriken besitzen, eine neukonftruierte deutsch^ Selbstladepistole in ihrer Armee zur Einführung bringen wollen. Aber es würde ohne Zweifel zweckdienlich sein, wenn die Militärverwaltung, vielleicht als Anlage zum Heeresetat, eine vergleichende Ueberficht der Erfahrungen mitteilte, die in Bezug auf die Fruer- wasfenusw. der Armeen neuerdings gewonnen worden sind. Falls von parlamentarischer Sette dann noch Mitteilungen vertraulicher Natur gewünscht werden, so ist dafür bekanntlich die Budgetkommission des? Reichstags der geeignete Ort.,
Der Zeuttalvorstand der Maurer Deutschlands
(Sitz Hamburg) hat soeben seine Abrechnung für das 2. Quartal 1901 ausgegeben, die nach mehr als einer Richtung interessant und bemerkenswert ist. Die Gesamtein- nahmen für dieses Quartal betrugen 416 677 Mk.; hiervon wurden allein für Stretts 210000 Mk. verausgabt. Große Streiks fanden nttgends statt. Für das nur einmal wöchentlich erscheinerrde Fachorgan' „Der Grundstein" (regelmäßig acht Setten) wurden 34-830 Mk. ausgegeben. Am interessantesten ist aber der Posten „Delegation und andere Ausgaben zu dem 6. BerbandstaginMain z". Dieser Verbandstag kostete den Maurern die enorme Summe von 20(123 Mk. Wie hoch die 'Diäten für den einzelnen Delegierten sich gestellt haben, wird nicht «erwähnt. Im güldenen Mainz läßt sich's bekannttich gut leben. 20 000 Mark für eine sehr geringe Anzahl Delegierter ist, so würde SaLor sagen, „starker Tabak". Die Druckkosten für den Kongreß figurieren unter einem anderen Posten, die 25000 Verbandstags-ProtoLotte kosteten 5001 Mk.; es bleibt also dabei, daß Maurerdelegierte in Mainz für einen Kongreß, der nur wenige Tage dauerte, 20 000 Mk. ausgegeben haben. Die .Zahl, der Delegierten ist uns augenblicklich nicht bekannt, aber sie war nur gering. Bei 400 000 Mk. Einnahmen des Verbandes tonnten natürlich die Delegierten sehr gut bezckhlt werden.
Die Landtagswahleu in Böhmen
hoben, wie uns aus Prag gemeldet wird, in dem Stärkeverhältnis zwischen den Tschechen und Agrariern nichts geändert. Die Tschechien behalten wie bisher 49, die Deutschen 30 Mandate. In den deutschen Bezirken gewannen die Alldeutschen viele Mandate; in den tschechischen Bezirket: verloren die Jungtschechen 11 Mandate' an die tschechischen Agrarier.
Einen erfolgreichen Vorstoß der Deutschen gegen die Tschechen hat wieder einmal ber Erbfehler der Deutschen, der leidige Parteizwist, verhindert. In nicht weniger als sieben Lager sind die deutschen Wähler gespalten, und es ist bemerkenswert, daß viele Deutsche ihr Wahlrecht überhaupt nicht ausgeübt haben, weil ber Hader in den eigenen Reihe:: sie abstößt.. Allerdings blieben diesmal auch zahlreiche tschechische Wähler ber Urne ferne, zumeist wohl frühere, Mitläufer der Jungtschechen, welche infolgedessen bisher bei: größten Mmümtsverlust erlitten. Würben die Deutschen ihre. Kraft nicht zersplittern in diesem Parteizwist, die erhebliche Verminderung der 97 tschechischen Mandate wäre ihnen diesmal ohne Zweifel gelungen. Im alten böhmischen Landtag verfügten die Deutschen insgesamt über 69 Sitze, die ihnen verbleiben dürsten. Als besonderes Kennzeichen der Wahlbewegung ist das Anwachsen des Radikalismus, auf deutscher wie auf tschechischer Seite, zu erwähnen. Träger dieser, Strömung sind dort die Alldeutschen, hier die Agrarier, denen gleich! beim ersten Ansturm 7 bezw. 11 neue Mandate zufielen, ein über Erwarten glänzender Erfolg. Und aussicksts volle Stichwahlen werden ihn allem Anschein nach für beide Telle erhöhen. Der Leidtragende auf deutscher Seite ist bisher in erster Reihe die Fortschrittspartei, ehedem die stärkste in Böhmen. Sir hat die Kosten des Gewinnes der Alldeutschen zumeist zu tragen.
Morgen spätestens 10 Uhr anzumelden hat. Dergleichen haben Hausbesitzer und Mieter die Namen der Fenstermieter der Polizei zu melden.
— Beim Reichskanzler Grafen Bülow fand heute ein Diner statt, zu dem u. a. der gegenwärtig hier wellende deutsche Botschafter in Paris, Fi'irst Radolin, der Staatssekretär des Auswättigen, Frhr. v. Nichthofen, die Gesandten Frhr. v. Rotenhan, Graf v. Plessen, Frhr. v. Muntzingen und v. Müller geladen waren.
— Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 5. Oktober, betreffend die berufs--! genossenschaftliche Organisatton durch § 1 des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes der der Unfallversicherung neu unterstellten Gewerbezweige.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde den Ausschußanttägen, betreffenb den Zoll- und Salzsteuer- verwaltungskosten-Etat für Bayern, Baden und Anhalt die Zustimmung erteilt, ebenso dem Ausschußbettcht über den Antrag Preußens auf Erhöhung ber Vergütungssätze für bie Naturalverpflegung ber Truppen währenb ber diesjährigen Herbstübungen in ben östlichen Provinzen unb bem Ausschußbericht über bie Vorlage vom 1. August bs. Js., bett. Ergänzung bes Schiffsbauregulativs, sowie bem Ausschußberichte über die Vorlage vom 26. September b. Js., bett, bie zollamtliche Revision bes Gepäcks ber zurückkehrenben Mannschaften bes ostasiatischen Expebitionskorps.
.— Der Untershaatssekretär im Reichspostamt, Fritsch!, ber vor längerer Zeit feinen Ab schied erbeten, hat, wie bereits gemelbet, jetzt benfelben vom Kaiser unter Verleihung, des Tttels Exzellenz bewilligt erhalten. Fritsch hat nahezu 40 Jahre im Dienste der Post gestanden.' Er war im Jahrei 1862 in Wetzlar in den Postdienst getreten. Im Jahre! 1880 wurde er Postrat, 1883 Geh. Postrat und 1885 Geh., Okrer-Poshrat, 1894 Direktor der 3. Abteilung des Reichs-! Postamts. Ms nach dem Tode Stephans 1897 Herr v. Pod- bielsk: Staatssekretär des Reichspostamts wurde und Unter* stMtssekretär Fischer seinen AbWed nahm, trat Fritfich an! des letzteren Stelle.
— Aus einer anscheinend offiziösen Notiz geht hervor, daß eine Anleihe des Reiches und Preußens dieses) Jahr nicht zu erwarten ist
Kiel, 9. Okt. Der Staatssekretär des Reichsmarine* mnts verfügte, der Kreuzer „Gazelle" solle'in 'Dienst bleiben, und setzte die Abfahrt» des Kreuzers nach Ostasiest auf Ende Dezember fest — Das amerikanische Kriegsschiff „Buffalo", Kapttän Hutchinson, ist auf der Reise von Kron-, stabt nach dem Haag hier ein getroffen. Der amerikanische Geschäftsträger Jackson und der Marine-Attachee Kapitän^ Beehler begaben sich heute abend von Berlin hierher, umj der „Buffalo^ einen Besuch abzustatten.
Essen, 9. Okt. In der Redaktion des sozialistischen Organs „Weckruf" hat eine Haussuchu n g stattgefunden zur Ermittelung des Verfassers von zwei Artikeln, die im November v. I. in dem genannten Blatte erschienen warenimd die Neu-Aus'rüstung derFekd- Artillerie mit Krupp 'scheu Röhren-Rücklauf-Geschützen ganz eigenartigen Systems behandelten. Die Haussuchung blieb erfolglos. Bei einer Vernehmung des Redakteurs- Duewell wurde diesem Zwangshaft angedroht, falls er den Namen seines Gewährsmannes nicht angeben würde. Gleich'-, zeitig ist ein gerichtliches Verfahren gegen einen Beamten der Firma Friedrich Krupp eingeleitet worden, angeblich! wegen Verrats von Fabrikations-Geheimnissen.
Braunschweig,9. Okt. Im hiesigen liberalen Verein der eine Versammlung gegen den Zolltarif veranstaltete, forderte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor a. D., Baumgarten, die Erschienenen auf, die von sozialdemokra- ttscher Seite in Umlauf.gesetzte Petttion gegen den Tarif zahlreich zu unterzeich>nen.
Posen, 9. Okt. Die heute hier tagende Delegierten- Versammlung der Vereine deutscher Katholiken nahm Statutenänderungen dahin an, daß der Zweck des Verbandes die Förderung des religiösen Lebens, die Pflege deutscher Gesinnung unb die Wahrung der berech- tigten Interessen der Katholiken deutscher Zunge ist
Breslau, 9. Okt. In der Generalversammlung des Evangelischen Bundes sprach! Pfarrer Scheffen- Danzig über Gefährdung und Fortschritt des deutschen Pro-, testanttsmus in den Ostmarken. Redner schilderte die Verhältnisse in ber Diaspora in Posen und Westpreußen. Es gab 1861 in Westpreußen 690000 Evangelische und 560 000 Katholische, 1895 aber 700000 bezw. 760000. Die Evangelischen waren also um 110000 oder 19 Prozent, bie Katholischen um 200 000 ober 31 Prozent gestiegen. In Posen be- trug die Zahl der Evangelischen 1861 490000 unb bie ber
Katholischen 920000 und 1895 560 000 bezw. 1230000. In Schlesien waren die Zahlen 1861 fast gleich, heute machen die Evangettschen 45 Prozent, bie Katholiken 55 Prozent ber Bevölkerung aus. Es sind gewachsen: im Bezirk Danzig die Katholiken um 10 Prozent mehr als die Protestanten, im Bezirk Marienwerder um 22 Prozent, in Posen um 29 Prozent und in Oppeln um 10 Prozent. Ms Gründe für- bas stärkere Anwachsen der Katholiken führt Redner ben den Germanen innewohnenden Wanderungstrieb an. Die verlassenen Stätten deutscher Ansiedelung werden besetzt von den nachdrängenden katholischen Polen. Dazu kommt aber das zielbewußte Vorgehen der katholischen Polen. In Posen :nd 1895 von den Kindern aus Mischehen 9000 evangelisch und 6400 katholisch getauft worden, inPosen 7700 evangelisch 7700 evangelisch und 6700 katholisch. Ungefähr dasselbe Blld zeigen bie Uebertritte. In ber Provinz Posen traten in r , . f.-, . . x t den letzten 15 Jahren zum evangelischen Glauben 16 700,
angehonge Person bei sich aufmmmt, sie btS zum anderen ^r katholischen Kirche, nur 2000 über, Divisionspfarrer


