Ausgabe 
4.5.1901 Zweites Blatt
 
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nie. Bei der heutiger Gewinn von 50 000 Mk. in Gewinn von 15 000 Ml.

Gewinn von 10000 Mk.

i Gewinn von 5000 Ml. gerne ä 2000 Ml. auf 3 Gewinne 4 1000 M. Gewinne k M M. auf 46, 11159, 10 Gewinne

11593, 15141, 23813, > 44298, 15 Gewinne 3408, 4871,7465,8835, 14, 35443,38771,40621, die ersten Maitage lautet: l bedeutende Regen i Gewittern. Daraus gH i ijt ein kritischer Termin Mustern,-. Aik M» iaen Tage bement -

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feiern. Die Arrangements sind nicht in der Hallen-, sondern m der Ditoburg getroffen.

Sch. Darmstadt, 2. Mai. Bildhauer Professor Rudolf Bosselt von der hiesigen Künstler-Kolonie hielt heute abend im Kaisersaale einen vom BolkSbildungS-Berein arrangierten Vertrag über Ziele und Wesen der dies jährigen Ausstellung auf der Mathildenhöhe, der mit großem Beifall von der außerordentlich großen Zuhörer- schar ausgenommen wurde, und ein sehr intereffantes Bild über die bedeutungsvolle Aufgabe der Kolonie gab.

Darmstadt, 2. Mai. Die Stadtverordnetenver- sammluug beschäftigte sich in ihrer heutigen Sitzung mit einer Vorlage der Bürgermeisterei betr. die Erbauung von kleinen Wohnungen für städtische Arbeiter und Bedienstete. Vorgesehen ist bis jetzt an verschiedenen Plätzen innerhalb der Stadt und auf Kosten der Stadt die Einrichtung von zunächst vier Doppelhäusern mit je acht Wohnungen darunter drei Zwei- und eine Dreizimmer­wohnung mit einem Kostenaufwand von insgesamt etwa 240 000 Mk. Zu den Zweizimmerwohnungen soll je ein Stückchen Land, soweit es das Gelände zuläßt, gegeben werden. Im ganzen gedenkt die Stadt in den nächsten Jahren elf Häuser, auf drei Jahre verteilt, zu erbauen, mit etwa acht Wohnungen teils zu zwei, teils zu drei Zimmern und zwar in den ersten beiden Jahren je vier, im dritten drei Häuser. Die Mietpreise sollen aber jedenfalls nicht er­heblich geringer als die in Privathäusern bemeffen werden, da man sonst befürchten muß, die private Bauthätigkeit ab­zuschrecken. Das dürfe man aber um so weniger, als dadurch die Wohnungsnot, der man ja gerade steuern wolle, nur ge­steigert werden würde. Man rechnet mit einer Rentabilität von Zi/z Prozent bis höchstens 4 Prozent. Die Vorschläge der Bürgermeisterei wurden einstimmig angenommen, die ge­forderten Mittel bewilligt.

k. Mainz, 2. Mai. Im Verfolg eines im verflossenen Jahre gefaßten Beschlusses hat der hiesige Detaillisten­verein jetzt einenAntispiritusrtng" gebildet. Infolge dieser Vereinbarung werden die hiesigen Detaillisten von nun an nur nochringfreien Spiritus- führen, der nach der Behauptung der Wortführer der neuen Bereinigung bei weitem besser und billiger sein soll, als dieRingware". Die Maifeier ging hier ziemlich spurlos vorüber. In den meisten Werkstätten und allen Baustellen wurde gearbeitet, und erst gegen Abend entwickelte sich in den von Arbeitern ausschließlich besuchten Lokalen etwas mehr Leben, wie an den sonstigen Wochentagen. In dem Hauptquartier der hie­sigen Sozialdemokraten fand eineFestversammlung" statt, bei der der Landtagsabg. Dr. David sprach.

Mainz. 2. Mai. Wie derM. A." zur Weisenauer Mordthat erfährt, hatte Albert auf König, mit dem er in demselben Hanse wohnte, Haß geworfen, der dadurch noch verstärkt wurde, daß Albert vorgestern eine bürgermeisterliche Vorladung erhalten hatte und ihm eröffnet wurde, daß er das außereheliche Zusammenleben mit seiner Geliebten (dem Verhältnis ist schon ein Kind entsprungen) aufgeben müsse. Albert glaubte, daß König bezw. deffen Fran die Beranlaffer gewesen, ihn und seine Geliebte bei der Bürgermeisterei denunziert hätten. Der Mörder Albert gehörte früher dem Brauerbunde an und war auch der Schriftführer des Be­zirksvereins Mainz-Weisenau. Während mm Albert aus dem Brauerbund austrat und Mitglied des organisierten BrauervereinS wurde, blieb König weiter Mitglied des Bundes und ließ sich auch von Albert nicht überreden, eine Sinnesänderung in dieser Hinsicht vorzunehmen. Das ist der eigentliche Beginn des HaffeS, den Albert auf König geworfen hat und der sich immermehr verstärkte und schließ­lich zum Mord führte. Gestern mittag hat ein 19jähriger junger Mann von hier versucht, sich zu vergiften. Er hat in selbstmörderischer Absicht ein Fläschchen mit Salzsäure ausgetrunken und sich innerlich schwer ver- letzt. Eine 23 jährige Frau, die mit ihrem Ehemann in Scheidung lebt, hat ebenfalls in selbstmörderischer Absicht Salzsäure getrunken, ihr Zustand ist recht bedenklich. In einem Hause der Hinteren Bleiche hat sich heute Vor­mittag ein Jnvalidenrentenempfänger (früh. Goldarbeiter), 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von 3 Kindern, in selbstmörderischer Absicht aus einem Revolver eine Kugel in die rechte Schläfe geschosien. Die Kugel blieb im Kopfe stecken. Der Mann ist noch am Leben, doch erklärte der hinzugerufene Arzt, daß jegliche Rettung ausgeschlossen sei. Der Lebensmüde ist durch ein Brustleiden, das ihn vor zwei Jahren befiel, und ihn arbeitsunfähig machte, zu der Der zweiflungsthat getrieben worden. Eine kurze Abwesenheit der Frau wurde von dem Bedauernswerten dazu benutzt, den Selbstmord zu vollbringen.

Wiesbaden, 2. Mai. Am 31. Mai findet hier die Haupt­versammlung des allgemeinen deutschenVereinSfür Schulgesundheitspflege statt, die einen recht zahlreichen Besuch verspricht. Die Tagesordnung ist wie folgt festgestellt: 1. die preußische Schulreform vom gesundheitlichen Stand­punkt aus betrachtet; 2. Einführung einer einheitlichen Schreib- und Druckschrift; 3. die schulhygienischen Einrich­tungen der Stadt Wiesbaden; 4. Schulhygiene und Schwind­suchtsbekämpfung.

Vermischtes.

* Köln, 2. Mai. Soeben fand im JagdauSrüstungs geschäft von Engelbert Clever eine folgenschwere Ex­plosion statt, augenscheinlich hervorgerufen durch unachtsame Behandlung beim Füllen der. Patronen. Der Büchsenmacher Wolf wurde sehr schwer verbrannt, er konnte von der Feuer­wehr nur mit größter Mühe unter den Trümmern hervor geholt werden, zwei Lehrjungen find leichter verletzt, des­gleichen ein Feuerwehrmann. Die Souterrainräume, sowie der Laden find vollständig demoliert. Zahlreiche Feuerwehr­mannschaften find gegenwärtig mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt.

* Breslau, 2. Mai. Heute nacht erschoß sich ii Bnnzlan der Pastor Gansel aus KottbnS, nachdem er ver­

geblich versucht hatte, bei dortigen Verwandten Geld auf- zuuehmen.

Paris, 2. Mai. Die Polizei verhaftete gestern abend zwei Engländer, namens Miller und Edwards, unter dem Verdacht, den vor einigen Tagen gemeldeten Einbruchs­diebstahl bei der hiesigen amerikanischen Expreß-Kompagnie verübt und dabei die eiserne Kaste mit Dynamit gesprengt zu haben. In der Wohnung Millers wurden mehrere Dy­namitpatronen gefunden.

Madrid, 2. Mai. In Andarias, Provinz Zamora, hat ein Pfarrer im Einvernehmen mit einer Frau deren Mann namens Jose Madrid erschossen. Der Pfarrer wurde verhaftet, nachdem er am letzten Sonntag noch das Hochamt gefeiert hatte, und samt seiner Geliebten eingekerkert.

KhakimarmS Xardm.

Am heimischen Tisch sitzt ein Khakimann,

Sich fteuend des Mahls und der müßigen Stunden

Man starrt seine narbigen Züge an:

Erzähl' uns von den chinesischen Hunden!

Wo schlug man so eklig die Nas' Dir entzwei?"

In Schanghai! Wir wurden dort angefallen

Bon englisch-bengalischer Polizei

Und schlüpften nur mühsam aus ihren Krallen!"

Und der Hieb an der Stirn?"In Tientsin

Mußt' ich gegen Aankees vom Leder ziehen."

Und das Mal auf der Backe?"Das hat, müßt Ihr wissen Mir beim Brüderschasttrinkeu ein Rüste gebissen.

Im Felde war ebenfalls Einiges los,

Gehungert hab' ich und wenig geschlafen,

Verbunden aber wurde ich bloß,

Sobald wir auf unsre Verbündeten trafen!" E. K.

Universitäts-Nachrichten.

Man schreibt aus Heidelberg: Der Mathematiker Profeffor Dr. Moritz Cantor feiert am 6. ds. sein SOjähriges Doktor-Jubiläum. Die Studentenschaft wird ihm, wie verlautet, an diesem Ehrentage einen Fackelzug darblingen. Dr. B. Peter, a.-o. Profeffor an der Uni- versitüt Leipzig, feierte am 1. ds. sein 2djähriges Amtsjubiläum als Observator an der Universitätsfiernwarte. Aus Halle a. S. wird geschrieben: Die akademische Körperschaft wählte am 1. ds. für das neue Studienjahr 1901/1902 Professor Dr. v. Bramann von der medizin­ischen Fakultät zum Rektor der Universität. Prof. v. Bramann ist der Nachfolger Volkmanns in der Leitung der chirurgischen Klin'k, und war einer der Aerzte des Kaisers Friedrich als damaliger Assistent v. Berg­manns. Weiter wird aus Halle geschrieben: Der hiesige Privatdozent Dr. Wilhelm Köhler wurde zum etatsmäßigen Profeffor an der tech« Nischen Hochschule zu Aachen ernannt. Der Privatdozent an der deutschen Universität in Prag Dr. Egon Ritter v. Oppolzer ist zum Professor der Astronomie an der Universität in Innsbruck ernannt worden. In der philosophischen Fakultät der Universität Bern hat sich der kantonale Staatsarchivar Dr. Heinrich Turler für das Fach der historischen Hilfswiffenschaften (Diplomatik und Chronologie) habilitiert. Dr. G. Sanarellt wurde zum 0. Profeffor der Hygiene an der Universität Bologna und Dr. I. Salvioli zum 0. Profeffor der all­gemeinen Pathologie an der Universität Padua ernannt. Mehrere aus Posen und Westpreußen stammende polnische Studenten der Medizin an der Greifswalder Universität wurden wegen polnischer Agitationen relegiert; der Kultusminister hat das Urteil bestätigt.

Gerichtssaal.

Seh Darmstadt, 2. Mai. Das Kriegsgericht verurteilte heute den Musketier Jacob Auer von der Leib-Compagnie des Jnf.-Regt. Rr. 118, aus Gr.-Gerau stammend, einen vor und während seiner Militärzeit vittfach vorbestraften Menschen, wegen Gehorsamsverweigerung, Achtungsverletzung, Beschädigung von Dienstsachen re. zu einer Gesamt­strafe von 6 Monaten Gesängniß. Strafkammer. Stationsverwalter Jacob Beaurig, vorher in Rosengarten, wurde wegen der Verbrechen aus S 350 und 351, sowie aus 267, 268 des St.-G.-B, sowie 286 durch Strafkammerb^schluß außer Verfolgung gesetzt, bezüglich der übrigen Ver­gehen gegen §S 331, 263 und 274 des St.-G.-B. wird demnächst das Hauptverfahren an der Strafkammer 1 eingeleitet werden. Das Gericht verurteilte heute den Gemetnderechner Adam Volk von Etzengesäß i. O. wegen Vergehens im Amt zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 6 Monate, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. V. hatte im vorigen Jahre 1300 Mk. aus der Gemeindekaffe für sich verwendet und einen Einbruch fingiert. Vor dem Untersuchungsrichter war er geständig, heute leugnete er alles, wurde aber durch die Zeugen­aussagen überführt

Berlin, 2. Mai. In der Sternberg'fchm Ehescheidungs­sache stand vor der 7. Zivilkammer des Landg-richts II unter dem Vorsitze deS LandgertchtSdtrektors Meyer Termin an. Die als Zeugin geladme Frieda Woyda und die Blümke'schen Eheleute bekundeten in Uebereinstimmung mit ihren Aussagen im Strafprozeß, daß Stern­berg mit der Woyda nichts zu thun gehabt, und daß auch Niemand versucht habe, ste zu Gunsten Sternbergs zu beeinflussen. Da Darauf; bin die Ebe nicht geschieden werden konnte, so find seitens des kiäqerischen Vertreters zwei andere Zeugen, ein 17- und ein i9jährigeS Mädchen benannt, zu deren Vernehmung Termin auf Mitte Mai angesetzt worden ist.

Arbetterbewegung.

Mainz, 2. Mai. Die hiesigen Bauunternehmer haben bis heute auf die Nachricht des Gewerbegerichts, daß die Maurer zur Bei­legung der bestehenden Differenzen das Gericht als Einigungsamt ange­rufen haben, keine Antwort erteilt. Die Maurer beabsichtigen, bei längerem Schweigen der Bauunternehmer, in einer öffentlichen Versammlung die weiteren Schritte zu beschließen.

Madrid, 2. Mai. Bei AguilaS, Provinz Murcia, verursachten etwa 1000 ausständische Bergarberter Ruhestörungen. Als auf die Gensdarmerie geschossen wurde, ging diese gegen die Menge vor. Eine Person wurde getötet, einige verwundet.

Genua, 2. Mai. Heute treten etwa 500 Arbeiter, die bei der Verladung von Kohlen auf einem abgehenden Dampfer beschäftigt sind, wegen Streitigkeiten über die Arbeitsdauer in den Ausstand. Unter­handlungen zur Beilegung sind im Gange.

Livorno, 2. Mai. Ungefähr 200 Bootsleute sind in den Aus' stand getreten; sie verlangen Erhöhung der Tarife.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeiner.

Sonntag den 5. Mai. Car täte.

Gottesdienst.

In der Etadtttrche.

Vormittags 8 Uhr: Frübgottesdienst. Pfarrer Schlosser. Zugleich Cvristenlkhre für die Neukonfirmterten der Matthäusgemetnde.

Vormittags 9*/ Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Msrkasgemeinde.

Pfarrer Dr. Grein.

Am nächsten Sonntag den 12. Mai beginnt, verbunden mit dem Frühgottesdienst, die Christenlehre für die Neukonfirmierten au8 der Markusgemeinde.

Donnerstag den 9. Mai, abends 8 Uhr, Kovfirmandenoereinigung der Matthäuögemeinde (Mädchen) im K^nfirwandensaol.

Sonntag den 12. Mai, abends 8 Uhr, Konfirmandenvereinigung der Matthäusgemetnde (männliche Jugend) im Ror.fi '.manbenfaaL

3» der JohanneSttrche.

Vormittags 8 Ihr: Pfarrer Dr. Naumann.

Zugleich Chrtstenlehie für di. Neukovfirmieiten der JohanneSgemttnde.

Vormittag» 9>/, Uhr: Plärrer Suler.

Vorm t ags 11 Ihr: K nd.rkirche für die LukaSgemeind«. Pfarrer Euler.

KatHalische Gemeinde.

SamStag den 4 Mai.

Nach mir tag« um 4 V, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenh- t zur bell. Bricht.

Sonntag den 5. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Vormittags oon 6*/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste hcil. Mess-;

vor und in derselben Aufteilung der heil. Kommvi ion.

um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

um£9 i/s Uhr : jpoaiamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen.

Dienstag und Freitag abends um 6*/i Uhr: Maiandacht.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.

Israelitische Keligiousgemeinde.

Samstag dm 4. Mai 1901.

Vorabend 7" Uhr, morgens 8»> Uhr, Predigt, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 8to Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschost.

Gabbathseier am 4. Mai 1901.

Freitag abends lu Uhr, Samstag vormittags 8 Uhr, nach­mittags 4 Uhr, Sabbathausgang 849 Ubr.

Nachmittags 38j Ubr Schrifterflärung.

WochenaottiSdienst: moraentz 630 Ubr. avendS 840 Üb'.

Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.

fc. Frankfurt a. M., 2. Mai. (Dividenden.) Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt Frankfurt a. M., Dividendenvorschlag 15 Proz. (im Vorjahre 15 Proz.). Hanauer Kleinbahngesellschast, Akt.-Ges., Dividende 6 Proz. wie im Vorjahre.

Viehmärkte.

Gießen, 2. Mai. Aufgetrieben waren ca. 1500 Kühe, Stiere und Rinder, ca. 1300 Schweine. Ofipreußische Milchkühe erzielten gute Preise 400 bis 450 Mk. das Stück. Milchkühe 1. Qualität 425 bis 475 Mk., 2. Qualität 300 bis 350 Mk. Abmelkkühe 180 bis 220 Mk. Trächtige Rinder, große schwere 300 bis 325 Mk., leichtere 245 bis 275 Mk. Fette Kühe 25 Mk. der Gentner (Lebend­gewicht). Kälber 1. Qualität 55 biS 60 Mk, 2. Qualität 45 biS 50 Mk. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht. Der Schweinehandel war lebhaft; ein paar Ferkel 40 bis 60 Mk. Einlegschweine je nach Qualität 75 bis 100 Mk. pro Paar. Der Handel ging im großen und ganzen flott von statten und ließ nur einen geringen Ueberstand zurück.

§ Nied er-Moos, 1. Mai. Der erste diesjährige Viehmarkt fand heute hier statt, und war in Schweinen sehr gut befahren. Rindvieh war nicht aufgetrieben. Es waren etwa 300 Schweine da, meistens junge Ferkel, die fast alle verkauft wurden, das Paar mit 40 bis 50 Mark (7 bis 9 Wochen alt). Der diesjährige Preis dieser Frühjahrsferkel ist sehr hoch. Auch waren einige Zuchtschweine da, von denen nur wenige ver­kauft wurden, das Stück zu 50 bis 65 Mk. Fette Schweine wurden ziemlich verkauft, das Pfund Schlachtgewicht von 48 bis 50 Pfg. Im ganzen war der Handel recht lebhaft und die Preise etwas steigend.

Allgemeiner Deutscher B.rficherungS'Verein in Stntt« gart. Vom 1. Januar bis 31. März 1901 wurden 22 041 neue Versicherungen abgeschlossen und 44£0 Schadenfälle reguliert. Davon entfallen auf die Haftpflichtversicherung 1178 Fälle wegen Körper­verletzung und 979 wegen Sachbeschädigung; auf die Unfallversiche­rung 2111 Fälle, von benen 17 den sofortigen Tod und 17 eine gänz­liche oder teilweise Invalidität der Verletzten zur Folge Ratten. Von den Mitgliedern der Kapttalversicherung für den Todesfall sind im gleichen Zeitraum 182 gestorben. Am 1. April 1901 waren 403 088 Policen über 2 659172 oersiäierte Personen in Kraft.

Neueste Meldungen.

(Telephon-Meldungen desGießener Anzeigers".)

St- Berlin, 3. Mui. (12*5 Uhr.) Es verlautet, daß eine partielle Umbildung des Ministeriums durch den Rücktritt der Minister v. Hammer st ein und v. Miquel bevorsteht. Viel bemerkt wird, daß der Kaiser gestern bis Mitternacht bei dem Fürsten Henkel v. Donnersmark verweilte. Die heutigen offiziellen Erklärungen, daß das Reich für die Deckung seines Ausgaben-Bedarfs und für Entwicklung seiner eigenen Finanzquellen sorgen müffe, be­tätigt unsere frühere Informationen, daß trotz allem der Plan einer Biersteuer erwogen wird.

A. Berlin, 3. Mai, 2.05 Uhr. Die für heute morgen angesagte Sitzung der Kanalkommission ist auf­gehoben worden.

W. Berlin, 3. Mai. (2.15 Uhr.) Miquel hat sein Entlassungsgesuch eingereicht und der Kaiser soll es genehmigt haben.

W. Elberfeld, 3. Mai. (2.10 Uhr.) Dr. Schimmel (Militärbefreiungsprozeß) aus der Haft entlassen, worden.

R. Stuttgart, 3. Mai. 11.55 Uhr. In der Kammer erklärte der Justizminister, daß der Schaden des ambu­lanten Gerichtsstandes der Presse am längsten gedauert habe.

Stuttgart, 3. Mai. Ein Metzger hier hatte mit einem Pferdemakler ein Pferd gewonnen und dasselbe für 800 Mart verkauft. Der erwachsene Sohn des Gewinners, welcher sich demnächst verheiraten will, bat seinen Vater um 200 Mark Gewinnanteil, was ihm letzterer verweigerte. Es entstand ein Wortwechsel, der derartig ausartete, daß der Sohn dem Vater mit dem Metzgermefser ein Auge aus st ach und ihm auch sonst noch mehrere Stichwunden am Kopf beibrachte. Die Sache ist bei Gericht anhängig.

Aalen, 3. Mai. Eine mehr als 70 Jahre alte, gut situierte Witwe hier schnitt sich am Grabe ihres Mannes den Hals ab und starb bald darauf.

Nom, 3. Mai. Ter König wird, demCapitano Fra- cassa" zufolge, am Sonntag durch Dekret einen neuen Orden der Arbeit stiften. Derselbe soll Burgern und Arbeitern verliehen werden, die auf dem Gebiete der Wohl- sahrseinrichtungen und Arbeitsverhältnisse sich verdient ge­macht haben.

Budapest, 3. Mai. Mehrere hundert Universi­tätshörer ohne Unterschied der Parteistellung hielten eine Konferenz ab und beschlossen, an die russischen Stu­denten ein Begrüßungstelegramm zu richten, das von sämtlichen ungarischen Studenten unterschrieben wird. Ferner wird an den Grafen Tolstoi ein Begrüßungs­telegramm gerichtet. .

'Yokohama, 2. Mai. Infolge davon, das; der Fi­nanzminister gewisse öffentliche Arbeiten verschob, reichte Marquis Ito sein Entlassungsgesuch ein.