Frr. 236 Erstes Blatt.
151. Jahrgang.
Dienstag 8. Oktober 19V1
Erscheint täglich mit Ausnahme des
Montags.
Die Gießener Famillen- blätter werden de», "'(n- j-eiaer im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den JBIdttern sür l hessische Volkskunde" Dermal wöchentlich beigelegt.
Redaktion, Expedition
SichenerAnzeiger
w General-Anzeiger w
eßen
Annahme von Anzeigen zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Am zeigen entgegen.
Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben).
Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wrttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
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licher und sozialer Arbeit, soweit diese letztere in das wirt- I schastliche Gebiet einschlägt, nachweist, finden bei der stets I wachsenden Nachfrage nach wirtschaftlichen Betrieben, jederzeit Gelegenheit, ihre Kenntnisse nutzbrrngend zu verwerten. Sie werden als Lehrerinnen besonders vorgebildet, indem sie an der Haushaltungsschnle für Landmädchen praktisch junterrichten. Der Preis für Pension und Unterricht beträgt 800 Ml. vierteljährlich und ist im voraus zu bezahlen. Die Kurse sind einjährig und beginnen im April, doch kann der Eintritt auch im Oktober, ausnahmsweise auch zwischendurch erfolgen.
Der wirtschaftlichen Frauenschuh ist eine Haushaltungsschule angegliedert, in der Töchter einfacher Landwirte für Haus und Wirtschaft vorgebildet werden, aber >auch Mädchen, die Stellungen in städtischen Haushaltungen laus füllen wollen, die nötigen Kenntnisse erwerben können. Der Preis für einen sechßmonatlichen Kursus beträgt für .Schülerinnen, welche in der Schule wohnen und darin Unterricht und vollständige Beköstigung erhalten, monatlich 34 Mark, die int voraus zu bezahlen sind. Für Schülerinnen, welche nur den Tag über in der Schule sind und Unterricht, Mittag- und Abendessen nebst Nachmittagskaffee erhalten, wird monatlich 20. Mark, im voraus zahlbar, berechnet.
Nähere Auskunft über beide Anstalten erteilt die Leiterin derselben.
Dorette Freifrau Schenck zu Schweins berg, geb. Freiin Schenck zu Schweinsberg, Nieoer-Ofleiden bei Homberg a. d. Ohm.
Städtischer Arbeitsnachweis Gieren
Gartenftrake 2. ,
Angebot der Arbeitnehmer: 3 Schlosser, 1 Schreiner, 3 Hausburschen, 1 Erdarbeiter, 1 Dienstmädchen, 1 Köchin zur Aushilfe, 1 Lauffrau.
Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler, 1 Schlosser, 1 Hausbursche, 1 Schuhmacher, 1 Dienstmädchen, 1 Lausfrau, 1 Putzfrau.
Lehrlinge: 2 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Lithogravh, 2 Schlosser, 2 Schneider, 2 Schreiner.___________________________________________
Bekanntmachung.
Die Stadt Gießen hat aus der von ihr erworbenen Margarethcnhütte noch einige
Lagerplätze und Lagerräume zu verpachten. Neflektanten wollen sich an uns oder an das Stadtbauamt wenden, woselbst auch der Plan und die Beschreibung über die einzelnen Plätze eingesehen werden können.
Gießen, den 14. Juni 1901. 4893
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________________Mecum.___________ •
Aufforderung.
Lorenz Schäfer von Gießen hat die Einschreibung der in der Flur 28 der Gemarkung Gießen gelegenen bis jetzt nicht katastrierten Fläche von 2680 - Meter, die er in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau im Jahre 1887 von den Eheleuten Philipp Jünger IV. von Reiskirchen zusammen mit andern Grundstücken gekauft hat, auf seinen Namen im Grund- buch beantragt. Alle diejenigen, welche Ansprüche an jenes Grundstück erheben zu können glauben, werden aufgefordert, dieselben binnen 6 Wochen vom Tage der Einrückung an bei unterzeichnetem Gericht geltend zu machen, widrigenfalls die Einschreibung der genannten Liegenschaft auf den Namen des Antragstellers im Grundbuch der Gemarkung Gießen mit dem Erwerbtitel „Ersitzung" erfolgt.
Gießen, 3. Oktober 1901. 6627
Großh. Amtsgericht.
Die Aufnahme der Schülerinnen findet Donnerstag den 10. Oft, morgens 10 Uhr, im Schullokale statt. 6631
L. fiSöser, Höerlehrerirr.
Bekanntmaamn«.
in Gießen
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Steinberg Kr.Giehenb.Frau
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in Allenborf (Lahn)
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Beuern (Hessen) Großen-Linden
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Vetzberg „
Steinbach (Hessen)
Albach „
Gießen, 4. Oktober 1901.
Kaiserliches Postamt 1.
Bettenhausen Reiskirchen Winnerod Bollenbach Saasen Lindenstruth Hattenrod Robheim a.Bieber Crumbach
Heuchelheim Krofdorf Gleiberg Launsbach Wißmar Langgöns Langsdoff
Philipp Stier, Schulstraße. Jacob Hengst, Licherstratze 20. Heinr. Becker, Löwengasse. Gustav Sonntag, Neuen Bäue. Wilhelm Haas, Bletchstraße. Frau Lehrmund Wittwe, Neuenweg. Friedrich Weber, Tiefenweg 6. Hermann Otto, Klinikstraße 21.
Gastwirth Wagner. Anton Dillmann. Moses Engel. Philipp Lenz. Ludwig Sommer. Georg Allendörfer LU. Wilhelm Balser. Ludwig Schwarz. Johannes Otto II. Philipp Klotz, Schuhmacher. Jacob Bender.
Johannes Schmidt, Kaufmann.
Kaufmann Karl Kreiling I. Heinrich Rinn, Kaufmann. Philipp Feuser. Gastwirth. Friedrich Pfaff, Gastwirth. Philipp Bechtold, Krämer. Kaufmann Anton Konrad Müller. Christian Köhler IV.
Hermann Klippstein.
Heinrich Schäfer V., Gastwirt. Joh. Gg. Müller, Wittwe. Jakob Becker I.
Heinrich Schmidt.
Wilhelm Wagner II.
Wilhelm Schepp. Ludwig Menz.
Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen bestehen ' ‘ Frau L. Kalkhof Wittwe, Westanlage 2.
Herrn Christoph Bieker, Neustadt 55. Frau Bernhard, Wolfstraße 9.
Herrn Conrad Roth, Wallthorstraße.
Heinrich Seipp VII.
Kaufmann Will)elm Strackbeln.
Jacob Waldschmidt V.
Philipp Weber, Gastwirth. Theodor Geller, Gastwirth. Kaufmann Isaak Michel.
Heinrich Krämer I*
Daniel Schmidt, Gastwirth. Heuser Wittwe.
Garbenteich bei Herrn Konrad Rahn.
Hausen „ „ Kaufmann Fink.
Watzenborn „ „ Kaufmann Dreyfuß.
Tie amtlichen Verkäufer sind vertragsmäßig verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrat an Postwerthreichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Betrage ihres Wertes an das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf während der? ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslokal des Verkäufers geöffnet ish stattzufinden, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden der Postanstalt.
„ Fellingshausen „
„ Frankenbach „
Schäfer.
MM.
6nttrfllotrfümmlniig und Ausschuß-Sitzung,
Samstag, 12. Oktober l. I.
nachmittags 3 Uhr im Gasthause zum „Solmser Hof" in Hungen.
Tagesordnung: Rechnungsablage,
Vorstandswahl,
Beratungen von Vereinsangelegenheitem
Münzenberg, 6. Oktober 1901. 6613
Der Direktor: Ludwig Hoffmann.
Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die
Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr.' 7
che Tagesschau.
und das Offiziösentum.
ras Berlin, 4. Oktober: emerkt hüt sich eine Refv'rm des esens biollzogen. Man trifft jetzt >' Offiziöse in der Presse an> wie zu ). Miquel noch im.Amte war:. Da- ilich von Personen, die für die Auf- nder „maßgebender" Stellen eifrig Achten. Aber nicht nur Herr v. Miquel der Hand, andere zogen auch die
fett zuweilen, daß die Offiziösen erieten, indem jeder für sich in An- Regierung" inspiriert zu sein und das n. Der gute älte Fürst Höhtznlvhe
Dingen ihren Lauf. Vom Grafen ;be sehr bald bekannt, daß er kein tums ist und die Regierung lieber durch dienstwillige Federn empfohlen er hat aber wohl noch ein anderes nehr Offiziöse äm Werke sind- um ss nm en, daß die Regierung nicht .als' rscheint. Als Kaüzler und Minister- low den Don angeben und sich keine iziöse Auslassungen vorweg nehmen fteit der Staatssekretäre des Reichs, i dessen häusigen Reisen eine große erheblich eingeschränkt^worden; in eriefen sich die StäatssekretLre vor Mich äus die vom Grafen Bülow n. Wan darf sicher sein, daß jetzt on einiger Bedeutung veröffentlicht die Genehmigung des /Mannes am
Und das führte cküf eittfäch^ Weise sen Verlautbarungen viel spärlicher jen wird. Das auffälligste Beispiel bieten die „Berl. Pol. Nachrichten", «els. Man hätte geglaubt, daß sich itsmann dieses weithin tragenden werde. Aber die „Pol. Nachrichten", sind, manche Information zu bringen^ linisterielles Organ zu sein; sie Der», >en „Zenträlverband deutscher Jn- estn, durch, ausgedehnte Beziehungen isen mag'wohl manche Meldung der
wofeffor Spahn.
rörterten Berufung des' Professors! es Reich^gerichtsrats und bekannten' des Reichstages Spahch von Bonn jüngst die „Bonner Ztg." gemeldet/' Katholiken, die „innerlich anti-ultra- fügt wurde, e$ sei in Berliner Kreisen? als er nvch Privatdozent in Berlin ekannten Borgehen des Grafen Paul t und sich auch erboten habe, an der ,eren Mitherausgeber damals Graf
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itet von den wohlgelungenen Porträt? Nitarbeiter des ,-Gieß. Anz." Dr. Max über den irischen Romanschriftsteller
Jul. Bierbaüm leitartikelt über die ' stehen wir?" Von Holzamer wird tes Hochamt" abgedruckt, die von der Kunst des jungen hessischen Poeten
Was sonst diese Zeitschrift aber be- , das ist das sehr umfängliche Echo eitschriften des In- und Auslandes^ 'n auch nur einigermaßen beachtlichen rfahren, die in den einzelnen deutschen, chen, spanischen, amerikanischen re. rc/, uneist sind die erwähnten Aufsätze so-
„Das litterarische Echo" ist für jeden •it unentbehrlich.
Okt. Die Regierung erteilte die Geling von Beiträgen für die Errichtung dienenden Virchow-Instituts in
worden ist. Der Zuschuß- der .bisher 30 000 Mark betrug, soll darnach auf 50 000 Mk. erhöht werden. 'Tie Versammlung wurde heute nachmittag geschlossen, nachdem sie zum Ort der nächsten, in zwei Jahren stattfindenden Tagung Halle an der Saale gewählt hatte.
_Auf der Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Straßburg i. E. sprach Prof. Dr. Die- derich-Gießen über „Die Himmelfahrt der Seele, e i n e M i t h r a s l i t u r g i e. Professor Diederich hat eine antike Liturgie in einem griechischen Zauberpapyrus als dort übernommenes heiliges Buch der Mithrasmysterien erkannt: es ist die Weihe des höchsten Grades des Eingeweihten zur Unsterblichkeit. In sakramentaler Handlung wird die Himmelfahrt der Seele durch die Planetensphäre und Fixsternsphäre zu der Sonne und zu Mythras selbst dargestellt: es ist eine Liturgie, die einst in den wohlbekannten Grottenheiligtümern aufgeführt ist. Es wurden Proben der vorgeschriebenen Ge-
yiur](T)uy; uuq orr jeuev uun <;u)u|ci. «ouin h-qxuv- schutz" sagt Schäfer ü. a.: „Die unaufhaltsam vorwärts strebende Handlung, in der alle überflüssigen Schilderungen vermieden sind (das Buch umfaßt nur gegen 10Ö Seiten), ist glänzend aufgebaut und entwickelt sich unerbittlich und eindringlich äus den Charakteren. Es ist viel realistisch getreue Lebenswahrheit in dein Dorfroman enthalten, die wohl zum Teit der Wirklichkeit entnommen sein könnte. Der Verfasser ist Realist. Man erkennt schon an den Stoffen, die ser sich erwählt, daß Wirklichkeitsleben in ihnen enthalten ist. Der Flurschütz und die Nebenpersonen der .Handlung, die enge Welt des Dorfes, in der sie sich abspielt, das alles atmet frisches, derbes Lebem Man fühlt die Lebenskraft/ den Zwang, unter dem der tzlurschütz handelt, und es yt genug geschehen, um seinen Willen zu motivieren. Es steckt viel urwüchsige Kraft, viel kraftvolle psychologische Lebensführung in diesem oberhessischen Dorfroman: —
inigtat Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Die drei Pintos". HIexaUf: Phantasien Mittwoch, 9. Okt. Erstes Abonnement-
Uhr: „'Marie oder Die Regimentstachter.
Schauspielhaus. _ .
Dienstag, 8. Okt. „Tie ZwillingsschweM^ Mttwoch, 9. Oft. Die Fee Caprice." Donnerstag/ lO.Dft. «Nora . Freitag, 9.Okt. "^rtnniAfPiipr" Samstag, 12. Okt. „Minna von Barnhelm". Fonntäa 13 Okt. 3V7UH?.' ,,Das Glück." (La reine). 7 Uhr.' Die ^vttsunkene Glocke". Montag, 14. Okt. „Liebelei" und
I/Jephtas Tochter".
*) Anfang, wenn nicht anders bemerft, äbenbs um 7 Uhr.
Paris, 1. Oft. Wie berichtet wird, steht die Gründtwa einer russischen Universität in Paris bevor. Dieselbe soll geleitet werden von dem Moskauer Professor Olmoeky unter Assistenz des Professors üni Pastcur'schcn Institut Mentschikoff.


