Nr. 134
Erstes Blatt
151. Jahrgang
Dienstag 11. Jnni 1901
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diese sollen doch die
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Feldbrand.
ferner im Reichs-
Politische Wochenschau.
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sungen erledigt worden. Ter Regierung wird man >a..K Verdienst nicht absprechen können, daß sie jetzt ernst-
Bdreffe für Depesch««, Anzeiger Sieben.
Fkrnlprrchanschluß Nr.
Ueberweisungen nicht „erheblick)^ übersteigen. Man will also Wohl irgend- einen Prozentsatz der Ueberweisungen festsetzen, über den hinaus Matrikularumlagen nicht zu leisten sind. Auf diese Weile würden ja die Einzelstaaten an den Reichsfinanzen und Damit an der Reichßpolitik „persönlich" interessiert bleiben und einen Einfluß auf sie behalten, also der Zweck, um derentwillen wir an der gegenwärtigen Einrichtung festhalten, würde gewahrt sein. Tie Berliner Polit. Nachr. meinen, erst wenn über die Abgrenzung ein Einverstänonis erzielt sei, werde zu prüfen sein, ob eine Vermehrung der Einnahmen des Reiches notwendig fei; es sei mindestens verfrüht, wenn jetzt schon in der Presse mit angeblichen neuen Steuerplänen gearbeitet werde. Ehe die ganze „Reform"frage überhaupt weiter „angeschnitten" wird, muß abgewartet werden, wie sich die Finanzen des Reiches entwickeln werden. Wegen der wirtschaftlichen Verhältnisse und wegen des neuen Zolltarifs ist die Finanzlage dev» Zukunft gegenwärtig unklar. In einem solchen Augenblick kann man derartige „Reformen" nicht ausführen.
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B« P-stbrzug viertelstchch, Mk. 2.00 ohne BesteS^A
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„Im Jahre 1886 diente bei Magdeburgischen Husaren- Regiment Nr. 10 bei Eskadrin 1 der Sekondeleutnant von Kroligk, 26 Jahre alt, Sohn des Generals v. Krosigk, ein Soldatenschinder, der mit wahrer Wollust seine Untergebenen quälte. Beim Voltigieren ließ er Pferdedünger auf den Bock werfen oder einen Eimer Wasser darauf stellen, damit die Springenden mit dem Gesicht darauf fielen. Er ließ Schwingen vfll Sand ans der Reitbahn holen und die Rekruten bei strenger Kälte am Brunnen damit abreiben. Mit Sandfetzen warf er in der Reitoahu nach seinen Leuten. Er machte die Sporen los und schlug sie den Leuten in die steifgefrorenen Kuiee. Einen gewissen Weisel hat er derartig thätlich mißhandelt, daß sich dieser in der Mannschaftsstube erhängte. Auf diesen Fall hiw ^erhielt v. Krosigk acht Wochen Festung, die er in Magdeburg verbüßte, kam dann nicht mehr zum Regiment zurück, sondern wurde versetzt."
Endlich wird gemeldet, v. Krosigk sei zu zwei Jahren Festung verurteilt worden, weil er im Jähzorn seinen Burschen erschlagen hatte, den einzigen Sohn von Bauersleuten, die über den Verlust untröstlich waren. Nach?- dern der Rittmeister neun Monate seiner Strafe verbüßt hatte, sei er, unter Zurücksetzung in der Beförderung, begnadigt worden. 9hm veröffentlicht die amtliche „Berl. Korrefp." folgendes:
In Nr. 131 des „Vorwärts", ausgegeben am 8. 6. 01, sind über den verstorbenen Rittmeister v. Krosigk Behauptungen aufgestellt, die der Wahrheit nicht entsprechen. Es ist nicht wahr, daß Rittmeister v. Krosigk einen Untergebenen erschlagen hat und deshalb zu zwei Jahren Festung verurteilt und nach Verbüßung von neun Monaten der Strafe begnadigt worden ist. Auch ist er weder im Avancement zurückgesetzt noch sind ihm die Strafbefugnisse entzogen worden. Zurückversetzung im Avancement und Entziehung der Strafbefugnisse sehen die militärischen Tienstvorschriften nicht vor, und Daher ist die Festsetzung derartiger Maßregeln als Strafe nicht möglich Rittmeister v. Krosigk ist allerdings wegen Mißhandlung bezw. vorschriftswidriger Behandlung Untergebener im Jahre 1882 und 1896 kriegsgerichtlich mit 14 Tagen Stubenarrest und mit vier Monaten Festungshaft beftraft worden.
meister sich nicht schnell und gelenkig genug gebückt habe, um einen Bleistift, den der Rittmeister fallen gelassen hatte, aufzuheben. Herr v. Krosigk nahm den Bleistift, warf ihn weg und befahl dem Wachtmeister, ihn aufzuheben. Ties wiederholte er dreißigmal. Es ist fe tage vom Abg. Kuhnert behauptet worden.
Kaiser Wilhelm im Kloster Heiligengrabe.
Kaiser und die Kaiserin haben sich am Samstag nach dem Kloster Heiligengrabe in der Ostprieqnitz begeben. (Ste trafen dort kurz vor 12 Uhr mit Sonderzug ein, be- gleitet von dem Ober-Hofmarschall Grafen zu Eulenburg, dem Generalachutanten v. Plessen, dem Flugeiadjutanten A^.'kN v. Platen, dem Chef des Militärkabinetts Grafen Huljen-Haeseler, dem Chef des Zivilkabinetts Tr. v. Lu- . r vofbame v. Gersdorff, dem Kammerherrn Grafen v. Mulmen und Oberstabsarzt Tr. Jlberg. Auf dem Bahn- hofe war der Landrat Graf v. Bernstorff zum Empfange erschienen Eskortiert von einer Abteilung Ziethenhusaren begab sich ba$ Kaiserpaar zu Wagen nach dem Kloster, vor dessen Kapelle eine Ehreniompagnie vom Infanterie- Regiment Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg- Schwerin Nr. 24 Aufftellung genommen hatte. Auf dem Wege zuni Kloster bildeten die Kriegervereine und Schulen der Umgegend, sowie eine zahlreiche Menschenmenge Spalier. Wahrend die Klosterglocken läuteten, langten Der Kaiser und die Kaiserin vor der Kapelle an, wo der Kultus- minister, der Oberpräsident, der Regierungspräsident und der Präsident des evangelischen Oberkirchenrats sich ein- gefunben hatten, und wo die Majestäten von der Aebtissin Frau Adolphrne von Rohr, dem Stiftsprobst 5X Faber, dem Stlstshauptmann und dem Pastor des Ortes empfangen und von der Aebtissin und dem Probste mit einem Seaens- spruch begrüßt wurden. Inzwischen hatten die Tarnen des Konvents , in ihren eigenartigen weißen Gewändern und langen Schleiern und Kappen, mit ihren Schülerinnen am 2lltar der Kapelle Aufstellung genommen, ebenso die Geist- lichen des Patronats. Sobald der Kaiser und die Kaiserin die Kapelle betreten hatten, intonierten die Schülerinnen Ee Hymne. Hierauf trat der Kaiser vor den Altar und hielt bedeckten Hauptes folgende Ansprache:
In dem Jubiläumsjahre des preußischen Königs- tums konnte ich des Stiftes Heiligengrabe nicht vergessen, das meine Ahnen allezeit auf ihrem landesväterlichen Herzen getragen und dem sie so viele Beweise ihrer treuen Fürsorge gegeben haben. König Friedrich Wilhelm der Erste war es, der dem Stifte die noch jetzt im wesentlichen geltende Verfassung verlieh. Ter Titel „Aebtissin" für die Tomina und die Ordensabzeichen für die Kon- bentualinnen beruhen auf einem Gnadenakte König Friedrich des Großen. In schwerer Zeit wurde das Stift von der Säkularisierung feiner Güter durch König Wilhelm den Tritten bewahrt. König Friedrich Wilhelm der Vierte, der Heiligengrabe zweimal mit seiner Gemahlin, der Königin Elisabeth, besuchte, machte das Stift zu einer Anstalt mildthätiger Barmherzigkeit, ließ diese Kapelle wieder Herrichten und begründete die mit dem Stifte verbundene Erziehungsanstalt. Und auch mein hochseliger Herr Großvater, Kaiser Wilhelm der Große, nahm Heilegengrabe unter feinen besonderen königlichen Schutz, unter dem es sich in erfreulicher Weise und reichen Segen spendend weiter entwickelte. Dieser Ueberlieferung, meines Hauses bin ich gern gefolgt und mit Freuden habe ich den 18. Januar d. I. benutzt, um dem Stifte einen neuen Beweis meiner königlichen Huld und Gnade durch Verleihung eines Aebtissinnenstabes zu geben. Nehmen Sie, Frau Aebtissin aus meiner Hand diesen mit Ihrem Wappen geschmückten Stab. Möge derselbe allezeit ein rechter Hirten stab mütterlicher Liebe sein, der Alle, die ihm unterstellt sind, zu ihrem wahren Besten führt, und um den sich in willigem Gehorsam alle Schwestern scharen zu dem verheißungsvollen Werke der Jugenderziehung und Liebesarbeit. Möge er den Mosesstab festen Glaubens bedeuten, der aus dem Felsen der Ewigkeit Wasser des Lebens schlägt. 9Nöge er endlich den Pilgerstab freudiger Hoffnung darstellen, mit dem wir auch im finsteren Thale dem guten Hirten nachwandeln unter dem Bekenntnis „Tu list bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich!" Tas walte Gott!
Ter Probst dankte namens der Aebtissin, des Konvents und des ganzen Landesteiles und schloß mit einem Segens- soruch. Ter Chor der Schülerinnen fang zwei Verse des Liedes: „Vater fröne Du mit Segen." Es erfolgte nunmehr die Vorstellung, der Stiftsdamen durch die Aebtissin und der Herren durch den Probst. Tas Kaiserpaar besichtigte die Kirche und unternahm unter Vortritt der Tarnen einen Kundgang durch den Kreuzgang zum Kapitelsaal, wo eine Festtafel sich anschloß. Tie Rückfahrt zum Bahnhof ging in gleicher Weise wie die Anfahrt vor sich.
haft bemüht ist, die Gegensätze nach Kräften auszugleichen und das ihr mit oder ohne Grund entgegengebrachte Miß- 1 trauen zu heben. . Nachhaltigen Eindruck hat in dieser Be- ziehung namentlich die Rede des Ministerpräsidenten von Körber gemacht, der in einer der letzten Sitzungen die Stellung der Regierung zu dem nationalen Streit der Parteien klar legte, und Die Parteien an ihre Pflichten gegenüber dem Lande erinnerte. „Wir werden niemals gegen das deutsche Volk in Oesterreick), gegen kein Volk dieses Reiches regieren". Diese klare Stellungnahme des Ministerpräsidenten hat den verdienten Beifall bei allen Parteien des Hauses gefunden, und sie wird auch im deutschen Reiche überall freudige Zustimmung wecken. Schon glaubte man, die Regierung habe vergessen, was Oesterreichf- Ungarn den Deutschen schuldet. Endlich sind solche Besorgnisse durch die rückhaltlose Aussprache v. Körbers zerstreut, was sicherlich! zur Beruhigung des uns so nahe stehenden Reichs wesentliche beitragen wird. Auf die Haltung des Ministerpräsidenten zur Los von Rom-Bewegung ist das einwandsfrei. Die Regierung will sich in diese religiöse Bewegung nicht einmischen, sofern nicht vorkommende Ungesetzlichkeiten sie dazu zwingen.
In den übrigen Ländern Europas haben die Dinge in der verflossenen Woche ihren normalen Lauf genommen. UeberaU begrüßt man mit Befriedigung, daß aus China die Truppen bis auf kleinere Abteilungen in diesen Tagen die Heimreise antreten werden. Nur ein Land leidet an Beklemmung: England. Während der stolze Chamberlain verkündet, in den Burenrepubliken glimmen nur noch die letzten Funken unter der Asche, schjlägt jetzt, trotz aller gleichzeitigen Meldungen über bevorstehende neue Friedensverhandlungen, des Krieges Flamme plötzlich wieder hochiauf. Entschlossener denn je treten die Buren auf. Lord Kitchener hat es voraezogen, nur mit ganz knappen Worten nach London zu Depeschieren. So ist denn in den letzten Tagen in England ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen, daß die Regierung das Land über die Vorgänge in Südafrika in Unkenntnis halte; man wolle die Wahrheit hören. Es ist kein Geheimnis mehr, in welch verwahrlostem Zustande sich zurzeit die englischen Soldaten in Südafrika befinden. Wohl sollen gegenwärtig noch 190 000 Mann im Felde stehen. Allein es ist zu bedenken, daß diese eine riesige Kommunikationslinie zu bewahren haben. Dazu kommt, daß die britischen Soldaten, körperlich! herabgekommen und an Willenskraft geschwächt, hohen Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Wäre man nicht, der Not gehorchend, au den Gedanken gekommen, die Löhnung für 5—6 Monate schuldig zu bleiben, so wären die Söldner schon längst in Hellen Scharen davongelaufen. Tie Buren dagegen führen mit der ihnen angeborenen Zähigkeit den Kamps um die Unabhängigkeit ihres Landes weiter, und sie können gerade in den letzten Wochen auf verfchtedene Erfolge zurückblicken. So haben sie in der Schjacht von Vlaksontein nahe Krügersdorp den Engländern einen Verlust von nicht weniger als 210 Toten und Verwundeten beigebracht, ein Erfolg, der an die ersten Schlachten des Krieges erinnert. Auch in der Kapkolonie entwickeln sie erhöhten Eifer. Die ihnen jüngst geglückte Einnahme von Jamestown hatte zur Folge, daß General French nach der Kapkolonie entsandt, d. h. der Osten Transvaals von den Briten wieder aufgegeben werden mußte.
Aus Petersburg, merkwürdigerweise nicht aus Berlin, kommt die Nachricht, der deutsche Kaiser werde sich im August nach Rußland zur Teilnahme an den Truppenübungen begeben, der Reichskanzler werde ihn begleiten. Man könnte der Nachricht mit einigem Mißtrauen gegenüberstehen, da sie in dieser ungewöhnlichen Form bekannt wird; das deutsche Volk hätte doch sozusagen auch ein Interesse daran, zu erfahren, ob und wann unser Kaiser nach Rußland fährt. Tie Richtigkeit der Nachricht vorausgesetzt, wird dieser Besuch im deutschen Volk freudig ausgenommen werden. Es ist das Vermächtnis des alten Kaisers Wilhelm I.: „Halte Dich gut mit Rußland", und es ist das Vermächtnis des ersten Kanzlers, daß in guten Beziehungen Deutschlands zu Rußland die vornehmste Friedensbürgschaft siir Europa liegt. Graf Bülow ist in dieser Hinsicht in des ersten Kanzlers Fußstapsen getreten. Hoffen wir sonach, daß die Nachsicht von dem Kaiserbesuch in Rußland sich bestätigt.
Tas wichtigste innerpolitische Ereigxris war die Berliner zollpolitische Konferenz, über die immer noch nichts Authentisches verlautet. Offiziös wird nur bekannt, daß sie zu allgemeiner Zufriedenheit ausgegangen ist. Vielleicht erfahren wir nächstens, wenn nicht aus Berlin, aus einer anderen deutschen Residenz etwas Bestimmtes. Tie bundesstaatlichen Minister, die auf die Reise nach Berlin in ihrer Stimmung vielleicht maxxches Fragezeichen mitbrachten, sind mit günstigen Eindrücken zurückgekehrt, voll Vertrauen auf eine sachgemäße, den Gesamtinteressen entsprechende Weiterbehandlung der wirtschaftlichen Aufgaben. Sie sollen aus ihren Begegnungen mit dem Kaiser und mit dem Kanzler das gerade Gegenteil der mit dem häßlichen Wort „Reichs- oerdrossenheit" bezeichneten Empfindung geschöpft haben und die Beratung der Tarifvorlage im Bundesrat soll durch die Konferenz gerade in den wichtigsten Punkten leichter und lässiger gemacht worden fein. Mit dem elsaß-lothringiscben Diktaturparagraphen hat man sich in diesen zollpolitiscyen Erörterungen nicht befaßt; und die Reichsfinanzreform, >ie später zur Sprache kam, war kein offizieller Gegenstand der.Tagesordnung. Auch darüber wird Schweigen beobachtet; allein aus einem Artikel der Berliner Polit. Nachr. ist doch.
ziemlich zu ersehen, worum es sich handelt. Man will eine „anderweite Abgrenzung der Finanzen des Reiches und der Bundesstaaten". Tiefe sollen nötigenfalls auch in Zukunft noch Matrikularumlagen zahlen, Weisungen nicht gedeckt sino, aber di<
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_ , . , v. Krosigk habe
1897 den vom Erholungsurlaub zurückgekehrten Wachtmeister Martens so lange „Kehrt" machen lassen, bis dieser um fiel und in das Lazarett getragen werden mußte. Ter Rittmeister habe ferner in der Allensteiner Gegend an einem Sonntag von morgens bis abends Pferdeappell abgehalten, sodaß die game Bevölkerung empört gewesen sei. Generalleutnant v. Biebahn glaubte damals im Reichstag feine Entrüstung darüber aussprechen zu müssen, daß ein „pflichttreuer, langgedienter Offizier" über das Grab hinaus beleidigt werde, schränkte aber später, als nachgewiesen wurde, daß dem Rittmeister wegen Mißhandlung von Mannschaften das Strafbuch entzogen worden sei, er auch Festungshaft erlitten habe, feine Erklärungen dahin ein, daß er nur habe sagen wollen: Laßt die Toten ruhen! Tie sozialdemokratische „Leipz. Bolksztg." teilt folgenden Brief eines alten Soldaten mit:
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Politische Tagesschau.
Ter Gumbinner Prozeß wegen Ermordung des Rittmeisters v. Krosigt wird noch geraume Zeit die Oeffexttlichkeit beschäftigen. Auf Anordnung des Gerichtsherrn ist, wie wir meldeten, Berufung eingelegt worden. Ein älterer Offizier sagt nun im „Reichst).", daß v. Krosigk bis zur Ungerechtigkeit streng gewesen sei, ein eigenartiger Vorgesetzter, der in der gesamten preußischen Armee kaum seinesgleichen gefunden hätte; alle Welt habe gewußt, tvie hart er feine Untergebenen behandelte. Es wird berichtet, der Rittmeister v. Krosigk habe sich darüber erregt, daß ein alter, mit dem Eisernen Kreuz geschmückter Wacht-
Während unsere Reichs- und Landtagsabgeordneten gegenwärtig teils ihrem bürgerlichem Berufe nachgehen, teils Erholung und Stärkung suchen für die heißen Kämpfe der Ochsten parlamentarischen Arbeitsperiode, insbesondere des -limpfes um den vielumstrittenen Zolltarif, sind Oester- .c-ichs Volksvertreter 'in Wien noch immer zu eifriger Arbeit versammelt. Mit Genugthuung ist es weit über die lenzen der Habsburgischen Monarchie hinaus begrüßt wor- daß die einzelnen Parteien, statt weiter die Kräfte ui gegenseitiger Bekämpfung aufzureiben, sich endlich, zu ijemeinfamer, dem ganzen Lande dienender Arbeit zu- ia inmengeschlossen haben. Nachdem in der vergangenen Zöche die österreichische Kanalvorlage zur Erledigung gelingt war, ist nun auch das Budgetprovisorium in allen a ei L^ungcn erledigt worden. Ter Regierung wird man
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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