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151. Jahrgang
Sonntag 1. September 1901
Drittes Blatt
Nr. 205
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Souderverfammlungen während des Katholikentages.
Osnabrück,^0. August«.
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hoch zu halten und das Studium nicht blos als Brotstudium zu betreiben, 2. die Charitas zu pflegen, die gewonnenen Kräfte auch gleiche praktisch im Dienste des Nächsten zu bethätigen, 3. treu dem Verband zu bleiben, an dem der Uhlandsche Vers in dem schönen Liede gelte: Ich hab dich geliebet allezeit, ich werde dich lieben in Ewigkeit! — Den Toast auf Papst und Kaiser brachte Dr. meo. Schirmeyer von Osnabrück aus, undStud. chem. Göbel (Winfridia) feierte die Damen. Mitternacht war schon vorüber, als der offizielle Teil des Festes sein Ende erreichte.
Zahlreich besucht war auch der
Festkommers des Verbandes der katholischen Studentenvereine Unitas.
Stud. theol. Soostmeyer von der Unitas Theologica in Münster eröffnete den Kommers. Prälat Hüls kamp sprach über den Unitarierwahlspruch: Scienfia, virtus, ami- citia. Stud. Phil. R ü s e w a l d rieb- einen Salamander auf die Philister des Verbandes. Ter Vorortspräsident des Verbandes der deutschen katholischen Studentenverbindungen Kand. Phil. Baumann trank auf das gute Einvernehmen des genannten Verbandes mit den Unitariern.
DieFe st Versammlung der katholischen Lehre r- sch aft
fand am Dienstag abend statt. Die Eröffnungsrede hielt Lehrer Türken, Redakteur der „Katholischen Lehrerzeitung". Redner wies hin auf die Bedeutung des Lehrerstandes, der, „allzeit voran", in treuer Arbeit bie Guter der Nation zu hüten berufen sei und solidarisch mit der Familie, mit Vater und Mutter seinen bedeutsamen Zielen zustrebe. Sodann lenkte Lehrer Tiesmeyer die Blicke auf Rom, gedachte des Papstes, pries unfern Kaiser, den Freund der Lehrerschaft. Tie Rede klang aus in ein Hoch auf Papst und Kaiser. Tie dritte offizielle Rede hielt Lehrer Peters (Osnabrück). Er gedachte der Tarnen. Konsül Nölting sprach über die dornenvolle, dabei aber herzbefriedigende Arbeit Hes berufstreuen Lehrers und brachte ein Hoch dem katholischen Lehrerstand.
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Der Verein zur Unterstützung studierender deutscher Katholiken
(Alb.-Magn.-Ver.) hielt während des Katholikentags eine Versammlung ab, welcher Justizrat Dr. P or sch vräsidierte. Aus dem Bericht desselben ging hervor, daß der Verein kurz nach Pfingsten in Koblenz eine Sitzung hatte, in der bie Statuten eine feste Gestaltung erhielten. Es ist die Bestimmung getroffen, daß die einzelnen Tiözesankomitees vier Fünftel ihrer Gelder an Angehörige ihrer Diözese vergeben und nur ein Fünftel an die Zentrale in Trier abführen sollen, zur Befriedigung der allgemeinen Bedürfnisse, für die Diaspora usw. Bis jetzt ist der Verein eingeführt in folgenden Diözesen: Trier, Köln, Münster, greifcurg, Limburg. In Straßburg ist eine ähnliche Organisation geplant, ohne Verbindung mit Trier; ebenso besteht eine solche in Bayern, bei den Polen, in Ermland, Mainz, teilweise mit dem Unterschied, daß überhaupt talentvolle Jünglinge unterstützt werden sollen, auch solche, die erst das Gymnasium besuchen, während die Zentrale Trier nur solche ins Ange faßt, welche schon das Abiturienten- examen hinter sich haben und studieren wollen. Monsignores Werthmann berichtet über die Albertus-Bnrse in Freiburg i. Dort haben die Barmherzigen Schwestern des h. Franziskus ein Haus mit 35 Zimmern eingerichtet, in welchem die Studenten billiges und gutes Logis haben können Und ebenso einen Mittagstisch ohne Trinkzwang. Ter Erfolg war durchschlagend. Im verflossenen Semester waren alle Zimmer besetzt und für den Winter ist alles sklwn vermietet. Ter Mittagstisch wurde von über 1OO Studenten täglich benutzt. Tie Studenten wählen selbst einen Senior und sind nur einer sehr freien Hausordnung unterworfen. Alle Fakultäten benutzten die Einrichtung, ebenso auch Korporationsstudenten. Der finanzielle Effekt war befriedigend, ein Defizit kam nicht heraus, sondern schon eine
Versicherungsbestand am 1. Juni 1901 797»/. Millionen Mark.
Dividende? im Jahre 1901: 29 biS 128 Prozent der Jahres-Norrnal- Prämie — je nack dem Alter der Vefficherung.
Uertreter: Heinrich Hochreuther
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SietzenerAnzeiger w Senerai-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Bekanntmachung.
Die Stadt Gießen hat aus der von ihr erworbenen Margarethenhütte noch einige
Lagerplätze und Lagerräume
|tt verpachten. Reflektanten wollen sich an uas oder an das Stadtbauamt wenden, woselbst auch der Plan und die Be- schreibung über die einzelnen Plätze eingesehen werden können.
Gießen, den 14. Juni 1901. 4393
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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Pferdemarkt zuGießen
Am Mittwoch dem 18. September l. I. findet aus den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Kuhn dahier wenben. Auskunft über sonstige Marktangelegenheiten erteilt Herr Wein- Händler August Schwa« dahier.
Mtt dem Pferd markt ist eine
Prämiierung
verbunden, für welche 1425 Mk. zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Oekonomierat Sch lenke, Hardthof bei Gießen, zu erbitten.
Pie VferdemarLt-Koramistisrr zu Hieße«.
Wolff, Beigeordneter. 5756
Heinrich Hochreuther
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i mäßige Verzinsung des Kapitals. Das Ergebnis der Beratung ist die einstimmige Annahme folgender Resolution: „Die Versammlung spricht dfte- Erwartung aus, daß in allen Tiözesen, wo TiözesanvvrMnde des Unterstützungs- Vereins (Albertus-Magnus-Vereins) bisher noch nicht gegründet sind, solche gegründet werden, und daß diese auf die Ausbreitung des Vereins in ihrer Tiözese Acht haben."
Ter Andrang zu dem '
Kommerseder katholischen Studentenvereine war gewaltig. Vor der mit Vereinsfahnen geschmückten Rednertribüne standen zwei Tutzend Chargierte im bunten Wichs, und aus ihrer Mitte eröffnete Stud. v. H ü l st von der Winsridim Hegen 9 Uhr den Kommers. Bischof Tr. Bitter war der erste, der aus die Begrüßung erwiderte. Zum Schluß richtete er warme Worte der Ermunterung an die Studenten: „Taß Sie studieren müssen, wissen Sie. Aber zwei Tinge lege ich Ihnen weiter ans Herz: beten Sie oft zur lieben Mutter Gottes, und singen Sie oft das Gaudeamus! Und nicht blos als Student! Wer die Mutter Gottes liebt, der kann auch noch mit grauen Haaren das Gaudeamus singen, so ftöhlich wie der jüngste Fuchs. Gott schütze, Gott segne den ganzen Verband!" — Rechtsanwalt Schweigmann ergriff das Wort zu der Prinzipienrede, in welcher er namentlich! auf den moralischen Rückhalt hin- wies, den der Verband seinen Mitgliedern in mancherlei Gefahren biete, vor allem auch bei den Anfechtungen, die durch die bekannten Anschauungen über das Tuell an jeden einzelnen herantreten können. — Jusfizrat Trimborn zitterte das Goethesche Wort: „Was man ist, das bleibt man andern schuldig." In humorvoller Weise erinnerte Redner an seine eigene Studienzeit; wie er erst angefangen habe, ganz kleine Reden zu halten, dann Prinzipienreden, und wie er dann die wichtigsten Chargen bekleidet habe, namentlich des Fuchsmajors: „Ich war ein Student mtt großen Mängeln, und wegen meines Singens war ich ost in Gefahr, an die Lust gesetzt zu werden, aber ich war ein ausgezeichneter Fuchsmaior!" (Große Heiterkeit.) Drei gute Mte gab der Redner den Studenten mit: 1. die Ideale


