Nr. 286
Erschein« täglich nul Ausnahme bed
Montags.
Die «letzener Familie«. Dl«»er werden dem An- Beiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt' und den .Blattern sür hessische Volkskunde' viermal wöchentlich bet- gelegt.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schulstrahe 7.
Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen.
FkrnsprrchanschlnsjNr.51.
^Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 5. Dezember 1901
/ Y O Annahme von Anzeige»
GleßenerAnzeiger
General-Anzeiger
1 » V UniversitätS - Druckerei
und Anzelgeblatt für den Kreis Gießen 1^—MMM— zeigentcil: Hans Beck.
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die größten Schwierigkeiten bietet und meist nur durch Straf- versetzung besetzt werden können. Namentlich sei in Erwägung zu ziehen, daß an solchen Orten jeder in das Amt eintretcnde junge Schulverwalter schon oon vornherein von einer besonderen Abneigung ergriffen wird. .Erwägt man ferner, daß bei einer Reihe solcher Schulstellcn Entbehrungen mancherlei Art, wie unzureichende Wohnungen, Mangel an Kost geben für alleinstehende Lehrer, Mangel an Bäcker- und Metzgerlädcn um die notwendigsten Lebensbedürfnisse beschaffen zu können und andere unliebsame Dinge mehr, welche geeignet sind, das Leben an abgelegenen Orten zu erschweren, vorlicgcn, so kommt man zu dem Schluffe, daß es Pflicht des Staates ist, zum Zwecke ausglcichcnder Gerechtigkeit etivaS zur Beseitigung der Mißstände zu thun, was geeignet erscheint, Abhilfe zu schaffen."
für Mühlenfabrikate das 2l/3= bis treffenden Getreidezölle;
Malz.
Klee- und Grassaat.
Rübensamen.
Frühkartoffeln vom 16. Februar bis 3L Juli.
™ " über
Wein in Flaschen. Schauinweine.
Parlamentarisches aus Hessen.
Der Zweiten Kammer ist neuerdings eine Vorstellung der Gehilfen bei den Staatsantvaltschaften der Landgerichte zu Darmstadt, Mainz und Gießen, ihre Gehaltsverhältnisse 2c. betr., zugegangen. Es wird darin die Bitte zum Ausdruck gebracht, daß ihnen die gleichen Verhältnisse zu teil werden wie den Landgerichts-Gehilfen. Ferner schließen sich die Staatsanwalts-Gehilfen dem bereits der Kammer eingereichten Gesuch der Gehilfen der Landgerichte in dem Sinn an, daß der Höchstgehalt der übrigen Gehilfen bei den Staatsanwattschaften dem Anfangsgehalt der Kanzlisten bei den Landgerichten festgesetzt und nach löjähriger Dienstleistung die Gehilfenstelle als Kanzlistenstelle festgelegt werden möge.
Abg. Weidner beanttagt, die Kammer wolle beschließen, bie Regierung zu ersuchen, im nächsten Staatsbudget 100 00 Mark zur Remunerierung von Volksschullehrer, -Verwalt und -Aspiranten, welche an besonders ungünsti legenenOrten Verwendung finden müssen, einzustellen. r Begründung führt Weidner u. a. folgendes aus: ES befinden sich im Großherzogtum, insbesondere in den Gebirgslagen Odenwald und Vogelsberg u. a. O. eine Anzahl Volksschulstellen, deren Besetzung für die Negierung
o) Einführung von UrsprungSattesten;
a) gesetzliche Festlegung des Anfangstermins des neuen Zolltarifs für den 1. Januar 1904.
2. Zum Zolltarif;
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36 , 48 ,
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medatlle am Bande mit der Auffchrift: »Für Rettung von Menschenleben."
Oeffcutliche Lesehalle. Im Monat November wurden 1996 Bände ausgeltehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 930, Illustrierte Zeitschriften 503, Jugendschriften 260, Litteraturgeschichte 12, Versdichtungen 13, Länder- und Völkerkunde 74, Kulturgeschichte 30, Geschichte und Biographien 41, Seewesen 13, Hauswirtschaft 7, Naturwissenschaft, Technologie 79, Kunst 8, Religion und Philosophie 15, Fremdsprachliches 11 Bände. Es wurden verliehen an Männer: Handwerksmeister 256, akademisch Gebildete 25, Kaufleute 172, Beamte 20, Unterbcamte 98, Techniker, Schriftsetzer 127, Diener, Hausburschen 60, Arbeiter, Taglöhner 117, Lehrlinge, Gehilfen 249, Studenten 124, Rentner 14, zusammen 1262 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 226, Gewerbetreibende 125, Dienstmädchen, Lauffrauen 52, Arbeiterinnen, Ladenmädchen 95, Beamtinnen 40, Pflegerinnen 28, junge Mädchen, Lehrmädchen 168, zusammen 734 Bände. Nach auswärts kamen 129 Bände.
Ter Deutsch-Oesterreichische Alpeuvcrein, Sektion Gießen, unternahm am Sonntag einen Ausflug über Steinberg, Gröningen, den Pfahlgraben entlang nach Butzbach. Es beteiligten sich außer den Gießener Mitgliedern auch Wetzlarer und Butzbacher Herren. Nach eingenoinmenetn Abendessen im „Hess. Hof" kehrten die auswärtigen Teilnehmer mit dec Bahn in ihre Heimat zurück.
Eisverein. Im Interesse unserer Leser machen wir auf die Bekanntmachung des Vorstandes des Eisvereins besonders aufmerksam. Hiernach ist denjenigen Mitgliedern, die beim Einkassieten der Beiträge die Quittungen nicht ein gelöst haben, Gelegenheit geboten, diese bis zuin 10. d. Mts. bei Herrn H. Hochreuther Südanlagc 5 (Geschästsstunden von 9—1 und 3—7 Uhr nachmittags) ab- holen zu lassen. Wer seine Quittung bis zu diesem Tage nicht eingelöst, gilt als ausgetreten und muß event. nochmals Eintrittsgeld bezahlen. Daselbst werden auch Neuanmeldungen entgegengenommen. Die Anlage der elektrischen Beleuchtung der Eisbahn ist der Elektrizitäts-Akten-Gesellschaft (vorm. Schukert) übertragen und dürfte erstere bereits nächste Woche betriebsfähig sein.
für Holz die Sätze des Rcaierunasenuvurfs mit für bearbeitete Hölzer.
** Einen lillerarischcn Weihnachtskatalog für 1901 gab, wie. alljährlich, auch diesmal die Großh. Hof- und Universitäts-Buchhandlung von August Frees heraus. Tas Itattlrche, schön illustrierte Buch gicbt eine vollständige Biographie der heutigen Weltlitteratur. Den Besprechungen einer Anzahl von Neuerscheinungen auf allen litterarischen Gebieten folgt der eigentliche, fast unerschöpfliche Katalog, der namentlich den Eltern sehr beachtenswerte Winke giebt. Der Katalog wird, wie man uns mitteilt, überallhin gratis versandt.
** Zum Besten der Burenfrauen und -Kinder gingen bei der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes ein aus 5er Gemeinde Reiskirchen 23 Ml., aus der Gemeinde Burkhardsfelden /0 Mk. (Der Druckfehlerteufel vertauschte in unserer früheren Mitteilung die Ziffern. D. Red.) — Weiter gingen ein: Ungenannt 2 Mk., Krlegeroerein Lich, gesammelt bei Großherzogs Gebi,rtStag, Mk. 10.10. Zusammen jetzt Mk. 2198.10. J
** Maria Reisenhofer-Gastspiel. Wegen der großen Nach- frage, die in den letzten Vorstellungen des Theatervereins nach nummerierten Plätzen herrschte, hat der Vorstand beschlossen, für das Gastspiel von Maria Reisen Hofer am Dienstag, 10. d. Mts., zu welchem voraussichtlich ein besonders starker Andrang sein wird, den größten Teil der Gallerte, nämlich die Mittelgallerie und die linke Seitengallerie, mit nummerierten Stühlen zu versehen. Diese Plätze, welche den Sperrsitzen in keiner Weise an Güte nachstehen, werben unter der Bezeichnung „Balkonplatz" zum Preis der Hinteren Sperrsitzreihen, nämlich zu 2.25 Mk. abgegeben, an Studierende im Vorverkauf von 1.50 Mk.
Aus Stadt und Sand.
Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.
Gießen, 4. Dezember 1901.
Das Regierungsblatt Rr. 68, ausgegeben am 30. November enthält eine Bekanntmachung, die deutsche Wehrordnung betreffend. (Der Inhalt umfaßt den Text der Ordnung vom 22. November 1888 mit Berücksichtigung der inzwischen emgetretenen Änderungen). — Nr. 70 des Regierungs- b lattes, zur Ausgabe gelangt am 2. Dezember enthält: 1. eine Verordnung, dte Handhabung der Feldpolizei in der Gemarkung Kastel betreffend. 2. eine Bekanntmachung, landesrechtliche Anordnungen zur Durchführung des Reichsgesetzes über den Verkehr mit Wein, weinhaltigen und weinähnlichen Getränken vom 24. Mai betreffend (Reichsgesetzblatt 5.175).
Auszeichnung Für ihre hervorragende Beteiligung an den Nettungsarbeiten bei dem s. Z. erfolgten Hauseinsturz in der Trommelgasse in Worms erhielten Bäckermeister Märthes- hcimer in Worms, Schreinermeister Kleinkauf und Maurer- polier Minmch in Wies-Oppenheim, die silberne 9tcitimg§=
Flacks und Hanf, roh.
Flachs und Hans, mbereitet
Tabak.
Hopfen.
gewöhnliches Gemüse oom 1. Juli bis 30. November.
Die Erste Kammer ist dem Beschluß der Zweiten Kam- Abänderung des Gesetzes, die Versicherung von Mobilien in Feuerversicherungsanstalten betreffend, nicht betgetreten, uni> hat Beschlüsse gefaßt, welche der Erste Ausschuß der Zweiten Kammer nun abzulehnen beantragt. Um aber den Gesetzentwurf noch vor dem 1. Januar 1902 zu verabschieden, und der Staatskasse 20800 Mark zu er» galten, beantragt der Erste Ausschuß der Zweiten Kammer der Vorlage folgende Fassung zu geben: Von sämtlichen Mobrltar-Verstcherungs-Anstalten, deren Geschäftsbetrieb fach auf das Gebiet des Großherzogtums erstreckt, ist eine Steuer von jährlich vier vom Hundert ihrer Brutto- Pramren-Eirmahmen für die von ihnen im Großherzogtum übernommenen Versicherungen an die Hauptstaatstasse zu entrichten. Unser Ministerium des Innern ist ermächtigt, diese Steuer auf drei vom Hundert zu ermäßigen, falls eine Vereinbarung mit den Mobiliar-Verstcherungs-An- l'talten über die Versicherung der von der Versicherung zuruckgewtesenen Versicherungsanträge 'Zu stände kommt. .Mefe Vereinbarung hat insbesondere die Bestimmung zu enthalten, daß der höchste Prämiensatz der Gesellschaft n^cht über das Doppelte von der Landes-Branbversicher- ungs-Anstalt erhobenen Prämien - Betrags hinausgehen darf. Von dem Ertrag dieser Steuer wird das Ministerium des ^nnern ein Dritteil zu Zwecken des Feuerlöschwesens und zwei Drittecke für öffentliche und gemeinnützige Zwecke verwenden. Von den auf Okgeiiieitigfeit beruhenden Vcr» ttcherungs-Gefellschaften kann bei Berechnung chrer Brutto- Pramien-Einnahme derjenige Betrag in Abzug gebracht werden, welchen sie von den im Borans-erhobenen Prämien nach dem Jahresabschluß ben Versicherten zurückerstatten. Un)_er Ministerium des Innern wird mit'der Aussühruna dieses Gesetzes und mit dem Erlaß der außerdem erforderlichen Vorschriften über die Versicherung von beweglichen Sachen gegen Feuerschaden beauftragt
Eine dringliche Anfrage des Abg. Leun lautet: Welche ^ntte gedenkt das Staatsministerium zu thun, um seinen Wünschen und Anoronungen Achtung zu verschossen und sein Versprechen einzulösen in Bezug aus die Unterrichtszeit in den Fortbildungsschulen7
Eine Vorstellung des Gerichtsvollziehers i. P-'Rettig zu Herbstein betrifft seine Pensionsverhältniffe
Die Abg Schönberger und Lang beantragen, die rtammer wolle, angesichts der von der Negierung am ver- ftonenen Samstag erteilten Antwort auf die Anfrage des Abg. Korell, die Entschädigung direkter Verluste der infolge des letzten Maul- und Kauen- e.stA ^-Ausbruchs gefallenen Tiere, betreffend, bbsch^ben: die Regierung zu ersuchen, die Thatsacke der letzten Einschleppung fraglicher Seuche aus Bayern, mangels genügender staatlicher Beaufsichtigung seststellen zu lassen: die Angelegeichett als eine sehr dringliche zu behandeln und schlieistich aus Grund allgemeiner Reckstsbestimmungen die Schadensersatzpflicht des Staates für vorbe- Falle anzuerkennen, und demgemäß entsprechende Entschädigung eintreten zu lassen.
Abg. Korell beantragt, unterstützt durch 27 seiner Kollegen, bie Zweite Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, in Erweiterung der bereits best"hen- den Vieh-Seuchengefetzgebung, die sich auf staatliche Entschädigung bei Verlusten an Vieh durch Milz- und Rausch- brand, sowie Rotlauf bezieht, unverzüglich den Land- standen einen Gesetzentwurf zu unterbreiten, der die Entschädigung der durch, den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche entstehenden Verluste vorsieht
Betr. der Weihnachtssendnngen richtet das Reichs-Postamt auch m diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit bie Packetmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodiirch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet. Bei dem außerorbentlichen Anschwellen bes Verkehrs ist es nicht thunlich, bie gewöhnlichen Be- sörberungsfristen einzuhalten und namentlich auf weitere Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Ziistellung vor dem Weihnachtsfeste zu übernehmen, ivenn die Packete erst am 22. Dezember oder noch später eingeliefert werden. Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Papp- kasten, schwache Schachteln, Eigarrentisien rc. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht m deutlicher Weise auf das Packet selbst gesetzt iverben so empflehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß' Bei ..nschsendungen und solchen Gegenständen in Leinwanb- verpa.i.mg, bie Feuchtigkeit, Fett, Blut :c. absetzen, bart' die UlufKh.-i : nicht auf die Umhüllung geklebt werden 9(m zwecknm-ngsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem e^gegcn. dürfen Formulare zu Postpacketadressen für Packetaus,christen nicht venvendet werden. Der 9lame des Bestimmungs orts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder getchrieben sein. Die Packetnufschrlft niuß s-imt-
gewöhnliches Gemüse vom 1. Dezember bis 30. Juni.
seines Gemüse vom 1. Juli bis 30 Rov.
feines Gemüse vom 1. Dezember bis 30. Juni.
Mlnbestzoll sür Weizen, Roggerl, Gerste- Hafer, Speisebobnen und Lpeiseerbsen. Oelfrüchte, Buchweizen, Reis.
. Mais. Dari, Hirse, Futterbohnen, Futtererbsen, Wicken.
Pflanzschulprobukte.
frische Blumen.
Binoegrün.
Eycaswebel.
getrocknete Blumen u. s. w.
Weintrauben.
Weintrauben, gemostet.
Obst und Beeren je nach Qualität.
Quebrachoholz.
andere Gerbrinden.
Pferde bis zu 300Mk.; darüber 25 Proz. vom Wert.
Kartoffeln oom 1. Aug. bis 14. Febr.
Heu und Klee.
Stroh.
Der Zolltarif des Bnndes der Landwirte.
des Bunde? der Landivirte zum neuen Zoll- derungen- " hauptsächlichsten Punkten folgende For- 1. Zum Tarifgesetz:
a) Vollständige Aufhebung der gemischten Transitlager, Mühlenkonten und Zollkredlte für Getreide und Mühlenfabrikate;
b) einen Mindesttarif für alle landwirtschaftlichen Produkte ;
pro D.-Ztr. Lebendgewicht für Rindvieh, Schafe und Schweine.
„ Federvieh.
„ frisches Fleisch.
„ einfach zubereitetes Fleisch.
„ zuiic feiner. Tafelgenuß zubereit. Fleisch.
„ Süßwasserfische.
Seefische frei.
„ Schmalz und Tala.
„ Butter.
n Magerkäse.
„ Fett- und Delikateßkäse.
„ Margarine.
i. frische Milch und entkeimte Milch.
" fRafjm „ H Rahni.
„ Eier.
„ Honig und Kunsthonig.
„ Rohwolle, ungewaschene.
„ Wolle, Naturwäsche.
„ do. Fabrikwäsche.
„ Oele aller Art.
„ Stärke.
« Zucker.
„ Branntwein in Fässern.
„ do. in anderen Behältnissen.
„ Wem in Kaisern, bis 14 Proz. Weingeist.
u u 14-20 ;


