Telegramme deS (Bittrer Anzeigers.
London, 10. Jan. „Daily Mail" meldet aus Kapstadt, daß augenblicklich dort große Panik herrscht. Die Behörden weigern sich trotzdem, kundzugeben, daß die Lage sehr kritisch sei. Man glaubt hier, daß die Buren noch mehrere Monate in der Kapkolonie verbleiben werden. Die fremden Konsuln hielten gestern eine Konferenz ab, in der sie beschlossen, Maßregeln zum Schutze ihrer Landesangehörigen zu treffen, im Falle die Kolonie in Belagerungs- zustand versetzt würde. Der deutsche Konsul hat den deutschen Landesangehörigen Pässe überreicht, in denen es heißt, daß die Besitzer derselben sich unter deutschem Protektorat befinden.
London, 10. Jan. „Daily Expreß" berichtet aus dem Haag: Tr. Leyds organisiert augenblicklich geheim eKo- mitees zwecks Agitation zu Gun st en der Buren in Südafrika und ganz besonders in der Kapkolonie. Diese sind mit reichlichen Geldmittel:: versehen, und beauftragt, in der Kapkolonie sowie in Südafrika überhaupt soviel wie möglich Lebensmittel anzutaufen und somit die Verproviantierung der englischen Truppen zu beeinträchtigen.
London, 10. Jan. Aus Standerton wird gemeldet: Hier herrscht augenblicklich große Ruhe. Kleine Burenabteilungen durchziehen die Umgegend der Stadt und versuchen von Zeit zu Zeit den Engländern Munition abzunehmen. Ihre Angriffe sind aber abgewiesen worden und ihre Unternehmungen gescheitert. Die englischen Garnisonen Verhalten sich defensiv, da ihre Zahl es ihnen nicht erlaubt, den Feind anzugreifen.
London, 10. Jan. Lord Kitch ener hat um 25000 Mann Verstärkungstruppen gebeten. Die Blätter bemerken hierzu, daß dies eine schwer zu lösende Aufgabe für das Kriegsamt sei.
London, 10. Jan. Wie aus Bullfon kein berichtet wird, mußten Läufer, die nach Br and fort abgegangen waren, zurückkehren, da sie zahlreiche Buren in der Umgegend vorfanden. Eine englische Abteilung, die mit de:n Kommandanten Bodenhorst zusammengestoßen war, nahm den Buren mehrere Wagen und Pferde ab. Vor einigen Tagen griffen die Buren den englischen Posten bei Cossack an, wobei sie 30 Engländer gefangen nahmen. Von den Gefangenen hat man bisher nichts gehört.
China.
Graf Waldersee meloet vom 7. d. MtS. aus Peking: Die am 3. Januar erstürmte Befestigung Hophu und dae nahegelegene Szehaikou (?) waren der Hauptsammelort der neu organisierten Boxerbauden über tausend Mann, die die Umgegend terrorisierten und einen Marsch nach Jenkhing Tschangphing (72 und 38 Km nordwestlich Don Peking) planten. Die Kolonne Pavel vereinigte sich am 5 Januar in Jenkhing wieder mit ihrem Kavalleriezug, der lnzwifchen unter Ooerleutnant Kersten die Gegend Tchitcheng-Tyumu- und Huatlai. ersteres am Peiho, Utz erc beiden an der Straße P-king Kalgan, mit außerordentlicher Marschleistungen durchstreifte und die aus Thumu und Sueauhua vorgeschobtnen chmesischen Kavallerie-Posten ver ja^te. Die Kolonne Pavel sendet heute Kavallerie und be riltcne Infanterie unter Major Wyneken auf Sueauhu. und folgt mit dem Gros zunächst bis Kiming (beide Orte an der Straße Peking-Katyau). Die bei Mtyuen befindlichen Reste der Lutai Truppen flüchteten vor den Kolonnen Gräuter, Häring und Madai in Auflösung übe: Kupeikhi'u (100 Km. nordöstlich von Peking an der chine fikchcn Mauer) nach Fengning (62 Km. nördlich von Kupeikhou) Die Kolonnen Madai und Häring find heute hier wieder ein getroffen
G<af Waldersee meloet aus Peking vom 6. Januar: Die Kolonne Pavel ist behufs Kooperation mit der Kolonne Madai von Amking (72 Km. nordwestlich vor- Peking) nach Tsinganphu am Pecho marschiert und hat am 3. Januar nach äußerst beschwerlichen Märschen auf Saum Pfaden durch Hochgebirge von etwa 600 btS 1000 Boxer mit 10 GejchUhen und durch Minen verteidigte Befestigungen bei Hopku (10 Km. südöstlich von Lluplngphu) erstürmt. SDber leutnant Hlrfchberg vom Feldariillerie« Regiment und ein Unteroffizier wurden leicht, zwei Musketiere schwer verwundet, davon ist einer gestorben. Die Kolonne geht in breiter Front über 9)<nting südwestlich von Ttemfiu zurück und säuberte in He uen Detachements unter Major Serno die Gegend von Räuberbanden.
Tie amerikanische Regierung hat an die in China interessierten Mächte ein Rundschreiben gerichtet, worin die Frage angeregt ist, ob es nicht angezeigt erscheine, eine internationale Kommission einzusetzen, welche die Frage der von China zu fordernden Entschädigung und die Revision detr Handelsverträge mit China zu prüfen hätte. Tie Regierung der Vereinigten Staaten hegt den Wunsch, daß diese Kommission in Washington, Tokio oder irgend einer europäischen Hauptstadt zusammentrete, nicht aber in Peking. Ter amerikanische Gesandte Conger hat seiner Regierung telegraphiert, daß die Kaiserin von China ihre Zustimmung zu den Vorschlägen der Kollektivnote verweigert hat. Tie Gesandten haben dem Vizekönig Li-Hung-Tschang und dem Prinzen Tsching den Text der unterzeichneten Kollektivnote übersandt. Die Friedens-Verhandlungen werden erst beginnen, wenn der Kaiser die ersten Bedingungen annimmt.
Ein russisches amtliches in Chabarowsk erscheinendes Blatt, meldet, daß zwei Soldaten des Infanterie-Regiments Ssretensk am 2. Oktober in der Umgegend der Stadt Schuantschenpu (Mandschurei) ein schweres Verbrechen begingen. Der eine, Namens Terentji Potapow, vergewaltigte in einem Hause zwei chinesische Frauen, tötete darauf die eine und verwundete die andere. Der andere Soldat, Philipp Sswetenko, war Potapow bei der Ausführung seines Verbrechens behilflich, indem er vor der Thür des chinesischen Bauernhauses Wache hielt und niemand hineinließ. Die beiden Schuldigen wurden dem Kriegsgericht übergeben. Die Gerichtsverhandlung fand in Chardin statt. Beide Soldaten wurden zur Ausschließung aus dem Militärdienst und zum Verlust aller Rechte verurteilt. Potapow wurde außerdem zum Tode durch den Strang und Sswentenko zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Ter Kommandierende der Truppen des Amur Militärbezirks bestätigte dieses Urteil.
Wie der russischen Telegraphenagentur aus Peking vom 7. Januar gemeldet wird, ordnete der Kaiser von Rußland an, daß die seit einiger Zeit seitens der russischchinesischen Bank-Abteilung eingerichtete Verteilung vonReisandieArmcnPekings während des ganzen Winters fortgesetzt werde. Gegenwärtig geschieht die Verteilung an vier Punkten der Stadt in einer Anzahl von mehr als 10 000 Portionen Reis täglich.
Die türkische Chinamission wird bestimmt nach dem Beiramfeste abreisen. Sie wird sich in Port Seid auf einem deutschen Lloyddampfer einschiffen.
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Telegramme des Gi?hener Anzeiger-.
London, 10. Jan. Die „Times" berichten aus Shanghai: Rach den jetzt eingetrosfenen Meldungen aus Singanfu unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß der Kaiser und die Kaiserin ihre Rückkehr nach Peking vorbereiten.
London, 10. Jan. Aus Peking wird berichtet: Ter deutsche Gesandte hat den Wunsch ausgesprochen, daß Prinz Chung, der jüngere Bruder des Kaisers, als Vertreter desselben nach Berlin gehe, um dem deutschen Kaiser das Beileid der chinesischen Regierung über die Ermordung des Freiherrn von Ketteler auszudrücken. Prinz Chung ist 17 Jahre alt.
Deutsches Reich-
Berlin, 9. Jan. Gestern nahm das Kaiserpaar das,Frühstück bei den Erbprinzlich-Hohenzollernschen Herrschaften in Potsdam ein. Zur Abendtafel war beim Kaiserpaare Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein geladen. Heute vormittag hörte der Kaiser die Vorträge des'Oberst- Kämmerers Grafen zu Solms-Baruth und des Chefs des Civilkabinetts Wirkl. Geh. Rats Dr. v. Lucanus. Das Unwohlsein des Kaisers war ganz unbedeutend. Der Kaiser hatte sich etwas erkältet. Die Thatsache, daß er lang ausgedehnte Konferenzen mit den leitenden Persönlichkeiten unserer Marine usw. gehabt hat, ist wohl der beste Beweis, )aß die Unpäßlichkeit geringfügiger Natur ist. Der Kaiser hofft bestimmt, an den Beifetzungsfeierlichkeiten für den Großherzog Carl Alexander in Weimar teilnehmen zu können.
— Die „Nordd. Allgem. Ztg." veröffentlicht die Betimmungen für die 2 00 Jahrfeier am 17. Jan., wonach um einviertel 10 Uhr vormittags sämtliche Fahnen und Standarten des Gardekorps einschließlich des Lehr-Jnf.- Bat. 2C. mit frischem Lorbeer geschmückt, vom Schlosse nach dem Zeughause gebracht werden. Um dreiviertel 10 Uhr i"d im Lichthofe des Zeughauses versammelt: die hier anwesenden Prinzen des königlichen Hauses, die im Garde- orps dienenden bezw. in hiesigen Dienststellungen befindlichen Prinzen regierender Häuser, das kaiserliche Hauptquartier re. Der Kaiser trifft um 10 Uhr im Zeughause ein unv vcgiebt fid)1 nach dem Abschreiten der Truppenauf- tellung in den Lichthof. Die Leibeskadron und die Leibkompagnie folgen dem Kaiser und nehmen wie bei der Feier am 1. Januar 1900 Ausstellung und verlassen nach der Feier mit den Fahnen und Standarten das Zeughaus und nehmen vor demselben Aufstellung. Alsdann folgen militärische Formationen.' Am 18. Januar ist in der Garnisonkirche feierlicher Gottesdienst abzuhalten. Hierauf findet das Krönungs- und Ordensfest statt.
— Dem B u n d e s r a t ist ein Gesetzentwurf zugegangen wegen Versorgung der Teilnehmer der o st a statischen Expedition und ihrer Hinterbliebenen.
— Eine von der Z e n t r u m s f r a k t i o n des Reichstages heute eingebrachte Interpellation lautet: „Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß zur Vorbereitung einer am 4. Januar 1901 in Köln anstehenden Wahl zum Reserveoffizier den allerhöchsten Befehlen zuwider Nachforschungen über die grundsätzliche Stellung der Aspiranten zum Zweikampf angestellt, daß die Ergebnisse im Wahlkollegium mitgeteilt und daß daraufhin diejenigen Aspiranten, die Stellung gegen den Zweikampf genommen hatten, nicht gewählt worden sind? Was bat >er Herr Reichskanzler gethan, um diejenigen Stellen, oie in Verletzung der von dem Herrn preußischen Kriegsministcr in der Sitzung des Reichstages vom 11. Dezember 1897 mitgeteilten allerhöchsten Befehle die fraglichen Offiziersaspiranten über ihre Stellung zum Zweikampfe befragt oder Erkundigungen über sie anderweit eingezogen, oder über die Ergebnisse dieser Fragen und Erkundigungen bei dem Wahlakt Mitteilung gemacht haben, zur Verantwortung zu ziehen? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu thun, um die Wiederkehr solcher Fälle zu verhüten?" (Vgl. Tagesschau und 1. Blatt.)
Ausland.
Kopenhagen, 9. Jan. Blättern zufolge soll der König, der politischen Streitigkeiten müde, beschlossen haben, abzudanken und die Regierung dem Kron- arinzen zu übertragen, mit dem er sich in völliger politi- cher Uebereinstimmung befinde.
London, 9. Jan. Die Bildung von drei neuen indischen Infanterie-Regimentern ist amtlich genehmigt worden, diejenige von zwei weiteren Regimentern wird geplant. Sie sollen für den Garnisonsdienst in Mauritius, Singapore, Hongkong und Ceylon verwendet werden.
Madrid, 9. Jan. Bei der zunehmenden Verwirr- u n b der parlamentarischen Lage fühlte sich die Regierung veranlaßt, heute d:e Cortes bis Mai zu vertagen. Alsdann soll in erster Linie das nächstjährige Budget beraten werden.
Rom, 9. Jan. Ter „Tribuna" zufolge hat ein italienisches Geschwader Besitz von der Nimrid-Bai ergriffen, zu Operationen gegen die Piraten.
Wien, 9. Jan. Erzherzog Franz Ferdinand begiebt sich am 18. d. Mts. nach Berlin, um anläßlich der Feier des 200jährigen Gedenktages der Erhebung Preußens zum Königreich die Glückwünsche des Kaisers Franz Josef zu überbringen.
Wadowice, 9. Jan. Tas hiesige Strafgericht hat den früheren Landtags- und Reichstagsabg. Pater Stojanow s k i wegen Widersetzlichkeit gegen behördliche Verfügungen zu einem Monat Arrest verurteilt.
Konstantinopel, 9. Jan. Der von Briganten in der Nähe von Smyrna gefangen genommene franzö- Nfche Uniert hau Mille wurde infolge Intervention des Vali von Smyrna in Freiheit gesetzt.
Aus Stadt und Land.
Gieße». 10. Januar 1901.
-0- Madcheumord? Heute Vormittag stellte sich, wie wir hören, ein junger Mann 4m Alter von 25 Jahren auf dem hiesigen Pouzeiarnte vor, mit der Angabe, der Mörder seiner früheren Geliebten zu sein. Bou GewiffenS- biffen geplagj, habe ec keine Ruhe; seit gestern Abend irre er umher. Die That schilderte er wie folgt: „Ich bin auS Köpenik bei Berlin und heiße G. Schwabe. In Oberbreidenbach bei Romrod diente ich als Knecht und habe ein Liebesverhältnis mit einem dortigen Mädchen angeknüpft. Gestern Abend, Mittwoch, sah ich sie mit einem fremden Manne in Verkehr. Ich rief sie an, und als sie meinem Rufe nicht folgte, zog ich einen Revolver und schoß auf sie. Mit einem Schrei stürzte sie zufammen. Mein Nebenbuhler floh. Ich schleuderte meinen Revolver fort und bin alsdann weggelaufen. Ob das Mädchen tot ist, weiß ich nicht!" Es hat leider nicht festgestellt werden können, ob die Angaben des jungen Mannes auf Wahrheit beruhen.
** Verhaftung. In vergangener Nacht wurden von einer Schutzmannpatrouille auf der Lahnbrücke zwei an der Hrofdorferftraße wohnende Taglöhner, von denen jeder einen iZack Zink trug, angehalten. Der eine der verdächtigen warf bei der Annäherung der Patrouille das Zink weg und ergriff die Flucht, während der andere verhaftet wurde. Es stellte sich heraus, daß die Thäier das Zink an der Eishalle von E. Schmoll am Woog gestohlen hatten.
** Schiedsgerichtssekretär. Mit der interimistischen Ver- sehung der Funktionen eines Sekretärs de- am 1. Jan. 1901 in Kraft getretenen Schiedsgerichts für Arbeitemersicherung ist der Revisor bei der Landesversicherungsanstalt Gr. Hessen zu Darmstadt Herr Scherf beauftragt worden.
** Die Kohlenbezugsvereinigung des Evang. Arbeitervereins bier hat in ihrer letzten Generatoertammlung einstimmig be* schloffen, den seitherigen Geschäfts Modus in der Weife abzuändern, daß von diesem Jahre an sämtliche zu empfangende Kohlen zum größten Teile im Voraus bezahlt fern müssen, wie dies auch bei anderen solchen Vereinen geschieht. ES wird dann dadurch möglich werden, für die Zukunst eine noch billigere Kohle zu liefern. Die Ausstände für bereits erhaltene Kohlen müffen lt. Beschluß der Generalversammlung vis zum 1. Juli l. I. entrichtet sein.
-n. Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Hauswasse* leitungen. Von zuständiger Seite schreibt man uns: Die von er Verwaltung des städtischen GaS- und Wafferwerks all- ährlich und auch seit Beginn dieses Winters wiederholt bekannt gegebenen Vorschriften, betr. „Vorkehrungen re." werden, wie die Erfahrung der I tzten Tage lehrt, nicht in allen Häusern gehörig beachtet. Es wird namentlich nicht nach dem Hinweis der Veröffentlichung verfahren, wonach während des Entleerens durch das Entleerungs- Hähnchen am Hauptsperrhahnen auch ein Zapf, ventil im obersten Stock (im Falle der Unzugänglichkeit in einem andern der oberen Stockwerke) geöffnet werden muß, damit überhaupt Luft in die Leitung eindringen und das in der Leitung stehende Waffer nach dem Entleerungshähnchen im Keller usw. zurück-und herauSbi ängen kann. Ferner wird in Häusern, in denen zur Zeit einzelne Stockwerke unbewohnt find, nicht immer die nötige Fürsorge getroffen, daß in dem Raum (Küche usw.), durch den daS Aufsteigrohr führt, auf irgend eine geeignete Art (Herdfeuer, Oefchen, Gar flamme) eine hinreichend überschlagene Wärme erhalten wird, um Einfrieren und «ufplatzen der Aufsteigeröhren zu vermeiden. 933enn aufl örtlichen Gründen die KlosetS nichts anders gegen Frost ge- chützt werden können, empfiehlt es sich, während strengerer Kälte dieselben vorübergehend ganz abzustellen und die Spülung mittelst einer b reit zu hallenden Kanne Wasser — von nur Überschlagener Wärme, um ralchen Temperaturwechsel und Springen der Schüffel zu ve meiden — vorzunehmen. Es dürfte sich sehr empfehlen, die wiederholt im „Gieß. Anz." erfolgte Veröffentlichung: „Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Hauswasser- leitungen" zur Hand zu halten und genau danach zu ver- ahren. — Weitere in daS einzelne gehende Belehrungen in besonderen Fällen ist die Verwaltung des GaS und Wafferwerks gerne bereit, auf Anfrage zu erteilen. Wenn in gegenwärtiger Zeit länger anhaltenden starken Frostes irn gesamten Betrieb einer ausgedehnten GaS- und Wasserwerkanlage ununterbrochen Tags und Nachts noch ganz andere Schwierigkeiten, als sie bei einer HauSeiniichtung auftreten, bekämpft werden muffen, um viel empfindlichere allgemeine Verlegenheiten fern zu» halten und dieserhalb das gesamte verfügbare Personal deS Werks aufgeboten werden muß (Reparaturen von Straßenrohrbrüchen, Revision der Brückenunterführungen und zahlreicher Schächte bis weit in die Provinz hinein, Flotthalten der Straßenhydranten, Auftauen der Ventilbrunven, Gasmesser, Straßenlaternen usw.) so wird die wiederholt ausgesprochene Bitte der Verwaltung nicht ungerechtfertigt er» 'cheinen, Nachsicht zu Üben, wenn bei dem augenblicklich a-ßer ewöhnlich starken Andrang nicht jeder Auftrag unverzüglich fe-ne Erledigung finden kann.
fc. Großenlinde», 9. Jan. Die Kreisstraße zwischen Großenlinden und Leihgestern soll umgebaut und die Ortsdurchfahrt durch unser Städtchen verlegt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 17 000 Mk. Die Arbeiten sind bereits vergeben und zwar die Erdarbeiten zu 3000 Mk., Chaussierung 12 700 Mk., Pflasterarbeiten 950 Mk. und Cementröhrenlegunfi 288 Mk.
§ Butzbach, 9. Jan. In der Vorwoche ereigneten sich mehrere llnglücksfälle auf dem Eise. Zwei Knaben machten sich an dem Weiher in der Nähe des Zellen- gefängnisses da-, Vergnügen, auf losgehauenen Eisstücken hin ir.ib her ’n fahren; da eine der Schollen umkippte, gerieten bi: ' ungen ins Wasser, wurden aber noch recht-
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