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Nr. 335
Erstes Blatt.
151. Jahrgang
Sonntag 6. Oktober 1901
GietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger "
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis
Gießen
Nr. 2.
5. Oktober
1901
Der Frostnachtspanner.
der
Einer
Gemeindevertretung auf Grund des Art. 78 der Kreisordnung
des der
inwieweit haben.
nachstehende Polizei-Verordnung für die Gemeinde Rutters Hausen erlassen.
ig zu erteilen, daß er wünsche, die ippen aufgelöst und die Ausführung :e bewährten Künstler übertragen Begas!) Die Beschlüsse der Kunst- den Magistrat nicht, so lange dieser er halte cs für zweckmäßiger, mit S Gegenstand noch zu warten. (Bei- chließt hierauf einstimmig die 23er» nheit, worauf der Schluß der Sitzung
Und in übermütiger Karnevalslaune muß der drollige Spaß gespielt werden. Bei uns schlug man wohl ein zu langsames Tempo ein. Menschen und Dinge wollen hier so durcheinandergewirbelt sein, daß der Zuschauer keinen Moment zur Besinnung kommt und es möglichst übersieht, daß in dem Ganzen kaum ein Fünkchen Vernunft liegt. Im Einzelnen aber sahen wir recht hübsche Leistungen. Vor allem ist dem frisch-fröhlichen Spiele des anmutigen Frl. Hohenfels der Erfolg, den „Die Dame von Maxim" auch bei uns erzielte, zu danken. Frl. H. trieb die bisweilen sehr pikanten Scherze der süßen Vcslie Crcvette nicht auf die Spitze, sie zeigten eine überraschende Ungezwungenheit und Natürlichkeit. Ja, es
Wohnzimmer geleitet und sich dann, da inzwischen die Wohnung dieses Dr. Petypon verschlossen wurde, in unverständlicher Unschuld in seinem Schlafzimmer zur Ruhe gebettet. Als die Herren Doktoren Petypon und Montgicourt die excentrische „Dame von Maxim" eine Zeitlang sich selbst überlassen müssen, wird sie von Petypons hagestolzem Onkel, einem General und Afrikakrieger, auf weicher Lagerstatt überrascht. Onkel General hält nun Crevette für die Frau seines Neffen und veranlaßt sie, ihm mit ihrem vermeintlichen Gatten auf sein Schloß in der Touraine zu folgen, um dort bei einer großen Festlichkeit die Honneurs des Hauses zu machen. Wie die satanisch nette Tingeltangeleuse,
Polizei-Verordnung.
Tie polizeiliche Beaufsichtigung der Spinnstuben in Gemeinde Ruttershausen betreffend.
Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums Innern vom 24. September 1901 wird auf Antrag
Kelrainttmachung.
Großh. Ministerium des Innern hat der „Providentia", Frankfurter Versicherungsgesellschaft in Frankfurt a. M., die Erlaubnis zuin Geschäftsbetrieb der Diebstahl-, Einbruch- und Haftpflicht-Versicherung im Großherzogtum Hessen unter den üblichen Bedingungen erteilt.
Gießen, den 3. Oktober 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Kreisblatt für de» Kreis Eichen
Eichener Anzeiger.
der gefährlichsten Feinde unserer Obstbäume, der Frostnachtspanner, schickt sich wieder an, seine Brut an unsere Obstbäume zu bringen und dadurch jetzt schon die nächstjährige Ernte zu beeinträchtigen. Deshalb ist es notwendig, daß alle Obstzüchter Hand in Hand gehen und
Klebgürtel baldigst anbringen zu lassen. Mitte November dieses Jahres sehen wir Ihren Berichten über den Vollzug unserer Anordnung mit der Aeußerung darüber entgegen, die Baumbesitzer Ihrer Aufforderung entsprochen
r ihrem blöden Liebhaber, dem herzog- «eimlich, wie das Dirnchen in Gang, hnet war. Dabei blieb sie immer >de Nuance war Crevette, bis zu den Nur ihre Knixe im zweiten Akte aziös, und darum ganz besonders für irliche Anmut Lebensbedingung ist, h. Jedenfalls aber ist Frl. H. eine Routine und besten äußeren Dritteln, derben wir uns freuen.
var als Ehemann in tausend AengsteN lange nicht so frei wie als Beckers, so freudig bei der Sache, auch in ) Mienenspiel oft outriert. Vorzüg- mseyer als General, ein derb ver- on echtem Schrot und Korn. Auch gene Frau, die an Geister glaubt, "östlicher Bierruhe „auf die ganze Ge-
>erren Ger lach, Zoder, Sandor, r, Herr Georgi, der den herzog- ßem Geschick darstellte, ferner die Rollen beftiedigten, durchaus. Im iff leider nicht immer alles ohne Das Publikum jedoch war in seiner en, denn es lachte, lachte und lachte.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Die Eichener Zomllien. blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dein „Hess. Landwirt' und den »Blättern sür hessische Volkskunde" vrennal wöchentlich bei» gelegt.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
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Anzeiger Gießen.
Annahme von Anzeige» zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormtttags 10 Uhr. Alle Anzcigen-Vermitt- lungsstellen Les In- und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen.
Zeilenpreis: lokal 12Pf, auswärts 20 Pfg.
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioersitäts - Druckerei (Pietsch ©Iben).
Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wrttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
„ re von Maxim" wohl an die 200 Mal zur Aufführung gekommen. Den 20. Teil davon erlebt unsere Bühne vielleicht auch. P.W.
— Frankfurter Schauspielhaus. Man schreibt uns: Wie bisher festgestcllt wurde, wird Frau Agnes S o r m a am Dienstag den 8. Okrober ihr Gastspiel als „Gniditta" in Fuldas „Zwillingsschwester" eröffnen, Donnerstag, 10. Okt. als „Nora", Freitag, 11. Olt. als „Marikke" in „Johannisfeucr" und Samstag, 13. Oki. als „Rautendelein" in der „Versunkenen Glocke" fortsctzen. Montaq, 14. Okt. verabschiedet sich Frau Agnes Sorma als „Christine" in „Liebelei" und als „Beatrice" in „Jephtas Tochter" vom hiesigen Publikum. Alle Gastvorstellungen finden arrßer Abonnenrent und bei großen Eintrittspreisen statt.
B e t r.: Lehrerkonferenzen.
Gießen, 1. Oktober 1901.
Die Großh. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände und Bürgermeistereien des Kreises.
Im Herbste dieses Jahres sollen folgende Konferenzen stattfinden:
1. Für den Bezirk Grün berg: Montag den 14. Oktober
d. I., vorm. 10 Uhr, im Hotel zum Hirsch in Grünberg.
2. Für den Bezirk Gießen : Dienstag den 15. Oktober d. I., vorm. 10 einviertel Uhr, im Cafe Ebel zu Gießen.
3. Für den Bezirk Lich-Hungen: Mittwoch den 16. Oktober d. I., vorm. 10 Uhr, in der Traube zu Hungen.
Tie Herren Referenten iverden gebeten, ihre Referate bereit zu halten. — An die Konferenzen schließt sich ein einfaches Mittagessen an. — Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinden entsprechend bedeuten.
v. Bechtold.
Gießen, den 2. Oktober 1901.
Betr.: Die Versicherung von Mobilien in Feuervcrsicherungs- anstalten.
Das Grosrheyogliche Kreisamt Gießen
au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung vom 12. v. Mts. — Amtsblatt ohne Nr. — noch im Rückstände sind, werden an umgehende Erledigung erinnert.
v. Bechtold.
Gießen, 3. Oktober 1901.
Betr.: Anlegung des Grundbuches; hier: die Eintragung der unbesteuerbaren Objekte in die Kataster und Grundbücher.
Tas Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verftigung vorn 4. September d. Js. (Gießener Anzeiger- Nr. 210) noch im Rückstände sind, werden an die umgehende Erlcdigrmg derselben erinnert.
v. Bechtold.
. ist übrigens bereit, die Märchen- hen Wünschen umzuarbeiten, int auf eine Anfrage folgendes ge- «eputation stellte in ihrer Sitzung am on Anfang an einen architektonischen ilatzes vor dem Friedrichshain be- cchen nur als dekoratives Element Deputation ist aber auch mit mir ße Brunncnanlage naiver und ein- nmß. Prof. Wiedemann (von dem errührt) will in diesem Sinne mit- 3eistungsfähigkeit Wiedemanns glaube ; Gewünschte, wenn auch mit viel ich erreicht werden wird."
hört, es sei eine Aenderung der Anregungen des Kaisers und es sei htswegs nur für den Fall in Aus-
Laß in sachlicher Beziehung eine >.cht und deshalb die polizeiliche Bau- cde._________________________________________
he Tagesschau.
ttgiinge auf der „Gazelle"
unkontrollierbare Nachrichten ver- sozialisrische Volksblatt in Halle fol- 1 Richtigkeit ihm angeblich verbürgt gemein strengen Dienst, den Kapitän t>er den an Bord befindlichen Manu- *unde raubte, wurden die Mann- Auch die Beköstigung soll nicht den chen haben. Vor etwa 10 Wochen Mannschaft dadurch rum Ausdruck, andere Geschützteile über Bord ae- r Kapitän Nsiortzens in seiner Kajüte fenes Schreiben fand, in welchem den Dienst weniger streng zu ge- ürde er in See geworfen werden. • Kajüte gekommen ist, konnte nicht ie Posten, denen die strenge Be- zur Kajüte anvertraut war, ver- unft zu geben. Es wurden sofort in Untersuchiungshast genommen, n, die fast ausnahmslos ausgedient
Entlassung zur Reserve standen, r worden, acht sitzen noch in Haft, is jetzt zu keinerlei greifbarem Er- tesatzung der „Gazelle" besteht aus
§ 1.
Spinnstuben dürfen nur bis zu der festgesetzten Polizeistunde stattfinden. Wer über diese Stunde hinaus eine Spinnstube hält oder an einer solchen teilnimmt, wird mit Geldstrafe bis zrl 30 Mark bestraft.
§ 2.
Gegenwärtige Polizei-Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung vorläufig auf zwei Jahre in Kraft.
Gießen, den 3. Oktober 1901.
.Großherzogliches Kreisamt Gießen.
.v Bechtold.
Delmnntmachung.
Auf der Z u ch t st a t i o n des Gießener Gefiügelzuchtvereins auf der Hardt bei Gießen sind etwa 60 Stück Hähne und Hühner der reinen Raste der Nebhuhnfarbige« Italiener und schwarzen Minorka von vorigem und diesem Jahre abzugeben. Man beliebe sich an den Vorsitzenden des Geflügclzuchivereins, Herrn August Schwan, Seliersweg hier, zu wenden.
Gießen, den 3. Oktober 1901.
Der Direktor des landw. Bezirksvereins.
v. Bechtold.
Gießen, 2. Oktober 1901. Betr.: Bekämpfung der Obstbaumschädlinge.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Wir ernpfehlen Ihnen, dafür Sorge zu tragen, daß brS Mitte November sämtliche Obstbäume in Ihren Gemarkungen gehörig abgekratzt und mit Kalkmilch (gelöschtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist) bestrichen werden. Entsprechende öffentliche Aufforderung wolle erlassen werden.
Heber den Erfolg und über das bezüglich der der Gemeinde gehörigen Bäume veranlaßte wollen Sie sodann zum 1. Dezember berichten.
v. Bechtold.
Gießen, 2. Oktober 1901. Betreffend: Vertilgung des Frostnachtspanners. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf den im Abdruck nachstehenden, aus dem Monatsblatt des Oberhessischen Obstbauvereins vom Oktober 1891 entnommenen Artikel beauftragen wir Sie, die Baumbesitzer Ihrer Gemeinden alsbald zur Anlegung von Klebgürteln an den Obstbäumen öffentlich aufzufordern, sowie an den Gemeindebäumen auf Kosten der Gemeinde
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