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02/06/1901 Drittes Blatt
 
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18 Uhr:

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»rv. l»r Drittes Blatt.

151. Jahrgang.

Sonntag 2. Jun» 1901

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

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FtrnsprrchanfchlußNv.AS.

Ans Stadt und Land.

Gieße», den 1. Juni 1901.

Mainz, 30. Mai. Eine hiesige Frau, die leidend ist, bediente sich zur Beseitigung des Leidens bezw. zur Linder, ung der Opiumtropfen, von denen sie täglich einige zu sich nahm. Vorgestern nahm die Frau nun nicht weniger als 80 Tropfen Opium auf einmal, worauf sich felbstver- stündlich Anzeigen einer Vergiftung bemerkbar machten. Einem alsbald herbeigerufenen Arzte gelang es, durch rasche Ver­abreichung von Gegenmittel die Frau zu retten. Ein audb hin in Schifferkreisen bekannter Steuermann aus Caub ist vor einigen Tagen von einem bedauerlichen Unglücksfall heimgesucht worden. Bei der Heimreise von Büdesheim nach Caub sprang der Mann, da er das AuSsteigen verschlafen hatte, aus dem bereits wieder in Bewegung gesetzten Zuge. Leider stieß er bei diesem verhängnisvollen Sprung mit dem Kopf gegen eine Telegraphenstange, sodaß der Unglückliche mit zersprungenem Schädel und auch sonst bedeutenden Ver­letzungen am Körper auf der Strecke liegen blieb. Bis heute ist der Mann noch nicht zur Besinnung gekommen, der ver­hängnisvolle Sprung dürfte ihn das Leben kosten. Vor zirka 14 Tagen wurde hier im Rhein die völlig nackte Leiche eines Mannes gelandet, doch mußte die Leiche, die bereits stark in Verwesung übergegangeu war, bald beerdigt werden. Dieser Tage traf nunmehr eine Frau von Frank­furt hier ein, die mit ziemlicher Sicherheit aus der Personal­beschreibung und der aufgenommenen Photographie in der Leiche ihren eigenen Mann erkannt haben will. Ihr Mann war längere Zeit in Köln und wollte auf Ostern mit einer Summe von 400 Mk. nach Frankfurt zurückkehren, ist aber dort nicht eivgetroffen. Die Frau erzählt nun, ihr Mann sei ein leidenschaftlicher Schwimmer gewesen, sie glaubt da­her, ihr Mann habe hier in Mainz im offenen Rhein ein Schwimmbad genommen und sei dabei verunglückt.

Kastel, 30. Mai. Der Gärtner Horn, der erst seit dem vorigen Monat in den Ehestand getreten, versuchte in der vorigen Nacht sich wieder seiner Ehefesseln zu entledigen. Er wußte seine Frau zu bestimmen, mit ihm einen Spazier­gang nach dem Steinbruch in der hiesigen Gemarkung zu unternehmen. Dort angelangt, versuchte er seine Frau zu ermorden, zum Glück wurde er bei dem Versuche der schrecklichen Thal von Krämpfen befallen und die Frau konnte sich nach Hause flüchten, wo sie ihren Eltern von der That Bericht erstattete. Der Vater und der Bruder der jungen Frau verabreichten dem heimkehrenden H. infolgedessen eine gehörige Tracht Prügel, der Geprügelte erstattete der Polizei heute morgen Anzeige. Als er nun vernahm, daß auch die Eltern von dem Mordversuch Anzeige gemacht, nahm Horn Reißaus, hinter ihm drein in einem Wagen folgte die Polizei. Die wilde Jagd ging bis zum Rheinufer und der Verfolgte stürzte sich unterhalb der Straßenbrücke in den Rhein. Das Wasser scheint dem Selbstmörder zu kalt gewesen zu sein, denn er schwamm plötzlich wieder dem Ufer zu und ließ sich dort von der Polizei festnehmen.

Gerichtssaal.

P. Vietze«, 31. Mai (G e we r b e g e r i ch k.) Dm Vorsitz führt Beigkordnrter Wolff, «19 Beifitzer fungieren Bäckermeister Hennings und Dreher August Bock. Der Metzgergeselle Ferd. Röll verlangte vom Metzgermeister Schreiner wegm angeblicher Ent­lassung ohne Kündigung einen Lohn von 53 Mk. Der Beklagte gibt an, daß im beiderseitigen Einverständnis auf die Kündigung verzichtet wurde. Da der Beklagte diese Sache beschwört, wird der Kläger mit der Klage abgewtesm und in die Kosten des VerfahrmS von 1,50 Mk. verurteilt. Al« -weite Sache kommt die Klage des Maurer- Ludwig Nürnberger gegm dm Bauunternehmer August Scheppelmann wegen Lohnforderung von 1,54 Mf. zur Verhandlung. Durch die Bemühungen des Vorfitzenden kam ein Vergleich zu Stande, wonach der Kläger vom Beklagten 1 Mk. Entschädigung erhält. Zum zweitenmal« kam die Klage des Hausburschm Nolte gegen dm Restaurateur Oppenheimer wegm Lohnforderung zur Verhandlung. Da die Angelegmheit noch immer nicht klar gestellt ist, wurde ein neuer Termin anberaumt, zur Vernehmung von Zeugen und Sach­verständigen.

Sch. Darmstadt, 30. Mai. Das Kriegsgericht war in seiner gestrigen Tagung wie folgt zusammengesetzt: Borschender Major v. Geldern- Crispendorf, Kriegsgertchtsrat Oberauer, Rittmeister Markeusen v. Afifeld, Oberleutnant von Lungershausen und Oberleutnant Frhr. v. Bellersheim. Die Anklagebehörde vertrat Kriegsgerichtsrat Link. Der Musketier Gabriel Heiligenthal 2. Komp. Inf.-Regt. Nr. 1 1 6 war während der Osterfeiertage nach seiner Heimat Seligenstade beurlaubt. Dort fand im Gasthausjum Riesen" Tanzbelustigung statt, die bis 4 Uhr früh beendet sein mußte. Kurz nach 4 Uhr bot der dienstthuende Polizeidiener Feier­abend, worauf sich der Angeklagte in beleidigenden Ausdrücken gegen jenen erging und ihn mit totschlagen bedrohte; heute will er von der Drohung nichts mehr wiffen, während er die Beleidigungen zugiebt. Durch die Zeugenvernehmungen wird er aber vollständig überführt. Da er schon vielfach wegen Gewaltthätigkeiten vorbestraft ist, darunter einmal mit 3 Jahren Gefängnis weil er denselben Polizeidiener so geschlagen, daß dieser 6 Wochen krank im Bette lag, hält das Gericht eine empfind­liche Strafe für angemeffen und spricht eine Gefängnisstrafe von 7 Mo­naten aus. Außerdem soll das Urteil, soweit es die Beleidigungen be­trifft, im Amtsblatt des Kreises Offenbach auf Kosten des Angeklagten veröffentlicht werden, auch wird dessen vorläufige Festnahme verfügt.

k. Mainz, 30. Mai. Ein interessanter EntschädigungLprozeß beschäftigt gegenwärtig das hiesige Landgericht. Vor etwa Jahresfrist wurde vom Schöffengericht in Nieder-Jneelhetm ein Lehrer der dortigen Gegend wegen Körperverletzung eines seiner Schüler zu einer Geld­strafe verurteilt. Der Lehrer hatte den Jmtgen wegen einer Unart mit dem Spantschrohrfiock gezüchtigt, wobei er den Arm des Jungen traf, und zwar derart, daß später eine Operation erforderlich wurde, an deren Folgen der Arm vollständig steif und unbrauchbar geworden ist. Nunmehr h«t der Vater des Knaben eine EntschädtgungSklage gegen den betreffenden Lehrer, wie auch gegen den Direktor der Schule, der gemäß Art. 1384 c. c. mit haftbar gemacht wird, erhoben. Der Vater des Jnngen verlangt für erforderliche Aufwendung eine ein­malige Entschädigung von 500 Mk. und außerdem eine nach An­hörung von Sachverständigen festzufetzende fortdauernde Entschädigung.

SCB. Heilbronn, 30. Mai. Vor der Strafkammer als Be­rufungsinstanz stand gestern zur Verhandlung die Prtvatklagesache des Redakteurs desBeobachters" in Stuttgart, Landtagsabgeordneter Schmidt gegen den Prof. Meltzer-Maulbronn weben Beleidigung. Die Sache datiert in die letzte Landtagswahl zurück, bei der im Wahlkreis Maulbronn der Privatkläger und volkSparteUiche Abgeordnete Schmidt und Rechtsanwalt Schall sich als Kandidaten gegenübrrstanden. Die Agitation für beide Parteien war eine scharfe, für letztere erschien im Bürgerfreund" in Maulbronn ein Artikel, in dem der Privatkläger in seiner Eigenschaft als Chefredakteur deSBeobachters" eine Reihe Beleidigungen in seiner persönlichen Ehre erblickte und dieserhalb Strafantraa stellte. In der Hauptverhcmdlung am 23. März 1901 vor dem Schöffengericht Maulbronn wurde der Angeklagte kostenlos freigesprochen. Gegen dieses UrteU legte der Vertreter des Prtvot- klägers Berufung ein. Die von dem Vorsitzenden eingeleiteten Schritte zu einem gütlichen Vergleich waren heute von Erfolg. Nachdem der

Angekl?gte die Erklärung abgegeben, daß er dm frag'. Artikel nicht verfaßt habe und nur flüchtig durchgcleseu und eine p rsönliche Be­leidigung de« Privatklägers mit bemfelbcn nicht beabsichtigt babe, zogen die Vertreter de« letzteren d i e K l a g e z u r ü ck. Die Fest­stellungen des Schöffengericht« in Maulbronn über die patriotische Haltung desBeobachters" bleiben also in Kraft.

Kermffchtes.

Eisenach, 30. Mai. Aus Eifersucht erschoß gestern abend ein hiesiger Student ein 16jährigeS Mädchen und stellte sich dann der Polizei.

* Zu dem Unfall desPanzerSKaiser Fried- rich" schreibt dieAllg. Ztg.": Den Bemühungen des mit der Vermessung beauftragten Kapitänleutnants Deimling ge­lang es, die Unfallfielle mit absoluter Bestimmtheit festzu­stellen. Die ganze Stelle hat eine Oberfläche von 40 Qua­dratmetern und bildet die höchste Erhebung eine« sehr schmalen 240 Meter langen Rückens auf dem Meeresboden, der Tiefen von 9,2 bis 9,7 Meter aufweist und in den Seekarten nicht enthalten war. Die Erhebung war entweder bei den Vermessungen des Gebietes der geringen Ausdehnung wegen den lochenden Booten entgangen oder aber es fanden seit der letzten Bermeffung Veränderungen des Grundes statt. Die Vermessung des Adlergrundes und seiner Um­gebung wird weiter fortgesetzt, um jeden Zweifel an der Sicherheit dieser Wafferstraße, die für die Ostseenavigierung von großer Bedeutung ist, auszuschließen. Die neu aufge­fundenen Untiefen werden später bezeichnet und so für die Passage unschädlich gemacht werden.

Der LiebeStod einer Griechin. DaS schönste Mädchen in Lechoma bei Volo, einem Dorfe, das in seinen Zitronenhainen fast verschwindet, war die 17jährige ASpasia. Der AuSerwählte ihres Herzens war, ihrer leuchtenden Schön­heit würdig, ein wahrer Apoll. Aber der Vater ASPafiaS wies den unbegüterteu Jüngling hart ab, als er bei ihm um die Hand seiner Tochter anhielt. Und alsobald ward Hochzeit anberaumt mit einem 40jährigen, wohlhabenden Landmanne aus dem Dorfe, der ASpasia schon lange geliebt hatte. Diese ließ alles willenlos über sich ergehen, und wie ein blasses Marmorbild stand sie da im Schmuck ihrer bräut­lichen Orangenblüten. Aber als die Kirchenglocken läuteten und der vom Bräutigam in der Kirche schon sehnsüchtig er­wartete Brautzug soeben daS HochzeitShauS verlaffen wollte, stürzte die schöne ASpasia in das Zimmer ihres Vaters, riß seinen Revolver von der Wand und erschoß sich im Brautkleide.

ftoffen fretfrn,

von vtri

HoheiiRteiner SeidenwebereiLotze, Hohenstein J-Ernstthal Königlicher, tProfjherjoglidjrr und 6erjogtid;cr Hoflieferant

Kerliner Kries.

(Plaudereien aus der Kaiserstadt.)

(Nachdruck verboten.)

Anziehungspunkte aus den Pfingsttagen. Der Zoologische Garten. Die Feuerwehrausstellung. Der Bismarcktag und seine Vorzeichen.

Tie geplagtesten Leute an den verflossenen Feiertagen waren hier wie allerorten die armen Jünger der edlen Frau Musika, die infolge der nun einmal eingebürgerten Sitte ' derPfingstfrühkonzerte" schon von morgens um fünf an mit ihren Instrumenten in Thätigkeit waren und mit Richard Wagner, Strauß, Sullivan und Sousa bereit» willigst aufwarteten. Etliche von ihnen fuhren von diesem ersten Klangopser draußen in den Biergarten direkt in die Kirchen, wo sie hier und da zur Verstärkung der Orgel mit ihrer Kunst einspringen sollten, um dann am Nach­mittag und Abend aufs neue Gartenmusik zu machen. drei Tage lang hintereinander ist eine Kraftprobe die gute Kerven verlangt. Wird doch vom lieden Publikum jchon mancher ganz verstört, wenn er das bunte^Getöse in einem tor beliebtesten Pfingstkonzerte nur eine, stunde lang aus­hol ten soll. Tenn neben den schmetternden Akkorden aus ber Orchestermuschel rauscht eine Unsumme. anderer Tone in. die duftende, frische - ach, bald verduftende Lenzlust Hinein. Ta klirren die Biergläser, dort hallt der Hammer

Qahfer, hier kreischt eine Kinderknarre aus, daneben mummt eine Groschentrommel! Säuglingsgeschrei, Gevatter- aeschnatter, Prositrufe, Kellnersignale, Vogelgezwitscher, polternde Teller, Lokomotivenpfiffe und Straßen bahn ge- uRisel- alles, alles eint sich zu einem großen wilden, nie 8 nterbrochenem Geräusch, in dem Wagner ebenso unbarm- derria untergehl wie Schubert oder Strauß. Nur wenn plötz- ich kin Trompetensignal aus einer ungewohnten Garten­

ecke aufschallt oder die Musiker mit einem neuen blödsinnigen Trick, wie Kuhglocken, Schmiedehämmer, Händeklatschen im Takt 2C. zum Vorschein kommen, nur dann unterbricht Publikus seine grelle Nebensymphonie und lauscht und staunt und begeistert sich am Schlüsse frenetisch!

TerZoologische Garten" erlebte in den Pfingsttagen wieder richtige Völkerwanderungen. Konzertierten darin doch feit früher Morgenstunde drei Musikkapellen! Ganze Fa­milien richten sich an solchen Tagen dort beinahe wohnlich ein, indem sie, mit Proviant für sämtliche Mahlzeiten ver­sehen, dort nomadisieren und alle die Seltsamkeiten in den Zwingern und Käfigen andachtsvoll bewundern, ohne es dabei an tiefsinnigen Betrachtungen fehlen zu lassen. Tarwinianer herrschen vor, überzeugte und überzeugende, was die ominöse Schädelbildung anbelangt nämlich! An diesen Kribbel- und Wibbeltagen begreift man, daß die Verwaltung trotz aller Opfer und Neu-Anlagen auf ihre Kosten kommt. Tenn es ist eine ziemlich kostspielige Haus­haltung, die für die Bestien dort geführt wird. Braucht man doch beispielsweise ca. 1300 Zentner Pferdefleisch, 400 Zentner Kalbfleisch, 24 Zentner Rindfleisch, 600 Zentner Kartoffeln, über 200 Zentner Mohrrüben, 1000 Zentner Hafer pro Jahr, die ungeheuerlichen Posten für Heu und Stroh 2C. gar nicht zu rechnen. Auch für Fische und Obst werden Riesensummen ausgegeben. Tas Wort vomfressen­den Kapital" findet hier in der verwegendsten Bedeutung seinen Platz. Nun, wohl bekomms den Herrschaften, von denen die meisten viel lieber selbständig für ihren Unter­halt sorgen möchten und sich vor den schwierigen Er­werbsverhältnissen der Großstadt kaum fürchten würden.

Auch die Ausstellung auf dem Gebiete des Feuerlösch- und Rettungswesens am Kurftirstendamm erfreute sich während der Festtage regen Zuspruchs, besonders von Frem­den, die in Berlin ja meist eine Bereicherung ihrer Kennt­nisse und Anschauungen suchen, wofür der aus Posen oder Breslau eingewanderte Urberliner, an solchen Tagen

zumal, keine Minute Zeit übrig hat. Interessant auch für den Laien sind dort die in Tioramen vorgeführten be­rühmtesten Feuer der Vergangenheit; auefy die ähnlich den Vorträgen über Himmelskunde in derUrania" gehaltenen Belehrungen über alle Gebiete des Feuerwehr-Wesens imj wissenschaftlichen Theater fesseln eine große Menge der Be­sucher. Am meisten lockt der Experimentierturm mit den Vorführungen von Brandlöschungen, Menschenrettungen 2C- Ta auch für die Löschung des häufigsten aller Brände in verschiedenen eleganten und leistungsfähigen Restaurants gesorgt wird, und die unvermeidliche Musik auch hier ihre Zauberweisen ertönen läßt, so braucht man den Besuch dieser zweifellos sehr segensreichen und anregenden Aus­stellung nicht zu bereuen.

Neben den selbstverständlichen Ausstellungs-Ansichts­karten bieten die Händler auch schon seit Tagen solche vom neuen Bismarckdenkmal aus, dessen Enthüllung am nächsten Montag in Gegenwart des Kaisers erfolgen soll. Es findet feinen Platz bekanntlich vor dem Reichstagsgebäude und stellt den Recken in lebensvoller Haltung, die Hand anH Degen dar. Der Entwurf stammt von Meister Begas. Die Sockelfiguren, die nicht minder groß sind, als das Kanzler­bild ein Atlas und ein Schwertschmied sind von charak­teristischer Wirkung.

Tas Lessingtheater bringt in gewandter Ausnützung der Situation in diesen Tagen ein LustspielDer tolle Bismarck" von Walter Harlan, einemreichen" Talente, dem das halbe Lessingtheater gehören soll. Aber diesertolle" Bismarck ist gar nicht toll und sein Haupt- stteich besteht in der Eskamotage eines Kartenspieles auf einem pommerschen Gute. Jedenfalls hat er aus diesem Spiele nicht die Trümpfe gezogen, mit denen er später seine genialen Partien gewonnen hat. Walter Harlan hat aenn auch, damit verloren und zwar gründlich. Selbst mit Deut toten Bismarck soll man nicht anbattdeln. A. Jt