Ausgabe 
6.8.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Umstände in Betracht kommen, die für den Abschluß der neuen Handelsverträge mit dem Auslande maßgebend sind; nach der bisherigen Haltung der Reichsbehörden zu ur­teilen, sind die im Entwurf verzeichneten Zollsätze für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit dem bestimmten Entschlüsse angesetzt worden, mit alter Kraft daran fest>- zuhalten. Daß die Erhöhung dieser Sätze im Auslande wenig Freude erregt, war vorauszusehen; es ist selbst von einem Zollkrieg die Rede.

D-em ehemaligen preußischen Knltusminister Bosse, Der in der vergangener! Woche gestorben und am Samstag beerdigt worden ifa, widmet die gesamte Presse Naclsrufe. Er hat verhältnismäßig lange an der Spitze seines Ressorts gestanden. Dr. Bosse war der Nachfolger des Grafen v. Zedlitz-Trützschler, des Urhebers des bekannten reaktio­nären Schulgesetzes. Gegen dieses machte seiner Zeit der Liberalismus mit aller Macht mobil und erreichte auch, daß der König an der Opportunität des Gesetzes zweifel­haft wurde. Graf v. Zedlitz nahm seine Entlassung- Daj trat nun Dr. Bosse auf den Plan; er mußte den Stand­punkt der von den Liberalen geforderten Negation gegenüber den Forderungen des Zentrums und der Konservativen hinsichtlich des Schulgesetzes vertreten, während ihm ander­seits die Ausgabe erwuchs, den durch die Preisgabe des Zedlitzschen Entwurfes bei der Rechten erweckten üblen Ein­druck zu mildern. Das war sin heiUes Dilemma, aus dem Herr Bosse sich mit immer erneuten Versicherungen seines Wohlwollens nach beiden Seiten hin nicht herauszuziehen vermochte. Thaten von Bedeutung sind dem verstorbenen Minister nicht nachzurühmen. In der Frauenwelt hab Dr. Bosse berechtigte Mißstimmung s. Z. hervorgerufen, als er die Gründung eines Mädchengymnasiums in Breslau verhinderte, obwohl seine verstorbene Tochter Eva Apo­thekerin Ivar, und seine andere Tochter Lehrerin ist. Die Töchter des Verstorbenen haben eben freiere und erfreu­lichere Anschauungen als ihr hochgestellter Vater.

In den Beziehungen Frankreichs zu Deutschland spielen die chinesischen Angelegenheiten eine bedeutende Rolle. Graf Waldersee steht schon feit längerer Zeit in persönlichen Beziehungen zu dem Kommandanten des in Algerien liegenden 19. Armeekorps, General Caze; dieser hatte ihn eingeladen, ein paar Tage Aufenthalt in Algier zu nehmen, was Graf Waldersee denn auch that. Mit der Eile, die der Feldmarschall haben sollte, nach Deutschland zu kommen, ist es also nichts. Sehr bemerkt wurde auch, daß Graf Waldersee für Algier so viel Zeit übrig hatte, dagegen seinen DampferGera" Neapel nicht anlaufen ließ; dorthin sollte doch nach einer Zeitungsmeldung ein Prinz des Hauses Savoyen dem Feldmarschall die In­signien des Ännuneiatenordens bringen. Ob es mit Italien nicht mehr so recht stimmt? In Algier fand, wie angedeutet, Graf Waldersee einen sehr freundlichen Empfang, ebenso auch die Mannschaften von derGera", die unter Führung französischer Unteroffiziere die Stadt besuchten. Da ein deutsches Geschwader unter der Führung des Prinzen Heinrich dem Feldmarschall nach Cadiz entgegen gefahren ist und Briefschaften für dasselbe nach dem ftanzösischen Kriegshafen Brest adressiert sind, glaubte man in Frank­reich schon, der preußische Prinz, habe die Absicht, mit seinem Geschwader diesen Hafen anlaufen zu lassen, was zum Ausdruck von Beklemmungen in der ftanzösischen Presse führte. Es ist aber in Wirklichkeit kein solcher Besuch be­absichtigt, der sich auch bei der Eifersucht der Franzosen auf ihre Kriegshafengeheimnisse nicht so leicht hätte be­werkstelligen lassen. Dieser Nichtbesuch läßt alle die Fran­zosen aufatmen, denen die den Deutschen erwiesenen Auf­merksamkeiten schon viel zu weit gehen. Ein drastisches Gegenstück zu diesen letzteren ist aus Nancy zu berichten. Der Haß französischer Arbeiterkreise gegen den Wett­bewerb ausländischer Arbeiter hat sich bisher m der Haupt­sache nur gegen Italiener gewandt und zu blutigen Aus­schreitungen geführt; jetzt kommen auch die Deutschen an die Reihe. Ein Fabrikant bei Nancy, der in die technischen Fähigkeiten deutscher Monteure bei dem Bau von Koksöfen besonderes Vertrauen setzte, hatte zwanzig Arbeiter aus Deutschland kommen lassen, die einen Koksofen nach neuem System bauen sollten. Die übrigen Arbeiter der Fabrik murrten darüber und teilten ihren Unwillen der Bevölker­ung mit, vornehmlich als sie hörten, daß eine Essener Firma in den Mitbesitz der dortigen Eisenwerke eingetreten ist. Die französischen Arbeiter befürchteten, allmählich durch Ausländer verdrängt zu werden. Es wurde beschlossen, die Fremdlinge mit Gewalt zu vertreiben. Nachts zog ein Ar­beiterhaufe, mit Stöcken, Steinen und Revolvern bewaffnet, vor das Quartier der Deutschen. Alle Fenster wurden ein­geworfen, und da auch einige Schüsse fielen, flüchteten sich die Belagerten in eine Bodenkammer. Am folgenden Tage verweigerten sie die Arbeit, und die meisten von ihnen fuhren sofort nach Metz zurück. Die Lage der fremden Arbeiter in Frankreich hat die französische Kammer bereits öfter beschäftigt, und ein Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat einen Bericht veröffentlicht über den Antrag des Sozia­listen Coutant, wonach die Zahl der fremden Arbeiter zu beschränken und zugleich den Arbeitgebern zu befehlen ist, den Fremden für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn zu zahlen wie den Einheimischen. Der Ausschuß hat zwar Coutants Antrag abgelehnt, aber durch einen anderen ersetzt, der feine Grundsätze auf die Arbeiter des Staates, der Departements und der Gemeinden anwendet. Nach dem Vorschlag des Ausschusses soll der Minister bezw. der Präfekt den Prozentsatz feststellen, in welchem fremde Ar­beiter zulässig sind. Diese müssen auf dem gleichen Fuße bezahlt werden wie die Einheimischen. Das ist gegen die Preisdrückerei gerichtet. Nun hat aber der Nancyer Fall mit Preisdrückerei nichts zu thun, da die deutschen Tech­niker nicht wegen billigerer Bezahlung herangeholt worden waren, sondern wegen ihres besseren Könnens.

In den Verhandlungen der Gesandten der ftemden Mächte über die Lage Chinas bestanden zuletzt noch größere Meinungsverschiedenheiten zwischen Rußland und England, die aber durch einen Kompromiß beigelegt wur­den. Rußland wollte nämlich die Zahlung der Entschädig­ungen auf möglichst hohe Seezölle gründen, wohlweislich, da es mit China Landhandel treibt und die Zollzahlung den seehandeltreibenden Nationen, an erster Stelle Eng­land, zufällt. China wird, wenn die Schuldzahlung regel­mäßig sich vollzieht, nach vierzig Jahren die Mächte be­friedigt haben; die Gesamtsumme, die hierzu nötig sein wird, beträgt an Kapital und Zinsen mehr als das Doppelte der festgesetzten Entschädigung von 450 Millionen Taels. Die Frage der Bestrafung der bei den Wirren schuldigen Chinesen ist endgiltig erledigt; auch hat jetzt, gemäß dem Verlangen der Mächte, das Tsungliyamen aufgehört zu bestehen, und es ist ein verantwortliches Auswärtiges Amt geschaffen worden, in dem zwei Minister in die Arbeit und wohl auch in die Täuschung der Mächte sich teilen

werden. Sehr bemerkt wurde die achtungsvolle Art, mit der der bisherige ftanzösische Gesandte in Peking, Pichon, über den Oberkommandierenden, Grafen Waldersee, sich aussprach, als er in Paris eintraf. Die Unermüdlichkeit, scharfe Auffassung, das große Geschick und vor allem das Taktgefühl des Feldmar,challs haben auf den Franzosen einen großen Eindruck gemacht. Von den Beziehungen zwischen deutschen und französischen Truppen in China erzählte Pichon in wärmster Weise und stellte sie als eine Art Verbrüderung dar.

Dem Grafen Waldersee ist für seine Rückkehr aus China in die Heimat ein glänzender Empfang in Aussicht gestellt worden. Man wird durch die Vorbereitungen dazu an die Ueberschwänglichkeiten erinnert, zu denen seine Ab­fahrt nach Ostasien Anlaß gab, die sich als so sehr un­angebracht und durch die Ereignisse als verfehlt heraus­gestellt, darum auch die Spottlust herausgefordert haben. Wenn wir Deutsche den Erfolg in China in die Worte zu­sammenfassen, daß wir froh sein müssen, aus diesem Lande heraus zu sein, so ist damit genugsam die Frage beleuchtet, ob Anlaß zu einem triumphierenden Einholen des Feld­marschalls vorliegt. Nach allgemeiner Auffassung ist diese Frage zu verneinen. Dabei kann das Verdienst des Feld- marschatts um die Erhaltung de? Einigkeit unter den fremden Truppen voll anerkannt werden.

Zu den Nachrichten, die in England die Hoffnung auf baldige Beendigung des Burenkriegs nähren sollen, gehört auch die, daß Lord Kitchener demnächst sein Kom­mando abgeben werde, da die Hauptarbeit angeblich ab- gethan sei. Nun ist Lord Roberts aber schon lange Zeit abgefahren, ohne daß die Arbeit bald gethan gewesen wäre; General Baden-Powell, der den Tauerpösten des Anführers der südafrikanischen Polizeitruppe erhalten hatte, ist eben­falls bereits auf englischer Heimaterde, ohne seine Aus­gabe gelöst zu haben, und es würde auch die Abfahrt Kitcheners noch nichts für die Vollendung der Unterdrück­ungsarbeit beweisen. Selbst die chauvinistischeDaily Mail" bezeichnet es als entmutigend, wenn dieser Winter, von dem man bestimmt gehofft hatte, daß er das Ende des Krieges bringen würde, den Feind noch in so großen Mengen im Felde sehe. Wahrscheinlich werde aber im August die Kapkolonie wieder das Hauptoperationsseld wer­den. Die Hauptmacht der Buren in der Kapkolonie steht in dem Quadrat, das Beaufort West, De Aar, Stormberg und Queenstown bilden; dieselbe ist in kleine Abteilungen auf­gelöst, die 10 bis 150 Mann stark sind. Eine andere Gruppe steht in dem Herrschel-Aliwaldistrikt, und eine dritte wird im Westen von den Bewohnern des Distriktes, die im Lande herumziehen, unterstützt. Die Behandlung von Kapburen, die sich den Buren angeschlossen haben, als Verbrecher eine Anzahl derselben wurde von den Engländern hin- gerichtet hat den Burenkommandanten Kritzinger zu Ver­geltungsmaßregeln veranlaßt; Kritzinger operiert in dem Gebiete der Kapkolonie, das seiner Zeit für den Oranje­freistaat annektiert wurde; Kapburen, die die Engländer im Kampfe unterstützen und in seine Hände fallen, werden er­schossen. Der Uebertritt eines größeren Trupps Buren mit zwei Kanonen auf portugiesisches Gebiet spricht für deren Kampfesmüdigkeit, da ja gerade im nordöstlichen Trans­vaal den Buren noch viel Bewegungsfteiheit geblieben ist.

Radfahrfest des Gietzener Radfahr-Vereins 1883.

D. Gi eßen, 5. August.

Der erste Tag des Radfahrer-Festes, das der Gießener Radfahrer-Verein 1885 gestern und heute veranstaltet, nahm, begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter und dank der Bemühungen der Leiter des Vereins, einen trefflichen Verlauf. Leider war die Beteiligung auswärtiger Vereine nicht so stark, als man wohl hätte erwarten dürfen. Der Grund dafür ist hauptsächlich darin zu suchen, daß eine große Anzahl von Vereinen, deren Kommen sonst sicher ge­wesen wäre, durch Festlichkeiten im eigenen Kreise ver­hindert war. Von 10 Uhr vormittags an fand im Hotel Schütz, dem Vereinslokal des ft stg ebenden Vereins, Empfang >er Sportkameraden statt. Daran schloß sich ein Friih- choppen mit Konzert, aus den ein zwangloses Mittagessen in dem genannten Hotel folgte. Nachmittags gegen 2 Uhr ordneten sich die Vereine am Wallthor zum Preis- und Bl um en-Korso, und kurz vor 3 Uhr setzten sie sich unter den Klängen zweier Musikkorps, die unsere Regi­mentskapelle stellte, durch die Straßen der Stadt nach Dem Festplatz am Schützenhaus in Bewegung. Es war ein eigenartiges, reizvolles Bild, das die mit Blumen, bunten Bändern und Schleifen in den Vereinsfarben geschmackvoll verzierten Räder und die mit den Vereinsabzeichen festlich geschmückten Radfahrer gewährten. Auch einige mit Schär­pen geschmückte Radlerinnen hatten es sich nicht nehmen lassen, sich an dem Zuge zu beteiligen. Den Korso er­öffnete der Radf.-Ver.W an der li e b e" Frankfurt a. M., auf ihn folgten der Radf.-Ver. 1890 Alsfeld, der Radf.-Ver. 1887 Wetzlar, der Radf.-Ver. 1891 Mar­burg, der Radf.-KlubGermania" Gießen, der Radf.-Ver. Wieseck und der Radtouristen-KlubW an = derlust"-Marburg. Den Schluß bildete der Gieße­ner Radf.-Ver. 1885. Auf dem Festplatz ließ man sich zunächst nieder, um sich von der eben durchgemachten An­strengung zu erholen. Auch der geräumige Festplatz prangte im schönsten Schmuck. Ueberall sah man die Farben des Gieß. Radf.-Ver. 1885. Zahlreiche Bänke und Zelte waren aufgeschlagen, und es schien anfangs fast, als ob diese teilweise leer bleiben würden. Aber es dauerte gar nicht lange, da war alles dicht besetzt. Auch die üblichen Volks­belustigungsmittel, wie Karoussel, Schießbude und Pano­rama, fehlten nicht. Dem Schützenhause gegenüber war die Rennbahn errichtet, auf deren Hinteren Seite sich die Sitze für die Preisrichter erhoben. Gegen 5 Uhr wurde das Signal zum Beginn des Reigenfahrens gegeben. Im Nu war die Bahn von Hunderten von Menschen umgeben, die dicht gedrängt mit gespanntester Aufmerksamkeit den Leistungen der Fahrer folgten. Dabei wurden allerdings die in den vordersten Reihen Stehenden so dicht an die Um­friedigung der Bahn gedrängt, daß der Festausschuß )id>, mehrere Male genötigt sah, die Menge aufzufordern, zur Vermeidung von Unglücksfällen etwas zurückzutreten, da doch leicht einer der Reigenfahrer aus der Bahn geraten könnte. Den Reigen eröffnete der Radf.-Ver. Alsfeld. Er erzielte im ganzen eine gute Leistung. Allerdings widerfuhr gleich zu Anfang einem der Fahrer das Miß­geschick, daß seine Maschine defekt wurde. Er benutzte aber eine andere und fuhr so den Reigen doch mit. Als zweiter folgte der Rod.-B. Wetzlar. Der von ihm gefahrene Reigen war wohl der schwierigste und wurde bis auf einige Kleinigkeiten gut und sicher zur Ausführung gebracht. Nun trat die Kunstfahrerin Jenny Daßler auf. Sie erntete reichen Beifall; und in der That, was sie bot,

war gut. Wenn sie auch hier und da etwas unsicher zu sein schien, so muß doch vor allen Dingen, was gerade auf dem Rade zu erzielen so schwierig ist, die Schönheit der Form, die bei allen ihren Ausführungen zu Tage trat, anerkannt und hervorgehoben werden. Nach ihr fuhr der Radf.-Ver. M a r b u r g feinen Reigen. Er hatte am meisten Pech, was wohl teilweise seinen Grund darin haben Durfte, daß er zu 12 Mann auf Dem Kanipfplatz erschien, wahrend die beiten vorher genannten Vereine nur mit je 8 Mann sich an dem Turnier beteiligten. Für 12 Fahrer aber 1 ehren der Platz etwas zu eng zu sein. So geriet der Verein ichon im Anfang in Unordnung. Er erfolgte ein Zusammenstoß. Zwei Fahrer stürzten und das Rad des einen wurde um» brauchbar. Zwar nahm er auf einer Wetzlarer Maschine auch weiter am Fahren teil. Aber auch letzt wollte es nicht klappen, und der Verein trat schließlich ab, ohne fernen Reigen beendigt zu haben. Nun trat Der Kuustsahrer Alban Daßler auf. Wenn vorhin bei seiner Partnernr hier und da etwas Unsicherheit festgestellt werden mußte, sd muß von ihm gesagt werden: Er war Meister nicht nur im Sattel, sondern auf allen Teilen, Die Das RaD yat. Am meisten Beifall wurde ihm gespendet, als er eme Ma­schine fuhr. Deren Vorder- wie Hinterrad Pedale hatte, und nun bald vom, bald hinten radelte. Plötzlich löste et durch Lockerung einer Schraube die beiden Teile, sodaß es den Anschein hatte, als ob die Verbindungsstange gebrochen fei, und fuhr auf dem einen Teil der so zum Einrad ge­wordenen Maschine lustig weiter. Der letzte der teigen» fahrenden Vereine war der erst gegen 5 Uhr eingetroffene Rad.-Ver. Herborn. Er fuhr mit nur 6 Mann. Seme Leistung war glänzend. Er führte feinen Reigen ohne Zwischenfall zu Ende. Natürlich muh dabei in Betracht ge­zogen werden, daß er infolge feiner geringen Zahl einen größeren Spielraum hatte. Nach einer längeren Pause er­folgte Die Preisverteilung. Das Preisgericht für 1) Den; Korso beftanD aus Den Herren A. Petitjean, 2. Vorß des Gaues 9, M. Ober Hoffer, 2. Schriftf. des Gaues 9, W. Ruh 1,1. Bors, des Biedenkopfer Radf.-Ver., C. He r De r, 1. Bors, des Gießener Radf.-Ver. 1885, und L. Huhn, Ehrenmitglied desselben Vereins; 2) für Blumenschmuck aus den Herren Petitjean, Oberhofter, Ruhl, Huhn und W. Sch eich, Gießener Radf.-Ver. 1885 ; 3) für Reigenfahren aus den Herren V. Beck-Wiesbaden, Oberhofter, Herber, L. Schmidt, 1. Vors. des Butzbacher Radf.-Ver., und L. Seu- ling, Gießener Radf.-Ver. 1885. Für den Korso erhielt in Abt. 1 den 1. Preis (ein vom G. R. V. 85 gestiftetes Bierservice in Hirschgeweih) der R.-V.Wanderliebe" Frank­furt a. M. mit 12,96 Punkten, den 2. Preis (einen vom G. R. V- 85 gesh. Pokal) der R.-V. Marburg mit 12,86 Punkten, den 3. Preis (ein von den Brauereien Gg. Bichler und Friedel u. Asprion geft Trinkhorn) Der R.-V. Ms seid mit 11,98 P.; in Abt. 2 Den 1. Preis (einen vom G. R. V. 85 Pokal) Der R.-KI.Germania" Gießen mit 6,45 P.; für Blumenschmuck in Abt. 3 Den 1. Preis (einen vom G. R. B- ß5 gestifteten Pokal) der R.-KI.Germania"' Gießen mit 3 Punkten. Für Reigenfahren erhielten Den 1. Preis (ein vom G. R- V. 85 geft. Trinkhorn) Der R.-V. Wetzlar mit 12,6 P., Den 2. Preis (eine von Den Brauereien Gg. Bichler wimD Friedel u. Asprion geft. Bowle) der R.-B. Herborn mit 12,2 P. und Den 3. Preis (einen von Der Firm« Trageser u. Mayer geft Tafelaufsatz) Der R.-V. Alsfeld mit 9,9 P. Außerdem erhielten der R.-V. Wetzlar und die beiden außer Konkurrenz fahrenden, weil nicht Dem Bunde an ge­hörenden Vereine, R.-KI.Germania" Gießen und R.-Tur-Kl, Marburg Diplome zuerkannt, die ihnen später zugestellt werden. Nach einer kurzen Ansprache des Festleiters C. Herber, in der er den Vereinen kür ihre Leistungen feine hohe Anerkennung aussprach uno diejenigen, die nicht erste Preise erhalten hatten, mit einemVielleicht nächstes Mal besser" tröstete, trat nochmals das Künstlerpaar Jenny und Alban Daßler auf, die nunmehr auf den seltsamsten Radgestalten ihre Künste zeigten, so auf einem Achteck, einem Sternrade ohne Reifen, dem vorderen und Demi hinteren Teil eines Hochrades usw. Es folgte nun der ge­mütliche Teil des Festes. Der Platz, auf dem eben noch die Radler sich in heißem Kampfe gemessen hatten, ver- wandelte ftch im Nu in einen Tanzboden, auf Dem sich die Paare nach Den luftigen Klängen Der Musik unter dem Scheine vieler Lampions noch manche Stunde drehten. Eine bengalische Beleuchtung des Festplatzes bildete abends den Schluß Der festlichen Veranstaltungen des ersten Tages.

Kus Stadt und Land.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

* Auszeichnungen. Der Großherzog hat dem Bürgermeister I. Müller IV. in Kettenheim und dem Zimmermeister Andreas Otto zu Gießen daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Bernhard Euler zu Heusenstamm, im Dier^fte der Firma Mayer & Sohn zu Offenbach, das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür treue Arbeit- verliehen.

* Ernennungen. Ernannt wurden der Steueraufseher- Aspirant, Militäranwärter Georg Bungert aus Ockenheim mit Wirkung vom 15. August, der Steueraufseher-Aspirant, Militäranwärter Konrad Stock aus Wolf mit Wirkung vom 22. August zu Steuerauffehern.

Für die Hauptversammlung der Mitglieder des Landes- gewerbevereiuS für 1901, die am Sonntag, 18. August, in Lich stattfindet, ist folgende Tagesordnung festgestellt: Em­pfang der auswärtigen Gäste von 8>/4 Uhr vormittags ab und Befichtigung der Ausstellung von Schülerarbeiten im Rathause zu Lich. Vormittags 11 Uhr Beginn der Haupt­versammlung in der Turnhalle. Begrüßung der Anwesenden. Mitteilung über Entwickelung und Stand der Gewerbethätig- keit in Lich. Geschäftliche Mitteilungen. Tätigkeitsbericht der Zentralstelle. Bestimmung deS Ortes für die nächste Hauptversammlung in der Provinz Starkenburg. Mitteiluug über daS gewerbliche Unterrichtswesen. Berichterstatter: Herr Gewerbeschulinspektor Meyer. DaS Reichsgesetz vom 12. Mai 1901 über die privaten VerficherungSunternehmungen und sein Einfluß auf die Sterbekaffe für Mitglieder deS hessischen LandeS-Gewerbevereins. Berichterstatter: Herr Handwerks­kammer-Sekretär Engelbach. Mitteilung über die Umgestal­tung des vergebungswefenS in Heffen. Anträge. Ver­schiedenes. Gemeinsames Mittageffen, nachmittags 2% Uhr im Saale des Gastwirtes Heiland. Gedeck ohne Wein 1,50 Mark.

BadNauheim, 5. Aug. Unterhaltungen. Früh- kouzert der Kurkapelle täglich von 78 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Dienstag, 6. August, Kouzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung:Der Bibliothekar-. Mittwoch, 7, August, Kouzert der Kurkapelle. Abend»