Nr. 28S
Drittes Blatt.
Sonntag 8. Dezember 1901
151. Jahrgang
voraus, daß Herr Tr. Strecker über die Höhe der Beiträge unterrichtet ist; und nun bitte ich den Herrn Tr. Strecker zu erwägen, was mehr zu bedauern ist, der landwirtschaftliche Arbeitgeber oder der Arbeiter. Wer augenblicklich mehr der Fürsorge bedarf, jener oder dieser? Ich hoffe, daß Herr Tr. Strecker gerecht abwägt.
Dem Posadowsky muß ich nun doch einmal ins Buch sehen: In der Landwirtschaft sind über 18 Millionen beschäftigt (die auch zumeist von den Arbeitgebern beköstigt werden inll. Brot, oder Naturalien in Getreide re- erhalten). 3 Millionen sind im Warenhandcl beschäftigt, über 1 Million bei der Kohlenförderung — Herr Tr. Strecker, Ihre von Dr. Maurenbrecher übernommenen Zahlen reduzieren sich! Alles andere in dieser Frage bitte ich bei Posadowsky gefälligst nachzulesen.
„Mit seltener Hartnäckigkeit kommt Herr Schlenke noch einmal auf die Jndustriezölle zurück rc." — Gewiß, mit derselben Hartnäckigkeit, mit der Ihr Dr. Maurenbrecher die landwirtschaftlichen Zölle verwarf und an die Jndustriezölle nicht rührte, bis ich daran rührte. Sie wollen sich die Jndustriezölle nur noch ein paar Jahre gefallen lassen; hier Posadowsky: in den Vereinigten Staaten beträgt die Zolleinnahme vom Wert der Einfuhr 27,50 Prozent, in Frankreich 0,66 Prozent, in Italien 13,71 und im europäischen Rußland 32,61 Prozent, bei uns hingegen nur 9,04 Prozent. Menn nun die Nationalsozialen bei den Jndustriezöllen auch nur noch ein paar Jahre blos mitthun wollen, — unter den vorerwähnten Umständen wird sich kein deutscher Staatsmann, kein deutscher Reichstag dazu hergeben, den Nationalsozialen hierin zu folgen, und jene sind doch auch national. Ideale haben, ist gewiß sehr schön, sie dürfen nur nicht mit einem gar zu sehr durchgehen, sonst gerät man in die Nesseln. Und weiter will ich, nach Onkel Bräsig, nichts mehr sagen. Schlenke.
durch die Zölle oder gar um die Höhe des Zollsatzes konnte bisher keine Rede sein. .
Herr Dr. Strecker verschmäht es leider nicht, bei Erörterung dieser Frage den Gegensatz zwischen Großgrundbesitzer und Bauer scharf hervorzuheben: Für den Herrn Großgrundbesitzer bedeutet die Zollerhöhung einige tausend Mark, für den Kleinbauern natürlich wenige einzelne! Ich weiß mcht, ob die Verhetzung, die in der Anführung dieses Unterschiedes liegen soll, beabsichtigt war — eine ideale Bestrebung liegt in der Anführung und in der Form, wie sie gegeben ist, gewiß nicht. Unsere Bauern lassen sich, Gott sei Dank, durch dieses „Keileintreiben" nicht mehr beirren.
Die preissteigernde Tendenz der Getreidczölle, erzählt uns Herr Dr. Strecker, tritt einleuchtend zu tage bei der Verpachtung der „Domäne" Presenske auf Rügen. Ter Betrag war bereits auf .15000 Mk. festgelegt, da brachte der „Stuttgarter Beobachter" die Zolltarifsätze und sofort machte die Stadt Stralsund (den Schwaben streich) den Vertrag telegraphisch rückgängig, um den Pachtpreis erhöhen zu können. Ich wundere mich, daß Herr Dr- Strecker diesen vereinzelten Fall nochmals erzählt, obwohl ich angeführt habe, daß die preußische Regierung, die doch wohl auf einer höheren Warte steht wie die Stadtväter von Stralsund, fortgesetzt bis in die jüngste Zeit ihre Domänen um 20 bis 40 Prozent niedriger verpachtet, ohne auf den nunmehr sicher in Aussicht stehenden wesentlich erhöhten Getreidezoll Rücksicht zu nehmen.
Herr Dr. Strecker fährt fort: Machen Sie es sich bitter llar: nicht um eine gewöhnliche Steuer handelt es sich hier, die dem Besitz entsprechend auf die Volksgenossen verteilt würde, sondern um eine Verteuerung des Brodes. Wer ißt mehr Brot, die Reichen oder die Armen rc.? Eine vernunftwidrigere, ungerechtere Besteuerung wie diese giebt es nicht rc.
Das ist, wie ich glaube, ehrlich gesprochen, aber ist diese Sprache in Einklang zu bringen mit den Idealen, die sich die Nationalsozialen von der Aufgabe der Landbevölkerung machen? Die Nationalsozialen sagen doch, Herr Tr. Strecker, das Land solle Menschen schaffen, die fähig seien, die vatcr- ländrschen Geschicke zu tragen, das Land müsse der Urquell der nationalen Entwickelung, der Jungbrunnen bleiben, aus dem die in der Kultur der Stadt verbrauchten Kckäfte ich immer wieder ergänzest könnten.
Eine so große, eine so ideale Auffassung hatte der Redner, der das nationalsoziale Programm entwickelte, von der Aufgabe der Bevölkerung des platten Landes, von denen auch Sie annehmen, daß sie sich in schwieriger Lage bc- mden. Und nun feilschen Sie mit diesen Bedrückten um verhältnismäßig geringfügige Forderungen und stellen ihnen doch so hohe nationale Aufgaben? Was machen Sie — Verzeihung — Gencralpächter der Ideale, mit diesen Wollen Sie ihnen selbst die Flügel brechen?
Und nun noch eine Zusammenstellung über Arbeitslöhne, Gctreidepreise und Brotpreise aus eigenen Erlebnissen: Vor 25 Jahren hatten wir keine Getreidezölle Der Weizen kostete pro 100 Kilogramm 24—30 Mk., das vier- ifündige Brot 0,58 Mk., der Tagelohn für einen tüchtigen landwirtschaftlichen Arbeiter betrug 1,80 Mk., für. einen Knecht 300 Mk. Jahreslohn neben freier Station- Jetzt kosten trotz der Getreidezölle 100 Kilogramm Weizen 16 Mk. das vierpsundige Brot 0,44 Mk., der Arbeitslohn für einen gleichen Mann 2,50 Mk., für einen Knecht 500 Mk- Jahres- lohn neben freier Station. Auch die landwirtschaftlichen Arbeiter erhalten event. ^Krankengeld, freien Arzt und Apotheke, Invalidenrente, Altersrente. Sie sind auf Kosten der Arbeitgeber gegen Unfälle im Betriebe versichert. Ich setze
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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FrrnsprechanschlußNr.öl.
Plaudereien aus der Kaiserstadt.
(Nachdruck verboten.) Alt-Heidelberg in Berlin. — Montagsschwindel. — Schaufenster- krieg der Wareuhäuser.
Wem geht nicht das Herz auf, wenn er an die herrliche Neckarstadt denkt! d. h. er muß da gewesen sein, und sich an ihrem romantischen Zauber und dem goldigen Frankenwein berauscht haben! Und nun braucht man keine langweilige Eisenbahnfahrt mehr, darum zu unternehmen, und sich in dem dunstigen Kasten zweiter oder dritter Güte durchschütteln zu lassen: das schöne Heidelberg ist auf eine Weile nach Berlin gekommen. Im „Berliner Theater" tann man's genießen und wenn man nicht ein ganz trostlos cingetrockneter Philister ist, mitschwärmen mit den fröhlichen Burschen, die in Heidelberg die väterlichen Gelder ver—studieren. Es war eine vortreffliche Idee Wilhelm M e y c r - F ö r st e r's, das fröhliche Treiben der Heidelberger Hochschülcr zum Hintergründe eines fürstlichen Herzensromans 511 nehmen, und die Leitung des „Berliner Theaters" hat dafür Sorge getragen, den Zauber dieser einzigen Stadt so getreu wie möglich durch die Inszenierung wiederzugebcn. Man sieht im zweiten Akt den Schloßberg mit seiner majestätisch-melancholischen Swine und rechts davon die alte Stadt in täuschender Perspektive; das Silberband des Neckars funkelt auf, die Bühne selbst zeigt eine Gartenwirtschaft am Flußufer. Langsam sinkt der Abend hernieder, ein Maiabend, an dem der Sang von der Lindenwirtin doppelte Wonne weckt — und nun blitzen leise die Lichter in den Häusern auf, hier und dort, bis die ganze Stadt von dem traulichen Lampenlicht funkelt. Es ist ein wunderbarer Effekt. Und dazu ist das Stück gut. Der junge Erbprinz, der in einer stickigen Hofluft ausgewachsen ist, und als einzig fühlende Brust unter den Hos- larven nur seinen Erzieher und Freund hat, der ihn auf ein Jahr an die Universität begleiten soll, fühlt in Alt- Heidelber^ seiner jungen verkümmerten Seele die Flügel
^?bipziger Straße oder die Linden heraufsahren. Der Pulsschlag der Millionenstadt ist zu fiebrig für derlei Mummenschanz. Tie Gescheidteren wissen denn auch den Wert eines geschlossenen „Troschken's", wie jetzt die ganz Zeinen sagen, wohl zu würdigen. Und man kann neben allen feuchtfröhlichen sehr wohl gescheidt sein. Tas steht schon der ^chefsel zu lesen. Daß die Gescheidten indes noch nicht gerade die erdrückende Majorität haben, beweisen die braven Dunkelmänner, die nach wie vor, Jahr aus, Jahr ein, chren Extrablatt-Schwindel in den Berliner Straßen betreiben. Gewöhnlich ist es der Montag, den sie sich zu chren Raubzügen auserschen. Am Montag erscheint außer dem „Kl. Journal" und der „Welt am Montag" leine Früh- zcrtung. Da wirkt ein Extrablatt um so glaubhafter. Zumal an , den Bahnhöfen finden die Berliner „Eamelots" ihre Lpser. Tor Fremde, der den „Rummel" nicht kennt, fällt
m er^ herein. Aber auch die Frauen geben ein gutes Nickel-Publikum ab. Für einen Burensieg interessieren sich sogar die lieben Backsischchen. Leider findet sich in der nächsten Frühzoitung kein Sterbenswörtchen von dem ent- scherdenden Schlag des Generals Dewet. Aber was thut's? Bis zum nächsten Montag vergehet eine lange Zeit. Und dann ist s vielleicht Botha. Und Da kann man doch nicht wissen, ob . . Sie werden eben nicht alle, die — Harmlosen! Auch vor den Schaufenstern unserer großen Warenhäuser beweisen sie es. Bis an deü Fahrweg stehen oft die Neugierigen, die die Dekorationen bei Wertheim oder Tietz bewundern wollen. Tic beiden Konkurrenten über» !?-eten-lS vor Weihnachten nämlich in Schaufensterschmuck Em richtiges Puppentheater mit beweglichen Figuren wird da für die schaulustige Menge aufgethan. Aufzug im ^00- logischcn Garten, Erntefest, Erstliugstaufe und was weiß ich, was da fiir die hebe Jugend geboten wird, die bei solchem Anblick natürlich in Entzücken gerät. Indes bat sie , nur Kärglich Gelegenheit, diese Wunder voll u ae- r^C 2-61111 ^ie Kosten bilden meist eine undurchdringliche Mauer vor diesen kindlichen Herrlichkeiten. <3te werden eben Nicht alle, auch in Berlin nicht > ^l. R
Eine Kuplik.*)
In Nr. 287 dieses Blattes finde ich eine Entgegnung auf mern Eingesandt vorn Dienstag. Ich will mich kurz fassen, iin Reichstage wird eben so viel in meinem Sinne geredet, daß ich leicht in den Verdacht kommen könnte, ich Habe wie ein Schüler abgeschrieben. Unser Sturm im Wasser- mochte auch leicht die Leser ermüden. Gewiß ist es schon, Ideale zu haben, und ich Verzicht gar nicht darauf, solchen nachzuyängen, wenn nur die entfernte Möglichkeit
l övr Geltung zu bringen. Diese Möglichkeit mußte ich den Zukunftsideen, die Tr. Maurenbrecher entwickelte, absprechcn, und deshalb ging ich ihnen zu Leibe.
Herr Tr. Strecker schreibt: Vor allem ist es unser Ideal, daß unsere wirtschaftliche Entwickelung nicht nur entweder die Industrie oder die Landwirtschaft, sondern daß sie berde -in die Höhe führen können. Mit diesem Ideal bin ich vollständig einverstanden; kann es aber jemals erreicht werden, wenn das nationalsoziale Programm der Landwirtschaft den Eingangszoll entziehen, der Industrie aber zubilligen will? Können sich unter dieser Voraussetzung die „gähnenden Abgründe^ jemals schließen?
Tie Erwiderung des Herrn Dr. Strecker zwingt mich, nochmals auf die Wirkung des Getreidezolls' auf den Bodenpreis zurückzuiommen. Meine Aeußerung hierüber läßt Herr Dr. Strecker außer acht- Ich kann nicht wissen: aus Absicht oder Zufall. Ich habe diese Wirkung bestritten und zwar deshalb, da der Getreidezoll doch nur für eine gewisse Zeit gesetzlich fcststeht. Was wird nach Ablauf der neuen Handelsverträge, kann niemand wissen, und wer nun trotzdem darauf hin spekuliert, ist meiner Ueberzeugung nach ein Thor.
J-ü» leunc die Geschichte der Getreidezölle. Wir hatten nicht mir einen 3 Mk.-Zoll, sondern sogar einen 5 Mb- Zoll, und schließlich bei Abschluß der Handelsverträge den heute noci) bestehenden 3.50 Mk.-Zoll. Keiner dieser Zölle hat dem Landwirt direkt Nutzen gebracht. Bei normalen Ernten in Deutschland sank sogar der Getreidcpreis als der 5 Mk. Zoll bestand noch immer etwas- Welchen Tiefstand der Gctreidepreis erreicht haben würde ohne diesen Zoll, läßt sich nur vermuten. Alle Rechenkunst versagt hier-
Ich habe die feste Ueberzeugung, daß, normale Ernten in Teutschland vorausgesetzt, der 7.50 Mk.-Zoll, wenn er jenialS erreicht werden sollte, den Getreidepreis nur unwesentlich steigern würde. Preise, wie vor der Getreidezoll- gesetzgcbung in den 70 er Jahren werden wir unter der obigen Voraussetzung niemals wieder erreichen. Tazu ist die Getreibeproduktion im Ausland zu sehr gewachsen. Tas Ausland aber wird seinen Ueberfluß niemals ins Wasser werfen, cs wird mit einem Teil dieses Ueberflusses auch den höchsten Schutzdamm, den wir errichten, überfluten. Immer unter der Voraussetzung, daß wir normale Ernten haben, komnll der hohe Schutzzoll niemals zur vollen Geltung. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er in glücklichen Ernte- jahrcn überhaupt sich nicht geltend macht, wie wir's unter dem 5 Mk. Zoll doch schon erlebt haben.
Es ist meiner Ansicht nach ein arger Irrtum des Herrn Dr. Strecker, wenn er den Landwirten schon vorrechnet, welche Summen sic am Getreidezoll verdienen. Das ist unmöglich. Die Erfahrungen, die wir doch gemacht haben, sprechen dagegen. Von einem Steigen des Getreidepreises
*) Der Replik des Herrn Tr. Strecker in Sachen des Zoll- tariss folgt heute die nachstehende Duplik des Herrn Oekonoinicrats Schlenke, womit wir unsererseits nun die Debatte schließen, zumal es uns scheint, als ob im Reichstage dieselbe Frage eine nicht ganz unangemessene Erörterung findet.
D. Red. des Gieß. 9lnz.
wachsen, bis ihn em Schlaganfall seines Onkels, des re-1 sie die "ci gierenden Fürsten, plötzlich an den Hof zurückcuft, wo er " bleu»en muß, endlich zur Regierung kommt, und in den Fesseln der Konvenienz freudlos zur Ehe schreitet. Aber kurz vor dem entscheidenden Schritte ringt er sich noch, einmal los, und eilt nach Heidelberg, in das Dorado der Jugendlust, um Abschied zu nehmen. Es ist ein trauriger Abschied, zu dem es da kommt. Die einstigen Genossen ersterben in Ehrfurcht vor der regierenden Turchlaucht — em prächtiges, satyrisches Spiegelbild für unsere Jugend von heute, das der Dichter da geschaffen! - der Führer und Mehrer feiner Kindheit liegt unterm Kirchhofsrasen, die alte Lust ist verrauscht und verflogen. Nur die Liebe die erste Liebe seines jungen Lebens hat ausgehalten. Käthi die hebe, ehrbare, deren ganzes Herz er besessen, ist ihm treu geblieben — und wie sie jubelnd und schluchzend an seinen Hals fliegt, und das alte vertraute „Karl tzeinz" stammelt, da löst sich langsam der Bann von dem' verbitterten Herzen des jungen Fürsten, und er scheidet von lhr und Heidelberg als ein Versöhnter. Die Szenen aus dem Hofleben, die die übrigen Akte füllen, sind nicht mmder interessant und geistvoll. Tie Lakaienseelen auf allen Stufen und in allen Schattierungen, die sich dort zeigen, wecken manches Schmunzeln und manches helle Lachen. Auch ein alter Korpsdiener, Kellermann, von unserm Hugo Haßkerl ganz vortrefflich verkörpert, hat ein paar prächtige Szenen. Schade, daß die Handlung im letzten Akt ein bischen versickert. Alles in allem aber- ein frischer Griff ins moderne Menschenleben, der den zuweilen stürmischen Beifall wohl verdient hatte
Merkwürdig übrigens, wie all die lustige, bunte Narretei der studierenden Jugend, die man in Heidelberg und auch anderswo so selbstverständlich und nett findet, in dem großen nüchternen Berlin unangenehm wirkt. Das Berliner Licht taugt nicht für den Bruder Studio im vollen Wichs, und ich kenne nichts Komischeres, als eine Troschke voll Derbindungsbrüdern mit weißen Unaussprechlichen, Sawmetjacken, EereviS und dem Verbindungsbanner, wenn
Annahme von Anzeige» zu der für den folgendem 7ag erscheinenden Nr» bis vormittags 10 Uhr4* Alle Ameigcn-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen An-
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Witt ko; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
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ipospecte.Kuster.Beweise uberBewäftrung^gg—-----= ----n
\ sendet porlofr«; der }aöri!<a«t
xyw Beue/Rhein ,
Gerichtssaal.
— Was ein Ehebruch kostet. Wir lesen in der „Luxemb Ztg. was folgt: Bekanntlich steht das Strafmaß, ivelchcs aus den Ehebruch gesetzt ist, in ziemlich enger Beziehung zlir Ehebruchsstatistik, sodaß, je häufiger der Ehebruch, desto niedriger das Stras- matz zu stehen kommt. In Paris mit seinen leichten Sitten steht zum Beispiel auf Ehebruch das Minimum von 26 Franken Buße, und zwar noch obendrein bedingungsweist', nämlich wenn das erste Mal gegen dieses Gebot gefehlt wird. Jiiteressant mag es deshalb erscheinen, wie bei uns in Luxemburg der Ehebruch bestraft wird. Tie heutige Gerichtsverhandlung lieferte dafür ein charakteristisches Beispiel. Eine crau de la F. hatte ihrem Ehemanne die Treue gebrochen, was dieser der Staatsanwaltschaft hintcrbrachte. In ra r ^"Itunz erschienen die beiden Liebenden, die Dame Mit ihrem Galan, vor drei jung verheirateten Richtern; dieselben verurteilten die Ehebrecherin zu 6 Monaten, den Mithelfer zu 4 Monaten Ge- raugiiiüitraje. Tas Sbergericht urteilte mäßiger und setzte die Strafe aus 3, bezw. 1 Monat yerab.
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