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Nr. 154 Drittes Blatt.
151» Jahrgang.
Donnerstag 4. Juli 1901
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Bon den neuen städtischen Steuerzetteln.
Gießen, 3. Juli.
Tie Stadt Gießen hatte im Jahre 1875 13 980 Einwohner; die Einwohnerzahl dürfte nach der am 1. Dezember 1900 stattgehabten Volkszählung (25 564) etwa im Jahre 1904 sich, verdoppeln, d. h. auf rd. 28 000 sich heben- Ungefähr- gleichen Schritt mit der Bevölkerungszunahme hat die Zunahme der bewohnten Gebäude gehalten, denn im Jahre 1875 waren deren rund 1000, im Jahre 1900 1724 vorhanden. Tab ei muß berücksichtigt werden, daß die Wohngebäude, um die die Stadt sich vermehrte, eine im Verhältnis zu früheren Zeiten größere Einwohnerzahl zu fassen vermag, da an jedes einzelne Gebäude höhere räumliche Anforderungen gestellt werden. Vergleicht man allerdings die im Jahre 1875 auf ein Wohngebäude kommenden Seelen (etwa 14) mit denen des Jahres 1900 (etwa 15 einhalb Seelen), so könnte man zu dem Schlüsse kommen, daß in der Zwischenzeit die Einwohner gezwungen wurden, dichter aneinder zu rücken. Tem ist jedoch nicht so. Die seit 1875 neu errichteten 700 Wohngebäude vermögen jedenfalls mehr Menschen zu fassen, als die bis 1875 vorhandenen 1000 Häuser. Wer da weiß, was für Räume früher „bewohnt" wurden, besonders während der Jahre, in denen ein ganzes Jnfanteriebataillon „bei den Bürgern lag", rvird ohne weiteres zugeben, daß sich mit der neuen Bauweise vieles gebessert hat. — Im Jahre 1875 waren 4537 Steuerpflichtige in Gießen vorhanden, das Normalsteuerkapital belief sich auf Mk. 560 262.69, bis zum Jahre 1901 stieg die Zahl der Steuerpflichtigen auf 8333, das Normalsteuerkapital aber auf Mk. 1870 971.8; während also die Zahl der Steuerpflichtigen sich noch nicht verdoppelte, hoben sich die Steuerkapitalien auf mehr als das Dreifache. Während im Jahre 1875 unser Stadtbudget sich mit 92 091 Mk. Gemeindesteuern begnügte, waren im Jahre 1900/1901 572 517.37 Mk., oder rund der sechsfache Betrag nötig, um einen Ausgleich mit den Ausgaben herbeizuführen. Im Jahre 1901/1902 gedenkt unser städtisches Finanzministerium den Bewohnern unserer Stadt mindestens 659 560 Mk. abzuknöpfen. Die Erfahrungen früherer Jahre haben gezeigt, daß immer noch« einige Tausend Mark mehr, wie veranschlagt, eingehen, unser Stadtsäckel wird darob nicht platzen, denn die Aufgaben, die sich die Stadt in punkto Ausgaben gestellt hat, kosten Geld, nochjmals Geld und zum dritten Male Geld. Ueber seinen Beitrag zu den Gemeindesteuern wurde in den letzten Wochen jeder Steuerzahler durch, den ihm fein säuberlich überreichten Zettel unterrichtet; die Summe der Gedanken, die sich beim Studium der Zettel in 8333 und mehr Köpfen bewegt, zu beschreiben oder aufzuzählen, ist nicht möglich, die Gefühle aber, die manchen beschlichen, mögen etwa denen gleichen, die sich mit Ankunft von Zwillingen oder beim unerwarteten Besuch, unangenehmer Menschen einstellen. — Unser Stadtbudget rechnet mit Ausgaben in Höhe von 1579 956.06 Mk., die die lumpigen 659 560 Mk. Gemeindesteuern noch nicht einmal zur Hälfte zu decken vermögen. Tie Ueberschüsse aus vermieteten Gebäuden und Grundstücken, dem Gas- und Wasserwerk, dem Schlachthaus, die Jagd, die Waganstalten, die Parzellenvermessung, das Oktroi, die Hundesteuer, die Fleischbeschau, sowie ein Rest aus vorderen Jahren bilden weitere Einnahmeposten. Und nun zu den Ausgaben. Ta erfordern vorab die Gebäude 4275 Mk., Grundstücke 10 829.29 Mk., Waldungen 39 533.30 Mark, Schlachthaus 17 477 Mk., Märkte 3059 Mk., Waganstalten 1119.40 Mk., Kirchen 75 974.19 Mk- Tie Erziehung der volksschulpflichtigen Jugend kostet 137 219.78 Mk., die höhere und erweiterte Töchterschule 66 282.22 Mk., die Bankarbeit der Realgymnasiasten und Realschüler 43 774.92 Mark, der Nachwuchs der zünftigen und freien Handwerksmeister 1959.63 Mk., die Rekruten des künftigen Gelehrken- standes (Vorschule des Gymnasiums) 6&5O Mk., während
die Aliceschule sich mit 841 Mk. begnügt. Ter Aufwand für öffentliche Feierlichkeiten ist von 2500 Mk. im vergangenen Jahre heruntergerutschi auf 600 Mk., womit jedenfalls nicht viel Musik gemacht werden kann. Für die öffentlichen Denkmäler sind 250 <Mk., für gemeinnützige Zwecke außerhalb der städtischen Verwaltung 8233.40 Mk. vorgesehen. Damit der Bürger und Steuerzahler seine Pantoffeln nicht allzu sehr abnutzt, jeden Tag höchstens einmal über die „angebundenen Steine", wie der Offenbacher sagt, stolpert, sind für Straßenunterhaltung 50 595 Mk. vorgesehen. Tie Kehrichtabfuhr und Straßenreinigung kostet, soweit diese Arbeit nicht von den schleppentragenden Damen gratis besorgt wird, der Stadt 53 494 Mk., die Straßenbeleuchtung 31105 Mk. Hieran könnte nach Meinung des stud. Spund ganz gewaltig gespart werden, wenn die lieben Gießener« „früh" heimgingen und das Laternenausdrehen nicht bestraft würde. Für die durch große und kleine Jungen, sowie die Herren Hunde mißhandelten öffentlichen Anlagen sind 11142 Mk. vorgesehen, für Brunnen 3580 Mk., Bäche 1900 Mark, Kanäle 11142 Mk., für das Filialarbeitshaus 2960 Mark. — Tie nach Jnbrandgeraten selbst der bestversicherten Häuser rücksichtslos thätigen Feuerlöschanstalten kosten der Stadt 3958.31 Mk., das liebe Faselvieh 1125 Mk., die Grenzvermessung und Grundbücher 6630.14 Mk., die Vertilgung schädlicher Tiere (frühere diesbezügliche Bekanntmachungen rechneten zu den schädlichen Vögeln auch die Eichhörnchen) 200 Mk. —> Daß die 26 000 Einwohner Gießens nicht samt und sonders der schweißtreibenden Beschäftigung des Kuponabschneidens obliegen, bestätigt der Etat der Armenvertoaltung, der 48350 Mk. erfordert. Mit einem Aufwand von 9090 Mk. sind die Arbeiter versichert, falls sie invalid werden oder infolge fortgesetzten Lebenswandels das 70. Jahr- überschreiten, mit 500 Mk. soll den Kleinen der Pockenteusel ausgetrieben werden. Tie milden Stiftungen, deren Gießen eine sehr große Zahl aufweift, erfordere 8254.24 Mark. Daß die Stadt Gießen zu einer Provinz gehört und in einem Kreise liegt, darf sie mit 96 000 Mk. bezahlen, und wenn sie ab und zu neben ihrem Kaiser Wilhelm-Regiment andere Soldaten beherbergt, mit 4000 Mk. — Das stets wachende Auge des Gesetzes, unsere Polizei, blickt blinzelnd auf die zu ihrer Unterhaltung bewilligten 26 050 Mk., wozu noch 2901 Mk. für die „öffentliche Sicherheit" kommen. — Dieweil unsere Beamten der allgemeinen Verwaltung sich noch nickst die Bedürfnislosigkeit von Schildkröten angeeignet haben, und gewissermaßen auch leben w )llen, sind für sie 111198.99 Mk. vorgesehen, für Pensionen und Witwengehalte 4499 Mk. Dieweil jedes geordnete Staats- und Gemeindewesen des Kredits bedarf, d. h. Schulden zu machen berechtigt ist, hat sich auch die Stadt Gießen einen Pump in Höhe von Sieben Millionen zweihundert zehntausend einhundert und zwei Mark und neunundfünfzig Pfennige geleistet, der natürlich verzinst und in Jahresraten abgetragen werden muß; es sind demnach 335 934.06 Mk. für Zinsen und 140 160 Mk. für Schuldentilgung vorgesehen. Glücklicherweise steht den Schulden ein Vermögen von 8 444 837.72 Mk. gegenüber, so daß vorläufig Gerichtsvollzieher und Konkursverwalter hübsch „draußen bleiben" müssen. Der städtische Schutzzoll, zu deutsch Oktroi, soll 114 750 Mk. bringen, wovon 22 711 Mk. wieder verausgabt, werden. Böse Menschen behaupten, daß seit Abschaffung des Oktrois auf Mehl und Backwaren das Brod nicht billiger geworden sei. — Tie übrigen Ausgabeposten sind einzeln nicht von Belang, repräsentieren aber in ihrer Gesamtheit immerhin etwas, das den Steuerzettel inhaltsschwerer zu machen geeignet ist. Weise Sparsamkeit hat nach der Versicherung unserer Stadtväter immer obgewaltet und soll auch in Zukunft beobachtet werden; wer es nicht glaubt, rückt das nächste Mal um eine Steuerstufe höher. —
Gerichtssaal.
Gießer», 1. Juli. (Gewerbegericht). Unter dem Vorsitze des Beigeordneten Wolff kamen heute 6 Streitsachen zur Verhandlung. Als Beisitzer fungierten Schreinermeister F. H. Müller und Schriftsetzer Adolf Hensel; (F. H. Müller an Stelle des erkrankten Schlossermeisters Karl Stohr». Die Firma Egly unb Bindewald, Zigarrenfabrik, klagt gegen die Tabakabstretferin Frau Dina Krauökopf aus Wiederaufnahme der Arbeit, weil sie sie ohne Grund und Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen habe. Die Beklagte erkennt an, unbefugt die Arbeit verlassen zu haben und bittet die Klägerin, ihr die Kündigungsfrist zu erlassen, weil sie schlimme Augen habe. Herr Bindewald erklärt aus prinzipiellen Gründen die Klage erhoben zu haben, verzichtet aber nun, nachdem die Beklagte ihr Unrecht eingesehen, auf Wiederaufnahme der Arbeit durch dieselbe. — In der Klagesache des Hausburschen Kaspar Keßler von Röddenau, vertieten durch seinen Bruder Daniel Keßler in Eberstadt, gegen den Bäckermeister Ludwig Keil hier werden 18 Mk. rückständiger Lohn verlangt. Der Beklagte wendet ein, daß er den Kläger als Hausburschen gegen monatliche Vergütung engagiert habe und daß deshalb der Dtenstaustritt nur am Schluffe eines Monats, nach am 15. desselben Monats erfolgter Kündigung des Vertragsverhältniffes, erfolgen könne. 8 621 des Bürgerlichen Gesetzbuchs treffe hier zu. Er beantrage Klag, abweisung, indem er einen Schaden von mindestens 18 Mk. gegenklagend geltend mache, der ihm kurch den verfrühten Dienstaustritt entstanden sei. Der Vertreter des Klägers bleibt bei seinem Klagantrag, weil es sich um ein gewerbliches Arbeitsverhältnis handele, welches jederzeit nach Einhaltung der 14tägigen Kündigungsfrist gelöst werden könne. Der Be. klagte giebt zu, daß Klager als Hausbursche in seinem Gewerbebetriebe beschäftigt gewesen sei, wendet aber noch ein, daß er ein Dienstbuch, nicht aber ein Arbeitsbuch besessen habe. Das Gewerbegericht vertritt die Ansicht, daß im Fragefall der § 621 des B. G.-B. keine Anwendung finde, da gemäß $ 32 des Einführung«gesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch die Vorschriften der Reichsgesetze in Kraft bleiben unb mithin das Bürgerliche Gesetzbuch nur soweit Platz greife, als die Gewerbeordnung keine Bestimmung enthalte. § 122 der Gewerbeordnung bestimmt aber, daß das Arbeitsverhältnis zwischen den Gesellen oder Gehilfen pp. und ihren Arbeitgebern, wenn nicht ein anderes verabredet ist, durch eine jedem Teile freistehende, 14 Tage vorher erklärte Aufkündigung gelöst werden könne. Daß der Kläger ein Dienstbuch anstatt des Arbeitsbuches besessen, ändere nichts daran, daß Kläger trotzdem gewerblicher Arbeiter sei. Der Beklagte erklärte sich hiernach bereit, den eingeklagten Lohnbetrag zu zahlen. — Die Klage des Schirmmachers Paul Breitkopf gegen die Firma Joh. Spies u. Co. (Inhaber M. Levi), über die wir bereits in Nr. 136 und 141 berichteten, kommt heute wiederum zur Verhandlung, nachdem der als Zeuge benannte Schirmmacher Georg Hammel hierher zurückgekehrt ist und auch seine Klage wieder ausgenommen hatte, in welcher heute ebenfalls Termin ansteht. In beiden Sachen kam, nach Vernehmung des Hammel, Vergleich dahin zu stände, daß die Beklagte an die Kläger je 12 Mk. Entschädigung 'zahlt. — Die letzte Sache betrifft einen Entschädigungsanspruch von 36 Mk. des Schuhmachers Johs. Glitsch gegen den Schuhmachermeister Joh«. Hecker wegen unbefugter kündigungsloser Entlassung. Die Parteien verhandeln widersprechend zur Sache. Der Beklagte erklärt, den Kläger gar nicht entlassen zu haben; dieser sei ohne Entlassung weggegangen. Im Übrigen sei er aber zur Entlassung berechtigt gewesen, weil ihn Beklagter gröblich beleidigt habe. Der Kläger behauptet dagegen, daß Beklagter ihn beleidigt habe, lieber die gegen- fettigen Behauptungen erließ das Gericht Beweisbeschluh; es sollen drei Zeugen zur Sache vernommen werden.
Vermischtes.
♦ Köln, 2. Juli. Ein Gutspächter aus Groß-Bernich, der, von Köln heimwärts gehend, abends einen einsamen Weg über Poulheim nach Hause eiuschlug, ist auf der letzten Strecke überfallen und ermordet worden. Die Leiche wurde erst nach mehrtägigem Suchen in einem Kleefelde, an eine Strohmiete gelehnt, halb verwest mit zwei Schußwunden am Kopse hnb einer Verletzung am Auge aufgefunden. Der Gutspächter führte eine große Summe Geldes bei sich, wovon noch 100 Mk. bei der Leiche sich vorsandeu. Allem Anscheine nach liegt ein Raubmord vor.
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. , „ . „ , . Die 16 Sektionen sind:
1. Klassische Archäologie, 2. Numismatik, 3. Geschichte des klassischen und orientalischen Altertums, 4. Geschichte der
Kunst und Wissenschaft.
Die Ueber brettlseuche fängt allmählich an, in unheimlicher Weise um sich zu greifen. Tas wenige Gute, ; -Has, so wird aus München geschrieben, in den ersten I Gründungen dieser Art immerhin noch enthalten war und il)nen eine gewisse Berechtigung gab, macht immer mehr der i rohesten Zote oder dem gewöhnlichsten Dilettantismus Platz, k Ee die kleinen und kleinsten Talentchen unserer Zeit, über die sonst die mächtige Welle der Tagesereignisse rücksichtslos hinwegging, kommen jetzt mit einem Male zu Ehren und Ansehen; ihr Weizen blüht und man darf sich nicht darüber wundern, daß die Ueber- und Unterbrettl wie Puze nach! einem warmen Regen aus dem, wie es bedauerlicherweise scheint, ziemlich vermorschten deutschen Kulturboden schießen. Auch in München haben wir wieder so einen Fliegenpilz zu verzeichnen, der bereits einmal abgeschnitten war, aber wieder nachwuchs und üppiger wie .vorher gedieh: ich, meine das sog. „deutsche Cabaret" eines Herrn Franz v. Borgias-Schmid. Tie Erfolge der elf Scharf- ricfitcr haben diesen unternehmenden Herrn nicht ruhen lassen, was jene konnten, brächte er wohl auch zu stände, mtd vielleicht noch besser. Er behing ein ordinäres Kueip- lakal einer obskuren Wirtschaft mit ein paar roten Fetzen, nagelte einige alte Bretter an die Wand und nannte das Ganze mit bemerkenswerter Unverfrorenheit eine Bauern- 'flube a la Ostade! Und dann setzt er seinen Gästen am Eröffnungstage (25. Juni) ein Ragout von Blödsinn und
antiken Litteratur, 5. Geschichte des antiken Rechts, 6. Allgemeine und diplomatische Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit; Diplomatik und Archivwissenschaft, 7. Geschichte der mittelalterlichen und modernen Litteratur,.8. Geschichte der mittelalterlichen und neueren Kunst, 9. Rechts - geschichte, 10. Geschichte der nationalökonomischen und sozialen Wissenschaften, 11. Geschichte der Philosophie und Pädagogik, 12. Religionsgeschichte, 13. Geschichte der geographischen Forschungen und Entdeckungen; historische Geographie, 14. Geschichte der mathematischen und experimentellen Wissenschaften, 15. Geschichte der Musik und der dramatischen Kunst, 16. Methodik der Historiographie. Tie bisherigen Anmeldungen zur Teilnahme gehen bereits in die Hunderte; aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz liegen schon jetzt 117 Einzeichnungen vor. Wir nennen von bekannteren Namen die Professoren Bode-Berlin, Deussen- Kiel, Diels-Berlin, Dieterich-Gießen, Ficker-Straßburg, Furtwängler-München, Helmolt-Leipzig, Hassert-Tübingen, Hirschfeld-Berlin, Holtzapfel- Gießen, Ihne-Heidelberg, Justi-Bonn, Lamprecht-Leipzig, Theodor Mommsen-Berlin, Pick-Jena, v. Scala-Innsbruck, Schineider-Zürich, Schön e- Kiel, Schwind-Wien, v. Seidlitz-Tresden, Varrentrapp-Straß- burg, v. Weechi-Karlsruhe, v. Wilamowitz-Möllendorf-Berlin, Windelband-Straßburg, Woermann-Dresden, Zangemeister- Heidelberg.
müssen, bis auchi diese ungesundeste, widerlichste und in ihren Folgen noch gar nicht abzusehende Mode wieder verschwunden sein wird? In der That, das 20. Jahrhundert fängt in Sachen des guten Geschmackes nicht gerade verheißend an. Und man hatte sich doch schon gerühmt, das berüchtigte fin die siecle endgiltig überwunden zu haben! Mir scheint, daß es jetzt erst seine höchste Vollendung und Reinkultur erreicht hat! Eine energische Gegenbewegung aller, die sich noch ein wenig guten Geschstnack bewahrt habens wäre vielleicht allmählich recht sehr am Platze, bevor dieser grobe Unfug weiteres Unheil anrichten kann, und das ganze deutsche Künstler- und Litteratentum der Bohemeseuche rettungslos verfallen ist?
Tie Vorarbeiten für den Internationalen Kongreß der historischen Wissenschaften, der im Frühjahr 1902 in R o m stattfinden wird, nehmen erfreulichen Fortgang. Tas Ehrenpräsidium hat König Viktor Emanuel III. übernommen. Tas italienische Ministerium der öffentlichen Arbeiten gewährt jedem Kongreßmitglied, das an der Grenze seine Legitimation vorweist, für die Hin- und Rückreise von der Grenze nach Rom eine Fahrpreisermäßigung von 30 Proz. für alle Wagenklassen und wird außerdem Extrazüge zum Besuch von Neapel und
blutigster Impotenz vor, daß jedes Tingel-Tangel letzten 1 Pompeji zur Verfügung stellen.
Ranges die reine Volksbildungsstätte dagegen ist. Es würde 1 o cn...
sich ja eigentlich nicht verlohnen, darüber zu reden, wenn derlei Tinge nicht eben symptomatische Bedeutung hätten. .Was werden wir auf diesem Gebiete noch alles erleben


